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Phillips 66 Reports Second-Quarter Earnings of $1.0 Billion or $1.84 Per Share | Diskussion im Forum



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Phillips 66 (NYSE: PSX), an energy manufacturing and logistics company, announces second-quarter earnings of $1,012 million, compared with earnings of $987 million in the first quarter of 2015. Adjusted earnings were $1,002 …

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Hallo,

nach meinen Informationen ist hier Warren Buffet bzw. Berkshire H. engagiert.

Da es hier wohl noch kein Forum zu der Aktie gibt, starte ich eins....
Antwort auf Beitrag Nr.: 50.644.815 von SmartCap am 17.09.15 13:06:55
Zitat von SmartCap: Hallo,

nach meinen Informationen ist hier Warren Buffet bzw. Berkshire H. engagiert.


Das stimmt. Hier ein Artikel von iNTELLiGENT iNVESTiEREN zu seinem (Neu)Einstieg im zweiten Quartal 2015.


Buffetts großer Bluff... Phillips 66

Wenige Tage nach seinem 85. Geburtstag hat Value Starinvestor Warren Buffet mal wieder alle an der Nase herumgeführt. Auch mich. Kürzlich musste er als institutioneller Asset-Manager mit einem verwalteten Vermögen von mehr als 100 Mio. USD seine Investments in US-amerikanischen börsennotierter Unternehmen stichtagsbezogen bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) offenlegen. Das vierteljährlich vorzulegendes Formular 13F zeigt seinen Aktienbestand im Portfolio seiner Beteiligungsholding Berkshire Hathaway zum Ende des zweiten Quartals und damit die veränderungen ggü. dem 1. Quartal. Und eine der wenigen Auffälligkeiten darin war, dass Buffett seine Investments bei den Öl-Werten National Oliwell Varco und Phillips 66 komplett veräußert hat.

Über die Bestandsmeldung hinaus hatte Berkshire bei seiner SEC-Meldung angekündigt, eine 3,09 Mrd. USD schwere Beteiligung an einem nicht genannten Unternehmen eingegangen zu sein. Diese Möglichkeit zur Verschleierung wird zur Offenlegung verpflichteten Investoren eingeräumt, um ihnen die Chance zu geben, selbst eine größere Position in börsennotierten Unternehmen aufzubauen, bevor Trittbrettfahrer die Kurse hochtreiben, weil sie ja anhand der 13F-Veröffentlichung sehen können, wo der Starinvestor zukauft. Und am vergangenen Freitag hat Buffett nun die Kuh über den Eimer geschoben und alle überrascht!

Buffett hält nun mehr als 10 Prozent an Phillips 66
Denn er hat entgegen der Angaben im 13F im zweiten Quartal nicht seinen kompletten Bestand an Phillips 66 verkauft, sondern massiv zugekauft. Denn zum Ende des ersten Quartals hatte Berkshire noch rund 7,5 Mio. Aktien des Raffinerie- und Tankstellenbetreibers im Portfolio gehabt im Wert von damals etwa 590 Mio. USD und nun meldete Buffett, er halte inzwischen fast 58 Mio. Aktien mit einem Marktwert von 4,5 Mrd. USD. Er hat seine Position also fast versiebenfacht und hält nun mehr als 10 Prozent an Phillips 66.

Um die Bedeutung dieses Engagement besser einschätzen zu können, muss man nur in sein Portfolio blicken: mit 4,5 Mrd. USD ist die Phillips 66-Position größer als die von Walmart oder Procter & Gamble. Sie ist nun hinter Wells Fargo, Coca Cola, IBM und American Express die fünftgrößte Position in Berkshires Beteiligungsportfolio. Bezieht man allerdings die Wandeloptionen der Bank of America im Wert von rund 4,9 Mrd. USD mit ein, liegt Phillips 66 immerhin noch auf Platz sechs.

Einschätzung
Ich finde dieses Engagement bemerkenswert, denn der Öl- und Gassektor steckt aufgrund des niedrigen Ölpreises in einer heftigen Krise. Und die Anzeichen mehren sich, dass der Ölpreis sich nicht so schnell wieder erholen und auf absehbare Zeit unterhalb von 50 USD (WTI) notieren wird. Die Raffinerie-Betreiber wie Phillips 66 sind davon bisher wenig betroffen, denn Benzin wird weiterhin stark nachgefragt - aufgrund des niedrigen Benzinpreises greifen die Amis sogar wieder mit beiden Händen zu bei den spritfressenden SUVs. Allerdings waren die letzten Meldungen aus den USA zum Lagerbestand bei Benzin alles andere als ermutigend, denn mitten in der Hauptsaison des Benzinverbrauchs schnellten sie um 300.000 Barrel auf 811.000 Barrel nach oben. Was mich zu der Frage führte, ob der Ölpreisverfall nun auch die Raffinerie-Margen killt.

