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Die Zahl der Unterbeschäftigten wird im Juli 2017 auf 3.507.515 Personen beziffert (Seite 2)



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Prekäres Jobwunder
Ein Fünftel der Erwerbstätigen war 2016 atypisch beschäftigt. Leiharbeitsbranche lobt sich selbst

Sie hangeln sich von einer Befristung zur nächsten, werden als Leiharbeiter von einem in den anderen Betrieb geschoben oder bestreiten ihren Lebensunterhalt durch Minijobs: Die Zahl atypisch Beschäftigter hat sich 2016 im Vergleich zum Vorjahr erneut erhöht. Mehr als jeder fünfte Erwerbstätige war davon im vergangenen Jahr betroffen. Das waren rund 7,7 Millionen und damit 120.000 Menschen mehr als noch 2015. Das geht aus Zahlen hervor, die das Statistische Bundesamt am Mittwoch veröffentlichte.


Unter den atypisch Beschäftigten führt die Behörde 737.000 Leiharbeiter auf. Deren Zahl ist allerdings nach neuesten Auswertungen bereits auf knapp eine Million gestiegen (siehe jW vom 9. August). Weiterhin verzeichnen die Statistiker 2,2 Millionen Menschen, die nur von Minijobs leben. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) betrifft dies jedoch aktuell bereits 4,8 Millionen von insgesamt 7,46 Millionen geringfügig Beschäftigten. Darüber hinaus führt das Bundesamt 4,8 Millionen Teilzeitbeschäftigte auf, die weniger als 20 Wochenstunden arbeiten. Weitere 2,7 Millionen hatten demnach lediglich einen befristeten Arbeitsvertrag in der Tasche. Im Jahr davor waren es noch 124.000 weniger.

Doch die meisten Medien jubelten am Mittwoch über das vermeintliche Jobwunder: Gut 800.000 reguläre Arbeitsplätze seien 2016 in der BRD neu »geschaffen« worden, entnahmen sie der Statistik. Allerdings stieg die Zahl der Vollzeitstellen gegenüber 2015 nur um 600.000 auf 22 Millionen an. Zum Vergleich: Im Jahr 1991 befanden sich laut Bundesamt mehr als 25 Millionen Menschen in einem solchen »Normalarbeitsverhältnis«. Hinzu kamen letztes Jahr 3,6 Millionen Teilzeitbeschäftigte, die mehr als 20 Wochenstunden arbeiteten. Das waren 200.000 mehr als im Vorjahr. Auch hier lohnt ein Blick zurück: Vor 25 Jahren gab es nicht einmal halb so viele Lohnabhängige mit Teilzeitverträgen. (...)

https://www.jungewelt.de/artikel/316489.prek%C3%A4res-jobwun…
ATYPISCHE BESCHÄFTIGUNG: Das Jobwunder – ein entzauberter Popanz
Immer mehr Erwerbstätige, immer weniger Arbeitslose, so lauten die Eckdaten einer Arbeitsmarktentwicklung, die gerne als Jobwunder bezeichnet wird. Wer sich nicht von den nackten Zahlen blenden lässt und stattdessen die qualitativen Aspekte in den Blick nimmt, kommt schnell zu glanzlosen, ja ernüchternden Ergebnissen.

Erlebt Deutschland gerade ein Jobwunder? Die Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder wartet mit zunächst beeindruckenden Zahlen auf: Seit 2006 ist die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland durchgängig gestiegen. Nachdem 2007 erstmals die 40 Millionen-Grenze überschritten worden ist, wurde 2016 mit rund 43,6 Mio. Erwerbstätigen der höchste Stand seit der Wiedervereinigung erreicht. Damit waren etwa 4,8 Millionen mehr Personen erwerbstätig als im Jahr 1991.

Parallel dazu geht die Arbeitslosigkeit seit 2005 nahezu stetig zurück. 2016 ist die Zahl der Arbeitslosen nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) auf 2,69 Mio. im Jahresdurchschnitt gesunken. 2005 hatte die BA noch 4,86 Millionen gezählt. Die Arbeitslosenquote (bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen) sank damit von 11,7 Prozent im Jahr 2005 auf 6,1 Prozent im Jahr 2016. Die Mängel der offiziellen Statistik tun hier nichts zur Sache, denn der Trend sinkender Arbeitslosenzahlen ist hier wie bei den Alternativberechnungen eindeutig.

