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Diskussion zu MAX Automation AG (Seite 18)



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MAX scheint dem Trend der Weltwirtschaft zu trotzen, wenn man bedenkt, dass MAX Automation hier im Sektor Maschinenbau immer noch neue Auftragsrekorde erreicht.

Hoffe wir sehen hier bald wieder Kurse über 7€.
Der Verlust in der Bilanz zu GJ 2018 betraf ausschließlich Goodwill, ähnlich wie bei Kraft Heinz. Es betraf nicht den operationellen Bereich, der weiterhin gut performt.
Antwort auf Beitrag Nr.: 60.570.828 von Gast20 am 15.05.19 07:43:52Auf Kurse über 7 € hoffe ich auch.
Allerdings sehe ich nicht wo die herkommen sollen.
Neue Zahlen sind erstmal nicht zu erwarten, und die Umstellung der SE ist ja wohl auch noch nicht völlig abgeschlossen. Deshalb wird die Aktie ja auch kaum gehandelt Und der Vorstand scheint ja auch nicht gerade mitteilungsfreudig zu sein. Ich habe so den Eindruck, dass hier kaum jemand in der Lage ist eine wirkliche Einschätzung abgeben zu können.

Wie war denn eigentlich so die Stimmung auf der HV?
Ich kann mir nicht vorstellen dass viele wie behauptet in Extase waren. Verhaltene Zustimmung vielleicht für die neue Richtung , was will man auch sonst macxhen?
Antwort auf Beitrag Nr.: 60.604.592 von teppichprofi am 20.05.19 16:47:18Guten Tag !

Ich war auf der HV der MAX - bin aber aus Termingründen nicht bis zum Schluss geblieben.

Die Stimmung war mMn alles andere als exzellent. Vielmehr sparten in der Diskussion die Aktionärsvertreter (sowohl die "freien" als auch die von der SDK und der DSW) nicht mit Kritik daran, wie das letzte Jahr bei MAX abgelaufen ist und auch das was man den Aktionären für das laufende Geschäftsjahr versprochen hat, wurde kritisch hinterfragt.

Ich kann hier natürlich nur meinen Eindruck wiedergeben - aber ich finde die Rolle der Günther Holding, die ja mit knapp 35% an der MAX beteiligt ist, irgendwie nicht ganz schlüssig.

Wenn man sich die Präsentation zur HV, Seite 5 einmal ansieht (mit der Herr Krause versucht hat, die Entwicklung in 2018 zu erklären) einmal genauer anschaut, dann erscheint mir das Bankrotterklärung auf ganzer Linie zu sein. Da wird davon gesprochen, dass man unter Preis- und Termindruck gestanden hat (wie überraschend!) oder dass die kaufmännische Transparenz gefehlt hat, dass einzelne Geschäftsführer intransparent und unkontrolliert gehandelt haben etc. Kurz gesagt steht dort, dass bei der MAX Automation eine Menge falsch gemacht worden ist.

Die Aktionäre auf der HV haben dementsprechend (und mMn sehr logisch nachvollziehbar) angekündigt, die Entlastung der Verwaltungsräte zu verweigern. Eigentlich müssten ja auch die Vertreter der Günther Holding als größter Einzelaktionär ein großes Interesse daran haben, diejenigen, die da offenbar eine Menge Bockmist gebaut haben, nicht "einfach so" aus der Verantwortung zu entlassen. Da die Günther Holding aber durch Herrn Jaster selber im Verwaltungsrat sitzt, war das Interesse an Aufklärung statt Absolution wohl nicht so groß (dennoch hat Herr Jaster bei der Entlastung ein vergleichsweise schlechtes Ergebnis eingefahren).

Ein Aktionär hatte die mMn sehr berechtigte Frage gestellt, wie denn überhaupt die von der Günther Holding in die MAX Automation eingebrachten Gesellschaften in den letzten Jahren so abgeschnitten haben (ein Teil der Gesellschaften ist ja jetzt für die sehr hohen Verluste im "aufzugebenden Konzernbereich zuständig und verhagelt nicht nur das Ergebnis sondern frisst auch eine Menge Eigenkapital auf). Leider habe ich die Antwort auf diese Frage nicht mehr mitbekommen.

