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Bastei Lübbe AG - zurück in eine bessere Zukunft (Seite 28)



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Antwort auf Beitrag Nr.: 59.871.478 von Huta am 14.02.19 10:36:12Wow:
Ohne Einmalaufwendungen eine Marge von über 10 Prozent!
Antwort auf Beitrag Nr.: 59.871.694 von Merrill am 14.02.19 10:52:35
Zitat von Merrill: Wow:
Ohne Einmalaufwendungen eine Marge von über 10 Prozent!


Aber wie gesagt: Das bezieht sich ausschließlich auf das traditionell gute dritte Quartal, in das dann ja auch das Weihnachtsgeschäft fällt.

Ausgewiesen wird für Q3 ein Ebit von 2,173 Mio Euro bei einem Umsatz von 25,685 Mio Euro - macht eine (unbereinigte) Marge von 8,46 Mio Euro.

Hinzuzurechnen sind die im dritten Quartal angefallenen Einmalaufwendungen. Laut Halbjahresbericht lagen diese zum 30.06. bei 1,4 Mio Euro, nun liegen sie bei insgesamt 2 Mio Euro - dementsprechend sind in Q3 0,6 Mio Euro Einmalaufwendungen angefallen - ohne diese hätte das Ebit im Quartal also bei rechnerisch 2,773 Mio Euro gelegen - macht 10,79% Marge - und das eben ohne Ken Follett und Dan Brown!

Leider kann man die Marge nun aber nicht einfach mal hochrechnen - alleine schon die Tatsache, dass man für das letzte Quartal mit einem eher negativen Ergebnis rechnet, macht das schon deutlich.

Wichtiger als die einzelne (allerdings gute!) Zahl sind mMn daher die "langen Linien" - sprich: Reduzierung der Nettoverschuldung, keine Erhöhung (eher im Gegenteil) der Zinszahlungen, nachvollziehbare Erreichbarkeit der Zielmarge im nächsten Jahr, Gewinnsteigerungen im Kerngeschäft durch Überarbeitung der Programmstrategie und mögliche Übernahmen etc.
Antwort auf Beitrag Nr.: 59.872.123 von Huta am 14.02.19 11:22:49
Was wäre wenn...
...

Wie schon gesagt, kann man sich mit diesen Zahlen durchaus auch mal etwas länger beschäftigen, ohne dass einem der Hut hochgeht.

Gehen wir einmal davon aus, dass man im nächsten Jahr statt 90 Mio Euro Umsatz ca. 95 Mio Euro Umsatz machen wird (das würde dann einem Umsatzwachstum von etwa 5% entsprechen). Und gehen wir weiter davon aus, dass man eine Ebitmarge von 6,5% erreichen kann (das setzt auf die Jahresprognose am unteren Rand auf plus Effekte aus dem Effizienzsteigerungsprogramm auf), dann würde das einem Ebit von etwa 6,2 Mio Euro entsprechen - sagen wir zur Sicherheit mal 6 Mio Euro Ebit.

Abgezogen werden müssten noch die Zinszahlungen (hochgerechnet wären das dann ca. 1,3 Mio Euro - vielleicht werden es wegen sinkender zinstragender Finanzverbindlichkeiten auch weniger - verbleiben dann ca. 4,7 Mio Euro EBT. Davon einen Steuersatz von 33% abgezogen macht ein Ergebnis von ca. 3,1 Mio Euro.

Dieses Ergebnis würde ein EpS von etwa 23 Cent ausmachen - mithin ergibt sich bei einem schon wieder leicht abbröckelnden Kurs von 1,90 Euro ein KGV von gut 8.

Und das ist jetzt keine Modellrechnung für das "best-case-scenario". Geht man bei einem Umsatz von 95 Mio Euro mal von dem oberen Rand der Zielmarge aus (das wären dann 8%), würde sich ein Ebit von 7,6 Mio Euro ergeben, mithin ein EBT von 6,3 Mio Euro und ein Konzernergebnis von etwa 4,2 Mio Euro und ein EpS von rechnerisch 32 Cent (entspricht einem KGV von knapp 6).

