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Lang & Schwarz, LUS, WKN 645932 - WIKIFOLIO und nun? (Seite 930)



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Antwort auf Beitrag Nr.: 59.884.723 von Mr-Diamond am 15.02.19 16:01:46Ich bin ziemlich geschockt und das hat mich vom Hocker gerissen!!

Aber analysieren wir mal die Zahlen fürs gesamte Jahr (alles andere macht sowieso keinen Sinn):
Rohertrag 21.3 Mio Euro
abzgl. 11.2 Mio Verwaltungsaufwand
abzgl. 0.38 Mio ?
= 9.654 Mio Ergebniss der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit

sofern der gesamte Steuermist nicht wäre, würde darauf max. 31,23% Steuern anfallen, also
abzgl. "normal" max. 3 Mio Steuern
= Konzernüberschuss 6.65 Mio Euro = 2,11 Euro pro Aktie


So und jetzt zu dem ganzen Steuerscheiss, gemäß Neu-Regelung (so wie ich das interpretiere):
Gewinne Derivategeschäft voll steuerpflichtig
Gewinne Aktiengeschäfte 5% steuerpflichtig
Verluste Aktiengeschäfte steuerlich nicht abziehbar
= unterm Strich muss hier kumuliert aus diesen Posten ein steuerpflichtiger Gewinn 2018 von ca. 63 Mio. Euro stehen
abzgl. Verwaltungsaufwand 11.2 Mio
abzgl. Verlustvortrag aus 2017 von 11.8 Mio (Verlustvortrag war ja laut HV bei 19 Mio => 1 Mio voll abzugsfähig plus 60% vom verbleibenenden Verlust -10d EStG- => 11.8 Mio abziehbar; ca. 7 Mio verbleiben als Verlustvortrag)
= steuerlicher Gewinn ca. 40 Mio => darauf max. 31,23 % = 12,5 Mio (= entspricht der insgesamt gebildeten Steuerrückstellungen aus 2017 plus 2018)

Fazit:
Kommunikation eine absolute Katastrophe, da sollte man dann auf der HV auch mal den Aufsichtsrat und den Vorstand nicht entlasten !!
Wenn man den ganzen Laden jetzt an eine Bank oder Onlinebroker verkaufen würde, würde die steuerliche Alt-Regelung wieder angewandt und damit würden dann ab dem Verkaufszeitpunkt max. 31,23% Steuern anfallen, zudem dürfte ja noch ein Verlustvortrag von ca. 7 Mio verbleiben.
Aus einem EdG von 9.6 Mio Euro würde dann ein Konzernüberschuss nach Steuern von 6.5 Mio Euro oder 2,11 Euro pro Aktie werden (die 7 Mio Verlustvortrag mal aussen vor)=> Marktkapitalisierung bei Kursen von 18,- Euro = 57 Mio, EK bei 30 Mio => erscheint dann aus meiner Sicht eher günstig und evtl. sollte der Vorstand mal über einen Verkauf der kompletten Firma auf der HV Auskunft geben.
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Schade, so eine schlechte Berichterstattung. Ohne Erklärung, nur für den Steuerfachmann verständlich. Als Nichtfachmann sieht das nach dem Ende von Wikifolio aus, falls die Steuern tatsächlich mal gezahlt werden müssen. Offensichtlich werden Gewinn aus Transaktionen besteuert, ohne das Verluste verrechnet werden können. Aber ich hoffe, dass ein Experte vielleicht mehr Erklärungen hier liefern kann.
Antwort auf Beitrag Nr.: 59.885.329 von Aliberto am 15.02.19 17:01:02Habe leider kein Steuerwesen studiert. Kann mir als Laie jemand erklären, warum die Rückstellungen im letzten Quartal so hoch geschraubt worden sind? Es wurde und wird doch klar gesagt, dass Rückstellungen schon seit der Reform gebildet wurden.

Und nun bei sinkendem Gewinn höhere Rückstellungen ?!
Oder wurden die für die vorherigen Quartale falsch berechnet?

