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Die seltsamen Blüten einer totalen Crashpolitik der EZB (Seite 8)



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Antwort auf Beitrag Nr.: 57.021.900 von Inderhals am 14.02.18 11:55:33Fehler:
Um 11.200 € (80%) verringert sich die steuerliche Belastung(!!)
Soll heißen 11.200€ sind steuerlich voll absetzbar, was das Bruttoeinkommen um 11.200€ absenkt.
Das Schweizer Modell muss man sich dann aber auch genau anschauen, von der Höhe der Beiträge her, bei 32.000 Franken im Jahr 6% für die Rentenversicherung, würde sich wohl so mancher gefallen lassen. Nur bei uns ist es das Dreifache auch für geringere Einkommen. Wo soll also dann das Geld herkommen? Bestimmt nicht von Rentenbeiträgen auf Veräußerungsgewinne, denn diese sind ja in der Schweiz steuerfrei und werden gar nicht erhoben. Und von der Höchstrente von 3.525 für Ehepaare, also 1.762 Euro pro Person, wird man in der Schweiz kaum über die Runden kommen.

Die Zahlung freiwilliger Beiträge wird von fast 90% der Zahler nur mit dem Mindestbeitrag geleistet. Auf den ersten Blick ist das ja interessant, die Beiträge zu 80% absetzen und die späteren Zahlungen zu 100% versteuern, wenn man im Rentenalter von niedrigerer Progression ausgeht. Und die Rendite, ich meine für 1.000 Euro Beitrag gäbe es derzeit 53 Euro mehr Rente, ist besser als bei den privaten Versicherungen. Zumal mit steigenden Löhnen eine Erhöhung erfolgen kann. (Mit sinkenden allerdings theoretischa uch eine Senkung.)

Wenn man sich aber nicht 100%ig sicher ist, dass man die 18 Jahre Rentenbezugsdauer auch erlebt, um überhaupt die Beiträge unverzinst zurückzuerhalten, macht eine 12jährige private Rentenversicherung ggfs als Fondsrente weitaus mehr Sinn. Der Vorteil, dass die Rente dann nur mit dem Leibrentenfaktor zu versteuern ist UND Kapitalwahl möglich ist, wiegen den Nachteil nicht steuerlich abziehbarer Beiträge selbst bei Spitzenprogression auf.

Dazu kommt die Renditefrage. Wenn meine Kapitalanlagen 5-10% Rendite im Jahr abwerfen, schlägt das natürlich beide vorgenannte Modelle. Nun mag sich das in einer Niedrigzinsphase nicht jeder zutrauen. Aber gerade für Selbständige, die auf ihre Investitionen im Betrieb sicher höhere Renditen kalkulieren, oder diese sogar mangels Kapital nicht vornehmen können, machen solche Nullzinsanlagen gar keinen Sinn. Schließlich laufen die Betriebe im Durchschnitt zu 2/3 auf Fremdkapital, das teuer verzinst werden muss!
Antwort auf Beitrag Nr.: 57.022.524 von honigbaer am 14.02.18 13:07:52Das Schweizer Modell muss man sich dann aber auch genau anschauen, von der Höhe der Beiträge her, bei 32.000 Franken im Jahr 6% für die Rentenversicherung, würde sich wohl so mancher gefallen lassen. Nur bei uns ist es das Dreifache auch für geringere Einkommen. Wo soll also dann das Geld herkommen? Bestimmt nicht von Rentenbeiträgen auf Veräußerungsgewinne, denn diese sind ja in der Schweiz steuerfrei und werden gar nicht erhoben. Und von der Höchstrente von 3.525 für Ehepaare, also 1.762 Euro pro Person, wird man in der Schweiz kaum über die Runden kommen.

Über kurz oder Lang werden Wir ohnehin eine ähnlich gelagerte Rentendiskussion bekommen. Zuviel bezuschusste Renten die keinerlei Unterdeckung aufweisen, zu wenig potenzielle Beitragszahler. Zuviel Altersarmut, eine enorme Papierflut, die ein Heer von Beamten erzeugt.
Ja, richtig. Aber das wäre durchaus vermeidbar. So innovativ muss man da gar nicht denken.

Die bemängelte Vorsorgemüdigkeit ist auch der schwachen Rendite geschuldet, aber die Politik hat auch falsche Anreize gesetzt. Wenn man sowieso versorgt wird, wenn man vermögenslos ist, besteht nunmal kein Anreiz, (Vorsorge-)Vermögen aufzubauen. Oder wenn ein Barvermögen aufzubrauchen ist, ein Rentenanspruch mit dem Tod verfällt, ein wertvolles Wohnhaus aber verschont bleibt, steuerfrei an Hinterbliebene vererbt werden kann. Dann noch die ganzen Förderungen, wie Riester, wer viel hat, dem wird viel gegeben. Mitnahmeeffekte.
Antwort auf Beitrag Nr.: 57.024.099 von honigbaer am 14.02.18 15:44:54 Dann noch die ganzen Förderungen, wie Riester, wer viel hat, dem wird viel gegeben. Mitnahmeeffekte.
Riester und Rührup- diese beiden Produkte waren eine versteckte Subvention an die Versicherungswirtschaft. Die Diskussionen damals waren dieselbsen wie Heute. Ach hätte man diese Gelder doch bei der staatlichen Rentenversicherung (freiwillige Beiträge samt Subventon) einbezahlt.

