nichts halbes, nichts ganzes, nicht nichts (Seite 14)
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11.03.19 17:04:06
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#20
Dieses Werk würde ich auch gerne mal konsumieren, allein, es fehlt mir an Zeit und Kapazitäten. Vielleicht auch an Willenskraft.
#19
Gravity ist im Gegensatz zu vielen anderen hier, wobei es auch Ausnahmen gibt, ein ernst zu nehmender Gesprächspartner. Es ist eine Herausforderung, aber kein Zwang, auf seine Thesen ein zu
gehen. Die von ihm oft angewandte Dialektik ist dennoch eine feine Sache. Denn sie regt zum Nachdenken an.
#18
> Welche Wahrheit?
Es gibt die allumfassende Wahrheit (Realität): das was existiert ist wahr. Innerhalb der subjektiven Welt ist das Widerspruchsfreie wahr: z.B. "die Sonne dreht sich um die Erde" deckt sich nicht mit astronomischen Beobachtungen, ist daher widersprüchlich und somit falsch. Jede subjektive Weltsicht bildet so ihre eigene Wahrheit und es kann durchaus sein, dass eine Aussage X, die für Subjekt A wahr ist, für Subjekt B falsch ist. Dieser Widerspruch zwischen Subjekt A und B ist nur dann auflösbar (entscheidbar wer Recht hat), wenn X einen Berührungspunkt mit der beobachtbaren Realität hat (wenn dies nicht der Fall ist, dann ist X allerdings mit hoher Wahrscheinlichkeit auch keine relevante Aussage).
Das was auf diese Art von allen maßgeblichen Menschen (Subjekten) als wahr anerkannt wurde, bildet die subjekte Weltsicht der Menschheit.
Besonders interessant sind neue Thesen, die wahrscheinlich wahr sind (weil sie zu wichtigen, anerkannten Fakten widerspruchsfrei sind) aber im Widerspruch zu einigen bisher als wahr angenommenen Aussagen stehen. Meist dürfte das theoretische und abstrakte Thesen betreffen und weniger direkt wahrnehmbare/messbare Dinge, wobei jede wahre Aussage letztendlich auch einen Bezug zur Realität haben muss (z.B. Einsteins Relativitätstheorie). Weil letztendlich alle Thesen über die Realität miteinander verbunden sind, müsste (zumindest theoretisch) auch eine automatische Widerspruchserkennung durch den Computer möglich sein.
> Was ist das Richtige?
Das ist schon schwieriger. Erstaunlicherweise erscheint die subjektive Antwort leichter:
Das, was ein widerspruchsfreier Geist denkt und veranlasst, ist richtig. Ein fehlerhafter Geist kann zufällig etwas richtig machen, ein widerspruchsfreier Geist versehentlich etwas falsch. In letzterem Fall erkennt der widerspruchsfreie Geist jedoch seinen Fehler und versucht ihn zu korrigieren.
Objektiv gibt es tatsächlich weder richtiges noch falsches, bzw. nur richtiges, nämlich das, was gerade ist, so wie es ist. Faszinierenderweise erzeugt somit ein subjektives Bewusstsein erst das Konzept von "richtig und falsch" und "gut und böse" alleine dadurch, dass es zwangsläufig die Wirklichkeit immer unvollkommen wahrnehmen muss.
Könnte auch sein, dass die subjektive Sicht eines Menschen unvermeidlich widersprüchlich ist, auch wenn eine subjetive Sicht theoretisch widerspruchsfrei sein kann. Das Problem sind Wertungen (wie auch Gefühle) die ein real existierendes Objekt (insbesondere Lebewesen) verzerrt abbilden, z.B. ist ein Tier nicht wirklich niedlich, man empfindet es nur so (was ja durchaus wünschenswert ist).
Ein Zenmeister, der möglicherweise alles richtiger sieht (aber wahrscheinlich nicht wirklich widerspruchsfrei, er hat ja immer noch Vorlieben), scheint mir auch nicht die optimale Lösung zu sein, denn Wertungen sind nützlich (z.B. "Skorpion = unangenehm" und "Katze = niedlich") und unverzichtbar (sofern rationale Erwägungen dadurch nicht dauerhaft ausgeschaltet werden).
Interessant ist, dass man normalerweise nichts von den Widersprüchen (Wertungen aber auch perspektivisches Sehen) mitkriegt und selbst rational betrachtet verrücktes wie magisches Denken (Amulette, Engel, etc.) den betreffenden normal und somit widerspruchsfrei vorkommt (ich vermute mal, dass die wenigsten denken "okay, es ist irrational aber ich fühle mich damit besser, also mache ich es trotzdem").
Die subjektive Sicht der Menschheit in Form allen menschlichen Wissens ist frei von persönlichen Wertungen und bezieht sich auch nicht auf aktuelle Ereignisse (bei denen der Mensch nur einen winzigen Teil erfassen kann, z.B. nimmt er nur Person A aber nicht die daneben stehenden Personen B+C richtig wahr, weswegen die Wahrnehmung kein korrektes Abbild der Realität sein kann) und könnte daher vermutlich widerspruchsfrei sein. Faszinierend, dass der widersprüchliche (fehlerhafte) Mensch möglicherweise etwas widerspruchsfreies (fehlerfreies) erzeugen kann ... oder muss man dies eher als Hinweis verstehen, dass die subjektive Sicht der Menschheit ebenfalls immer fehlerbehaftet sein muss?.
Weil persönliche Widerspruchsfreiheit unerreichbar ist, ist es auch die Frage, in wie weit sie erstrebenswert ist, bzw. wann sie es ist und wann nicht. Somit ist auch der Vorschlag in Posting #16 bezüglich einer konsequenten Verwirklichung buddhistischer Ideale zu überdenken.
Möglicherweise definiert sich richtig und falsch innerhalb der Sichtweisen eines Menschen ganz dynamisch an den zu erwartenden Folgen einer Handlung: was gefällt und maximal akzeptable negative Folgen hat ist gut. Moral und Gesetze sind dann aus individueller Sicht nicht (notwendigerweise) auf einer höheren Ebene richtig (oder gottgegeben), sondern nur zu berücksichtigende Faktoren (z.B. "Bienen Honig stehlen tut weh" ist prinzipiell das Gleiche wie "Gesetze brechen hat unangenehme Folgen" - beides hat trotz anfänglicher Vorteile überwiegende Nachteile, ist aber nicht auf einer höheren Ebene richtig oder falsch). Moralgesetze befolgt man also letztendlich nur, weil man von deren ganz konkreten Vorteilen überzeugt ist, bzw. diese ganz real erfährt. Die Gesellschaft erläßt Gesetze, weil sie allen nutzen und nicht, weil sie irgendwie richtig wären. Gesetze machen der Mehrheit Spass, weil dadurch unlustige Morde und Raubüberfälle vermieden werden.
