Wiki Szew Grundinvest - Die letzten 30 Beiträge



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Wochenupdate Szew Grundinvest (22.05.2020)
In dieser Woche ging es an den Märkten stärker bergauf und es waren vor allem Werte gefragt, die von Corona stärker getroffen waren. Das hat den DAX (+5,7%) deutlich steigen lassen. Das Wiki (+6,5%) konnte mit seiner gemischten Aufstellung sogar noch etwas stärker zulegen.

Im Jahr 2020 liegt das Wiki (+0,3%) nach Gebühren nun endlich wieder minimal im plus und damit weiter vor dem DAX (-16,5%).


Nachdem das Wiki in dieser Woche zwischenzeitlich nur noch zwei Prozent vom Allzeithoch entfernt war, habe ich beschlossen wieder stärker in die Defensive zu gehen um bei einem möglichen Rücksetzer nicht so stark zu verlieren.

Dafür habe ich die zwei eher offensiven Werte Paycom und Square verkauft nachdem beide innerhalb kürzester Zeit 15-20% zugelegt hatten.

Dafür habe ich zwei bekannte Werte wieder aufgenommen: Sto und Rocket Internet.

Beide halte ich aufgrund ihrer Bewertung für deutlich defensiver. Bei Rocket Internet ist fast die gesamte Marktkapitalisierung durch Cash abgedeckt, was das Kursverlustrisiko deutlich begrenzen sollte. Allerdings wird es aufgrunddessen hier auch keinen Kursverdoppler in kurzer Zeit geben, denn der Cash mildert mögliche Investitionsgewinne durch Rocket deutlich ab. Trotzdem sehe ich hier ein sehr gutes Chance Risiko Verhältnis, was sich allerdings im kleinen Rahmen abspielt ~(-10%/+30%), zumindest solange wie das Unternehmen sein Cash ungenutzt vorhält.

Sto verfügt ebenfalls über eine sehr gesunde Bilanz mit einer kleinen Nettocashposition. Wächst stetig im kleinen Rahmen und ist fundamental einfach zu günstig bewertet. Corona konnte Sto bislang nicht viel anhaben und die Auswirkungen scheinen sich insgesamt auch in Grenzen zu halten. Sollte die Prognose des Vorstands am Ende einigermaßen hinkommen, halte ich Kurse von 140-150€ für gerechtfertigt. Einen schnellen Anstieg dorthin erwarte ich allerdings nicht.

In dieser Woche hat mit Alibaba dann auch der vorletzte Wert im Wiki seine Zahlen gemeldet. Die Zahlen waren ganz gut und man erwartet auch im nächsten Jahr knapp 30% Wachstum. Der wiederaufkeimende Handelskonflikt belastete den Wert aber in dieser Woche, so dass er von den guten Zahlen nicht profitieren konnte.



Die größten Gewinner waren diese Woche:

Hypoport +13,9%

Facebook +12,4%

Hochtief +11,5%

StoneCo +10,1%

VW +9,5%

ING +6,4%

Xero +6,4%

Cegedim +5,1%

Alphabet +3,7%






Die größten Verlierer waren diese Woche:

-
Wochenupdate Szew Grundinvest (15.05.2020)
Nach fünf postiven Wochen in Folge, gab es für das Wiki (-1,1%) in dieser Woche den ersten Rücksetzer. Der DAX (-4,0%) verlor allerdings deutlich stärker.


Im Jahr 2020 liegt das Wiki (-5,9%) nach Gebühren weiter vor dem DAX (-21,0%).


In dieser Woche gab es mit Wallstreet Online einen Verkauf und mit Paycom einen Neukauf.


Wallstreet Online habe ich nach der starken Performance verkauft, da sie nun nahe an meinem Kursziel angekommen ist.


Paycom ist ein US SaaS Wert, den ich seit Jahren auf der Watchlist habe, mir immer zu teuer war und immer wenn er kurz vor meinem Kaufkurs war, wieder nach oben gedreht und mir weggelaufen ist. In dieser Woche hat die Korrektur auch Paycom erwischt und ich habe nun die Chance genutzt eine erste Position aufzubauen. Paycom werde ich gern nochmal genauer vorstellen.


In dieser Woche war sonst noch einiges los:

Hypoport: Hat nun die endgültigen Zahlen gemeldet und es gab keine Überraschung, das Geschäft läuft weiter rund und auf dem aktuellen Niveau bleibt sie meine größte Position.


Xero: Hat auch seine Zahlen für das Geschäftsjahr 2020 (bis 31.03.20) gemeldet und auch die lagen genau im Rahmen der Erwartungen mit einem Umsatzwachstum von 30%. Die Aktie reagierte auf die Zahlen auch überhaupt nicht und bewegte sich nur mit dem Markt. Corona hatte wie erwartet keinen großen Effekt auf das Geschäft, lediglich eine anstehende Preiserhöhung hat man aufgrunddessen erstmal verschoben.


GFG: Auch hier gab es Q1 Zahlen, die gut ausgefallen sind. Während man im Q1 so abgeschnitten hatte, wie ich es erwartet hatte, ist der Ausblick auf Q2 mit aktuellen Wachstumszahlen von rund 40% sogar nochmal deutlich besser ausgefallen. Hier scheint man nicht nur Aufholeffekte aus dem Q1 zu haben, sondern eine Trendbeschleunigung zum E-Commerce zu sehen und hier ist in den GFG Regionen ja ohnehin deutliches Aufholpotential. In meiner damaligen Vorstellung von GFG hatte ich die Entwicklung des Marktplatzes als einen entscheidenden Trigger für eine deutlich höhere Bewertung der Aktie gesehen, denn damit sind höhere Margen als im Direktgeschäft möglich. Der Anteil des Marktplatzes ist auf 25% in Q1 gestiegen und erhöhte sich im April sogar auf über 30%. Das hat nicht nur einen positiven Effekt auf die Rohmarge, sondern zieht auch mehr Kunden auf die Plattform, denn wenn viele stationäre Läden schließen müssen, suchen die Händler andere Vertriebskanäle und hier bieten die GFG Plattformen eine schnelle Umsetzungsmöglichkeit. Diese Anbieter werden dann ihre Kunden auf darauf Aufmerksam machen, dass sie ihre Waren nun über diese Plattformen vertreiben und locken damit weitere Kunden auf die Plattform ohne dass man zusätzliche Marketingkosten hat und mit jedem Händler und jedem Kunden wird der Netzwerkeffekt größer. Leider hat das Thema Währungen in Q1 mal wieder gebremst und die Hälfte des Umsatzwachstums aufgezehrt.


StoneCo: Veröffentlicht seine Zahlen zwar erst übernächste Woche, hat mit der Nachricht 20% der Belegschaft (1.300 Mitarbeiter) zu entlassen in dieser Woche aber für Aufsehen gesorgt und die Börse quittierte dies mit einem 20% Kursverfall der Aktie. Die Entlassungen werden vor allem Servicemitarbeiter der „Stonehubs“ betreffen, die Stone landesweit verteilt hat um Service und Vertrieb landesweit verteilt bereit zu halten. Der „Door to Door“ Vertrieb und Service ist in diesen Zeiten schwieriger und es scheint auch ohne zu funktionieren, so dass man sich hier stärker zurückzieht. Eine nachvollziehbare Kosteneinsparung, denn die Personalkosten waren im Vergleich zum Wettbewerb aufgrund dieses besonderes Services höher. Ich folge dem Unternehmen seit einer weile bei LinkedIn und hier konnte man in der Vergangenheit immer wieder potentielle Mitarbeiter sehen, die davon träumten irgendwann mal für Stone arbeiten zu dürfen – das Ansehen von StoneCo ist in Brasilien sehr hoch. Die Anzahl der Bewerber schoss von 29.000 in 2018 auf 109.000 in 2019 und man wurde von LinkedIn scheinbar zu recht zum Arbeitgeber Brasiliens auserwählt von dem die Brasiliener „träumen mal dort zu arbeiten“.

Daher war ich besonders gespannt, wie sich diese Entlassungswelle auf die (ehemaligen) Mitarbeiter und die Stimmung hinsichtlich Stone auswirkt und ich war sehr überrascht. Es äußerten sich sehr viele vor allem der entlassenen Mitarbeiter mit teils längeren Briefen auf LinkedIn und ich habe bestimmt 100 davon gelesen.

Bei keinem einzigen habe ich Beschwerden, Vorwürfe oder Undankbarkeit gelesen, ganz im Gegenteil – alle sprachen davon, wie dankbar sie für die Zeit bei Stone sind und dass sie überhaupt die Chance hatten für so ein Unternehmen zu arbeiten. Sie schrieben darüber wie viel sie für ihre weitere Zukunft gelernt haben und den unternehmerischen Schritt der Entlassungen verstehen können. In Deutschland wäre so eine Reaktion kaum vorstellbar. Sie posteten Bilder von sich und ihren Kollegen, bedankten sich für die schöne Zeit und schauen nun nach vorne – Stone unterstützt alle Entlassenen noch mehrere Monate mit diversen Leistungen um ihnen bei der neuen Jobsuche zu helfen.

Die aktuelle Zeit spielt dem Geschäft von StoneCo sicher nicht in die Karten, aber das Unternehmen bleibt sehr gut aufgestellt, geführt und scheint eine ausgezeichnete Chemie zu haben, so dass ich weiter dabei bleibe.



Die größten Gewinner waren diese Woche:

GFG +26,6%

Square +8,2%




Die größten Verlierer waren diese Woche:

StoneCo -21,3%

Xero -8,5%

Hochtief -7,1%

Cegedim -6,3%

VW -6,0%

Hypoport -3,6%

Facebook -3,5%

ING -3,3%

Alphabet -3,0%
Wochenupdate Szew Grundinvest (08.05.2020)
In der vergangenen Woche ging es für das Wiki (+4,0%) weiter nach oben, während der DAX (+0,4%) leicht im Plus schloss.

Im Jahr 2020 liegt das Wiki (-4,8%) nach Gebühren weiter vor dem DAX (-17,7%).


In dieser Woche habe ich mich von Amazon getrennt und die Gewinne mitgenommen. Die Aktie ist als möglicher Corona Profiteur gut gelaufen und konnte ein neues Allzeithoch erreichen. Die Quartalszahlen konnten das nur teilweise bestätigen, während der Umsatz zwar deutlich zulegen konnte, wurde aber auch deutlich, dass Corona erhöhte Kosten mit sich bringt. Da ich bei den anderen Werten mehr Potential sehe, habe ich mich von Amazon getrennt.

Dafür zurückgekauft habe ich Square nachdem diese Zahlen gemeldet hatten. Die erste Reaktion auf die Zahlen fiel vom Markt sehr negativ aus (-8%), dies habe ich für einen Einstieg genutzt, denn die Telefonkonferenz war sehr aufschlussreich und klang durchaus optimistisch. Diese Einschätzung schien der Markt dann am nächsten Tag auch zu teilen und die Aktie konnte sich von -8% auf +9% hocharbeiten. Mehr zu Square weiter unten.

Gute Vorabzahlen gab es diese Woche von Hypoport, im ersten Quartal wuchs sowohl der Umsatz als auch das EBIT um 30%. Auch wenn Hypoport auf den ersten Blick für viele teuer scheint, ist die Bewertung mit vielen US Wachstumswerten immer noch deutlich zu niedrig, vor allem wenn man den guten Burggraben mit einbezieht. Daher habe ich die Position nach den Zahlen ausgebaut.

Auch die ING Groep hat seine Q1 Zahlen veröffentlicht, hierauf war ich besonders gespannt, da man die Banken ja mehr oder weniger totgeredet hat. Und die Zahlen sind vergleichsweise sehr gut ausgefallen. Man hat zwar coronabedingt sicherheitshalber deutlich mehr Kredite abgeschrieben/Rückstellugnen für Abschreibungen gebildet, aber nicht so viele wie befürchtet. Der Gewinn ging um 40% zurück, aber man machte immer noch einen deutlichen Gewinn und nicht wie viele erwarteten, einen existenzbedrohenden Verlust, die Kernkapitalquote liegt weiter bei guten 14%. Das Ergebnis je Aktie lag bei 0,17€ je Aktie, selbst wenn die kommenden Quartale ähnlich laufen, bleibt die Aktie günstig bewertet.


Ansonsten möchte ich diesen Wochenbericht nutzen um meinen Investmentcase bei StoneCo vorzustellen, da das Unternehmen sicher nicht so viele kennen werden.

StoneCo ist ein brasilanischer Paymentanbieter der sehr starke Ähnlichkeiten mit dem US Unternehmen Square hat.

StoneCo verfügt über sechs Bereiche/Marken:
1. Stone: Kartenlesegeräte am point-of-sale – hier verdient Stone bei jeder Transaktion, die über die Geräte abgewickelt wird. Vorteile für die Nutzer: Das Geld wird besonders schnell transferiert und man kann die Abrechnungen in einer übersichtlichen Software per PC oder Handy verwalten.
Über die Marke Stone bietet man auch Geschäftskundenkonten an, und vermittelt z.B. Kredite, die idR aber weiterverkauft werden und man hier nicht selbst ins Risiko geht. Für Stone bietet man noch weitere diverse Softwarelösungen an, z.B. „collact“ für Werbeaktionen und Kundenbindungen und „raio-x“ zur Inventar- und Preisverwaltung.

2. Pagar.me: Ist die Lösung im digitalen Vertrieb. Hier geht es nicht nur um die Zahlung, sondern auch um den Aufbau von Webshops. Hauptgeschäft ist aber die Zahlungsabwicklung wofür man mehrere Lösungen bereitstellt. Sei es Zahlung per Link (z.B. bei Verkäufen über social media) oder direkte Einbindung in die Website. Auch hier gibt es natürlich eine passende Software mit Auswertungsmöglichkeiten dazu. Richtet sicher aber eher an kleine Anbieter

3. Mundipagg: Dient als vollständiges e commerce Gateway und verbindet somit zu Visa etc. Über Mundipagg kann man viele Funktionen seines Shops steuern – z.B. Rabatte, Abos aber vor allem um die Finanzsteuerung durch das Verfolgen von Verkäufen/Zahlungen, Ratenkäufen etc.

