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BMW - 2018 - quo vadis?

BMW
ISIN: DE0005190003 | WKN: 519000
85,12
22:37:22
Lang & Schwarz
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Für die BMW-Aktienanalyse möchte ich jeweils fünf Gründe und Argumente zusammenstellen, welche für und gegen ein Investment in BMW sprechen (pro und contra) und bitte Mithilfe.

Pro-1: Buchwert versus Marktkapitalisierung
Für BMW ist die Marktkapitalisierung aktuell 49,68 Mrd. Euro
Quelle: https://www.wallstreet-online.de/aktien/bmw-aktie#t:1d||s:li…
Dies ist der Unternehmenswert an der Börse, also Aktienpreis * Aktienanzahl.

Der Buchwert müsste nach meinen Analysen bei etwa 43,36 Mrd. liegen.
Im Buchwert sind alle Vermögensgegenstände enthalten unter Berücksichtigung ihrer Abschreibungen.
Nun werden Abschreibungen jedoch eher konservativ durchgeführt. Dies führt dazu, dass eine voll funktionierende Produktionsanlage nach einigen Jahren bereits größtenteils abgeschrieben ist. Beim Verkauf würden die abgeschriebenen Vermögensgegenstände in der Regel mehr einbringen als ihr Buchwert.

Umlauf- und Anlagevermögen berechnen sich übrigens wie folgt:
UV 66,86 Mrd. + AV 119,34 Mrd. = 186,2 Mrd.
Schulden müsste man für den Substanzwert jedoch noch abziehen.
Quelle: http://www.boersennews.de/markt/aktien/bmw-de0005190003/8149…

Nicht einmal 15% liegt die Marktkapitalisierung über dem reinen Buchwert des Unternehmensvermögens trotz der Praxis der konservativen Abschreibungen. Dass BMW für längere Zeit unter den Buchwert fällt ist IMHO wohl eher unwahrscheinlich.
Rund 5 Mrd. Gewinn hat BMW bereits im ersten Halbjahr 2017 erzielt und ist profitabelster Autobauer der Welt.
Quelle: https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/wirtschaft…
Man bekommt faktisch diesen gewinnreichen operativen Geschäftsbetrieb bei BMW rechnerisch jedoch für 0 Euro bewertet, also fast geschenkt.
Tesla (derzeit noch völlig ohne Gewinn) wird ebenfalls mit rund 50 Mrd. bewertet und im ersten Halbjahr haben beide Unternehmen fast gleich viele Elektroautos verkauft (47000 vs. 42000).

"Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile" sagte bereits Aristoteles.

Würde man diese drei Komponenten bei BMW getrennt am Markt bewerten, so kommt man locker auf den dreifachen Marktpreis
Buchwert+stille Reserven mehr als 60 Mrd.
Operative Geschäftsbetrieb nach Ertragswertverfahren mehr als 50 Mrd.
Geschäft mit Elektromobilität gemäß Tesla ca. 40 Mrd.
zusammen über 150 Mrd., also Potenzial für eine Verdreifachung des Aktienpreises

Contra-1: Diesel
BMW verkaufte zuletzt besonders viele Diesel-Modelle - über 60%. Der Dieselmotor steht inzwischen jedoch sehr in der Kritik (Diesel-Krise, Stickoxid-Ausstoß). Ein Umsatzrückgang bei Dieselfahrzeugen steht zu befürchten.
Quellen:
http://www.manager-magazin.de/unternehmen/autoindustrie/bmw-…
https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-wirtschaft_artikel…


Gibt es zu den Gründen Ergänzungen oder Gegenmeinungen?

Schaffen wir jeweils weitere vier Gründe Pro und Contra, also für und gegen ein Investment in die BMW-Aktie?

Ziel wäre nicht nur die strategische Bewertung der Lage von BMW, sondern auch eine Abschätzung in welchem Bereich für das Jahr 2018 der Aktienkurs von BMW sich bewegen könnte.
Der Buchwert ist ja nur zu einem Bruchteil von 18 Mrd Sachanlagevermögen.
60 Mrd stille Reserven wird man da vergeblich suchen.
Politisch ist ja nunmal eine Anpassung der Produktpalette angeordnet, was je eher für eine vorzeitige Erneuerung des Maschinenparks spricht und bereits jetzt übersteigen die Investitionen die Abschreibungen.