Irgendwie eine ziemlich überraschende Wendung zum Banalen.
Fazit: es gibt weder aus objektiver noch aus subjektiver Sicht universelle Prinzipien wie gut/böse und richtig/falsch.
Objektiv: was ist das ist, so wie es ist.
Subjektiv: was Spass macht, wird gemacht.
Es gibt die allumfassende Wahrheit (Realität): das was existiert ist wahr. Innerhalb der subjektiven Welt ist das Widerspruchsfreie wahr: z.B. "die Sonne dreht sich um die Erde" deckt sich nicht mit astronomischen Beobachtungen, ist daher widersprüchlich und somit falsch. Jede subjektive Weltsicht bildet so ihre eigene Wahrheit und es kann durchaus sein, dass eine Aussage X, die für Subjekt A wahr ist, für Subjekt B falsch ist. Dieser Widerspruch zwischen Subjekt A und B ist nur dann auflösbar (entscheidbar wer Recht hat), wenn X einen Berührungspunkt mit der beobachtbaren Realität hat (wenn dies nicht der Fall ist, dann ist X allerdings mit hoher Wahrscheinlichkeit auch keine relevante Aussage).
Das was auf diese Art von allen maßgeblichen Menschen (Subjekten) als wahr anerkannt wurde, bildet die subjekte Weltsicht der Menschheit.
Besonders interessant sind neue Thesen, die wahrscheinlich wahr sind (weil sie zu wichtigen, anerkannten Fakten widerspruchsfrei sind) aber im Widerspruch zu einigen bisher als wahr angenommenen Aussagen stehen. Meist dürfte das theoretische und abstrakte Thesen betreffen und weniger direkt wahrnehmbare/messbare Dinge, wobei jede wahre Aussage letztendlich auch einen Bezug zur Realität haben muss (z.B. Einsteins Relativitätstheorie). Weil letztendlich alle Thesen über die Realität miteinander verbunden sind, müsste (zumindest theoretisch) auch eine automatische Widerspruchserkennung durch den Computer möglich sein.
> Was ist das Richtige?
Das ist schon schwieriger. Erstaunlicherweise erscheint die subjektive Antwort leichter:
Das, was ein widerspruchsfreier Geist denkt und veranlasst, ist richtig. Ein fehlerhafter Geist kann zufällig etwas richtig machen, ein widerspruchsfreier Geist versehentlich etwas falsch. In letzterem Fall erkennt der widerspruchsfreie Geist jedoch seinen Fehler und versucht ihn zu korrigieren.
Objektiv gibt es tatsächlich weder richtiges noch falsches, bzw. nur richtiges, nämlich das, was gerade ist, so wie es ist. Faszinierenderweise erzeugt somit ein subjektives Bewusstsein erst das Konzept von "richtig und falsch" und "gut und böse" alleine dadurch, dass es zwangsläufig die Wirklichkeit immer unvollkommen wahrnehmen muss.
Könnte auch sein, dass die subjektive Sicht eines Menschen unvermeidlich widersprüchlich ist, auch wenn eine subjetive Sicht theoretisch widerspruchsfrei sein kann. Das Problem sind Wertungen (wie auch Gefühle) die ein real existierendes Objekt (insbesondere Lebewesen) verzerrt abbilden, z.B. ist ein Tier nicht wirklich niedlich, man empfindet es nur so (was ja durchaus wünschenswert ist).
Ein Zenmeister, der möglicherweise alles richtiger sieht (aber wahrscheinlich nicht wirklich widerspruchsfrei, er hat ja immer noch Vorlieben), scheint mir auch nicht die optimale Lösung zu sein, denn Wertungen sind nützlich (z.B. "Skorpion = unangenehm" und "Katze = niedlich") und unverzichtbar (sofern rationale Erwägungen dadurch nicht dauerhaft ausgeschaltet werden).
Interessant ist, dass man normalerweise nichts von den Widersprüchen (Wertungen aber auch perspektivisches Sehen) mitkriegt und selbst rational betrachtet verrücktes wie magisches Denken (Amulette, Engel, etc.) den betreffenden normal und somit widerspruchsfrei vorkommt (ich vermute mal, dass die wenigsten denken "okay, es ist irrational aber ich fühle mich damit besser, also mache ich es trotzdem").
Die subjektive Sicht der Menschheit in Form allen menschlichen Wissens ist frei von persönlichen Wertungen und bezieht sich auch nicht auf aktuelle Ereignisse (bei denen der Mensch nur einen winzigen Teil erfassen kann, z.B. nimmt er nur Person A aber nicht die daneben stehenden Personen B+C richtig wahr, weswegen die Wahrnehmung kein korrektes Abbild der Realität sein kann) und könnte daher vermutlich widerspruchsfrei sein. Faszinierend, dass der widersprüchliche (fehlerhafte) Mensch möglicherweise etwas widerspruchsfreies (fehlerfreies) erzeugen kann ... oder muss man dies eher als Hinweis verstehen, dass die subjektive Sicht der Menschheit ebenfalls immer fehlerbehaftet sein muss?.
Weil persönliche Widerspruchsfreiheit unerreichbar ist, ist es auch die Frage, in wie weit sie erstrebenswert ist, bzw. wann sie es ist und wann nicht. Somit ist auch der Vorschlag in Posting #16 bezüglich einer konsequenten Verwirklichung buddhistischer Ideale zu überdenken.
Möglicherweise definiert sich richtig und falsch innerhalb der Sichtweisen eines Menschen ganz dynamisch an den zu erwartenden Folgen einer Handlung: was gefällt und maximal akzeptable negative Folgen hat ist gut. Moral und Gesetze sind dann aus individueller Sicht nicht (notwendigerweise) auf einer höheren Ebene richtig (oder gottgegeben), sondern nur zu berücksichtigende Faktoren (z.B. "Bienen Honig stehlen tut weh" ist prinzipiell das Gleiche wie "Gesetze brechen hat unangenehme Folgen" - beides hat trotz anfänglicher Vorteile überwiegende Nachteile, ist aber nicht auf einer höheren Ebene richtig oder falsch). Moralgesetze befolgt man also letztendlich nur, weil man von deren ganz konkreten Vorteilen überzeugt ist, bzw. diese ganz real erfährt. Die Gesellschaft erläßt Gesetze, weil sie allen nutzen und nicht, weil sie irgendwie richtig wären. Gesetze machen der Mehrheit Spass, weil dadurch unlustige Morde und Raubüberfälle vermieden werden.
