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Societa Sportiva Lazio (Seite 365)


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Fundamentalanalysen bei Fussballaktien
Wie bereits mehrfach geschrieben, halte ich wenig von FA’s als alleinige Bewertungsmethodik bei Fussballaktien, da diese die Realität, d.h. die Aktienkurs, nicht hinreichend gut genug beschreiben können, bzw. zu oft an der Realität scheitern.

Für mich bedeutender sind a) die sportliche Perspektive und b) die Unterhaltung & mediale Reichweite.

Beispiele:
Für a):
Beim BVB hat sich im Sommer 2018 die sportliche Perspektive massiv verbessert: Kehl als neuer Sportdirektor, Favre als neuer Trainer, Witsel und Delaney für das Mittelfeld, Diallo und Hakimi für die Abwehr, Entwicklungssprünge von Talenten wie Sancho und Bruun Larsen... In der Konsequenz daraus hat sich der Akienkurs mehr als verdoppelt.

Fundamental kann man klar die Marktwerte, Gehälter oder Trikotverkäufe bewerten. Für die sportliche Perspektive macht es jedoch einen großen Unterschied, ob man Charaktäre & Leader wie Witsel und Reus im Team hat, oder eben einen Icardi oder van der Vaart, was in der FA zu wenig bzw gar keine Berücksichtigung findet. Genauso kommt Pogba offensichtlich bei ManU unter Solskjær ganz anders zur Entfaltung als noch unter Mourinho, was ManU wieder in die sportliche Erfolgsspur geführt hat. Teamchemie und -Dynamiken werden in den Bilanzdaten natürlich nicht berücksichtigt.

Bei Lazio hat sich im Februar 2019 die sportliche Perspektive verschlechtert durch die vielen Verletzten und in Konsequenz ging der Kurs von über 1,40 auf 1,18 zurück.

Ebenso gab es einen Kursrückgang bei der BVB-Aktie durch die vielen Verletzten und die reduzierte sportliche Perspektive durch die nur mäßigen Leistungen gegen Nürnberg oder Augsburg.

Wie bereits hier im Forum geschrieben, würde meiner Meinung nach bei Lazio eine Investition in ein professionelleres Trainerteam, gerade in den Bereichen Athletik und Taktik die sportliche Perspektive verbessern und wäre für mich definitiv ein Kaufgrund / -signal.

Für b)
ManU, Juve oder der BVB genießen weltweite Aufmerksamkeit und bieten großartige Unterhaltung – wenn beispielsweise die Amis am Wochenende zum Brunchen gehen, laufen in den Restaurants im Hintergrund live die Spiele dieser Mannschaften, was sich natürlich auch in den Marktkapitalisierungen wiederspiegelt.

ManU hat alleine bei Instagram 27,4 Millionen Follower, Pogba sogar 33.9 Millionen. Angesichts von lediglich 0,37 M Lazio-Followern und 0,33 M bei Milinkovic Savic. Angesichts dieser medialen Reichweiten für Sponsoren verwundern die jeweiligen Kursverläufe an der Börse mich wenig.

Beispiel für a) und b):
Ajax hat sich eine großartige sportliche Perspektive erarbeitet durch den jungen Kader mit vielen europaweit begehrten Spielern. Der Kurs hat sich dementsprechend über die letzten beiden Jahre fast verdoppelt.
Auf der anderen Seite interessiert sich weltweit fast niemand für die Holländische Eredivisie. So wird das Topspiel Ajax gegen PSV am kommenden Wochenende in gerade einmal 11 Länder live übertragen. Das Spiel Juventus gegen Empoli wird dagegen in 157 Ländern live zu sehen sein.
Ajax hat bei Instagram 1,3 Millionen Follower, Kapitän de Ligt 0,74 M. Dagegen hat Juventus 24 M und CR7 sogar 159 Millionen Follower. In der Realität bedeutet das eine Marktkapitalisierung von 300M für Ajax und ~1500M für Juve (trotz der Schuldensituation), was für mich wenig überraschend erscheint.

