Windreich AG - auf ein Neues (Seite 1416)

eröffnet am 23.01.13 17:57:32 von
neuester Beitrag 19.12.20 19:42:03 von

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20.11.20 15:32:14
Beitrag Nr. 14.151 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.780.343 von hedgefonds1 am 20.11.20 10:43:57@hedgefonds: eine Sache noch. Heute wirfst Du mir vor, dass ich angeblich eine Rückstellung verschwiegen habe und am 10.09. hast Du folgendes geschrieben:

"Zweitens schreibt Windra auch, dass schon damals Rückstellungen gebildet wurden auch Rothoom schreibt , dass mit 30 mio Rechts und Beratungskosten gerechnet wurden...".

Passt nicht wirklich zusammen, oder? Noch ein Hinweis, was nicht zusammen passt. Du schreibst, dass Du hoffst, dass Balz eine hohe Strafe bekommt, gleichzeitig aber nimmst Du an, dass die von Herrn Balz seinerzeit behaupteten "Sicherheiten und Bürgschaften" in so einem Maße existieren, dass man etwas Nennenswertes aus der Privatinsolvenz erwarten kann. In Wirklichkeit ist es aber so, dass Herr Balz mit diesen Sprüchen viele getäuscht hat und auch deswegen vor Gericht steht. Global Tech, an eigene Unternehmen (aber außerhalb des Windreich-Konzerns) verkauft, ohne den Kaufpreis zu entrichten und anschließend als "Privatvermögen" zu bezeichnen, ist eine Täuschung und natürlich verdient er dafür eine Bestrafung. Über die Höhe kann man diskutieren.
Diskutieren kann man alles Mögliche aber bitte nicht vermischen.

Wenn die Quote im Vordergrund stehen soll, dann ist es kontraproduktiv bei jedem Hinweis auf Macquarie oder Theolia auf Balz als den "Ursprung" zu verweisen. Das ist insbesondere dann kontraproduktiv wenn es dazu führt, dass man es sich schenkt, die Vertreter an ihre Verantwortung zu erinnern.

In diesem Zusammenhang verweise ich erneut auf den öffentlich zugänglichen Windreich Newsletter der Sdk Nummer 31. Macquarie ist dort nicht aufgeführt, die Erkenntnis kam erst später.
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20.11.20 21:16:09
Beitrag Nr. 14.152 ()
Hallo Windra,

ich sehe es ähnlich / teilweise genauso. Sich weiter mit Herrn Balz zu beschäftigen bringt nichts für die Quote. Hier sind die Vertreter und der Insolvenzverwalter gefragt. Der Aufwand, sich an diese zu wenden ist überschaubar....

Grüße Bär
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20.11.20 21:30:43
Beitrag Nr. 14.153 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.775.243 von ukurz am 19.11.20 21:22:26
Zitat von ukurz: der Prozess ist öffentlich.Durch Corona sind allerdings die drei Richter,drei Schöffen,zwei Verteidiger zwei Staatsanwälte,sowie Schreibkräfte im ganzen Saal verteilt.Außer den Journalisten waren mich eingerechnet gestern vier Zuschauer anwesend.viele Plätze sind dann nicht mehr frei.Am 25.11.20 um 9 Uhr hat dann die Vereidigung das Wort.


... das klingt nach regelmäßigem Besuch der Veranstaltung.
Ich wohne leider "meilenweit" davon weg.
Daher kurz nachgefragt: wie "angeschlagen" wirkte Balz zuletzt bei seinen Auftritten ?
Oder reißt er sich zusammen und zieht immer noch seine aggressive Ego-Show durch ?
(bzw redet sich damit munter weiter pöbelnd endgültig um Kopf und Kragen)
Danke & Gruß, Al Bondy
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21.11.20 09:05:12
Beitrag Nr. 14.154 ()
Guten Morgen lieber albondy,

ich war dreimal in Stuttgart und ich hatte nie den Eindruck,dass Herr Balz aufgibt.

Er ist immer kämpferisch und aufbrausend.Aber der Vorsitzende Richter ist neben seiner Fachkompetenz

auch sehr dominant und lässt sich die Zügel nicht aus der Hand nehmen.