Irgendwie eine ziemlich überraschende Wendung zum Banalen.

Fazit: es gibt weder aus objektiver noch aus subjektiver Sicht universelle Prinzipien wie gut/böse und richtig/falsch.
Objektiv: was ist das ist, so wie es ist.
Subjektiv: was Spass macht, wird gemacht.
#17
#16
Religion und Glauben sind schon okay, aber man kann vermutlich nicht alles wörtlich nehmen, sondern muss es als Gesamtbild sehen. Wer sich für die Philosophie von Religionen nicht interessiert oder
deren Sinn und ganz praktischen Nutzen nicht erkennen kann, für den wird die Grundaussage "gutes (tun) ist gut (für dich)" plakativer und reizvoller als "Gute kommen in den Himmel oder das Paradies"
und "Wer gutes tut verbessert sein Karma (das nächste Leben wird angenehmer)" dargestellt. Letztendlich tun dann sowohl der Mönch (aus innerer Einsicht) als auch der Bauer (triebgesteuerter) gutes,
wobei der Bauer in gewisser Weise noch nicht einmal verarscht wird, weil gute Taten sich im Allgemeinen ja durchaus lohnen und schlechte Taten bestraft werden. Der Unterschied ist nur, dass der Mönch
auch ohne Wiedergeburt oder Himmel gutes tun würde, der Gemeine (Normalo) aber sein Leben vielleicht anders ausrichten würde.
Zum Thema "Absolutheitsanspruch" der Religionen:
a) Wer Recht haben will, muss die Wahrheit sagen, sonst macht er sich lächerlich.
b) Wer Anspruch auf Absolutheit erhebt, muss das Richtige denken/wollen/sagen/tun/verlangen.
Wer die Wahrheit sagt und das Richtige tut, verwirklicht nur das (ein?) universelles Prinzip. Selbst wenn es mal falsch wäre die Wahrheit zu sagen, kann nur mit der Nicht-Wahrheit das höhere Prinzip befolgt werden, sonst wäre es nämlich nicht falsch die Wahrheit zu sagen.
c) Nicht der wahrhaftig handelnde Mensch übt (egoistische) Macht aus, sondern die Wahrheit (das Gute oder wenn man so will Gott) wirkt durch den Menschen. Das Umgekehrte, nämlich dass das Falsche (das Böse oder wenn man so will Satan) durch den Menschen wirkt gilt nicht, weil zwar die universelle Wahrheit, nicht aber eine Instanz des Falschen existiert.
Das ist nur scheinbar widersprüchlich und ergibt Sinn, weil einerseits das Ego handeln kann (schlecht) und andererseits beim egolosen Mensch die Wahrheit wirkt (gut).
d) Um der Wahrheit möglichst optimal dienen zu können, darf man ihr noch nicht einmal dienen wollen, weil jeder egoistische Gedanke (Wunsch) die Umsetzung der Wahrheit (bzw. das Wirken der Wahrheit durch einem hindurch) behindern würde. Ein egoistischer Wunsch muss definitionsgemäß die Wahrnehmung und Umsetzung der Wahrheit zwangsläufig behindern, denn wenn er die Wahrheit fördern würde, ist er definitionsgemäß nicht mehr egoistisch, auch wenn ein nicht egoistischer Wunsch durchaus dem Ego nützen kann (wäre ja schlimm, wenn die Wahrheit einem nur schaden würde).
Angenommen d) wäre wirklich ein Ideal, würde man dann zwar gute aber irgendwie auch total gleiche und langweilige Menschen erhalten?
Nein, denn es gäbe ja immer noch Zuneigung und Abneigung (nur nicht mehr so extrem unterschiedlich), Menschen hätten nach wie vor unterschiedliche Fähigkeiten und Berufe (Soldat, Künstler, Sportler, Gelehrter, ...) und ein unterschiedliches Aussehen, Alter, Vorlieben, Kenntnisse und last but not least immer unterschiedliche Gene und nie die gleichen Erfahrungen. Das Verhalten wäre dann im Vergleich zu heute zwar ähnlicher, aber dann achtet man auch automatisch mehr auf die Feinheiten.
Insbesondere liebt man aber einen Menschen nicht wegen sondern bestenfalls trotz seiner schlechten Eigenschaften - praktisch gesehen würde man dann also nur viel mehr Menschen sympathisch finden.
Viel interessanter ist, dass ein ganzes Bündel aus buddhistischer Sicht negativer Eigenschaften (Workaholic, Konsmrausch, übertriebener Ehrgeiz, Stolz als Antrieb mehr als der Nachbar zu haben, ...) durchaus dem Fortschritt dienlich zu sein scheint. Was eigentlich nicht sein kann, denn negative Eigenschaften sollten immer positive Energie binden, bzw. positives verhindern. Vielleicht würden heute einige wenige Einzelne wirklich mehr leisten, aber insgesamt sollte auch der Fortschritt von einem besseren Menschen (kaum egoistisch, ausgeglichen, möglichst fehlerfreie Wahrnehmung) profitieren. Man muss die meisten nur dazu bringen ein paar Stunden pro Tag zu arbeiten, was nun wirklich nicht so schwer sein sollte.
Der "perfekte" Mensch sollte alleine schon deswegen effizienter sein, weil er "wahre" (eher für die Gesellschaft nützlichere und nicht vorwiegend egoistische) Ziele verfolgt und praktisch kein Interesse an der Vertuschung von (eigenen) Fehlern hat. Die Forderung nach Effizienz sollte automatisch auch gerechtfertigte persönliche Interessen berücksichtigen, weil eine Optimierung an dauerhaft unnötig schlechte Lebensbedingungen nicht langfristig vorteilhaft sein kann. Radikale Friedfertigkeit à la Gandhi muss weder sein noch wäre dies erwünscht, es muss nur unnötiges Leiden vermieden werden, was zu keinen nennenswerten Einschränkungen führen sollte (im Gegenteil).
