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Peak Oil und die Folgen - Die letzten 30 Beiträge



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Indiens Automobilindustrie
Da die Daten zur Rohölförderung von der OPEC und die KFZ-Produktionsdaten noch nicht veröffentlicht sind, zur Abwechslung etwas über die indische Autoproduktion:

https://www.businesstoday.in/sectors/auto/slowdown-blues-kis…

Slowdown Blues: Kiss of death for Indian auto industry as sales fall up to 40% in July.
Irgendwo habe ich gelesen, Indiens Auto-Produktion ist (oder will werden) die viertgrößte der Welt.

Indiens Rückgang in Prozent ist deutlicher als der von China.

"The industry is deeply concerned with the increasing pressure of low customer sentiment faced by the sector. The high insurance costs, rise in taxes and liquidity crunch across the non-banking finance segment, tightening of lending norms have significantly affected the domestic sales in the last few months," added N. Raja, Deputy Managing Director, Toyota Kirloskar Motor. "We are trying to lend maximum support to our dealers through the hard times faced by the industry by maintaining lean inventory. We hope that the upcoming festive season brings in a breather for the industry with spur in customer sentiments. Also, we expect government will step in to take necessary steps for improving liquidity in the market by capital infusion in the banks should also be of some help. The industry also expects the GST level to be rationalized to a lower level (28 per cent to 18 per cent) to accommodate the downturn in sales."

Like the sales, the morale within the industry is at record lows.


In den weniger entwickelten Ländern wirkt sich der zu hohe Ölpreis (bedingt durch ETP) früher und stärker als in den entwickelten aus. Genau wie bei uns wird nach der Regierung gerufen, um der Autoindustrie zu helfen. Und genau wie bei uns kann man der Autoindustrie nicht mehr helfen, da Peak Oil würgt.
Antwort auf Beitrag Nr.: 61.075.222 von borazon am 22.07.19 00:10:29
Immer schön sachlich bleiben !!
Der Dieselskandal von VW wurde im September 2015 öffentlich. Das hat in den Jahren 2016 und 2017 weder in USA noch China noch in Deutschland irgendeinen Einfluss auf die Verkaufszahlen von Autos gezeigt. Erst in Q2/18 war in China ein Einbruch der Verkaufszahlen sichtbar, und in Q3/18 in Deutschland.
China hat seitdem einen Einbruch von 300000 Autos/Monat, USA 50000/Monat, und Deutschland von 70000/Monat.
Ich kann mir zwar vorstellen, dass die Chinesen ebenso wie Deutschland ein Diesel-Problem haben, aber die USA bestimmt nicht. Für die Amis ist Diesel immer noch der "Fuel of the devil"; da kauft fast keiner einen Diesel-PKW.

Trump mag ja einen kleinen Einfluss haben, aber meines Wissens sind die Zölle für deutsche Auto in USA und umgekehrt bisher unverändert und auf demselben Stand wie vor zwei Jahren.

Hast du auch eine echte Begründung für deine Annahme, dass die Anti-Diesel-Kampagne in Deutschland die Verkaufszahlen nach unten drückt, oder in China ?
Der böse Fehlerteufel liegt woanders.
Setze x-Achse = Zeit
und y-Achse Ölpreis und Autoverkäufe.
Dann wird man als relevante Zeitpunkte der Autoverkaufs-Rückgänge die Trumpschen Störungen erkennen, wofür ihr Anti-Trumpelisten eigentlich dankbar sein müsstet,
und insbesondere bei der dt. Autoproduktion die ökoträumerische Anti-Diesel-Kampagne in Dtl.

Jedoch völlig wurst.
Erst wenn D auf das Niveau von Kuba runter ist, werdet ihr zufrieden sein.
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Ersetze Autoproduktion durch Autoverkäufe !
Böser Fehlerteufel
Chinas Auto-Produktion
Gestern fand ich Daten zu China-Autoproduktion. In derselben Darstellung wie vorher ergibt sich:



Bei ~50$/Barrel steigen die Autoverkäufe in China, bei ~75$/Barrel fallen sie. Bisher um 300000 PKW/Monat.