Das sind nun alles "Musterrechnungen" - selbstverständlich ohne Gewähr.

Was für mich wichtig ist - und das wurde heute in der PM zu den Q3 Zahlen ja auch überdeutlich angesprochen: Es gibt im Unternehmen neben den Effekten aus dem Effizienzsteigerungsprogramm, die ja dann ab dem nächsten Jahr voll gehoben werden sollen, auch noch weitere Hebel, mit denen man Wachstum erzeugen kann (Übernahme weiterer Labels im Buchbereich) bzw. mit denen man die Programm- und Marketingeffizienz noch weiter steigern kann (Überarbeitung der Programmstrategie durch einen Experten, der gezeigt hat, dass er die gezielte Kundenansprache durch Programm und Marketing exzellent beherrscht).
Insofern sind bei Umsatz und Marge mMn perspektivisch eben auch noch nicht die Enden der jeweiligen Fahnenstangen erreicht (mal ganz davon abgesehen, dass ja in Bälde auch wieder neue Bücher von Follett und Brown erscheinen werden, die ebenfalls einen positiven Effekt auf Umsatz und die erreichbare Marge haben (laut HV Präsentation waren alleine die Blockbuster von Follett und Brown für 2% Ebitmarge gut).

Nicht ganz unwichtig ist für die Betrachtung natürlich weiterhin die Zukunft der Daedalic GmbH. Im laufenden Jahr hat das Unternehmen laut Segmentberichterstattung 6,7 Mio Euro zum Umsatz beigetragen und dabei ein negatives Ebit von 0,235 Mio Euro erzielt.
Ohne Daedalic würden die Kennzahlen also lauten: Umsatz etwa 65,5 Mio Euro, Ebit etwa 2,37 Mio Euro (Marge dementsprechend 3,6 %).
Erfreulich (und einem Verkauf sicher sehr zuträglich, wenn man einmal auf den erzielbaren Kaufpreis schaut) ist, dass Daedalic den Verlust deutlich reduzieren konnte und in Q3 sogar ein deutlich positives Ebit erzielt hat. Das, in Kombination mit der Aussage des CEO von Daedalic, dass das "ökonomisch erfolgreichste Jahr in der Firmengeschichte" vor der Tür steht, könnte schon dafür sorgen, dass man für den Spieleentwickler bzw -publisher vielleicht doch noch einen akzeptablen Preis erzielen kann - die Hoffnung darauf steigt jedenfalls.

Wenn man einmal ganz weit in die Zukunft (mindestens 5 oder 6 Jahre) blicken möchte (das ist dann jetzt aber wirklich Spielerei!!!), dann würde man, wenn das Effizienzsteigerungsprogramm greift, die Programmüberarbeitung erfolgreich verlaufen ist, man also auch die anderen Verlagsbereiche auf einen ähnlichen Erfolgslevel wie LYX hieven kann und man vielleicht noch einen oder zwei (kleinere) Zukäufe getätigt hat (die natürlich alle so erfolgreich sein sollten, wie es LYX - oder vorher auch Boje und Baumhaus - gewesen ist/sind ;) ) bei gleichzeitigem Verkauf der Daedalic und wenn dann noch die beiden (oder wenigstens einer) der beiden Topautoren sein Buch veröffentlicht, vielleicht mal bei 125 Mio Euro Umsatz landen und dabei eine Marge von 10% erreichen können (wie gesagt, der Weg ist noch weit - aber es geht hier ja tatsächlich um Spökenkiekerei) - dann würde man ein Ergebnis von 12,5 Mio Euro Ebit, 11,5 Mio Euro EBT, 7,7 Mio Euro Konzernergebnis und ein EpS von 58 Cent erreichen - nun ja Träume müssen ja grade in der Buchbranche mal erlaubt sein- immerhin sind Träume ja der Stoff aus dem die Bücher entstehen...und nachdem sich heute abzeichnet, dass man immerhin auf dem richtigen Weg ist, sind solche Träume dann wenigstens nicht mehr ganz so aberwitzig, wie das vielleicht noch vor ein paar Monaten der Fall gewesen ist...
Antwort auf Beitrag Nr.: 59.873.152 von Huta am 14.02.19 12:59:44
Jenseits der Zahlen...
...das Hauptgeschäft der Bastei Lübbe AG ist ja nicht die Produktion von Zahlen sondern das Verlegen von möglichst erfolgreichen Büchern (dann kommt das mit den Zahlen von ganz allein).