Für mich war das ohnehin kein Thema.
Naja, dieses Staatsvertrauen verstehe ich nicht so richtig, zumal Dir doch angesichts der Schuldenproblematik klar sein muss, dass so ein System nur bedingt tragfähig ist.

Einerseits besteht ja gerade in den ausufernden Pensions- und Rentenzusagen ein weiterer Schuldenberg. Und ohne Kapitaldeckung, wie das etwas Norwegen mit dem Staatsfonds ansatzweise hat, oder 2. und 3. Säule in der Schweiz, ist das doch rein aus Ausbeutung der jüngeren Generation ausgerichtet, so toll einem jetzt auch als Versichertem die neuen Zusagen der Politiker gefallen mögen. Die Nachhaltigkeit bei möglicherweise sinkenden Löhnen, sinkender Beschäftigung und vor allem veränderter Lebenserwartung, ist doch definitiv nicht gegeben. (Argentinien beispielsweise musste ja die Rentner mit inflationsbedingt sinkenden Realrenten enteignen, in Griechenland stand man auch kurz vor dem Euro-Austritt, weil die Renten in harter Währung nicht zu leisten sind.)

Die Debatte freiwillige fondsgebundene Rentenversicherung / Riester oder Rürup / frewillige Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung steht noch auf einem anderen Blatt.

Man muss auch sehen, dass das Rentenversicherungssystem in einer Krise sehr maßgeblich für die Versorgung der Bevölkerung ist. Ob nun eine teure Rettung des ganzen Systems zu bezahlen ist, oder in guten Zeiten durch geänderte Spielregeln Umverteilung und Enteignung stattfindet, so hat der Staat dort immer Einfluss, woraus auch Kosten entstehen können. Aus Sicht eines krisensicher aufgestellten Staats, der auch in Zeiten wegbrechender Steuereinnahmen ggfs antizyklisch ins Wirtschaftsleben eingreifen will, ist natürlich auch ein Versorgungssystem wünschenswert, das auf mehreren Säulen steht. Und dass man dann mehr Versicherte mit möglicherweise stärker schwankenden Einkünften im staatlichen System hat, ist deshalb vielleicht gar nicht unbedingt wünschenswert.

Ist kein Plädoyer für die Versicherungswirtschaft, man könnte ja auch von staatlicher Seite etwas kapitalgedecktes oder vererbbares anbieten. Riester hätte das bei sinnvoller Ausgestaltung durchaus sein können, nur ginge das alles viel einfacher und billiger, indem man eine an den DAX gekoppelte Rente einführt, bei der die Versicherten Kapitalmarktrisiken eingehen, das Langlebigkeitsrisko versichert wird, aber auch für früh versterbende eine gewisse Entschädigung vorgesehen ist. (Vielleicht doch eine Marktlücke für die Versicherungswirtschaft ??)
Antwort auf Beitrag Nr.: 57.033.201 von honigbaer am 15.02.18 14:04:52Der "ist-Zustand" ist die Gegenwart. Eine absolute Sicherheit gibt es nicht im Leben.
Will sagen: Die staatliche Altersvorsorge hat oberste Priorität. Ein Land/Staat kann nur dauerhaft erfolgreich sein, wenn seine Bürger hinter Ihm stehen.

Hier wird in diversen Threads gemotzt was das Zeug hält. Dennoch- ein Grundkonsens muß ganz einfach sein. Wer hier lebt, seine Steuern bezahlt, sollte diesen Staat auf in dieser Frage stützen und unterstützen. Immerhin gäbe es ja die Möglichkeit, (die ich selbst auch nutze) alternative Altersvorsoge zu betreiben. Möglichkeiten existieren genug.
Ja, man fragt sich nur, wieso die Bürger sich das in der Form gefallen lassen. Das ist ja jetzt keine Ansichtssache oder sowas. Der Staat macht den Bürgern Versprechen, die er nicht halten können wird. Und in der Vergangenheit war die staatliche Rentenversicherung doch eine grottenschlechte Geldanlage, das ist doch kein Geheimnis.

Dehalb will ja niemand freiwillig einbezahlen, das Geld wird sofort an die Bedürftigen von heute umverteilt, weil man keine Reform macht und mit steigendem Lebensalter die Ansprüche gesteigen sind. Eine reine Veräppelung für die nächste Generation, der ganz nebenbei noch die rentenwirksame Anrechnung von Ausbildungszeiten abgeschafft wurde.