:confused:
Danke Aliberto!

Ohne den Steuermist wäre Q4 richtig stark gewesen...

Die Kommunikation von LuS ist eine absolute Katastrophe. Für mich hat das Management hier eine Menge Vertrauen verspielt und ich denke, ich werde mich über kurz oder lang von meinen Lang und Schwarz Anteilen trennen.

Vermutlich wäre es tatsächlich am besten, wenn der ganze Laden aufgekauft werden würde.
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Bin froh, dass ich mich schon vor längerem von der Aktie verabschiedet habe. Die Ergebnisse sind für mich einfach zu unkalkulierbar.
Dennoch frage ich mich, warum ihr hier auf L & S einhackt?

Ist es nicht eher unser gefrässiger Staat, der hier höhere Steuern zwecks noch mehr Umverteilung eintreiben möchte?
Da tun sich doch permanent neue Steuerlöcher auf, trotz sehr hoher und wachsender Steuereinnahmen.
Erklärungsbedürftig sind auch die Werwaltungsaufwendungen, die in den ersten drei Quartale um 4% stiegen und über das Gesamtjahr um 16% abnahmen.

Die letzten 6 Quartale lagen die Verwaltungsaufwendungen jeweils zwischen 3.1 - 3.7 Mio. Im Q4 sollen diese nur noch bei 1.1 Mio liegen. Bei konstanten Verwaltungsaufwendungen wäre das operative Ergebnis im Q4 nicht bei 3.3 Mio sondern eher bei 1 Mio.
Somit muss es hier im letzten Quartal noch aussergewöhnliche Erträge von ca. 2 Mio gegeben haben.

Meldung zu den ersten 3 Quartalen:
Die Verwaltungsaufwendungen (Personalaufwendungen zzgl. sonstige betriebliche Aufwendungen) in Höhe von TEUR -10.124 erhöhten sich leicht um 4 % gegenüber dem Vorjahreswert (TEUR -9.762).

Meldung für das Gesamtjahr:
Die Verwaltungsaufwendungen (Personalaufwendungen zzgl. sonstige betriebliche Aufwendungen) nahmen deutlich auf TEUR -11.223 ab nach einem Vorjahreswert von (TEUR -13.423).

Viele Grüsse
Astroman
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Antwort auf Beitrag Nr.: 59.885.548 von Ghosttrader1 am 15.02.19 17:18:41Ich bin nicht investiert, versuche das Thema aber einmal einzuordnen bzw. zu verstehen. Ich bitte um Nachsicht, wenn andere das hier schon vor mir getan haben, aber ich bin nur sporadischer Leser dieses Threads.

Das Problem bei L&S ist also offenbar die Neufassung des § 8b Abs. 7 KStG in der ab 2017 geltenden Fassung. Die Änderungen der Vorschrift stellen sich wie folgt dar:

alte Fassung
(7) 1 Die Absätze 1 bis 6 sind nicht auf Anteile anzuwenden, die bei Kreditinstituten und Finanzdienstleistungsinstituten nach § 1a des Kreditwesengesetzes in Verbindung mit den Artikeln 102 bis 106 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 über Aufsichtsanforderungen an Kreditinstitute und Wertpapierfirmen und zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 646/2012 (ABl. L 176 vom 27.6.2013, S. 1) oder unmittelbar nach den Artikeln 102 bis 106 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 dem Handelsbuch zuzurechnen sind. 2 Gleiches gilt für Anteile, die von Finanzunternehmen im Sinne des Gesetzes über das Kreditwesen mit dem Ziel der kurzfristigen Erzielung eines Eigenhandelserfolges erworben werden. 3 Satz 2 gilt auch für Kreditinstitute, Finanzdienstleistungsinstitute und Finanzunternehmen mit Sitz in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union oder in einem anderen Vertragsstaat des EWR-Abkommens.


