Interessant ist vor allem, dass hier sehr selbstbewusst von „hochspekulativem Geschwurbel“ gesprochen wird, ohne selbst irgendeine fachliche oder regulatorische Einordnung zu liefern.
Wo genau sind denn Ihre belastbaren Fakten dafür, dass PulmoPlas -nur- eine irrelevante Spekulation sei?
Denn aktuell sprechen die bekannten Fakten eher eine andere Sprache:
– Zusammenarbeit mit renommierten Einrichtungen wie der Medizinische Hochschule Hannover sowie dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung
– Mehrjährige präklinische Arbeiten inklusive therapeutischem Fenster
– Ex-vivo-Validierungen an Lungenmodellen
– Laufende regulatorische Prozesse
– Umfangreiche Patent- und Entwicklungsarbeit
– Ein medizinischer Bereich mit massivem weltweiten Bedarf bei multiresistenten Erregern und VAP
Dass daraus noch kein garantiertes Milliardenprodukt entstanden ist, weiß jeder vernünftige Mensch. Forschung bleibt Forschung. Aber daraus automatisch „Geschwurbel“ abzuleiten, ersetzt eben keine sachliche Analyse.
Und ich kann mir an dieser Stelle eine persönliche Anmerkung nicht verkneifen:
Die wenigsten scheinen überhaupt zu erfassen, welche Tragweite es hätte, wenn PulmoPlas tatsächlich erfolgreich an den Patienten kommen sollte.
Dann sprechen wir nicht über irgendein weiteres MedTech-Gadget, sondern potenziell über einen völlig neuen physikalischen Therapieansatz gegen schwere pulmonale Infektionen — in einer Zeit, in der multiresistente Erreger und Pneumonien weltweit zu den größten medizinischen Herausforderungen gehören.
Allein die globale Belastung durch Pneumonien, Intensivinfektionen und antibiotikaresistente Pathogene zeigt doch bereits, warum das Thema überhaupt wissenschaftlich und regulatorisch mit solcher Tiefe verfolgt wird.
Und die ständigen Vergleiche mit irgendwelchen völlig anderen Small Caps aus anderen Branchen helfen fachlich ebenfalls nicht weiter.
Ein Software-/Bonusmodell mit einer physikalischen Medizintechnologie für Intensivmedizin zu vergleichen, ist ungefähr so sinnvoll wie einem Schimpansen einen Taschenrechner umzuhängen und ihn anschließend zum Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank zu erklären.
Ebenso ist die Aussage, man müsse PulmoPlas selbstverständlich komplett selbst vermarkten, in dieser Pauschalität schlicht nicht haltbar.
Gerade im Medizintechnik- und Pharmabereich ist es absolut üblich, dass innovative Technologien über strategische Partnerschaften, Lizenzmodelle, Co-Development-Verträge oder komplette Übernahmen international skaliert werden.
Wenn eine Technologie tatsächlich einen relevanten medizinischen Durchbruch darstellen sollte — insbesondere im Bereich schwerer Lungeninfektionen oder multiresistenter Erreger — dann interessieren sich dafür erfahrungsgemäß nicht nur kleine Vertriebsteams, sondern große internationale Player mit bestehenden ICU-, Klinik- und Infektionsnetzwerken.
Zu behaupten, ein Unternehmen müsse zwangsläufig alles allein weltweit vermarkten, ignoriert im Grunde die Realität dieser Branche.
Natürlich bleibt Viromed spekulativ — das bestreitet doch niemand. Aber zwischen „spekulativ“ und „substanzlos“ liegt ein gewaltiger Unterschied.
Und am Ende sollte sich ohnehin jeder Investor — egal ob mit kleinerem oder größerem Kapital — sehr genau anschauen, warum er überhaupt in eine Aktie investiert.
Geht man rein nüchtern und streng nach aktuellem Zahlenwerk vor?
Oder ist man bereit, zusätzlich in eine Vision, Technologie oder zukünftige Marktchancen zu investieren?
Beides ist legitim.
Viele der größten Unternehmensgeschichten wurden in den USA geschrieben, weil dort seit Jahrzehnten massiv in Visionen, Technologien und Start-ups investiert wird — oft lange bevor Gewinne oder perfekte Kennzahlen sichtbar waren.
