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Wirecard - Top oder Flop (Seite 3991)



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Christian Kirchner am 12.2.19
Ich möchte noch einmal auf den lesenswerten Artikel "Schwerkraft bei der Arbeit" hinweisen. (Quelle).

Christian Kirchner (der das Thema wirecard schon seit 2008 begleitet, siehe z.B. hier und hier und der 2010 einen lesenswerten Beitrag unter dem Titel "Tatort Börse" geschrieben hat - zusammen mit Renate Daum. (siehe hier)) vertritt darin die These, dass ein nicht unbedeutender Teil des Kursrückgangs eine "natürliche" Erklärung hat.
Zwischen all den Räuberpistolen könnte hinter dem Wirecard-Kurssturz auch ein simples Phänomen stecken: die Normalisierung einer zuvor aufgrund des Dax-Aufstiegs aufgeblasenen Bewertung

Gleich vorweg: Ich kann Ihnen auch nicht sagen, wie ernst die Vorwürfe zu nehmen sind, die die „Financial Times“ erhebt. Die Finanzzeitung berichtete über den Versuch der Umsatzfälschung in einer asiatischen Einheit, um individuelle Ziele zu erreichen.
Ich biete Ihnen aber eine alternative Erklärung zu den kursierenden Theorien, hier hätte womöglich eine Bande von Journalisten und Leerverkäufern in einem miesen Spiel Kasse gemacht oder es handele sich um einen Megaskandal. Meines Erachtens war eine Reihe kritischer Artikel lediglich der Auslöser dafür, dass sich ein zuvor aufgeblasener Kurs mal wieder normalisiert hat. Normalisiert in Kursbereiche, die für das Wachstum des Unternehmens angemessen sind. Kurz: Die Schwerkraft wirkt und hat den Kurs von Wirecard relativ abrupt wieder dahin gezogen, wo er eigentlich auch hingehört – von wo er sich aber durch eine spektakuläre Übertreibung aufgrund der Dax-Aufnahme entfernt hatte

Das wäre ja nicht das erste Mal, dass aus Wirecard schlagartig die Luft herausgelassen wurde - um dann nach einer Seitwärtsbewegung wieder in das seit Anbeginn zu verzeichnende positive Moment zurückzukehren.
Als der Bericht erschien, war gerade Halligalli und deshalb ging seine beonnene Darstellung des Sachverhaltes ein wenig unter.
Ich halte Christian Kirchner schon für eine Quelle, auf die man sich verlassen kann, sein Artikel wiegt hundertzweiundfünfzig aufgeregte Aktionär-Beiträge mal lässig auf ;)
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Antwort auf Beitrag Nr.: 60.182.193 von Negan_L1 am 24.03.19 11:18:13
Zustimmung
Kann Dir nur zustimmen, habe am Anfang (vor 3 Jahren) auch mit KOs gezockt und schnell mal 30 K versenkt!
Jetzt immer noch risikofreudige Investments ABER nur Aktien. Da kann man viel aussitzen.
(z.B. Wirecard, TUI, Kraft Heinz)
Dass das ding morgen früh nach oben schießt ist doch unwahrscheinlich . Abwärts bis seitwärts wird’s . 95 ? Ob man das erwischt ? Mit 95 kann man s evtl aussitzen , mit ü b e r 100 nicht gerne
Antwort auf Beitrag Nr.: 60.182.418 von jigajig am 24.03.19 12:17:59Hast du auch die Kolumne

Die merkwürdigen Aufseher der Wirecard AG

gelesen? Ich finde die Headline unpassend, aber über Inhalt der Kolumne sollte sich Wirecard schon mal Gedanken machen. Schließlich ist Wirecard kein Startup mehr, sondern ein international agierender Dax-Konzern. Dieser Status muss sich auch in der Führung widerspiegeln.

https://www.capital.de/wirtschaft-politik/die-merkwuerdigen-…
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Antwort auf Beitrag Nr.: 60.182.376 von jigajig am 24.03.19 12:06:52Hey Jig,

