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Hanse Yachts AG bald Branchenführer mit hohem Wertzuwachs ??? !!!

eröffnet am 09.03.07 11:39:45 von
neuester Beitrag 01.02.23 11:30:01 von


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    01.02.23 11:30:01
    Beitrag Nr. 1.144 ()
    https://www.lifepr.de/inaktiv/hanse-yachts-ag-greifswald/han…

    Die kompensierende KE kommt. Bezugspreis 2,86 €.

    Die Aktie scheint zu reagieren, wird heute entweder hochgepflegt oder jemand interpretiert Kurse unter Bezugspreis als Schnäppchen.

    Seit ca. Anfang Januar gibt es ohnehin eine Auffälligkeit. Auf der Aktie lasten vergleichsweise hohe Abgaben. Eine Adresse hat offenbar die Geduld verloren und haut immer wieder stoßweise raus, teils über 20k am Tag. Aber wer nimmt? Naheliegend ist weiterhin Aurelius.

    Morgen HV. Kommt es zum Scherbengericht?

    Der Honorarvertrag von Jens Gerhardt ist und bleibt eine maximale Provokation. J.G. soll lt. Vereinbarung unter anderem neue Modelle erarbeiten/vorschlagen. Das geht imo gar nicht, schon weil er versucht sein könnte, den Erfolg bei Sealine durch immer neue Investitionen zu erzwingen. Aber auch generell ist das nicht hinnehmbar nach diesem Desaster, das er angerichtet hat. Jemand der notorisch schöngefärbt und punktuell sogar gelogen bzw. die Wahrheit verschwiegen hat, kann nicht an so entscheidender Stelle für HY tätig sein. Er soll Gewährleistung machen, zu marktüblichen Konditionen (400 statt 1.900 € am Tag). Für Zielkostenrechnung braucht man keine so hoch bezahlte Kraft.

    Ein Fall von möglicher Interessenverquickung, der von außen zudem stark nach Freunderlwirtschaft aussieht, ist zudem der Vertrag für Jens Gerhardt und Sven Göbel für die Solardachanlage. Falls es zuvor keine Ausschreibung gegeben hat, dürfte Anspruchs auf Schadenersatz bestehen. Für Dachflächen gibt es in der EE-Branche einen wettbewerbsintensiven Markt. In die Compliance-Richtlinien gehört selbstverständlich und schnellstes ein Verbot für Organmitglieder, Geschäft mit der Gesellschaft zu machen. So wie es viele seriöse Konzerne haben. Da ist Herr Runde gefragt. Wenn er das nicht durchsetzen kann, ist dies ein sehr schlechtes Zeichen.

    Weiteres Ärgernis ist die nicht transparente und imo zu hohe Bewertung der Marke Sealine. Aurelius muss die getroffenen Wachstumsannahmen und weitere zentrale Wertansätze benennen. Der Hinweis auf ein normiertes Bewertungsverfahren reicht nicht aus.

    Für erheblichen Konfliktstoff dürfte zudem der Tagesordnungspunkt 8 zur geplanten Options- oder Wandelschuldverschreibung sorgen. Aurelius muss sagen, was sie mit dem Geld anstellen wollen. Falls es heißt: Vorratsbeschluss für mögliche Add-on-Akquisitionen, dürfte es sehr dicke Luft geben.

    Immerhin aber rechne ich ihnen hoch an, dass sie eine Präsenz-HV machen und sich nicht online wegducken.

    https://www.google.com/finance/quote/H9Y:ETR?hl=de&window=5D
    HanseYachts | 2,700 €
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    23.01.23 15:10:00
    Beitrag Nr. 1.143 ()
    Antwort auf Beitrag Nr.: 73.116.558 von a_schmidt am 18.01.23 17:07:39
    Zitat von a_schmidt: Der HanseYachts Hauptgesellschafter Aurelius hat diese Woche verlautbaren lassen, was er von Transparenz hält - nämlich gar nichts! Die Antwort der Börse: -30%.

    Ich glaube deshalb die katastrophale HanseYachts-Kommunikation ist kein Unvermögen, sondern genau so gewollt.


