Peak Oil und die Folgen (Seite 1461)



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Antwort auf Beitrag Nr.: 63.306.310 von TME90 am 12.04.20 13:07:47Dann darf ich annehmen, dass du aktuell netto gegen den Markt wettest? Inverse ETFs? Puts? Futures?

Jein, grundsätzlich sehe ich es ähnlich wie extriakel und ZwanzigerJahre, also katastrophal sowohl was die Pandemie selbst angeht und fast noch mehr die wirtschaftlichen Folgen.
Ich habe aber im Laufe der Jahre schmerzhaft lernen müssen, dass ich mich irren kann (was ich diesmal für unwahrscheinlich halte) und deutlich häufiger, dass meine Meinung irrelevant ist, wenn der Markt, bzw. die Mehrzahl der Marktteilnehmer an was anderes glauben. Wenn man sich nun vor Augen hält, wie viele Markteilnehmer glauben (wollen) , dass das schlimmste bald überstanden ist oder Trump ein fähiger Präsident oder die Charttechnik fundiert ist oder oder oder..., dann ist es mir zu riskant, konsequent das zu tun , was eigentlich logisch zwingend wäre, nämlich ausschließlich auf fallende Kurse zu setzen, zumal mit Hebelpapieren.
Ich versuche , ein wenig auch mit der Marktmeinung zu "schwimmen", d.h. dann, wenn die Realität vorübergehend in die Köpfe dringt, bin ich tatsächlich teilweise short (via Shortzertifikaten auf die Indizes mit ausreichend Abstand zur KO-Schwelle), realisiere aber schnell Gewinne und schichte teilweise in Aktien um, die von der Situation nicht betroffen sind oder sogar profitieren (wie zB die von extriakel hier frühzeitig erwähnte Drägerwerk).
Solche Aktien sind nun das Rückrat des Depots.

die eigentlich eine hohe Qualität aufweisen, aber deren Geschäftsmodelle derzeit angegriffen sind. Hier bin ich noch unsicher, wie ich mit diesen Unternehmen verfahre.

Solche Aktien habe ich weitgehend verkauft/reduziert und bin froh, dass ich dank der Marktirrationalitäten aus dem Rest nun auch noch recht günstig aussteigen kann um umzuschichten.
Ca. 30 bis 35 mb/d Nachfragerückgang und 9,7 mb/d Förderbegrenzung der OPEC ++
Das reicht bei Weitem nicht!

https://www.spiegel.de/wirtschaft/oelpreis-oelstaaten-in-ope…

Nun ist also das beschlossen worden, was bereits am Donnerstag kurz vor Handelsende angekündigt wurde. Genauer gesagt ist man noch um 0,3 mb/d unter dem Ziel geblieben. Und zum Schluss sind ja die Ölpreise sogar noch deutlich zurückgegangen, als die Absicht verkündet wurde.
Bin mal gespannt, wie sich die Ölpreise am Dienstag entwickeln. Für jeden, der rechnen kann, müssten fallende Preise eigentlich die logische Konsequenz sein.
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Antwort auf Beitrag Nr.: 63.308.842 von extriakel am 12.04.20 22:54:22Bin mal gespannt, wie sich die Ölpreise am Dienstag entwickeln. Für jeden, der rechnen kann, müssten fallende Preise eigentlich die logische Konsequenz sein.

Auch so ein Fall, eigentlich auch eine ziemlich sichere Möglichkeit, mit den geeigneten Vehikeln Geld zu verdienen.
Eigentlich, denn "sapiens" und Logik ist so eine Sache, auch da braucht man evtl. viel Geduld, bis die Realität die Köpfe erreicht.


Hier noch eine recht informative Seite zur Pandemie-Entwicklung:

https://www.worldometers.info/coronavirus/#countries
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Antwort auf Beitrag Nr.: 63.309.457 von Algol am 13.04.20 08:27:16Dieser Link eben eignet sich eingeschränkt für einen vergleichenden Blick, wie erfolgreich die Virus-Eindämmung in den verschiedenen Staaten gelingt . Eingeschränkt natürlich, weil zahlreiche Staaten kaum realistische Zahlen liefern können oder wollen.
Bemerkenswert auf jeden Fall die Entwicklung in Taiwan und mit kleinem Fragezeichen auch in Vietnam (neben dem oft erwähnten Südkorea).
Antwort auf Beitrag Nr.: 63.309.457 von Algol am 13.04.20 08:27:16Auch wenn viele diese Zahlen annähernde Schätzungen sein werden, so ist doch z.B. die Anzahl der Tests sehr interessant:
So hat z.B. Portugal das Doppelte an Tests durchgeführt, als das bevölkerungsmäßi 12 mal größere Japan.
Und Brasilien in Relation zur Bevölkerungsgrö´ße nur 2% der Testmenge wie Deutschland.
Antwort auf Beitrag Nr.: 63.309.457 von Algol am 13.04.20 08:27:16Mit etwas Geduld würden sich solche Trades aber ja auszahlen, spätestens, wenn ein Unternehmen in Richtung Insolvenz driftet.

