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Diskussion zu einem evtl. Diesel-Verbot und evtl Elektro-Auto-Verbot ? (Seite 7)



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Antwort auf Beitrag Nr.: 58.952.070 von nickelich am 13.10.18 20:34:09Es gab auch mal Mediziner, die "nachgewiesen" haben, dass Rauchen unschädlich ist.

Da halte ich mehr von epidemiologischen Studien, die zeigen, dass sowohl Feinstaub als auch NO2 gesundheitsschädlich ist. Bei Kindern und empfindlichen Personen ist eine Dauerbelastung auch unter 40 µg/m³ schon bedenklich.
Antwort auf Beitrag Nr.: 58.953.995 von rv_2011 am 14.10.18 11:08:36Mediziner haben darauf hingewiesen, daß nicht alle Krebserkrankungen auf das Rauchen zurückzuführen sind. Die häufigste Art bei Männern, der Prostata-CA (Anteil 26,1%) hat absolut nichts mit Rauchen zu tun, auch nicht die dritthäufigste (Anteil 13,4%). Auch nicht jeder Lungenkrebs (Anteil 13,9%) ist auf das Rauchen zurückzuführen, manche Lungenkrebsarten befallen Raucher wie auch Nichtraucher. Die Verallgemeinerung, daß Rauchen Krebs erzeuge, ist nicht richtig.
Ähnlich ist es mit der Staublunge im Bergbau. Die vor Ort an der Kohle arbeitenden Bergleute haben das Problem nicht. Nur jene, die im quarzreichen Gestein über der Kohleschicht sich in die Tiefe vorarbeiten, leiden häufig an Staublunge. Die Gleichung Bergbau gleich Staublunge stimmt nicht.
Wenn Sie lieber Politiker als Lungenfachärzte fragen, wenn es um die Schädlichkeit von Stickoxiden geht, dann sollten Sie bei einer ernsten Erkrankung die Blumenfrau statt einen Mediziner befragen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 58.955.352 von nickelich am 14.10.18 17:03:29Wollen Sie damit sagen, dass Rauchen unschädlich ist, weil nicht jede Krebserkrankung darauf zurückzuführen ist? :confused:
Antwort auf Beitrag Nr.: 58.955.379 von rv_2011 am 14.10.18 17:12:29Ob NO2 schädlich ist, kann man (ebenso wie beim Rauchen) nur mit epidemiologischen Studien entscheiden. Lungenfachärzte sehen immer nur Einzelfälle - und selbst bei Lungenkrebs kann man in keinem Einzelfall nachweisen, dass (aktives oder passives) Rauchen die Ursache war.
Antwort auf Beitrag Nr.: 58.955.379 von rv_2011 am 14.10.18 17:12:29Es gibt Leute, denen auch starkes Rauchen nichts ausmacht. Denken Sie an Helmut Schmidt, unseren Ex-Bundeskanzler. Trotz heftigstem Tabakkonsum wurde er bei vergleichbar guter Gesundheit uralt. Ich würde es aber nicht darauf ankommen lassen, auszuprobieren, ob man zu diesem Typ Mensch gehört.
Aber kommen wir zum Thema zurück. Bei weniger als 10% aller Krebserkrankungen ist Rauchen beitragender Faktor.
Antwort auf Beitrag Nr.: 58.955.457 von nickelich am 14.10.18 17:26:57Also sind wir uns einig, dass über die Schädlichkeit von Rauchen und von NO2 nur epidemiologische Untersuchungen entscheiden können und nicht Einzelbeobachtungen von Lungenfachärzten?
Antwort auf Beitrag Nr.: 58.955.724 von rv_2011 am 14.10.18 18:23:50Darin sind wir uns keineswegs einig. Wenn es nur ein einziger unerfahrener Lungenfacharzt wäre, könnte man noch ins Zweifeln kommen. Wenn aber mehrere anerkannte Kapazitäten des Fachs eine Schädigung bei diesen Konzentrationen von etwa 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft definitiv ausschließen, dann sollte man ihrem fachlichen Urteil vertrauen und an der Politik zweifeln.

Die EU-Vorgabe wurde falsch umgesetzt. Und denken Sie an die Grenze von 103 Mikrogramm in den USA, an 950 als Grenzwert bei deutschen belasteten Arbeitsplätzen. an die 6.000 Mikrogramm in der Schweiz. Die deutsche Politik - hier in Form des Umweltministeriums - ist wie so häufig in diesem Laden, über das Ziel hinausgeschossen.

Denken Sie an den alten Spruch aus der Medizin, die Dosis macht das Gift. Im Vergleich zur Schweiz sind unsere Ziele zur Stickoxidreduzierung die Verabreichung homöopathischer Dosen. Glauben Sie die Wirksamkeit dort üblicher Verdünnungen und an ein Wassergedächtnis? Glauben Sie an die Wirkung von einem Molekül in einem olympischen Schwimmbecken?
Antwort auf Beitrag Nr.: 58.956.219 von nickelich am 14.10.18 20:01:13Sie vertrauen ja auch dem Urteil von wenigen Leugnern (darunter einigen Meteorologen) - und leugnen die Relevanz von hunderten Studien von tausenden Fachleuten.