PS: @metallbulle: Vielen Dank für Deine Beiträge! Mich wundert's, dass Du nicht auch bereits von HG in anderen Foren präventiv gesperrt wurdest :laugh:
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Antwort auf Beitrag Nr.: 60.187.340 von Freggae am 25.03.19 11:01:43
Fundamentalanalyse
Zitat von Freggae: Wie bereits mehrfach geschrieben, halte ich wenig von FA’s als alleinige Bewertungsmethodik bei Fussballaktien, da diese die Realität, d.h. die Aktienkurs, nicht hinreichend gut genug beschreiben können, bzw. zu oft an der Realität scheitern.


Werde mal konkret, wo genau ist eine Fundamentalanalyse denn jemals gescheitert?

Langfristig ist es bei jedem Fussballverein immer das gleiche stoische Prinzip, die wirtschaftlich stärksten Vereine setzen sich durch, alles andere ist nur kurzfristig, also Glück oder Pech.

Kurzfristig könnte BVB in dieser Saison Meister werden, langfristig ist Bayern mehrheitlich vorn, sehr simpel.

Was bedeutet das für Fussballaktien?

Kurzfristig kann man immer wieder mal Glück oder Pech haben, wenn SMS im letzten Spiel der Vorsaison nur das Lattenkreuz trifft und man eben nicht 3:1 führt, dann ist das auch einfach Pech, denn 4 Tore hätte Inter kaum geschossen. Was eine CL Qualifikation für den Aktienkurs bedeutet hätte haben können, muss man gar nicht spekulieren. Im Hoch performte die Lazio Aktie 350% besser als BVB, im Dreijahreschart immer noch über 100% besser, obwohl man derzeit noch nicht mal auf einem EL Platz steht. Kursverläufe in kürzeren Zeitfenstern sind einerseits der kurzfristigen sportl. Entwicklung geschuldet, andererseits dem Faktor Gewinnmitnahmen, also nach der Verfünfachung des Lazio Kurses.

Follower, mediale Aufmerksamkeit und dieser ganz Kram hat sicherlich eine gewisse Bedeutung, es konnte aber nie nicht ansatzweise die Verfünffachung des Lazio Aktienkurses erklären, ganz im Gegenteil. Der Lazio Kurs steht nur allein aus fundamentalen Gründen jetzt nicht mehr bei 0,50 wie vor zwei Jahren. Selbst wenn Lazio total enttäuschend nur Achter werden würde, der Aktienkurs würde kaum bis 0,50 fallen, nur allein aus fundamentalen Gründen.

BVB Aktie stand unter Peter Bosz im Hoch bei 8,30. Daß Witsel, Favre usw. kamen, bzw. Sancho den totalen Durchbruch schaffte, ist total super. Der BVB Aktienkurs verfünffachte sich deswegen aber eben nicht, auch nicht weil man zwischenzeitlich sogar mal 9 Punkte Vorsprung auf Bayern hatte, eine Traumauslosung im Pokal und eine ziemlich gute in der CL. Gar nicht. Lazio verfünffachte sich aber, weil man mal zwischenzeitlich auf Platz 4 stand?? Das war ja nur eine Hoffnung, kein nachhaltiger Fakt, oder etwa nicht? Keine einzige Fussballaktie verfünffacht sich deswegen, es hat jedes Mal andere, viel gewichtigere Gründe, nämliche fundamentale. BVB kann sich bei Platz 1 und 9 Pkt Vorsprung eben nicht verfünffachen, weil man sich irgendwas dadurch erhofft, es hat einzig und allein fundamentale Gründe.

Dieses Phänomen gilt langfristig für alle Fussballaktien, völlig ohne Ausnahme.

BVB knallte nur aus fundamentalen Gründen nach der Meisterschaft unter Sammer runter, nur aus fundamentalen Gründen war man fast insolvent, weil man nur Dritter wurde. Denn sportlich war das unterm Strich nicht schlecht, der Kader mit Rosicky war einer der besten der BVB Geschichte, daß sie sportl. dann mal schwächeln, passiert ständig und überall. BVB war unter Klopp bei nur Platz 7 natürlich nicht fast insolvent, es war trotzdem ein super Kader und die beste Nachricht war, daß man es sich aus fundamentalen Gründen leisten konnte, keinen einzigen Topspieler abzugeben. Noch heute ist Reus der zentrale Spieler schlechthin.

