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Der wohl heißeste Gentech-Startup der letzten 10 Jahre (Seite 8)

eröffnet am 17.01.17 16:29:58 von
neuester Beitrag 30.03.21 19:03:22 von


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04.08.17 09:02:29
Antwort auf Beitrag Nr.: 55.453.038 von Frischzelle am 03.08.17 17:40:52Der in diesem Artikel beschriebene Unterschied, dass nämlich die Reparatur genetischer Krankheiten mit Cripr/Cas viel leichter gelinge als das Designen von Wunscheigenschaften erscheint ja interessant und gibt zusätzliche Hoffnung!

Halt leider nur ein relativer Unterschied...

Was man sich da jetzt schon wieder patentieren lassen könnte: Die Injektion des männlichlichen Erbguts in die Eizelle vor deren erster Teilung ist also das alles Entscheidende? Der Anteil von Frau Doudna und Frau Carpentier am Gesamt-Knowhow verwässert sich immer weiter!!

Ich investiere also weiterhin nicht hier in das grundlegende Patent, sondern in die Arbeitstiere im Tagesgeschäft.
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04.08.17 09:27:55
Antwort auf Beitrag Nr.: 55.456.359 von herding am 04.08.17 09:02:29Für mich ist Diversifikation wichtig, das Eine schliesst doch das Andere nicht aus.
Das Thema ist generell zukunftsträchtig und das zählt.
Als nicht Insider wird man die relevanten Informationen immer etwas zu spät erhalten um die Chancen und Risiken richtig einzuschätzen.
Der Kurs reagierte sofort mit einem Plus auf die letzten News.
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06.08.17 09:11:55
In der Forscherwelt erachtet man Crispr schon jetzt als den wichtigsten medizinischen Durchbruch des Jahrhunderts, als eine Technik, welche die Menschheit von Erbkrankheiten, Krebs und Alzheimer befreien könnte. Vor einer Revolution könnte auch die Landwirtschaft stehen, weil Crispr zur Herstellung von ertragreicheren Sorten genutzt werden kann. Und schliesslich könnte die Methode dazu dienen, die Ausbreitung von Krankheitserregern wie des Zikavirus wirkungsvoll zu stoppen.
Rund 4 Jahre nach dieser Entdeckung nutzen Tausende von Forschern rund um die Welt die Technik. Ob in Pflanzen, Tieren oder menschlichen Zellen, mit Crispr lassen sich Gene der DNA gezielt entfernen, ersetzen oder verändern – ganz ähnlich der Copypaste-Funktion eines Textverarbeitungssystems. Statt von genveränderten Organismen (GVO) spricht man daher inzwischen auch von geneditierten Organismen.
«Crispr gibt dem Menschen erstmals die Möglichkeit, seine eigene DNA nach Belieben zu verändern», so Jinek.
«Heute braucht man wenige Tage und ein paar Dollars.»
Als Erstes wird Crispr nach Einschätzung von Experten bei erblichen Blutkrankheiten wie der Sichelzellanämie oder Thalassämie zur Anwendung kommen – dies, weil die Zellen ausserhalb des Körpers behandelt werden können. Dazu wird man dem Patienten die kranken Zellen entnehmen, mithilfe von Crispr die Änderung im Erbgut vornehmen und die editierten Zellen vermehren und in den Körper zurückführen.
Auch HIV steht im Visier der Forscher. In diesem Fall wird man in den Immunzellen ein Gen mit dem Namen CCR5 ausschalten. Dieses codiert für ein Protein auf der Zelloberfläche, das dem HI-Virus als Eintrittspforte dient. Menschen ohne intaktes CCR5Gen sind immun gegen das HIV.
Einfacher als in die versteckten Winkel des Lungenoder Muskelgewebes eines Erwachsenen vorzudringen, wäre es, gleich zu Beginn des Lebens die Keimzellen (Eizellen oder Spermien) gentherapeutisch zu behandeln. Was bisher undenkbar war, weil ineffizient und unpräzise, könnte mit Crispr nun plötzlich zur Option werden: der geächtete Eingriff in die Keimbahn.
Mit Crispr liessen sich in Zukunft womöglich auch komplexere Krankheiten behandeln, die auf Gendefekten auf mehreren Chromosomen beruhen und für die es deshalb schwierig werden könnte, gesunde Embryonen zu finden. Gleichzeitig eröffnet Crispr die verlockende Vorstellung, umfassende Prävention am Embryo zu betreiben und Gene, die das Risiko für Alzheimer, Brustkrebs oder Schizophrenie erhöhen, zu korrigieren.
Der Schritt zum Designer-Baby mit athletischem Körperbau und überdurchschnittlichem IQ wäre klein. Seit den 1970er Jahren besteht ein Konsens, dass der Eingriff in die menschliche Keimbahn verboten bleiben muss. Tatsächlich aber bröckelt inzwischen der Widerstand.