4. Equals: Ist eine online Finanzmanagementplattform. Sie verbindet sich mit dem ERP System und nimmt z.B. automatisch Abschreibungen auf Forderungen vor, Steuerberichte etc. – Kunde ist hier z.B. Paymentwettbewerber Mercado Pago.

5. Cappta: Ist eine weitere Point of Sale Lösung.

6. Ton: Ton ist zwar noch nicht als eigenständige Marke auf der Stone Website geführt, das sollte sich aber noch ändern. Ton befindet sich gerade im Aufbau und ist eine Kooperation zwischen Stone und dem brasilanischen Mediengiganten Globo. Mit Ton scheint man vor allem Masse machen zu wollen, während sich die anderen Angebote eher auf etablierte Unternehmen fokussieren, zielt Ton auf Kleinstanbieter ab. Die Werbung soll dafür von den Globo Kanälen kommen und Stone macht die weitere Produktabwicklung. Die Funktionen sind auch noch stark eingeschränkt, es sind auch PoS Lösungen mit Cash-in und Cash-out Funktionen. Zukünftig will man diesen Kunden aber weitere Finanzprodukte wie Kredite und Versicherungen anbieten.

In Brasilien gibt es neben den klassischen Legacy Banken in diesem Bereich vor allem einen starken Konkurrenten, den ich auch schon mal im Wikifolio hatte aber leider nicht mehr über L&S handelbar ist: Pagseguro.

Während Stone mit seinen Angeboten besonders auf den SMB Bereich abzielte, hat sich Pagseguro die low hanging fruits der Micro Merchands geschnappt, die vorher meist noch gar keine bargeldlose Zahlungsabwicklung hatten und diese mit ihren POS Geräten ausgestattet. Der Vorteil dieser Kunden war, dass man von ihnen besonders hohe Gebühren verlangen konnte, da man keinen großen Wettbewerb hatte. Mit Stones Angebot Ton ändert sich das jetzt, denn hier greift man nun sehr aggressiv und werbewirksam genau dieses Klientel an. Das könnte zum Problem für Pagseguro werden und ich sehe Stone hier langfristig als Gewinner, da sie einfach das bessere Produkt zu haben scheinen. Pagseguro wird sich wohl weiter in den Privatkundenbereich ziehen, hier hat man mit der Gründung der digitalen Bank „Pagbank“ einen Raketenstart hingelegt – die Story ist ebenfalls sehr spannend, aber steht auf einem anderen Blatt :)

Stone ist vor allem bemüht, seine Softwareangebote noch stärker zu vermarkten und kommt hier gut voran, während im Q1 2019 nur 32.000 Kunden zusätzliche Software von Stone gebucht hatten, waren es in Q4 schon 135.000.

Mit der Entwicklung seiner ABC Finanzplattform versucht man sein Produktangebot besser unter einen Hut zu bekommen und die Bankenbeziehung der Kunden überflüssig zu machen.

Das Banking Angebot von Stone wird bislang sehr gut aufgenommen, waren es im März 2019 nur 3.000 Kunden sind es nichtmal ein Jahr später schon 79.000 Kunden gewesen. Das vermittelte Kreditvolumen konnte entsprechend mitgesteigert werden von 2 Millionen R$ in Q1 2019 zur 364 Millionen R$ im Januar 2020.

Zahlen zum vergangenen Jahr:
Kundenanzwahl wächst um 84% auf 495.000
Payment Volume wächst um 55% auf 129 Mrd R$
Umsatz wächst um 63% auf 2.576 Mrd R$
Nettogewinn wächst um 164% auf 804 Millionen R$ (31,2% Nettomarge)

Bewertung:
Aktuell wird das Unternehmen mit rund 43 Mrd R$ bewertet (~7,5 Mrd US Dollar), also dem 16 fachen Umsatz des vergangenen Jahres. Und wohl etwa dem 11 Fachen Umsatz des aktuellen Jahres, wobei der Corona Effekt noch schwer abzuschätzen ist.
Bei einem Unternehmen was so stark wächst und schon eine 40%ige EBIT Marge hat, halte ich das dennoch für günstig, denn das kgv wird damit wohl im Bereich von 33 für das aktuelle Jahr liegen.

Das Unternehmen hat noch sehr viel Wachstumspotential und fängt gerade erst an in viele seiner möglichen Bereiche vorzustoßen. Das größte Risiko sehe ich auf der Währungsseite, denn die brasilianische Währung Real ist nicht die Stabilste und da das Unternehmen seine Umsätze und Gewinne in Real macht und wir die Aktie in Dollar/Euro kaufen, hat der Währungsverlauf starke Auswirkungen auf die Unternehmensbewertung. Im vergangenen Jahr ist der Real im Vergleich zum Dollar um rund 28% gefallen, dies wirkt sich entsprechend negativ auf Stones Kurs in Dollar aus. Dies kann man auch gut an der vergangenen Woche sehen, während StoneCos Kurs in Dollar um 4% stieg, wäre er eigentlich um ~9% gestiegen, doch der 5%ige Verfall des Reals hat den größten Teil des Kursgewinns aufgezehrt. Sollte sich die Währung allerdings wieder erholen, könnten hier Zusatzgewinne entstehen. Für mich ist das Währungsrisiko aber ein Grund Stone trotz der guten Aussichten nicht zu hoch zu gewichten.

Noch kurz ein Bewertungsvergleich zu der wiederaufgenommenen Square:
Die Geschäftsmodelle ähneln sich sehr stark, auch Square setzt inzwischen neben dem klassischen PoS Geschäft auf E-Commerce Lösungen ähnlich wie Stone.

Mit der Cash App hat Square aber zusätzlich noch eine Lösung für Privatnutzer, die StoneCo nicht hat. Mit der Cash App geht man eher in die Richtung, die nun Pagseguro mit seiner Pagbank gegangen ist und damit bekommt man bei Square die Vorteile von StoneCo und Pagseguro in einem.

Bewertung:
Aktuell wird das Unternehmen mit rund 33 Mrd $ bewertet, also dem 7 fachen Umsatz des vergangenen Jahres. Und wohl etwa dem 5 fachen Umsatz des aktuellen Jahres. Das klingt erstmal deutlich günstiger als bei StoneCo, denn die Multiples sind nur etwa halb so hoch. Doch gibt es einige Besonderheiten bei Square, die man beachten sollte, z.B. waren in Q1 22% des Umsatz aus Bitcoin. Dies ist eher ein durchlaufender Posten und sollte man nicht als echten Umsatz betrachten, denn von den 306 Millionen, die man hier eingenommen hat, musste man direkt 299 Millionen wieder weiterreichen. Ähnlich ist es bei den Hardwareumsätzen, bei denen man sogar eine deutlich negative Rohmarge hat, da man an den Services und nicht an den Geräten Geld verdienen will. Es bietet sich also an anstatt des Umsatzes, die Rohmarge zur Bewertung heranzuziehen. Hier liegen wir bei einem Multiple von 17 für das vergangene Jahr und sollte im aktuellen Jahr bei 13 liegen. Dies relativiert, die erstmal sehr günstig erscheinende Bewertung schon etwas, aber vergleicht man es mit anderen Wachstumsunternehmen an der Nasdaq ist ein 13er Multiple auf die Rohmarge bei einem 40%igen Wachstum weiterhin günstiger als bei anderen Werten.

Bei den Margen gibt es zwischen den Unternehmen aber große Unterschiede. Während StoneCo mit einer 40%igen EBIT Margen zeigt, wie profitabel dieses Geschäftsmodell sein kann, kämpft Square weiterhin mit dem Break Even. Der Margen Unterschied liegt vor allem darin, dass Square relativ gesehen, deutlich größere Anteile der Rohmarge direkt wieder in die Produktentwicklung und in das Marketing steckt.

Vorteile Square:

- Square hat durch seine zwei Plattformen einen deutlich größeren Markt, vor allem unter dem Aspekt, dass diese Plattformen zeitnah kombiniert werden sollen, könnte man hier ein noch stärkeres Ökosystem schaffen.

- Internationalisierung: Während man sich bei StoneCo bisher nur auf Brasilien beschränkt und noch keine Ambitionen hat ins Ausland zu gehen, fängt Square immer stärker die Internationalisierung an und hat dadurch noch einen deutlich größeren Markt vor sich.

- Stabilere Währung im Vergleich zu StoneCo

Nachteile Square:

- Während der Markt in beiden Ländern zwar umkämpft ist, hat StoneCo den Vorteil, dass in Brasilien ein großer Teil des Kuchens noch nicht verteilt ist und daher ein genereller Bedarf nach deren Lösungen vorherrscht. In den USA ist der Wettbewerb vor allem mit Paypal aber auch älteren PoS Lösungen ebenfalls sehr groß und der Markt schon deutlich etablierter. Square muss also häufiger Geschäfte mit bereits bestehenden Lösungen davon überzeugen, dass Squares Lösung besser ist, was einen höheren Vertriebsaufwand mit sich bringt und die höhere Marketingquote erklärt.

- Verwässerung/Share based compensation: Bei Tech Werten an der Nasdaq gehört eine ordentliche Verwässerung zwar schon fast zum guten Ton, mir gefällt dieses Vorgehen aber überhaupt nicht, da ein größerer Teil des Wachstums bereits den Verwässerungen zum Opfer fällt. Bei Stoneco hat man in 2019 1,2% des Umsatzes für share based compensations ausgegeben, bei Square waren es über 7%.

- Noch keine nachhaltige Profitabilität erreicht



Die größten Gewinner waren diese Woche:
GFG +9,6%
Hypoport +7,6%
Alphabet +4,7%
Facebook +4,4%
StoneCo +3,9%
Wallstreet online +3,5%
Xero +3,5%



Die größten Verlierer waren diese Woche:
-
Wochenupdate Szew Grundinvest (30.04.2020)
In der vergangenen verkürzten Handelswoche ging es für das Wiki (+7,1%) deutlicher nach oben, während der DAX (+5,1%) nicht ganz so stark stieg.

Im Jahr 2020 liegt das Wiki (-8,4%) nach Gebühren weiter vor dem DAX (-18,0%).

In dieser Woche gab es eine Veränderung im Wiki, The Trade Desk musste das Wiki verlasen, dafür ist Xero neu dabei. Der Grund für den Verkauf von The Trade Desk ist der zuletzt starke Kursanstieg. Der Kurs hat sich in den letzten vier Wochen verdoppelt und die Bewertung ist nun schon relativ ambitioniert, so dass man wieder nahe des Allzeithochs steht.

Gekauft habe ich mit Xero einen Wert, der in Deutschland relativ unbekannt ist. Xero befindet sich in kaum einen Wiki, wird in den Foren nicht besprochen und spielt auch bei deutschen Börsenmedien keine Rolle. Dabei handelt es sich aber nicht um ein kleines unbekanntes Unternehmen, denn Xero hat umgerechnet eine Marktkapitalisierung von rund 6,5 Mrd Euro und gehört zu den Anlegerlieblingen an der australischen Börse ASX, denn es ist eins der wenigen schnell wachsenden Softwareunternehmen.

Xero ist eigentlich ein neuseeländisches Unternehmen und bietet eine cloudbasierte Buchhaltungssoftware als Software as a Service an. Über die Jahre ist Xero allerdings zu einer Softwareplattform gewachsen, die gleichzeitig eine zentrale Schnittstelle für viele weitere Dienste ist, sei es von Xero selbst oder von weiteren Appanbietern – inzwischen bietet die Plattform über 800 Apps an. Von der reinen Buchhaltung hinaus kann man Xero also z.B. zur Zahlungsabwicklung, Gehaltszahlung, Steuer, Inventar, Projektmanagement, Vertragsverwaltung uvm nutzen. Xero kooperiert dabei mit einer Vielzahl von bekannten Unternehmen wie Square und Stripe und ermöglicht z.B. auch den Bankpartnern sich direkt mit der Xero Plattform zu verbinden. Die Software richtet sich dabei eher an kleine bis mittelständische Unternehmen und bietet verschiedene Pakete für die jeweiligen Unternehmen als Abo an. Während der überwiegende Teil der Umsätze aus der ursprünglichen Software stammt (89%), bekommen die Umsätze aus der Plattform immer mehr Bedeutung, diese machten zum Halbjahr zwar nur 6% der Gesamtumsätze aus, wuchsen aber mit 116%.

Xero hat inzwischen über 2 Millionen Abonnenten.
Ursprünglich fokussierte man sich stark auf seinen Heimatmarkt Australein und Neuseeland wo man eine sehr starke Marktstellung hat. Man geht nun allerdings immer mehr auch international auf Kundensuche. So hat man auch eine stärkere Marktstellung in Großbritannien erreicht und etabliert sich langsam in den USA. Aber auch im Rest der Welt kann man auf noch niedrigem Niveau ein gutes Wachstum erzielen. In dem Heimatmarkt Australien und Neuseeland nutzen, auch durch Xero bedingt, bereits über 50% der Unternehmen eine cloudbasierte Buchhaltungssoftware – weltweit sind es allerdings noch unter 20%. Der noch zu vergebene Teil des Kuchens ist also sehr groß.

