Wirecard - Top oder Flop (Seite 16466)

eröffnet am 01.05.08 15:13:34 von
neuester Beitrag 25.10.20 17:59:01 von


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23.09.20 16:14:35
Beitrag Nr. 164.651 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.161.753 von Trader221 am 22.09.20 23:53:23Nein kann ich nicht. Weil es nicht darum geht, was formal möglich ist, sondern um das was realistisch ist. Und dazu muss man sich ein wenig um die Hintergründe kümmern, die zu dem Zusammenbruch und dem Verlust der Anleger geführt haben.

Man nennt so etwas Fehleranalyse. Das gibt es überall im Leben und es ist außerordentlich sinnvoll, Fehleranalysen durchzuführen.

Nach meinem auschweifenden Vorwort, dass die Dinge wieder versucht in die richtige Reihenfolge zu bringen, will ich aber kurz auf deine Fragen eingehen:

1. Ja 2. Ja 3. vermutlich Nein 4. weiss ich nicht, ist mir auch egal

Bevor ich mit meinen ausschweifenden Antworten zu den einzelnen Punkten noch einmal gesondert Stellung nehme, möchte ich dich aber darauf hinweisen, dass der Titel dieses Teilforums "Wirecard - Top oder Flop" lautet. Rechtsfragen werden einige Türen weiter geklärt.
Dass meine Texte immer so lang werden, liegt vor allem an so Einlassungen wie von dir. Du arbeitest verkürzt und oberflächlich und deswegen muss man das Ganze immer wieder aufarbeiten, damit Anleger so Typen wie dir nicht auf den Leim gehen.

zu 1.) Frage: - hat die Bafin einen Fehler gemacht ?

Ja. Hat sie. Die Fehler sind haarsträubend. Man muss aber einschränkend dazu sagen, dass sie nur in ihrem politischen Gestaltungsrahmen tätig werden kann und der ist ziemlich eng.

Nichts desto weniger hätte es durchaus Möglichkeiten gegeben, WC zu durchleuchten wie sich rausstellt. Eine andere Frage, die aber für Anleger wichtiger ist, nämlich dann wenn es gilt Ansprüche anzumelden, ist der Gestaltungsrahmen, indem sich diese Behörde bewegt.

Was wäre gewesen, wenn die Bafin das Unternehmen durchleuchtet hätte und sie hätte die Unregemäßigkeiten entdeckt? Hätte sie das der Öffentlichkeit mitteilen dürfen? Hätte sie den Finanzminister unterrichten müssen und hätte der die Öffentlichkeit informieren müssen? Oder hätte zuerst die Gesellschaft verständigt werden müssen und danach erst der Schritt an die Öffentlichkeit erfolgen dürfen?

Immerhin geht es hier um Steuer, Bilanz- und Firmeninternas, die kann man nicht mal eben auf die Schnelle rausposaunen. Hätte dieser Prozess der Durchsicht überhaupt schon beendet sein können, so er denn nach dem Bericht der FT eingeleitet worden wäre?

Das alles sind Punkte, die man allein in diesem Zusammenhang mal diskutieren sollte, um Anleger im Fall WC weiterzubringen. Stattdessen hältst du es mit der Pauschalkritik die Null weiterführt. Du hinterfragst dich nicht. Du hinterfragst die Situation nicht. Da musst du dich nicht wundern, dass du mit WC auf die Nase geflogen bist. Das wird dir, wenn du dich nicht um Hintergründe und Seitenaspekte kümmerst, immer wieder passieren.

Gegenfrage: Was bringt dir das, wenn du annimmst, die Bafin hat einen Fehler gemacht?

zu 2.)Frage: - kann ich Ansprüche am Insolvenzverfahren anmelden ?

Ja. Kannst du. Du ignorierst damit aber die Frage, ob du auch was bekommst. WC ist wohl eine Hülle ohne grossartiges Geschäft. Also: Ist überhaupt noch Substanz da, aus der sich was verteilen ließe.

Gegenfrage: Was bringt dir das Wissen um die Möglichlkeit entsprechende Ansprüche anzumelden, wenn du davon ausgehen musst, dass du nichts bekommst?

