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Stop Loss Limit - Wie efffektiv und Restrisiko?


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Hi zusammen,

ich habe eine Verständnisfrage zum Thema Stop Loss Limits:

Um seine Positionen abzusichern, empfiehlt es sich mit Stop Loss Limits zu arbeiten und diese auch zu nutzen um erwirtschaftete Gewinne abzusichern. Soweit so klar :)

1. Was passiert bei einem starken Kurszusammenbruch oder gar einen Börsencrash mit dem Stop Loss Limit? Kann es sein, dass dieses dann nicht direkt greift und die Verluste höher als erwartet sind?

2. Welche Auswirkungen haben nachbörsliche Kursveränderungen auf ein Stop Loss Limit und zu welchem Kurs werden die Aktien veräußert?

Möchte die Logik hinter dem SLL einfach besser verstehen. Freu mich auf eure Antworten.

Vielen Dank im Voraus!
CrashPilotOne
Antwort auf Beitrag Nr.: 57.505.499 von CrashPilotOne am 10.04.18 11:27:59
Zitat von CrashPilotOne: Um seine Positionen abzusichern, empfiehlt es sich mit Stop Loss Limits zu arbeiten und diese auch zu nutzen um erwirtschaftete Gewinne abzusichern. Soweit so klar :)


Gar nichts ist klar. Ich bin als langfristiger Anleger unterwegs und kann Stop-Loss-Orders überhaupt nicht abgewinnen. Aber das ist ja hier erstmal nicht das Thema.


Zitat von CrashPilotOne: 1. Was passiert bei einem starken Kurszusammenbruch oder gar einen Börsencrash mit dem Stop Loss Limit? Kann es sein, dass dieses dann nicht direkt greift und die Verluste höher als erwartet sind?


Aber natürlich. Beispiel: Die Aktie steht bei 50 Euro, dein Stop-Loss-Limit ist bei 45. Jetzt kommt der Crash.
Zunächst einmal ist es so, dass deine Order ausgelöst wird, wenn der Kurs zum ersten Mal die 45 Euro erreicht. Du bist dann mit einer bestens-Order im Markt, das heisst, du verkaufst zu jedem Preis. Und im Falle eines Crashs können das dann eben auch nur 20 oder 30 Euro sein.

Solche extremen Kursverluste gibt es aber eher bei kleineren Werten. Bei DAX-Titeln sind sie höchst selten, da solltest du dann schon in der Nähe deines Stop-Loss-Limits zum Zuge kommen.

Inzwischen gibt es auch Stop-Loss-Orders, die keine bestens-Order, sondern eine Limit-Order auslösen, etwa mit Limit 40 Euro. Bei einem richtigen Crash hilft die dir dann aber möglicherweise auch nicht.

Ohnehin bin ich der Meinung, dass man bei einem Crash eher kaufen als verkaufen sollte.


Zitat von CrashPilotOne: 2. Welche Auswirkungen haben nachbörsliche Kursveränderungen auf ein Stop Loss Limit und zu welchem Kurs werden die Aktien veräußert?


Es geht immer nur um deinen Börsenplatz, den du gewählt hast. Ist das etwa XETRA, wird der Handel um 17:30 eingestellt. Danach ist Feierabend, egal was in Frankfurt oder außerbörslich passiert. Dann geht es erst am nächsten Morgen um 9 Uhr weiter.

Hast du dagegen eine Order in Tradegate, geht das Spielchen bis 22 Uhr weiter.
Antwort auf Beitrag Nr.: 57.506.216 von JuliaPapa am 10.04.18 12:40:46Vielen Dank für deine ausführliche Nachricht JuliaPapa.

Wenn ich deinen Ansatz richtig interpretiere und weiter ausführe, könnte man ja zu folgender Schlussfolgerung kommen:

"Bei kurz- und mittelfristigen Trades (wenige Tage bis Wochen) sind Stop-Loss-Orders von höherer Relevanz, als bei langfristigen Investitionen (mehrjähriger Zeithorizont)"? Stimmst du dem so zu oder wie würdest du deine Aussage begründen?
JuliaPapa hat ja deine Fragen schon beantwortet und ich bin auch kein Freund davon ..

Die verschiedenen Ordertypen werden auch auf vielen Seiten der Broker erklärt wie hier: https://www.onvista-bank.de/produkte-handel/handelsplaetze/o…

Auf Youtube gibt es auch Videos dazu

Beim: 1. Was passiert bei einem starken Kurszusammenbruch oder gar einen Börsencrash mit dem Stop Loss Limit? Kann es sein, dass dieses dann nicht direkt greift und die Verluste höher als erwartet sind?



