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Katalonien



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Meine Frage bezieht sich auf die Gründe
der Abspaltungsbemühungen von Katalonien.
Ein deutscher Europapolitiker
hatte im Radio als Grund angegeben,
dass Katalanien mit dem Rest Spaniens nicht
mehr seinen Reichtum teilen möchte.:laugh::laugh::laugh:

Ich bezweifel das mal sehr stark,
und möchte Euch nach den wirklichen Gründen
der Abspaltungsbemühungen fragen,
zumal das Thema für die Börse in dieser Woche
sehr aktuell sein wird und darüber hinaus
eventuell weitere Auswirkungen
auf Wirtschaft, Wechselkurs und Börse haben wird.

Wer von Euch kennt sich also aus in der Region
und kann die wirklichen Gründe der Abspaltungsbemühungen
benennen?

Gruß
"dass Katalanien mit dem Rest Spaniens nicht mehr seinen Reichtum teilen möchte"

Die sind ja genauso schlimm wie unsere nicht linksschwarzgrünversifften Populisten.
Die möchten den deutschen Reichtum auch nicht mit dem Rest der Welt teilen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 55.906.406 von Borealis am 08.10.17 17:17:59Hallo Borealis,

danke für Deinen, vermutlich ironischen??? Beitrag.

Jedenfalls habe auch ich zufällig heute Morgen abermals
im Radio (DLF) zum Thema Katalonien mitbekommen,
dass sich große Teile der katalanischen Bevölkerung
nicht mehr von ihrer Regierung vertreten fühlen.
Sollte diese Einschätzung richtig sein,
wäre das für mich ein nachvollziehbarerer Grund
als jemanden mal schnell als "Unsozial" hinzustellen,.
der jetzt einfach nichts mehr teilen will...:laugh::laugh::laugh:

Zurück zur Börse:
Wenn Katalonien mit der Unabhängigkeit durchkommt,
könnte das für Wirtschaft und Börse kurzfristig
ungemütlich werden, da dieses Beispiel Schule machen könnte
und sich weitere Regionen angesprochen fühlen könnten,
dem Vorbild zu folgen.

Gruß
Antwort auf Beitrag Nr.: 55.906.406 von Borealis am 08.10.17 17:17:59
Zitat von Borealis: "dass Katalanien mit dem Rest Spaniens nicht mehr seinen Reichtum teilen möchte"

Die sind ja genauso schlimm wie unsere nicht linksschwarzgrünversifften Populisten.
Die möchten den deutschen Reichtum auch nicht mit dem Rest der Welt teilen.


Sollte das Schule machen?

München will nicht mit der Landbevölkerung teilen, Hamburg nicht, Stuttgart sowieso nicht.... Berchtesgaden lebt gut mit den Touristen, ergo Abspaltung...


Und so weiter.... Sollte man das wirklich anstreben? Nicht ernsthaft oder?
Antwort auf Beitrag Nr.: 55.906.406 von Borealis am 08.10.17 17:17:59
Zitat von Borealis: "dass Katalanien mit dem Rest Spaniens nicht mehr seinen Reichtum teilen möchte"

Die sind ja genauso schlimm wie unsere nicht linksschwarzgrünversifften Populisten.
Die möchten den deutschen Reichtum auch nicht mit dem Rest der Welt teilen.


Zum Teilen ist ja dann künftig vielleicht auch nicht mehr viel da. Wenn die Regionalregierung morgen die Abspaltung/Unabhängigkeit erklärt, meldet sich im Gegenzug ganz sicher das Recht der freizügigen Standortwahl ortsansässiger Unternehmen (Firmen/Banken), die dann ihrerseits wegen des bevorstehenden Flurschadens das Weite suchen werden. Die Dämlichkeit von krakeelenden Populisten ist eben unbegrenzt!

Es wird sich also quasi der vermeintliche Urgrund der Abspaltung, der des wirtschaftlichen Wohlergehens in Eigenstaatlichkeit und das nicht mehr Teilen wollen, selbst abspalten. Aber dann können sich die idiotischen Populisten ja noch mal melden und für die Sozialisierung und das Zwangskollektiv im Kommunismus plädieren.

Unabhängigkeit ist doch was Wunderschönes, wenn man in seiner sturen Blödheit nur noch den Rest einer stolzen Fahne hat und ansonsten aber nie kapiert hat, wie unabhängig Abhängigkeit doch machen kann!
meldet sich im Gegenzug ganz sicher das Recht der freizügigen Standortwahl ortsansässiger Unternehmen (Firmen/Banken), die dann ihrerseits wegen des bevorstehenden Flurschadens das Weite suchen werden.


Was ja auch jetzt schon geschieht....
Gestern ein wie ich finde interessanter Presseclub zum Thema:



Die Gedanken bzw. das Fazit nicht nur Katalonien betreffend ist, dass man regionale Identität nicht einfach übergehen darf, autonomer Staat ist das Eine, regionale Autonomie das andere und das muss kein Widerspruch sein...
Antwort auf Beitrag Nr.: 55.905.061 von Solideinvestierenkomplex4you am 08.10.17 12:06:08
Zitat von Solideinvestierenkomplex4you: Meine Frage bezieht sich auf die Gründe
der Abspaltungsbemühungen von Katalonien.