Nachtrag: Ich bin mal gespannt, ob es für Aktionäre überhaupt was zu holen gibt. Ich bin der Meinung, dass dies nicht möglich ist, weil ein Anteilseigner eines Unternehmens, der Aktionär, und ein Gläubiger rechtlich unterschiedliche Positionen einnehmen. Der Aktionär garantiert dem Gläubiger durch seine Einlage die Bedienung seiner Forderung im Falle der Zahlungsunfähigkeit der Gesellschaft.

Ich weiss, dass vor allem Tilp auf dem Standpunkt steht, dass auch Aktionäre ein Schadensersatzanspruch hätten und darüber in die Position des Gläubigers gelangen (kurz gesagt). Ich halte die Position aber mindestens für fragwürdig. Und hier spielt auch die Kursentwicklung eine wichtige Rolle, auf die ich immer wieder eingehe. Und was du fortwährend ignorierst, weil nicht sein kann was nicht sein darf, weil, (vermute ich mal) du dann gar kein Geld wiedersiehst.
Ich betrachte das Ganze eher aus der Sicht eines Börsianers. Aus diesem Blickwinkel heraus haben Aktionäre diese Möglichkeit auf Schadensersatz verwirkt, weil sie auch nach dem KPMG Bericht die Aktie nicht verkauft haben. Damit ist aus der Investition in WC, aus Börsensicht, eine Spekulation geworden. Anleger hatten die Möglichkeit abzuwägen, welche Informationen sie höher gewichten. Die Information der KPMG, die gesagt hat dass sie WC nicht freisprechen können, weil ihnen Informationen fehlen, oder die Information von WC, die gesagt haben, die von WC selbst in Auftrag gegebene Überprüfung sei nicht korrekt, aber auf die Vorhalte der KPMG auch keine befriedigende Antwort gaben.

Gegenfrage: Was ist denn eigentlich mit den Investoren, die nach dem Bericht WC-Aktien gekauft haben?! Wie sind diese zu behandeln?

Ich bin tatsächlich gespannt, ob es Tilp schafft, die Aktionäre zu Gläubigern zu machen. Das wäre ziemlich cool und eine güldenfarbene Hängematte für alle Investoren. Da ließen sich tolle Modelle entwickeln, wie man Aktionäre richtig abzocken könnte. Dagegen ist die kriminelle Energie von WC ein Ponyhof.

Meine Argumentation mag dir zu den Augen rauskommen. Aber wieder einmal und einmal mehr zeigt sich, wie wichtig es scheinbar ist, auf diesen Themenkomplex immer wieder einzugehen.
Dir gefällt mein Standpunkt nicht, und zwar aus rein persönlichen Motiven. Aber das ist, ganz ehrlich, dein Problem. Ich werde hier immer wieder meinen Standpunkt vertreten und immer wieder darauf hinweisen, dass man das Thema WC sachlich betrachten muss und sich nicht von persönlichen Befindlichkeiten treiben lassen darf, auch und gerade, wenn man persönlich betroffen ist.

zu 3. Frage: - brauche ich einen Rechtsanwalt dafür ?

Da ist die Fragestellung schon unkonkret, weil du dich nicht mit der Thematik befasst, sondern du nur auf Oberflächlichkeiten aus bist.

Rechtlich gesehen: Wahrscheinlich nicht. Du musst halt nur deinen Anspruch beim Insovenzverwalter anmelden. Du musst aber darlegen, dass du einen tatsächlichen Anspruch hast.

Frage: Ist dieser Anspruch gegeben?

Meinen Standpunkt muss ich hier nicht nochmal darlegen, da reicht ein Verweis auf meine Einlassung zu 2.)

zu 4.) Frage: - wann läuft die Frist ab ?

Weiss ich nicht, interessiert mich auch nicht. Hoffentlich weisst du es.

Ich hatte nie WC-Aktien. Also hab ich weder einen Verlust noch einen Gewinn in diesem Papier generiert. Ich fand die ganze Geschichte eher fragwürdig, wusste nicht was ich von den Gerüchten halten sollte, also hab ich davon die Finger gelassen.

