FA verweigert steuerliche Anerkennung von Totalverlust



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Hallo,
ich bin Geschädigter der Royal-Imtech-Insolvenz und habe mein Aktienpaket zum Wert von 0 Euro verkauft (keine Ausbuchung, regulärer Verkauf)
Wegen des 0-Euro-Erlöses darf die Bank das nicht in den Verlusttopf aufnehmen.
Ich bin aber davon ausgegangen, dass das Finanzamt den einwandfrei belegten Verlust - sozusagen manuell- anerkennt. Tut es aber nicht. Es soll ein paar anhängige BFH-Urteile zu solchen Fällen geben, dort findet man aber nichts. Weiß jemand mehr?
Danke
Antwort auf Beitrag Nr.: 55.129.664 von wondertrader am 13.06.17 09:29:13Warum nicht der Verkauf für 1 cent? Damit hätte man den Verlust realisieren konnen. Wie kann man eigentlich was für Null verkaufen?
Grüße
Antwort auf Beitrag Nr.: 55.129.883 von Karpatenaal am 13.06.17 10:01:34Warum nicht der Verkauf für 1 cent? Damit hätte man den Verlust realisieren konnen.

Stimmt so auch nicht unbedingt.
Restwert muss höher sein als Transaktionskosten!!
Antwort auf Beitrag Nr.: 55.129.973 von Datteljongleur am 13.06.17 10:13:06Geht alles:

Stück: 1 (von einst 100, zusammengeführt)
Kurs: 0,014
Kurswert: 0,1
Provision: 0,1
Endbetrag zu Ihren Lasten: 0,00
Antwort auf Beitrag Nr.: 55.129.874 von Datteljongleur am 13.06.17 10:00:18@Datteljongleur
Danke, ich kenne den Beitrag. Das kann aber doch nicht sein. Welche Logik steckt dahinter? Ein Verlust von 99,9 Prozent wird anerkannt, ein Verlust von 100 Prozent aber nicht? Das erschließt sich mir nicht.
Ich versuche gerade Näheres über das Revisionsverfahren herauszubekommen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 55.130.087 von wondertrader am 13.06.17 10:27:36Man kann sich auf folgende Verfahren berufen:

BFH VIII R 34/16 :Steuerliche Berücksichtigung von Verlusten aufgrund der entschädigungslosen zwangsweisen Einziehung von Aktien im Rahmen eines Insolvenzverfahrens durch eine Kapitalherabsetzung auf Null mit anschließender Kapitalerhöhung unter Ausschluss des Bezugsrechts der Altaktionäre?

BFH VIII R 13/15 :Ist der Totalausfall einer privaten Darlehensforderung infolge einer Insolvenz des Darlehensnehmers im Streitjahr 2012 als Verlust bei den Einkünften aus Kapitalvermögen nach § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 7 i.V.m. Abs. 1 Nr. 7 EStG zu berücksichtigen?

BFH VIII 37/15 kann man ggfs. auch noch mit angeben, dann klingt es nach mehr...

Gruß
Taxadvisor
Antwort auf Beitrag Nr.: 55.130.516 von Taxadvisor am 13.06.17 11:27:27Danke.
Der Fall ist kurios.
Hier lehnt das Finanzgericht RP nach den im obigen Artikel erwähnten Revisionsverfahren die steuerliche Anerkennung ab:
http://www.landesrecht.rlp.de/jportal/portal/t/acg/page/bsrl…

Um es kurz zu fassen:
Die Bank stellt keine Steuerbescheinigung aus, weil ein Rundschreiben das verbietet. O-Ton Diba: "Übersteigen die Transaktionskosten den Verkaufserlös, dürfen keine Verluste in die Verlustverrechnungstöpfe eingestellt werden.
Und das Finanzamt lehnt die Verrechnung nur aus dem Grund ab, weil sie nicht in einem Verluststopf dokumentiert sind. Siehe obiges Urteil.
Da beißt sich doch die Katze in den Schwanz.
Antwort auf Beitrag Nr.: 55.129.973 von Datteljongleur am 13.06.17 10:13:06Danke. Gut zu wissen!
Antwort auf Beitrag Nr.: 55.130.804 von wondertrader am 13.06.17 12:12:30
Zitat von wondertrader: Die Bank stellt keine Steuerbescheinigung aus, weil ein Rundschreiben das verbietet. O-Ton Diba: "Übersteigen die Transaktionskosten den Verkaufserlös, dürfen keine Verluste in die Verlustverrechnungstöpfe eingestellt werden.
Und das Finanzamt lehnt die Verrechnung nur aus dem Grund ab, weil sie nicht in einem Verluststopf dokumentiert sind. Siehe obiges Urteil.
Da beißt sich doch die Katze in den Schwanz.


Die Bank darf aufgrund der Verweiskette Gesetz/Erlass seit 2015/16 keine entsprechenden Verluste berücksichtigen. Ob das Finanzamt diese Verluste berücksichtigt, liegt an der jeweiligen Begründung/Rechtslage. Die Ablehnung damit zu begründen, es wurde nicht in den Verlusttopf eingestellt, ist allerdings contra legem. Das Gesetz sieht ja ausdrücklich die Möglichkeit der Überprüfung des Steuereinbehaltes vor.

Gruß
Taxadvisor


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