Und da gibt es auf der aktuellen SPIEGEL Bestsellerliste Paperback Belletristik ein aus Bastei Lübbe Sicht sehr erfreuliches Jubiläum zu feiern:

Mona Kasten ist mit ihrem Titel "Save Me" nun seit 52 Wochen (also einem ganzen Jahr!!!!) ununterbrochen auf dieser Liste vertreten (aktuell immer noch auf Platz 9). Dass sich ein Titel so lange auf der Liste hält, ist grade bei den Paperbacks nicht ansatzweise üblich. Wenn man sich anschaut, wie lange der Titel, der am zweitlängsten auf der Liste steht, schon dort vertreten ist, dann sieht man, dass dieser seit 38 Wochen auf der Liste steht. Und auch das ist übrigens erfreulicherweise ein Titel von Mona Kasten (Save you)!

Im Schnitt stehen die Paperbacks auf der aktuellen Liste (die drei Bücher von Mona Kasten mal herausgerechnet) lediglich seit gut 9 Wochen auf der Liste - die drei Bücher von Mona Kasten dagegen seit im Schnitt 38 Wochen. Das zeigt mMn schon sehr deutlich wie nachhaltig der Erfolg des Imprints LYX ist. Und wie gesagt: Nachhaltiger Erfolg mit den aufgelegten Büchern sorgt auch für gute Zahlen!
BRÜSSEL (dpa-AFX) - Bessere Verdienstchancen für Verleger, Autoren und Musiker - neue Vorgaben für Internetplattformen wie Youtube und Co: EU-Unterhändler haben sich nach langem Streit auf neue Regeln für den Schutz von Urheberrechten geeinigt. Während sich Verleger hochzufrieden zeigten, kam am Donnerstag von Verbraucherschützern und Internet-Aktivisten drastische Kritik. Zensur im Internet sei damit Tür und Tor geöffnet, beklagten sie.

Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments hatten am Mittwoch einen Kompromiss bei der Reform ausgehandelt, die bereits seit 2016 diskutiert wird. Enthalten sind zwei zentrale Neuerungen: Suchmaschinen sollen für das Anzeigen von Artikel-Ausschnitten etwa auf den Google-News-Seiten künftig Geld an die Verlage zahlen. Und Plattformen wie YouTube müssen alles ihnen Mögliche tun, um Urheberrechtsverletzungen zu verhindern.

EU-Kommissionsvizepräsident Andrus Ansip lobte die Pläne, die aber erst noch formal vom Rat der EU-Länder und vom Europaparlament gebilligt werden müssen. Die Reform mache das Urheberrecht nicht nur fit für das Internetzeitalter, es stärke auch die Rechte normaler Nutzer. "Sie können ohne Furcht vor Strafe hochladen", sagte Ansip. Denn nicht die Nutzer, sondern die Plattformen müssten auf die Einhaltung von Urheberrechten achten.

Verleger, Autoren und Musiker bekämen mehr Verhandlungsmacht gegenüber Plattformen und Suchmaschinen, um für ihre Werke besser entlohnt zu werden, betonte Ansip. "Es geht um faire Bezahlung." Qualitätsmedien würden damit gestärkt.

Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger und der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger sehen dies ähnlich. Die Novelle sei eine große Chance für unabhängigen Journalismus in der digitalen Ära, erklärten sie in Berlin. Verlage bekämen erstmals die Chance, mit den großen Plattformen über die Nutzung ihrer Inhalte zu einem fairen Preis zu verhandeln. Die Vielfalt professioneller digitaler Medienangebote werde erhöht. "Dies ist ein guter Tag für die Meinungs- und Pressevielfalt in Europa und der Welt", erklärten die Verbände.

Kritiker sehen dies vollkommen anders. Sie stoßen sich vor allem an der Vorgabe an große Internetplattformen, mögliche Verstöße gegen Urheberrechte zu verhindern. Geschützte Werke wie Filme oder Musik müssten demnach lizenziert werden, bevor sie auf den Plattformen landen - oder dürften nicht hochgeladen werden.

Die Folge seien "flächendeckende Upload-Filter", kritisierte der Verbraucherzentrale Bundesverband und beklagte die Missachtung von Nutzerrechten. Upload-Filter sind Software, mit der Plattformen beim Hochladen überprüfen können, ob Bilder, Videos oder Musik urheberrechtlich geschützt sind. Kritiker befürchten, dass auch legale Inhalte, Parodien oder Zitate aussortiert werden könnten.

Die Linken-Europaabgeordnete Martina Michels sprach von "Zensurmaschinen". Auch der FDP-Experte Jimmy Schulz beklagte: "Unternehmen werden faktisch dazu gezwungen, eine Zensurinfrastruktur aufzubauen." Das wäre ein Schlag gegen freie Meinungsäußerung. Die Piraten-Europapolitikerin Julia Reda warnte: "Dieser Deal ist eine Gefahr für kleine Verlage, Autoren und Internetnutzer gleichermaßen."

Der Internetgigant Google hielt sich in seiner Stellungnahme zu der Einigung sehr zurück und erklärte lediglich: "Die Urheberrechtsreform muss allen zugute kommen - einschließlich der europäischen Kreativen und Verbraucher, kleiner Verleger und Plattformen." Man werde den Text der Einigung nun analysieren und über die nächsten Schritte entscheiden.

Kritiker warnen auch, dass die großen Suchmaschinen - statt Verleger für Artikelausschnitte zu entlohnen - Inhalte aus ihren Ergebnislisten tilgen könnten. Nutzer würden in dem Fall weniger oder andere Ergebnisse gezeigt bekommen als heute.

Der zuständige Berichterstatter im Europaparlament, Axel Voss (CDU), zeigte für Kritik wenig Verständnis. "Digitaler Urheberrechtsschutz beendet endlich das Wildwest im Internet, bei dem die Rechteinhaber bisher oft untergebuttert werden", sagte Voss. "Den neuen Realitäten und Geschäftsmodellen des digitalen Zeitalters können wir jetzt gerecht werden."/wim/DP/edh
Antwort auf Beitrag Nr.: 59.873.725 von Huta am 14.02.19 14:03:47
Analystenrating
Guten Tag !

Nach der kurzen Euphorie gestern nach den Zahlen fällt der Kurs heute ja wieder mächtig zusammen und wir bewegen uns fast wieder in den Regionen, in denen wir uns vor den Zahlen bewegt haben.

Ein Puzzleteil, das dazu beiträgt könnte die aktuelle "Analyse" von Warburg Research sein, die nach den Q3 Zahlen veröffentlicht wurde (Anlageurteil unverändert "Halten" bei einem von 2,30 Euro auf 2,10 Euro zurückgenommenen Kursziel). Ich habe zu Analysten und deren Prognosefähigkeit eine eigene Meinung. Beeindruckend finde ich es immer wieder, wenn Analysten bei ein und derselben Aktie auf der Basis gleicher Zahlen und Informationen zu vollkommen unterschiedlichen Anlageurteilen und erst recht Kurszielen komme und das dann auch noch irgendwie durch eindrucksvolle wüste Berechnungen mit irgendwelchen Modellen versuchen (pseudo)wissenschaftlich zu begründen.

