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Intertainment -- eine Mantelspekulation



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Liebe langjährige Weggefährten und auch Neueinsteiger es ist an der Zeit ein neues Thema zu erstellen, da der alte Titel nicht mehr so wirklich passt.

Damit Neuankömmlinge schnell einen Überblick bekommen fasse ich die letzten Jahre nach bestem Wissen und Gewissen kurz zusammen.

Die Gesellschaft kam durch einem nachweislich aufgedeckten Betrug durch die Firma Franchise Pictures(USA) in erhebliche Schieflage und hat ab dem Jahr 2000 Ihren ursprünglichen Geschäftsbetrieb nach und nach eingestellt.
In der Folge wurde über viele Jahre versucht im Klageverfahren den entsandenen Schaden erstattet zu bekommen.

20.4.2004 Starttermin Hauptverhandlung gegen Franchise Pictures
16.6.2004 Urteil gegen Franchise Pictures über 106 Mio USD zu Gunsten von Intertainment, der Betrag wurde später auf gut 120 Mio USD erhöht.
unmittelbar im Anschluß an den gewonnenen Prozess erfolgte die Insolvenz der Gegenpartei
01.2006 Insolvenzantrag der Intertainment AG
8.5.2006 Kinowelt (Michael Kölmel) kündigt Erwerb von ca. 50% an Intertainmet an
06.2006 Rücknahme Insolvenzantrag, im weiteren Verlauf weitere Aufstockung der Beteiligung durch Kinowelt im Zuge von Kapitalmaßnahmen
12.2006 Kinowelt erhält durch die BAFIN Sanierungsprivileg mit dem Ziel der Einbringung von neuem Geschöft in den Mantel Intertainment.
24.12.2007 Abfindungsangebot an die freien Aktionäre zu 1,82€
2011 Verkauf der Kinowelt an Canal Plus für ca. 70 Mio€

In den Folgejahren finanziert der Großaktionär Michael Kölmel über seine GMBH MK Medien diverse Klagen gegen
Comerica(finanzierende Bank der Franchise Pictures)
und
Apple(die Intertainmentbeteiligung Sighsound hat ein vom Patenamt bestätigtes Patent welches Downloads von Content aus dem Internet beinhaltet).

Leider wurde alle Klagen nach vielen Jahren des prozessierens Verloren.
Aus den abgeschlossenen Verfahren sind nach meinem Kenntnisstand keine Zahlungen mehr zu erwarten.

Kommen wir nun zum eigentlichen Thema der Mantelspekulation.


Aus dem GB 2016

Es bestehen zum 31. Dezember 2016 ca. 144 Mio. Euro körperschaftsteuerliche Verlustvorträge und ca. 226 Mio. Euro gewerbesteuerliche Verlustvorträge. Die genannten aufgelaufenen Verluste sind nach der geltenden Gesetzeslage im Grundsatz unbeschränkt vortragsfähig. Allerdings können laufen- de Gewinne einer Periode, die 1 Mio. Euro übersteigen, nur zu 60 % mit Verlustvorträgen verrechnet werden (Mindestbesteuerung). Da das Management nicht mit einer ausreichenden Wahrscheinlichkeit davon ausgeht, dass das Ergebnis der zukünftigen Geschäftstätigkeit ausreichende zu versteuernde Gewinne abwerfen wird, um die vorhandenen Verlustvorträge zu realisieren, wurden zum 31. Dezember 2016 keine aktiven latenten Steuern für Verlustvorträge gebildet.

21.3.2018 Verlegung des Firmensitzes an die gleiche Adresse wie die MK Medien

Zumindest der Umzug zum Hauptsitz der Firmengruppe hat geklappt. Hier die offizielle Bekanntmachung: https://www.northdata.de/%5B2018-03-21%5D?id=4573795753&type… Ob das nun nur aus Kostengründen geschehen ist oder ob die AG nun endlich mit einbezogen werden soll, das wird sich bald zeigen.

Intertainment AG -- Milliarden - Klage gegen Apple! | wallstreet-online.de - Vollständige Diskussion unter:
https://www.wallstreet-online.de/diskussion/1173178-17991-18… Zitat Beli

11.4.2018


Registergericht bestellt Dirk Bildhäuser und Matthias Gaebler zu Aufsichtsräten der Intertainment AG
München, 11. April 2018 – Das Amtsgericht München hat Dr. Dirk Bildhäuser und Matthias Gaebler mit Wirkung zum 10. April 2018 zu neuen Aufsichtsräten der Intertainment AG, München, bestellt. Damit ist der Aufsichtsrat der Intertainment AG wieder vollständig besetzt und damit auch wieder handlungs- und beschlussfähig.
Die Herren Bildhäuser und Gaebler folgen auf Bernhard Pöllinger und Jörg Lang, die ihre Ämter als Aufsichtsrat der Intertainment AG zum 9. Februar 2018 niedergelegt hatten.