Wie ist Xero für Corona aufgestellt?
Bei der cloudbasierte Software können die Kunden weiterhin bequem auf die Plattform zugreifen. Eine erhöhte Kündigungsquote erwarte ich nicht, denn gerade jetzt kann man die Plattform gut nutzen um z.B. die Regierungserleichterungen zu beantragen und wenn man die Software kündigt, bräuchte man auch wieder eine neue und könnte die Kosten nicht einfach ersatzlos streichen. Eine Möglichkeit ist, dass Kunden auf ein kleineres Paket wechseln, dies sehe ich aber auch nicht als großes Risiko, da die Größe des Pakets auch an die Unternehmensgröße gekoppelt ist. Ich sehe eher zwei Herausforderungen: 1. Insolvenzen von kleinen Unternehmen, die im Anschluss die Software nicht mehr benötigen. 2. Neukundengewinnung könnte etwas schwieriger werden, da man den Vertrieb nur noch mit Abstand durchführen kann. Auf der anderen Seite erwarte ich einen höheren Bedarf an solchen Lösungen, da Corona die Digitalisierung weiter beschleunigt.

Xero ist ein tolles Unternhemn, gut positioniert für weiteres Wachstum, aber wie so häufig bei diesen Unternehmen, sie sind nicht günstig.
Xero kommt auf eine Marktkapitalisierung von rund 12 Mrd Australische Dollar, bei einem für das vergangene Jahr (bis 31.03.20) erwarteten Umsatz von rund 730 Mio AUD. Also ein KUV von gut 16 für das vergangene Jahr, bei einem Umsatzwachstum von 32%. Für das aktuelle Jahr erwarten die Analysten, auch coronabedingt, ein Umsatzwachstum von 20% auf 880 AUD und damit auf ein KUV von ~13,5. Bei der Profitabilität punktet man zunächst hauptsächlich noch mit der Rohmarge von 85%, die Stück für Stück gesteigert werden konnte. Unterm Strich konnte man zuletzt den Sprung in die Profitabilität schaffen, sowohl beim Nettoergebnis als auch beim Cashflow. Die EBITDA Marge konnte zum Halbjahr auch deutlich anziehen von 6,5% auf jetzt 19,1%, hier sehe ich aber noch viel Luft nach oben, da das Unternhemen immer noch in der Wachstums-/Investitionsphase befindet.

Sonst standen in dieser Woche Unternehmenszahlen im Fokus von Cegedim, Alphabet und Facebook.
Zusammenfassend kann man zu den Zahlen sagen, sie sind alle schlechter als man vor Corona erwartet hatte, aber besser als man durch Corona befürchtet hatte. Daher waren die Kursreaktionen insgesamt auch positiv.


Die größten Gewinner waren diese Woche:
StoneCo +25,7%
Hochtief +16,1
GFG +12,5%
Facebook +10,3%
Wallstreet Online +9,7%
ING +9,6%
VW +9,3%
Alphabet +5,6%



Die größten Verlierer waren diese Woche:
-
Wochenupdate Szew Grundinvest (24.04.2020)
In der vergangenen Woche ging es für das Wiki (+0,5%) leicht nach oben, während der DAX (-2,7%) verlor.

Im Jahr 2020 liegt das Wiki (-14,5%) nach Gebühren weiter vor dem DAX (-22,0%).

In dieser Woche gab es keine Veränderungen im Wiki. Ich bin aktuell mit der Aufstellung sehr zufrieden und sah keinen Grund zur Änderung.

Auf der anderen Seite ist meine Watchlist aber ziemlich voll und sollte es dazu kommen, dass ich hiervon einen Wert für attraktiver halte, könnte es zu einem Wechsel kommen.

Die vergangene Woche war für die Werte im Wiki ziemlich nachrichtenarm. Alibaba hat bekanntgegeben, dass man weiter stark in die Cloud investieren will und geht davon aus, dass dies mal ihr Hauptgeschäft werden könnte. Wie man bei Amazon sieht, scheint das ein vielversprechender Weg zu sein.

Auch Facebook investiert weiter, mit der zweitgrößten Investition seiner Unternehmensgeschichte verstärkt man sein Indiengeschäft auf der einen Seite und auf der anderen Seite geht es bei der Entwicklung seiner Libraplattform voran.

Die nächste Woche sollte wieder deutlich spannender werden, denn dann beginnt die Berichtssaison auch für für mehrere Werte im Wiki.

Die größten Gewinner waren diese Woche:
GFG +14,8%
Trade Desk +11,7%
Cegedim +4,9%
Facebook +2,8%


Die größten Verlierer waren diese Woche:
StoneCo -10,8%
VW -5,8%
Hochtief -5,1%
ING -4,8%
Alibaba -3,0%
Alphabet -2,0%
Hi Szew, ich bin in deinem Wikifolio investiert und wollte mich mal herzlich bedanken für die ausführlichen Updates und Erläuterungen zu deinem Wikifolio-Management jede Woche. Finde es echt super, dass du dir so viel Mühe machst, deine Überlegungen und Entscheidungen nachvollziehbar zu beschreiben. Ist immer spannend zu lesen und schafft zudem Vertrauen 👍🏻
Wochenupdate Szew Grundinvest (17.04.2020)
Nach der sehr starken letzten Woche blieb es diese Woche an den Märkten eher ruhig (Dax +0,6%). Das Wiki (+3,3%) konnte seine Aufholjagd weiter fortsetzen.

Im Jahr 2020 liegt das Wiki (-14,8%) nach Gebühren weiter vor dem DAX (-19,8%).

In dieser Woche gab es nur einen Tausch im Wiki. Nachdem die Techwerte zuletzt gut liefen habe ich auch bei MercadoLibre die Gewinne mitgenommen, da dies der teuerste der verbliebenden Werte ist. Zurückgekauft habe ich dafür die ING Groep. Die ING gehört sicher zu den am kontroversesten betrachteten Werten im Wiki, daher gehe ich kurz darauf ein, warum ich den Wert so interessant finde.

Momentan möchte kaum jemand Bankaktien anfassen und das hat auch gute Gründe, die dauerhaft niedrigen Zinsen machen den Banken schwer zu schaffen und wann die Zinsen wieder steigen werden steht in den Sternen. Die Coronakrise setzt den Banken nochmals zu, denn die schon zu niedrigen Zinsen vergebenen Kredite drohen nun auch noch auszufallen. Viele befürchten eine zweite Finanzkrise in denen einige Banken gerettet werden müssen und verkaufen daher die in der vergangenheit schon gebeutelten Bankaktien besonders. Die ersten US Banken haben nun ihre Quartalszahlen vorgebracht und die Gewinne sind hier teilweise deutlich eingebrochen. Nicht weil so viele Kredite bereits ausgefallen sind, sondern weil man schon mal Rückstellungen für den Fall gebildet hat, dass einige Kredite ausfallen werden. Am Ende haben aber alle Banken immer noch einen ordentlichen Gewinn gemacht, eine existenzbedrohende Situation war hieraus noch nicht zu erkennen. Dennoch gibt es starke Unterschiede zwischen den einzelnen Banken und ihrer Risikoaufstellung.

Die ING gefällt mir hier aus mehreren Gründen am besten, sie hat mit über 14,5% einen starken Kapitalpuffer, der einiges an Kreditausfällen abpuffern sollte. Die ING arbeitet mit einer der besten Cost/Income Ratios und wirtschaftet damit besonders profitabel. Dies liegt sicher auch an den schlanken Strukturen und dem Direktbankprinzip, was ihnen gerade in dieser Zeit zu Gute kommt und evtl weitere Kundschaft beschert. Denn die Digitalisierung steht bei der ING seit langem ganz oben im Kurs. Man hat viele Fintech Startups selbst auf die beine gestellt oder gekauft - mit Yolt hat man z.B. eine beliebte „Money manager“ App entwickelt, kooperiert hier z.B. mit den aufstrbenden Startups Revolut und Nutmeg. Zusätzlich hat man mit über 150 Fintechs weitere Kooperationen, z.B. mit Scalable Capital.

Mit Payvision hat man vor einiger Zeit ein besonders spannendes Fintech gekauft, denn Payvision ist ein Zahlungsabwickler ähnlich wie Adyen und Wirecard. Während die genannten Wettbewerber zwar deutlich größer sind, wächst Payvision bislang sehr stark und dies könnte sich unter der ING noch beschleunigen.

Um all seine Services noch besser verfügbar zu machen arbeitet die ING schon eine Weile an seiner digitalen Bankingplattform, die nun zunehmend ausgerollt wird. Hierüber will man die Prozesse nicht nur noch weiter vereinfachen, digitalisieren und Crossselling Potentiale nutzen, sondern ab 2021 auch deutliche Kosten einsparen.

Bei der Kreditvergabe gehörte die ING zuletzt zu den eher vorsichtigen Banken und nutzt seine Möglichkeiten nicht aus. Ein Großteil der Kredite geht auf Baukredite zurück, hier ist man mit seiner Tochter Interhyp auch in Deutschland sehr gut positioniert.

Unterm Strich: Auch wenn das Sentiment für Banken momentan schlecht ist und die nächsten Zahlen sicher auch keinen Freudensprung auslösen werden, wenn ich mir eine Bank aussuchen könnte, die ich besitzen könnte, es wäre definitiv die ING und deswegen bin ich hier geduldig und nutze die jetzige Kursschwäche für einen Einstieg.


Eine weitere gute Nachricht gab es in dieser Woche von Wallstreet Online, denn diese können sich über einen außerordentlichen Ertrag von 2,7 Mio Euro freuen. Das Unternehmen war bis zuletzt an der Trade Republic beteiligt, da diese nun eine neue Finanzierungsrunde mit neuer Bewertung durchgeführt haben, hat man bei Wallstreet Online die Gunst der Stunde genutzt um seine Beteiligung zu verkaufen. Dies ist ohnehin ein nötiger Schritt, schließlich hat man nun die Mehrhat an der W O Capital und damit die Mehrheit am Smartbroker, welcher ein direkter Konkurrent zur Trade Republic ist. Um Interessenskonflikte zu vermeiden ist der Ausstieg doppelt sinnvoll.


Die größten Gewinner waren diese Woche:
Amazon +16,2%
Wallstreet online +8,1%
TradeDesk +7,5%
Alibaba +7,1%
Alphabet +6,9%
Facebook +4,1%
Hypoport +3,4%



Die größten Verlierer waren diese Woche:
StoneCo -8,2%
GFG -7,9%
Wochenupdate Szew Grundinvest (10.04.2020)
In der vergangenen Woche ging es an den Märkten wieder deutlicher nach oben, der DAX (+10,9%) gewann deutlich hinzu, während das Wiki (+21,3%) die bisher beste Woche seiner Geschichte hinlegte.

Im Jahr 2020 liegt das Wiki (-17,5%) nach Gebühren nun wieder vor dem DAX (-20,3%).

In dieser Woche habe ich kurz vor Wochenschluss noch zwei Änderungen vorgenommen: Alteryx und Square verkauft und Alibaba und Amazon gekauft. Sowohl Alteryx als auch Square konnten in den letzten vier Tagen beide über 30% zulegen und haben damit einerseits an der Attraktivität der Bewertung im Vergleich mit Alibaba und Amazon verloren, die je nur gut 4-5% zulegten und auf der anderen Seite wollte ich nach diesem starken Kursanstieg vieler Werte im Wiki etwas weniger Volatilität ins Wiki bekommen damit es bei der nächsten Korrektur nicht ebenso stark fällt.

Gute Nachrichten gab es diese Woche von Hypoport, welche für Europace ein Rekordquartal vermeldeten. Mit über 30% konnte das Transaktionsvolumen wieder deutlich steigen.

Bei Zalora, einer GFG Tochter, gibt es auch eine spannende Entwicklung, denn das Unternehmen versendet nun vorrübergehend auch Alltagsprodukte wie Nudeln, Toilettenpapier und vieles mehr. Dadurch profitiert man doppelt, auf der einen Seite verkauft man aktuell wieder mehr da das Interesse nach diesen Produkten aktuell gegeben ist und man führt neue Nutzer an Zalora ran, so dass diese zukünftig evtl auch ihre Klamotten hier kaufen.

Die größten Gewinner waren diese Woche:
StoneCo +39,8%
Square +37,6%
Trade Desk +33,8%
Alteryx +32,7%
GFG +24,8%
Hypoport +24,2%
VW +23,9%
Wallstreet Online +21,7%
MercadoLibre +18,3%
Hochtief +17,3%%
Facebook +12,5%
Cegedim +11,6%
Alphabet +9,2%
Antwort auf Beitrag Nr.: 63.232.440 von sirmike am 03.04.20 19:23:58Danke!
Der RTL Verkauf hatte mehrere Gründe.
Durch den stärkeren Kursverfall der Techwerte sind diese relativ attraktiver geworden, da sich RTL kaum bewegt hat. Das Wiki ist inzwischen ungewöhnlich breit aufgestellt, so dass ich einen Wert verkaufen wollte um es nicht noch breiter aufzustellen. Und den letzten Ausschlag hat dann die gestrige Gewinnwarnung gegeben, die zwar erwartet wurde, ich aber dennoch erstmal etwas zusätzlichen Druck erwartet habe, gerade da die Dividende erstmal ausgesetzt werden soll.
Ich halte die RTL Aktie auf dem aktuellen Niveau aber weiterhin für unterbewertet und gebe ihr einen fairen Wert von rund 40€, alle anderen Werte im Wiki haben für mich aber ein höheres upside Potential.
Antwort auf Beitrag Nr.: 63.231.660 von Szew am 03.04.20 18:27:59P.S.: Darf ich mal fragen, weshalb Du RTL so schnell wieder glattgestellt hast?
Antwort auf Beitrag Nr.: 63.231.660 von Szew am 03.04.20 18:27:59Prima Zusammenfassung!

Habe auch aufgestockt bei MercadoLibre, Square, StoneCo, The Trade Desk. Wünsche uns beiden viel Erfolg damit... :D
Wochenupdate Szew Grundinvest (03.04.2020)
In der vergangenen Woche waren die Ausschläge an den Märkten wieder geringer, der DAX (-0,9%) verlor leicht, während das Wiki (-2,7%) etwas stärker verlor.