Ist ja toll für As Rom gewesen, daß sie jetzt im CL Achtelfinale die ultimative Traumauslosung Porto hatten. Das war Anlass für die schönsten Hoffnungen. Die Hoffnungen bei Lazio führten zu einer Verfünffachung, bei As Rom führte es zu rein gar nichts. Hätte As Rom das CL Viertelfinale erreicht, hätten 200 Länder zuschauen können, trotzdem sieht es bei As Rom weiterhin fundamental richtig daneben aus, die wurschteln am Rande der Insolvenz.

Im Dreijahreschart sieht man bei As Rom den schönen Hüpfer, weil sie letztes Jahr mit dem CL Halbfinale rein faktisch den sportl. und wirtschaftlich wichtigsten Go geschafft hatten. Also nicht Hoffnung, sondern Fakt. Bei Lazio sieht man einen ungleich größeren Hüpfer nur aufgrund einer Hoffnung, aber auch weiterhin klar höhere Kurse, obwohl man eindeutig enttäuscht hatte:





Einfaches Einfügen von wallstreet:online Charts: So funktionierts.
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Antwort auf Beitrag Nr.: 60.187.340 von Freggae am 25.03.19 11:01:43
Fundamentalanalyse bei anderen Fussballaktien
Zitat von Freggae: Beispiel für a) und b):
Ajax hat sich eine großartige sportliche Perspektive erarbeitet durch den jungen Kader mit vielen europaweit begehrten Spielern. Der Kurs hat sich dementsprechend über die letzten beiden Jahre fast verdoppelt.
Auf der anderen Seite interessiert sich weltweit fast niemand für die Holländische Eredivisie. So wird das Topspiel Ajax gegen PSV am kommenden Wochenende in gerade einmal 11 Länder live übertragen. Das Spiel Juventus gegen Empoli wird dagegen in 157 Ländern live zu sehen sein.
Ajax hat bei Instagram 1,3 Millionen Follower, Kapitän de Ligt 0,74 M. Dagegen hat Juventus 24 M und CR7 sogar 159 Millionen Follower. In der Realität bedeutet das eine Marktkapitalisierung von 300M für Ajax und ~1500M für Juve (trotz der Schuldensituation), was für mich wenig überraschend erscheint.


Bei Ajax ist aber, genau wie bei allen anderen Fussballaktien, die alles entscheidende Frage einzig und allein, warum sie sich überhaupt diese großartige sportl. Perspektive aufbauen konnten. Nur daß allein entscheidet, wie es da langfristig weitergehen könnte.

Wenn beim BVB damals der begehrteste dt. Jugendspieler überhaupt, nämlich Mario Götze beim BVB und nicht bei Bayern spielte, dann hatte es nicht fundamentale Gründe, sondern war der reine Zufall. Sein Vater zog aus beruflichen Gründen nach Dortmund um, Götze war 9 Jahre alt. Solche glücklichen Zufälle gibt es immer wieder, überall. Sie sind langfristig aber nie im Leben irgendein Grund für eine langfristig gute Kursentwicklung.

Schalke hatte den späteren Welttorhüter und Weltmeister Manuel Neuer in den eigenen Reihen, auch Goretzka, Draxler und L. Dane waren super Spieler. Die Auswirkungen sind aber relativ bescheiden geblieben, weil die Schuldenlast bei Schalke sehr gewaltig ist, sehr im Gegensatz zum BVB.

BVB Aktie ging nicht hoch, weil sie immer wieder mal einen Ausnahmekicker in den eigenen Reihen hatten, sondern weil sie fundamental krass unterbewertet war und die wirtschaftlich sehr sehr gute Situation dazu führen musste, daß sich der BVB "oben", also mindestens Top 4 der Bundesliga etablieren musste, ganz im Gegensatz zu Schalke.

Ajax Aktie ging nicht hoch und erreichte ein neues Alltimehigh, weil sie jetzt gerade zufällig mal ein paar sehr gute Spieler im Kader haben, Zufälle passieren immer wieder mal, sie entscheiden langfristig nichts. Montpellier wurde 2012 franz. Meister, netter Zufall, ohne weitere Konsequenzen.

Ajax wurde seit 2014 nicht mehr Meister, sie erreichten noch nicht mal ein Pokalfinale. Letzte Saison spielten sie noch nicht mal Gruppenphase in der EL. Nie im Leben steigt die Aktie dann direkt auf ein Alltimehigh und hält sich da oben, weil es in dieser Saison besser läuft. Das ist Quatsch mit Soße.