Die beiden Aufsichtsräte sind ebenfalls AR der GUB Unternehmensbeteiligung(s. Homepage der Gesellschaft)

Herr Dr. Kölmel hat in 12/2017 den Stadionverkauf des Leipziger Zentralstadions finalisiert und der Presse nach ca. 70 Mio € erlöst.
Geld für einen Neuaufbau ist also reichlich vorhanden.


Ich freue mich über eine angeregte Diskussion und am Ende freuen wir uns hoffentlich über die "Wiedergeburt".
Bitte gebt doch Eure letzten Beiträge aus dem alten Board noch mit rüber.

Eventuelle Schreibfehler bitte ich in Anbetracht der Zeit zu entschuldigen.
Sicherlich gibt es Ergänzungen zu meinen Ausführungen.

Mein Beitrag ist keine Kaufempfehlung , soll aber ausdrücklich zum nachdenken und diskutieren anregen.
Ich mache darauf aufmerksam, das der Verfasser selbst große Stückzahlen im Bestand hat und diese je nach Marktsituation auch an der Börse handelt.
Antwort auf Beitrag Nr.: 57.585.918 von B.Rich am 19.04.18 22:06:24Vielen Dank.
Ein neuer Anfang nach Bereinigung der Altlasten.

Ist der case paramount schon in trockenen Tüchern ?

Wenn ja, dann geht es ab sofort um die Zukunft.
Alles hängt von Dr. Kölmel ab. Was hat er vor mit dem börsennotierten Verlustmantel ?
Will oder kann er diesen selbst nutzen?
Will oder kann er diesen verkaufen ?
Antwort auf Beitrag Nr.: 57.585.918 von B.Rich am 19.04.18 22:06:24
@ B.Rich
eine sehr gute Zusammenfassung:cool:

wollen wir hoffen das wir diesmal richtig liegen und der Mantel wiederbelebt wird ( Geldquellen und Firmen sind ja reichlich vom Geschaeftsmann M. Koelmel vorhanden die drunter gesetzt werden koennten )
http://www.fussball.news/artikel/auch-bei-aufstieg-deshalb-k…
Antwort auf Beitrag Nr.: 57.587.514 von explorer68 am 20.04.18 08:29:04Ja
auch von mir ein Dankeschön für die Zusammenfassung.

Ich stelle es mir allerdings nicht ganz so einfach vor,
seine bisherigen "Geschäfte" bzw. Firmen unter einem neuen Mantel
zusammenzuführen?
Hoffen tue ich natürlich auch.

H.
Danke!

Der große Vorteil zu einer üblichen Mantelspekulation liegt hier natürlich darin, dass bereits ein solventer Investor sein Interesse bekundet hat, etwas in den Mantel einzubringen.
Und dieses Interesse seit 12 Jahren finanziert, durch alle Stürme und Niederlagen hindurch.

Ob die Paramount-Geschichte noch immer ein Bremsklotz ist, das weiß ich nicht.
Nach den gebildeten Rückstellungen zu urteilen, sollte das Risiko einer Zahlung inzwischen um die 1 Millionen Euro liegen.
Lässt man sich davon seine Zukunftspläne vereiteln?

Bei der Frage, was eigentlich eingebracht werden könnte, wirft man am besten einen Blick auf MKs Firmengeflecht:
https://www.northdata.de/K%C3%B6lmel,+Michael,+Feldafing/jcj

Da sieht man, wie vielseitig und breit MK aufgestellt ist.
Es könnte aber auch eine völlig neue Geschäftsidee sein, die eingebracht wird.
Kontakt zu Risikokapitalgebern ist mit den neuen Aufsichtsräten bereits hergestellt.

Vor vielen Jahren gab MK mal ein Radiointerview und auf die Schlußfrage, welche Träume oder Pläne er gerne noch verwirklichen würde kam die Antwort, er würde gerne ein Onlinespiel entwickeln, das Bezüge und Schnittstellen zur Realität bzw zur wirklichen Welt hat.
Keine Ahnung ob dieser Traum noch aktuell ist, aber Schnittstellen zur Realität könnten z.B. digitale Währungen sein.

Ob es nun dank Stadion-Geld endlich losgeht oder Itn noch Jahre vor sich hinwurstelt, kann niemand mit Sicherheit sagen.
Aber irgendetwas wird kommen und bei dem ausgebombten Kurs reicht wohl schon das kleinste Lebenszeichen, um hier wieder Bewegung nach oben reinzubringen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 57.587.466 von TINCO am 20.04.18 08:25:03
Zitat von TINCO: Vielen Dank.
Ein neuer Anfang nach Bereinigung der Altlasten.

Ist der case paramount schon in trockenen Tüchern ?

Wenn ja, dann geht es ab sofort um die Zukunft.
Alles hängt von Dr. Kölmel ab. Was hat er vor mit dem börsennotierten Verlustmantel ?
Will oder kann er diesen selbst nutzen?
Will oder kann er diesen verkaufen ?