Zum Hintergrund muss man mMn nach wissen, dass es früher mal eine Rohwedder AG gegeben hat. Die ist in die Insolvenz geschlittert und Teile der Gruppe wurden dann in 2010 von der Günther Holding übernommen (aus der Insolvenz).
Zitat aus "wikipedia" dazu: "Im Rahmen der Abwicklung übernahm die Hamburger Günther Holding die Standorte Bermatingen und Bruchsal und strukturierte die Unternehmensteile um. Der Standort Bermatingen wurde umfirmiert in Rohwedder Macro Assembly GmbH. Der Standort Bruchsal wurde zur Rohwedder Micro Assembly GmbH. Zusammen mit der zur Holding gehörenden Elwema Automotive GmbH und der AIM Micro systems GmbH bildeten sie die AIM-Gruppe.

https://de.wikipedia.org/wiki/Rohwedder_(Unternehmen)

Drei Jahre später brachte die Günter Holding dann Teile der übenommenen Gesellschaft in die MAX ein und erhielt dafür Anteile der MAX

Wieder Wikipedia: "2013 übernahm die Düsseldorfer MAX Automation AG die AIM-Gruppe der Günther Holding und strukturierte die enthaltenen Unternehmen um. Die Rohwedder Micro Assembly GmbH ging dabei in der MA micro automation GmbH auf. Am 28. März 2018 wurde die Rohwedder Macro Assembly GmbH umfirmiert in IWM Automation Bodensee GmbH und mit der zum Konzern gehörenden IWM Automation GmbH mit Sitz in Porta Westfalica vereinigt."

Nun ist es auffällig, dass mindestens mal die ELWEMA und die Rohwedder Macro Assembly, die dann ja zum Teil der IWM Automation wurde, heute wieder veräußert oder saniert oder sonstwas werden müssen, jedenfalls für erhebliche Verluste im Verbund sorgen.

Frage wäre dann ja eigentlich sogar, ob man seinerzeit nicht Gesellschaften gekauft hat (und dafür Aktien in nicht unerheblicher Höhe hingegeben hat), die gar nicht so furchtbar werthaltig waren (immerhin sind Teile der hingegeben Unternehmen ja auch im Rahmen der Rohwedder AG nur drei Jahre vor der Einbringung in die MAX in die Insolvenz gegangen).

Ich will damit nicht sagen, dass da irgendwas nicht korrekt abgelaufen ist - aber meiner persönlichen Meinung nach, sieht das im Gesamtbild schon ein wenig merkwürdig aus.

Was mir persönlich noch aufgefallen ist:

- Schaut man sich nur einmal den Teil der Unternehmen an, die im Konzern verbleiben sollen, fällt mMn sofort der gewaltige Sprung bei den Materialkosten auf. Wenn man sich den GB 2018 anschaut, sieht man, dass die Gesamtleistung um etwa 25 Mio Euro angestiegen ist (wie gesagt, es geht nur um den nicht zum Verkauf/zur Sanierung anstehenden Teil des Unternehmens). Das EBIT ist in 2018 aber von 19,8 um etwa 6 Mio Euro auf 13,5 Mio Euro gesunken. Dabei ist wie gesagt auffällig, dass die Materialkostenquote in diesem Konzernteil von 43,8 % auf knapp 47% angestiegen ist (macht in der Summe einen höheren Aufwand von 18 Mio Euro.
- Erstaunlich ist mMn auch die Entwicklung der ja noch im letzten Jahr als großer strategischer Schritt gepriesenen MAX Shanghai. Diese hat in der kurzen Zugehörigkeit zum Konzern (Erwerb am 08. März, Ende 2018 "bilanzielle Ausgliederung der Gesellschaft in die "nicht weiter fortgeführten Konzernaktivitäten") einen Verlust von immerhin 10,2 Mio Euro zusammengearbeitet (davon entfallen ca. 5 Mio Euro auf die Korrektur des Wertansatzes in der Bilanz). -10 Mio Euro in einem dreiviertel Jahr - da könnte man mMn schon einmal auf die Idee kommen nachzufragen, wer da was falsch gemacht hat, bevor man den kompletten Verwaltungsrat (und damit auch die beiden Geschäftsführer entlastet).
- Während man diese Firmenwertkorrektur mMn noch einigermaßen nachvollziehen kann (da man ja nun nicht mehr mit den Produkten der IWM auf den chinesischen Markt gehen will), erstaunt mich die Tatsache, dass man in 2018 auf den Firmenwertansatz der INDAT Robotics GmbH, die ja in 2015 erworben wurde und auch noch in Zukunft zum Konzern gehören soll, eine Abschreibung i.H.v. immerhin auch gut 4,1 Mio Euro vornehmen musste (der Firmenwertansatz reduziert sich von 7,7 auf 3,5 Mio Euro ca.). Wenn sich der Firmenwertansatz derart drastisch reduziert, dann muss es auf Ebene der Geschäftstätigkeit des Unternehmens aber doch messbare Schwierigkeiten geben.
- Ich teile insbesondere nicht die Ansicht, dass es bei der MAX Automation auf der einen Seite die schlecht laufenden Geschäfte der nun aufzugebenden Konzernteile gibt (ELWEMA, IWM und MAX Shanghai) und auf der anderen Seite alles "eitel Sonnenschein ist". Wie gesagt, ein Hinweis ist mMn die Abschreibung auf die INDAT. Aber auch das Zahlenwerk insgesamt spricht nicht für die Annahme, dass der Restkonzern nun eine Art Ertragsperle ist.
Wie schon geschrieben, hat sich das EBIT in 2018 von 19,8 auf 13,5 Mio Euro reduziert (das entspricht etwa 1/3) - und das trotz gestiegener Umsätze.
Im ersten Quartal 2019 erwähnt MAX in der PM dazu nur den gestiegenen Auftragseingang im Kerngeschäft. Schaut man sich den Q1 Bericht aber mal etwas näher an. Als einzige Ergebnisgröße wird das EBITDA vorgestellt, dass (bereinigt) in Q1 gewachsen ist. Schaut man aber in die Gesamtergebnisrechnung für Q1 2019 stellt man fest, dass sich das Ergebnis aus den fortzuführenden Geschäftsbereichen jedoch von 3,5 auf 1,8 Mio Euro reduziert hat - das mag tatsächlich an den Sondereffekten im Vorjahr liegen, die das Ergebnis aufgepunpt haben ABER in diesem Jahr liegt das EpS aus den fortgeführten Geschäftsbereichen bei 6 Cent - das ist dann also das Ergebnis aus einem gut laufenden Kerngeschäft für Q1. Und gehe ich dann noch davon aus, dass man im Ausblick ein EBITDA von "mehr als 20 Mio Euro" anstrebt, in Q1 aber schon eins von 6 Mio Euro erzielt hat und das dann grade mal für 6 Cent EpS reicht, müsste sich das Jahresergebnis rechnerisch (sollte ich da einen Fehler machen, wäre ich für einen Hinweis dankbar) auf etwas über 20 Cent stellen, was dann einem KGV von deutlich über 25 entsprechen würde (und noch einmal sei es gesagt: Diese Ergebnisrechnung bezieht sich ausschließlich auf den fortzuführenden Bereich des Unternehmens, bildet also das ab, was zukünftig die MAX ausmachen soll!!!).

Ich finde das KGV durchaus sehr ambitioniert - zumal man ja nicht außer Acht lassen darf, dass in den zu verkaufenden Konzernteilen noch einiges an Risiken stecken (wenn man die Bilanzansätze nicht erreicht, kommt es ja zu Bilanzverlusten, die das Ergebnis des Unternehmens ja auch belasten, wenn auch nicht die Liquidität. Zudem senken die Verluste aus den aufzugebenden Geschäftsteilen auch weiter laufend das Eigenkapital der Gesellschaft, das ja in 2018 von ehemals 139 Mio Euro auf 92 Mio Euro gesunken ist und nun nach Q1 2019 nur noch 87 Mio Euro beträgt (wie gesagt, die ja laut Präsentation weiter das Ergebnis belastenden Verluste aus den aufzugebenden Geschäftsbereichen dürften das EK im Konzern weiter schmälern - und wenn man dann am Schluss nicht die Bilanzwerte beim Verkauf erreicht - und wer kauft schon Verlustbringer zu hohen Preisen - geht das EK nochmal weiter in die Knie).