In Deutschland hingegen wird traditionell deutlich stärker nach bilanziellen Kennzahlen, Umsatz und kurzfristiger Profitabilität investiert. Das ist grundsätzlich weder falsch noch schlecht — sondern schlicht ein anderer Investmentansatz.
Daher ist das hier ausdrücklich keine Empfehlung in irgendeine Richtung.
Wer rein sachlich, konservativ und buchhalterisch orientiert denkt, sollte möglicherweise abwarten, wie sich Umsatz, Gewinn und operative Entwicklung weiter entfalten, und dann entsprechend verantwortungsvoll entscheiden.
Wer dagegen die Vision, die Technologie und die möglichen zukünftigen Entwicklungen spannend findet, investiert eher nach dem amerikanischen Modell — also früher, spekulativer und mit höherem Risiko, aber eben auch mit der Hoffnung auf überproportionale Entwicklungen-oder Verlusten.
Dass die Unterschiede enorm sind, zeigt allein der Blick auf die Märkte:
n den USA existieren tausende Start-ups mit Milliardenbewertungen, während Deutschland bei solchen Entwicklungen traditionell deutlich zurückhaltender agiert,
zirka 35.
Und unabhängig davon, wie man die Amerikaner beurteilen möchte:
Beim Thema Investitionskultur, Risikobereitschaft und Zukunftsvisionen agieren viele deutsche Anleger noch immer deutlich vorsichtiger und skeptischer.
Aber genau das ist letztlich die Freiheit des Kapitalmarktes:
Jeder muss und sollte seine Entscheidung nach eigenem Ermessen, eigener Überzeugung und eigener Risikobereitschaft treffen.
Der eine wartet auf belastbare Umsätze, Gewinne und harte Kennzahlen.
Der andere investiert früher — in eine Vision, eine Technologie und die Möglichkeit, dass daraus etwas wirklich Großes entstehen könnte.
Beides ist legitim.
Und gerade an der Börse gab es schon immer zwei Arten von Investoren:
Diejenigen, die erst einsteigen, wenn alles sichtbar und bestätigt ist — und diejenigen, die bereit sind, vorher Risiko zu tragen.
Ein alter Börsianer sagte einmal:
Sekt oder Selters.
Genau das beschreibt spekulative Investments vermutlich treffender als jede Hochglanzanalyse.
Eine persönliche Anmerkung zum Abschluss:
Ich werde meine Kommentare hier nun einstellen.
Es gibt hier viele angenehme Nutzer — in beide Richtungen. Kritisch wie positiv. Und genau das zeigt: Man muss keinen Hochschulabschluss haben, um sachlich, fair und inhaltlich sauber zu kommentieren.
Kritik ist völlig legitim. Skepsis ist legitim. Auch eine andere Einschätzung ist legitim.
Was ich mir jedoch nicht weiter antun möchte, sind diese ständigen Beiträge von Personen, die sich hier aufführen, als seien sie gleichzeitig Partner einer internationalen Top-Kanzlei, Leiter der BaFin, Medizintechnik-Experten, Analysten und Professoren für Pneumologie aber in Wirklichkeit Hausmeister a.d.
Oft geht es dabei aus meiner Sicht nicht mehr um sachliche Diskussion, sondern nur noch um Selbstdarstellung, Frustabbau und den Versuch, Aufmerksamkeit zu bekommen und Neid zu kompensieren.
Das ist für mich keine Diskussionskultur, aus der noch irgendein Mehrwert entsteht.
Deshalb mein abschließender Hinweis an alle Anleger:
Treffen Sie Ihre Entscheidungen immer eigenverantwortlich. Nicht deshalb, weil jemand angeblich „pusht“, und auch nicht deshalb, weil jemand permanent versucht, ein Unternehmen oder eine Technologie herabzuwürdigen und Leute zu beleidigen.
Machen Sie sich ein eigenes, umfassendes Bild. Betrachten Sie Zahlen, Chancen, Risiken, Technologie, Markt, Management, regulatorische Prozesse und die gesamte Entwicklung.
Am Ende kann man an der Börse gewinnen — wenig oder viel. Man kann aber genauso gut verlieren — ebenfalls wenig oder viel.
Genau deshalb bleibt jede Investitionsentscheidung persönliche Verantwortung.
Ich wünsche allen sachlichen Teilnehmern hier weiterhin gute Entscheidungen.