Der Wert eines Rentenpunkts 1990 war 39,58 DM, heute sind es 31,03 Euro. Dass damals höchstens 20% der Rente zu versteuern waren, heute 74% mit steigender Tendenz Richtung 100%, lass ich mal beiseite, und tue so, als hätte sich tatsächlich in 27 Jahren eine Erhöhung um etwa 50% ergeben, dann errechnet sich eine Rendite von 1,5% jährlich.

De DAX stand 1990 bei 1.400 Punkten, heute bei 12.300. das macht Faktor 8,8 und eine Rendite von über 8% jährlich. Selbst die übelste private Rentenversicherung von 1990 hatte noch 3,5% Garantiezins, zeitweise waren 4% Garantiezins die Untergrenze. Anleihen rentierten Anfang der 90er nach der Wiedervereinigung auch mit 6% oder mehr.

Also wer in die staatliche Rentenkasse einzahlte, hat da sehr schlecht abgeschnitten und hätte mit privater Vorsorge die doppelte oder dreifache Rente erwirtschaftete. Daher kommt ja unsere Altersarmut, von den 10 oder 20 Mio, die sowieso keine ansprüche erworben haben, redet ja gar niemand, sondern der Durchschnittsverdiener merkt jetzt, dass nach 40 Jahren mit 20% Beitrag gerade mal das Existenzminimum an Rente zusammenkommt.

Dass man mit einem Haus oder Kapitalvermögen oder privaten Versicherungen besser dasteht, ist ja klar. Nur unsere Politiker haben ja genau diesen Wahnsinn angeordnet und wollen es jetzt auch den Selbständigen aufzwingen. Wer 18,6% vom Brutto in die staatliche Rentenkasse einzahlen muss, hat doch meist kaum noch etwas übrig für private Vorsorge. Das Handelsblatt hatte glaub neulich den Ländervergleich, nirgendwo verlassen sich alle so sehr auf die staatliche Rentenkasse, wie in Deutschland, drei Viertel (nach meiner Erinnerung) der Vorsorge läuft über sie.

Außer mit Sicherheit schlechtem Ertrag, war da nichts zu gewinnen. Und die Kehrseite ist ja, dass die ganzen Aktien im DAX dann an Ausländer verkauft werden, der deutsche Michel denkt ja, das sei alles riskant und will lieber seine Staatsrente. Dass der Staat aber nur umverteilt, von einer Generation zur nächsten, und da logischerweise kein Ertrag erwirtschaftet werden kann, darüber muss man sich nicht wundern.

Mit Staatsraison hat das nichts zu tun, wenn der Staat solche Dummheit verordnet, ist es Bürgerpflicht, dagegen aufzustehen!
Hab den Bericht vom Handelsblatt gefunden, das war vom 05. Februar.
Anteil der staatlichen Rente an der Gesamtbruttorente:
Niederlande 30%
Großbritannien 42%
USA 52%
Schweiz 58%
Deutschland 75%

Ein OECD Vergleich ist noch dabei, wieviel % ist Rente des Durchschnittsverdieners vom letzten Nettolohn. Da ist Deutschland hinteres Mittelfeld. Deutschland 51% Frankreich 82% Dänemark 80% Österreich 92%

Aber bei nur halbem Durchschnittsverdienst ist die Rente in Deutschland 55% von Nettolohn, sonst ist es fast in allen Ländern außer Polen und Mexiko mehr, über 60%, oft sogar um die 90% vom Nettolohn.

Wegen mir muss es keine Mindestrente geben, so kommen ja die besseren Werte für die Geringverdiener. Die Minijobber kann so eine Statistik gar nicht fassen. Nur der Rat, alles auf die renditeschwache Staatsrente zu setzen, ist bestimmt verkehrt. Ohne Systemreform hilft man damit den Bürgern nicht.
Antwort auf Beitrag Nr.: 57.036.192 von honigbaer am 15.02.18 18:32:49Dass man mit einem Haus oder Kapitalvermögen oder privaten Versicherungen besser dasteht, ist ja klar. Nur unsere Politiker haben ja genau diesen Wahnsinn angeordnet und wollen es jetzt auch den Selbständigen aufzwingen.

"Selbständige und Freiberufler" hatten ein ganzes Leben um ein Haus zu erstehen. Nur,- ist es selbstgenutzt, zahlt man nur keine Miete. Die Nebenkosten dafür aber höher, als bei einer Mietwohnung. private Versicherungen jedoch rentieren derzeit kaum. Da schlägt die staatliche Rente besser zu Buche. Die freiwilligen Aufzahler haben sich im letzten Jahr verdoppelt.

Erstaunlich zu lesen, daß das nicht etwa Pflichversicherte sind, Die die letzten Jahre aufzahlen, sondern "Bessergestellte" darunter auch Beamte. Ich muß mal sehen, ob ich den Artikel noch finde.

Derzeit läuft da was nicht so richig in der Bahn, wenn es tatsächlich nur etwas mehr als 7.000 Personen sind.


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