    Ja, ich habe es mitverfolgt. Es ist traurig und bitter. Die Börse hat den Denkzettel sofort geliefert. Das das irgendwas ändert, glaube ich allerdings nicht.

    Ein Motiv für den Wechsel in niedrigere Standards dürfte in der Tat Flucht aus Transparenzregeln sein. Minderheiten sind ihnen ohnehin lästig. Das haben die Aurelius-Organe zwar nie gesagt, durch ihr Verhalten aber oft genug belegt (siehe etwa TOP 8 JHV). Bei HY läuft es u.a. darauf hinaus, dass sie konkrete Informationen, die helfen, Erfolg oder Misserfolg ihrer ewigen Add-on-Zwangskuren genauer einzuschätzen, nach Möglichkeit für sich behalten. Auch was an der Schnittstelle läuft, etwa welche Tagessätze für Beratungsleistungen berechnet werden, haben sie seit Jahr und Tag auf das reduziert, was die Regeln und die Wirtschaftsprüfer verlangen.

    Aurelius sollte konsequent sein und die Börse ganz verlassen. Und sich bei HY verp...sen.
    HanseYachts | 2,710 €
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    18.01.23 17:07:39
    Beitrag Nr. 1.142 ()
    Der HanseYachts Hauptgesellschafter Aurelius hat diese Woche verlautbaren lassen, was er von Transparenz hält - nämlich gar nichts! Die Antwort der Börse: -30%.

    Ich glaube deshalb die katastrophale HanseYachts-Kommunikation ist kein Unvermögen, sondern genau so gewollt.
    HanseYachts | 2,720 €
    1 Antwort
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    06.01.23 23:48:39
    Beitrag Nr. 1.141 ()
    https://www.yacht.de/yachten/werften/prognose-2023-sind-die-…

    Die "Yacht" hat ein nicht repräsentatives Stimmungsbild zur Branchenkonjunktur publiziert. Es fällt verhalten bis klar zuversichtlich aus. Bei Segelschulen und Herstellern wurde nur national nachgefragt, bei Marinas auch international.

    Auch bei HY wurde gefragt:

    "Hanseyachts-Gesamtvertriebsleiter Maxim Neumann berichtet, dass das Neubootgeschäft der Greifswalder ungebrochen gut laufe, die Lieferfristen allerdings aufgrund der Nachfrage lang seien. Wer heute ein neues Schiff bestelle, müsse sich bis Mitte 2024 gedulden. Das Geschäft mit den großen Modellen ab etwa 50 Fuß laufe geradezu „bombig“, so Neumann, und auch das ab 43 Fuß Bootslänge sei gut. Lediglich der Absatz kleinerer Boote sei weniger zufriedenstellend."

    Wenn sich das Geschäft nach dem Corona-Boom wieder von kleineren zu mittelgroßen und großen Booten verlagert, dürfte sich das in 2024 auszahlen, denn die Margen bei größeren Booten sind in aller Regel besser.

    Bei Bavaria hieß es, dass der Auftragseingang nach wie vor auf hohem Niveau liege, die Kunden würden sich aber wieder etwas mehr Zeit lassen mit ihrer Entscheidung, wie vor der Pandemie.

    HY hatte zuletzt im Konzernabschluss zu 21/22 mitgeteilt, dass man in 22/23 einen Auftragseingang zwischen 130 und 170 Mio € erwarte (Anlage 6/44). Man rechnet also mit deutlicher Normalisierung. Möglicherweise also hat Neumann etwas dick aufgetragen. Oder aber es läuft besser als erwartet. Nach den ganzen negativen Erfahrungen mit HY bleibe ich aktuell noch zurückhaltend.
    HanseYachts | 2,840 €
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    05.01.23 20:48:52
    Beitrag Nr. 1.140 ()
    Antwort auf Beitrag Nr.: 73.030.970 von a_schmidt am 05.01.23 15:25:19
    Zitat von a_schmidt: Gibt es eigentlich in der Theorie einen Weg, in dem sich Aurelius mit den möglichen 80 Mio. Euro aus der Options/Wandelanleihe den Exit bezahlen lassen könnte?