Das ist der gesuchte Nachweis, dass 75$ zu hoch für die Weltwirtschaft sind. Es ist nicht mehr möglich, dass diese Grenze wesentlich überschritten wird, ohne dass die Konjunktur abgewürgt wird.
Ich halte die Grenze derzeit für maximal 60$ Brent; mit 50$ Brent könnte die Konjunktur vielleicht noch laufen.

Das ist ein richtiger "Beweis" des ETP-Modells.

Interessant sind die USA-Zahlen im Vergleich. Turchin fällt mir ein. In Krisen schaffen es die Eliten immer, ihren Reichtum länger zu behalten als das gemeine Volk.
Korrektur
Leider ist meine Kurve von letzten Post unvollständig. Sie ist nicht falsch, die Daten für Autos von FRED sind richtig, aber die SUVs (Light Trucks) fehlen. Die Amis kaufen fast nur noch SUVs (zwei Drittel). War mir in dem Umfang nicht klar.
Mit SUVs sieht es so aus:


Seit dem Ölpreisminimum von 2016 ist die Gesamt-Verkaufszahl an PKW und Light Trucks von 1,47 Mio lediglich um 50000 gesunken. Das zeigt zwar die von mir erwartete Tendenz, ist aber wesentlich weniger.

Ich werde das weiter verfolgen.
Der rasend schnelle Abschied vom Ölzeitalter
Dei deutsche Autoproduktion ist nur ein Ausschnitt der weltweiten Produktion. Für China habe ich bisher keine Daten gefunden, aber für USA. Die folgende Grafik zeigt den Verkauf von Neu-PKW in den USA.
In 2015 wurden noch 650000 PKW pro Monat verkauft, heute sind es nur noch zwei Drittel davon. Bereits 2016 begann der Abstieg, in Deutschland erst zwei Jahre später.

Dies Grafik zeigt mehr als alles andere, wie schnell der Abschied vom Ölzeitalter jetzt schon abläuft.

Updates
Die OPEC+ hat die Verlängerung der Fördermengen-Begrenzung beschlossen.
Wenn SA und Russland konstant weiter produzieren, wird Gesamt-Opec weniger fördern, da einige OPEC-Staaten schon hinterm Peak sind.



Die Autoproduktion in Deutschland fällt und fällt.
Antwort auf Beitrag Nr.: 60.879.954 von keepitcool am 24.06.19 19:30:26Danke für die Antwort! Bin gespannt wie es weitergeht. Auf alle Fälle ist das jetzige System viel widerstandsfähiger als ich gedacht habe. Die Effekte des ETP-Modells sollten ja schon greifen. Die hüstelnde Automobilbranche ist ja erst der Anfang. Ich erwarte aber das die weltwirtschaftliche Abwärtsbewegung bald an Geschwindigkeit zunimmt, weil die Erdölförderung stagniert bzw. leicht abnimmt und der Förderaufwand steigt. Auch der Aufwand in der Förderung von Erzen steigt gerade erschreckend stark an, was insgesamt weniger Energie für die Gesellschaft übrig lässt. Der jetzige Wohlstand wird sich wohl nicht mehr lange halten können!
Antwort auf Beitrag Nr.: 60.871.776 von Maxima_Virilem am 23.06.19 16:26:29
Zukunft des Ölpreises
Der Ölpreis wird in jedem Fall gegen Null laufen. Öl wird nur wegen seines Energieinhalts gefördert. Wenn der Energieaufwand für die Förderung genauso hoch ist, wie der Energieinhalt des Öls, kann sich die Weltwirtschaft kein Öl mehr leisten. Es geht einfach nicht.

Es macht auch keinen Sinn, andere Energien (Wind, Sonne, Atom, Gas) für die Ölförderung einzusetzen. Jede Energieumwandlung hat einen Wirkungsgrad, der meistens um 30% liegt. Wenn man Energie zur Fortbewegung einsetzen will, ist deshalb die direkte Verwendung fast immer günstiger, da man die Verluste vermeidet.

Keine Regel ohne Ausnahme. Wenn Öl ein Nischenprodukt geworden ist, und nur ca. 5% der Weltenergie aus Öl stammen, kann man sich vielleicht eine gewisse Verschwendung leisten und dann wieder Öl fördern.