Persönlich ist für mich aber der Punkt zentraler, dass man sich irren kann. Mich besorgt zwar, dass aktuell sehr viele Privatanleger (egal ob über Fonds oder Einzeltitel) anscheinend in den Markt strömen und ihn so natürlich pushen. Trotzdem schreibe ich dem Markt auf keinen Fall eine "völlig offensichtliche Dummheit" zu. Der Markt kennt die erschreckenden Daten ebenso. Und es gibt genug Akteure, die fest an ihre Analysen glauben und bereit sind, aufgrund ihrer Einschätzung massive Leerverkaufe zu tätigen, was den Markt wieder abkühlen würde. So viele stochern den lieben langen Tag in den Daten, verarbeiten sie und passen ihre Trades (mit eigenem Geld und dem Geld der Kunden) daran an. Wäre etwas offensichtlich, so würden Verkäufe und Leerverkäufe die Kurse an diese Realität anpassen.

Es ist eindeutig, dass der Markt eine Normalisierung nahen sieht. Das kann man anders sehen. Aber man sollte es durchaus ernst nehmen. Alles andere sehe ich als eine Art Selbstüberschätzung an.

Persönlich befürchte ich große Abwärtsrisiken bei Enttäuschungen. Und Enttäuschungen meinen hier weniger BIP/Arbeitslose/PMI, sondern vielmehr Sorgen, dass Lockdowns länger anhalten oder sich wiederholen.

Auch der Ölpreis basiert auf Zukunftserwartungen. Es geht also nicht darum, zu rechnen, dass aktuell eine größere Kürzung notwendig wäre. Es geht darum, einzuschätzen, wie sich der Verbrauch entwickelt. Und auch hier wie bei den Aktienmärkten: Der Konsens ist aktuell, dass es wahrscheinlich ist, dass die Lockdowns gelockert werden und sie die Situation teilweise normalisiert.

Ich hoffe sehr, dass dieser Konsens recht behält.
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Es ist kaum zu glauben:

"Polizei und Militär in Ecuador haben in den vergangenen drei Wochen fast 800 Leichen aus Häusern in der besonders von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Stadt Guayaquil geholt. 771 Leichen seien von einer Spezialeinheit aus den Häusern gebracht worden, schrieb Jorge Wated, Chef der Sondereinheit, auf Twitter. Aus der Hafenstadt im Süden Ecuadors wurden nach offiziellen Angaben 4000 der 7500 Infektionsfälle des Landes gemeldet. Krankenhäuser und Bestattungsdienste sind von dem Virusausbruch überfordert. Weitere 631 Leichen seien von der Sondereinheit aus Krankenhäusern fortgebracht worden, deren Leichenhallen voll seien, erklärte Wated weiter. Er nannte keine Todesursache für die mehr als 1400 Todesfälle. Experten schätzten, dass "allein in der Provinz Guayas zwischen 2500 und 3500 Todesfälle in Verbindung mit Covid-19 auftreten werden". Offiziellen Angaben zufolge starben bislang 333 Menschen in Ecuador an den Folgen des Coronavirus."
Zitat Ende

Man stelle sich das vor: offiiziell werden 333 Tote kommuniziert in Ecuador, aber alleine in einer einzigen Stadt werden schon mehr als 1400 Tote gezählt. Die Bilder von teils 2 Tage auf der Straße liegenden Leichen sind ja um die Welt gegangen.
Die offiziellen Statistiken, die dankenswerterweise über Johns Hopkins veröffentlicht werden, sind ein Witz. Nicht nur in China, sondern in der Mehrzahl aller Länder.
Und das völlig unabhängig von Dunkelziffern, die sich garnicht vermeiden lassen. Sondern weit sogar über das festgestellte Maß hinaus.
Antwort auf Beitrag Nr.: 63.310.282 von TME90 am 13.04.20 10:58:51Das kann man anders sehen. Aber man sollte es durchaus ernst nehmen. Alles andere sehe ich als eine Art Selbstüberschätzung an.

In dem Punkt stimme ich dir voll und ganz zu. Selbstüberschätzung ist stets fatal (und ganz besonders sofern man in Aktien investiert). Deswegen sollte man gerade Meinungen, die nicht der eigenen entsprechen, besonders intensiv auf Plausibilität prüfen.
Btw, aus dem Grund begrüße ich auch gerade deine Beiträge hier, denn extriakel , ZwanzigerJahre und meine Wenigkeit unterscheiden uns in der Interpretation der Lage ja nur in Nuancen.
Und Irren ist geradezu unvermeidlich, denn keiner von uns kann mit einer Glaskugel in die Zukunft sehen. Insofern geht es eigentlich immer nur um Wahrscheinlichkeiten auf Grundlage der aktuellen Informationslage.
Was das angeht, bleibe ich gegenwärtig bei meiner Einschätzung. Es stimmt, immer mehr Staaten gelingt es inzwischen, die Ausbreitung des Virus einzudämmen, inzwischen sind auch Norwegen, Australien und Island recht erfolgreich:

https://www.spiegel.de/wissenschaft/verdopplungszeit-die-mas…

Aber wie schaffen das die Staaten, klar, mit massiven Shutdowns mit allen wirtschaftlichen Folgen.
Relevanter ist evtl., was sich gerade in China anbahnt, dort steigt die Zahl der Neuinfizierten wieder:

https://www.nzz.ch/international/coronavirus-weltweit-die-ne…

Und es war vorhersehbar, dass die KPCh das auf importierte Fälle schiebt.