Im Jahr 2020 liegt das Wiki (-32,0%) nach Gebühren weiter hinter dem DAX (-28,1%).

In dieser Woche gab es mit Alteryx, The Trade Desk, StoneCo, Square und Mercadolibre fünf Neukäufe, wovon alle bis auf MercadoLibre schon mal Teil des Wikis waren. Verkauft wurde hingegen RTL, deren Kurs sich zuletzt stabil um die 30€ Marke hielt und die ING Groep um nach der Neuaufnahme nicht zu viele Finanzwerte im Wiki zu haben.

In der vergangenen Woche gab es größere Kursverluste bei vielen Techwerten, welche mir nun günstige Wiedereinstiegskurse ermöglicht haben.

Während Alteryx und Trade Desk immer mal wieder bei größeren Kursrückgängen aufgenommen wurden, ist der letzte Kauf von StoneCo fast 1,5 Jahre her.

Der brasilianische Zahlungsanbieter mit Investoren wie Warren Buffet (via Berkshire Hathaway) und Jack Ma (via Ant Financial) ist mein Favorit in der Branche und durch den jüngsten Kursverfall von über 50%, für mich wieder sehr attraktiv bewertet. StoneCo ist nicht nur ein Zahlungsanbieter, sondern benutzte diesen Service nur, wie man es selbst bezeichnet, als trojanische Pferd um den Unternehmen noch viele weitere Leistungen anbieten zu können wie Versicherungen, Kredite, Software, Gehaltsabwicklung etc.

Mit MercadoLibre habe ich im weitesten Sinne einen Wettbewerber von StoneCo gekauft, der mit seiner Paymentlösung MercadoPago ebenfalls sehr erfolgreich ist und den Wettbewerbsvorteil seiner eigenen E-Commerce Plattform besitzt wo dessen Zahlungsvariante von über 90% der Käufer genutzt wird.

Bei Square hat mich die Entwicklung der Cash App und der darüber entstehende Plattform überzeugt, gleichzeitig hat sich der Kurs halbiert. Auch wenn das klassische Geschäft von Square sicher stärker unter dem Shutdown leiden wird, sollte das die Cash App nicht groß beeinflussen – deren Wert könnte heute schon höher sein als der komplette Börsenwert von Square.

Bei The Trade Desk hat man vor gut zwei Wochen die Partnerschaft mit TikTok vermeldet, welche ich für einen sehr wichtigen Schritt halte, der viele Neukunden mit sich bringen wird. TikTok ist aktuell die Plattform mit der man die jüngere Zielgruppe besonders gut erreichen kann und viele Unternehmen versuchen hier ihre Werbung zu platzieren. Besonders auf den asiatischen Markt zu werben ist für viele Unternehmen eine Herausforderung, hier hat The Trade Desk nun schon mehrere interessante Kooperationen. Wenn diese The Trade Desk nutzen ist das Platzieren von Werbung auf TikTok zukünftig problemlos möglich. Für The Trade Desk kann sich dies zu einem Umsatztreiber entwickeln, denn während man zu den Wallet Gardens wie Facebook und Instagram keinen Zutritt hat, könnte man nun größere Volumina an TikTok vermitteln.

Wochengewinner war Cegedim. Das Unternehmen konnte beeindruckende Zahlen zu der Entwicklung seiner Telemedizinsparte veröffentlichen. Im März kam man auf rund 100.000 durchgeführte Videokonsultationen, das ist eine Vervielfachung der bisherigen Werte.


Die größten Gewinner waren diese Woche:
Cegedim +3,6%
Hochtief +2,0%


Die größten Verlierer waren diese Woche:
VW -6,2%
GFG -4,8%
Wallstreet online -2,6%
Wochenupdate Szew Grundinvest (27.03.2020)
In der vergangenen Woche konnte das Wiki (+8,8%) einen ersten Rebound hinlegen, während der DAX (+7,9%) etwas weniger stark stieg.

Im Jahr 2020 liegt das Wiki (-30,1%) nach Gebühren weiter leicht hinter dem DAX (-27,3%).

In der vergangenen Woche gab es drei Wechsel im Wiki, nachdem es in dieser Woche den ersten Rebound gab und sich die Märkte etwas beruhigt haben, fand der erste Wechsel zurück statt. Während die Deutsche Börse, Allianz und Wirecard das Wiki verlassen haben, kamen Cegedim, Hypoport und die Global Fashion Group zurück.


Sowohl Cegedim und Global Fashion Group gehörten zu Beginn des Jahres zu meinen Favoriten für dieses Jahr und das hat sich durch Corona nicht geändert, diese Werte laufen allerdings nicht so stark mit dem Markt und ich hatte befürchtet, dass sie den ersten nahenden Rebound nicht mitmachen würden und so war es auch. Während die Indexwerte alle nahezu gleichermaßen deutlich zurückkamen, blieb es bei Cegedim und GFG eher ruhig, daher konnte ich den Rebound mit den anderen Werten mitnehmen und kehre nun zurück.


Besonders auffällig lief es bei GFG, der Wert war vor Corona der klare Jahresverlierer, ein großer Verkäufer drückte den Kurs von etwa 2€ zu Jahrebeginn schnell in die Region von 1,50€. Bemerkenswert ist, dass sich der GFG Kurs dann von den ganzen Coronaabstürzen überhaupt nicht beeindrucken ließ und sich konstant in der Region von 1,50€ gehalten hat. Als es dann das erste Mal darunter ging, habe ich verkauft, da ich nun einen weiteren Abverkauf befürchtete. Dieser kam ausgerechnet jetzt in der Phase, in der sich andere Werte deutlich erholen konnten, so dass ein jetziges Zurücktauschen für mich sinnvoll erschien. Wichtig ist für mich, wie in den letzten Updates erwähnt, dass ich in dieser Phase keine kleinen verlustreichen, verschuldeten Unternehmen im Wiki habe, die in der Coronazeit deutlich leiden werden. Bei GFG haben wir zwar ein noch verlustreiches Unternehmen, was allerdings deutliches Nettocash hat und vom Geschäftsmodell in dieser Phase meiner Einschätzung nach eher neutral dastehen könnte, da es sowohl positive als auch negative Faktoren gibt. Während in vielen Ländern das öffentliche Leben zum Stillstand kommt und die Leute zu Hause bleiben sollen, fällt das Shoppen von Klamotten meist weg. Ich gehe von dem negativen Faktor aus, dass die Leute in dieser Phase zwar insgesamt deutlich weniger Lust haben Klamotten zu kaufen, aber wenn sie noch Klamotten kaufen wollen, dann müssen sie es online tun und davon könnte GFG profitieren, denn sie sind in Ländern aktiv, in denen Onlineshopping deutlich weniger verbreitet ist als bei uns (7% im Vergleich zu 19% bei uns). Gerade in dieser Zeit könnten sich neue Kundengruppen mit dem Thema beschäftigen und wenn sie zufrieden sind, langfristig als Kunden gehalten werden.
Die aktuelle Marktkapitalisierung liegt nur noch bei rund 200 Mio Euro, bei über 270 Mio an Cash.


Bei Cegdim bin ich direkt nach den Zahlen ausgestiegen, nicht weil diese schlecht waren, sondern weil viele diesen Termin im Hinblick auf den Ausblick für dieses Jahr abgewartet haben. Nachdem man dann verständlicherweise aufgrund von Corona keinen konkreten Ausblick für dieses Jahr nennen wollte, rechnete ich mit einer ersten negativen Reaktion für die Aktie und verkaufte direkt. Diese negative Reaktion folgte dann am nächsten Tag und scheint nun ausgestanden zu sein, denn der Kurs konnte sich etwas erholen. Mein Nachkauf lag nun aber trotz des bei L&S hohen Spreads immer noch unter dem damaligen Verkaufskurs und ich konnte in der Zwischenzeit mit anderen Werten eine positive Performance erzielen.

Bei Cegedim sehe ich die Coronasituation ähnlich wie bei der GFG, hier haben wir zwar ein verschuldetes, aber profitables Unternehmen, welches in einem Bereich zwar negative Auswirkungen spüren, in dem Telemedizinbereich aber gerade sehr starkes Wachstum erhalten sollte, was sich insgesamt in etwa ausgleichen sollte. Daher, wenn Cegedim vor Corona bei 30€ für mich ein klarer Kauf war, bleibt es das bei nun 22€ umso mehr.


Kurz vor Ende der Börsenwoche habe ich dann noch die inzwischen 29% Gewinn bei der Allianz mitgenommen und in meinen Altfavoriten Hypoport gewechselt. Im Zuge des Coronacrashs ist auch der Kurs von Hypoport deutlich unter die Räder gekommen und von 380 auf jetzt gut 250 gefallen. Mut machte vor allem ein Interview vom CEO Slabke in dieser Woche in dem er keine Abschwächung nach der Nachfrage nach Immobilienfinanzierungen sieht. Die Gruppe insgesamt und auch Dr. Klein sind bereits digital aufgestellt, so dass die Arbeit und Beratung in dieser Zeit keine große Hürde darstellt. Der Digitalisierungsdruck könnte bei Banken durch die Krise weiter steigen und den Wechsel auf Hypoports Plattform Europace beschleunigen. Die Aktie ist auf dem aktuellen Niveau zwar kein wirkliches Schnäppchen, aber ein guter Preis für ein sehr gutes Unternehmen.


Bei Wallstreet Online gab es diese Woche die gute Nachricht, dass man seine Option ausgeübt hat und nun die Mehrheit an der Wallstreet Online capital AG hält. Hier hatte man sich diese Option zunächst offen gelassen um abzuwarten, wie der Smartbroker am Markt ankommt. Da man die Option nun zügig ausgeübt hat, scheint man mit der Entwicklung des Smartbroker zufrieden zu sein.


Die größten Gewinner waren diese Woche:
Hochtief +19,0%
ING Groep +16,5%
Wallstreet Online +15,1%
VW +12,0%
RTL +2,3%
Antwort auf Beitrag Nr.: 63.087.331 von Szew am 21.03.20 16:33:30
Zitat von Szew: Neben diesen Bereichen hat RTL noch seine Produktionstochter, die für fast 30% der Umsätze steht. Hier erwarte ich keinen deutlichen Rückgang, da diese eben auch für andere Streamingplattformen wie Netflix oder Amazon Video produzieren und hier der Bedarf eher weiter steigen sollte (Organisches Wachstum in 2019 +10%).
Klar, das klassische Fernsehen wird immer mehr Tod geredet und ich denke auch, dass es immer weiter zurückgehen wird, aber dieser Rückgang geht nicht von heute auf morgen, sondern vollzieht sich sehr langsam (Werbeumsatz von RTL im TV Bereich im letzten Jahr: Deutschland +0,1%, Frankreich -0,2%, Niederlande -1,1%). Unterm Strich konnte RTL den Umsatz aber um 2,2% steigern aufgrund des Zuwachses der Produktionstochter und dem Wachstum im Streamingbereich. Für 2020 hat man ebenfalls ein Umsatzplus von 2-3% angesagt.


Ich gebe Dir Recht, dass mit Produktionen (auch für andere) sehr viel Geld zu machen ist bzw. war. Ich selbst bin ja "nur" bei Amazon Prime Kunde, aber die Fülle an neuen Serien... also ich schaue die nicht, das meiste ist für mich nicht interessant. Ich sehe mich da aber auch nicht als Maßstab. Nur... wegen Corona werden nun immer mehr Bereiche des öffentlichen Lebens eingefroren, das betrifft natürlich auch TV- und Filmproduktionen. Wenn die keinen neuen Content mehr herstellen (können), verdienen sie auch kein Geld. Profiteure sind diejenigen Anbieter, die Content haben und zwar alten, begehrten. Aus lauter Langeweile habe ich mir die letzten Tage die erste Staffel von "Friends" reingezogen, die hatte sich Amazon ja kürzlich gesichert. Nostalgie pur. Hätte ich unter normalen Umständen keine Zeit und auch nicht genügend Interesse gehabt. Amazon ist hier King, Disney erst recht - aber Disney verschiebt in mehreren Ländern den Launch von Disney+, dabei hätte das gerade jetzt die sich leerenden Kassen füllen können (die Parks sind ja zu, kosten aber weiter Geld). Im Gegenzug sind Anbieter von Trash-TV, wie RTL und Pro7, Sat1 gekniffen, weil die billig "Shows"/Formate produzieren, die nun nicht mehr funktionieren so ohne Publikum und wenn ggf. die Akteure in Quarantäne müssen.

Und zu der Annahme, dass der Großaktionäre hier zukaufen könnte, da habe ich ebenfalls Zweifel. Denn der steht ja vor dem gleichen Problem, auch bei seinen anderen Sendern. Ob da so reichlich Geld vorhanden ist, was man da nun einsetzen kann? Andererseits hatte Finanzinvestor KKR ja vor einem Jahr in Deutschland im Medienbereich mehrere Übernahmen getätigt und will sich hier dickes Stück vom Kuchen abschneiden. Finanzinvestoren werden aktuell mit Geld von Investoren geradezu überschüttet und sind auf der Suche nach Investmöglichkeiten. Gut möglich, dass die auch auf RTL und/oder Pro7Sat1 schielen...
Antwort auf Beitrag Nr.: 63.087.034 von benhurr am 21.03.20 15:47:31
Zitat von benhurr: Vielen Dank für Deine Einschätzung zur TV-Werbung.
Meinem Gefühl nach ist das nicht für alle „Branchen“ zutreffend. Sicher wird durch die Einstellung der Sport- und Freizeitevents kurzfristig viel wegfallen. Meiner Meinung nach wird jedoch einiges durch die Anbieter im Online-Handel aufgefangen.
Dieses Jahr wird jedoch sicher für fast alle schwer werden. Vier Wochen (vermutlich leider plus x) mit starken Einschränkungen wird deutliche Spuren hinterlassen. Je länger desto schwerer für immer mehr...