Zwar würde dergleichen irgendwann auch die Gene beeinflussen, überwiegend wäre es aber ein erlerntes und antrainiertes Verhalten, so dass es zeitgleich immer genügend Menschen mit einem anderen Verhalten geben kann. Menschen mit den beiden unterschiedlichen Prinzipen (Egoismus <=> Buddhismus) sollten auch problemlos zusammenleben und arbeiten können.
Wäre schon mal interessant, wie sich eine größere zusammenlebende Menschengruppe (am besten ein kleines Land), die die buddhistischen Ideale (siehe auch d) möglichst vollständig umsetzt, so machen würde und wie weit die Mehrheit sich dem Ideal überhaupt annähern kann. Wichtig wäre, dass das Verhalten echt und nicht nur geheuchelt ist. Alternativ könnte man sich auch ein anderes, ggf. besseres Ideal aussuchen, die Grundidee ist eigentlich eine optimale (aber für Menschen dauerhaft geeignete) Geisteshaltung anzustreben, bzw. zu testen, was passiert, wenn man das macht.
Welche Nachteile könnte es geben?
Zum Thema "Absolutheitsanspruch" der Religionen:
a) Wer Recht haben will, muss die Wahrheit sagen, sonst macht er sich lächerlich.
b) Wer Anspruch auf Absolutheit erhebt, muss das Richtige denken/wollen/sagen/tun/verlangen.
Wer die Wahrheit sagt und das Richtige tut, verwirklicht nur das (ein?) universelles Prinzip. Selbst wenn es mal falsch wäre die Wahrheit zu sagen, kann nur mit der Nicht-Wahrheit das höhere Prinzip befolgt werden, sonst wäre es nämlich nicht falsch die Wahrheit zu sagen.
c) Nicht der wahrhaftig handelnde Mensch übt (egoistische) Macht aus, sondern die Wahrheit (das Gute oder wenn man so will Gott) wirkt durch den Menschen. Das Umgekehrte, nämlich dass das Falsche (das Böse oder wenn man so will Satan) durch den Menschen wirkt gilt nicht, weil zwar die universelle Wahrheit, nicht aber eine Instanz des Falschen existiert.
Das ist nur scheinbar widersprüchlich und ergibt Sinn, weil einerseits das Ego handeln kann (schlecht) und andererseits beim egolosen Mensch die Wahrheit wirkt (gut).
d) Um der Wahrheit möglichst optimal dienen zu können, darf man ihr noch nicht einmal dienen wollen, weil jeder egoistische Gedanke (Wunsch) die Umsetzung der Wahrheit (bzw. das Wirken der Wahrheit durch einem hindurch) behindern würde. Ein egoistischer Wunsch muss definitionsgemäß die Wahrnehmung und Umsetzung der Wahrheit zwangsläufig behindern, denn wenn er die Wahrheit fördern würde, ist er definitionsgemäß nicht mehr egoistisch, auch wenn ein nicht egoistischer Wunsch durchaus dem Ego nützen kann (wäre ja schlimm, wenn die Wahrheit einem nur schaden würde).
Angenommen d) wäre wirklich ein Ideal, würde man dann zwar gute aber irgendwie auch total gleiche und langweilige Menschen erhalten?
Nein, denn es gäbe ja immer noch Zuneigung und Abneigung (nur nicht mehr so extrem unterschiedlich), Menschen hätten nach wie vor unterschiedliche Fähigkeiten und Berufe (Soldat, Künstler, Sportler, Gelehrter, ...) und ein unterschiedliches Aussehen, Alter, Vorlieben, Kenntnisse und last but not least immer unterschiedliche Gene und nie die gleichen Erfahrungen. Das Verhalten wäre dann im Vergleich zu heute zwar ähnlicher, aber dann achtet man auch automatisch mehr auf die Feinheiten.
Insbesondere liebt man aber einen Menschen nicht wegen sondern bestenfalls trotz seiner schlechten Eigenschaften - praktisch gesehen würde man dann also nur viel mehr Menschen sympathisch finden.
Viel interessanter ist, dass ein ganzes Bündel aus buddhistischer Sicht negativer Eigenschaften (Workaholic, Konsmrausch, übertriebener Ehrgeiz, Stolz als Antrieb mehr als der Nachbar zu haben, ...) durchaus dem Fortschritt dienlich zu sein scheint. Was eigentlich nicht sein kann, denn negative Eigenschaften sollten immer positive Energie binden, bzw. positives verhindern. Vielleicht würden heute einige wenige Einzelne wirklich mehr leisten, aber insgesamt sollte auch der Fortschritt von einem besseren Menschen (kaum egoistisch, ausgeglichen, möglichst fehlerfreie Wahrnehmung) profitieren. Man muss die meisten nur dazu bringen ein paar Stunden pro Tag zu arbeiten, was nun wirklich nicht so schwer sein sollte.
Der "perfekte" Mensch sollte alleine schon deswegen effizienter sein, weil er "wahre" (eher für die Gesellschaft nützlichere und nicht vorwiegend egoistische) Ziele verfolgt und praktisch kein Interesse an der Vertuschung von (eigenen) Fehlern hat. Die Forderung nach Effizienz sollte automatisch auch gerechtfertigte persönliche Interessen berücksichtigen, weil eine Optimierung an dauerhaft unnötig schlechte Lebensbedingungen nicht langfristig vorteilhaft sein kann. Radikale Friedfertigkeit à la Gandhi muss weder sein noch wäre dies erwünscht, es muss nur unnötiges Leiden vermieden werden, was zu keinen nennenswerten Einschränkungen führen sollte (im Gegenteil).
Zwar würde dergleichen irgendwann auch die Gene beeinflussen, überwiegend wäre es aber ein erlerntes und antrainiertes Verhalten, so dass es zeitgleich immer genügend Menschen mit einem anderen Verhalten geben kann. Menschen mit den beiden unterschiedlichen Prinzipen (Egoismus <=> Buddhismus) sollten auch problemlos zusammenleben und arbeiten können.
Wäre schon mal interessant, wie sich eine größere zusammenlebende Menschengruppe (am besten ein kleines Land), die die buddhistischen Ideale (siehe auch d) möglichst vollständig umsetzt, so machen würde und wie weit die Mehrheit sich dem Ideal überhaupt annähern kann. Wichtig wäre, dass das Verhalten echt und nicht nur geheuchelt ist. Alternativ könnte man sich auch ein anderes, ggf. besseres Ideal aussuchen, die Grundidee ist eigentlich eine optimale (aber für Menschen dauerhaft geeignete) Geisteshaltung anzustreben, bzw. zu testen, was passiert, wenn man das macht.