Und Enttäuschungen meinen hier weniger BIP/Arbeitslose/PMI, sondern vielmehr Sorgen, dass Lockdowns länger anhalten oder sich wiederholen.

Die Lockdowns werden vermutlich gelockert , um den wirtschaftlichen Totalabsturz zu vermeiden und auch , um nicht den zunehmenden Unmut der Bevölkerung zu provozieren. Aber gelockert bedeutet nicht, dass alles wieder so wird, wie zuvor. Und breitet sich das Virus dann wieder schneller aus, wird auch wieder verschärft werden.
Und auch die wirtschaftlichen Folgen werden imho von der breiten Masse massiv unterschätzt.
Selbst wenn man bald wieder zur Normalität übergehen könnte, was ich beim gegenwärtigen Informationsstand für völlig illusorisch halte, dann wären in meinen Augen bereits jetzt Kipppunkte überschritten (ähnlich wie beim Klimawandel) , die eine baldige Rückkehr zur Normalität verunmöglichen. Ich denke dabei an die zusätzliche , unglaubliche Überschuldung, Auseinanderbrechen der Eurozone, Währungsstabilität (Gelddruckerei)/Kollaps des Finanzsystems, bereits absehbare Firmenpleiten, Veränderung der Käuferpsychologie und des Konsumverhaltens (beispielsweise Flugreisen betreffend) u.v.a.m. ist vorstellbar.
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Antwort auf Beitrag Nr.: 63.310.732 von Algol am 13.04.20 12:16:24dann wären in meinen Augen bereits jetzt Kipppunkte überschritten (ähnlich wie beim Klimawandel) , die eine baldige Rückkehr zur Normalität verunmöglichen. Ich denke dabei an die zusätzliche , unglaubliche Überschuldung, Auseinanderbrechen der Eurozone, Währungsstabilität (Gelddruckerei)/Kollaps des Finanzsystems, bereits absehbare Firmenpleiten, Veränderung der Käuferpsychologie und des Konsumverhaltens (beispielsweise Flugreisen betreffend) u.v.a.m. ist vorstellbar.

@ algol: du bist sehr pessimistisch geworden. In kürzester Zeit. Aufgrund eines exogenen Schocks.

Die Welt wird sich weiterdrehen. Die Menschen werden in ihren Alltag zurückkehren. Es wird weiterhin überlegene Firmen geben, die Dinge "herstellen", die wir alle weiterhin brauchen werden.

wir werden uns mit dem Klimawandel auseinandersetzen, das wird positive Folgen für bestimmte Wirtschaftszweige haben; diese Krise könnte diesen Prozess beschleunigen.

die Notenbanken haben dieses Mal richtig gehandelt, entschieden und zielgerichtet. Sie haben aus 2008 gelernt. Im Gegensatz zur Politik, die in ihrer Langsamkeit wieder mal ein Trauerspiel war. Ein Versagen hätte durchaus zu 2029 führen können, dies ist mit diesen Maßnahmen ausgeschlossen.

Pleiten hat es immer gegeben. Das wird dich doch nicht davon abhalten in gesunde, finanzstarke und zukunftsessentielle Unternehmen zu investieren? Zu stark reduzierten Preisen! Ich habe dich da anders kennengelernt!

ich denke nicht, dass sich die Käuferpsychologie grundlegend gewandelt hat - es findet höchstens eine Verschiebung statt, der zu einem Aufholprozess führen wird.

Die Eurozone wird nicht auseinanderbrechen.

man kann auch in Gold investieren, zumindest vorübergehend.

der globalen Verschuldung sehen hohe Privatvermögen gegenüber. Man sehe sich nur das Gesamtvermögen der Deutschen an:

Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland bis 2019

Veröffentlicht von Statista Research Department, 23.01.2020

Das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland belief sich zum Ende des dritten Quartals 2019 auf rund 6.302 Milliarden Euro. Damit ist es gegenüber dem zweiten Quartal 2019 um etwa 1,1 Prozent gestiegen.

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/37880/umfrage…

wünsche dir auch wieder ein paar "lichdurchfluterete Gedanken! :)

lg cleara

P.S. nur so ein Beispiel - sieh dir "deine" evolution gaming an - crisis, what crisis?:

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