    Vorausgesetzt HanseYachts gelänge es 80 Mio. fremdes Geld einzusammeln (was z.Zt. wohl nur mit gigantischem Zinssatz möglich wäre), könnte HanseYachts dann z.B. dafür in großem Stil eigene Aktien zurückkaufen, z.B. das 80%-Paket von Aurelius?

    Ich habe keine Ahnung ob und wie so etwas tatsächlich funktionieren könnte, aber alleine die Höhe der Anleihe lässt mich einen Zusammenhang zu Aurelius' Exit konstruieren.


    Nein, das ist ausgeschlossen. Das deutsche Aktiengesetz regelt den Rückkauf eigener Aktien in § 71 und erlaubt ihn nur innerhalb enger Grenzen. Unter anderem bestimmt § 71 (2), dass max. 10% des Grundkapitals erworben werden dürfen.

    https://www.gesetze-im-internet.de/aktg/__71.html

    Warum also eine Wandel- oder Optionsanleihe? Üblicherweise will ein Emittent damit seine Zinslast drücken, also billiger finanzieren als dies über "normale" Instrumente möglich wäre, etwa einen Bankkredit oder eine Unternehmensanleihe. Zudem sind Wandel- oder Optionsanleihen für Emittenten in eher prekären Situationen eine Möglichkeit, überhaupt noch an bezahlbares Geld zu kommen. Inflation und steigende Leitzinsen können zudem ein Motiv sein, Konditionen jetzt für einige Jahre zu fixieren.

    Bei HY gibt es eine nette Landesbürgschaft über 13 Mio €, innerhalb dieses Rahmens finanzieren sie billig. Das Volumen reicht aber nicht. Aurelius kassiert neuerdings 12 % (!) für einen 1,5 Mio Kredit an HY. Hintergrund des Vorschlags könnte also zum einen sein, dass das Volumen der Landesbürgschaft mittelfristig überhaupt nicht ausreicht, oder - noch schlimmer - dass sie ausläuft (was ich nicht weiß).

    Eine Frechheit ist, dass der Vorstand in seinem schriftlichen Bericht zu TOP 8 kein Wort zu den Hintergründen und zum Volumen verliert und stattdessen den juristischen Sermon aus der Beschlussvorlage fast copypastemäßig wiederkäut. Damit wird Spekulation befeuert. Das ist das Gegenteil von Umsicht und Vertrauensbildung. Unbegreiflich.

    Warum also eine XXL-Ermächtigung für bis zu 80 Mio? Imo ist das am ehesten im strategischen Kontext erklärbar. Heißt für mich, dass nach der letzten Strategieberatung weitere Zukäufe wenn nicht unmittelbar angestrebt werden, so doch zumindest als Option erhalten bleiben sollen, und zwar unter der Maßgabe, dass Aurelius dann nicht mehr wie bei Sealine und Privilège Marine als Abwickler und Zwischenfinanzierer auftritt, sondern HY sofort selber zugreifen und finanzieren soll, was unter Kostenaspekten sogar sinnvoll wäre.

    Unter normalen Umständen fände ich es vernünftig, wenn sich der Vorstand Optionen offen hält und entsprechende Vorratsbeschlüsse fasst. Aber nach diesem bisherigen Disaster? Da müsste man zumindest anders kommunizieren. Zudem ist eine solche Ermächtigung unter Risikogesichtspunkten komplett unverständlich. Der Vorstand will sich in einer Situation mit negativem Konzerneigenkapital ein zusätzliches bilanzielles Risiko von max. 80 Mio genehmigen lassen. Sowas kenne ich nur von Zockerbuden. Risiken muss man sich leisten können. Sie müssen bilanziell unterlegt und darstellbar sein. Das war schon bei Privilège Marine niemals der Fall, und der worst case ist eingetreten, mindestens 25 Mio weg. Und jetzt noch viel mehr? Das ist verrückt. Selbst für Aurelius mit einem Eigenkapital von zuletzt 572 Mio sind 80 Mio kein Pappenstiehl.