Man könnte fast meinen, dass der Fahrzeugbau mit 18 Mrd Sachanlagen nur ein Nebengeschäft ist, die Finanzgeschäfte spielen mit fast 138 Mrd Segment-Bilanzsumme eine große Rolle. Ein Drittel davon sind vermietete (verleaste) Fahrzeuge, zwei Drittel kreditfinanzierte Autokäufe. Man ist hier auf Zahlungsfähigkeit der Kunden angewiesen, günstige Kapitalmarktbedingungen (Niedrigzinsphase) und auf Restwerte der vermieteten und verkauften Fahrzeuge. Wegen der Dieselproblematik könnte man da natürlich Probleme sehen, aber vor allem ist man damit doch sehr anfällig für Finanzkrisen oder einen Zinsanstieg, vergleichbar mit einer Bank.

Insgesamt sind aber die Autoaktien trotz allem derzeit billig zu haben.
Mit den Themen Dieselemissionen und Elektroantrieb wird eben derzeit allerlei Panik geschürt, vermutlich gibt es dann für das Segment Fahrzeugbau mit Innovationen und Umrüstungen etwas mehr zu tun und die Kosten können ja letztlich nur auf den Verbraucher abgeladen werden, sollte die Politik unvernünftige Vorgaben machen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 55.707.861 von honigbaer am 10.09.17 14:15:31Vielen Dank für die Antwort.
Den Buchwert 43,36 Mrd. von hatte ich aus dem Vorjahr abgeleitet.
Irgendwo müssen dann ja auch die Gewinne der letzten Monate hin.
Als stille Reserven hatte ich dann zusammen rund 17 Mrd. angenommen.
Die 60 Mrd. sind dann die Summe 43,36 + 17 =60,36
Ach so, 17 Mrd stille Reserven, nicht 60 Mrd ... ich hatte da wohl nur oberflächlich drüber gelesen.

Allerdings wäre natürlich auch noch anzumerken, dass ein als Buchwert + stille Reserven = Substanzwert abgeschätzter Substanzwert natürlich neben einem aus dem Ertrag ermittelten Ertragswert steht und natürlich nicht beide größen zu addieren sind. Man kann ja schließlich die Erträge nur dann weiter erwirtschaften, wenn man das Sachanlagevermögen behält und die stillen Reserven somit nicht realisiert.

Grundsätzlich ist so eine Betrachtung nicht uninteresssant, im DAX sind ja Heidelbergcement und Lufthansa noch nah am Buchwert.

Die Finanzwerte notieren allerdings mit sehr deutlichen Abschlägen zum Buchwert, was aber auch am großen Hebel liegt. Bei 10% Eigenkapitalquote bedeutet ein Ausfall von 5% der Forderungen bereits Verlust des halben Eigenkapitals / Buchwerts. Bei den Industrieunternehmen unterstellt man hingegen eine gesunde Finanzierung bereits dann, wenn das Eigenkapital das meist aus Sachanlagen bestehende langfristige Anlagevermögen deckt. Nur hat gerade die Autoindustrie eine Sonderrolle, weil die Absatzfinanzierung so wichtig geworden ist. (Siehe auch Sixt.)
Antwort auf Beitrag Nr.: 55.708.656 von honigbaer am 10.09.17 18:27:40Danke für die weiterführende Antwort.
Ja, ein Teil des Buchwertes sollte Vermögensgegenständen (Anlagevermögen) zugeordnet werden, welche für die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs notwendig sind.
Und ein anderer Teil steht neben dem operativen Geschäftsbetrieb und kann somit mit dem Ertragswert addiert werden. Sonst wäre VW von den Strafzahlungen für den Dieselbetrug viel härter getroffen worden. Das wurde primär aus dem Anlagevermögen bezahlt.

Zitate aus der Fundamentalanalyse:
"Für die während den nächsten 12 Monaten erwartete Dividende müssen bei BMW voraussichtlich 33,57% des Gewinns verwendet werden."
Wo fließen die 66,43% des Gewinns hin?
"Auf Basis des Wachstumspotentials und anderer Messwerte erscheint die Aktie stark unterbewertet."
Quelle: http://www.finanzen.net/fundamentalanalyse/BMW
Antwort auf Beitrag Nr.: 55.709.304 von Artikel14 am 10.09.17 21:31:07Pro-2:


Der BMW i Vision Dynamics, den das Publikum auf der IAA zu sehen bekommt. Angesiedelt zwischen i3 und i8, voll elektrisch, 600 Kilometer Reichweite. Auf jeden Fall soll er in Serie kommen. "So nachhaltig und so schön kann die Mobilität der BMW Group sein", findet Vorstandschef Krüger.

