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Peak Oil und die Folgen (Seite 1410)


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Pleiten im Ölsektor
Bald müsste es wieder ein Update geben, das letzte ist vom Oktober:

http://www.haynesboone.com/publications/energy-bankruptcy-mo…

Drei Monitor-Tabellen mit zusammen knapp 300 Firmen, die im Ölsektor in Nordamerika seit 2015 bis 10/2017 bankrott gingen. Nicht dabei sind sind diejenigen, die rechtzeitig den Absprung schafften, wie z.B. BHP Billiton.
https://www.independent.co.uk/news/business/news/bhp-billito…
Billiton hat in der Größenordnung von 10 Mrd $ Verlust mit Fracking gemacht.

Leider sind durch einen Rechnerabsturz meine Links mit den Fonds verloren gegangen, die ebenfalls Verluste machten.

In den nächsten Tagen schauen wir mal auf marketwatch/financials nach Halliburton, Whiting, Hess, Anadarko u.a. und kommentieren den Gewinn und FCF 2017.
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Antwort auf Beitrag Nr.: 57.392.429 von keepitcool am 26.03.18 21:45:08In den USA werden gegenwärtig 10,4 Millionen Barrel pro Tag gefördert, von Woche zu Woche steigend.
Und mittlerweile sogar von Allzeithoch zu Allzeithoch steigend.
Mit wesenlich weniger Bohrteams (sprich: Rigs), als vor 5...7 Jahren werden heute wesentlich größere Ölmengen gefördert.
Ich gebe zu: das hätte ich vor 5...7 Jahren nicht erwartet. Und vor 15 Jahren ohnehin nicht. Nicht annähernd.
Antwort auf Beitrag Nr.: 57.382.454 von keepitcool am 25.03.18 19:08:06
Zitat von keepitcool: Die Chinesen bringen den Petrodollar um !!

Der letzte, der das versuchte, war Saddam Hussein, mit den bekannten Folgen: Einmarsch der USA, Tod von Saddam.


Es wird noch richtig spannend.


Du hast vergessen Muammar el-Gaddafi zu erwähnen:

One of the 3,000 Hillary Clinton emails released by the State Department on New Year’s Eve (where real news is sent to die quietly) has revealed evidence that NATO’s plot to overthrow Gaddafi was fueled by first their desire to quash the gold-backed African currency, and second the Libyan oil reserves.
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Bilanz Anadarko
Erstmal vorweg: Seit über einem Jahr haben die USA eine Regierung, die zur Erdölindustrie mehr als nur freundlich steht: Trump, Rex Tillerson , Harold Hamm (Berater) , Pruitt und andere. Unter diesen Bedingungen kann es Frackern nur gut gehen.

Jetzt betrachten wir mal die Bilanz von Anadarko Petroleum Corp., die vor nicht allzu langer Zeit als ganz tolle Firma von einem Forumsteilnehmer gehyped wurde.
Beeindruckende Internet Seiten : https://www.anadarko.com/
Anadarko ist international tätig, aber auch im Fracking in Texas.

Auf Wikipedia sieht es weniger schön aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Anadarko_Petroleum
Umweltverschutzung durch Chemie, und in Macondo involviert.

Jetzt zur Bilanz:
https://www.marketwatch.com/investing/stock/apc wählen und "Financials" anklicken
Und wir sehen für 2017:
Sales/ Revenue: 10,97 B Einnahmen (B ist Milliarden)
Nach Abzug der Betriebskosten verbleibt ein
Gross Income :1,46 B als Nettoeinkommen.
Erstmal nicht schlecht.

Aber darunter folgt eine ganze Liste von weiteren Ausgaben:
Ich habe keine Lust, dass im Detail zu untersuchen, ich nehme an, viel hängt mit den Zahlungen für die Umweltvergehen zusammen.
Wir sehen auf das Endergebnis:
-464 M - Ein satter Verlust

Nur eine Zahl der weiteren Ausgaben merken wir uns:
Interest Expense : 996 M Ausgaben für Zinsen - Respekt vor soviel Kreditwürdigkeit.