Aber da kann und soll jeder seine eigene Meinung haben. Für mich sind Analysen in jedem Fall bestenfalls ergänzende Informationen, die mich in meiner Entscheidung, ob ich eine Aktie halte, kaufe oder lieber die Finger davon lasse, bestenfalls unterstützen können.

Allerdings empfinde ich das "Research" von Warburg schon fast als Frechheit (vielleicht übersehe ich da aber etwas):

https://www.luebbe.com/web/downloads/module/content/2162811/…

Der dortige Analyst geht tatsächlich davon aus, dass Bastei Lübbe im nächsten Jahr eine Ebitmarge von lediglich 2,9% erreichen wird. Das ist nun sehr weit von dem entfernt, was der Vorstand sich für das nächste Jahr so vorgenommen hat (zwischen 6 und 8%).
Nun muss man ja nicht alles glauben, was ein Vorstand so von sich gibt.
Aber interessant ist aus meiner Sicht, dass der Analyst offenbar der Meinung ist, dass sich die Ebitmarge von Bastei Lübbe im nächsten Jahr reduzieren wird.
Für das laufende Jahr wird ja bei einem Umsatz von 90 Mio Euro davon ausgegangen, dass das Ebit bei mindestens 0,5 Mio Euro liegen soll. Dazu muss man die Einmalaufwendungen für das Effizienzprogramm etc. i.H.v. 2,5 Mio Euro hinzurechnen (die sollen ja im nächsten Jahr nicht mehr anfallen). Dann kommt man also auf ein bereinigtes Ebit von 3 Mio Euro - und damit einer Ebitmarge von 3,3 %.

Im nächsten Jahr soll die Marge dann also, trotz eines in der Warburgprojektion um knapp 3 Mio Euro steigenden Umsatz und trotzdem dann das Effizienzprogramm seine volle Wirkung entfaltet, tatsächlich wieder um 0,4 Prozentpunkte fallen? Da würde ich doch ganz gerne mal wissen, warum das so sein soll?

Noch doller wird es mMn, wenn ich mir den Posten "Minderheitenanteile" in der Warburg G+V Projektion auf Seite 5 anschaue.

Im nächsten Jahr wird ja, wenn überhaupt, nur noch Daedalic als nennenswerte Mehrheitsbeteiligung im Unternehmen verbleiben. Mithin können Ergebnisanteile für Minderheitengesellschafter auch nur aus einem Gewinn von Daedalic entstehen.

Nun geht der Warburganalyst davon aus, dass der gesamte Konzernjahresüberschuss im nächsten Jahr 0,9 Mio Euro beträgt. Davon sollen dann aber noch 0,4 Mio Euro auf Minderheitengesellschafter entfallen.
Daedalic gehört ja bekanntermaßen zu 51% Bastei Lübbe, die Minderheiten verfügen also über 49% der Anteile. Wenn der den Minderheiten zustehende Anteil am Gesamtjahresüberschuss aber 0,4 Mio Euro betragen soll, dann müsste der Jahresüberschuss, der alleine auf Daedalic entfällt etwa bei 0,81 Mio Euro liegen. Da der gesamte Konzernüberschuss im kommenden Jahr aber ja nur bei 0,9 Mio Euro liegen sollte, verbleiben für die Bereiche Roman und Buch nur knapp 0,1 Mio Euro Jahresüberschuss.
Ich meine, ich wäre kreuzfroh, wenn Daedalic 0,81 Mio Euro reinen Jahresüberschuss erwirtschaften würde - dann wären wir sicher schon ein paar Schritte weiter bei Bastei Lübbe. Aber erwartet der Analyst von Warburg Research tatsächlich, dass der Ergebnisanteil der Sparten Buch und Roman im nächsten Jahr bei etwa "Null" liegt? Und falls ja, wie kommt der gute Mann zu dieser Erkenntnis?