neue Fassung
(7) 1 Die Absätze 1 bis 6 sind nicht auf Anteile anzuwenden, die bei Kreditinstituten und Finanzdienstleistungsinstituten dem Handelsbestand im Sinne des § 340e Absatz 3 des Handelsgesetzbuchs zuzuordnen sind. 2 Gleiches gilt für Anteile, die bei Finanzunternehmen im Sinne des Kreditwesengesetzes, an denen Kreditinstitute oder Finanzdienstleistungsinstitute unmittelbar oder mittelbar zu mehr als 50 Prozent beteiligt sind, zum Zeitpunkt des Zugangs zum Betriebsvermögen als Umlaufvermögen auszuweisen sind.


Das Problem bei L&S ist ganz offenbar, dass die Freistellung von Veräußerungsgewinnen aus Aktien (§ 8b Abs. 2 KStG) nach der o.g. Neufassung des § 8b Abs. 7 KStG plötzlich anwendbar ist und nicht mehr die Ausnahme des § 8b Abs. 7 KStG greift, wonach nämlich Gewinne/Verluste aus Aktien bei den dort genannten Unternehmen im Rahmen des Handelsbestands unbeschränkt steuerpflichtig/abzugsfähig sind. Die Freistellung von Veräußerungsgewinnen aus Aktien (§ 8b Abs. 2 KStG) bedeutet nämlich auch, dass Verluste aus Aktienpositionen steuerlich nicht abzugsfähig sind (§ 8b Abs. 3 KStG).

Für ein Unternehmen mit einem Geschäftsmodell, wie es L&S verfolgt, ist die Anwendbarkeit der Ausnahmeregelung des § 8b Abs. 7 KStG meines Erachtens von existentieller Bedeutung: L&S wird als Hedge gegen die Emission von Aktienzertifikaten (und auch Wikifoliozertifikaten) entsprechend hohe Aktienbestände halten. In den Büchern führt dies regelmäßig zu Gewinnen/Verlusten aus den Zertifikaten und (bis auf die Marge korrespondierenden) Gewinnen/Verlusten aus Aktien. Für die Steuerneutralität dieses Geschäfts ist es unabdingbare Voraussetzung dass alle Gewinne/ Verluste aus den Hedgebeständen (Aktien) auch steuerpflichtig/abzugsfähig sind. Andernfalls entsteht ein Mismatch zwischen den steuerpflichtigen Zertifikatsgewinnen und den steuerlich nicht abzugsfähigen Aktienverlusten. Gerade in Jahren mit stark fallenden Aktienkursen (2018 !) ist das fatal. Genau das scheint jetzt eingetreten zu sein bzw. wird befürchtet.

Was mich wundert ist allerdings, dass dieses Thema erst mit der Änderung von 2017 aufgetreten sein soll. Das kann also nur daran liegen, dass (i) L&S sich nicht als KI bzw. Finanzdienstleistungsunternehmen qualifiziert (sondern als Finanzunternehmen, welche mit Ausnahme der Konzernklausel ab 2017 nicht mehr unter § 8b (7) KStG fallen) oder aber (ii) L&S zwar KI oder Finanzdienstleistungsunternehmen ist, aber die Hedgebestände nicht dem "Handelsbestand im Sinne des § 340e Absatz 3 des Handelsgesetzbuchs" zuzuordnen sind. Beide Ansätze würden mich wundern, denn eigentlich müßte L&S zumindest Finanzdienstleistungsunternehmen i.S. des KWG sein und ausserdem sollten die oben beschriebenen Hedgebestände argumentativ durchaus Handelsbestand darstellen (das mag die FinVerw allerdings durchaus anders sehen). Allerdings mußten Aktien bei qualifizierten Unternehmen auch schon früher (s.o) dem "Handelsbuch" zuzurechnen sein. Allerdings kam es nach der Altfassung auf die KWG-(aufsichtsrechtliche) Qualifikation an, während es nun auf § 340e Absatz 3 HGB ankommt, also die handelsrechtliche Einordnung. Hier könnte in der Tat das Problem liegen. Falls ja wäre L&S von dieser Gesetzesänderung vermutlich unbeabsichtigt aber leider sehr hart betroffen. Das Unternehmen könnte aus meiner Sicht damit bei unverändertem Geschäftsmodell in seiner Gesamtheit weitgehend zu einer Steuerwette mutieren.
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Immerhin: Für diese Nachrichten und miese Informationslage hält sich die Aktie noch ganz gut.