Immer mehr Jobs und immer weniger Arbeitslose, so lautet die allseits verkündete Botschaft. Das hört sich doch wunderbar an, und es scheint, als eilte der Arbeitsmarkt derzeit von Rekord zu Rekord - auf dem Papier zumindest, denn was davon bei den Beschäftigten ankommt, diese Frage können die beiden immer wieder als Beleg für ein angebliches Jobwunder angeführten Kennziffern alleine nicht beantworten. Dazu muss man schon etwas tiefer in die Materie eindringen. (...)

https://www.miese-jobs.de/chroniken/30-06-17/
Der Mythos von der Kostenexplosion im Gesundheitswesen
Regelmäßig ist in den Medien und der Politik von einer Kostenexplosion im Gesundheitswesen die Rede, welche zu erhöhten Beitragssätzen führe und somit über die Steigerung der Lohnnebenkosten auch noch Arbeitsplätze gefährde. Bereits zahlreiche Gesundheitsreformen wurden verabschiedet, mit dem Ziel die Kosten zu senken oder zumindest den Kostenanstieg zu begrenzen und es wird weiter über immer neue Reformen nachgedacht.

Tatsächlich steigen die Leistungsausgaben der gesetzlichen Krankversicherungen (GKV) seit Jahren kaum noch und sind überhaupt seit Mitte der 70er Jahre nicht stärker gestiegen als das nominale BIP. Von einer Kostenexplosion kann daher nicht einmal ansatzweise die Rede sein.




Leider wird sowas nie in den neoliberal beherrschten Medien kommuniziert.

ÖKONOMIE UND ETHOS IM GESUNDHEITSWESEN
Die Mär der Kostenexplosion

Die Behauptung, das deutsche Gesundheitswesen sei nicht mehr bezahlbar,
wird inzwischen von Vielen als gegeben akzeptiert. Das ist aber nicht richtig,
wie nachfolgender ökonomischer und gesundheitspolitischer Diskurs darlegt.


http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/170724-die-maer-der-…
Antwort auf Beitrag Nr.: 55.555.068 von blueoctopus am 18.08.17 18:42:18Die letzten beiden Postings widersprechen sich. Steigen die a-typischen Beschäftigungsverhältnisse, steigen demzufolge ganz natürlich auch die "Gesundheitskosten", da ja solch prekären Arbeitsverhältnisse ganz niedrige Löhne voraussetzen. Folglich spült das keine nennenswerten Beiträge für die Krankenkassen rein.

Hinzu kommt, daß Menschen mit Niedriglohn im Schnitt 7 Tage im Jahr länger "krank" sind.
Bizarrer Streit in der Ökonomenzunft – von Laien, Professoren, Weisen und Zwergen
Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen auch Zwerge lange Schatten und wenn ökonomischer Sachverstand Mangelware ist, können auch schon einmal aus wirtschaftswissenschaftlichen Zwergen Wirtschaftsweise werden. Wie tief die Sonne der Kultur in den deutschen Wissenschaften heutzutage tatsächlich steht, zeigt eine absurde Replik, mit der die vier neoliberalen Mitglieder des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung – umgangssprachlich die „Wirtschaftsweisen“ – auf einen Artikel des fünften Sachverständigen reagieren. Peter Bofinger hatte nämlich in der FAS die Unfehlbarkeit freier Märkte angezweifelt und eine aktivere Industriepolitik des Staates angeregt. Das war für die obersten Hüter des Neoliberalismus zu viel und es überrascht nicht, dass sie Kritik an Bofingers Gedanken übten. Überraschend ist jedoch die Schärfe und die Niveaulosigkeit der Replik. Von Jens Berger.

Peter Bofinger dürfte den meisten NachDenkSeiten-Lesern bekannt sein. Seit langem begleiten wir den Ökonomen, der auf Empfehlung der Gewerkschaften in den Sachverständigenrat der Bundesregierung eingezogen ist, kritisch-konstruktiv. Bofinger schrieb auch das Vorwort zu unserem Jahrbuch 2011/2012 und gilt als einiger der wenigen bekannten deutschen Ökonomen, die sich dem neoliberalen Dogma verweigern. Damit ist er im Sachverständigenrat schon beinahe ein Exot. Drei der „fünf Weisen“ werden nämlich von der Bundesregierung nominiert, ein Weiser wird von Arbeitgebern vorgeschlagen und der fünfte Weise, aktuell Peter Bofinger, von den Gewerkschaften. Bofinger gegenüber sitzen mit Christoph M. Schmidt, Lars Feld, Isabel Schnabel und Volker Wieland vier ausgemachte Anhänger marktliberaler Ideen, die damit leider sogar repräsentativ für den Zustand der Wirtschaftswissenschaften in Deutschland sind. (...)

http://www.nachdenkseiten.de/?p=39711#more-39711
In einer normalen Wirtschaft würden sich "Unterbeschäftigte"
eine bezahlte Arbeit suchen.