Aber ich interessiere mich für die ganze Geschichte, auch was jetzt noch alles rauskommt. Ausserdem sehe ich, dass auf Seiten der Anleger viel Emotion im Spiel ist. Das ist verständlich, hilft aber nicht weiter. Am Besten ist es, den ganzen Sachverhalt nüchtern zu betrachten.

Und dann gibt es noch so Typen wie du, die hier pausenlos Stimmung machen und auch noch versuchen, bei Anlegern falsche Hoffnungen zu wecken indem du sowas wie Fake-Informationen verbreitest. Die sind zwar nicht im klassischen Sinne falsch oder gelogen (hoffe ich mal), können bei Anlegern aber dennoch zu einer falschen Wahrnehmung der Lage führen. Etwa der, dass es bei WC noch was zu holen gibt. Oder dass es woanders was zu holen gibt.

Berichtige mich, wenn ich falsch liege, aber Anwälte wie Tilp bemühen sich doch nicht umsonst? Sollten von ihm vertretene Gläubiger etwas bekommen, wird sicherlich verrechnet. Damit sich das lohnt, muss die faktische Entschädigung über den von Tilp berechneten Gebühren liegen.

Weisst du eigentlich, wie hoch die sind? Ich weiss es nicht, denn ich hab den ganzen Ärger ja nicht.
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23.09.20 18:15:25
Beitrag Nr. 164.652 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.163.727 von lieberwiedernichtstattwiderlic am 23.09.20 08:44:18
Der Österreicher Marcalek hatte also enge Beziehungen zum österreichischen Geheimdienst (laut Deinem Link)
Heute kam folgende Meldung:

https://www.zdf.de/nachrichten/wirtschaft/klaus-dieter-frits…


Zeigt das die Verbindung Marcalek und Klaus Dieter Fritsche (Geheimdienstkoordinator a.D. im Kanzleramt bis März 2018) auf? Herr Fritsche lobbyierte ja merkwürdigerweise für Wirecard bei Frau Merkel vor ihrem Chinabesuch Ende 2019.
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23.09.20 21:11:32
Beitrag Nr. 164.653 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.171.857 von Highflighr am 23.09.20 18:15:25
Auch interessant ist...
Frau von Storch (AFD) hat als Cousin Stephan von Erffa (Ex Head of Accounting von WireCard) einen inhaftierten Wirecardmanager.


Ex-Geheimdienstmann: Das Rätsel um Klaus-Dieter Fritsche - ZDFheute https://www.zdf.de/nachrichten/wirtschaft/klaus-dieter-frits…
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23.09.20 22:04:45
Beitrag Nr. 164.654 ()
Die Politik reagiert und zieht Konsequenzen aus dem WIRECARD-Skandal
Die vielen Beiträge in diversen Foren in Bezug auf den Anlegerschutz führen zu neuen Regularien in Deutschland. Aus dem Gesetztentwurf des Bundesabend kommt folgender Vorschlag...

"Der Bundesabend erkennt die Verantwortung gegenüber allen Anlegern an und stellt folgenden Gesetztentwurf zur Abstimmung:

Um Anleger vor ähnlichen Verlusten wie im Falle Wirecard zu schützen, werden mit sofortiger Wirkung allen Anlegern die KEIN geprüftes und von einem WP zertifiziertes Zertifikat vorweisen können, welches umfangreiche Kenntnisse hinsichtlich Bilanzierungskunde, sowohl in Theorie als auch in praktischer Anwendung, Bilanzanalyse, Fundamentalanalyse, Unternehmensbewertungsrecht, Kapitalmarktrecht, Technischer Analyse, Volkswirtschaftlichem Grundwissen und Nachhaltigkeits- und Umweltrecht bescheinigt, der Erwerb, die Veräußerung sowie der Handel mit Aktien und aktienähnlichen Investitionsvehikeln UNTERSAGT.

