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Fragen zu Indexzertifikat auf BCDI


Neuigkeiten zu boerse.de-Champions-Defensiv (BCDI) EUR Price Index Index Zertifikat Open-End (DB)


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Hallo,
in einem Newsletter wurde folgendes Indexzertifikat beworben: https://www.xmarkets.db.com/DE/Produkt_Detail/DE000DT0BAC7?searchedText=DT0BAC

Index ist der BCDI, ein Aktienindex, bestehend aus den angeblich 10 defensivsten "Champion"-Aktien der Welt.

Zusammensetzung und Entwicklung kann hier sehen: http://www.solactive.com/?s=bcdi&index=DE000SLA3CD7

1. So wie ich das sehe wurde der Index extra für das Zertifikat erfunden. Sehe ich das richtig?
2. Starttag war der 30.6.14, demnach wurde der Index bis 1999 zurückgerechnet.
Laut Guideline wird der Index halbjährlich angepasst.
Wurden dann die Aktien, die aktuell drin sind bis 1999 zurückgerechnet?
Man kann sich ja eigentlich schlecht zusammensetzen und sagen, jetzt beschließen wir die Zusammensetzung z.B. für 1. Halbjahr 2005 oder so etwas..
3. Es fällt jährlich eine Managementgebühr von 1,5% an. Diese wird scheinbar durch 12 geteilt und monatlich vom Bezugsverhältnis abgezogen.
Somit sinkt dieses monatlich.
Demnach müsste ich dann Monat für Monat eine geringere Partizipation am Index haben oder habe ich hier einen Denkfehler?
4. Was passiert, wenn der TM Börsenverlag AG (Auftraggeber für den Index) oder die Solactive AG (berechnet den Index) pleite gehen oder die Berechnung des Index aufgeben? Basiswert = 0 und Totalverlust?
5. Was sind Ausübungstage?


grüße jack90
Antwort auf Beitrag Nr.: 47.952.634 von jack90 am 06.10.14 14:12:07Hallo jack90,

ich bin durch Zufall auf Ihre Fragen zum BCDI-Zertifikat aufmerksam geworden und finde diese sehr interessant. Da ich selbst Redakteur bei boerse.de bin, möchte ich Ihnen die Fragen gerne beantworten:

1. Ja, das ist korrekt. Der Index wurde von Anfang an mit der Zielsetzung entwickelt, ihn per Zertifikat auch handelbar zu machen.

2. Richtig. Die Aktien, die aktuell im Index enthalten sind, wurden bis 1999 zurückgerechnet.

3. Das Bezugsverhältnis wird einmal im Monat um die Managementgebühr von 0,125% verringert. Aus diesem Grund weichen der Indexkurs und der Zertifikatepreis im Laufe der Zeit geringfügig voneinander ab.

4. Meiner Einschätzung zufolge dürfte die TM Börsenverlag AG noch ein Weilchen bestehen bleiben. Sollte ich mich irren, ist das für BCDI-Anleger allerdings unerheblich. Das Zertifikat wird zunächst weiterhin gehandelt und kann am jeweiligen Ausübungstag bei der Deutschen Bank in cash getauscht werden. Im Falle einer Pleite der Solactive AG würde einfach eine andere Firma beauftragt, die den Index in Zukunft berechnet; bzw. auch hier gibt es die Variante über den Ausübungstag. Das „Worst-Case-Scenario“ besteht eigentlich nur darin, dass der Zertifikate-Emittent insolvent wird. In diesem Fall bestünde die Gefahr eines Totalverlustes. Da es sich beim Emittenten um Deutschlands größtes Kreditinstitut, die Deutsche Bank, handelt, hält sich das Risiko aber in sehr engen Grenzen.

5. Bei den Ausübungstagen handelt es sich im Produktprospekt um eine eher theoretische Info. An diesen Tagen ist eine Cash-Einforderung bei der Deutschen Bank möglich. Da das BCDI-Zertifikat jederzeit über die Börsen in Frankfurt und Stuttgart bzw. außerbörslich über die Deutsche Bank verkauft werden kann, spielen die Ausübungstage für den Anleger eigentlich keine Rolle.