Ja, Onlinehandel nimmt stark zu. Aber... schalten die deshalb auch mehr Werbung? Amazon (und andere) "rationieren" ja bereits Waren in ihren Lagerhäusern, um die relevanten Produkte schnell(er) anbieten zu können. Die suchen kurzfristig 100.000 zusätzliche Leute im bereich Logistik/Warenhaus/Zustellung, weil sie mit der Arbeit jetzt schon nicht mehr hinterher kommen. Warum sollte Amazon zusätzlich Werbung machen? Bei Google haben sie ihre Werbebuchungen bereits um zwei Drittel gestrichen, es ist einfach nicht nötig, zu werben, die Leute kommen ja auch so. Deshalb glaube ich nicht, dass Onlinehändler des Wegbrechen der "normalen" Werbeeinnahmen kompensieren werden. Und gerade die Tourismusbranche, die würde jetzt wie wild werben - aber Tui, Alltours booking.com, Expedia, AIDA, die sind doch alle Weg vom Fenster (angebots- und werbetechnisch).
Antwort auf Beitrag Nr.: 63.086.899 von sirmike am 21.03.20 15:21:01Moin,

ich gehe hier von unterschiedlichen Entwicklungen aus. Wie erwähnt, gehe ich nicht davon aus, dass RTL zu den reinen Gewinnern gehören wird, aber eben auch nicht zu den reinen Verlierern, denn es gibt auch positive Entwicklungen. Für die einen Branchen ist es aktuell nicht sinnvoll zu werben, die werden ihre Plätze stornieren. Für andere ist es jetzt gerade sinnvoll zu werben sei es für Onlinehandel, Computerspiele, Heimfitnessprogramme und ähnliches… Für andere ist es wiederum halbwegs egal z.B. Produkte wie Nivea. Auf der anderen Seite hat RTL aber inzwischen auch ein größere digitales Angebot und ich erwarte z.B. einen deutlichen Anstieg der TVNOW Kunden in Deutschland und Videoland in den Niederlanden, welche per Abo bezahlen und man hier erstmal unabhängig von der Werbung verdient. Einige werden nach dieser Zeit sicher wieder abspringen, aber viele werden auch bleiben, so dass RTL hier dauerhaft profitieren könnte. Beide Streamingangebote sind im letzten Jahr deutlich gewachsen (Nutzerzahlen: TVNOW +45%, Videoland +29%; Umsatz +47%).
Neben diesen Bereichen hat RTL noch seine Produktionstochter, die für fast 30% der Umsätze steht. Hier erwarte ich keinen deutlichen Rückgang, da diese eben auch für andere Streamingplattformen wie Netflix oder Amazon Video produzieren und hier der Bedarf eher weiter steigen sollte (Organisches Wachstum in 2019 +10%).
Klar, das klassische Fernsehen wird immer mehr Tod geredet und ich denke auch, dass es immer weiter zurückgehen wird, aber dieser Rückgang geht nicht von heute auf morgen, sondern vollzieht sich sehr langsam (Werbeumsatz von RTL im TV Bereich im letzten Jahr: Deutschland +0,1%, Frankreich -0,2%, Niederlande -1,1%). Unterm Strich konnte RTL den Umsatz aber um 2,2% steigern aufgrund des Zuwachses der Produktionstochter und dem Wachstum im Streamingbereich. Für 2020 hat man ebenfalls ein Umsatzplus von 2-3% angesagt.

Unterm Strich wird mir RTL einfach zu pessimistisch bewertet. Wir haben hier ein nahezu schuldenfreies Unternehmen (384 Millionen = 0,27x EBITDA), was mit einem kgv von rund 6,5 bewertet wird, wovon 80% ausgeschüttet werden sollen (Rendite aktuell rund 13,5%). RTL schafft es das abflauende Geschäft der TV Werbung durch neue Geschäftsfelder zu überkompensieren und hat mit Bertelsmann einen strategischen Großaktionär (hält 75%), welcher die günstigen Kurse zuletzte schon für Zukäufe genutzt hat.
Antwort auf Beitrag Nr.: 63.086.605 von HighTechAlpha am 21.03.20 14:31:57
Zitat von HighTechAlpha: Hallo,

ich hab mal eine mehr grundsätzliche Frage zu deinem Trading: wir berücksichtigst du Spreads?

Du hattest Aktien wie 'Blue Prism' und 'Appen', die beide auf LuS recht hohe Spreads hatten.

Also, mich würde interessieren ob die Spreads berücksichtigst, wenn du eine Position eröffnest. Oder lassen die sich nun mal nicht vermeiden.

Grüße


Moin,
leider gibt es bei Wikifolio nicht die Möglichkeit sich ins Orderbuch zu legen, sondern man muss den Spread immer bezahlen. Ich versuche diesen möglichst gering zu halten in dem ich eine Weile beobachte, wie sich dieser zu unterschiedlichen Tageszeiten verhält um dann einen möglichst geringen Spread zu bezahlen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 63.086.899 von sirmike am 21.03.20 15:21:01Vielen Dank für Deine Einschätzung zur TV-Werbung.
Meinem Gefühl nach ist das nicht für alle „Branchen“ zutreffend. Sicher wird durch die Einstellung der Sport- und Freizeitevents kurzfristig viel wegfallen. Meiner Meinung nach wird jedoch einiges durch die Anbieter im Online-Handel aufgefangen.
Dieses Jahr wird jedoch sicher für fast alle schwer werden. Vier Wochen (vermutlich leider plus x) mit starken Einschränkungen wird deutliche Spuren hinterlassen. Je länger desto schwerer für immer mehr...
Antwort auf Beitrag Nr.: 63.080.794 von Szew am 20.03.20 18:33:04Bzgl. RTL (TV-Sender insgesamt) bewerte ich das Risiko viel höher, denn die ganzen Werbetreitebenden stornieren ihre Werbeschaltung - meine Ex arbeitet in einer Mediaagentur und die machen momentan nichts anders mehr. Die einen wollen keine Werbung mehr schalten, weil ihr Geschäfts geschlossen ist (Restaurants, Einzelhandel, Touristik), die anderen weil ihre Sendeformate nicht mehr stattfinden (Formel1, Bundesliga) oder weil sie keine Werbung mehr nötig haben, da ohnehin alle zu ihnen kommen und sie schon jetzt kaum hinterherkommen (EDEKA, ALDI, DM, Rossmann). Da die Stornofristen idR. zwei, drei Wochen betragen, läuft zZ noch viel Werbung, aber das wird sich in den nächsten Wochen rapide ändern. Dann werden die Sender die Lücken mit Eigenwerbung für Sendungen usw. füllen. Mehr Zuschauer bringen nicht mehr Einnahmen, sondern mehr Werbung zu höheren Preisen. Und da müssen die Sender jetzt eher mit hohen Rabatten winken, damit überhaupt noch jemand Werbung schaltet.
Hallo,

ich hab mal eine mehr grundsätzliche Frage zu deinem Trading: wir berücksichtigst du Spreads?

Du hattest Aktien wie 'Blue Prism' und 'Appen', die beide auf LuS recht hohe Spreads hatten.

Also, mich würde interessieren ob die Spreads berücksichtigst, wenn du eine Position eröffnest. Oder lassen die sich nun mal nicht vermeiden.

Grüße
Wochenupdate Szew Grundinvest (20.03.2020)
In der vergangenen Woche war es schon etwas stabiler an den Märkten, der DAX (-1,9%) verlor nur noch moderat, während sich das Wiki (-7,6%) deutlicher abgeben musste.

Im Jahr 2020 liegt das Wiki (-35,7%) nach Gebühren nun wieder leicht hinter dem DAX (-32,6%).


Während man in guten Börsenzeiten oft den Spruch "Die Hausse nährt die Hausse" hört, ist es nun genau andersherum, denn wir befinden uns in einer schwierigen Abwärtsspirale.


Die Kurse fallen wegen der Erwartung niedriger Gewinne und dem Einpreisen einer höheren Marktrisikoprämie. Durch den wirtschaftlichen Stillstand kommen einige Unternehmer in finanzielle Schwierigkeiten und müssen schnell zu Liquidität kommen. Wenn sie Aktien halten, werden sie diese wohl trotz gesunkener Kurse auf den Markt werfen und den Kursverfall befeuern. Die Kursverluste erreichen eine neue Stufe, viele Fonds haben sich Regeln aufgelegt, nach denen Positionen verkauft werden müssen, wenn ein prozentualer Kursverlust eingetreten ist. Hinzu kommt, dass ängstliche Investoren nun ihre ETFs und Fonds verkaufen, welche zu zwangsverkäufen der dort enthaltenen Aktien führen. Ob sie wollen oder nicht, dann müssen auch diese ihre Anteile auf den Markt werfen und die Kursverluste erreichen die nächste Stufe. Zusätzlich kommt es nun zu Margin Calls: viele Investoren erhöhen ihren Einsatz über Kredite, welche eine gewisse Sicherheit in Form von Eigenkapital benötigen. Dieses Eigenkapital ist in der Regel ebenfalls in Aktien angelegt. Sinken die Aktienwerte, reicht dieses Eigenkapital nicht mehr aus um als Sicherheit für die erhaltenen Kredite zu fungieren. Wenn man kein Eigenkapital mehr nachlegen kann, ist man gezwungen seine Positionen zu verkaufen egal wie günstig die Aktie momentan auch erscheint und damit kommt es zum endgültigen Absturz an den Börsen. Wann diese Abwärtsspirale gestoppt wird und es wieder aufwärts geht kann niemand mit bestimmtheit sagen, die Effekte die zu diesen Kursverlusten führen, haben ab einem gewissen Punkt aber nichts mehr mit der fundamentalen Bewertung dieser Unternehmen zu tun und genau dann kann man als Investor die größten Schnäppchen finden.


Bei meiner Investmentstrategie versuche ich nie den Markt zu timen und so lange ich Werte finde, denen ich ein gutes Chance Risiko Verhältnis gebe, bleibe ich voll investiert, daher werde ich auch vorallem jetzt kein Cash aufbauen, sondern versuchen den Nutzen aus dieser Abwärtsspirale zu ziehen, denn irgendwann wird diese durchbrochen sein.


In meiner Handelsidee des Wikifolios hatte ich bei Eröffnung geschrieben: "Das Wikifolio, soll aus einer Mischung aus sicheren Dividendentiteln, fundamental unterbewerteten Aktien mit Chancen auf einen Turnaround und zu einem kleinen Teil auch aus Small Caps mit starkem Wachstumspotential bestehen."


Seit bestehen des Wikifolios kam dieser eigentliche Hauptpunkt von fundamental unterbewerteten Dividendenwerten mit Chance auf einen Turnaround sehr kurz, denn in der zuletzt wirtschaftlichen stabilen Lage, gab es nicht viele interessante Turnaroundwerte, denen ich ein besseres Chance-Risiko-Verhältnis zugestanden hätte, als kleineren wachstumsstarken Unternehmen.

In den Jahren vor der Eröffnung des Wikis, war das allerdings immer mein Investmentschwerpunkt, daher auch so klar in der Beschreibung genannt. Durch die nun wirtschaftlich schwierige Zeit, hat sich vieles am Markt geändert und auch meiner Ansicht nach das Chance Risiko Verhältnis vieler Werte. In der jetzigen Zeit suche ich lieber die Sicherheit als das Risiko, ohne, dass ich mir große Chancen entgehen lassen will. Wähle also Unternehmen, die in dieser Zeit zu hart abgestraft wurden, Unternehmen, bei denen ich davon ausgehe, dass sie stark genug sind auch eine längere Flaute zu überstehen um am Ende durch die Insolvenz kleinerer Wettbewerber gestärkt aus der Situtation hervorzugehen. Daher habe ich mich auch dazu entschieden nun die kleineren, wachstumsstarken Unternehmen zunächst zu verkaufen, da diese häufig noch Verluste machen und erstmal beweisen müssen, dass sie diese Phase überleben können. Sollte der Sturm vorbei sein und die Wirtschaft wieder anziehen, so sind diese Werte sicher wieder Kandidaten für eine Aufnahme, das erhöhte Risiko möchte ich allerdings nicht länger tragen.

In dieser Woche habe ich eine zweite Maßnahme getroffen um das Risiko weiter zu verringern, denn niemand kann vorhersagen wie lange die aktuelle Situation noch andauern wird. Während ich zuletzt Werte im Wiki hatte, die von dem aktuellen Abschwung deutlich getroffen sein werden, aber meiner Einschätzung nach nicht so hart getroffen werden, wie der Kursverlust suggeriert, habe ich diese Woche sechs Werte aufgenommen, bei denen ich davon ausgehe, dass diese von der aktuellen Situation wenig betroffen sind, bzw noch profitieren könnten und dennoch deutliche Kursverluste hinnehmen mussten.


Zu den Unternehmen, welche die Flaute zwar treffen wird, ich aber denke, dass der Kursabschlag schon viel zu hoch ist gehören VW, Hochtief, Allianz und ING. VW und Hochtief gehören zu den besten Unternehmen ihrer Branche und sind mit einer ordentlichen Nettocashposition ausgestattet, die sie auch eine längere Durststrecke überstehen lassen sollten. Auch die ING und Allianz könnten als Finanzwerte deutlich unter der aktuellen Situation leiden. Aber auch diese beiden Werte gehören zu den Stärksten ihrer Branche und verfügen über eine gute Kapitalausstattung. Daher gehören diese Werte für mich zu den vier größten Turnaroundkandidaten sobald Licht am Ende des Tunnels ist.