Ajax gehört laut UEFA Studie zu den 9 renditestärksten Vereinen der letzten 10 Jahre in Europa. Daß irgendwelche Jugendspieler erfolgreich werden konnten, ist kein Zufall in dieser Saison, sondern konnte man über viele Jahre so beobachten. Die Ajax Jugendakademie ist eine der besten in der Welt, der Aufbau hat enorm viel Geld gekostet und wurde nur aufgrund des CL Sieges in der Form gewuppt. Auch bei den Transfereinkäufen, die aufgrund der eigenen Schwäche, die durch die Mickey Mouse Liga Eredivisie bedingt ist (letzte Saison hatte man lächerliche 92 Mio Gesamtumsatz), ist man vollkommen abhängig davon, keine etablierten Stars zu kaufen, sondern hoffnungsvolle Jungtalente. Das gelang jahrelang immer wieder höchst eindrucksvoll. Was jetzt gerade passiert, ist also weniger Zufall.

Wenn sich dann aber insbesondere die durchschnittlichen Transferpreise weltweit für Jungspieler in kürzester Zeit glatt verzehnfachen, während die etablierten Spielerpreise sich längst nicht so gut entwickeln konnten, dann muss das für die Ajax Aktie zusammen mit den anderen Effekten klarere Auswirkungen haben als jemals zuvor.

Und wie immer bei allen Fussballaktien, man schaut sich die fundamental faire Bewertung an, setzt einen jeweiligen Bewertungsabschlag an und dann sieht man das langfristige Potential. Der Kaderwert von Ajax konnte in dieser Saison um 210 Mio zulegen, die Börsenkapitalisierung aber nur unter 100 Mio. Der Aktienkurs ist zwar sehr gut gelaufen, es sieht aber keineswegs aus wie eine Blase, weil die Börsenkapitalisierung klar unter dem Liquidationswert notiert (unter Berücksichtigung der Schulden und des Stadionbesitzes bei 13%) und der Nettogewinn im laufenden Geschäftsjahr alle Rekorde sprengen dürfte.

Zudem hat die Ajax Aktie für mich den einen sehr entscheidenden Vorteil ggü allen anderen Aktien:

BVB knallt hoch und runter, sehr große Volatilität. Lazio ebenso. Juve auch. Bei Ajax hingegen hat man einen ziemlich seriösen, eher gleichförmigeren Verlauf. Da gab es mit 2:6 die höchste Niederlage seit 1964 und mit dem Aktienkurs passierte wenig bis nichts. Was passierte beim BVB, als diese ein dusseliges Bundesligaspiel gg Hoffenheim 3:3 spielten? Der Ajax Marketmaker hat die Sache sehr gut im Griff. Während man bei Lazio immer wieder mal vermutet, die Aktie würde leerverkauft, was ja auch rein faktisch passiert ist und zu völlig irrationalen Kursverläufen führte, hat man hier einen sehr unaufgeregten Handel. Man kann kleinere Positionen an dt. Handelsplätzen sogar unter dem holländischem Realtime Kurs kaufen, wochen- und monatelang, auch jetzt gerade.

Der andere Punkt, den Du da ansprichst: "Auf der anderen Seite interessiert sich weltweit fast niemand für die Holländische Eredivisie."

Ich habe mir bis jetzt kein einziges Spiel der Liga LIVE angeschaut. Ich hatte das Pokalhalbfinale gesehen, das wars. In der Champions League habe ich mir Hin- und Rückspiel von Borussia Dortmund angeschaut. Auch mein eigenes Interesse ist deutlich woanders. Aber das hat mit dem Aktienkurs wenig bis nichts zu tun.
Malaga hat 2013 nur knapp gegen BB in der Cl verloren...und spielt jetzt 2.Liga in Spanien..dafür sind solche Riesen wie Getafe und Alaves auf Platz 4/5.

In der Türkei ist der Staatsverein Basakeshire Top..

Dinge ändern sich...und niemand kann sicher sein..wer bei Lazio in einigen Jahren die Geschicke bestimmt oder welche KommerzClubs in Italien noch auftauchen...

Historie plus eine große Fanbasis wie beim BVB ist durch nichts zu kompensieren..