    Niemand muss zocken, um im Yachtgeschäft Erfolg zu haben. Man muss gute Schiffe bauen und sie gut verkaufen. Das ist alles. Stattdessen sind sie drauf und dran, sich zu verzetteln. Schon wieder. Wie der vorige Vorstand. Schlimm.
    HanseYachts | 2,770 €
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    05.01.23 15:33:12
    Beitrag Nr. 1.139 ()
    Antwort auf Beitrag Nr.: 73.030.970 von a_schmidt am 05.01.23 15:25:19Ergänzung: Beim Traumschiff hat Aurelius vor etwa 10 Jahren schon einmal über eine Anleihe Geld in die eigene Tasche "geschleust".

    https://www.manager-magazin.de/magazin/artikel/ms-deutschlan…
    HanseYachts | 2,770 €
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    05.01.23 15:25:19
    Beitrag Nr. 1.138 ()
    Gibt es eigentlich in der Theorie einen Weg, in dem sich Aurelius mit den möglichen 80 Mio. Euro aus der Options/Wandelanleihe den Exit bezahlen lassen könnte?

    Vorausgesetzt HanseYachts gelänge es 80 Mio. fremdes Geld einzusammeln (was z.Zt. wohl nur mit gigantischem Zinssatz möglich wäre), könnte HanseYachts dann z.B. dafür in großem Stil eigene Aktien zurückkaufen, z.B. das 80%-Paket von Aurelius?

    Ich habe keine Ahnung ob und wie so etwas tatsächlich funktionieren könnte, aber alleine die Höhe der Anleihe lässt mich einen Zusammenhang zu Aurelius' Exit konstruieren.
    HanseYachts | 2,770 €
    2 Antworten
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    04.01.23 14:40:44
    Beitrag Nr. 1.137 ()
    https://www.hanseyachtsag.com/de/investor-relations/finanzka…

    Einmal mehr wurde in aller Stille der Finanzkalender geändert. Der Halbjahresbericht soll nun nicht mehr am 27.1. kommen - also vor der HV am 2.2. - , sondern am 24.2. ...

    Ich kenne keine andere börsennotierte Gesellschaft, die sich derart anhaltend vertut und blamiert wie HY - mit Terminen nicht anders als mit Strategien, Investitionen, Finanzen u.a.. - Erstaunlich, was rotierende und überbezahlte Unfähigkeit alles anrichten kann ...
    HanseYachts | 2,850 €
    Avatar
    02.01.23 10:34:34
    Beitrag Nr. 1.136 ()
    Antwort auf Beitrag Nr.: 72.979.351 von Katte2 am 27.12.22 13:41:55Vielen Dank für die Analyse, die ich in weiten Teilen teile.

    Als ich die 80 Mio. Euro las, dachte ich zunächst an einen Schreibfehler - aber offensichtlich hat man in Greifswald/München nun komplett den Verstand verloren.

    In einem Punkt muss ich allerdings widersprechen. Die Bilanzkosmetik über die Markenneubewertung funktioniert nur auf Einzelgesellschaftsebene, d.h. hier durch den Verkauf der bislang nicht bewerteten Marken an eine Schwestergesellschaft. Das "heilt" zumindest temporär das EK-Problem der HanseYachts AG im Einzelabschluss, hat aber keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss. Zuschreibungen auf Markenwerte funktionieren nur in Ausnahmen, wie z.B. bei Fjord vor ein paar Jahren. Dafür müssten die Marken erworben und zwischenzeitlich abgewertet worden sein. Aber auch dann ist der ehemalige Kaufpreis (von konzernextern!) das Maximum. Deshalb funktioniert der legale (!) Taschenspielertrick nur innerhalb des Konzerngeflechts, nicht aber auf Konzernebene.
    HanseYachts | 2,950 €
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    27.12.22 13:41:55
    Beitrag Nr. 1.135 ()
    Die große Frage ist, was der Vorstand mit einer Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen im Umfang von bis zu 80 Mio € vorhat.