Da kaum jemand abschätzen kann, wann denn nun dieses Licht wirklich zu sehen sein wird, habe ich mit Wirecard, Deutsche Börse, Facebook, Alphabet, RTL und Wallstreet Online sechs weitere Werte aufgenommen, die von dieser Zeit, in der man verstärkt zu Hause bleibt eher profitieren sollten. Wirecard als digitaler Bezahldienstleister dürfte von der erhöhten Nutzung digitaler Produkte und Bestellungen über das Internet profitieren. Die Deutsche Börse sollte durch die aktuellen Marktturbulenzen mehr verdienen, da mehr gehandelt wird. Facebook und Alphabet sollten durch das verstärkte Zuhause bleiben auch eine erhöhte Nutzung ihrer Produkte erfahren. Auch klassisches Fernsehen sollte mehr geschaut werden wovon RTL profitieren könnte. Wallstreet Online könnte gleich doppelt profitieren, denn durch das verstärkte zuhause sein, haben viele mehr Zeit sich über die Seiten des Unternehmens über die Börse zu informieren und durch die Marktturbulenzen besteht auch ein erhöhter Bedarf danach. Wichtig war mir auch hier eine starke Marktstellung vor allem eine solide Bilanz der Unternehmen, daher habe ich z.B. auch eine RTL gewählt und hätte nie eine Prosieben gekauft. Natürlich sind diese Werte keine reinen Profiteure, denn egal wie hoch die Nutzung ihrer Produkte ist, am Ende verdienen sie ihr Geld über Werbeeinnahmen und in einer Rezession sparen Unternehmen häufig gerade daran. Dennoch glaube ich nicht, dass der Einbruch so heftig sein wird wie z.B. 2008/2009, da dies eine ganz andere Situation ist und sich deutlich schneller entspannen könnte. Gerade, da sich der Aufenthalt der Menschen in nächster Zeit immer stärker auf die eigenen vier Wände beschränken dürfte, haben werbewillige Unternehmen nicht mehr so viele Möglichkeit die potentiellen Kunden zu erreichen und da bieten diese Unternehmen genau die Möglichkeit jetzt eine erhöhte Nutzerzahl anzusprechen. Wichtig war mir bei diesen Werten, dass sie zwar zu den Profiteuren gehören könnten, aber alle trotzdem mindestens 30% Kursverlust hingelegt haben, damit diese Werte ebenfalls Aufholpotential besitzen. Andere Werte, die gerade kursmäßig von der Situation sogar profitieren, sind für mich eher uninteressant, da diese eher fallen sollten, sobald die Lage besser wird und damit die Kursgewinne der anderen Werte aufheben.
Wochenupdate Szew Grundinvest (13.03.2020)
In dieser Woche erreichte die Panik um das Coronavirus ein neues Ausmaß, was an den Märkten für Rekordverlusttage sorgte.

Am Ende der Woche verliert der DAX (-20,0%) sehr deutlich, während sich das Wiki (-19,3%) nur minimal besser hielt.


Im Jahr 2020 liegt das Wiki (-29,4%) nach Gebühren weiter leicht vor dem DAX (-30,3%).


Das Wiki fiel in der Spitze von seinem Allzeithoch um rund 34%. Zu meinem Investmentstil gehören größere Drawdowns dazu und sind unvermeidbar, wenn man dauerhaft voll investiert ist. Erst vor gut einem Jahr im Dezember 2018 gab es mit über -36% den bislang größten Drawdown im Wiki - fünf Monate später gab es bereits wieder ein neues Allzeithoch. Wie lange es diesmal dauern wird, kann man nicht seriös abschätzen, wir werden sehen wie schnell sich die Wirtschaft erholt und wann die Nachrichtenlage dreht. Ich suche mir zu diesen Zeiten die für mich günstigsten Unternehmen raus, bei denen ich davon ausgehe, dass sie auch eine kritische Phase überstehen um danach deutliches Aufholpotential zu haben.


Aufgrund der derzeitigen Situation kann man gut erkennen, dass die Marktteilnehmer die Marktrisikoprämie erhöhen. Dies führt in den standardmäßig durchgeführten DCF Bewertungsmodellen vor allem für weiter in der Zukunft liegende Erträge zu einer höheren Abwertung. Daher konzentriere ich mich im Wiki aktuell auch eher auf Werte, die schon jetzt günstig sind und nicht auf Unternehmen, von denen man erwartet aufgrund einer tollen Entwicklung in vielen Jahren mal günstig zu sein.


Beispielsweise ist Hochtief aktuell meine größte Position.

Hochtief ist eins der größten Bauunternehmen der Welt mit einem Umsatz von rund 26 Mrd Euro. Die Marktkapitalisierung beträgt gerade mal noch 4,3 Mrd Euro wobei das Unternehmen noch 1,5 Mrd Euro an Nettocash hat. Es ergibt sich also ein EnterpriseValue von rund 2,8 Mrd Euro. Dabei erwartet man ein Ebit von rund 1,1 Mrd Euro, erhält also ein EV/Ebit von unter 3 oder ein kgv von 6 (cashbereinigt kgv rund 4), dazu gibt es eine Dividendenrendite von inzwischen über 9%. Da der Kurs so stark abgestürzt ist und das Unternehmen über genug Cash verfügt, hat man kurzfristig beschlossen bis zu 10% der Aktien zurückzukaufen, also auch hier versucht man zusätzliche Werte für die Aktionäre zu schaffen. Wie beeinflusst Corona nun das Geschäft? Das ist wie bei allen Unternehmen kaum zu sagen, man hat allerdings einen Rekordauftragsbestand von rund 50 Mrd Euro und um die Konjunktur anzukurbeln könnte es fiskalpolitische Maßnahmen im Baubereich geben, die Hochtief weitere Umsätze beschaffen. Dies ist für mich insgesamt eine gute Situation, da das Unternehmen bilanziell gut genug aufgestellt ist um die aktuelle Situation zu überstehen und langfristig von Konjunkturprogrammen und evtl dem Ausscheiden von Wettbewern profitieren könnte und gleichzeitig sehr günstig zu haben ist.



Ich habe also momentan fast ausschließlich Value Werte im Wiki und habe mich von den Wachstumsunternehmen in dieser Phase getrennt - mit Ausnahme von Blue Prism. Blue Prism gehört als verlustreiches Unternehmen, was zuletzt mit knapp 100% gewachsen ist zu den Wachstumsunternehmen schlechthin und sollte eigentlich besonders unter einer Erhöhung der Marktrisikoprämie leiden. Doch Blue Prisms Geschäftsmodell könnte durch den Virus nochmal befeuert werden. Das Unternehmen setzt darauf gewisse Arbeitsabläufe im Büro zu automatisieren und so diese Tätigkeit unabhängig vom Menschen 24/7 durchführen zu können. Durch die aktuelle Situation könnte einigen Unternehmen der Bedarf nach solchen Lösungen nochmal stärker vor Augen geführt werden, daher lasse ich den Wert momentan auch im Wiki.



Die größten Verlierer waren diese Woche:

VW -24,7%

Hochtief -24,2%

IAG -20,5%

Blue Prism -11,8%

Cegedim -8,6%
Wochenupdate Szew Grundinvest (06.03.2020)
Die vergangene Woche war erneut sehr volatil und alles richtete sich nach der Entwicklung des Coronavirus. Am Ende der Woche verliert der DAX (-2,9%) erneut deutlich, während das Wiki (-1,3%) nur halb so stark fiel.


Im Jahr 2020 liegt das Wiki (-12,5%) nach Gebühren nun wieder minimal vor dem DAX (-12,9%).


In dieser Woche gab es mit IVU und Hypoport zwei Verkäufe von Werten, die ich erst letzte Woche für eine Gegenbewegung aufgenommen hatte. Beide waren in der Woche zuvor übermäßig stark gefallen und hatten daher meiner Meinung nach Aufholpotential. Dieses haben sie direkt zu Beginn der Woche genutzt in dem beide rund 10% zulegen konnten. Diese Gewinne habe ich dann auch schnell mitgenommen und in meine anderen Werte umverteilt.


Wieder mit dabei ist dafür Hochtief, die es aktuell auch im Corona Sonderangebot bei etwa 80€ gibt. Das drittgrößte internationale Bauunternehmen mit einem Rekord Auftragsbestand von rund 50 Mrd Euro und deutlich Nettocash wird nun zu einem kgv von rund 8 mit einer Dividendenrendite von über 7% gehandelt. Der Kurs hat sich von seinem hoch nun mehr als halbiert obwohl die Geschäfte seitdem weiter angezogen haben. Natürlich könnte es durch das Coronavirus auch hier zu Verzögerungen kommen, aber den Abschlag halte ich gerade hier für deutlich zu hoch.


In dieser Woche hat die Global Fashion Group nun seine langerwarteten Zahlen gemeldet. Nach den massiven Verkäufen in diesem Jahr, hatten viele vermutet, dass dies Zahlen schlecht ausfallen könnten, doch das Gegenteil war der Fall, es gab für mich keinerlei negative Überraschung. Man konnte sogar erstmals ein positives aEbitda ausweisen und auch die Prognose für die kommenden Jahre war positiv.

Der Kurs sprang auch zunächst kurz an, doch der Großverkäufer scheint noch nicht fertig zu sein und hat die höheren Kurse direkt genutzt um weitere Anteile loszuwerden. Dennoch konnte sich der Kurs in dieser Woche etwas von seinen Tiefstständen erholen und scheint immer mehr Käufer anzuziehen.

Die aktuelle Coronakorrektur beschert uns momentan sehr viele günstige Werte, was langfristig eine Chance sein kann. Ich beobachte den Markt weiter nach aktuellen Chancen, werde meine Positionierung im Wiki aber nicht groß ändern, da ich langfristig an die Werte glaube, die sich aktuell im Wiki befinden.


Die größten Gewinner waren diese Woche:
GFG +6,5%


Die größten Verlierer waren diese Woche:
Cegedim -2,1%
Blue Prism -4,8%
IAG -9,6%
Wochenupdate Szew Grundinvest (28.02.2020)
In der vergangenen Woche erlitt das Wiki (-13,7%) seinen bisher höchsten Wochenverlust. Der DAX (-12,5%) hielt sich leicht besser.

Im Jahr 2020 liegt das Wiki (-11,3%) nach Gebühren nun wieder leicht hinter dem DAX (-10,3%).


In dieser Woche haben wir mal wieder einen starken Absturz gesehen. Das Wiki hat in seinen nun über 5 Jahre schon einige Korrekturen mitgemacht, es war zwar nie innerhalb von einer Woche so stark, aber das Ausmaß war doch mehrfach schon größer als aktuell mit rund -14% vom Allzeithoch. Dabei handelt es sich nicht um spezifische Unternehmensprobleme der Werte, die im Wiki vertreten sind, sondern um eine allgemeine Korrektur bei dem mehr oder weniger alle Werte stark betroffen sind. Hier regiert häufig die Angst und teilweise Panik, so dass alles verkauft wird ohne zu differenzieren wie attraktiv die Unternehmensbewertung ist oder wie stark das Unternehmen von der Virusausbreitung betroffen ist. Und auch wie in den vergangen Situationen versuche ich mir diesen Umstand zu Nutze zu machen, in dem ich Werte kaufe, die übermäßig hart abgestraft wurden, da diese häufig schneller wieder zurückkommen, wenn die Angst weicht und ich reduziere Werte, die sich zunächst stabil hielten, da diese häufig als nächstes abverkauft werden, weil hier der Schaden noch nicht so groß ist. Durch dieses Vorgehen, verspreche ich mir, wie in den letzten Schwächephasen, einen schnelleren und stärkere Rebound, wenn sich die Panik gelegt hat.


Aus diesem Grund habe ich auch Cargurus wieder verkauft, da die sich zunächst stark hielten und hatte dafür die Möglichkeit meine Langfristfavoriten IVU und Hypoport zu wieder deutlich reduzierten Kursen einkaufen zu können.


Zahlen gab es in dieser Woche von IAG, die positiv ausfielen, vor allem der Dividendenvorschlag überraschte Positiv. Doch aufgrund des Coronavirus traute man sich keine Gewinnprognose für das laufende Jahr zu, was die Aktie nochmal auf Talfahrt schickte.
Auch VW meldete am Freitag Zahlen, die besser ausfielen als erwartet und auch hier gibt es eine höhere Dividende. Auch für das laufende Jahr traute man sich eine starke Prognose trotz der aktuellen Unsicherheiten zu.


Vor zwei Wochen hatte ich Appen ins Wiki aufgenommen und ich bin noch die Vorstellung des Wertes schuldig:

Appen ist eins der bekanntesten Tech Unternehmen an der australischen Börse (ASX) und gehört zu den sogenannten WAAAX, welche das Pendent zu den FANG Aktien an der Nasdaq darstellen sollen.


Appen ist im Bereich der künstlichen Intelligenz tätig, aber anders als man bei einem KI Unternehmen vielleicht vermuten würde, denn Appen ist hauptsächlich Datenaufbereiter und Verarbeiter für andere Techkonzerne. Da die Vielzahl an Daten für die Maschinen zu schwer zu interpretieren ist, müssen die Daten durch menschliche Hilfe erstmal eingeordnet werden um den Maschinen daraufhin die Möglichkeit zu geben selbst zu lernen, sowohl was Sprache, als auch Bilder angeht. Um diese Daten vorzusortieren bedient sich Appen seiner über einer Million Crowdworker, die auf der ganzen Welt verteilt sind und daher auch unterschiedliche Erfahrungen vor allem was Sprache angeht haben und so die Daten auf vielfältige Weise vorselektieren können.


Mit dieser Crowd hat man sich einen gewissen Burggraben geschaffen, denn die großen Techkonzerne bedienen sich Appen anstatt diese Grundlagenarbeit selbst durchzuführen, die Organisation und der Aufbau dieser Crowd wäre für nur ein Unternehmen wohl zu aufwendig, so dass man lieber auf Appens Ressourcen zurückgreift. Da die Nachfrage nach diesen Arbeiten deutlich zunimmt, konnte sowohl der Appenumsatz als auch der Aktienkurs sich deutlich steigern, der Kurs stieg in den letzten 5 Jahren um knapp 4000%.