Ich denke,dass er weitestgehend auf der Linie der Staatsanwälte ist.

Wie ich auch schon Windra berichtet habe ,waren die Zeugenbefragungen eigentlich echte Verhöre mit

Querverweisen auf Aussagen anderer Zeugen.

Wie der Richter es bewertet,dass Herr Balz alles Vermögen eingesetzt und auch verloren hat kann ich

nicht beurteilen.Die zuletzt bezahlten Anleihezinsen konnten nur durch Beleihung von Privatvermögen

beglichen werden.

Nebenbemerkung:

In meinem Depot sind auch Windreich-Anleihen.Bin also auch Betroffener.

Aber für mich ist Herr Balz kein Verbrecher.Wirkliche Kriminelle sind die ganze Wirecard-Bande um

Braun und Marsalek.

Noch ein Witz am Rande.Vor Corona wurde man vor Zutritt ins Gericht ausführlich leibesvisitiert.

Aufgrund der Abstandsregelung entfällt dies,kein Ausweis,kein Fiebermessen ,keine Kontaktverfolgung.

Noch ein schönes Wochenende


Ukurz



.
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21.11.20 17:24:13
Beitrag Nr. 14.155 ()
Aus der Heimatzeitung von Willi Balz (=Stuttgarter Nachrichten):
Prozess zu Insolvenz von Windpark-Entwickler Windreich aus Wolfschlugen: Muss Willi Balz ins Gefängnis?
19.11.2020 05:30, VON HENRIK SAUER — ARTIKEL AUSDRUCKEN E-MAIL VERSCHICKEN
Windreich-Prozess: Staatsanwaltschaft fordert fünf Jahre und drei Monate Haft für den Unternehmer

Seit einem Jahr und drei Monaten wird am Stuttgarter Landgericht die Insolvenz des Windpark-Entwicklers Windreich verhandelt. Gestern, am 69. Verhandlungstag, wurde die Beweisaufnahme abgeschlossen und die Staatsanwaltschaft hielt ihr Plädoyer. Sie fordert für den angeklagten Firmenchef Willi Balz eine Gefängnisstrafe von fünf Jahren und drei Monaten.

WOLFSCHLUGEN/STUTTGART. Die Staatsanwaltschaft sieht es als erwiesen an, dass der 60-jährige Balz Bilanzen unrichtig dargestellt und für sein Unternehmen zu spät Insolvenz angemeldet hat. Über einen Zeitraum von einem Jahr und vier Monaten habe Balz sein Geschäft weiterbetrieben, obwohl klar gewesen sei, dass die Liquidität nicht ausreiche, um die Verbindlichkeiten zu decken. Dabei sei ein enormer Schaden entstanden. Mit geschönten Bilanzzahlen habe er Kredite eingeworben und bei Anlegern Geld eingesammelt.

Dabei habe Balz stets gewusst, was er tat, so Oberstaatsanwalt Heiko Wagenpfeil in dem rund fünfstündigen Plädoyer. Im Prozess habe Balz sich jedoch als Person gezeigt, die die Schuld bei anderen suche. „Seine impulsive und dominante Art bekamen wir hier zu sehen“, so Wagenpfeil. Balz sei nicht „gescheitert worden“, wie er selbst immer behauptet habe: „Er ist gescheitert.“

In Balz’ Einlassungen habe man „viel gehört, wie es hätte sein können“, so bei der Frage der Bewertung der Windparkprojekte. Bei der juristischen Betrachtung gehe es aber nur um Tatsachen, da zählten keine abstrakten Werte wie zu erwartende Stromerlöse oder Verkaufserlöse, betonte die Staatsanwaltschaft.

Der von Balz häufig genannte Vorwurf, erst die Durchsuchung der Geschäftsräume im März 2013 habe die Insolvenz verursacht, sei in der Hauptverhandlung widerlegt worden. Schon 2010 habe das Unternehmen erhebliche Verluste gemacht. Spätestens Ende März 2012 sei die Insolvenz eingetreten.