Welche Nachteile könnte es geben?
#15
Gravity,
die Buddhisten haben schon einiges auf die Beine gestellt, um das mal so salopp zu formulieren.
Da können sich einige sogenannte Weltreligionen eine Scheibe von abschneiden.
Dass da so manches nicht passt, unterliegt diversen Gründen, auf die ich hier nicht weiter eingehen möchte, das muss jeder mit sich selbst ausmachen.
Wo auch immer Menschen versuchen, einen Absolutheitsanspruch herzustellen, da hakt und kneift es.
Und daran wird sich so bald auch nichts ändern.
die Buddhisten haben schon einiges auf die Beine gestellt, um das mal so salopp zu formulieren.
Da können sich einige sogenannte Weltreligionen eine Scheibe von abschneiden.
Dass da so manches nicht passt, unterliegt diversen Gründen, auf die ich hier nicht weiter eingehen möchte, das muss jeder mit sich selbst ausmachen.
Wo auch immer Menschen versuchen, einen Absolutheitsanspruch herzustellen, da hakt und kneift es.
Und daran wird sich so bald auch nichts ändern.
#14
Zur Zeit lese ich "Der Geist und seine Funktionen" http://www.amazon.de/Geist-Funktionen-Erkl%C3%A4rungen-tibet…
Das Buch hat ein paar geniale Stellen (z.B. die ersten und letzten beiden Kapitel aber ich habe noch nicht alles gelesen). Gut finde ich, dass das Buch auf der Sautrantika-Schule aufbaut, weil die Sautrantika davon ausgehen, dass die äußeren Phänomene wahrhaft existieren. Ziemlich bescheuert finde ich aktuell das 3. Kapitel.
Okay, "Klang ist vergänglich" ist offensichtlich eine eher wahre Aussage. Ich halte die Aussage für wahr, weil
a) sie zu meiner Vorstellung von Klang passt, d.h. keine offensichtliche Widersprüche erkennbar sind.
b) mir kein gutes Beispiel für "Klang ist unvergänglich/ewig" einfällt.
So einfach ist das. Dazu braucht man keine "drei Kriterien der perfekten Begründung".
Insbesondere "alles Erzeugte ist immer vergänglich" ist für mich nicht gerade offensichtlich wahr, weil dann alles vergänglich wäre (was die Buddhisten vielleicht glauben) aber was ist mit
- Nirvana (nicht real existent, wer weiß, ob es das gibt, aber wenn, dann ist es definitionsgemäß wohl unvergänglich)
- Erleuchtung an sich (nicht real existent aber immer manifestierbar)
- wahren Thesen (nicht real existent aber einige sind ewig wahr)
- Naturgesetzen (in gewisser Weise real existent und möglicherweise unvergänglich auch wenn sich Materie und Energie ewig wandeln müssen)
- Elemente des Raumes (die unvergänglich sein könnten, sobald sie, wie auch immer, existent geworden sind. Sie können ja durchaus zerstörbar sein, aber wenn sie niemand zerstört und sie sich selbst nicht abnutzen, sind sie unvergänglich).
???
Wie kommen die Knilche eigentlich darauf, dass Wiedergeburt existiert? Selbst ohne modernes Wissen finde ich diese Schlussfolgerung ganz schön gewagt und alles andere als offensichtlich.
Aber wie gesagt, das Buch hat imho ganz bestimmt auch lesenswerte Stellen.
Das Buch hat ein paar geniale Stellen (z.B. die ersten und letzten beiden Kapitel aber ich habe noch nicht alles gelesen). Gut finde ich, dass das Buch auf der Sautrantika-Schule aufbaut, weil die Sautrantika davon ausgehen, dass die äußeren Phänomene wahrhaft existieren. Ziemlich bescheuert finde ich aktuell das 3. Kapitel.
Okay, "Klang ist vergänglich" ist offensichtlich eine eher wahre Aussage. Ich halte die Aussage für wahr, weil
a) sie zu meiner Vorstellung von Klang passt, d.h. keine offensichtliche Widersprüche erkennbar sind.
b) mir kein gutes Beispiel für "Klang ist unvergänglich/ewig" einfällt.
So einfach ist das. Dazu braucht man keine "drei Kriterien der perfekten Begründung".
Insbesondere "alles Erzeugte ist immer vergänglich" ist für mich nicht gerade offensichtlich wahr, weil dann alles vergänglich wäre (was die Buddhisten vielleicht glauben) aber was ist mit
- Nirvana (nicht real existent, wer weiß, ob es das gibt, aber wenn, dann ist es definitionsgemäß wohl unvergänglich)
- Erleuchtung an sich (nicht real existent aber immer manifestierbar)
- wahren Thesen (nicht real existent aber einige sind ewig wahr)
- Naturgesetzen (in gewisser Weise real existent und möglicherweise unvergänglich auch wenn sich Materie und Energie ewig wandeln müssen)
- Elemente des Raumes (die unvergänglich sein könnten, sobald sie, wie auch immer, existent geworden sind. Sie können ja durchaus zerstörbar sein, aber wenn sie niemand zerstört und sie sich selbst nicht abnutzen, sind sie unvergänglich).
???
Wie kommen die Knilche eigentlich darauf, dass Wiedergeburt existiert? Selbst ohne modernes Wissen finde ich diese Schlussfolgerung ganz schön gewagt und alles andere als offensichtlich.
Aber wie gesagt, das Buch hat imho ganz bestimmt auch lesenswerte Stellen.
#13
Na mmmmmmmmmhh!
Ich dachte schon es hätte was mit subsidiarer assumptiver Geodätik zu tun.
Ich dachte schon es hätte was mit subsidiarer assumptiver Geodätik zu tun.
#12
im Seminar für paradoxe Vogelkunde
#11
Hey, an welcher Ecke kauft Ihr diesen Stoff?
#10
Entscheidend ist, dass "wahr" nicht gleichbedeutend mit "existiert jetzt" sein muss auch wenn das häufig der Fall ist (z.B. mathematische Aussagen können wahr sein aber nicht real
existieren; eine wahre Zukunftsvorhersage existiert noch nicht). Gerade Zukunftsvorstellungen (Fiktionen) in Form von Plänen und Zielen muss man für wahr halten, damit eine Umsetzung überhaupt Sinn
macht.