Tui ist z.B. um 40% abgerauscht weil für das aktuelle Jahr "nur" ein Gewinn auf Höhe des letzten Rekordjahres anvisiert wird.

Börse ist schon immer wieder lustig :)

LG
Antwort auf Beitrag Nr.: 59.885.707 von astroman am 15.02.19 17:31:17Die Verwaltungsaufwendungen (Boni) sind doch zu großen Teilen variabel und werden bei solch einem Ergebnis halt auch gekürzt.

Vielmehr stellt sich die Situation doch jetzt so da, dass man 2017 ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 11.4 Mio Euro erwirtschaftet hat und dass aufgrund der steuerlichen Zusammensetzung der Gewinne gemäß steuerlicher Neu-Regelung darauf paradoxerweise keine Steuern anfallen würden (dies wurde seitens LuS ja so auch kommuniziert); es würde sogar ein steuerlicher Verlust in Höhe von 20 Mio. generiert. Seitens LuS hat man aber vorsorglich eine Steuerrückstellung in Höhe von 3.5 Mio Euro gebildet und so ein Konzernüberschuss von 7.9 Mio ausgewiesen.

Im Jahr 2018 ist die Situation nun anscheinend genau andersherum. Man hat ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 9.6 Mio erzielt und aufgrund der steuerlichen Zusammensetzung würden hierauf 12.5 Mio Steuern anfallen....also deutlich höhere Steuern als Ergebnis der Geschäftstätigkeit....kann es ja auch nicht sein.
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Antwort auf Beitrag Nr.: 59.885.902 von Aliberto am 15.02.19 17:47:36
Zitat von Aliberto: Die Verwaltungsaufwendungen (Boni) sind doch zu großen Teilen variabel und werden bei solch einem Ergebnis halt auch gekürzt.

Vielmehr stellt sich die Situation doch jetzt so da, dass man 2017 ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 11.4 Mio Euro erwirtschaftet hat und dass aufgrund der steuerlichen Zusammensetzung der Gewinne gemäß steuerlicher Neu-Regelung darauf paradoxerweise keine Steuern anfallen würden (dies wurde seitens LuS ja so auch kommuniziert); es würde sogar ein steuerlicher Verlust in Höhe von 20 Mio. generiert. Seitens LuS hat man aber vorsorglich eine Steuerrückstellung in Höhe von 3.5 Mio Euro gebildet und so ein Konzernüberschuss von 7.9 Mio ausgewiesen.

Im Jahr 2018 ist die Situation nun anscheinend genau andersherum. Man hat ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 9.6 Mio erzielt und aufgrund der steuerlichen Zusammensetzung würden hierauf 12.5 Mio Steuern anfallen....also deutlich höhere Steuern als Ergebnis der Geschäftstätigkeit....kann es ja auch nicht sein.


Genau das Frage ich mich auch gerade. Die ursprünglichen 3,3 Mio Rückstellungen wurden gebildet, weil man sich nicht sicher war, ob man den Gewinn wirklich nicht besteuern muss. Die neuen Rückstellungen sind gebildet worden, weil nach dem neuen Gesetz wesentlich mehr Steuern fällig wären. D.h. nach dem neuen Gesetz würde Lang und Schwarz 3,3 Mio + 12,5 Mio + "den Steuerbetrag nach nach der alten Fassung fällig wäre" bezahlen. Bei 9,6 Mio Vorsteuergewinn. :rolleyes:

Ober habe ich da einen Denkfehler?
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