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KWS SAAT - "Zukunft säen seit 1856"


ISIN: DE0007074007 | WKN: 707400 | Symbol: KWS
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Das letzte Posting zur KWS im Forum auf w:o ist doch ein "wenig" her. KWS Saat sollte man dennoch etwas Beachtung schenken. Die Kursentwicklung ist wirklich nicht als aufregend anzusehen, dazu aber im Langfristchart stetig steigend.

Nun, vor kurzem ist Südzucker mächtig abgestraft worden. Warum? Die Anbaubeschränkung der EU für Zuckerrüben wurde beendet. Südzucker wird also - so vermutet man - den Zucker nicht mehr so teuer verkaufen können. Die Preise werden also nach Analystenansicht fallen. Was dabei aber aus dem Blickfeld gerät ist aber, dass noch gar nicht gesagt ist, dass die Raffinerien immer an ihrer Kapazitätsgrenze arbeiten. Das tun sie im speziellen Fall oftmals nicht. So könnten also zwar sinkende Preise Realität werden, aber die Effektivität und damit die GuV sogar positive Impulse aus der Aufhebung der Anbaubeschränkung erhalten.

Was hat das jedoch mit KWS Saat zu tun? Eigentlich nichts, bis sogar das Gegenteil. Als ein wichtiger Saatguthersteller von Zuckerrüben wird man von der Aufhebung profitieren.

Auf der Homepage der AG ist zu lesen:

"Für den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2016/2017 zeichnet sich eine Ausweitung des Zuckerrübensaatgutgeschäftes aufgrund steigender Anbauflächen ab. KWS rechnet – bei leicht verbesserter Ertragserwartung – weiterhin mit einem Umsatzwachstum der KWS Gruppe von knapp 5 %. Zum Ende des Geschäftsjahres wird die EBIT-Marge voraussichtlich mindestens 10,5 % erreichen. Die Investitionen werden rund 100 Mio. € betragen und die Forschungs- & Entwicklungsquote wird bei 17 % liegen."

Das Land Thüringen hat vor kurzem sinngemäß bekanntgegeben, dass die Anbaufläche bei Zuckerrüben voraussichtlich eine Steigerung von 25 Prozent im Land erfahren wird. Man gehe davon aus, dass diese Entwicklung in anderen Bundesländern im gleichem Ausmaß stattfinden wird, und hat auch darüber dementsprechende Rückmeldungen.

Wie gesagt, es handelt sich um eine EU-weite Verordnung. KWS Saat ist darüber hinaus global agierend. Dennoch ist das eine sehr positive Nachricht für die KWS Saat, insbesondere weil die Nutzung der Zuckerübe deutlich über das Produkt Raffinadezucker hinausgeht, wie zum Beispiel für Biotechnologie, Ethanol, Biogas und Futtermittel.
Die KWS-Saat-Aktie wurde in der aktuellen Ausgabe (18/2017) des Anlegermagazins DER AKTIONÄR in der Rubrik "Top-Tipp spekulativ" zum Kauf empfohlen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 54.814.816 von Amazonit am 26.04.17 22:23:04Als spekulativ ist ein Engagement in KWS Saat sicher nicht zu bezeichnen. Es ist grundsätzlich immer eine gute Idee, sich anzusehen, wo die Familie Oetker beteiligt ist, aber auch in welchen Unternehmen sie in Aufsichtsräten aktiv ist. Manche lohnenswerte Investition, welche noch nicht hundertprozentig der Familie gehört, könnte daher einen Blick wert sein. Bei KWS Saat ist die Familie Oetker seit langer Zeit engagiert und bietet damit ein wichtiges stabilisierendes Moment.

Siehe dazu auch Bayer/Monsanto - KWS Saat (weltweit an vierter Position bei den großen Saatgutherstellern) bietet in mancher Hinsicht einen gewissen Gegenpol bei den Produkten, und dies mit dem Wissen um eine weiter steigende Weltbevölkerung und damit erhöhten Wachstumschancen.
KWS Saat ist ein grundsolides Unternehmen und langfristig 1. Wahl.
Wie sich die Veränderungen in der Marktordnung für Zucker auswirken ist wie alle Fragen zur Zukunft unklar.
Meine Vermutung ist, dass die Anbauflächen für Zucker sich ausweiten und KWS hiervon stark provitieren wird. Sollte der Zuckerpreis sich jedoch weiter nach Süden bewegen, kann es leicht dazu kommen, dass die Landwirte andere Feldfrüchte vorziehen.
Aus dem Zuckemarkt ist die Sicherheit heraus und damit auch die Ertragssicherheit für KWS.
Pflanzenzüchter mit Saatgutwechsel unzufrieden

Zu einer deutlichen Steigerung des Saatgutwechsels hat der Gemeinschaftsfonds Saatgetreide (GFS) die Landwirte aufgerufen. Nach seinen Angaben wurden im Wirtschaftsjahr 2016/17 auf 56 % der insgesamt rund 5,9 Mio ha großen Getreideanbaufläche Zertifiziertes Saatgut (Z-Saatgut) angebaut. Gegenüber 2015/16 nahm der Saatgutwechsel somit wieder um 2 Prozentpunkte ab.

Unzufrieden mit diesem Ergebnis zeigte sich der Vorsitzende des GFS-Beirats, Thomas Blumtritt. „Nur eine signifikante Zunahme beim Einsatz von Z-Saatgut kann sicherstellen, dass zukünftig sowohl züchterische Innovationen als auch hohe Standards bei Produkt und Service gewährleistet sind“, betonte Blumtritt heute in Bonn. Die Pflanzenzüchter schafften hierfür beste Voraussetzungen durch eine weiterentwickelte Genetik und Qualitätssicherungssysteme wie QSS, das eine gute bis sehr gute Z-Saatgutqualität in Deutschland bescheinige. Über Lizenzeinnahmen durch den Verkauf von Z-Saatgut fließe nur ein Teil der dafür notwendigen Investitionskosten an die Pflanzenzüchter zurück. Darüber hinaus seien die konsequente Entrichtung von Nachbaugebühren und eine praktikable Nachbauregelung unabdingbar, um die Wettbewerbsfähigkeit und die Fairness am Markt im Sinne einer produktiven Landwirtschaft aufrecht zu erhalten, erklärte Blumtritt.

Beim Sommergetreide belief sich der Saatgutwechsel laut GFS im Wirtschaftsjahr 2016/17 im Vergleich zum Vorjahr unverändert auf 61 %. Beim Wintergetreide, das den Anbau klar dominiert, gab es dagegen eine Abnahme von 58 % auf 56 %. Der mittlere Saatgutwechsel von etwa 55 % ist dem Gemeinschaftsfonds zufolge über die vergangenen zehn Jahre stabil geblieben.

Quelle: AgrarEurope vom 31.08.2017


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