Damit kann ich ein Arrangement finden. Wobei natürlich mindestens immer zwei Thesen zu berückischtigen sind:
1) Die Zukunft wird neues Wissen/neue Kenntnisse offenbaren, welche heute nocht nicht verfügbar sind
2)Unsere Möglichkeiten, und damit unsere Fähigkeit, etwas "exakt" zu bewerten, sind begrenzt. Der Mensch ist zwar ein sogenanntes hochentwickeltes Wesen, dennoch ist davon auszugehen, dass wir nur über einen Bruchteil des absoluten Wissens verfügen, und somit nicht absolut definieren können, was wahr oder falsch ist, ja nicht mal, ob wir real existieren (um das auf die Spitze zu treiben). Denn Fiktion kann Realität sein, und vice versa.
Damit kann ich ein Arrangement finden. Wobei natürlich mindestens immer zwei Thesen zu berückischtigen sind:
1) Die Zukunft wird neues Wissen/neue Kenntnisse offenbaren, welche heute nocht nicht verfügbar sind
2)Unsere Möglichkeiten, und damit unsere Fähigkeit, etwas "exakt" zu bewerten, sind begrenzt. Der Mensch ist zwar ein sogenanntes hochentwickeltes Wesen, dennoch ist davon auszugehen, dass wir nur über einen Bruchteil des absoluten Wissens verfügen, und somit nicht absolut definieren können, was wahr oder falsch ist, ja nicht mal, ob wir real existieren (um das auf die Spitze zu treiben). Denn Fiktion kann Realität sein, und vice versa.
#9
#7
> Seit wann ist subjektives Wissen widerspruchsfrei?
An was hast du dabei gedacht? Hast du einen Beweis, dass subjektives Wissen widersprüchlich sein muss?
These 1: Die absolute Wahrheit ist widerspruchsfrei aber kann niemals exakt erfasst werden, weil man selbst Teil dieser Wahrheit ist und sich zur Erfassung der Wirlichkeit selbst mit der ganzen Wirklichkeit darstellen müsste, was aufgrund der rekursiv exponentiell ins Unendliche steigenden Komplexität völlig unmöglich ist.
These 2: Subjektives Wissen ist zwangsläufig unvollständig, aber gerade die Unschärfe ermöglicht widerspruchsfreie Aussagen, wie z.B. "dort steht ein Tisch aus Holz". "Tisch", "Holz" und "stehen" sind so ungenau, wie es angesichts von zig-Milliarden dynamischen Atomen aus denen der Tisch besteht ungenauer kaum noch sein kann aber innerhalb der subjektiven persönlichen Welt ist daran nichts widersprüchliches.
These 3: Mathematik (und vielleicht auch Physik) sind Systeme, die in sich widerspruchsfrei sind (sein sollen und wohl sein könnten, solange sie keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben) und (wahrscheinlich) zugleich ein ziemlich gutes (kompakt und korrekt) subjektives Abbild eines Teiles der absoluten Wirklichkeit sind. Interessanterweise beschreibt die Mathematik nicht direkt real existierendes, sondern ist ein Hilfsmittel, um die Wirklichkeit in einem subjektiven Weltbild möglichst effizient erfassen (beschreiben) zu können (z.B. Computersimulation). Das System Mathematik (zumindest Teile davon) verhält sich ähnlich der Wirklichkeit und nur deswegen ist Mathematik so nützlich.
These 4: Mathe ist so gesehen prinzipiell wie Denken. Denken funktioniert nach dem Schema (A1, A2, ...) ergibt (B1, B2, ...), wobei Ax und By sowohl Repräsentationen von real existierenden Objekten als auch Transformationsvorschriften sein können. Über den Körper wird die Wirklichkeit in die innere Repräsentation Ax transformiert, dann (vom Körper, hauptsächlich dem Gehirn) zu By verarbeitet, das dann die Wirklichkeit beeinflusst. Prinzip Informationsverarbeitung eben aber schon erstaunlich, welch einfaches Schema eine Megacity erzeugen kann.
These 5: Ein Mensch ist als Teil der absoluten Wirklichkeit fehler- und widerspruchsfrei. Eine von ihm gedachte falsche (aber als wahr angenommene) Aussage betrifft nur seine Vorstellung von der Wirklichkeit (das Bewusstsein + Wissen), die falsche Aussage ist aber ein Teil der stets korrekten Wirklichkeit oder anders gesagt: niemand erwartet, dass ein subjektive Weltbild vollständig sein kann oder absolut widerspruchsfrei ist - jedoch kann es innerhalb seiner selbst durchaus widerspruchsfrei sein (der Trick ist, wie gesagt, absolute und allzu konkrete Aussagen zu vermeiden). Wirklichkeit > Mensch > physische Repräsentation des subjektiven Weltbildes > subjektives Weltbild > Wissen und Bewusstsein > Bewusstsein.
#8
> auch Fiktionen können sich widerspruchsfrei darstellen und deshalb noch lange nicht existieren
Wenn man sich bemüht, Widersprüche möglichst früh zu erkennen, dann ist das Widerspruchsfreie eher wahr als falsch. Zugegebenermaßen ist subjektive Widerspruchsfreiheit keine Garantie für tatsächliche Wahrheit oder Existenz, aber in der subjektiven Welt gibt es kein anderes Kriterium als die Widerspruchsfreiheit.
Eine unwahre aber widerspruchsfreie Fiktion zu finden dürfte ganz schön schwierig sein:
a) Wenn Ort und Zeit der Fiktion sowie diese selbst hinreichend unbestimmt beschrieben sind und nichts unmögliches verlangt wird, dann ist es naheliegend anzunehmen, dass die Fiktion irgendwann irgendwo existieren könnte.
b) Wenn Ort, Zeit und Fiktion zu exakt definiert sind, dann ist es einfach Widersprüche zu finden. Zumindest ist die exakte Inkarnation der Fiktion dann sehr unwahrscheinlich, was ja nichts anders heißt, als dass sie Widersprüche enthielt.
Das Problem ist allerdings, dass es unmöglich ist auch nicht offensichtliche Widersprüche einer Fiktion zu erkennen, denn dann könnte man auch die Zukunft (zumindest theoretisch) exakt vorhersagen - oder umgekehrt: weil eine exakte Vorhersage der Zukunft unmöglich ist, kann nicht jede Fiktion bezüglich Widerspruchsfreiheit korrekt beurteilbar sein.