So leugnen Sie jetzt also die Relevanz von zahlreichen epidemologischen Studien über die Auswirkungen von NO2 (keineswegs nur Vergleich von Stadt- und Landbevölkerung), die von dafür ausgewiesenen Fachleuten durchgeführt wurden - und vertrauen einigen Lungenfachärzten, die auf Grund von Beobachtungen ihrer Patienten ohne statistische Relevanz zu einer anderen Meinung kommen.
Sie sollten sich mal über die Gründe für die Grenzwertfestlegung informieren, z.B. hier: Stickstoffdioxid-Belastung: Hintergrund zu EU-Grenzwerten fü…

Bis zu den ersten großen epidemiologischen Studien (Terry-Report 1964) wurde auch das Rauchen von vielen Lungenfachärzten für harmlos gehalten. Die Studie mit eindeutigen Aussagen zu der (statistisch nachweisbaren) Schädlichkeit von Tabakrauch wurde auch noch länger kontrovers diskutiert - z.T. nachweisbar von der Tabaklobby beeinflusst. ;)
Antwort auf Beitrag Nr.: 58.962.681 von rv_2011 am 15.10.18 16:38:38Der Vorwurf des Betrugs (den Sie so vehement bestreiten) bezieht sich aber nicht nur auf die Gesundheitsgefährdung, sondern auch auf die Vermögensschädigung der Dieseleigner und Aktionäre der Hersteller.

Warum kam Stadler in U-Haft?
Warum gibt es Ermittlungen gegen den VW-Vorstand?
Warum musste VW in Deutschland eine Milliarde Strafe zahlen?

Warum gibt es auch Betrugsermittlungen gegen Daimler und BMW?

Warum gab es denn heute eine Razzia bei Opel (Begründung: Konkreter Betrugsverdacht)?

Zitat von nickelich: Welchen Paragrafen wollen Sie bemühen, um den Kunden der Autokonzerne "kriminelles Verhalten" nachzuweisen?
...
"Die Autoindustrie" hat keineswegs massiv betrogen, Allein der VW-Konzern hat in den USA und Südkorea massiv betrogen. Alle Autofirmen haben Lücken des Systems ausgenutzt, deutsche wie ausländische.

Angesichts von Fahrverboten ist das Folgende besonders zynisch (um nicht zu sagen idiotisch):
Zitat von nickelich: Ein Wertverlust wegen Änderung einer Denkmode oder eines Konsumsverhaltens ist nicht einklagbar.
Das Konsumverhalten ändert sich durch Gerichtsbeschluss (Fahrverbote) und die Denkmode durch die Erkenntnis, dass die Umweltfreundlichkeit des Dieselmotors eine Illusion ist, die auf organisiertem Betrug beruhte.
Antwort auf Beitrag Nr.: 58.962.681 von rv_2011 am 15.10.18 16:38:38Sie sollten sich mal über die Gründe für die Grenzwertfestlegung informieren, z.B. hier: Stickstoffdioxid-Belastung: Hintergrund zu EU-Grenzwerten fü…

Hast du dir durchgelesen, was du da verlinkt hast? Hast du das Interview mit dem Lungenspezialisten geshen? Mag ich ja kaum glauben.

Belegt ist NO2 und Asthmaanfälle. Nicht hinreichend belegt ist NO2 und Asthmaentstehung. Gar nicht belegt ist NO2 und Herz-/Kreislauferkrankungen, Diabetes, reduziertes Wachstum im Mutterleib, Krebs und die Sterblichkeit (EPA 2016), da der NO2-Effekt aus anderen Schadstoffen nicht isoliert werden kann. Und das steht in deinem Link und genau das sagt doch der Professor. Man sucht ein Signal im Rauschen und das kann man nicht finden. Das UBA macht es sich nun einfach und sagt, egal NO2 ist nun nicht direkt schädlich, aber ein Indikator für Luftverschmutzung. Mal polemisch weitergesponnen, vielleicht auch für städtische Fettleibigkeit und Bewegungsmangel? Oder ein Indikator für Lärm oder ein Indikator für Lichtverschmutzung oder...?
Was soll das Bitteschön? Nun wird dieses Indikatorgas technisch aufwendig gefiltert und es wird sich genau nichts ändern, da der Rest weiter in der Luft rumfliegt. Verstehst du das? Und es ist auch keine Einzelmeinung des Lungenarztes durch Betrachtung seiner Patienten. Das ist die wissenschaftliche Faktenlage aus deinem Link zur Festlegung des Grenzwertes und genau das kritisiert der Professor.


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