Ebenso untersagt wird der Erwerb, die Veräußerungen und jegliche Form der Besitznahme von allen in Zusammenhang mit Aktien stehenden Derivaten. Dies schließt ebenso alle OTC-Konstruktionen mit ein.
Genauso ist der Erwerb, die Veräußerung oder der Handel mit Schuldverschreibungen untersagt, wenn diese Schuldverschreibungen mit Aktien unterlegt sind.

Als Wirtschaftsprüfer nach Abs. 1 werden alle amtlich zugelassenen und vereidigten WP anerkannt, sofern Sie seit mindestens 5 Jahren keine Geschäftsbeziehungen zu den großen WP-Gesellschaften (KPMG, EY, PWC, Deloitte) unterhalten oder unterhalten haben. Die genannten WP-Gesellschaften sind keine WP im Sinne des Abs. 1, da deren Testate nicht testierfähig sind.

Mit der Überwachung des Anlegerschutzes wird die BAFIN durch Rechtsverordnung, welches nicht die Zustimmung der Länder benötigt, beauftragt. Zur Durchführung der Überwachung sind in jedem Ort je 200 Einwohner 1 Überwachungsperson zu installieren, der sämtliche Geld- oder Kapitalmarktgeschäfte nach amtlich vorgeschriebenen Datensatz bin 2 Tage zu übermitteln sind.

Anleger, die diesen Absätzen zu wider handeln, werden mit 10 Jahre Zuchthaus bestraft. Eventuell vorhandenes Vermögen ist zu konfiszieren und dem Entschädigungsfonds für gut gebildete zertifizierte Investoren zuzuführen, um diese bei zukünftig unverhofft auftretenden Verluste schadlos zu halten."

🤣😆😜
(Für die Langsamdenker und Nichtmerker hier, der Text ist nachweislich in satirisch)
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24.09.20 07:19:41
Beitrag Nr. 164.655 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.174.965 von Dale77se am 23.09.20 22:04:45(Für die Langsamdenker und Nichtmerker hier, der Text ist nachweislich in satirisch)

Was für ein Glück!
Dachte schon ich müsste jetzt wieder ins Spielcasino gehen 🤣💰
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24.09.20 09:23:05
Beitrag Nr. 164.656 ()
Haftbeschwerde, Braun will raus. Er sei unschuldig.
Die da drinnen wollen alle raus. Die sind alle unschuldig.
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24.09.20 09:40:21
Beitrag Nr. 164.657 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.177.794 von Ninjago am 24.09.20 09:23:05
Zitat von Ninjago: Haftbeschwerde, Braun will raus. Er sei unschuldig.
Die da drinnen wollen alle raus. Die sind alle unschuldig.


😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂
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24.09.20 09:52:15
Beitrag Nr. 164.658 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.177.794 von Ninjago am 24.09.20 09:23:05
Zitat von Ninjago: Haftbeschwerde, Braun will raus. Er sei unschuldig.
Die da drinnen wollen alle raus. Die sind alle unschuldig.


🤣😂🤣👍
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24.09.20 11:14:01
Beitrag Nr. 164.659 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.177.794 von Ninjago am 24.09.20 09:23:05
Zitat von Ninjago: Haftbeschwerde, Braun will raus. Er sei unschuldig.
Die da drinnen wollen alle raus. Die sind alle unschuldig.


Pech gehabt: Er darf weiter in der staatlichen Pension "Halunkenruh" bleiben.
www.manager-magazin.de/unternehmen/wirecard-ag-markus-braun-bleibt-in-haft-neue-vorwuerfe-a-68447d48-7fcf-443e-945f-07223a98e4fe.

Falls er sich tatsächlich für unschuldig hält, wäre er übrigens selbst ein Betrugsopfer und sollte als geschädigter Anleger auf Schadensdersatz klagen. 😂😂😂
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24.09.20 11:27:25
Beitrag Nr. 164.660 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.179.405 von D65 am 24.09.20 11:14:01"Die Staatsanwaltschaft sieht in Braun einen Hauptverantwortlichen für "gewerbsmäßigen Bandenbetrug""

Die Olsenbande :laugh:
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