Jetzt schalten wir um auf "Balance sheet"
Wir sehen: Total Assets: 42,09 B
Also ist eine Menge Werte in Betriebsanlagen vorhanden.
Aber auch: Total Liabilities: 28,3 B
Jetzt wissen wir, warum ADC soviel Zinsen zahlen muss: Unmengen von Schulden

Jetzt schalten wir um auf "Cash Flow Statement"
Unter "Sale of Fixed Assets & Businesses" finden wir die Erklärung, warum trotz so hoher Ausgaben nur -464 M Verlust aufgelaufen sind: ADC hat für 4,03B Besitztümer verkauft. Ob es die Filetstücke waren oder nur eher unbedeutende Teile, will ich gar nicht erst herausfinden.
Ganz unten sehen wir noch den Free Cash Flow: -1,02 B, alles andere als positiv.

Bewertung: Was ist das für ein komische Firma ?
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Free Cashflow ist Op. CF + CF. aus Investitionstätigkeit.

Dieser Beträgt laut CF-Statement für 2017:
4009+-1028=2981 Mio. $

Dein "FCF" sind die Netto-Investitionen.

Anadarko hat viel Investiert und viel verkauft. Insgesamt also netto etwa 1 Mrd. $ investiert. Das ist relativ wenig. Daher ist der FCF unnatürlich hoch. Eine sinnvolle Analyse würde noch den Effekt der Working-Capital-Veränderung bereinigen, jedoch macht das hier nicht viel aus.

Den hohen FCF hat Anadarko genutzt und für 1 Mrd. $ Aktien zurückgekauft sowie die Kasse um etwa 1,4 Mrd. $ aufgestockt.

Seit Ende 2017 (Q4!) und davon sprach ich ja, erzielt Anadarko buchhalterische Gewinne. Seitdem ist der Ölpreis deutlich höher als im Jahresverkauf 2017. Im Juni standen wir noch bei etwa 42 $=WTI. Zuvor gab es aber bereits FCF und daher Aktienrückkäufe.

Für einen positiven FCF hätte Anadarko 2017 netto 4 Mrd. $ investieren können (=OP. CF). Stattdessen haben sie die Aktionäre beglückt.

Ziemlich gut für einen stark verschuldeten Fracker, der zu 50 % Gas produziert.

PS: Die wiederholte Info: Bei Frackern entsprechend die laufenden Abschreibungen nicht den Wiederbeschaffungskosten. Daher bilden JÜ/EPS die ökonomische Realität nicht ab. Dennoch sind die Fracker seit Q4 sogar hier im grünen Bereich.
So, nachdem die abstruse theorie von keepitcool wohl wiederlegt sein dürfte und es ja auch schon eine erklärung dafür gibt:

"Meine eigentliche Erklärung ist aber: Die Leute (Staaten) zahlen einfach mehr für das Öl, als sie sich leisten können: Beispiel USA:,..."

die mindestens im kontext genauso abstrus ist, könnten wir uns ja wieder meinem lieblingsthema zuwenden.

Peak oil demand!

Interessant finde ich, dass das von nahezu allen hier nicht ernst genommene szenario scheinbar mittlerweile bei den großen keine frage mehr des "ob" sondern nur mehr des "wann" ist:

"The subject of peak demand has raised concern among shareholders of International Oil Companies (IOCs), and some are now even trying to force their companies to study the subject. The shareholders’ concern is explained by the fact that if peak demand occurs, the oil companies might be left with “stranded assets” – assets in which billions of shareholder dollars have been invested. As a result, most IOCs have communicated their views on the subject in quite explicit terms. In the U.S., ExxonMobil and Chevron don’t see Peak Demand arriving at least until 2040 or 2050. In Europe, BP is on record stating it could happen towards the end of the 2030s, while Shell communicated it could happen as early as 2025.

https://oilprice.com/Energy/Energy-General/How-To-Mitigate-T…


Interessant auch die folgenden überlegungen: (selbe quelle)


How would Peak Demand impact NOCs?

If/when peak demand hits, the global oil & gas markets will change fundamentally. Not because oil and gas demand would disappear overnight – that is not a realistic assumption considering the multitude of uses of the two commodities. But peak demand would result in another major supply glut, especially as shale technology is opening up new opportunities for production, putting downward pressure on oil prices.