Ich würde mich freuen, oder sagen wir lieber, ich hätte nichts dagegen, wenn mir irgendwer hier im Forum einen Denkfehler in meiner Argumentation nachweisen würde, denn irgendwie kann (und will) ich nicht glauben, dass irgendwer für derartige offensichtliche Fehleinschätzungen auch noch bezahlt wird. Also: Wenn ich irgendwo einen Fehler drin hab, dann würde ich mich über eine Info freuen.

Solange sehe ich das Analyseupdate von Warburg aber nicht einmal als eine interessante aber nicht wirklich entscheidungsrelevante Informationsergänzung an (wie andere Analysen) sondern als ziemlich fragwürdig zusammengestellt. Ganz ehrlich: Wenn ich keinen Fehler in meiner Argumentation drin habe, würde ich mir als Vorstand bei Bastei Lübbe ernsthaft überlegen, ob ich eine derartige "Analyse" weiter bezahlen möchte oder das Geld nicht irgendwie sinnvoller ausgeben könnte. Ich würde von einem Analysten, der ja immerhin ein öffentliches AnlageURTEIL über eine Aktie abgeben soll in jedem Fall eine sorgfältige und begründete Arbeit erwarten. Derzeit zweifle ich das aber wirklich an (wie gesagt: Solange mir hier niemand erklärt, was ich wo falsch gesehen habe - sollte ich tatsächlich fehlerhaft argumentieren, täte mir das natürlich sehr leid und ich würde das Urteil über die Qualität der Analyse dann selbstverständlich ändern!).

Ich wünsche allen hier ein schönes Wochenende!
Antwort auf Beitrag Nr.: 59.884.738 von Huta am 15.02.19 16:03:11Analysten sind (überwiegend) erfolglose Schreiberlinge. Schau' dir einfach mal eine typische Stellenbeschreibung von Warburg an:

Aktienanalyst (m/w/d)



Ihr Profil
Nach erfolgreichem Abschluss Ihres Studiums der Wirtschaftswissenschaften haben Sie idealerweise bereits erste Berufserfahrungen in einer vergleichbaren Position gesammelt. Sie sind in der Lage, das Potenzial eines Unternehmens zu erkennen, zu beschreiben und überzeugend zu vermitteln. Sie zeichnen sich durch ausgeprägte analytische Fähigkeiten, gute Kenntnisse der Unternehmens- und Bilanzanalyse, kreatives Gespür sowie kommunikative Fähigkeiten aus und arbeiten gern in einem erfolgreichen Team. Zudem scheuen Sie sich nicht, Verantwortung zu übernehmen und arbeiten gern selbständig. Repräsentatives Auftreten, Akquisitions- und Verhandlungsgeschick, Überzeugungskraft sowie gute Englisch- und PC-Kenntnisse sind für Sie selbstverständlich.

Quelle: https://www.perbit-job.de/jobs/mmwarburg/mmwarburg/anzeige.p…

Und das ist schon die "Profi"-Rubrik. ;) Bastei Lübbe will eh keiner betreuen, weil zu klein. Da verdient man nicht viel. Bekommt also eh nur der Praktikant. Und da die Schreiber in den wenigsten Fällen ein persönliches Interesse am Unternehmen haben, hält sich der investigative Ehrgeiz eh in Grenzen. Huta, ich würde sagen, du weisst mehr über BL als der Herr Ellmann. Ruf' ihn doch mal an. Aber bereite dich darauf vor, dass du auf Unverständnis stößt. Laut Stellenanzeige sind ja folgende Fähigkeiten zu erwarten:

Vermarktungsgeschick, abgeschlossenes Studium, überzeugend vermitteln, kommunikative Fähigkeiten, repräsentatives Auftreten, Akquisitions- und Verhandlungsgeschick und Überzeugungskraft

Typischer Verkäuferfähigkeiten. Könnte auch das Profil eines Versicherungsvertreters sein. :P
Antwort auf Beitrag Nr.: 59.885.215 von shuntifumi am 15.02.19 16:50:18Guten Tag !