Nun, Buffett ist ja als Langfristinvestor bekannt und schert sich nicht um kurzfristige Trends. Er geht davon aus, dass die Industrie und die Autofahrer weiterhin auf hohem Niveau Benzin verbrauchen werden und mit Phillips 66 setzt er auf das solide Raffineriegeschäft und auf das Tankstellenetz - in Deutschland die JET-Tankstellen. Buffetts massive Zukäufe erklären auch, weshalb sich der Aktienkurs von Phillips 66 im zweiten Quartal so ausgesprochen gut entwickelt hat, während alle anderen Ölwerte geradezu abgestürzt sind.

Was mich an diesem Zukauf und auch an seiner Übernahme von Kraft Foods und von Precision Castparts zuversichtlich stimmt, ist die damit einhergehende Verringerung der Abhängigkeit Berkshires von den Versicherungsaktivitäten. Denn dieser schwächelnde Sektor wird auf absehbare Zeit unter Druck bleiben und birgt zunehmend höhere Risiken, auch für Berkshire. Einerseits reduziert Buffett inzwischen seine Versicherungsaktien, wenn auch in (noch) kleinem Umfang, und auf der anderen Seite baut er seine Engagements im Bereich Industrie und Konsumgüter massiv aus. Das gefällt mir und zeigt, dass Buffett die Zeichen der Zeit nicht nur erkennt, sondern auch entsprechend handelt.

Berkshire Hathaway befindet sich als "Gründungsmitglied" auf meiner Empfehlungsliste, war für mich zuletzt aufgrund der trüben Aussichten im Bereich Versicherungen jedoch nur noch eine Halteposition. Ich bin geneigt, mein Urteil zu revidieren und Berkshire wieder als Kauf zu betrachten.
Antwort auf Beitrag Nr.: 51.374.622 von sirmike am 28.12.15 15:14:39
Wieso hat Phillips 66 "Probleme" mit dem Ölpreis?
Ich habe bisher Phllips 66 nicht intensiv analysiert, sondern verlasse mich darauf, dass Warran Buffet schon das richtige macht, zumal er das Unternehmen schon lange kennt.

Aber ein Raffineriebetreiber sollte doch eigentlich von niedrigen Ölpreisen profitieren, da er ja kein Öl fördern muss. Da bei niedrigen Ölpreisen der Verbrauch zunehmen sollte, hat Buffet bestimmt die richtige Entscheidung getroffen. Problematisch wäre es nur, wenn das Elektroauto schnell umgesetzt würde.

Ich wundere mich auch über die durchwachsenen Zahlen. Oder hat man etwa Herrn Buffet den Gefallen getan, die Zahlen und den Ausblick etwas schlechter darzustellen, damit er seine Käufe noch günstig durchführen kann? Ich sehe das derzeit als Chance.
Antwort auf Beitrag Nr.: 51.769.303 von Ralph100 am 17.02.16 16:43:02
Crack Spreads im Raffinerie-Geschäft in USA 2015/2016
ohne speziell die Zahlen von PSX für 2015 und 2015-Q4 zu kennen, hat die massgebliche Crack-Spread (3-2-1 Crack Spread) bei US-Raffinerien Mitte 2015 mit ca. USD15 pro Barrel seinen Höhepunkt überschritten.
Wir liegen nun schon wieder bei der Hälfte, also ca. USD8 pro Barrel.

Natürlich gibt es Abweichungen, je nach Rohstoff-Typ-Eingängen und Produkt-Typ-Ausgängen.

Mit anderen Worten: der zu erlösende Produkt-Preis, hat den niedrigen Ölpreis fast wieder eingeholt relativ gesehen.
Im Übrigen dauert die Einholungsphase in Richtung von teuer auf billig viel langsamer als die andere Richtung. Damit sind reine Raffinerie-Betreiber (+ Zubehör-Geschäft wie Tankstellen-Einzelhandel was stabilisert) viel empfindlicher im Kursrückgang.