Doch wenn man/frau/*ding in Schland 2017 vom Staat alles reingeschoben bekommt,
muß man/frau/*ding offen sichtbar keine Beschäftigung annehmen.

Staatsknete --> Unterbeschäftigung

Über Vollbeschäftigung würdet ihr eh nur als "Sklaverei" jammern.
;) :eek:
Antwort auf Beitrag Nr.: 55.624.514 von borazon am 30.08.17 03:15:22ihr ????wer ist denn das?
Antwort auf Beitrag Nr.: 55.624.514 von borazon am 30.08.17 03:15:22
Zitat von borazon: In einer normalen Wirtschaft würden sich "Unterbeschäftigte"
eine bezahlte Arbeit suchen.

Doch wenn man/frau/*ding in Schland 2017 vom Staat alles reingeschoben bekommt,
muß man/frau/*ding offen sichtbar keine Beschäftigung annehmen.

Staatsknete --> Unterbeschäftigung

Über Vollbeschäftigung würdet ihr eh nur als "Sklaverei" jammern.
;) :eek:


Das war auch mein Gedanke. Niemand hindert die Leute daran sich eine Arbeit zu suchen! :eek:

Dann müsste man auch keine Polnischen, Rumänischen oder Bulgarischen Fremdarbeiter ins Land holen! Oder ist Spargelstechen, Fleisch zerlegen oder Eisen biegen unter der Würde des Hartzers?

Aber klar, vor der Playstation mit Staatsknete lässt es sich aushalten....:mad:
Leiharbeiter meist weniger als neun Monate beschäftigt
Die große Mehrheit der Leiharbeiter in Deutschland ist weniger als neun Monate in einem Betrieb beschäftigt, so die Auskunft der Bundesregierung. Sie bezieht sich dabei auf Zahlen von 2015. Demnach endete bei 54 Prozent aller Leiharbeiter das Arbeitsverhältnis nach spätestens drei Monaten und für 77 Prozent nach spätestens neun Monaten. Die Zahl der Leiharbeitnehmer ist seit 2005 deutlich gestiegen: von 460 000 auf 716 000 im Jahr 2015. […]

Fast jeder zweite neu eingestellte Arbeitnehmer hat im vergangenen Jahr nur eine befristete Stelle bekommen. Das betraf 45 Prozent der 3,4 Millionen Neueinstellungen 2016. Auszubildende und Minijobber sind bei den Zahlen, die auf eine Erhebung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg zurückgehen, nicht mitgerechnet. (...)

https://www.neues-deutschland.de/artikel/1065592.leiharbeite…


dazu: Jobwunder dank prekärer Arbeit

Die 40 Stundenwoche war einmal: Mehr als jeder fünfte Beschäftigte in Deutschland arbeitet nicht in einem traditionellen Arbeitsverhältnis. Der Anteil der sogenannten atypisch Beschäftigten ist innerhalb von 20 Jahren von 15 auf 20,7 Prozent im vergangenen Jahr gestiegen, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der LINKEN hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. Gemeint sind damit befristete oder Teilzeitjobs, geringfügig Beschäftigte und Zeitarbeitnehmer. Die Zahlen der Regierungsantwort stammen vom Statistischen Bundesamt und sind von diesem bereits veröffentlicht. (...)