Nun muss jeder für sich selbst entscheiden, ob das nun ein interessantes Unternehmen ist oder ob hier die Risiken die Chance nicht überwiegen.

Kleine Anmerkung: Dieser Beitrag enthält natürlich vor allem meine persönlichen Einschätzungen und von mir zusammengetragene Fragen und Informationen, für die ich keine Gewähr übernehme. Insofern stellt das hier auch keinen Aufforderung an andere Marktteilnehmer zum Kauf oder Verkauf der Wertpapiere der MAX dar.

Einen angenehmen Tag noch.
Antwort auf Beitrag Nr.: 60.604.592 von teppichprofi am 20.05.19 16:47:18Vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht;) Ich muß schon sagen in meiner vorherigen Mail habe ich ja das Geschehen bei MAX auch nicht gerade gelobt, aber deine Äußerungen zur Aktie haben mich doch sehr betroffen gemacht.
Exakt wurde alles aufgelistet was bei MAX zur Verunsicherung der Aktionäre beitragen konnte. Ein wirkliches Stück Arbeit! Deine Ausführungen werde ich bestimmt noch mehrere male durchlesen. Ich muß da noch etwas Zeit haben um eine Einschätzung der Aktie zu gewinnen.
Wenn man bedenkt, dass die Aktie ja seit dem 1. 3. d. Jahres doch ein gutes Stück angestiegen ist, bleibt ja die Frage haben andere Aktionäre eine deutlich andere Meinung zur Aktie? Auch heute legt die Aktie ja zu.
Da ja auch andere User deinen Artikel, wie auch ich , als lesenswert angetipt haben, möchte ich zu mindest mal auch deren Meinung hier mal lesen.
Vielleicht bringt das ja etwas ERHELLUNG in die Aktie?
Beste Grüße an alle.
Leider ein Fehler. Meine Antwort bezieht sich natürlich auf die Ausführungen von Huta.
Antwort auf Beitrag Nr.: 60.622.660 von teppichprofi am 22.05.19 14:32:29
Wer weiß schon warum...
...eine Aktie steigt oder fällt.

Leider liege ich mit meinen Einschätzungen auch nicht immer richtig - aber ich kann hier ohne rot zu werden schreiben, dass ich meine Aktien noch am Tag der HV veräußert habe.

Mir ist die Rolle des Großaktionärs suspekt, für mich ist nicht klar, wie hoch die noch kommenden Buchverluste aus der möglichen Veräußerung der ELWEMA und der IWM sein werden (und wie danach das EK aussieht bzw. ob wir danach nicht eine KE brauchen) und wo die "neue MAX" ertragsmäßig in sagen wir mal zwei Jahren stehen soll. Derzeit sieht der verbleibende Konzernteil für mich (subjektiv) nicht grade nach "Ertragsperle" aus.

Ich kann mir vorstellen, dass der ein oder andere Aktionär darauf setzt, dass sich die Ertragskraft mit den höheren Umsätzen der Kerngesellschaft (die Auftragseingänge sind ja durchaus positiv) deutlich erhöht und dass man die "Randaktivitäten" zu einem Preis verkaufen kann, der das EK nicht noch wesentlich weiter aushöhlt. Spekulation ist an der Börse ja kein Fremdwort ;).

Für mich ist das Chancen/Risiko Verhältnis aber eben nicht ausgewogen genug (ist aber wie immer nur meine persönliche Meinung - und wie gesagt, ich liege auch schonmal ganz weit "daneben").
Antwort auf Beitrag Nr.: 60.622.660 von teppichprofi am 22.05.19 14:32:29Huta hat seine Meinung geäußert und auch gut begründet. Ein Forum mit nur negativen oder nur positiven Kommentaren wäre für mich persönlich weniger interessant.