Neben der Frage der objektiven Schuld gehe es auch um die subjektive Schuld des Firmeninhabers. Seine Beteuerung, er habe sich auf das Urteil seiner Berater verlassen, reiche daher nicht: „Für den Vorsatz reicht es aus, die Bedeutung seines Handelns zu erfassen.“ Balz habe alles dem Zweck der Windreich AG untergeordnet: „Er brauchte gute Zahlen.“ Es sei ihm darum gegangen, nicht nur Entwickler der Windparks zu sein, sondern diese auch zu betreiben. Dabei habe er „den Blick verloren für das, was der Markt bereit war zu zahlen“. Zu lange habe Balz an Projektrechten festgehalten, anstatt sie zu verkaufen.

Balz sei die dominante Persönlichkeit im Unternehmen gewesen: „Er traf die letzte Entscheidung über finanzielle Fragen.“ Kritische Meinungen habe er weggewischt. Und auch seine wiederholte Aussage, er habe mit seinem großen Privatvermögen für das Unternehmen gebürgt, weshalb schon deshalb der Vorwurf des Vorsatzes nicht stimmen könne, wollte ihm die Staatsanwaltschaft nicht als Entlastung durchgehen lassen: Die tatsächliche Zahlungswilligkeit sei anzuzweifeln.

Bestätigt sieht die Staatsanwaltschaft ebenfalls die Vorwürfe von besonders schwerem Betrug in mehreren Fällen, Veruntreuung und Insiderhandel. So zum Beispiel im Fall eines mutmaßlich doppelt sicherungsübereigneten Maseratis aus seinem Privatbesitz.

Bei der geforderten Strafzumessung blieb die Staatsanwaltschaft bei den meisten Tatvorwürfen nach eigenen Angaben nicht am unteren Rahmen des Möglichen. Balz habe eine gehörige Portion krimineller Energie an den Tag gelegt. Zu seinen Gunsten spreche, dass er nicht vorbestraft ist, dass er durch die Firmeninsolvenz auch selbst in die Privatinsolvenz gerutscht ist und enormen Regressforderungen gegenüberstehe, und dass die Ermittlungen sich über sechs Jahre hingezogen haben. Gegen ihn spreche indes sein Verhalten in der Hauptverhandlung: Dass er zum Beispiel Zeugen der Illoyalität und der Inkompetenz bezichtigt habe, soll nach Meinung der Staatsanwaltschaft strafverschärfend gewertet werden, ebenso die ihm unterstellte fehlende Einsicht.

Die Verhandlung wird am kommenden Mittwoch fortgesetzt. Dann hat die Verteidigung Gelegenheit, ihre Sicht der Dinge ausführlich darzulegen. Willi Balz bestreitet alle Vorwürfe. Gegenüber unserer Zeitung hat er sich vor Kurzem zuversichtlich gezeigt, sämtliche Vorwürfe widerlegen zu können.
*****************************
Ich nhabe die 1,20 € investiert, um die Seite elektronisch abrufen und kopieren zu können. Meine Anleihe 20 TE 2015 habe ich gestern zum Kurs von 3,2 % verkauft. 30 TE aus 2016 behalte ich mal bis auf Weiteres. Aus dem Verkaufserlös will ich eine Mini Solaranlage mit zwei Modulen aufs Dach setzen, um wenigstens etwas sinnvolles damit anzufangen.
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26.11.20 10:30:57
Beitrag Nr. 14.156 ()
... Danke für die ausführlichen Informationen.

Kein Deal, stattdessen auch im Plädoyer der gewohnte Konfrontations- und Crash-Kurs gegen die böse Justiz. Wie üblich nach dem Motto "Schuld sind immer alle andern außer Ich."
Damit steht auch das Urteil jetzt schon beinahe fest.
Balz "habe sein letztes Hemd gegeben" :)
Fragt sich dann nur noch wem, wann, wohin genau und für wie lange. Und wieviel mutmaßlich in den geräumigen Hemdtaschen war. Verdunklungsgefahr bestand hier leider nicht mehr, weil schon bis zur Insolvenz alles optimal verdunkelt wurde.