Wie schnell der Ölpreis gegen Null läuft, kann man kaum berechnen. Es gibt einfach zu viele Einflussgrößen für eine Berechnung. (Und wenn es ein Team guter Wissenschaftler könnte, würde es keiner glauben wollen – siehe Klimawandel) Das beste was wir haben, ist die Fortschreibung des bisherigen Preisverfalls von etwa 7$ pro Jahr. Ich erwarte allerdings eine Verringerung der 7$/Jahr – Konstanten. Man wird die existierende Infrastruktur der Ölverbraucher (PKW, Heizungen, Kraftwerke) nicht mehr erneuern. Damit steht mehr Geld für Öl zur Verfügung.
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Antwort auf Beitrag Nr.: 60.855.412 von keepitcool am 20.06.19 20:40:08Danke für die schönen Grafiken und deine Mühe! Ich kann mir echt gut vorstellen, dass wir das Fördermaximum überschritten haben. Glaubst du eigentlich, dass der Ölpreis das Modell bald verlassen wird? Grundsätzlich muss er ja irgendwann das Modell verlassen, weil es für Käufer und Verkäufer nicht mehr erträglich ist. Ich kann mir gut vorstellen, dass international langsam überall der Sparstift angesetzt wird, weil sich viele Rentenwirtschaften keine Importgüter mehr leisten können. Mit dementsprechend Folgen für die Weltwirtschaft...
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Autoproduktion und Ölpreis und ETP
Eine bessere Grafik ergibt sich, wenn man die gemittelte Autoproduktion mit den Totalkosten für Öl verknüpft. Als Totalkosten habe ich den Preis pro Barrel mit der geförderten Menge C+C pro Tag multipliziert. All Liquids statt C+C zu nehmen, erscheint mir falsch, da Biosprit u.ä. ganz andere Kosten pro Barrel haben.



Das ist eine verständliche Darstellung. 2015, 2016, 2017 waren die Ölpreise niedrig, was zu einem leichten Anstieg der Autoproduktion führte. Ab Mitte 2018 begann die Produktion zu sinken.

Das ETP-Modell sagt fallende Ölpreise voraus, Peak Oil dräut, und ölverbrauchende Infrastruktur wird sich bald keiner mehr leisten können. Also muss die Kurve in der Grafik sich in die linke untere Ecke bewegen.

Abwarten.
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Autoproduktion und ETP
Maxima, danke für das Kompliment. Die früheren Poster hier waren eher konträr eingestellt; ich nehme an, entweder gingen sie an ihren Ölspekulationen pleite oder sind einfach müde geworden.

Wie geschrieben, wollte ich die PKW-Produktion mit dem Ölpreis verknüpfen.

Mach das mal mit so einem Datensatz ! (vom VDA)


Produktion und Export springen so hin und her, dass nur das Mittel über 12 Monate einen halbwegs glatten Verlauf hat.

Diesen Datensatz will ich mit Ölpreis und Ölproduktion verknüpfen. Zuerst wollt ich alle drei Datensätze miteinander multiplizieren, aber da kam nichts anschauliches raus.
Antwort auf Beitrag Nr.: 60.811.444 von keepitcool am 14.06.19 20:30:01Danke keepitcool für die schöne Grafik. Langsam könnte es wirklich ernst werden für die Weltwirtschaft. Ich bin sehr gespannt ob das Fördermaximum von 2018 übertroffen werden kann. Rein theoretisch wenn der Preis steigt und Iran, Venezuela, USA und Saudis die Förderung noch steigern könnte ich mir es vorstellen. In Wirklichkeit glaub ich aber nicht daran. Die nächsten Monate werden aber uns glaub ich den Weg weisen. Das ETP Modell finde ich übrigens sehr spannend deshalb freut es mich Updates von dir zu sehen!

Lg
Update
Ölproduktion und Ölpreis fallen



Die Produktionsdaten bis Februar 19 stammen von der EIA, der Rest vom MOMR.