Und auf 12 Monate liegt die BVB Aktie inzwischen weit vor Lazio....trotz CL+Pokal aus...
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Antwort auf Beitrag Nr.: 60.188.765 von Freibauer am 25.03.19 14:27:17
Zitat von Freibauer: Malaga hat 2013 nur knapp gegen BB in der Cl verloren...und spielt jetzt 2.Liga in Spanien..dafür sind solche Riesen wie Getafe und Alaves auf Platz 4/5.

In der Türkei ist der Staatsverein Basakeshire Top..

Dinge ändern sich...und niemand kann sicher sein..wer bei Lazio in einigen Jahren die Geschicke bestimmt oder welche KommerzClubs in Italien noch auftauchen...

Historie plus eine große Fanbasis wie beim BVB ist durch nichts zu kompensieren..

Und auf 12 Monate liegt die BVB Aktie inzwischen weit vor Lazio....trotz CL+Pokal aus...


Was bei Malaga passiert ist, müsste bei jeder Fundamentalanalyse sehr leicht verständlich werden. Das konnte man LANGE vorher antizipieren. Ob sie sportl. erfolgreich waren, spielte eben keine Rolle, ganz genau wie bei As Roma. Malaga ist genau wie As Rom das beste Beispiel dafür, daß diese ganzen sportl. Fanboyanalysen, nur kurzfristig taugen, aber eben nicht langfristig. Nichts war bei Malaga ein Zufall, 1992 fast konkurs und dann jahrzehntelang bis heute immer weiter so gewirtschaftet. Malaga war fast konkurs, danach jahrelang weiterhin Horrorschulden. Schließlich kam ein toller Scheich und hat wahnsinnig viel Geld reingepumpt. Dann hat sich dieser Scheich aber zurückgezogen und die Party war direkt zu Ende. Spieler mussten notverkauft werden und das wars. Zu jedem Zeitpunkt war klar, wenn der Scheich kein Bock mehr hat, natürlich auch weil es ein Fass ohne Boden ist und Malaga jahrzehntelang weit entfernt davon ist, selbstständig operativ profitabel zu sein, dann müsste direkt Feierabend sein.

Hätte es bei Malaga eine Fussballaktie gegeben, hätte man diese niemals kaufen dürfen, es war jederzeit egal, ob sie das CL Spiel gg BVB gewinnen oder verlieren.

Und die türkischen Vereine? Alle bekannten türkischen Vereine wirtschafteten jahrelang ausnahmslos debakulös, sie stehen alle direkt vor dem Kollaps. Die ganze Liga steht jahrelang vor dem Kollaps. Daß Basaksehir FK diesen Aufstieg in der Form überhaupt schaffen konnte, ist nicht nur der Unterstützung von Erdogan zu verdanken, sonder der klaren wirtschaftlichen Schwäche der anderen. Dort wurden ständig völlig überteuerte Stars gekauft mit viel zu hohen Gagen. Basaksehir FK hingegen investiert in die Infrastruktur und wirtschaftet optimal.

Woher die Unterstützung für Basaksehir FK kommt ist letztlich egal. RB Leipzig wird auch unterstützt,
an Bayern kommen sie aber nicht so schnell vorbei. Das Wesentliche bei RB Leipzig ist aber, daß sie genau wie Basaksehir FK mit dem erhaltenen Geld sehr optimal wirtschaften. Gehaltsobergrenzen, Ablösegrenzen, Infrastruktur, usw. all das macht RB Leipzig, aber auch Basaksehir FK und Hoffenheim. Man muss nicht nur wissen, woher der Investor kommt, ob er bleibt oder geht, sondern auch, warum er gehen könnte. Wenn optimal mit dem Geld umgegangen wird, ist die Wahrscheinlichkeit, daß der Geldhahn zugedreht wird, viel geringer. Wenn man ohne weitere Investitionen bereits profitabel wirtschaftet, ebenso. Hoffenheim konnte sich im Mittelbau der Bundesliga etablieren, obwohl Hopp nicht immer weiter Geld nachschiesst. Dort wird mit dem Geld sinnvoll umgegangen, beim Verkauf von Sandro Wagner wurde gesagt, man strebt eben nicht um alles oder nichts die CL an, sondern ein finanziell unabhängiges Konzept, welches unabhängig von Hopp funktionieren müsse.