Berührt oder unterschreitet der Kurs deine Stopp-Loss-Schwelle wird deine Order zum nächsten Kurs verkauft. Liegt aber der nächste Kurs unterhalb deines Limits passiert nichts und die Aktie ist noch im Bestand aber der Verkaufsorder ist aktiv im Markt hinterlegt.

D.h. deine Buchverluste sind zwar höher aber es wurden noch keine Verluste realisiert (realisiert erst nach verkauf).
Antwort auf Beitrag Nr.: 57.507.350 von CrashPilotOne am 10.04.18 14:25:06
Zitat von CrashPilotOne: "Bei kurz- und mittelfristigen Trades (wenige Tage bis Wochen) sind Stop-Loss-Orders von höherer Relevanz, als bei langfristigen Investitionen (mehrjähriger Zeithorizont)"? Stimmst du dem so zu oder wie würdest du deine Aussage begründen?


Trader und Investoren sind zwei unterschiedliche Typen ... Als Trader ohne Stops zu arbeiten ist gefährlich .. aber ein aktiver Stop der im Markt liegt, kann auch von anderen gesehen werden.

Für Positionstrader über Wochen vielleicht Monate ist ein mentaler Stop nicht verkehrt.

kommt auch darauf an wie volatil der Wert ist und der SL dir um die Ohren fliegen kann Beispiel RIB Software:



am 23.03.2018 ging die Tageskerze um fast 24% abwärts

und heute vom Tief zum Hoch fast 15% aufwärts
Antwort auf Beitrag Nr.: 57.505.499 von CrashPilotOne am 10.04.18 11:27:59
Zitat von CrashPilotOne: Hi zusammen,
Um seine Positionen abzusichern, empfiehlt es sich mit Stop Loss Limits zu arbeiten und diese auch zu nutzen um erwirtschaftete Gewinne abzusichern. Soweit so klar :)


Ich sehe das ähnlich negativ wie JuliaPapa und Chris_M. Das möchte ich mal an einem sehr schönen Artikel illustrieren (okay, der Artikel bezieht sich auf ETFs, ich finde ihn aber einfach ein sehr schön krasses Beispiel für die "Schutzwirkung" im Worst Case, insb. für ETF):

https://seekingalpha.com/article/3525756-created-portfolio-l…

Außerdem sehr schön in diesem Kontext ist folgender Artikel (den Autor finde ich grundsätzlich lesenswert):

https://www.gurufocus.com/news/188058/stop-loss-a-good-sign-…

Noch eine Bemerkung, weil der letzte Artikel auch Portfolio-Insurance-Strategien erwähnt: solche Strategien - Stichwort CPPI - wenden m.W. fast alle Garantiefonds, wie z.B. Fonds-basierte Riesterrenten, an, das hat also potentiell jeder von uns im Portfolio (ich auch) :-( Neben den negativen Effekten für die Performance - man nimmt als Riester-Sparer die Krise mit, aber nicht die Erholung danach - wirkt das wahrscheinlich auch systemisch prozyklisch. Ich wünschte, wir hätten sowas wie die amerikanischen 401k, da könnte man solch einem Unsinn entkommen. Die damit einhergehende Eigenverantwortung wird aber in Europa kaum ein Politiker den Bürgern zugestehen...
Auch wenn JuliaPapa deine Frage schon eigentlich sehr gut beantwortet hat, kann ich dir noch mal meine Erfahrungen mit Stop Losses erzählen.

Bei allen Brokern bei denen bei mir schon einmal ein Stopp Loss ausgelöst wurde (BDSwiss und IG), wurden meine Positionen auch zu dem Wert geschlossen wie der SL gesetzt war. Nicht weiter drunter und auch nicht drüber (bei einem Short). Das lag aber auch daran, dass ich meistens Währungspaare trade, die nicht so große Kurssprünge hinlegen.

Wenn du z.B. auf die Quartalszahlen bei einem Aktien CFD spekulierst, dann können Kurssprünge von über 10% Prozent schon einmal vorkommen. (Facebook hat heute z.B. um 8% zugelegt). Die Chance, dass deine Position dann unter dem SL schließt ist natürlich da. Bei solchen Situationen würde ich dann aber aus Prinzip kein SL setzen.


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