Auch wenn ich mit der Entwicklung im letzten Jahr keineswegs zufrieden bin (ich frage mich immer noch wie derartige Fehler passieren können), sehe ich die Entwicklung der beibehaltenen Geschäftszweigen als positiv (bedenkt man, dass Vecoplan eigentlich vor 'kurzem' noch abgestoßen werden sollte).

Ebenso war ich von dem starken Auftragseingang überrascht, der nicht wirklich mit dem aktuellen Wirtschaftsklima zusammenpasst. Deshalb bleibe ich weiter investiert und hoffe darauf, dass die Automatisierungswelle voranschreitet und der Verwaltungsrat in Zukunft die richtigen Entscheidungen treffen wird.
Antwort auf Beitrag Nr.: 60.627.457 von Gast20 am 22.05.19 22:17:18
Zitat von Gast20: Huta hat seine Meinung geäußert und auch gut begründet. Ein Forum mit nur negativen oder nur positiven Kommentaren wäre für mich persönlich weniger interessant.

Auch wenn ich mit der Entwicklung im letzten Jahr keineswegs zufrieden bin (ich frage mich immer noch wie derartige Fehler passieren können), sehe ich die Entwicklung der beibehaltenen Geschäftszweigen als positiv (bedenkt man, dass Vecoplan eigentlich vor 'kurzem' noch abgestoßen werden sollte).

Ebenso war ich von dem starken Auftragseingang überrascht, der nicht wirklich mit dem aktuellen Wirtschaftsklima zusammenpasst. Deshalb bleibe ich weiter investiert und hoffe darauf, dass die Automatisierungswelle voranschreitet und der Verwaltungsrat in Zukunft die richtigen Entscheidungen treffen wird.


Um verschiedene Meinungen auszutauschen, ist so ein Forum ja schließlich da ...;)

Was die Fehler im letzten Jahr angeht, hatte ich während der HV schon den Eindruck, dass es im Verwaltungsrat die ein oder andere "loose canon" gegeben hat, der gemacht hat, was er wollte.

Wie gesagt, wenn ich lesen muss, dass die Aufträge weder technisch noch kaufmännisch sorgfältig kalkuliert waren (sicher nicht sämtliche Aufträge aber wohl doch einige, sonst würde es nicht dieses Ergebnisdesaster gegeben haben), dann sehe ich da mangelnde Kompetenz und aber auch mangelnde Kontrolle am Werk. Umso ärgerlicher, dass der gesamte Verwaltungsrat entlastet wurde und somit die Verantwortlichkeit für diese eigentlich in einem börsennotierten Unternehmen unmöglichen Vorgänge ins "Nirwana" abgeschoben worden sind (und wie gesagt, auch in diesem Zusammenhang finde ich die Rolle der Günther Holding bzw. deren Vertreter im Verwaltungsrat mindestens fragwürdig).

Richtig ist, dass die MAX Automation neu (so nenne ich mal die verbleibenden Bereiche) sowohl in 2018 als auch in Q1 2019 ordentlich Aufträge aquiriert hat. In 2018 erhöhte sich der Auftragseingang in den verbleibenden Bereichen um 31% - und die book-to-bill-ratio erhöhte sich auf sehr gute 1,17 !
In Q1 2019 lag der AE im Kerngeschäft noch einmal um knapp 42% höher als in Q1 2018 - die b-t-b-ratio lag sogar bei 1,21 !

Das sind eigentlich sehr beeindruckende Zahlen was den AE angeht - ABER: Wenn ich mir die Qualität der Ergebnisse anschaue, kommt mMn (subjektiv !!) doch einiges Wasser in den Wein.