Contra-2:
Trump
http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/reaktionen-a…
http://www.nachrichten.at/nachrichten/wirtschaft/Nach-Streit…
Antwort auf Beitrag Nr.: 55.720.695 von Artikel14 am 12.09.17 10:15:26Pro-3:
Das Märchen vom E-Auto:
http://www.mmnews.de/wirtschaft/29128-das-maerchen-vom-e-aut…

Contra-3:
Risiken des Brexits
BMW ist für mich eine der aussichtsreichsten DAX-Werte für 2018. Ich bin mittlerweile sehr optimistisch, dass die deutsche Automobilindustrie die Zeichen der Zeit erkannt hat und die Transformation der Branche hin zum autonom fahrenden E-Auto (oder doch mit Brennstoffzellenantrieb?) nicht nur überleben wird, sondern auch mit gestalten kann. Der Finanzmarkt wird in den nächsten Jahren m.E. erkennen, dass es keinen Grund gibt, Tesla dauerhaft als High-Tech-Unternehmen zum zig-fachen des Umsatzes zu bewerten und im Gegensatz dazu die deutschen Premiumhersteller mit KGV=7, 5% Dividendenrendite und nahe des Buchwertes zu bepreisen. Die Annäherung der Bewertung wird m.E. von beiden Seiten erfolgen. Die Tesla-Aktie dürfte über kurz oder lang korrigieren und die Aktien von BMW, VW (und auch Daimler) dürften zulegen, sobald die Dieselkrise endgültig überwunden ist und konkurrenzfähige E-Autos verfügbar sind. Hier wurde ja schon erwähnt, dass BMW heute schon nahezu gleich viele E-Autos verkauft wie Tesla. Ich gehe davon aus, dass die Neubewertung tatsächlich in den nächsten 3 Jahren erfolgt.
Ich habe heute BMW in mein Value-wikifolio Stock Picking nach Peter Lynch https://www.wikifolio.com/de/de/w/wfstwvalue aufgenommen.
Die BMW-Stämme habe ich gewählt, da der Preisunterschied zu den Vorzugsaktien historisch klein ist. Während die Stämme über 30% unter ihrem All-Time-High notieren haben die Vorzüge nur ca 20% verloren seit 2015.
Antwort auf Beitrag Nr.: 55.731.699 von stw am 13.09.17 12:57:24
Tesla, BMW und der Rest
Spannend: BMW im ZDF Morgenmagazin

Pro-4:
Im ZDF-Morgenmagazin (live von der IAA in Frankfurt) wurde heute mehrfach berichtet,
dass BMW plant, im Jahr 2018 500.000 E-Autos zu verkaufen (2017 100.000).
Tesla hat ebenfalls 500.000 E-Autos für 2018 angekündigt, hatte aber hat bisher größere
Probleme ihre Planzahlen einzuhalten.
Es könnte sein, dass BMW Tesla bereits zeitnah bei den E-Autos nach Stückzahl überholt, was für die
Aktie bewertungsrelevante Schlagzeilen erzeugen könnte. Für die oben genannte Annäherung
der Bewertung könnte dies einen entscheidenden Implus ergeben.
Spannend bleibt welche zusätzlichen Modelle BMW 2018 plant, dies ist in der Öffentlichkeit noch nicht bekannt.
Rund 200 Modelle wurden von den Herstellern zusammen im Bereich E-Mobilität mittelfristig auf der IAA angekündigt (25 von BMW, 80 von VW, 50 von Daimler sowie andere).
Quelle:
http://www.manager-magazin.de/unternehmen/autoindustrie/inte…
Der Markt der Käufer von E-Mobilität könnte daher ingendwann enger werden.

Contra-4:
Unterschiedliche Interpretationen der Absatzzahlen im August
http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2017-09/41700987…
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/grossbrita…
http://www.kfz-betrieb.vogel.de/bmw-absatz-waechst-vor-allem…
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