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16 Wochen Anomalie nach Thomas Gebert



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Hallo,

ich würde gerne ein neues Thema aufmachen und zwar im Hinblick auf die 16 Wochen Anomalie,
die Herr Gebert als Börsen-Strategie publiziert hat.
Hier geht es unter anderem darum, das der DAX in der 13-15 Woche die größten Gewinne einfährt (siehe Link zum Artikel)


http://www.focus.de/finanzen/boerse/16-wochen-regel-so-funkt…


Meiner Meinung nach scheint dies ein Effekt der residuelle Wertentwicklung zu sein.
Mein Verständnis der residuelle Wertentwicklung: Aktien deren Wertentwicklung zum Sektor zurückliegt,
starten eine Aufholjagd, welche etwa 16 Wochen dauert (Stichwort: Markteffizenz)
Die dynamischste Entwicklung findet in den Wochen 13 - 15 statt.

http://www.mmwarburg.de/system/galleries/download/research.m…


Möglicherweise spiegelt sich die kumulierte Aufholjagd aller betroffenen Aktien in der Wertentwicklung des DAX wieder.
Was haltet Ihr von dieser Theorie?
Ist nicht's anderes als die Sell in May Regel. Nur anders formuliert. Grob kannst du ein Börsenjahr in 3 Segmente einteilen. Das erste, beginnt so September/Oktober, dort kauft man, die Kurse steigen an. Im Frühjahr, nach der HV-Saison oder schon währenddessen, stagniert der Markt. Ab Mai kommt dann die Phase der Unsicherheit, die dann im Herbst mit Kurseinbrüchen endet. Nehme ich die 16Wochen Regel mal 3, komme ich auf 48. Das Jahr hat 52 Wochen, kommt also gut hin. Nach dieser Methodik müssten sich diese Zeiträume aber jedes Jahr um einen Monat nach vorne verschieben (48 statt 52).
Da fände ich es interessant zu erfahren, ob dieses vorschieben tatsächlich stattfindet. Wäre es so, wäre die Regel sehr infach anwendbar. Wenn nicht, muss der Börsianer doch wieder Herz, Hirn und Bauch bemühen. Wie die letzten 300 Jahre.
Eine solche Theorie kann nicht funktionieren (zumindest nicht zuverlässig und regelmäßig). Wenn Börse so einfach wäre, würde es jeder so machen und damit reich werden.

Und wenn jeder das so machen würde, würde die Theorie nicht funktionieren, denn dann würde ja jeder in Woche 13-15 kaufen und keiner verkaufen wollen - und dann gäbe es keine Umsätze.

Auf jeden Fall hat der Focus wieder Klicks bekommen - der Artikel hat seinen Zweck erfüllt.
Antwort auf Beitrag Nr.: 54.128.357 von JuliaPapa am 20.01.17 17:52:10focus! Fakten, Fakten, Fakten, suchen sie bei uns vergeblich. ;)
Antwort auf Beitrag Nr.: 54.127.373 von sdaktien am 20.01.17 15:54:06Hallo,

ich habe eine kurze Auswertung rückwirkend bis zum Jahr 2010 gemacht.
Hierbei habe ich geschaut auf welche Monate sich die Wochen 13, 14 und 15 (positive monate) verteilen.

Hierbei fielen 34 Wochen auf die schlechte Jahreszeit (Mai-Oktober) und 32 Wochen auf die
gute Jahreszeit (November - April).

Anhand dieser Analyse kann man davon ausgehen, das der 16 Wochen Rhytmus unabhängig von der "Sell in
May" Regel ist. Trotzdem Danke für diesen guten Einfall.

Hat sich jemand mal die residuelle Wertentwicklung überhaupt mal durchgelesen?

Hierbei müsste man sich schauen, welche Aktien im Sektorbereich unter der Benchmark liegen und auswerten, ob
die überpropotionale Steigung (alle betroffenen Aktien kummuliert ) auch in den 16 Wochenrhytmus des DAX passt.

Des Weiteren ist festzustellen, das der 16 Wochenrhytmus scheinbar immer mehr an Effektivität einbüßt.
Der Effekt ist seit 2001 geringer ausgeprägt wie seit 1960.
(Siehe Artikel Focus die Auswertung seit 2001 im Vergleich zu der Auswertung seit 1960).

Dies wäre nicht weiter verwunderlich, da im Aktienmarkt die Markteffizienz laut div. Studien immer mehr zunimmt,
sollten solche technischen Anomalien (falls es tatsächlich auf die residualle Wertentwicklunfg zurückzuführen ist)
auch in Zukunft tendenziell weiter abnehmen.

