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Mandelbrot Asset Management: bringt hohe Sophistication überhaupt etwas am Aktienmarkt? (Seite 8)

ISIN: DE000A14N8Q7 | WKN: A14N8Q
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17.08.17
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Neuigkeiten zu Mandelbrot Market Neutral Germany

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Antwort auf Beitrag Nr.: 55.400.987 von faultcode am 27.07.17 01:59:30
Einschubs-Posting: die "RSL-"-Strategie und die Random Walk-Hypothese als Gewinner schon 1969 (2)
2 Jahre später, 1969, veröffentlichte Jensen zusammen mit Benington ein Papier:
(a) "Random Walks and Technical Theories: Some Additional Evidence" (http://e-m-h.org/JeBe70.pdf)
1970 gibt es auch noch ein Diskussionspapier dazu:
(b) http://relative-performance.technicalanalysis.org.uk/Jen1970…

(a) => (wieder meine Kürzungen - ein längeres Zitat, um den tieferen Kontext versuchen zu verstehen)

I. INTRODUCTION
...
In an invited comment Jensen pointed out that Levy’s results do not support a conclusion as strong as this. In that ”Comment” it was pointed out that due to several errors the results reported by Levy overstated the excess returns earned by the profitable trading rules over the returns earned by the buy-and-hold comparison
...
Nevertheless, even after correction for these errors Levy’s results still indicated some of the trading rules earned substantially more than the buy-and-hold returns, and Jensen indicated that even these results were inconclusive because of the existence of a subtle form of selection bias.
...
Likewise, given enough computer time, we are sure that we can find a mechanical trading rule which “works” on a table of random numbers - provided of course that we are allowed to test the rule on the same table of numbers which we used to discover the rule. We realize of course that the rule would prove useless on any other table of random numbers, and this is exactly the issue with Levy’s results.

As pointed out in the “Comment,” the only way to discover whether or not Levy’s results are indicative of substantial dependencies in stock prices or are merely the result of this selection bias is to replicate the rules on a different body of data.

In a “Reply” Levy states that additional testing of one of the rules on another body of data yielded returns of 31% per annum. He did not report the buy-and—hold returns for this sample; he did report the returns on the S&P500-stock index over the same period as slightly less than 10% per annum, and claims the trading rule returns when adjusted to a risk level equal to that of the S&P (500) “. . . would have produced nearly 16% . . .”.

The purpose of this paper is to report the results of an extensive set of tests of two of Levy’s rules which seemed to earn substantially more than a buy-and-hold policy for his sample of 200 securities in the period 1960-1965.


...

VI. SUMMARY AND CONCLUSIONS
Our replication of two of Levy’s trading rules on 29 independent samples of 200 securities each over successive 5 year time intervals in the period 1931 to 1965 does not support his results.

After allowance for transactions costs the trading rules did not on the average earn significantly more than the Buy & Hold policy.

Furthermore, since the trading rule portfolios were on the average more risky than the Buy & Hold portfolios this simple comparison of returns is biased in favor of the trading rules.

After explicit adjustment for the level of risk it was shown that net of transactions costs the two trading rules we tested earned on average -0.31% and -2.36% less than an equivalent risk Buy & Hold policy.

Given these results we conclude that with respect to the performance of Levy’s “relative strength” trading rules the behavior of security prices on the N.Y.S.E. is remarkably close to that predicted by the efficient market theories of security price behavior, and Levy’s (1967s) conclusion that “. . . the theory of random walks has been refuted,” is not substantiated.



__
=> damit wäre eigentlich alles gesagt. Kurz in Deutsch:

Die RSL-Indikator-Strategie konnte und kann keine nachhaltige Überendite (in 5-Jahresräumen) gegenüber einer einfachen Buy- and Hold-Strategie mit zufällig ausgewählten Werten aus demselben Anlageuniversum erzielen. (Ich gehe wieder von "Qualitätswerten" in diesem Anlageuniversum aus.)


=>
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
d.h., dass kein obiger "Mini Future auf TSI Deutschland 30" (Beitrag Nr. 68) bis 2021-08 den oder vergleichbaren DAX-ETF wird schlagen können (5 Jahre: 2016 - 2021) - und wenn, dann wäre es reiner Zufall und nicht einer cleveren Strategie geschuldet.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Beachte: DAX-Komponenten != "TSI Deutschland 30"-Komponenten bei mindestes 2 aus 30 Werten. Es ist also nicht dasselbe Anlage-Universum.

__
Zum Schluss noch ein Hinweis:
Dr. Robert A. Lévy ist nicht mit dem französischen Mathematiker Paul Lévy (1886–1971) zu verwechseln: https://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%A9vy-Prozess
Lévy-Prozesse sind stochastische Prozesse mit stationären, unabhängigen Zuwächsen - und spielen damit beim Modellieren von Finanzmarkt-Prozessen eine grosse Rolle, z.B. https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=265685.