Ich hoffe, meine Antworten waren verständlich. Ansonsten bitte einfach nachhaken.

Viele Grüße aus Rosenheim!
Antwort auf Beitrag Nr.: 48.001.159 von FlorianWalther am 10.10.14 17:46:17Hallo,
danke für die Antworten :)
Zu 3. Derzeit sehe dies nicht als schlimm an.
Mit dem Laufe der Zeit diese "Lücke" allerdings immer ein bisschen größer und wird dann nicht mehr ganz so unerheblich sein.
Antwort auf Beitrag Nr.: 48.001.159 von FlorianWalther am 10.10.14 17:46:17
DT0BAC
Der Punkt 3. ist wirklich erläuterungsbedürftig.
Das Zerti wird ständig durch boerse.de beworben , aber von den 0.125%/Mon. erfährt man so gut wie nichts, weil es Kosten sind, die der Aktionär zu tragen hat.Wie wirkt sich diese "Gebühr" auf die Abweichung zwischen Index und Zerti aus???

Grüsse von kowas
Antwort auf Beitrag Nr.: 50.107.860 von KOWAS am 03.07.15 18:25:37Hallo kowas,

wie ich bereits unter Punkt 3 geschrieben hatte, wird das Bezugsverhältnis einmal im Monat um die Managementgebühr von 0,125% verringert. Das bedeutet, dass der BCDI-Index stets eine geringfügig bessere Performance als das BCDI-Zertifikat aufweist. Unter www.boerse.de/bcdi finden Sie alle Infos zum BCDI bzw. dem BCDI-Zertifikat. Dort sind die Managementgebühren übrigens ganz offen unter den „Eckdaten zum BCDI-Zertifikat“ überall ausgewiesen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 50.346.054 von FlorianWalther am 06.08.15 15:25:48
Zertifikat oder Direktinvest?
Guten Tag, der Erhalt personalisierter Werbung zum BCDI im Briefkasten veranlasst mich nun doch dazu, das bisher Gelesene zu hinterfragen.

1. Das Zertifikat wird sehr intensiv beworben ("Der beste Aktienindex der Welt"). Das macht mich etwas stutzig. Von Börse.de wurde noch vor nicht allzu langer Zeit mehrfach dazu geraten, direkt in Aktien zu investieren. Das wären in diesem Fall nur 10. Welche Eigenschaften des Zertifikats sprechen dafür, dass die erwähnten Nachteile von Fonds hier nicht zutreffend sind?

2. Wie würde sich die Änderung des Bezugsverhältnisses (sog. Managementgebühr) auswirken, wenn man sie ebenfalls bis zum Jaht 1999 zurück rechnen würde?

3. Das Emittentenrisiko wird im Flyer überhaupt nicht erwähnt, das Währungsrisiko nur marginal im Kleingedruckten.

4. Auf den bestehenden Interessenkonflikt wird ebenfalls nur im Kleingedruckten hingewiesen.
Manche der Autoren, die vom Produkt so begeistert sind, sind mit Sicherheit auch investiert.

Fazit: Warum also nicht beim Leisten bleiben und direkt in Aktien investieren, statt im Ungewissen herum zu schustern? Börse.de bietet hier eine sehr gute Selektion defensiver Aktien.
Antwort auf Beitrag Nr.: 51.591.171 von harcoon am 27.01.16 13:41:55
Analyse BCDI-Zertifikat
Hallo zusammen!

Da ich mich auch seit einiger Zeit mit dem BCDI-Zertifikat und den einzelnen Werten beschäftige, möchte ich gerne hier meine eigene, persönliche Analyse für alle Interessierten teilen. Mir hat auch die Vorstellung bzw. der Flyer zum BCDI-Zertifikat sehr gut gefallen und ich war daher auch sofort sehr begeistert von dem Zertifikat. Allerdings habe ich mich auch mit den Nachteilen beschäftigt. Daher kam ich zu folgender Auswertung:

Vorteile:
- 10 hochwertige Qualitätsaktien mit attraktiver Dividendenrendite
- durch breitere Streuung besteht ein geringeres Risiko als bei Einzelinvestments
- Indexanlagen bieten eine deutlich stressfreiere Investmentmöglichkeit:
es müssen nicht ständig alle Einzelwerte analysiert werden; zudem besteht bei Einzelinvestments
die Gefahr von irrationalen Entscheidungen (denn wie reagiert ein Anleger z. B., wenn ein
Einzelinvestment plötzlich 20 % im Minus steht; vor kurzem kam z. B. Novo Nordisk ordentlich
unter die Räder); beim Indexzertifikat schaut man einfach nur gelegentlich auf die aktuelle
Entwicklung
- eine exakte Nachbildung des BCDI-Index ist für Kleinanleger schwierig und zudem recht teuer
- Reinvestition der Dividenden und Rebalancing sind im Grunde unmöglich
- regelmäßiges Rebalancing sorgt für eine ausgeglichene Aufteilung der Anteile
- eine kontinuierliche Reinvestition der Dividenden sorgt langfristig bei positiver Wertsteigerung für
einen deutlichen Performance-Unterschied (vergleichbar mit dem Zinses-Zins-Effekt)
- eine Teilnachbildung des Index birgt die Gefahr, die „schlechteren“ Werte herauszupicken
- Index hat die Möglichkeit zur Anpassung, also mitunter zum Austausch einzelner Werte
- an der Börse gibt es nichts umsonst: ETF-Anlagen, Sparpläne, Fonds haben meist geringfügige
Managementgebühren; bei aktiven Investments entstehen auch teils sehr hohe Kosten durch viele
Käufe und Verkäufe. Diese Kosten werden vermutlich auch oft unterschätzt und nicht entsprechend
gegenübergestellt.
- Die im BCDI-Zertifikat anfallenden laufenden Kosten von 1,5 % sind natürlich deutlich höher als z.
B. bei ETF-Anlagen, halte ich aber dennoch für akzeptabel; zumal der Index auch zukünftig stets
eine Gesamt-Dividendenrendite von über 2,5 % einheimsen dürfte, somit wären die Kosten alleine
durch die Dividenden mehr als gedeckt
- Das Zertifikat hat seit Auflage am 30.04.2014, trotz der aktuell turbulenten Börsenwochen, immer
noch ein beachtliches Plus von über 28 % (unter Berücksichtigung der Managementgebühren!); was
hätte das Geld in 20 Monaten denn auf dem Tages- oder vielleicht auch Festgeldkonto gebracht? Die
Antwort kennt jeder selbst!

Nachteile:
- das größte Risiko besteht hier natürlich im Emmitentenrisiko (=Zahlungsunfähigkeit der Deutschen
Bank); und somit besteht zumindest ein potenzielles Risiko für einen Totalverlust der Einlagen;
daher raten einige „Experten“ auch generell von Zertifikaten ab; bei ETF- und Fondsanlagen gelten
die Einlagen als Sondervermögen und sind geschützt
- es besteht zudem ein Währungsrisiko (da überwiegend Auslandstitel) und ein allgemeines
Verlustrisiko bzw. Wertschwankungsrisiko, wie bei allen Wertpapieranlagen
- die Performance-Rückberechnungen sind kein Garant für zukünftige Entwicklungen
zudem erfolgen die Rückberechnungen ohne Berücksichtigung der laufenden Kosten
(Managementkosten von 1,5 % p. a.); allerdings erreicht kein Privat-Anleger irgendwelche
angegebenen Performance-Renditen, da bei den Investments immer auch Kosten anfallen (Kauf-,
Verkaufsprovisionen, evtl. anfallende Steuern usw.)
- die Differenz zwischen Index und tatsächlichem Wert wird mit zunehmender Dauer natürlich immer
höher. Aktuell (Stand: 21.02.2016) beträgt der Unterschied zwischen dem Indexwert und dem
tatsächlichem Kauf- und Verkaufpreis ca. 2 € (nach fast 20 Monaten Laufzeit); allerdings sollte man
mehr auf die Entwicklung seiner tatsächlichen Anlage, also auf das investierte Zertifikat achten;
zudem spielt hier auch der Einstieg eine Rolle. Wer heute neu einsteigt, bezahlt entsprechend auch
erstmal den aktuellen Abschlag, also den günstigeren Preis mit Blick auf den Index
- durch die Reinvestition der Dividenden erhält man keine laufenden Einnahmen durch
Dividendenzahlungen (siehe aber auch Vorteile!)