Durch dieses Geschäftsmodell ist Appen zwar im Bereich KI tätig, kann aber nicht wirklich als Techkonzern bezeichnet werden, da es sich eher um peoples business handelt und die Rohmargen daher auch nicht wie bei einem Techkonzern bei über 70% liegen, sondern nur bei unter 30%. Dafür hat man allerdings den Vorteil, dass man die Plattform ohne große weitere Kosten wie Marketing betreiben kann und so ein Großteil der Rohmarge ins EBITDA übergeht, die EBITDA Marge lag in 2019 bei knapp 19%. Da man keine großen Abschreibungen oder Zinsbelastungen hat, fallen hauptsächlich noch die Steuern an, so dass man nach Steuern aktuell immer noch eine Marge von über 12% ausweisen kann.


In 2019 konnte der Umsatz um 47% auf $536 gesteigert werden, das EBITDA lag dabei bei $101 Millionen. Für 2020 prognostiziert man ein EBITDA Wachstum von fast 30% auf $130 Millionen. Da Appen eigentlich sehr konservativ prognostiziert ist das schon eine Ansage, letztes Jahr erreichte man zwar ein EBITDA Zuwachs von 42%, die erste Prognose lag aber nur bei 23%. Eine gewisse Zuversicht kommt sicher auch daher, dass man mit einem großen Techkonzern seinen Vertrag gerade erst für fünf Jahre verlängern konnte. Auf diese starken Zahlen sprang der Kurs nur kurz an und ließ sich dann vom allgemeinen Markt wieder runterziehen.


Während sich das Geschäft von Appen bislang nur auf die alte Welt fokussierte, hat man nun auch angefangen in China tätig zu werden, die Geschäfte sollen gut laufen auch wenn man hier von einem noch sehr geringen Niveau ausgeht. Aus der Vergangenheit weiß man, dass vor allem die Großkunden die Umsatztreiber sind, sollte man also eines der großen China Tech Unternehmen als Kunden gewinnen, dürfte das Appens Geschäfte beflügeln. Ein weiterer Ergebnistreiber sind die Regierungen, die nun auch immer stärker in den KI Bereich gehen und Appen hier Aufträge bekommt. Den dritten Wachstumsmarkt, den man nun stärker angreift, ist das autonome Fahren, hier müssen auch viele Daten aufbereitet werden für die Appen der richtige Ansprechpartner ist.


Appen selbst möchte sich aber weiter zu einem Tech-Konzern wandeln und auch höhere Rohmargen erzielen. Dies war einer der Gründe warum man in 2019 FigureEight übernommen hat. Man hat bereits letztes Jahr angefangen Figureeight in die bestehende Unternehmensstruktur einzubauen, erwartet eine vollständige Integration aber erst Ende 2020. Mit FigureEight soll es teilweise möglich sein, diese Grundlagenarbeit weiter zu automatisieren, so dass für die Erfassung der Rohdaten weniger personal benötigt wird. Damit könnte Appen seine Arbeit deutlich effizienter durchführen und seine Rohmargen stark erhöhen.


Unterm Strich ist Appen nicht zu hoch bewertet, kgv für 2022 bei 19, wobei ich diese Schätzung für eher konervativ halte, man wächst stark, hat einen riesigen Markt, der noch jahrelanges starkes Wachstum verspricht, einen gewissen Burggraben und die Möglichkeit seine Margen deutlich auszuweiten.


Die größten Verlierer waren diese Woche:
GFG -9,4%
VW -10,5%
Blue Prism -12,4%
Cegedim -13,7%
Appen -18,0%
IAG -26,0%
Wochenupdate Szew Grundinvest (21.02.2020)
In der vergangenen Woche konzentrierten sich die Märkte wieder mehr auf den Coronavirus (DAX -1,2%). Das Wiki (-0,6%) konnte sich dabei stabiler halten.

Im Jahr 2020 liegt das Wiki (+2,8%) nach Gebühren nun wieder leicht vor dem DAX (+2,5%).

In dieser Woche gab es ein paar Änderungen im Wiki: Neu dabei ist Cargurus. Hier hat sich eine kurzfristige Kaufgelegenheit ergeben, dafür brauchte ich Cash und habe mich von ING und Sto getrennt. Zusätzlich habe ich am Freitag die Gewinne bei Maisons du Monde mitgenommen.

Cargurus kann grob als das amerikanische Autoscout24 bezeichnet werden und ist mit seiner Plattform der Platzhirsch im US Markt. Das Unternehmen hat in dieser Woche seine Quartalszahlen bekanntgegeben und verlor danach knapp 30% an Wert.

Grund für den Abverkauf war nicht das vergagenene Quartal, was mit einem Umsatzanstieg von 25% besser ausfiel als erwartet, sondern in der Prognose mit einem Umsatzwachstum von nur noch 14% für 2020
.
Im Conference Call ging man darauf ein und begründet dies damit, dass man das Werbegeschäft nicht weiter ausbauen und sogar zurückführen will um das Nutzererlebnis sowohl für Käufer als auch für Verkäufer zu verbessern und so zu höheren Conversionraten zu gelangen.

Diese Änderung ist für Cargurus nicht so dramatisch wie sie für andere Autoplattformen wäre, denn Cargurus erzielt bereits knapp 90% seiner Umsätze per Subscription durch die Händler.
Da man im US Markt schon sehr stark vertreten ist und die meisten Händler bereits Kunden von Cargurus sind, bleiben für das weitere Wachstum nur noch zwei Möglichkeiten: 1. Das Geschäft mit den bestehenden Händlern vergrößern um einen höheren Umsatz pro Händler zu erreichen und 2. Das Geschäft international ausrollen um weitere Händlerpotentiale freizusetzen.

Das Geschäft mit den bestehenden Händlern vergrößert man laufend in dem man ihnen zusätzliche Services anbietet wie die Finanzierung.

Man hat bereits in einigen weiteren Ländern den Markteintritt vollzogen: Kanada, Großbrittanien, Deutschland, Spanien und Italien. Häufig gibt es hier bereits etablierte Plattformen gegen die es schwer ist anzukommen. Eine vorherrschende Plattform abzulösen ist häufig sehr schwierig und dauert lange, wenn man es aber geschafft hat, ist es ein sehr lukratives Geschäft. Das internationale Wachstum ist aktuell sehr stark, in den letzten drei Jahren konnte man die Anzahl der Händler durchschnittlich um 96% pro Jahr steigern und hat nun 7.125 Händler als Kunden. In den USA sind es allerdings fast 30.000.

Die Expansion ins Ausland kostet das Unternehmen momentan noch richtig Geld, was den Gesamtgewinn deutlich schmälert. Während man in den USA in 2019 $74 Millionen verdient hat, hat man international einen Verlust von $40 Millionen erwirtschaftet, so dass unterm Strich nur $34 Millionen übrig bleiben.

Cargurus hat eine hochprofitable Plattform welche es ihnen ermöglicht Rohmargen von 94% zu erzielen und hat aufgrund seines Geschäftsmodells gut planbare, wiederkehrende Umsätze durch die angebundenen Händler. Die Rückkehr vom Werbegeschäft wird für dieses Jahr eine Wachstumsdelle schlagen, könnte sich langfristig aber positiv auf das Geschäft auswirken. Die Internationalisierung bietet dem Unternehmen noch deutliche Wachstumschancen, ist aber auch ein Risiko, welches erstmal Geld kostet.

Bei geplanten Umsätzen von $670 Millionen in diesem Jahr ist Cargurus mit rund $3 Milliarden zu einem KUV von nur 4,5 bewertet, welches ich für eine hochprofitable, marktführende Plattform, die weiterhin wächst für deutlich zu wenig halte.

Autoscout24 wurde z.B. für 2,9 Milliarden Euro verkauft, bei einem Umsatz von 181,5 Millionen und einem Wachstum von ebenfalls „nur“ 14%. Hier hat der Käufer also das 16 fache des Umsatzes bezahlt während man Cargurus für das 4,5 Fache bekommt. Autoscout hatte als reifere Plattform zwar bereits höhere Margen, aber ich erwarte, dass Cargurus in ähnliche Bereiche kommen kann, wenn man zukünftig nicht mehr so stark in seine Marke investieren muss.


Die größten Gewinner waren diese Woche:
-


Die größten Verlierer waren diese Woche:

VW -2,6%
IAG -2,9%
Appen -5,0%
Wochenupdate Szew Grundinvest (14.02.2020)
In der vergangenen Woche gewann das Wiki (+1,9%) wieder hinzu und konnte ein neues Allzeithoch markieren, der DAX (+1,7%) legte etwas weniger stark zu.

Im Jahr 2020 liegt das Wiki (+3,5%) nach Gebühren weiterhin knapp hinter dem DAX (+3,7%).

In dieser Woche gab es eine Änderung im Wiki: IVU wurde verkauft und Appen wurde neu aufgenommen.


IVU hat in dieser Woche wirklich starke Zahlen geliefert und der Kurs hat entsprechend positiv reagiert. Damit wurde mein ursprüngliches Kursziel überschritten und ich habe die Aktie erstmal verkauft. Es könnte dennoch gut sein, dass ich bei einem Rücksetzer wieder einsteige, denn operativ läuft es bei IVU hervorragend.

Neu dafür dabei ist mit Appen ein australisches Unternehmen für künstliche Intelligenz, was sehr stark wächst und bereits profitabel ist. Dafür ist das Unternehmen noch vergleichsweise günstig bewertet. Da Appen am 25.02. Zahlen vermelden wird, warte ich mit der genaueren Vorstellung bis zu dem darauf folgenden Wochenbericht um die aktuellen Zahlen dort mit aufzunehmen.


Die größten Gewinner waren diese Woche:
IAG +6,8%
GFG +2,9%
Maisons du Monde +2,6%
VW +2,4%


Die größten Verlierer waren diese Woche:
Blue Prism -5,1%
Wochenupdate Szew Grundinvest (07.02.2020)
In der vergangenen Woche gewann das Wiki (+1,5%) wieder hinzu, während der DAX (+4,1%) sogar noch deutlicher zulegen konnte.

Im Jahr 2020 liegt das Wiki (+1,6%) nach Gebühren nun wieder knapp hinter dem DAX (+2,0%).

In dieser Woche gab es keine Änderungen im Wiki.

Quartalszahlen kamen von der ING Groep. Während der Umsatz im Rahmen der Erwartungen lag, hat das Unternehmen etwas mehr für die Risikovorsorge ausgegeben als erwartet, so dass der Gewinn niedriger war als von Analysten prognostiziert. Scheinbar waren die Zahlen aber besser als von vielen befürchtet, denn der Kurs konnte nach den Zahlen etwas zulegen.


Die größten Gewinner waren diese Woche:

IVU +7,2%
ING +7,1%
IAG +6,4%
Sto +4,0%
VW +2,5%



Die größten Verlierer waren diese Woche:

GFG -8,3%
Wochenupdate Szew Grundinvest (31.01.2020)
In der vergangenen Woche hat das Coronavirus die Märkte in Aufruhr versetzt so dass der DAX (-4,4%) deutlich bergab lief und sich das Wiki (-1,9%) dem auch nicht völlig entziehen konnte.

Im Jahr 2020 liegt das Wiki (+0,1%) nach Gebühren nun erstmals vor dem DAX (-2,0%).

In dieser Woche gab es keine Änderungen im Wiki.

Im Fokus standen die Umsatzzahlen von Cegedim und Maisons du Monde.

Bei beiden Werten gab es keine große Überraschung und man traf in etwa die Prognose. Während bei Cegedim die Zahlen zu keiner großen Kursreaktion geführt haben, ging es bei Maisons du Monde deutlich nach oben, da der Markt wohl auf ein nicht Erreichen der Prognose gesetzt hatte.


Die größten Gewinner waren diese Woche:
Maisons du Monde +7,1%
Blue Prism +4,9%



Die größten Verlierer waren diese Woche:
VW -8,5%
GFG -8,3%
IAG -8,0%
IVU -4,7%
ING -3,8%
Cegedim -3,5%
Wochenupdate Szew Grundinvest (24.01.2020)
In der vergangenen Woche gewann das Wiki (+0,7%) hinzu, während der DAX (+0,4%) etwas weniger stieg.

Im Jahr 2020 liegt das Wiki (+2,1%) nach Gebühren weiter hinter dem DAX (+2,5%).


In der vergangenen Woche gab es mit Hochtief und S&T zwei Verkäufe und mit IAG und Blue Prism zwei Neukäufe.


Hochtief und S&T haben beide in der vergangenen Woche Zahlen gemeldet und wurden daraufhin beide verkauft.


Bei S&T lag es eher an den positiven Zahlen, die für das vergangene Jahr im Rahmen der Erwartungen lagen. Positiv war aber der angehobene Ausblick, insbesondere der langfristige Ausblick. Die Kursreaktion von etwa +15% seitdem fande ich aber doch etwas zu viel und habe die Gewinne mitgenommen.

Bei Hochtief musste ein Tochterunternehmen eine Abschreibung auf eine Minderheitsbeteiligung vollziehen, welche das positive Jahresergebnis 2019 auffressen wird. Hochtief halte ich weiterhin für attraktiv bewertet, brauchte aber einen weiteren Wert zum Austausch um die Neukäufe zu finanzieren.


Neu dabei ist mit der IAG die Mutter von British Airways der größten Fluggesellschaft Großbrittaniens. British Airways gehört zu den profitabelsten Fluggesellschaften, da diese von ihrer Sonderstellung am Londoner Flughafen profitieren und damit einen deutlichen Wettbewerbsvorteil haben. Daher wird auch der absolute Großteil der Gewinne von IAG durch British Airways eingeflogen und das fast ausschließlich am Flughafen Heathrow. Die Bewertung ist dennoch ähnlich günstig wie andere Fluggesellschaften obwohl man deutlich stetiger wächst. Wer sich näher für diese Thematik interessiert: Swen Lorenz hat diese Situation in einem 108 Seitigen Bericht genaustens analysiert.