Ich habe das Thema mal aufgenommen:


Viele werden die Forderung der Katalanen als anachronistisch und provinziell bezeichnen. Sie ist aber nur die logische Folge der spanischen Politik der Kränkungen, der Ausbeutung und der Schikanen der letzten 300 Jahre.

Katalonien war vom 10. bis zum 18. Jahrhundert ein unabhängiger Staat. Vom 12. bis zum 16. Jahrhundert war es mit dem Königreich Aragon und bis zum 18. Jahrhundert mit Spanien konfederiert. Im Zusammenhang des spanischen Nachfolgekrieges eroberten 1714 die vereinten Armeen der bourbonischen Könige Spaniens und Frankreichs Katalonien mit Waffengewalt, lösten alle seine politischen, kulturellen und juristischen Institutionen auf und verboten den öffentlichen Gebrauch der katalanischen Sprache. Seitdem gehört Katalonien zu Spanien, das es oft mit Waffengewalt unterdrückt und wie eine Kolonie behandelt hat.

Die katalanische Sprache, das wichtigste Merkmal der katalanischen Nation, wurde auch in den Zeiten bekämpft, in denen sie mit Ausnahme der Justiz und der Verwaltung erlaubt war. Sie wurde als Dialekt des Spanischen, als Bauernsprache und als ungeeignet für Kultur und Wissenschaft diskreditiert.

Im heutigen Spanien wird katalanisch außerhalb Kataloniens nur an drei Universitäten gelehrt, in Deutschland an mehr als einem Dutzend. Die spanischen Beamten, die in Katalonien eingesetzt werden, zum Beispiel Richter, sind nicht verpflichtet, Katalanisch zu verstehen. Unvorstellbar, dass schweizer Richter in Genf oder in Lugano eingesetzt werden, ohne Französisch und Italienisch wenigstens zu verstehen

Entgegen manchen Behauptungen sind die Rechte der spanischen autonomen Regionen weit entfernt von denen der deutschen Bundesländer. Die Katalanen haben schon mehrfach versucht, einen Status zu erreichen, der ihnen den würdevollen Verbleib im spanischen Staat ermöglichen würde. Ein neues Autonomiestatut wurde 2005 erarbeitet und mit 90 Prozent der Stimmen des katalanischen Landtags verabschiedet.



Quelle:http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-09/leserartikel-kata…

In Bezug:


Im Streit um die Unabhängigkeitsbestrebungen Kataloniens zeigte sich letzte Woche, wie Finanzindustrie und Politik zusammenarbeiten, um ihre Macht aufrechtzuerhalten und die eigenen Interessen auch unter Missachtung geltender Gesetze durchzusetzen.

Am vergangenen Donnerstag verkündete die EU-Kommission, dass ein unabhängiges Katalonien kein Mitglied der EU bleiben könne und sein Finanzsystem demzufolge von der Finanzierung durch die EZB abgeschnitten werde. Bei verschiedenen spanischen Banken und Großunternehmen, die ihren Hauptsitz in Katalonien haben, kam es umgehend zu Krisensitzungen. Sie sind zum Überleben auf EZB-Nullzinskredite angewiesen, diverse Konzerne brauchen die EZB als einen wichtigen Aufkäufer ihrer Unternehmensanleihen.

Die Chefs der Banken und Großunternehmen wandten sich daraufhin in größter Sorge an Premier Rajoy und baten um Hilfe. Rajoy zeigte sich einmal mehr als treuer Gefolgsmann der Finanzelite und handelte umgehend: Bereits am Freitag verabschiedete seine Regierung ein Gesetz, das es spanischen Unternehmen erlaubt, ihren offiziellen Firmensitz innerhalb von 24 Stunden in andere Landesteile zu verlegen. Außerdem entbindet es sie der gesetzlich verankerten Pflicht, vor einer derartigen Entscheidung das Einverständnis ihrer Aktieninhaber einzuholen.



Normalerweise dauern Gesetzgebungsverfahren auch in Spanien Jahre, doch die Öffentlichkeit hat sich dort wie anderswo an die Erklärung der Politik gewöhnt: Wenn es um „die Finanzmärkte“ und um „systemrelevante Institutionen“ geht, wird ganz einfach der Notstand erklärt und geltendes Recht außer Kraft gesetzt.



Quelle:http://www.mmnews.de/wirtschaft/31671-bankrun-in-katalonien-…

Sehe keine Lösung im Konflikt, die EU sollte hier schnell einen Kompromiss finden. Auch muss unsere Bundesregierung mal Stellung beziehen und nicht so tun als handele es sich um einen innenpolitischen Konflikt.

Das könnte ganz schön übel ausgehen wenn unsere Polit Eliten das einfach so weiterlaufen lassen.

IMHO


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