https://www.neues-deutschland.de/artikel/1065564.jobwunder-d…

dazu auch: 2,1 Millionen Beschäftigte arbeiten auf Abruf

Sieben Prozent der über 30 Millionen abhängig Beschäftigten in Deutschland arbeiten inzwischen mindestens an einem Tag im Monat nicht nach festen Arbeitszeiten, sondern nur auf Abruf. Die Flexibilisierung betrifft vor allem niedrig qualifizierte Beschäftigte.
Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Grünen-Fraktion hervor, die unserer Redaktion vorliegt. Bei der sogenannten „Arbeit auf Abruf“ schließen Arbeitnehmer und Arbeitgeber einen Vertrag über eine Tätigkeit mit flexiblen Einsatzzeiten. Es wird eine Mindestarbeitszeit festgelegt, die aber je nach Arbeitsanfall auch überschritten werden kann.
Dem Papier zufolge arbeiten in der Industrie vier Prozent aller Beschäftigten auf Abruf, im öffentlichen Dienst sechs Prozent. Im Dienstleistungssektor und im Handwerk liegt der Anteil bei acht Prozent. Arbeit auf Abruf betrifft demnach 13 Prozent der niedrig qualifizierten Beschäftigten, aber nur fünf Prozent der Hochqualifizierten. (…)

Oft sind Krankenpfleger, Verkaufspersonal und Servicepersonal in der Gastronomie auf Abruf beschäftigt. „Ein mit 13 Prozent auffällig hoher Anteil der teilzeitbeschäftigten Männer gibt an, auf Abruf zu arbeiten“, heißt es in der Regierungsantwort. (...)

http://www.rp-online.de/politik/flexibilisierung-21-millione…
In Bezug, eine Buchempfehlung zum Thema:

Statistiken erwecken den Eindruck von Objektivität und Exaktheit, dabei lässt sich mit ihnen alles und zugleich das Gegenteil beweisen. Die Autoren decken auf, wie wir täglich von Führungskräften aus Wirtschaft und Politik hintergangen und manipuliert werden, wie Grafiken verfälscht, Stichproben vorsortiert, relative und absolute Zahlen gegeneinander ausgespielt und Ursache und Wirkung vertauscht werden. Ein Buch für alle, die sich nichts mehr vormachen lassen – verständlich, pointiert und unterhaltsam.

„Die Zahlentrickser“ – oder wie der Statistikprofessor Gerd Bosbach Lobbyisten und Andere beim Produzieren von „Fake-News“ erwischt hat

Der Behördenchef und Bataillonskommandeur Weise

Besonders gelungen sind etwa die Ausführungen zum Arbeitsmarkt, neben der Demografie eines der Steckenpferde von Gerd Bosbach. Dass die offiziellen Arbeitslosenzahlen künstlich runtergerechnet werden, ist ja schon längst kein Geheimnis mehr. Weniger bekannt dürfte vielen aber die Rolle des früheren BA-Chefs Frank-Jürgen Weise sein. Dieser ist laut Bosbach nicht nur für das Schönfärben der Arbeitslosenzahlen verantwortlich, sondern hatte auch beim Herbeireden des Fachkräftemangels seine Finger im Spiel. Unter anderem prognostizierte er für die deutsche Wirtschaft eine Arbeitskräftelücke von sechs Millionen bis sieben Millionen Personen, was sich im Nachhinein als komplett haltlos herausstellte.

Bosbach fällt in diesem Zusammenhang ein hartes Urteil:

„Das Ergebnis einer theoretischen Modellrechnung zu veröffentlichen, ist an sich keine Lüge. Zur Lüge wurde die Weise-Zahl als Weise und seine publizistischen Unterstützer diese Zahl ohne die zugrundeliegenden Annahmen als realistische Prognose für die deutsche Zukunft veröffentlichten und dazu benutzten, eine politische Droh- und Druckkulisse aufzubauen.“
Interessant in diesem Zusammenhang ist auch Weises Biografie. Dieser war vor seiner Zeit bei der BA bei der Bundeswehr zum Bataillonskommandeur der Reserve aufgestiegen und obendrein Manager in mehreren Industrieunternehmen. Spätestens aber seit seiner Berufung an die Spitze des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge galt er als „Merkels Allzweckwaffe“.

Hierzu schreibt Bosbach:

„Und ich möchte aus meinen Erfahrungen in Bundesbehörden und Ministerien ergänzen: Menschen, die die Wünsche der Führungsspitze und Regierenden erfüllen, ohne dass diese ausgesprochen werden müssen, werden sehr gerne in Leitungspositionen gebracht. Und dazu dürften 12 Jahre Anpassung und Unterordnung in der Armee sehr hilfreich sein.“ :eek::eek:


Quelle:http://www.nachdenkseiten.de/?p=40451

https://www.randomhouse.de/Paperback/Die-Zahlentrickser/Gerd…


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