Fazit:
Das Ziel des BCDI-Zertifikates ist eine stetige Wertsteigerung mit sorgfältig ausgewählten, sehr guten und recht krisenfesten Aktien.
Für Privat- und Kleinanleger bietet das Zertifikat, nach Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile bzw. Chancen und Risiken, eine hervorragende Anlagemöglichkeit mit überdurchschnittlichen Renditemöglichkeiten

Weiterführende Informationen findet man unter boerse.de oder auch wenn man nach dem Zertifikat googelt. Z. B. Gibt es einen BCDI-Leitfaden, in der die Regeln und Zusammensetzung des Zertifikates genau beschrieben werden. Durch den Aktiennewsletter „Aktienausblick“ erhält man regelmäßig alle paar Tage ausführliche Informationen zur Entwicklung der aktuellen Champions-Titel. Zudem finden sich auch im Flyer, Leitfaden usw. stets die Hinweise, dass Mitarbeiter des Boersenverlages selbst darin investiert sind (bestehender Interessenskonflikt).

Ich habe bisher erst eine kleine Position von 10 Anteilen. Ich hatte auch bereits mehrfach überlegt, das Indexzertifikat teilweise in Einzeltiteln selbst ansatzweise nachzustellen. Die Risiken sind es mir persönlich aber nicht wert und werde nun demnächst meine Positionen nach und nach noch ein gutes Stück aufstocken. Auch hier gibt es zudem jederzeit die Möglichkeit durch (Teil-)Verkäufe Gewinne abzusichern, die aktuelle Lage abzuwarten (um somit auch die laufenden Kosten etwas zu reduzieren) usw.

Vielleicht konnte ich dem einen oder anderen bei seiner Entscheidung behilflich sein, wie auch immer diese ausfällt!
BCDI mal wieder im Gesspräch!
ich habe am 26.01.2015 das Zerti für 124,44€ gekauft und habe bis heute (132,7€) einen Gewinn von 6,6% gemacht, ist das so berauschend ??? Das ist z.b. weniger als Novo Nordisk alleine. Die Vergleiche mit DAX und Co sehen immer so sehr optimistisch aus , man müsste eigentlich kaufen. Aber z.z. dümpelt das Zerti so um die 200-Tagelinie herum, der DAX ist da glaube ich sogar besser. Kaufsignale sehen anders aus. Da die Aktien wieder relativ positiv gehen, gibt es genug Kaufalternativen

F.G. von KOWAS
Antwort auf Beitrag Nr.: 51.883.155 von KOWAS am 02.03.16 15:50:36
Vergleich BCDI vs. DAX
Hallo KOWAS!

Ich denke, ein Anleger, der bewusst sein Geld anlegen und vermehren und nicht mit dem Geld zocken oder in hochriskante Anlagen investieren möchte, kann mit einer jährlichen Entwicklung von durchschnittlich 6 % sehr zufrieden sein. Wenn dieser Prozentsatz über viele Jahre erreicht wird (wie gesagt im Schnitt) kommt eine ordentliche Summe am Ende bei raus!
Aber hier auch gerne mal ein direkter Vergleich:
Hätten sie anstelle des BCDI-Zertifikates am 26.01.15 ein DAX-Zertifikat erworben könnten sie sich heute mit einem Minus von 7,10 % ärgern.
Und das ist die beste Rechnung. Der Dax hatte am 26.01.15 einen Tiefststand von 10.589,10 Punkten und im Hinblick auf den heutigen Höchststand (Stand 17:30 Uhr) einen Wert von 9.837,11. Dies ergibt ein Minus von 751,99 Punkten bzw. den erwähnten 7,10 %.
Dies sollte auch bewusst machen, dass ein schneller und hochprozentiger Gewinn an der Börse nicht immer möglich ist. Und hohe Gewinne erkauft man sich meist mit einem höheren Risiko!
Ich persönlich glaube, dass das BCDI-Zertifikat auch in den nächsten Monaten noch weiter zulegen kann und sich der Gewinn damit weiter ausbauen lässt.

Allen jedenfalls viel Erfolg mit ihren Investments!


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