    Plausibel wären weitere Zukäufe, denn einen solchen Betrag braucht HY nicht für die Finanzierung des aktuellen Geschäftsbetriebs. Falls tatsächlich weitere Add-on-Absichten bestehen, würde das bedeuten, dass Hr. Runde bereits nach einem Jahr eine 180-Grad-Drehung hingelegt hat. Anfangs hat er gesagt, dass er Potenzialen innerhalb des bestehenden Markenportfolios den Vorzug geben will, HY sich also mehr auf organisches Wachstum konzentrieren will. Das war der strategische Bruch mit dem Vorgänger. Da es unterdessen eine ausführliche Strategieberatung gegeben hat, an der Aurelius sicherlich beteiligt war, ist denkbar, dass der Schwenk auf dem Papier und in den Köpfen bereits vollzogen wurde.

    Denkbar wäre auch, dass man mit der Ermächtigung Banken potenzielle finanzielle Unabhängigkeit signalisieren und sie damit disziplinieren will. Aber im Volumen von bis zu 80 Mio €? - Imo fraglich.

    Ich tippe auf eine Fortsetzung der Add-on-Strategie ... und kann nur den Kopf schütteln. Wer die Historie der Übernahmen in der Yachtbranche kennt, weiß, dass sie voller Misserfolge ist. Die Mehrzahl der Übernahmen ging nicht gut, viele gingen total in die Hose. Alle Gründe dafür kenne ich nicht, aber fünf kenne ich gut:

    1) die Yachtbranche ist traditionell nur mittel- bis schwachmargig
    2) die Yachtbranche ist stark konjunkturanfällig
    3) aus 1) und 2) folgt, dass etablierte Werften in Privathand - also die Mehrzahl - in der Regel mit entsprechenden Bilanzrelationen agieren und deshalb nur selten in Schieflage geraten; dies hat zur Folge, dass in Krisenzeiten fast nur Schrott auf den Markt kommt; der Fall "Ausnahmesituationen", auf den Aurelius fokussiert, ist vielfach schlicht nicht gegeben.
    4) die Yachtbranche ist klein und eher familiär - man kennt sich, u.a. von den Bootsmessen. Die Übernahme einer Werft setzt deshalb regelmäßig das Personalkarussell stärker in Bewegung als in anderen Branchen; hohe Gefahr der Abwanderung von Leistungsträgern, zudem hohe Gefahr des Abflusses von Spezialwissen, Plänen, Stücklisten, Kundenlisten u.a.
    5) das Händlernetz ist in der Yachtbranche essentiell; ohne gute Händler hat eine größere Werft keine Chance. Übernahmen führen regelmäßig zur Abwerbung von verunsicherten Händlern durch die Konkurrenz

    Fazit: Externes Wachstum ist in der Yachtbranche wesentlich riskanter und weniger erfolgversprechend als organisches Wachstum. Die Silberrücken der Branche sind nicht grundlos zurückhaltend, wenn eine Werft zum Verkauf steht. Sie lassen den Besserwissern aus der Finanzbranche oder gelegentlich auch Schwerreichen, die sich mit einer Yachtwerft schmücken wollen, meist den Vortritt. Aus gutem Grund.

    Aurelius scheint aber nun seine Besserwisserei fortsetzen und die Voraussetzung für weitere Übernahmen schaffen zu wollen. Nur das Prozedere würde sich ändern. Zukäufe würden nicht mehr zweistufig via Aurelius abgewickelt, sondern HY könnte direkt zugreifen und via Wandelschuldverschreibung finanzieren. Neben dem Übernahmerisiko kommt aber ein potenzieller Nebeneffekt: da die leidgeplagten Altaktionäre mehrheitlich vermutlich nicht mitziehen würden, könnte Aurelius die Emission via Bezugsrecht fast vollumfänglich zeichnen. Damit maximale Gefahr der dramatischen Verwässerung der Minderheiten im Zuge einer Wandlung; Aurelius könnte so mit einem Schlag auf über 90 oder sogar 95 % der Aktien kommen und damit verschmelzungsrechtlich oder übernahmerechtlich den Sack zumachen (Squeeze-out).

    Ich schrieb hier über das Ende mit Schrecken bei Privilège. Stattdessen sieht es so aus, dass die Voraussetzungen für einen Schrecken noch größeren Ausmaßes geschaffen werden sollen.