Malaga mit Lazio zu vergleichen macht sowieso keinen Sinn. Bei Lazio gibt es keinen Scheich, der den Geldhahn zudrehen könnte und dann spielt man plötzlich in der zweiten Liga. Es ist kein Zufall, was bei Lazio passiert ist, sondern ein jahrelanges Konzept. Sie konnten durch sehr gutes Wirtschaften die Steuerschulden um klar über 100 Mio senken, ohne Kapitalerhöhung oder weitere Investoren konnten sie es sich mittlerweile sogar leisten keine Topspieler verkaufen zu müssen.

Lazio könnte mal eine oder zwei Spielzeiten nicht international spielen, so wie in den letzten 10 Jahren. Es ändert nichts am langfristigem Konzept.
Antwort auf Beitrag Nr.: 60.188.216 von halbgott am 25.03.19 13:13:11
Zitat von halbgott: Werde mal konkret, wo genau ist eine Fundamentalanalyse denn jemals gescheitert?

Lazio wird aktuell mit einer Marktkapitalisierung vom ~81 Millionen bewertet, während Juve gleichzeitig mit ~1500 Millionen bewertet wird.
Jeder Versuch diese Realität alleine auf Grundlage von Fundamentalanalysen abzubilden ist aus meiner Sicht bisher gescheitert.

Genauso scheitert eine FA dabei die Performance der Lazio-Aktie von -11% über die letzten 12 Monate zu erklären. Die angebliche "Verfünfachung des Lazio Kurses", die Du abfeierst, nehme ich bei aktuell 1,20 mit einem Schmunzeln zur Kenntnis :laugh:

AS Rom wird in der Realität signifikant über der fundamentalen KPMG Bewertung gehandelt, Borussia Dortmund signifikant darunter, wie von Atitlan bei Ariva kürzlich schön zusammengefasst. FA's alleine können also nicht ausreichen um Fussballaktien hinreichend genau zu beschreiben.
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Antwort auf Beitrag Nr.: 60.190.856 von Freggae am 25.03.19 17:57:50
Zitat von Freggae: Die angebliche "Verfünfachung des Lazio Kurses", die Du abfeierst


Der Lazio Aktienkurs ist von 0,40 auf 2,00 gestiegen, nichts daran ist angeblich und nichts hatte ich abgefeiert.

BVB Aktie ist 2010 von 1,00 auf 3,69 explodiert, danach gab es eine 50% Konsolidierung bis 1,80 im Winter 2011/12. Diese Konsolidierung war erst knapp drei Jahre später per Definition beendet. Wohin die Reise gehen müsste, konnte man durch Fundamentalanalyse bestens antizipieren.


Daß ein Aktienkurs nach einer Verfünffachung oder Verdreifachung auch mal länger brauchen könnte, sollte insbesondere jedem BVB Aktionär bestens bekannt sein. Wer aus irgendwelchen kurzfristigen Entwicklungen etwas generelles ableiten will, hätte mit der BVB Aktie in zig nervtötenden sehr langwierigen Phasen ständig schlechte Erfahrungen machen müssen.
Kurzfristig sieht es bei der Lazio Aktie nicht so gut aus,

1. weil es diese Verfünffachung ganz konkret gegeben hat
2. weil man momentan noch nicht mal auf einem EL Platz steht

Bei 1,20 startete die Lazio Aktie in die Saison, da steht sie heute noch.

In dem Moment, wo man sich für die EL rein faktisch qualifizieren würde, könnte die Aktie steigen, war die These und ist sie immer noch. Für den Fall, daß man aber die EL verpasst, könnten sehr hohe Transfereinnahmen die Folge sein, diese wurden letzten Sommer auch angenommen, letzten Sommer war es aber weitaus spekulativer, diesen Sommer ist die Wahrscheinlichkeit dafür ungleich höher. Dies wurde mit Quellen belegt.

Wenn die Kursentwicklung bis jetzt viel länger dauerte, werden diese Thesen nicht erschüttert.

Wenn ich die BVB Aktie bei 2,40 bis 2,70 in der Saison 2010/11 als klaren Kauf angesehen hatte, dann wurde diese These im Winter 2011/12 bei Kursen von 1,80 nicht etwa erschüttert, sondern eher erhärtet. Nach drei Titeln stand die Aktie im Juni bei 2,09 und nach dem CL Finale bei 3,05. Das war also ausgehend von 2,70 in 10/11 eine geradezu erbärmliche Performance. Aber die Thesen wurden deswegen nicht schwächer, im Gegenteil.