What strategy options would the NOCs have for dealing with peak demand?

Is accelerated production an option? One might argue that the NOCs should start producing more now, well before peak demand, as their oil reserves are worth more now than they will be after peak demand hits. This additional money could then be invested in a ‘rainy day’ fund.

This is not a realistic option, however, and it could be argued that lowering the prices of oil and gas products would slow down the penetration of non-fossil energy and electric vehicles, and thus delay peak demand. Nonetheless, the impact of this strategy on the budgets of the major oil producing nations would be devastating. OPEC is currently supporting global oil prices, and bringing an additional 1.5 mmbd capacity back onto the market could push oil prices back down into the $50s, $40s, or even less. An accelerated production strategy would simply cause mayhem – a return to the 1st quarter of 2016 when OPEC's "market share strategy" caused the price to fall into the $20s.

In other words, accelerated production is not a solution for the risk of peak demand. If anything, it would make matters worse for the major oil producing nations.

,..

Is decelerated production an option? Decelerated production is producing below optimum, essentially what OPEC is doing right now. This tactic supports oil prices, which of course provides some comfort to the budgets of petro states. The argument for this strategy is that it makes funds available to the governments of the major producing countries, which they can then use to diversify their economies in preparation for peak demand.

But, at least part of the benefit of OPEC’s production cut is not going to the OPEC members. U.S. producers, who have not contributed to the production cuts stand to benefit from higher oil prices, enabling them to enhance their production. It is, therefore, an expensive strategy from a NOC’ perspective.

In fact, it is similar to taking drugs in order to achieve happiness. At first, it works well, but the effect quickly tapers off as higher prices encourage increased production elsewhere. So one needs another shot in the arm, bigger than the previous one, which after a while will induce the same response from other producers, and so on and so on.

Faced with peak demand, the decelerated production strategy is thus very risky in the medium to long term. Ceteris paribus, it’ll reduce the NOCs’ market share, while subsidizing other producers to invest in technology to lower their breakeven cost, and when peak demand arrives, it could hit the reserves of the major oil producing nations and make them less economically appealing. Next to this, it would incentivize investment in non-fossil energy solutions, accelerating peak oil demand.

Natural production, then? Thinking through the implications of accelerated and decelerated production makes it clear that the best strategy option is natural production, which optimizes long-term recovery from the field. Because as the above explains, in the face of peak demand, there is no quick fix solution that will keep oil prices around $70 per barrel and ensure continued demand.

Die logische schlussfolgerung dürfte wohl sein:

Indeed, in the short term this will not support the budgets of the major oil producing nations, but it needs to be understood that if peak demand will happen, there is nothing in the present that can offer a long-term solution other than reducing the budgetary dependency on oil revenues.

The best strategic hedge for the risk that peak demand represents is reducing dependence on oil revenues. This will require more than just state-run grandiose projects, as such projects will only deliver if they are accompanied by a liberalization of the wider economy, reducing red-tape, and enabling the population to follow their entrepreneurial spirit.


Welche meinungen gibt es hier dazu?
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"Interessant finde ich, dass das von nahezu allen hier nicht ernst genommene szenario scheinbar mittlerweile bei den großen keine frage mehr des "ob" sondern nur mehr des "wann" ist"

Das sehe ich genauso. Peak Demand wird kommen, allerdings glaube ich nicht, dass es vor 2030 soweit sein wird.

Und daher denke ich auch nicht, dass die Ölkonzerne jetzt ihre Investitionen deutlich drosseln sollten. Ehrlich gesagt sehe ich sogar das Risiko, dass vor Peak Demand eine Preiskrise entstehen könnte, da wenn sich der Peak abzeichnet, viele Konzerne ihre Investitionen massiv drosseln werden und damit das Angebot nicht mehr ausreichend sein könnte. Vor dem Peak könnte sich eine gewalte Windfall-Situation für die Ölkonzerne ergeben. Das ist aber nur eine Hypothese. Die Wahrscheinlichkeit dafür sehe ich jedoch nicht als zu gering an.