Vielleicht sollte ich ab jetzt die KFZ-Produktionszahlen mit in die Grafik einbauen ?
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OPEC+ RULEZ


Seit Dezember 2018 hat die OPEC+ deutliche Förderbeschränkungen eingeführt. Damit wird der Ölpreis hoch gehalten. Ab jetzt wird die OPEC+ keinen Preisverfall mehr zulassen, und durch weitere Reduktionen bei Bedarf den Preis wieder hoch treiben. Die Lage der Weltwirtschaft ist kritisch, sie drückt den Ölpreis tendenziell nach unten. Beides zusammen wird in Zukunft den Preis bestimmen.

Das sinusförmige Preisverhalten (blaue Kurve) gehört der Vergangenheit an.

Das Maximum der Ölförderung im November 2018 ist wahrscheinlich der endgültige Peak der Ölförderung. Mit jedem Monat, der verstreicht, und die Weltwirtschaft sich nicht erholt, steigt die Wahrscheinlichkeit.
Ein Update
Da lag meine Extrapolation falsch.



oder etwa nicht ? Hat die OPEC+ etwa meine Kurve gekannt, oder ein ähnliche gehabt, und im Dezember die Förderung stark gesenkt, um den Preisverfall zu bremsen ?

Jedenfalls hat die OPEC+ ganz schön reduziert:



und die Welt insgesamt auch:



und die Russen liefern schlechtes Öl (1 Mbarrel/d) bzw. wir nehmen es nicht mehr ab.
https://oilprice.com/Latest-Energy-News/World-News/Poland-Su…

Dazu kommen die Sanktionen gegen Iran, wodurch noch einmal 1,5 Mbarrel/d vom Markt verschwinden könnten.


Gut, dass Peak Oil kein Thema ist.
Antwort auf Beitrag Nr.: 60.028.007 von Algol am 05.03.19 20:44:53
Zitat von Algol: Peak Oil ist gegenwärtig kein Thema mehr,
die wahren Elementarprobleme (langfristig) liegen ganz woanders, sei es die weiter zunehmende Überbevölkerung, Artensterben, Mikroplastik, versauernde, leergefischte Weltmeere, schwindende Trinkwasserreserven in vielen Regionen, Stickstoff/Überdüngung, immer mehr hirnlose, teils sogar gewählte Politiker an Atomknöpfen, Supervulkane usw.usw.

Der Point of no return ist i.Ü. längst überschritten, Beispiel Klimawandel:

https://earther.gizmodo.com/we-re-just-140-years-away-from-t…


Stimmt.
Das Problem ist nicht die Panikmache der Ökosozialisten.
Die hatten immerhin schon Recht mit der drohenden Klimaabkühlung (70er),
dem Ende der Rohstoffe (Club of Rome, 70er),
Waldsterben (80er).
Problem sind Politiker, die an den Supervulkanen schuld sind (geniale Idee übrigens).

Aber bald wird alles gut.
Mit Gretels Hilfe werden wir in Deutschland hoffentlich
auf das Konsumniveau von Nordkorea oder Venezuela kommen.
Gemeinsamkeiten
Aus einer mail:

Do you ever look around and contemplate how crazy it is out there—how urgent the E4 crises (environment, energy, economy, equity) have become—and still just about everyone blithely motors on? Do you wish you could listen in on an honest and insightful conversation about the insanity that surrounds us? Next week we’re launching Crazy Town, a new podcast, https://www.postcarbon.org/crazytown/to give you precisely that opportunity.

My colleagues, Jason Bradford and Rob Dietz, and I try to get to the heart of just how insane humanity’s unsustainable habits have become. During the first season we cover a wide range of panic-inducing topics, but instead of wringing our hands and bemoaning the madness of it all, we attack each episode with humor.

Das E4 Problem sehen wir ähnlich- aber beim energy-E können wir uns nicht einigen.
Peak Oil ist gegenwärtig kein Thema mehr,
die wahren Elementarprobleme (langfristig) liegen ganz woanders, sei es die weiter zunehmende Überbevölkerung, Artensterben, Mikroplastik, versauernde, leergefischte Weltmeere, schwindende Trinkwasserreserven in vielen Regionen, Stickstoff/Überdüngung, immer mehr hirnlose, teils sogar gewählte Politiker an Atomknöpfen, Supervulkane usw.usw.