Wenn jmd bei einer Lazio Börsenkapitalisierung von schlappen 80 Mio nicht das Kurspotential erkennen will, dann soll es so sein. Derartige Kapriolen gab es bei der BVB Aktie aber auch jahrelang.

Das Einzige, was mich in der jetzigen Situation absolut erstaunt, daß ausgerechnet BVB Aktionäre den derzeitigen Kursverlauf der Lazio Aktie nicht verstehen wollen, obwohl die Kursentwicklung dort auch jahrelang sehr oft irrational war. Aber nun denn. Wären hier nur Optimisten unterwegs, hätte man viel weniger Kaufargumente.

"Lazio wird aktuell mit einer Marktkapitalisierung vom ~81 Millionen bewertet, während Juve gleichzeitig mit ~1500 Millionen bewertet wird.
Jeder Versuch diese Realität alleine auf Grundlage von Fundamentalanalysen abzubilden ist aus meiner Sicht bisher gescheitert."

Juve stand im Mai 2017 bei 1,00. Dann konsolidierte der Aktienkurs sehr sehr deutlich und stand Ende Mai 2018 bei 0,60

Ähnliche zeitliche Verläufe sind bei der Lazio Aktie ebenso denkbar. Ging steil bis 2,00 und ein Jahr später steht die Aktie ggü diesen Höchstkursen immer noch klar im Minus.

Jeder, der egal welche Fussballaktie beobachtet, weiß in welchen langfristigen Zeiträumen Konsolidierungen dauern könnten und welche Schübe insbesondere dann denkbar werden, wenn die Konsolidierungen länger dauerten. War bei Juventus so, war bei BVB auch so, usw.

Hier aber wird unterstellt, bei Lazio müsste alles anders sein?


Schönen Abend noch :kiss:
Antwort auf Beitrag Nr.: 60.190.856 von Freggae am 25.03.19 17:57:50
von allen Gegenargumenten ist dies das schlechteste überhaupt
Zitat von halbgott: Werde mal konkret, wo genau ist eine Fundamentalanalyse denn jemals gescheitert?


Zitat von Freggae: Lazio wird aktuell mit einer Marktkapitalisierung vom ~81 Millionen bewertet, während Juve gleichzeitig mit ~1500 Millionen bewertet wird.
Jeder Versuch diese Realität alleine auf Grundlage von Fundamentalanalysen abzubilden ist aus meiner Sicht bisher gescheitert.


P.S.:
bezogen auf die eigentliche Fragestellung ist Deine Antwort nochmals viel unbefriedigender.

Du kommst hier ernsthaft mit Juve? Wenn ich bei Juventus eine sinnvolle Fundamentalanalyse gemacht hätte, dann hätte ich rechtzeitig erkennen müssen, daß 5 Jahre seitwärts bei einer Börsenkapitalisierung von 200-300 Mio für Juve auch in Anbetracht der beträchtlichen Schulden ziemlich idiotisch ist. Ich mache genügend Fehler, bezogen auf das jeweilige Kurspotential war das sicherlich der größte überhaupt. Langfristig ist Juve 2 Mrd wert, bei der Börsenkapitalisierung müsste man die Schulden davon abziehen.

Aber was wäre geschehen, wenn ich zwei oder drei Jahre bei Juve vorher darauf hingewiesen hätte?

Dann hättest Du wohl auf die 12- Monatskursentwicklung hingewiesen???? und das dann weiter 12 Monate wiederholt?

5 Jahre seitwärts, dann Verfünffachung, dann ein Jahr Konsolidierungsphase, dann erneute Kursexplosion, danach wieder Konsolidierung. Wer auf die 12 Monatsentwicklung als Argument gesetzt hätte, hätte in den allermeisten Fällen komplett falsch gelegen, der Aktienkurs konnte sich aber von 0,20 bis 1,80 zwischenzeitlich verneunfachen.

Wenn Du egal welche Fundamentalanalyse zerreden willst, dann mach das. Geht nicht nur um meine Fundamentalanalyse, geht um alle Fundamentalanalysen, geht um alle anderen Aktien ebenso. Aber komm mit sinnvollen Argumenten, nicht mit dem 12-Monatschart.