Entscheidend ist, dass "wahr" nicht gleichbedeutend mit "existiert jetzt" sein muss auch wenn das häufig der Fall ist (z.B. mathematische Aussagen können wahr sein aber nicht real existieren; eine wahre Zukunftsvorhersage existiert noch nicht). Gerade Zukunftsvorstellungen (Fiktionen) in Form von Plänen und Zielen muss man für wahr halten, damit eine Umsetzung überhaupt Sinn macht.
> Seit wann ist subjektives Wissen widerspruchsfrei?
An was hast du dabei gedacht? Hast du einen Beweis, dass subjektives Wissen widersprüchlich sein muss?
These 1: Die absolute Wahrheit ist widerspruchsfrei aber kann niemals exakt erfasst werden, weil man selbst Teil dieser Wahrheit ist und sich zur Erfassung der Wirlichkeit selbst mit der ganzen Wirklichkeit darstellen müsste, was aufgrund der rekursiv exponentiell ins Unendliche steigenden Komplexität völlig unmöglich ist.
These 2: Subjektives Wissen ist zwangsläufig unvollständig, aber gerade die Unschärfe ermöglicht widerspruchsfreie Aussagen, wie z.B. "dort steht ein Tisch aus Holz". "Tisch", "Holz" und "stehen" sind so ungenau, wie es angesichts von zig-Milliarden dynamischen Atomen aus denen der Tisch besteht ungenauer kaum noch sein kann aber innerhalb der subjektiven persönlichen Welt ist daran nichts widersprüchliches.
These 3: Mathematik (und vielleicht auch Physik) sind Systeme, die in sich widerspruchsfrei sind (sein sollen und wohl sein könnten, solange sie keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben) und (wahrscheinlich) zugleich ein ziemlich gutes (kompakt und korrekt) subjektives Abbild eines Teiles der absoluten Wirklichkeit sind. Interessanterweise beschreibt die Mathematik nicht direkt real existierendes, sondern ist ein Hilfsmittel, um die Wirklichkeit in einem subjektiven Weltbild möglichst effizient erfassen (beschreiben) zu können (z.B. Computersimulation). Das System Mathematik (zumindest Teile davon) verhält sich ähnlich der Wirklichkeit und nur deswegen ist Mathematik so nützlich.
These 4: Mathe ist so gesehen prinzipiell wie Denken. Denken funktioniert nach dem Schema (A1, A2, ...) ergibt (B1, B2, ...), wobei Ax und By sowohl Repräsentationen von real existierenden Objekten als auch Transformationsvorschriften sein können. Über den Körper wird die Wirklichkeit in die innere Repräsentation Ax transformiert, dann (vom Körper, hauptsächlich dem Gehirn) zu By verarbeitet, das dann die Wirklichkeit beeinflusst. Prinzip Informationsverarbeitung eben aber schon erstaunlich, welch einfaches Schema eine Megacity erzeugen kann.
These 5: Ein Mensch ist als Teil der absoluten Wirklichkeit fehler- und widerspruchsfrei. Eine von ihm gedachte falsche (aber als wahr angenommene) Aussage betrifft nur seine Vorstellung von der Wirklichkeit (das Bewusstsein + Wissen), die falsche Aussage ist aber ein Teil der stets korrekten Wirklichkeit oder anders gesagt: niemand erwartet, dass ein subjektive Weltbild vollständig sein kann oder absolut widerspruchsfrei ist - jedoch kann es innerhalb seiner selbst durchaus widerspruchsfrei sein (der Trick ist, wie gesagt, absolute und allzu konkrete Aussagen zu vermeiden). Wirklichkeit > Mensch > physische Repräsentation des subjektiven Weltbildes > subjektives Weltbild > Wissen und Bewusstsein > Bewusstsein.
#8
> auch Fiktionen können sich widerspruchsfrei darstellen und deshalb noch lange nicht existieren
Wenn man sich bemüht, Widersprüche möglichst früh zu erkennen, dann ist das Widerspruchsfreie eher wahr als falsch. Zugegebenermaßen ist subjektive Widerspruchsfreiheit keine Garantie für tatsächliche Wahrheit oder Existenz, aber in der subjektiven Welt gibt es kein anderes Kriterium als die Widerspruchsfreiheit.
Eine unwahre aber widerspruchsfreie Fiktion zu finden dürfte ganz schön schwierig sein:
a) Wenn Ort und Zeit der Fiktion sowie diese selbst hinreichend unbestimmt beschrieben sind und nichts unmögliches verlangt wird, dann ist es naheliegend anzunehmen, dass die Fiktion irgendwann irgendwo existieren könnte.
b) Wenn Ort, Zeit und Fiktion zu exakt definiert sind, dann ist es einfach Widersprüche zu finden. Zumindest ist die exakte Inkarnation der Fiktion dann sehr unwahrscheinlich, was ja nichts anders heißt, als dass sie Widersprüche enthielt.
Das Problem ist allerdings, dass es unmöglich ist auch nicht offensichtliche Widersprüche einer Fiktion zu erkennen, denn dann könnte man auch die Zukunft (zumindest theoretisch) exakt vorhersagen - oder umgekehrt: weil eine exakte Vorhersage der Zukunft unmöglich ist, kann nicht jede Fiktion bezüglich Widerspruchsfreiheit korrekt beurteilbar sein.
Entscheidend ist, dass "wahr" nicht gleichbedeutend mit "existiert jetzt" sein muss auch wenn das häufig der Fall ist (z.B. mathematische Aussagen können wahr sein aber nicht real existieren; eine wahre Zukunftsvorhersage existiert noch nicht). Gerade Zukunftsvorstellungen (Fiktionen) in Form von Plänen und Zielen muss man für wahr halten, damit eine Umsetzung überhaupt Sinn macht.
#8
b) Was widerspruchsfrei ist existiert: es gibt eine absolute Wirklichkeit.
auch Fiktionen können sich widerspruchsfrei darstellen und deshalb noch lange nicht existieren
auch Fiktionen können sich widerspruchsfrei darstellen und deshalb noch lange nicht existieren
#7
sondern bestenfalls widerspruchsfreies subjektives Wissen
bezieht sich das jetzt auf den kleinen Rettungsanker "bestenfalls"?
Seit wann ist subjektives Wissen widerspruchsfrei?
bezieht sich das jetzt auf den kleinen Rettungsanker "bestenfalls"?
Seit wann ist subjektives Wissen widerspruchsfrei?