Der Point of no return ist i.Ü. längst überschritten, Beispiel Klimawandel:

https://earther.gizmodo.com/we-re-just-140-years-away-from-t…
1 Antwort?Die Baumansicht ist in diesem Thread nicht möglich.
Update


Die OPEC hat mit der Förderkürzung den Preis wieder hoch getrieben. Sonst wäre er wohl stark eingebrochen.

https://oilprice.com/Energy/Crude-Oil/European-Oil-Demand-Is…
MAP und Realer Preis
ETP- MAP und linearer Fit unterscheiden sich am heutigen Tag um 4 $/Barrel; also fast gar nicht.

Peak Demand als Grafik
Peak Demand tritt jedesmal auf, wenn der Ölpreis die blaue Linie erreicht.



Der Ölabsatz bricht ein, als Folge davon der Preis. Man kann die blaue Linie deshalb auch die "Peak Demand Linie" nennen.
Die grüne Linie ist ein Fit an den Ölpreis der letzten zehn Jahre. Grüne und blaue Linie treffen ungefähr 2022 auf 30$/Barrel. Bei 30$/Barrel wird die Ölförderung in vielen Feldern sich nicht mehr lohnen; sie wird eingestellt werden. Kann aber auch schon vorher so kommen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 58.049.017 von TME90 am 22.06.18 23:25:21
Zitat von TME90: Trotz des hohen Tempos denke ich nicht, dass Peak Demand in den nächsten 10 Jahren erfolgen wird.


Das glaube ich auch nicht. Gute n8 :-)
"Aber kann man aufgrund der vergangenheit immer zutreffende vorraussagen für die zukunft treffen?"

Nein! Aufgrund der aktuell elementaren Bedeutung des Erdöls für unsere Gesellschaft gehe ich jedoch von weiterhin sehr geringer kurz- und auch mittelfristiger Elastizität aus.

"Hm,.. das habe ich jetzt nicht verstanden was du meinst."

Ich rede davon, dass es durchaus passieren kann, dass sich Angebot und Nachfrage mittelfristig so entwickeln, dass 1 Mio. Barrel am Tag fehlen. Wenn dieser Zustand etwas anhält, kann der Öpreis deutlich über 100 $ schießen. Das würde die Wirtschaft in den Import-Ländern belasten und damit auch die westlichen/asiatischen Aktienmärkte (mein Investitionsraum). Gleichzeitig würde es aber den Förderern massive Cashflows einbringen. Daher bestünde ein Ausgleichseffekt. Der Markt fällt und Förderer steigen. Ich reduziere also die Folgen dieses Szenarios.

Gleichzeitig denke ich aber auch, dass BP in den nächsten Jahren auch ohne dieses Szenario sehr hohe Cashflows generieren wird und für CapEx deutlich weniger benötigen wird. Trotz des hohen Tempos denke ich nicht, dass Peak Demand in den nächsten 10 Jahren erfolgen wird.
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Antwort auf Beitrag Nr.: 58.048.885 von TME90 am 22.06.18 22:51:23
Zitat von TME90: Langfristig reagiert die Nachfrage. Kurzfristig ist sie inelastisch. Daher kam es auch zu einem so gravierenden Preisrückgang, obwohl 2014 "nur" ein paar Prozentpunkte mehr produziert als verbraucht wurden.

Ja, stimmt. Aber kann man aufgrund der vergangenheit immer zutreffende vorraussagen für die zukunft treffen?

Diese nicht vorhandene Elastizität führt dazu, dass der Ölpreis mittelfristig nicht vorhersehbar ist und das stellt ein hohes systematisches Risiko dar.

Ja, das gilt für den status quo.

Preiskrisen würden wohl langfristig dazu führen, dass der Wandel beschleunigt wird.

Ja, genau! Hier sind wir wieder am punkt! Das ist das szenario, das wir, meiner meinung, in zukunft sehen werden. Die ölkonzerne werden alles dafür tun, um den wandel möglichst lange nach hinten zu verschieben. Das ist ein szenario, in das wir gerade hineinlaufen. Peak oil demand eben.


Mittelfristig profitieren die Ölkonzerne und stellen damit eine Art Hedge gegen diese systematische Risiko dar. So ist meine Sicht.