    Was könnten sie übernehmen wollen? Zu haben wäre aktuell wohl Bavaria Yachts, die ewige rote Laterne der deutschen Yachtbranche. Da kann man eigentlich nur abraten, schon wegen der großen Überschneidungen in den Modellpaletten (wurde ja unter J.G. schon einmal geprüft). Ansonsten gibt es evtl. die polnische Galeon (Motoryachten), von der ich aber nicht weiß, ob sie zu haben ist. In England ist meines Wissens nichts auf dem Markt, wg. Brexit wäre es zudem ein zusätzliches Risiko. Frankreich auch eher nicht mehr, zumal kulturell bedingt (Franzosen werden schnell zickig, wenn ihnen was gegen den Strich geht; das dürfte bei Privilège eine Rolle gespielt haben). Also was? Oder alles nur vorbereitend ohne konkretes Ziel?

    Theoretisch denkbar wäre auch, dass lediglich eine Drohkulisse aufgebaut wird mit dem Ziel, Minderheiten noch mehr zu vergraulen und ihre Aktien für kleine Münze einzusammeln. Das wäre die besonders finstere Variante.

    https://www.google.com/finance/quote/H9Y:ETR?hl=de

    Auf Xetra gibt es heute auffällige Bewegungen. Zufall? Bis heute Mittag wurden zwei große Pakete - zusammen 32,2k - gehandelt. Könnten trotz der unterschiedlichen Preise verabredete Deals gewesen sein (Sven Göbel?). Man kann imo davon ausgehen, dass Aurelius bzw. der Dunstkreis Aurelius der Käufer ist.

    --------------------

    https://www.hanseyachtsag.com/de/investor-relations/finanzbe…

    Ansonsten lohnt der Blick in den Jahresabschluss der AG. Sie haben Bilanzkosmetik in großem Stil betrieben. Und zwar gab es im GJ 21/22 hohe Zuschreibungen auf die Markenwerte. Die Marken werden nun mit Zeitwerten bilanziert und nicht mehr nur mit fortgeführten Anschaffungskosten. Das Meiste dürfte auf die Marke Hanse zugeschrieben worden sein, die bisher mit null in der Bilanz stand und eine schöne stille Reserve war. In Summe stehen nun 33,5 Mio € (!!!) Markenwerte in den immateriellen Vermögenswerten der neuen HanseYachts Marken Portfolio AG & Co. KG. Zuschreibungsgewinn mithin über 30 Mio €. In der AG-Bilanz sind im Finanzvermögen verborgen, unter "Anteile an verbundenen Unternehmen". Zu den 33,5 Mio kommt im Zuge der angekündigten KE noch die Marke Sealine mit fragwürdigen 4,6 Mio € dazu (Sealine läuft anhaltend schlecht; die Stückzahlen angesichts der riesigen Modellpalette sind zum Weinen, dafür 4,6 Mio € kassieren zu wollen ist fraglich imo).

    Zuvor standen lediglich Fjord mit 2,2 Mio € und Dehler und Moody mit zusammen 1,7 Mio € in der Bilanz (wenn man von den 3,2 Mio für Privilège absieht).

    Die Zuschreibungsorgie hat den (beabsichtigten) Effekt, dass das Eigenkapital der AG per 30.06.2022 mit 11,2 Mio positiv (!) war. Nach Entkonsolidierung von Privilège dürfte man den Effekt auch im nächsten Konzernbilanzabschluss sehen. Simsalabim ....

    Damit aber wurde das Abschreibungsrisiko schon wieder in den achtstelligen Bereich gehoben. Mit der nächsten ausgewachsenen Wirtschaftskrise ohne paradoxen Nachfrageeffekt wie bei Corona kommt die nächste Stunde der Wahrheit. 10 bis 15 Mio sind schnell rasiert ...

    Ich habe den AG-Bericht bisher nur ausschnittweise gelesen; insofern dies nur als erste Hinweise.
    HanseYachts | 2,840 €
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    Hanse Yachts AG bald Branchenführer mit hohem Wertzuwachs ??? !!!