In 2018 hat man, trotz einer um 25 Mio Euro höheren Gesamtleistung ein EBIT deutlich unterhalb des Vorjahres erzielt (Rückgang um fast 1/3 von 19,8 auf 13,5 Mio Euro (und dabei war in 2018 ja auch noch der Veräußerungserlös der NSM Packtec enthalten).
Was ich in 2018 bemerkenswert finde ist die Tatsache, dass man in 2018 den Firmenwert der ja erst 2015 erworbenen und eigentlich doch ganz attraktiven Indat Robotics drastisch reduziert hat (um 4,2 Mio Euro). Entweder hat man für das Unternehmen seinerzeit viel zu viel bezahlt (und dann würde sich wieder die Frage nach der Verantwortung stellen) oder das Unternehmen läuft sehr viel schlechter als man gedacht hat.
In Q1 2019 sank das EBIT, trotz erneut gestiegener Umsatzerlöse erneut, diesmal allerdings vorrangig weil es in 2019 den Sondererlös aus dem Verkauf der NSM Packtec nicht gegeben hat.

Der Rückgang ist also durchaus erklärbar - aber die absolute Höhe des Ergebnisses ist mMn nicht wirklich beeindruckend. In Q1 hat man bei MAX Automation neu ein EBITDA (die neue Reportinggröße) von 6 Mio Euro erzielt (was bereinigt einer erheblichen Steigerung gegenüber Q1 2018 entspricht). ABER: Am Ende sind nur 6 Cent EpS herausgekommen(im letzten Jahr waren es doppelt so viel - aber wie gesagt aufgehübscht durch Sondererträge).

Wenn ich dann lese, dass man im Gesamtjahr "mehr als 20 Mio Euro EBITDA" erreichen möchte (und das dann auch noch durch weitere Belastungen in den Bereichen, die man aufgeben möchte reduziert wird), dann komme ich auf ein EpS von vielleicht 25 Cent (trotz guter Umsätze im Kernbereich und ohne dass ich irgendwelche Sonderbelastungen einrechne). Das würde auf der Basis des heutigen Kurses dann ein KGV von 22 ergeben - ich finde das nicht so arg günstig.

Es geht ja nicht nur darum zu beurteilen, ob das Unternehmenläuft (das scheint es ja zu tun, denn wie gesagt, steigende Auftragseingänge und Umsätze sind ja nicht zu leugnen) aber die Frage ist doch, ob der Börsenwert für die neue MAX Automation auf der Basis des derzeitigen Kurses angemessen ist - und da habe ich, Stand heute mit den Zahlen des Q1 2019 als Grundlage, so meine Zweifel. Zumal man eben immer noch im Auge haben muss, dass man heute nicht ansatzweise weiß, wie stark die zum Verkauf stehenden Gesellschaften ELWEMA und IWM sowie MAX Shanghai das Ergebnis und damit das EK noch belasten (wie gesagt: Vom 31.12.2017 bis zum 31.03.2019 hat sich das EK von 139 Mio Euro auf 86,7 Mio Euro reduziert - und das beruht eben nicht nur auf Buchwertabschreibungen sondern zusätzlich auf laufenden Verlusten der entsprechenden Gesellschaften - und laut Q1 Bericht ist damit zu rechnen, dass diese Verluste auch weiterhin das Ergebnis belasten werden (und last but not least stehen die Gesellschaften noch mit gut 50 Mio Euro in der Bilanz - Frage: Wird man diesen Betrag für diese Verlustbringer erzielen können oder drohen weitere Buchwertverluste mit entsprechenden Auswirkungen auf das EK?).

Das Chancen/Risiko Verhältnis muss aber letztendlich jeder für sich selber abwägen. Auf der einen Seite steigende Aufträge und Umsätze auf der anderen Seite ein (mMn) nicht wirklich "astreiner" Großaktionär, ein eher wenig begeisterndes Ergebnis mit vergleichsweise hohen Multipeln und das Risiko für das Eigenkapital der wie ein Klotz am Bein hängenden zur Veräußerung stehenden Gesellschaften.

Ich für meinen Teil finde das Unternehmen schon ganz interessant- mir persönlich ist der derzeitige Kurs aber noch zu hoch (nur meine persönliche Einschätzung und keine Empfehlung!).

Einen angenehmen Tag noch.
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