Auch die Hinxton-Gruppe, eine internationale Allianz von Forschern und Bioethikern, plädiert dafür, genetische Eingriffe an Embryonen zu erlauben. In ihrem Positionspapier fordert sie eine klare Trennung von Embryonenforschung und klinischer Anwendung. Für die Erzeugung von genetisch veränderten Kindern sei Crispr nicht genügend ausgereift. Embryonenforschung aber sei nötig, um die frühesten Phasen der menschlichen Entwicklung zu verstehen und um auszuloten, ob das Verfahren dereinst klinisch genutzt werden könne.

«Diese Forschung zu verbieten, wäre gefährlich », sagt Sarah Chan, Bioethikerin an der University of Edinburgh und Mitglied der Hinxton-Gruppe. «Geht es um die Heilung von schweren Krankheiten und hat sich die Technik als sicher erwiesen, gibt es einige gute Gründe, die Keimbahntherapie anzuwenden.»

Das Editieren einzelner Gene durch die Crispr-Methode könnte auch in der Pflanzenzucht zu einem moralischen Imperativ werden. Denn die neue Technik würde es ermöglichen, krankheitsresistente und ertragreichere Sorten in kürzester Zeit zu erschaffen. «Während die Züchtung einer neuen Nutzpflanze oft zehn oder mehr Jahre in Anspruch nimmt, würde es mit Crispr je nach Nutzpflanze und Merkmal nur noch ein bis zwei Jahre dauern», sagt Wilhelm Gruissem, Professor an der ETH Zürich.

Bis jetzt sind die Saatguthersteller auf zwei verschiedene Methoden angewiesen. Entweder sie verändern das Erbgut nahezu unkontrolliert durch Chemikalien oder Bestrahlung – ein Weg, bei dem auch andere, unerwünschte Mutationen auftreten können. Oder sie nutzen die Gentechnik, um in die DNA der Nutzpflanze Gene anderer Arten einzufügen.

Solche transgenen Pflanzen stossen fast überall auf den Widerstand von Verbrauchern und Umweltverbänden, oder sie sind sogar verboten. Mit der Crispr-Methode könnte sich das ändern, weil sich die mit dieser Technik erzeugten Organismen prinzipiell nicht von gezüchteten Sorten unterscheiden.

«Im Nachhinein lässt sich nicht feststellen, ob eine Nutzpflanze mit einer neuen Eigenschaft gezüchtet wurde oder ob sie durch CrisprCas9 erzeugt wurde», sagt Gruissem. Denn im Unterschied zu den umstrittenen transgenen Pflanzen nimmt man mit CrisprCas9 nur solche Veränderungen vor, die zufällig auch auf natürlichem Weg oder durch chemische Mutagenese stattfinden könnten. Und weil die Methode so billig ist, liessen sich auch die Eigenschaften von wirtschaftlich unbedeutenden Nutzpflanzen verbessern, die zum Beispiel für ärmere Länder wichtig wären.
Wie gross das Potenzial der neuen Technik ist, zeigt eine Weizen-Studie von chinesischen Forschern. Durch die gleichzeitige Veränderung von drei Genen gelang es ihnen, eine gegen Mehltau resistente Sorte zu erschaffen. Das ist wichtig, weil Mehltau den Weizen in vielen Ländern bedroht. Bemerkenswert ist die Arbeit aber auch, weil das Getreide einen sechsfachen Chromosomensatz besitzt, was die klassische Züchtung von neuen Eigenschaften erschwert.
Im Ergebnis würden sich die neuen Hochleistungssorten dann nur in der Eigenschaft des Resistenzgens unterscheiden. «Das könnte man auch durch Kreuzung mit den alten Sorten machen, aber es würde viele Jahre dauern, die unerwünschten Eigenschaften der alten Sorten wieder zu entfernen», sagt Gruissem.

Aus diesem Grund hofft auch die Industrie, dass Crispr-Cas9-Nutzpflanzen von den Behörden nicht als gentechnisch veränderte Organismen eingestuft werden. Geneditierte Pflanzen sollten genauso behandelt werden wie gezüchtete, finden die Saatguthersteller. Der US-Chemiekonzern Dupont will noch in diesem Jahrzehnt Saatgut auf den Markt bringen, das mit der neuen Methode hergestellt wurde.
Die «Gene Drive»-Methode könnte sich als die mächtigste Anwendung der Crispr-Technik erweisen, und sie ist auch die riskanteste.

2015 aber haben Wissenschafter ein Verfahren entwickelt, mit dem die Mutation eines Gens auf einem Chromosom automatisch auf das andere Chromosom einer Zelle kopiert wird. Durch diesen sogenannten «Gene Drive» steigt der Anteil der Nachkommen, die die Mutation tragen, auf 100 Prozent.

Würde man diese Gene-Drive-Methode bei Mücken anwenden, könnte man eine krankheitsübertragende Population in nur einem Jahr ausrotten. Man müsste dazu nur genetisch veränderte Mücken freisetzen, in denen sich Krankheitserreger wie derzeit das Zikavirus nicht vermehren können.