Apple hatte ich bei 3 Euro gekauft, das war im Jahr 2004. Die Aktie lief hoch bis 220 Euro. Bei der atemberaubendem Performance war sonnenklar, daß der Weg von etlichen zwischenzeitlichen Konsolidierungen gekennzeichnet sein musste. Diese 50% oder 40% Konsolidierungen liefen oft genug länger als 12 Monate.

Von allen Gegenargumenten ist dies das schlechteste überhaupt. Der Apple Kurs hatte jedes Mal nach einer langwierigen Konsolidierung umso mehr Sprungkraft. Und jeder, der sich vornehmlich mit Fussballaktien beschäftigt, weiß das umso besser, weil diese Effekte da noch viel deutlicher ausgeprägt sind:

Wenn sich Juve nur 5 Monate seitwärts bewegt hätte, hätte es kaum eine Verfünffachung gegeben, diese gab es, weil der Kurs 5 Jahre lang seitwärts ging. Wenn BVB 5 Monate bei 1 gestanden hätte, steigt sie nicht in 9 Wochen bis 3,69. Wenn Lazio nicht ewig lang im Nirwana gewesen wäre, verfünfacht sich nicht der Kurs. Wenn BVB nicht eine ganze Saison lang 2015/16 seitwärts gelaufen wäre, hätte sich der Aktienkurs kaum so schnell verdoppelt. undundund

von allen Gegenargumenten ist die 12-Monatsentwicklung mit weiten Abstand das schlechteste Argument überhaupt.

Falls sich der Lazio Aktienkurs bei EL Qualifikation und/oder SMS Rekordtransfers sehr schnell verdoppeln sollte, dann werden einige längeren Beobachter sagen, so wahnsinnig toll wären +20% seit Januar 2018 aber auch wieder nicht. Und genügend Leute würden das mit Erfahrungen bei der BVB oder Juve Aktie begründen wollen. Was wäre denn so toll daran, wenn die Börsenkapitalisierung um schlappe 100 Mio steigt, um wie viel sind denn die anderen jeweils gestiegen, usw.
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Antwort auf Beitrag Nr.: 60.191.645 von halbgott am 25.03.19 19:31:24
Ich mach mir die Welt, widde widde, wie sie mir gefällt...
Zitat von halbgott: Apple hatte ich bei 3 Euro gekauft, das war im Jahr 2004. Die Aktie lief hoch bis 220 Euro. Bei der atemberaubendem Performance war sonnenklar, daß der Weg von etlichen zwischenzeitlichen Konsolidierungen gekennzeichnet sein musste. Diese 50% oder 40% Konsolidierungen liefen oft genug länger als 12 Monate.

Von allen Gegenargumenten ist dies das schlechteste überhaupt. Der Apple Kurs hatte jedes Mal nach einer langwierigen Konsolidierung umso mehr Sprungkraft. Und jeder, der sich vornehmlich mit Fussballaktien beschäftigt, weiß das umso besser, weil diese Effekte da noch viel deutlicher ausgeprägt sind:


Einen Bogen von Apple zu Lazio zu spannen finde ich ganz großes Kino! Herzlichen Glückwunsch dazu!

Bisher dachte ich Lazio wäre langfristig betrachtet eher wie Nokia. Früher waren beides einmal weltweit geschätzte Top-Marken (Christian Vieri war quasi das Äquivalent zum 3410). Nach einer Reihe von massiven Fehlentscheidungen des Managements sind beide Aktienkurse dann um mehr als einen Faktor 19 eingebrochen und die Unternehmen in der Bedeutungslosigkeit verschwunden. Ein runderneuertes Management hat beide Unternehmen dann finanziell wieder saniert, was zu einer Erholung der Aktienkurse führte (Stichwort "Verfünfachung" gefolgt von einer Konsolidierungsphase).

Die aktuelle Wahrnehmung Nokia's in der Mobilfunkwelt ist wohl vergleichbar mit der Wahrnehmung Lazio's in der Fussballwelt.

*Sorry für's Offtopic, aber einen Sprung über dieses Stöckchen konnte ich mir nicht entgehen lassen :lick:
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Meine schon oft gestellt Frage..nie beantwortet..

Angenommen Lotitio verkauft seine 70% an xy für 2,5€

Haben wir RESTaktionäre auch einen Anspruch für 2,5€ anzudienen oder nicht??

Wisst ihr es nicht??
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