Neu dabei ist mit Blue Prism ein spannender Wachstumswert aus Großbritannien, der hierzulande noch ziemlich unbekannt ist, da er vor meinem Kauf in lediglich einem investierbaren Wiki vorhanden war.

Blue Prism gehört zu den Marktführern im Bereich RPA (Robotic Process Automation). Kurz gesagt Blue Prism programmiert „Software Roboter“, welche vor allem monotene Bürotätigkeiten, welche bisher von Menschen durchgeführt wurden, ersetzen. Wie bei maschinellen Robotern liegen die Vorteile auf der Hand: Der Softwareroboter arbeitet deutlich kostengünstiger, präziser und kann 24/7 arbeiten. Das Unternehmen wurde 2001 gegründet und gilt mit seiner RPA Plattform als einer der Pioniere für künstliche Intelligenz. Blue Prisms Vision sieht vor, dass in Zukunft ein drittel aller Sachbearbeiter Posten durch Softwareroboter ersetzt werden kann. Und der Erfolg gibt ihnen bislang Recht, denn nicht nur der RPA Markt ist einer der am stärksten wachsenden Softwaremärkte aktuell, sondern auch Blue Prism konnte seinen Jahresumsatz zuletzt um über 83% auf 101 Millionen Pfund steigern. Das Geschäft ist sehr gut planbar, da man über 96% wiederkehrende Umsätze verfügt, da man deren Plattform vor allem über die Cloud als SaaS anbietet. Man hatte zum Jahresende (Oktober 19) 1677 Kunden wobei Blue Prism einen klaren Fokus auf Großkunden hat. Ein Jahr zuvor waren es noch 971 – während des Jahres haben 1139 Kunden die ursprünglich geplanten Ausgaben für Blue Prism erhöht, was zeigt, dass die Kunden sehr zufrieden mit der Software sind. Zu den Kunden gehören die größten Unternehmen der Welt, in diesem Jahr ist z.B. Amazon, Audi, Bank of China oder L’oreal dazugekommen. Zu den bestehenden Kunden gehören beispielsweise Siemens, Deutsche Telekom, Paypal, Ebay, Snapchat, Coca Cola, Allianz, Procter & Gamble – Blue Prism ist also schon bei vielen sehr großen Konzernen über viele Branchen hinweg aktiv. Eine besondere Kennzahl ist die Expansion Rate von 143%, denn d.h. bestehende Kunden haben in diesem Jahr allein zu einem Umsatzanstieg von 43% geführt. Das ist ein extrem starker Wert, an den kaum ein Softwareanbieter aus den USA herankommt. Das Unternehmen hat im letzten Jahr noch deutliche Verluste gemacht, was so aber geplant war, man hatte extra zu Beginn des letzten Jahres eine Kapitalerhöhung gemacht, weil man in 2019 massiv investieren wollte um Kunden zu gewinnen, denn wie man sieht, ist es sehr wichtig erstmal schnell bei einem Unternehmen reinzukommen, denn wenn die Software erstmal getestet wurde, erhöhen sich die Umsätze dort schnell. Mit den Jahreszahlen, die letzte Woche verkündet wurden, hat man auch gesagt, dass der Cashburn im ersten Halbjahr deutlich zurückgehen wird und man im zweiten Halbjahr schon kein Geld mehr verbrennen will. Eine offizielle Guidance gibt es zwar nicht, Analysten rechnen in diesem Jahr aber mit einem erneuten Umsatzanstieg um etwa 70%.

Insgesamt ein Unternehmen absolut nach meinem Geschmack, stark wachsend in einem absoluten Zukunftsmarkt mit einer starken Marktstellung und hoher Skalierbarkeit. Solche Unternehmen sind nur aktuell nicht im WIkifolio zu finden, da diese Unternehmen normalerweise einfach schon sehr sehr teuer sind, daher freue ich mich nun mal wieder einen Wert gefunden zu haben, der noch nicht von der breiten Masse und den Nasdaq ETFs hochgekauft wurde, denn der Wert ist in London notiert.

Mal ein kleiner Vergleich zu den häufig als besten gehandelten SaaS Aktien und deren Bewertung:

Blue Prism
Umsatz 2020e: 170 Mio Pfund
Marketcap: 1,35 Mrd Pfund
KUV: 8
Umsatzwachstum 2020e: 70%
Expansion Rate: 143%


Alteryx
Umsatz 2020e: 520 Mio Dollar
Marketcap: 8,8 Mrd Dollar
KUV: 17
Umsatzwachstum 2020e: 33%
Expansion Rate: 132%


Mongo DB
Umsatz 2020e: 409 Mio Dollar
Marketcap: 8,6 Mrd Dollar
KUV: 21
Umsatzwachstum 2020e: 53%


The Trade Desk
Umsatz 2020e: 860 Mio Dollar
Marketcap: 12,6 Mrd Dollar
KUV: 15
Umsatzwachstum 2020e: 30%


Zoom Video
Umsatz 2020e: 867 Mio Dollar
Marketcap: 20,2 Mrd Dollar
KUV: 23
Umsatzwachstum 2020e: 42%
Expansion Rate: 130%


ZScaler
Umsatz 2020e: 411 Mio Dollar
Marketcap: 7,4 Mrd Dollar
KUV: 18
Umsatzwachstum 2020e: 36%


Unterm Strich… Blue Prism ist in einem der spannendsten und schnell wachsendsten Märkten unterwegs, wächst schneller als viele bekannte SaaS Unternehmen, hat eine höhere Expansion Rate und wäre selbst nach einer Verdreifachung im Gesamtpaket immer noch der günstigste der Vergleichswerte.



Die größten Gewinner waren diese Woche:
GFG +11,8%
IVU +4,1%
Cegedim +3,1%



Die größten Verlierer waren diese Woche:
VW -2,1%
ING -4,0%
Maisons du Monde -5,1%
Wochenupdate Szew Grundinvest (17.01.2020)
In der vergangenen Woche gewann das Wiki (+1,2%) hinzu, während der DAX (+0,3%) nur leicht stieg.

Im Jahr 2020 liegt das Wiki (+1,4%) nach Gebühren weiter hinter dem DAX (+2,1%).


In dieser Woche gab es im Wiki nochmal einige Umstrukturierungen um das Risikoprofil zu verbessern. Generell ist für mich immer entscheidend wie gut das Chance Risiko Profil eines Invests ist bevor ich kaufe. Wenn dieses deutlich positiv ist, kommt ein Kauf in Frage. Dieses CRV kann aber sehr unterschiedlich gestaltet sein, z.B. wenn ich eine 10%ige Chance sehe und ein 5%iges Risiko ist das genauso ein positives CRV wie wenn ich einem Wert 100% Chance aber auch 50% Risiko gebe. Hier hatte ich zuletzt sehr chancenreiche aber auch riskantere Titel im Wiki, was ich mit der aktuellen Umstrukturierung wieder begradigt habe um nicht zu viel Risiko auf das Gesamtwiki zu haben.

Einer der Gründe für dieses ausschlagende CRV war die Aufnahme der Global Fashion Group, welche ich höher gewichtet habe und auch weiterhin höhergewichten will, denn ich sehe hier weiterhin gute Chancen auf eine Vervielfachung. Dennoch ist der Wert nicht ohne Risiko, da sie einerseits noch nicht profitabel sind und man anderseits nicht weiß, wie sich nun die Großaktionäre verhalten werden. Dass es bei dem Wert unter normalen Umständen wenig Handel gibt, hilft auch nicht gerade für einen ruhigen Kursverlauf, denn der aktuelle Großverkäufer hat scheinbar noch nicht fertig verkauft und drückt den Kurs weiter ohne Nachrichten. Wie stark sich dieser Verkaufsdruck auswirkt, konnte man am Donnerstag gut sehen, hier wurden mehr Aktien gehandelt als z.B. den kompletten Monat Oktober 2019. Dass so viele Aktien vom Markt aufgenommen werden obwohl der Wert ziemlich unter dem Radar fliegt, ist aber auch ein Zeichen, dass wir nun langsam ein Kursniveau erreicht haben unter das wir nicht mehr deutlich drunter fallen sollten. Als sich der Verkäufer am Freitag nicht mehr zeigte, konnte sich der Kurs auch erstmal wieder etwas erholen.

Aufgrund dieser Umstrukturierung und weil ich meinen GFG Anteil nicht reduzieren wollte, habe ich dann Heidelberg Pharma verkauft, da dieses CRV ähnlich ausgestaltet war, der Biotech Bereich aber ein nochmal höheres Risiko für mich ausweist.

Auch Angi habe ich nach gutem Kursverlauf verkauft. Der Kurs konnte seit der Aufnahme im November gut 50% zulegen und einen Teil der Unterbewertung abbauen. Aber auch hier ist man extrem abhängig von den kommenden Zahlen, sollten diese nicht positiv aufallen, können wir auch schnell die alten Tiefstkurse sehen, also auch hier war zwar viel Chance, wenn die Zahlen erreicht werden, aber auch ein erhöhtes Risiko, was ich nun rausnehme.


Dafür aufgenommen habe ich nun Werte, denen ich auf zwei Jahres Sicht zwar keine Vervielfachungschance gebe, aber dennoch solide 50% mit dafür deutlich geringerem Risiko.

Das sind auf der einen Seite die beiden Bauwerte Hochtief und Sto. Beide weisen ein ziemlich ähnliches Profil auf. Hochtief ist einer der größten internationalen Baukonzerne. Man kommt in diesem Jahr auf Umsätze von rund 25 Milliarden Euro und wächst pro Jahr um die 3-5%. Die Auftragspipeline hat gerade ein neues Hoch mit über 50 Milliarden erreicht. Die Bilanz ist gut, Hochtief hat eine Nettocashposition und könnte daher eher noch Zukaufen. Im aktuellen Jahr kommt Hochtief auf ein kgv von nur 11-12 und weißt eine Dividendenrendite von über 5% aus, bei einer Marktkapitalisierung von rund 8 Milliarden Euro.

Bei Sto ist es von den Werten her ähnlich. Sto ist ein Hersteller von verschiedenen Produkten, die vor allem für die Modernisierung von Gebäuden gebraucht werden, z.B. Wärmedämmung. Auch Sto wächst kontinuierlich bei den Umsätzen im Bereich um die 3% und kommt auf Umsätze von rund 1,4 Milliarden Euro. Auch die Bilanz von Sto ist sauber und man hat eine Nettocashposition um mögliche Zukäufe zu tätigen. Das kgv von Sto ist mit rund 11 für dieses Jahr noch minimal geringer, allerdings zahlt Sto mit rund 4% auch etwas weniger Dividende. Sto kommt aktuell auf eine Marktkapitalisierung von rund 700 Millionen Euro.


Der dritte Wert ist mit der ING Groep ein alter Bekannter. Ich hatte letztes Jahr nachdem die Bankaktien stark eingebrochen wurden, ja kurzfristig das halbe Wiki umgeschichtet und einige Bankwerte aufgenommen und dann alle wieder verkauft nachdem sich die Kurse erholt hatten. Die ING war auch da schon mein Favorit und seit dem damaligen Verkauf ist der Kurs eher seitwärts gelaufen und hat den Anstieg anderer Werte nicht mitgemacht.
Die ING ist mein Favorit, da sie nicht die ganzen Altlasten vieler traditioneller Banken mit sich rumschleppt, sie ist deutlich digitaler und vor allem schlanker aufgestellt, was ihnen einen deutlichen Kostenvorteil ggü anderen Banken einbringt. Das Niedrigzinsumfeld spielt ihnen natürlich auch nicht in die Karten, aber selbst unter diesen Bedingungen erwirtschaften sie seit Jahren sehr stabile Gewinne und kommen damit auf ein kgv von rund 8 une einer Dividendenrendite von 6,5%.


Mit Maisons du Monde gab es noch eine vierte Neuaufnahme. Die Gewichtung ist hier aber etwas geringer als bei den anderen, da die Risikokomponente aufgrund der Verschuldung höher ist als bei den anderen Werten. Maisons du Monde ist ein Händler für Deko und Inneneinrichtung. Das Unternehmen kommt ursprünglich aus Frankreich, expandiert aber seit ein paar Jahren, so dass es auch in Deutschland einige MdM geschäfte gibt, zusätzlich kann man bei MdM auch online bestellen.
Die Umsätze wachsen seit Jahren leicht zweistellig, auch für 2019 peilt man ein Umsatzwachstum von 10,5% an. Mit dem Q3 Bericht musste man seinen Ausblick auf die EBITDA Marge von 13% auf 12,5% zurücknehmen, da man erhöhte Kosten aufgrund der Expansion in die USA hatte. Dies gefiel der Börse gar nicht, der Kurs ist mit rund 11,50€ inzwischen sehr stark unter die Räder gekommen, denn vor 2 Jahren stand er noch bei gut 38€ obwohl die Entwicklung von MdM weiter gut lief. Man erwirtschaftet mit seinen Produkten eine Starke Rohmarge von 67% und wird nur noch mit einem kgv von rund 8 für das aktuelle Jahr bewertet. Eine Dividene zahlt MdM auch und die ist durch den Kursrückgang mit inzwischen 4% Rendite auch ordentlich.


Mit SBM habe ich in dieser Woche noch einen Wert verkauft der sehr lange im Wiki war. SBM hatte sich seit der Aufnahme ins Wiki gut entwickelt und ist nun wieder bei den 60€ angekommen, welche sie schon das letzte Mal nicht überwinden konnte. Hier habe ich lieber die Gewinne gesichert bevor der Kurs erneut von hier abprallt.


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