Nach nur wenigen Generationen würde sich diese Eigenschaft über die gesamte Population ausbreiten und damit den Krankheitserregern den Wirt entziehen. Die Gene-Drive-Methode könnte sich als die mächtigste Anwendung der Crispr-Technik erweisen, und sie ist nach Ansicht von einigen Forschern auch die riskanteste, weil die genetische Kettenreaktion ganze Ökosysteme umkrempeln könnte und weil sie der praktischen Anwendung vielleicht näher ist als viele medizinische Therapien oder gar Eingriffe in die Keimbahn des Menschen.
Falls es auf diese Weise möglich würde, den Malariaerreger oder das Zikavirus auszurotten, könnte der Widerstand gegen die neue Technik aber sehr schnell in sich zusammenbrechen.

https://nzzas.nzz.ch/wissen/so-arbeitet-die-gen-schere-crisp…
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06.08.17 10:33:33
Antwort auf Beitrag Nr.: 55.467.036 von Frischzelle am 06.08.17 09:11:55
Zitat von Frischzelle: Falls es auf diese Weise möglich würde, den Malariaerreger oder das Zikavirus auszurotten, könnte der Widerstand gegen die neue Technik aber sehr schnell in sich zusammenbrechen.


Nein. Dass man mal soeben auf diese Weise eine Spezies ausrotten kann, ist doch gerade das Problem, weil man damit auch kurzum die Menschheit auslöschen kann.

Also: Die Anlage in Crispr/Cas ist lukrativ, aber ethisch so fraglich, dass ich mit meinen Kindern dieses Geldanlagethema noch vermieden habe, die hätten mich schon aus dem Haus geworfen.

Alsdann muss ich jetzt mal zugeben, dass Crispr Therapeutics gut gelaufen ist, während ich hier nörgele. Aber ich denke, das liegt an der Persönlichkeit von Frau Doudna, einer traumhaften Moderatorin (uTube, letztlich hier gepostet gewesen) und wohl auch Buchautorin:

https://www.ebay.de/sch/i.html?_from=R40&_trksid=p2060353.m5…
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06.08.17 12:01:52
Antwort auf Beitrag Nr.: 55.467.360 von herding am 06.08.17 10:33:33"Es ist nicht zu sehen, wie ausgerechnet die Menschenwürde gebieten sollte, einen Embryo schwer geschädigt zur Welt kommen zu lassen, nämlich mit seinem kranken 'natürlichen' Genom, statt mit einem medizinisch korrigierten, das gesund ist."
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06.08.17 12:12:08
Antwort auf Beitrag Nr.: 55.467.360 von herding am 06.08.17 10:33:33Im Unterschied zu den umstrittenen transgenen Pflanzen nimmt man mit CrisprCas9 nur solche Veränderungen vor, die zufällig auch auf natürlichem Weg oder durch chemische Mutagenese stattfinden könnten. Und weil die Methode so billig ist, liessen sich auch die Eigenschaften von wirtschaftlich unbedeutenden Nutzpflanzen verbessern, die zum Beispiel für ärmere Länder wichtig wären.

An der ETH Zürich erforscht die Gruppe von Gruissem eine neue, mithilfe der Crispr-Technik erzeugte Manioksorte. «In Südamerika bringt Maniok Erträge von 60 Tonnen pro Hektare», sagt Gruissem. «In Afrika dagegen ernten die Bauern wegen zweier dort vorkommender Viren oft weniger als 10 Tonnen der stärkehaltigen Speicherwurzel.» Mithilfe von Crispr-Cas9 wollen die Forscher die afrikanischen Maniokpflanzen resistent gegen die Angriffe der Viren machen.

Wie gross das Potenzial der neuen Technik ist, zeigt eine Weizen-Studie von chinesischen Forschern. Durch die gleichzeitige Veränderung von drei Genen gelang es ihnen, eine gegen Mehltau resistente Sorte zu erschaffen. Das ist wichtig, weil Mehltau den Weizen in vielen Ländern bedroht. Bemerkenswert ist die Arbeit aber auch, weil das Getreide einen sechsfachen Chromosomensatz besitzt, was die klassische Züchtung von neuen Eigenschaften erschwert.
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11.08.17 21:27:56
NEWS RELEASE

CRISPR Therapeutics Announces Second Quarter 2017 Financial Results and Provides Business Update.

http://ir.crisprtx.com/phoenix.zhtml?c=254376&p=irol-newsArt…

Halbjahresbericht scheint gut anzukommen.

Heute 10% plus.
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12.08.17 22:03:51
Talk by Emmanuelle Charpentier during the EMBO Practical Course on Mouse Genome Engineering.
https://www.facebook.com/mpicbg/videos/vb.386605894705025/15…
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12.08.17 22:13:22
CRISPR makes piglets that may be better organ donors for humans
Organ transplants from pigs are a step closer, after the birth of piglets that have had harmful viruses in their DNA inactivated using CRISPR gene editing.
https://www.newscientist.com/article/2143534-crispr-makes-pi…
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12.08.17 22:15:57
Talk by Emmanuelle Charpentier during the EMBO Practical Course on Mouse Genome Engineering.
https://www.facebook.com/mpicbg/videos/vb.386605894705025/15…
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