__
Akronyme etc.:
BAH = Buy and Hold strategy
RSS = Relative Strength Strategy

aus der Diskussion: raison d'être = Existenzberechtigung:
- gemeint ist die Existenzberechtigung von praktizierenden Analysten am Aktienmarkt, die nun durch die Untermauerung der RWH durch Jensen und Benington mehr in Frage gestellt wurde.
Antwort auf Beitrag Nr.: 55.401.017 von faultcode am 27.07.17 02:56:37
Einschubs-Posting: die populäre "RSL-"-Strategie heute in Deutschland: Godmode
Diesmal bei GM: https://www.godmode-trader.de/analyse/rsl-liste-relative-sta…

Mit Sätzen wie:

Dieser Momentum-Effekt wurde in der Kapitalmarktforschung bereits viele Jahre untersucht und nachgewiesen und lässt sich im Trading oder beim Investieren ausnutzen.

=> die erste Aussage mag ja so sein - sie ist aber nicht entscheidend!

Entscheidend in diesem Kontext ist: kann ich das als kleiner Retail-Trader/Investor nachhaltig und profitabel genug ausnutzen?

GM behaupt (wie viele andere) ja eiskalt auch noch bei Einzelaktien genau dies mit der roten, zweiten Aussage!
Es gibt keinen Link im Artikel, der diese Aussage stützen würde.



GM heute sieht das RSL-Momentum - zumindest bei den folgenden Top-20-RSL-Werten - als geeignete Eingangsgrösse, um es "im Trading oder Investmentprozess weiter zu verarbeiten."

Der letzte Halbsatz ist der alles entscheidende! Es steht nicht da, was und wie genau man "weiter verarbeiten" soll.

=>
die Top-20 Aktien aus dem Aktienuniversum HDAX nach diesem Kriterium:

Auch hier wieder werden sehr viele Small Caps gnadenlos gefeatured --> soll man Aixtron nun shorten?



Beim SP500 ist dieser deutsch-mediale Feature-Effekt wenigstens unerheblich:




=> falls ich mich erinnern sollte, schauen wir doch wo die Top-10-RSL-Aktien in 27 Wochen stehen werden! (--> vor allem der Zeitraum von 27 Wochen)
Einschubs-Posting: noch jemand mit overfitted "Trend-Aktien"
..der auch hier auf WO schreibt: https://www.trendaktien-report.de/

Eigentlich belanglos, weil einer von so vielen.

Dazu aber eine alte, aber immer wieder gute Geschichte:


Quelle, Präsentation: How To Spot Backtest Overfitting, Bailey, de Prado, 2014 (sehr empfehlenswert - aber auch: starke Anhänger von RWH, EMH etc.)
(Stichwort: An absurd investment program)

uncanny = unheimlich
Antwort auf Beitrag Nr.: 55.388.436 von faultcode am 24.07.17 23:38:07
Einschubs-Posting: Tracking error oder Trading slippage o.ä.
Tracking error ist in obigem Posting (Beitrag Nr. 62) nicht definiert worden. Daher hier:

Tracking error is the divergence between the price behavior of a position or a portfolio and the price behavior of a benchmark:

Tracking Error = Standard Deviation of (PORTFOLIOreturn - BENCHMARKreturn)

aus: http://www.investopedia.com/terms/t/trackingerror.asp

=> das Beispiel:



Interpretation of Tracking Error:

If you make the assumption that the sequence of return differences is normally distributed, you can interpret tracking error in a very meaningful way.
In the above example, given this assumption, it can be expected that the mutual fund will return within 2.79%, plus or minus, of its benchmark approximately every two years out of three.
EaS-Artikel (1): ein europäischer Aktien-Quant...
..der ganz gut zu laufen scheint (ohne genauere Untersuchung meinerseits):
ISIN = DE0008470337



gesehen in: http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/euro-am-sonntag-tit…

"Ausschüttend" nennen sich alle obigen Wertpapiere.

Benchmark ist der MSCI Europe Index --> ETF: DE000A1C22L5 ("MSCI EUROPE UCITS ETF")

__
EaS schreibt:

...
Der Aktienfonds Invesco Europa Core, eines der Top-Produkte von Invesco mit der €uro-FondsNote 1, hat den europäischen Vergleichsindex über die vergangenen fünf Jahre um 30 Prozentpunkte geschlagen. "Das Bauchgefühl spielt bei unseren Anlageentscheidungen keine Rolle", bekennt Fondsmanager Thorsten Paarmann.
...
Mehr als 30 Jahre Erfahrung haben die Anlagespezialisten bei Inves­co mit quantitativen Strategien. Laufend werden diese weiterentwickelt und neue Faktoren für die Einzeltitelauswahl geprüft. Beim EuropaCore Aktienfonds kommen die Filter Ertrag, Risiko, Liquidität und Diversifikation zum Einsatz. Mit ihnen durchkämmt das System ein Universum von 1.000 europäischen Aktien und sucht jene 100 mit dem besten Risiko-Ertrags-Verhältnis aus.
...
Der Computer empfiehlt Unternehmen mit steigenden Gewinn­erwartungen, deren Aktien günstig bewertet sind und ein positives Kursmomentum aufweisen. Bevorzugt werden Titel, die weniger stark schwanken als der Durchschnitt, und liquide handelbar sind.