Insolvenzverfahren erfordern einen langen Geduldsfaden.
Balz hat nur eine extrem kurze Zündschnur.
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26.11.20 17:08:14
Beitrag Nr. 14.157 ()
... das Urteil soll am 2. Dezember verkündet werden
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28.11.20 21:36:23
Beitrag Nr. 14.158 ()
@albondy ... sehe es genauso, bin selber sehr gespannt, wie diese Geschichte endet.

wegen GTU 2 habe ich mal "gegoogelt" und fand zwei Seiten interessant, vielleicht hilft es mehr Licht ins Dunkel zu bringen, scheint ja recht komplex zu sein.

https://data502.de/insight/company/gtuiigmbh_VNWJI3PN
http://www.firmendb.de/firmen/7079164.php
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29.11.20 11:55:35
Beitrag Nr. 14.159 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.876.919 von speedo2 am 28.11.20 21:36:23
Zitat von speedo2: scheint ja recht komplex zu sein.


... jo - und auch nur ein kleiner Ausschnitt des "Gesamtkunstwerks", ansonsten unternehmerisch durchaus üblich - aber teils eben auch so gewollt um Kapital versickern und verschwinden zu lassen. Wenn die Dinge entweder zu entgleisen drohen, oder von vornherein mit krimineller Energie, mit Inkompetenz oder im Größenwahn betrieben wurden, endet es meist ähnlich:

Einige wenige ziehen viele Millionen für sich heraus, andere Beteiligte sind mehr oder weniger ruiniert, für die große Masse der Gutgläubigen bleiben meist nur immense Verluste und nach vielen Jahren ggf stückweise hingekleckert eine mühsam erarbeitete Quote nach Kosten. Insolvenzen sind fast immer schon im Vorfeld, sowie dann stets sofort nach Bekanntgabe ein einziges großes Hauen und Stechen, wo jeder mit allen -auch illegalen- Mitteln zusammenrafft und rettet was irgendwie noch zu retten ist oder eben konspirativ mit Gewinn wegzuschaffen war.

Wer mal unternehmerisch tätig und entsprechend vernetzt war, mit Sanierungen und Liquidationen zu tun hatte oder sich mit einzelnen Insolvenzen näher beschäftigt hat, kann ein Lied mit vielen Strophen davon singen. Beispiele gibts massenhaft, Namen nenne ich nicht, viele Skandale sind ohnehin medienbekannt.

Wer Böses plant, mischt sich generell gern unter die Guten und pflegt dazu entsprechend sein passendes Image. Weil man da am wenigsten auffällt und mit Sicherheit auf die mit Abstand meisten Leicht- und Gutgläubigen trifft. Dubiose "Öko-Pleiten" liegen seit vielen Jahren überdurchschnittlich gut im Trend - weil sich das mit relativ geringem Risiko und maximalen Kapitalsammelmöglichkeiten einfach so angeboten hat. Und weil auch der Graumarkt dafür bis heute relativ unkontrolliert funktioniert.

Dazu gab und gibt es hochqualifizierte Anwälte und Consultants, die mehr oder weniger offen "Komplettpakete" für Sanierungen und Liquidationen oder schlichte Abzocke zu Lasten Dritter anbieten - und denen Justiz oder BAFin kaum etwas entgegenzusetzen haben. Da viele Beteiligte im Hintergrund völlig unbekannt bleiben oder formaljuristisch nicht angreifbar sind, richtet sich der kollektive Unmut dann gern gegen "das System" an sich, in seiner Funktion als Aufdecker und Beender der Veranstaltung. Oder eben später gegen die Abwickler, die den ganzen absichtlich maximal verschleiert und ausgeplündert hinterlassenen Dreckhaufen jahrelang entwirren und die Reste dann noch irgendwie verwerten dürfen.

Das Musterbeispiel für extrem fanatischen Aktionismus mit kollektiv um 180 Grad verdrehter Schuldzuweisung bleibt der "Albanische Lotterieaufstand" Mitte der 1990er Jahre (wiki kurz aber lesenswert, wegen immer wieder neuer eindeutiger Parallelen zu anderen laufenden Verfahren):
https://de.wikipedia.org/wiki/Lotterieaufstand
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30.11.20 18:25:20
Beitrag Nr. 14.160 ()
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