Hm,.. das habe ich jetzt nicht verstanden was du meinst. Ist auch schon spät ;-)
"Es kann künftig einfach nicht mehr im interesse der erdölförderer sein, wenn der ölpreis steigt."

Eine gewisse Range liegt wohl im Interesse der Förderer und auch der Förderländer (60-90?). Ein zu hoher Preis kann auch kurzfristig, wenn er zu hoch ist, dazu führen, dass die Wirtschaft abgewürgt wird, die Crack Spreads fallen und dann auch die Ölpreise fallen.

Langfristig reagiert die Nachfrage. Kurzfristig ist sie inelastisch. Daher kam es auch zu einem so gravierenden Preisrückgang, obwohl 2014 "nur" ein paar Prozentpunkte mehr produziert als verbraucht wurden. Und nun ist der Crash von 2014 wohl auch ein Grund für das besonders hohe Nachfragewachstum (und vielleicht gar der Erholung in der Eurozone).

Diese nicht vorhandene Elastizität führt dazu, dass der Ölpreis mittelfristig nicht vorhersehbar ist und das stellt ein hohes systematisches Risiko dar. Preiskrisen würden wohl langfristig dazu führen, dass der Wandel beschleunigt wird. Mittelfristig profitieren die Ölkonzerne und stellen damit eine Art Hedge gegen diese systematische Risiko dar. So ist meine Sicht.
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Antwort auf Beitrag Nr.: 58.048.408 von TME90 am 22.06.18 21:45:08
Zitat von TME90: Dafür investiere ich dort auch nicht. Wenn ich EE-Exposure möchte, suche ich das anderswo.
Und ja, ich kann nicht einschätzen, wie sich der Öl/Gas-Bedarf in den nächsten 20 Jahren entwickeln wird. Trotz der Fortschritte, sehe ich immer hohe Risiken.


Ok, verstehe. Interessant in diesem zusammenhang(gas) sehe ich die aktuelle entwicklung von CNG PKW´s.
Laut Kraftfahrt-Bundesamt stiegen die zulassungen von erdgasautos in deutschland im ersten quartal 2018 gegenüber dem vorjahr um 430 Prozent !!! VW Polo TGI und Golf TGI sind zurzeit ausverkauft! Also auch hier eine tendenzielle konkurrenz für erdöl.

Ich sehe eine sehr geringe Excess-Kapazität bei den OPEC-Staaten und nach wie vor steigende und inelstaische! Nachfrage. Damit sehe ich das Risiko (nicht die Gewissheit), dass es durchaus Perioden mit sehr hohen Preisen und Preiskrisen geben kann.


Ja, genau das genau ist der punkt!

Vorab dazu auch eine APA meldung von heute:

"Das Ölkartell OPEC erwägt eine leichte Ausweitung der Ölförderung, ohne das selbst auferlegte Limit entscheidend zu überschreiten. Das wurde zu Beginn der Tagung der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) am Freitag in Wien deutlich.

Es gehe darum, den Markt, der aktuell von einer hohen Nachfrage geprägt ist, zu stabilisieren, sagte der Ölminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Suhail Al-Mazrouei.

Für Autofahrer würde eine Produktionserhöhung zumindest kurzfristig wohl günstigere Benzinpreise bedeuten.Unter anderem durch Produktionsausfälle im krisengebeutelten Venezuela bleibt die OPEC laut Experten sogar deutlich unter dieser Marke. Eine offizielle Erhöhung um eine Million Barrel, wie von einem gemeinsamen Komitee empfohlen, würde daher in der Praxis kein Überschreiten des Limits bedeuten."



Warum ist das der punkt?
Weil eben der ölpreis in zukunft, meiner ansicht nach, sehr wohl elastisch sein wird. Super elastisch sogar. Genau aus den oben in der diskussion angesprochenen punkten werden die konkurrenzprodukte mit jeden cent den der ölpreis steigt attraktiver. Es sind eben disruptive technologien.
Es kann künftig einfach nicht mehr im interesse der erdölförderer sein, wenn der ölpreis steigt. Dadurch fällt die nachfrage nachhaltig und das geschäftsmodell wird zerstört.


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