Als Investor von BP möchte ich auch nicht, dass sich BP nun verdiversifiziert und irgendwelche Unternehmen mit Übernahmeprämie erwirbt oder seine Kompentenzbereiche mit Multimilliarden verlässt und dort dann geringe (oder negative) Renditen auf das eingesetzte Kapital erzielt. Stattdessen halte ich den BP-Weg (auch darum habe ich dort Anfang 2018 auch eine für mich sehr große Position aufgebaut) für sinnvoller. Die Investitionen werden auf 15-16 Mrd begrenzt (-2-3 Divestment -> 13 netto). Die Produktion wächst damit dennoch, schlicht, weil Projekte derzeit sehr günstig sind und mit den 13 netto sehr viel erreicht wird. Daher wird dieses Jahr ein sehr hoher FCF entstehen (Q1 war bereits sehr hoch vor Working Capital -> das baut sich nämlich wieder ab). Damit werden Schulden reduziert, die hohe Dividende bezahlt, ggf. sogar Aktien zurückgekauft und BP will ab Jahresende wohl die Dividende erhöhen, falls der Ölpreis nicht stark fällt.

Andere Ertragsquellen kann ich nämlich auch auf Portfolioebene erschließen.

Die Ölkonzerne sollten sicherlich Testballons starten und schauen, ob und wie sie im EE-Sektor Geld verdienen können. Genau das machen sie auch. Ein großer Push mit vielen Milliarden ist verfrüht und wäre wertschädigend.

Insbesondere sind Ölprojekte derzeit sehr sehr günstig - ganz im Gegensatz zu vor 2014. Daher kann gerade jetzt eine gute Produktionsbasis aufgebaut werden, zu geringen Kosten, die anschließend hohe Cashflows abwirft.
Antwort auf Beitrag Nr.: 57.785.548 von a_bit_fishy am 17.05.18 22:22:27
Lieblingsthema
Damit mein Lieblingsthema auch mal wieder dran kommt:



Abstrus ist folgendes:
Schulden USA am 14.02.18: 20669 Mrd$
am 17.05.18: 21081 Mrd$
In fast 100 Tagen eine Zunahme um 412 Mrd$

Der "Ölverbrauch USA" ist etwa 20 Millionen Barrel/Tag,
also 2000 Mrd Barrel in 100 Tagen.
Pro verbrauchtem Barrel machen die USA 200 $ neue Schulden.
Da man beim Verbrauch ja immer Nicht-Öl mit einrechnet:
Pro gefördertem Barrel machen die USA 250 $ neue Schulden.

Wegen dieser Abstrusität bin ich erstmal zum Beobachter geworden.
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http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/energiewende-brite…

Sehr schön, dass in der Richtung etwas passiert. 1 Tag für 235.000 Haushalte ist kein Game Changer, aber es zeigt wieder, dass sich etwas bewegt. Dazu sind 1,6 Mrd. Pfund tragbar.

Sehr schön! Ich denke, dass in den nächsten 5 Jahren noch deutlich mehr Fortschritte dieser Art erkennbar sein werden.
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Antwort auf Beitrag Nr.: 57.798.881 von TME90 am 20.05.18 15:32:38Immerhin! Für die über 20 Millionen britischer Haushalte ist das eine Speicherreichweite von ca. 14 Minuten, wenn alle geplanten Batteriespeicher gebaut sind. Natürlich ohne die Berücksichtigung von Industrie, Gewerbe, Handel und öffentlichen Stromverbrauchern, die ja insgesamt annähernd zwei Drittel des Stroms verbrauchen. Da würde sich die Speicherreichweite dann auf 4 bis 5 Minuten belaufen. Natürlich gemessen am Gesamtstromverbrauch - aber man will ja zukünftig den Großteil des Stroms per Wind und Solar abdecken.
Und alle 20...25 Jahre müsste die Speicherkapazität dann erneut ersetzt werden, weil die Batterien ans Ende ihrer Nutzungsdauer kommen.
Und Strom steht ja nur für gut ein Viertel des Gesamtenergieverbrauchs...

So viel zum Thema Dekarbonisierung der Wirtschaft.
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