W.Buffett scheint im langfristigen und fundamentalen Zahlenwerk von PSX eher einen Vorteil ggü. anderen US Raffinerie-Betreibern wie Tesoro, Marathon Petrolium, Valero etc. zu sehen.

Insgesamt ist aber ein niedriger Rohölpreis (bezogen auf andere Kosten) immer besser als ein hoher für solche Gesellschaften zu sehen.

Die beste reine Öl-Raffinerie ist mir durch die Lappen gegangen: Neste (Oil) aus Finnland. Öl nahezu komplett aus RUS mit langfristigen Lieferverträgen bei denen der Bezugspreis und seine Anpassung wohl so gut wie Staatsgeheimnis sind. Daher hält sich FI0009013296 auch im Kurs so gut, der wohl seinen mittelfristigen Höhepunkt noch nicht gesehen hat.
D.h., der Markt erwartet dort mindestens gleichbleibende Crack Spreads:

https://www.energystockchannel.com/3-2-1-crack-spread/
Antwort auf Beitrag Nr.: 51.769.303 von Ralph100 am 17.02.16 16:43:02
Zitat von Ralph100: Ich habe bisher Phllips 66 nicht intensiv analysiert, sondern verlasse mich darauf, dass Warran Buffet schon das richtige macht, zumal er das Unternehmen schon lange kennt.

Aber ein Raffineriebetreiber sollte doch eigentlich von niedrigen Ölpreisen profitieren, da er ja kein Öl fördern muss. Da bei niedrigen Ölpreisen der Verbrauch zunehmen sollte, hat Buffet bestimmt die richtige Entscheidung getroffen. Problematisch wäre es nur, wenn das Elektroauto schnell umgesetzt würde.

Ich wundere mich auch über die durchwachsenen Zahlen. Oder hat man etwa Herrn Buffet den Gefallen getan, die Zahlen und den Ausblick etwas schlechter darzustellen, damit er seine Käufe noch günstig durchführen kann? Ich sehe das derzeit als Chance.


Phillips 66 hat keine Probleme mit dem Ölpreis, jedenfalls nicht direkt. Indirekt hingegen schon, wenn nämlich die Lagerbestände überquellen - für Benzin und sonstige raffinierte Produkte, weil z.B. die Nachfrageseite deutlich zurückgegangen ist aufgrund konjunktureller Einbrüche. Dann kann auch Phillips 66 seine Produkte nur noch über den Preis in den Markt drücken und das geht zulasten der Margen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 51.772.285 von sirmike am 17.02.16 21:54:30Vielen Dank für Deine Antwort.

Da Warren Buffet zuletzt im Januar zugekauft hat und er auch sicherlich die Konjunktur gut einschätzen kann, wird er wohl keine Rezession erwarten.
Antwort auf Beitrag Nr.: 51.777.970 von Ralph100 am 18.02.16 14:59:51
Zitat von Ralph100: Vielen Dank für Deine Antwort.

Da Warren Buffet zuletzt im Januar zugekauft hat und er auch sicherlich die Konjunktur gut einschätzen kann, wird er wohl keine Rezession erwarten.


Naja, Buffett selbst sagt, er habe noch niemals in seinem Leben eine Aktie gekauft aufgrund makroökonomischer Überlegungen. Er schaut alleine auf das Unternehmen und ob es ein sehr gutes Management hat, ein leicht verständliches Geschäftsmodell sowie einen ökonomischen Burggraben, so dass Wettbewerber es nicht so leicht angreifen können. Dann sollte es noch halbwegs attraktiv bewertet sein und gute Renditen abwerfen. Zu Phillips 66 sagt er, er möge das Management und er möge das Unternehmen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 51.778.576 von sirmike am 18.02.16 16:02:59Du hast damit recht. Doch denke ich, dass er die zukünftige wirtschaftlichen Perspektiven nicht völlig außer acht lässt. Als ihm klar wurde, dass die Fracker den übrigen Ölförderern das Geschäftsmodell etwas gefährden, hat er sich ungewöhnlich schnell von seiner EXXON Beteiligung wieder getrennt. Gut, dass ich dann wohl der "Burggraben" der plötzlich angegriffen wurde.

Allerdings darf er wohl zurzeit noch kein Zukunft des E-Autos sehen. Hierin sehe ich derzeit das größte Risiko.


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