Meinst Du die Inso von Aktis Film ?
Antwort auf Beitrag Nr.: 57.587.817 von Belisario am 20.04.18 08:58:26
Zitat von Belisario: Danke!

Der große Vorteil zu einer üblichen Mantelspekulation liegt hier natürlich darin, dass bereits ein solventer Investor sein Interesse bekundet hat, etwas in den Mantel einzubringen.
Und dieses Interesse seit 12 Jahren finanziert, durch alle Stürme und Niederlagen hindurch.

Ob die Paramount-Geschichte noch immer ein Bremsklotz ist, das weiß ich nicht.
Nach den gebildeten Rückstellungen zu urteilen, sollte das Risiko einer Zahlung inzwischen um die 1 Millionen Euro liegen.
Lässt man sich davon seine Zukunftspläne vereiteln?

Bei der Frage, was eigentlich eingebracht werden könnte, wirft man am besten einen Blick auf MKs Firmengeflecht:
https://www.northdata.de/K%C3%B6lmel,+Michael,+Feldafing/jcj

Da sieht man, wie vielseitig und breit MK aufgestellt ist.
Es könnte aber auch eine völlig neue Geschäftsidee sein, die eingebracht wird.
Kontakt zu Risikokapitalgebern ist mit den neuen Aufsichtsräten bereits hergestellt.

Vor vielen Jahren gab MK mal ein Radiointerview und auf die Schlußfrage, welche Träume oder Pläne er gerne noch verwirklichen würde kam die Antwort, er würde gerne ein Onlinespiel entwickeln, das Bezüge und Schnittstellen zur Realität bzw zur wirklichen Welt hat.
Keine Ahnung ob dieser Traum noch aktuell ist, aber Schnittstellen zur Realität könnten z.B. digitale Währungen sein.

Ob es nun dank Stadion-Geld endlich losgeht oder Itn noch Jahre vor sich hinwurstelt, kann niemand mit Sicherheit sagen.
Aber irgendetwas wird kommen und bei dem ausgebombten Kurs reicht wohl schon das kleinste Lebenszeichen, um hier wieder Bewegung nach oben reinzubringen.


Das mit Paramount hatte ich nicht mehr auf dem Schirm, war das die Gegenklage wegen nicht komplett gezahlter Produktionskosten aus den FP Produktionen?
Antwort auf Beitrag Nr.: 57.588.051 von B.Rich am 20.04.18 09:20:05Es ging um den Film "Twisted", dessen Verwertung an den Produzenten zurückgegeben wurde und dafür musste Itn die Produktionskosten nicht in der vereinbarten Höhe zahlen.
Im GB 2004 kann man die Einzelheiten nachlesen.
Seitdem werden jedes Jahr die geschätzten Verwertungserlöse gegengerechnet und die Rückstellungen für diesen Fall angepasst.

Die ursprüngliche Maximalforderung an Itn belief sich auf 7 Mio $.
Jetzt sind es nur noch 1 Mio Euro laut HJ-Bericht 2017.

Eine abschließende Regelung mit dem Produzenten wäre natürlich eine schöne Sache, aber dieser zeigt sich wohl nicht kooperativ.
Abwarten.
Felix arbeitet daran.
Antwort auf Beitrag Nr.: 57.588.138 von Belisario am 20.04.18 09:31:17
Zitat von Belisario: Es ging um den Film "Twisted", dessen Verwertung an den Produzenten zurückgegeben wurde und dafür musste Itn die Produktionskosten nicht in der vereinbarten Höhe zahlen.
Im GB 2004 kann man die Einzelheiten nachlesen.
Seitdem werden jedes Jahr die geschätzten Verwertungserlöse gegengerechnet und die Rückstellungen für diesen Fall angepasst.

Die ursprüngliche Maximalforderung an Itn belief sich auf 7 Mio $.
Jetzt sind es nur noch 1 Mio Euro laut HJ-Bericht 2017.

Eine abschließende Regelung mit dem Produzenten wäre natürlich eine schöne Sache, aber dieser zeigt sich wohl nicht kooperativ.
Abwarten.
Felix arbeitet daran.


Gut das hier so viele noch was beitragen können.
Schön wäre es , wenn auch Midle und Alpine u.a. sich wieder mit einbringen würden.
Antwort auf Beitrag Nr.: 57.585.918 von B.Rich am 19.04.18 22:06:24Danke für die Zusammenfassung. Ich persönlich gehe davon aus, dass durch die neue Zusammenstellung des Aufsichtsrares schnell Bewegung rein kommt. Neben meiner alten „Patentposition“, die natürlich extrem im Minus ist, habe ich daher eine Tradingposition aufgebaut und würde noch paar Stückchen nehmen. Aktuell ist unter 21 nichts zu bekommen....
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