Daraus kann man ebenfalls schließen, das in Zukunft im Aktienmarkt mit Statistiken und Werkzeugen wie der
technischer Analye( MACD, RSI usw) es immer unwarscheinlicher wird Profit zu machen.
(Ausnahme wären vielleicht Nebenwerte, wo die Markteffizienz noch nicht so ausgeprägt ist und man noch sehr gute Performance erwirtschaften kann, wenn man sich dort auskennt)
Was das handeln schwieriger macht ist wahrscheinlich der Einfluss der Zentralbanken. Die anhaltenden Billigzinsen führen bspw. im Dow dazu, dass die dortigen Aktien über die Maßen überbewertet sind. Der billge Zins aber gleichzeitig dazu, dass diese Überbewertung im Herbst weniger stark abgebaut wird als früher. Deswegen verwischt sich der Effekt. Am Besten wird es immer noch sein, Aktien zu erwerben, die fundamental günstig sind und gleichzeitig ordentlich wachsen. Vielleicht bekommt man dann nicht das letzte Zehntel Rendite das möglich ist, steigert dafür aber seine eigene Lebensqualität deutlich, weil man nicht hektisch umherrennen muss, wie ein wildgewordenere Hühnerhaufen.
Es ist immer die Frage was will ich? Wenn ich meinen Wohlstand steigern will, muss ich nur die Inflation schlagen. Die liegt momentan bei vielleicht 1%. Wenn ich aus einer Anlage 5% raushole, werd ich verglichen mit der Inflation schon reich.
Antwort auf Beitrag Nr.: 54.142.298 von sdaktien am 23.01.17 14:01:12Hallo,

bei den Jahreszeiten handelt es sich um etwas anderes. Diese Strategie funktioniert eigentlich ganz gut.
Grund: Es gibt ja die Theorie, das der Aktienindex die menschliche Psyche widerspiegelt. Und der Mensch ist zu den kälteren Jahreszeiten (darf nur nicht zu kalt sein) nun mal produktiver als zu wärmeren.
Die Temperatur bestimmt die Produktivität. Dies ist scheinbar einer der Gründe, weshalb es auf der Nordhalbkugel die produktiveren Wirtschaften gibt (In Masse gesehen) und warum es zu kälteren Jahreszeiten eher zu steigenden Aktienmärkten kommt.
Nun stellt sich die Frage, wird es auch weiterhin diesen saisonalen Effekt geben. Die Antwort lautet wahrscheinlich ja. Die Wärme auf der Erde wird von den Sonnenflecken bestimmt.

Hier die Anzahl der Sonnenflecken sei 1750 nach Monaten
Jan. 1 20933,5
Feb. 2 21777,4
Mar. 3 21325,6
Apr. 4 21587,6
Mai. 5 22078,4 *
Juni 6 21925,6 *
Juli 7 21824,2 *
Aug. 8 22210,6 *
Sept. 9 22127,3 *
Okt. 10 22125,5 *
Nov. 11 21509,2
Dez. 12 21815,2

Man sieht das die Anzahl der Sonnenflecken zwischen Mai und Oktober im Verhältnis zu den anderen Monaten erhöht ist.
Das wird mit einiger Sicherheit in Zukunft so bleiben.


Aber wie du schon beschreibst gibt es weitere Einflussfaktoren, die die Effektivität der Saisonalität beeinträchtigen.
Deshalb ist es auch wichtig Inflation, Geldmenge, Zinsen etc. mit zur Analyse hinzuzufügen.
Diese geschieht mit dem Gebert Indikator eigentlich recht gut. Ansonsten gibt es noch das Makromodel der Bank MMWarburg, welches ebenfalls sehr zuverlässig ist.

Meiner Meinung nach haben wir aber seit etwa 2 Jahren bedingt durch die Anleiheaufkäufe der EZB und den riesigen Mittelzufluss einen Zustand wo die Marktmechanismen
nicht mehr ganz ganz korrekt funktionieren. So sind die Zinsen der Länder wie z.B Italien , Spanien etc. viel zu tief. Die Risikoprämie müsste viel höher sein. Damit haben wir meines Erachtens eine Marktmanipulation
welche sich auch auf die Makroindikatoren auswirkt und deren Funktionsweise negativ beeinflusst. Dies wird sich aber früher oder später wieder erledigen, sobald wir irgendwann zu normalen Zuständen wiederkommen sollten.
Die Anzahl der Sonnenflecken soll Basis für meine Anlageentscheidung sein? Sorry, da steige ich aus.


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