#6
das glaubst du nur
in wirklichkeit stehst du im nirgendwo
dein geist erschafft sich den supermarkt
weil er nich gern im nichts rumhängt
in wirklichkeit stehst du im nirgendwo
dein geist erschafft sich den supermarkt
weil er nich gern im nichts rumhängt
#5
Hast du sonst keine anderen Probleme 
oder redet nur keiner mit Dir

oder redet nur keiner mit Dir
#4
und das ist die absolute Wirklichkeit
#3
Stimmt net,
ich steh im Supermarkt immer an der Kasse,an der es am längsten dauert!
ich steh im Supermarkt immer an der Kasse,an der es am längsten dauert!
#2
es gibt KEINE greifbareobjektive realität
und die beschreibung
also das gedankliche abbild
ist IMMER bi-polar
ergo
vergiss den scheiss
zen
und die beschreibung
also das gedankliche abbild
ist IMMER bi-polar
ergo
vergiss den scheiss
zen
#1
Was ist eigentlich eine objektive Sichtweise, wenn es zwar eine objektive Wirklichkeit aber zwangsläufig nur subjektive Sichtweisen gibt? "Subjektiv" heißt nicht automatisch "immer richtig", denn
neben dem absoluten (und individuell nur annäherbarem und nie vollständig überprüfbarem) Ideal, dass die Sichtweise eine möglichst exakte Abbildung der Wirklichkeit ist, kann es noch die Forderung
nach Widerspruchsfreiheit (innerhalb der subjektiven Sichtweise) geben.
Die objektive Realität ist quasi definitionsgemäß widerspruchsfrei. Innerhalb der individuellen Realität (subjektive Sichtweise) kann man Widersprüche erkennen und auflösen, indem man widersprüchliche Annahmen solange modifiziert (und ggf. löscht), bis sie widerspruchsfrei zu allen anderen (auf Grund ihrer gewichteten Mehrheit als Maßstab dienenden) Annahmen sind.
Eine in sich widerspruchsfreie subjektive Realität ist zugleich die (aktuell mögliche) optimale Abbildung der absoluten Wirklichkeit. Diese Abbildung der Wirklichkeit kann dadurch optimiert werden, indem möglichst viele neue Informationen (Erfahrungen) integriert werden. Das, was für ein Individuum gilt, gilt auch für die von der Menschheit als Ganzes bekannten Realität, die ebenfalls der absoluten Wirklichkeit nur angenähert werden kann.
Es gibt also kein objektives Wissen (nur die objektive Realität als Prüfstein) sondern bestenfalls widerspruchsfreies subjektives Wissen. Letzteres ist im Fall der Menscheit das als wahr angenommene und überwiegend schriftlich/elektronisch gespeicherte Wissen, aber auch die jederzeit von Menschen beobachtbare Realität (z.B. die ganze Erdoberfläche, aber auch Bilder von Sternen, etc.).
Eine Unterscheidung zwischen frei erfundenen aber widerspruchsfreien Thesen und bereits als wahr verifizierten Thesen ist grundsätzlich sinnvoll, weil verifizierte Thesen verlässlichere Voraussagen erlauben. Interessant ist allerdings, dass die Widerspruchsfreiheit das Hauptkriterium ist, d.h. man muss beweisen, dass eine These falsch ist (um sie dann zu verwerfen) und nicht, dass sie wahr ist. Eine These ist also solange wahr, wie sie nicht falsch ist und nicht etwa solange falsch, wie sie nicht bewiesen ist. Praktisch spielt das keine so große Rolle (insbesondere wenn man sich bemüht, Widersprüche möglichst früh zu erkennen), ist aber wohl ein anderer als der bisher in der Wissenschaft praktizierte Denkansatz.
Z.B. kann man vielleicht niemals beweisen, dass es eine absolute Wirklichkeit gibt:
a) Nur was beweisbar ist existiert: es gibt keine absolute Wirklichkeit.
b) Was widerspruchsfrei ist existiert: es gibt eine absolute Wirklichkeit.
Die objektive Realität ist quasi definitionsgemäß widerspruchsfrei. Innerhalb der individuellen Realität (subjektive Sichtweise) kann man Widersprüche erkennen und auflösen, indem man widersprüchliche Annahmen solange modifiziert (und ggf. löscht), bis sie widerspruchsfrei zu allen anderen (auf Grund ihrer gewichteten Mehrheit als Maßstab dienenden) Annahmen sind.
Eine in sich widerspruchsfreie subjektive Realität ist zugleich die (aktuell mögliche) optimale Abbildung der absoluten Wirklichkeit. Diese Abbildung der Wirklichkeit kann dadurch optimiert werden, indem möglichst viele neue Informationen (Erfahrungen) integriert werden. Das, was für ein Individuum gilt, gilt auch für die von der Menschheit als Ganzes bekannten Realität, die ebenfalls der absoluten Wirklichkeit nur angenähert werden kann.
Es gibt also kein objektives Wissen (nur die objektive Realität als Prüfstein) sondern bestenfalls widerspruchsfreies subjektives Wissen. Letzteres ist im Fall der Menscheit das als wahr angenommene und überwiegend schriftlich/elektronisch gespeicherte Wissen, aber auch die jederzeit von Menschen beobachtbare Realität (z.B. die ganze Erdoberfläche, aber auch Bilder von Sternen, etc.).
Eine Unterscheidung zwischen frei erfundenen aber widerspruchsfreien Thesen und bereits als wahr verifizierten Thesen ist grundsätzlich sinnvoll, weil verifizierte Thesen verlässlichere Voraussagen erlauben. Interessant ist allerdings, dass die Widerspruchsfreiheit das Hauptkriterium ist, d.h. man muss beweisen, dass eine These falsch ist (um sie dann zu verwerfen) und nicht, dass sie wahr ist. Eine These ist also solange wahr, wie sie nicht falsch ist und nicht etwa solange falsch, wie sie nicht bewiesen ist. Praktisch spielt das keine so große Rolle (insbesondere wenn man sich bemüht, Widersprüche möglichst früh zu erkennen), ist aber wohl ein anderer als der bisher in der Wissenschaft praktizierte Denkansatz.
Z.B. kann man vielleicht niemals beweisen, dass es eine absolute Wirklichkeit gibt:
a) Nur was beweisbar ist existiert: es gibt keine absolute Wirklichkeit.
b) Was widerspruchsfrei ist existiert: es gibt eine absolute Wirklichkeit.
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