Und schließlich hilft ein Diversifikationsfilter, Klumpenrisiken im Portfolio zu vermeiden. "In 99 Prozent der Fälle übernehmen wir die Vorschläge des Computers", sagt Paarmann. Die Aufgabe des Menschen bestehe hauptsächlich darin, die Empfehlungen des Systems auf mögliche Fehler zu überprüfen und die Entscheidungen umzusetzen.
...
Antwort auf Beitrag Nr.: 55.542.501 von faultcode am 17.08.17 11:42:34
EaS-Artikel (2): Erklärung des Momentum-Phänomens
Im obigen megalangen Artikel wird u.a. auch über Momentum geschrieben:

Scheitern als Erfolgsrezept

Bei einer Momentum-Strategie setzt ein An­leger darauf, dass die Top-Performer der vorangegangenen Monate auch künftig kräftig zulegen.

Der Erfolg der Strategie ist bis zurück ins 19. Jahrhundert nachgewiesen worden.

So wirkt das Momentum an der Börse:
Ein von der Mehrheit verkanntes Wertpapier setzt sich nach einer positiven Nachricht (wirklich?/FC) in Bewegung. Viele Anleger unterschätzen das Ausmaß und werden erst allmählich auf das Papier aufmerksam. Der weiter steigende Kurs löst eine Euphorie aus, die den Kurs weiter nach oben treibt. Eine zunächst unterbewertete Aktie wird dadurch teuer (wirklich?/FC).

Momentum-Strategien sind extrem riskant. Vor allem wenn die allgemeine Börsenstimmung kippt, drohen extreme Verluste (immer?/FC).

Diese Momentum-Crashs verhindern, dass zu viele Anleger die Strategie konsequent umsetzen - und sichern damit das Überleben der Strategie. (wirklich?/FC)

(Autoren: Sven Parplies und Andreas Hohenadl, Euro am Sonntag - )

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
=> da werden gleich diese handvoll Thesen aufgestellt ohne weiteren Nachweis:

(I) eine positive Nachricht als Bewegungsauslöser
[ (II) das Momentum nährt das Momentum (wg. der erhöhten Aufmerksamkeit) - FC: das scheint klar zu sein - so wie auch beim negativen Momentum]
(III) eine (vermeintlich) unterbewertete Aktie wird teuer in der Eupherie
(IV) Momentum-Strategien sind extrem riskant - FC: da steht extrem riskant, nicht nur "riskant" - FC: also extrem riskante Wertpapier-Handelsstrategien spielen sich nach meinem Verständnis in anderen Ecken des Finanzmarktes ab - Sorry...
(V) der offenbar als unvermeintlich angenommene Momentum-Crash sichert das dauerhafte (--> 19.Jhd.!) Überleben der Strategie


=> gleich 4 Arbeits-Hypothesen, die noch zu untermauern oder zu widerlegen wären...


Ketzerische Frage:
- wie viele Gegen-Beispiele bräuchte man zu (I), (III), (IV) und (V), um die jeweilige These zu widerlegen?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Antwort auf Beitrag Nr.: 55.543.020 von faultcode am 17.08.17 12:39:57
EaS-Artikel (3): Anlage-Universum "reiner" CDAX für eine agressive Momentum-Strategie
Beim Lesen kam mir der Gedanke, dass bei allen Überlegungen zum "Momentum" die Grösse einer Aktien ("SMB" --> https://www.wallstreet-online.de/diskussion/1258587-1-10/mei… --> SMB -- Small Minus Big, Fama, French, 1992), gemessen an ihrer absoluten und relativen Marktkapitalisierung, eine entscheidende Bedeutung zukommt:

- es scheint ohne weiteren Nachweis klar zu sein, das ein Momentum-Portfolio aus DAX-Werten ein ganz anderes Profil (in vielerlei Hinsicht) aufweist, als z.B. ein Momentum-Portfolio aus "reinen" CDAX-Werten ohne die etablierten HDAX- und SDAX-Werte.


Im "reinen" CDAX (https://www.wallstreet-online.de/indizes/cdax/enthaltenewert…) ohne HDAX (110) und SDAX (50) sind z.Z. 412 - 110 -30 = 272 Werte gelistet (und manche sehr obskure Stücke! - http://www.boerse-frankfurt.de/index/zugehoerige-werte/CDAX#…).

Hier ist ein nette Liste mit dem wichtigen 6m-Filter (für Momentum):
http://index.finanztreff.de/indizes_einzelwerte.htn?sektion=…


=> man sieht sehr schnell, dass man zu Fuss viel mehr filtern müsste als nur mit so einfachen, öffentlichen und freien Filtern, um darin nach 6m-Momentum-Perlen zu fischen (daher weitestgehend die Beschränkung auf HDAX-Werte - und vielleicht SDAX - bei entsprechenden, öffentlichen Portfolios wie Wikifolios)


=> hier einfach mal ein willkürliches Portfolio als "fooling around"-Testfall für die nächsten 12m (NICHT NACHBAUEN!):



Auch diese Liste hat leider keinen 6m-Filter:
https://www.godmode-trader.de/indizes/cdax-performance-index…


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