Du bist einer der wenigen hier im Forum, der wirklich konstruktive und sachlich fundierte Beiträge bringt. Würde mir mehr davon wünschen!
Antwort auf Beitrag Nr.: 60.182.418 von jigajig am 24.03.19 12:17:59Sehr guter informativer Beitrag.
Weiter so !
Antwort auf Beitrag Nr.: 60.182.523 von Pebotodi am 24.03.19 12:48:39
Zitat von Pebotodi: Hast du auch die Kolumne
Die merkwürdigen Aufseher der Wirecard AG
gelesen? Ich finde die Headline unpassend, aber über Inhalt der Kolumne sollte sich Wirecard schon mal Gedanken machen. Schließlich ist Wirecard kein Startup mehr, sondern ein international agierender Dax-Konzern. Dieser Status muss sich auch in der Führung widerspiegeln.
https://www.capital.de/wirtschaft-politik/die-merkwuerdigen-…

Ja. Ich habe mir damals aber die Frage gestellt, warum diese Kritik ausgerechnet jetzt kommt. Bei Kursen um 199 war das ja schließlich auch kein Thema.
Aber nun gut, so sind die Medien... Und über die Führungsspitze hat man ja unlängst auch zwischen den Zeilen das einn oder andere lesen dürfen. Ich such's mal, Moment...
Hab's schon, im SPIEGEL war das:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/wirecard-mitarb…
Eine unglaubliche Erfolgsgeschichte aus der deutschen Provinz, geschrieben von Marsalek und Braun. Zwei Österreichern, die Wirecard seit fast 20 Jahren auf klandestine Art führen. Ende September verdrängte Wirecard die Commerzbank aus dem Dax.
Druck von innen spüren Braun und Marsalek kaum: Der sechsköpfige Aufsichtsrat gilt als schwach. Einzig Finanzvorstand Alexander von Knoop, so heißt es intern, gehe vorsichtig auf Distanz, vor allem zu Marsalek.
Antwort auf Beitrag Nr.: 60.182.418 von jigajig am 24.03.19 12:17:59Und warum dann Wirecard, und nicht Adyen?
Antwort auf Beitrag Nr.: 60.182.418 von jigajig am 24.03.19 12:17:59Christian Kirchner hat mit seinem Artikel gewiss nicht ganz unrecht. Ein Teil des Kurseinbruchs ist mit Sicherheit auf die zuvor aufgeblasene Bewertung in Erwartung auf den Aufstieg in den DAX zurück zu führen. Die 199 € Spitzenkurs Anfang September waren schon ziemlich hoch bewertet und da steckte mit Sicherheit auch einiges an Euphorie wegen des anstehenden Aufstiegs in den DAX mit drin.

Die Normalisierung/Korrektur des seinerzeit überbewerteten Kurses fand jedoch sodann unmitelbar nach dem Einzug in den DAX statt, wo sich Wirecard sodann bei etwa 130€ einpendelte. Hier kamen jedoch noch verstärkend die seinerzeit vorherrschenden politischen Unsicherheiten (Zollstreit, Brexit, etc.) hinzu, wobei in dieser Zeit insbesondere auch die Wachstumswerte und Technologie-Aktien recht stark litten. Der Abrutsch auf 130€ war daher faktisch auf 2 Faktoren zurück zu führen: Kurskorrektur & politisch-wirtschaftliches Umfeld.

Im Januar stieg der Kurs ja sodann ziemlich rapide wieder auf fast 170€ an. Vielleicht ein wenig zu schnell - und naja, der Rest ist ja bekannt.

Ich denke mal, dass Wirecard derzeit bei einem Kurs von etwa 150 € durchaus fair bewertet wäre, sofern die Unsicherheiten ausgeräumt sind. Gerne auch mehr - aber da wären dann auch schon wieder einige Erwartungen auf die zukünftige Geschäftsentwicklung mit eingepreist. Bei weiterhin gut laufendem operativen Geschäft würde ich dann für 2020 einen Kurs von um die 200 € als eine angemessene Bewertung ansehen.

Vorausgesetzt also, dass an den Vorwürfen nichts dran ist oder sich diese als unerhebliche Peanuts herausstellen, kann man mit Wirecard bei dem derzeitigen Kurs meiner Meinung nach also langfristig nichts falsch machen. Werde jetzt mal noch ein wenig Kohle auf mein Depot rüber schieben, um kommende Woche etwas aufzustocken. ;)
Wann platzen die Ballons? Das ist Börse. Hier kam aber eine Nadel ins Spiel, die Millionen kassiert hat. Das ist kein Handel sondern feister Betrug mit sehr sehr vielen Folgen. Sehr vielen!
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