Tja, @shuntifumi, da magst Du durchaus Recht haben - aber selbst wenn es sich um Leute handelt, die nicht ganz so viel Erfahrung haben oder noch lernen, würde ich doch meinen, dass man sich mit einem Unternehmen, über das man ja wie gesagt, ein Anlageurteil abgeben soll, etwas intensiver beschäftigt.

Wenn man sich bei Warburg z.B. hätte dazu durchringen können, eine Begründung dafür zu geben, warum man offensichtlich der Meinung ist, dass der Vorstand keine wirkliche Ahnung von seinem Geschäft hat und deshalb vollkommen illusorische Ebitmargenziele in die Welt setzt oder warum man davon ausgeht, dass die Marge im nächsten Jahr sinkt, oder warum man glaubt, dass der komplette Gewinn im nächsten Jahr von Daedalic kommt und Buch und Roman ohne Gewinnanteil bleiben werden, dann könnte man sich damit ja inhaltlich auseinandersetzen.
Das passiert aber nicht - und dann kann man doch nur vermuten, dass man entweder selber einen Fehler im Denkprozess hat (noch einmal der Hinweis, dass ich (gerne) entsprechende Hinweise aufnehme, weil es mich einfach interessiert, ob ich da schief liege - ich bin ja nicht vom Fach) oder dass (was man sich ja irgendwie eigentlich nicht vorstellen will, denn das Research wird ja bezahlt) der Analyst kein Interesse daran hatte, sich mit dem Unternehmen näher auseinanderzusetzen.

Es gab ja in den letzten Wochen noch eine weitere Studie (allerdings vor den Zahlen)

https://www.luebbe.com/web/downloads/module/content/2162811/…

Der dort zuständige Analyst hat immerhin für das nächste Jahr keine Minderheitenanteile eingerechnet (glaubt also offenbar nicht daran, dass Daedalic einen nennenswerten Gewinnbeitrag abliefern wird).
Dafür bereinigt er das EBIT im laufenden Jahr, dass er in Übereinstimmung mit dem Vorstand bei etwa 0,6 Mio Euro ansetzt, lediglich um 1,2 Mio Euro (laut Seite 3 der Studie beträgt das bereinigte Ebit 1,8 Mio Euro). Da frage ich mich schon, wie man dort auf diese Zahl kommt, wenn der Vorstand immer wieder darauf hinweis, dass das Ebit in diesem Jahr durch Einmalaufwendungen i.H.v. 2,5 Mio Euro beeinflusst wird. Und ich frage mich dann auch erneut, ob ich, wenn ich dann meine, dass man das Ebit um diese 2,5 Mio Euro Einmalaufwendungen bereinigen müsste, irgendetwas übersehe oder ob einfach der Analyst den Fehler gemacht hat...:rolleyes:

Mal ganz davon abgesehen, dass ich mich als Vorstand schwarz ärgern würde, wenn es eine Reihe von Analysten gibt, die dem Vorstand in den entsprechenden Gesprächen entweder nicht zuhören oder glauben, dass der Vorstand mit seinen Zielvorgaben für das kommende Jahr entweder selber nicht weiß, was er da erzählt oder bewusst Unfug erzählt.

Die DZ Bank schreibt z.B. in der Analyse, dass (Zitat) " ab 2021/22 eine EBIT-Marge im Korridor von 6
bis 8% erzielbar sein" sollte. Der Vorstand sieht diese Marge aber schon ab dem nächsten Jahr (sprich 2019/2010) als erreichbar an und kommuniziert das auch so in "den Markt".
Soll diese Verschiebung des Margenziels um immerhin 2 Jahre nun heißen, dass die DZ Bank weitergehende Infos hat als "der Markt" oder heißt das schlicht und ergreifend, dass man seitens der DZ Bank dem Vorstand nicht zutraut, einen entsprechenden Überblick über sein eigenes Geschäft zu haben?:confused:

Ich bin da wirklich etwas verwirrt!

Es geht mir hier keineswegs darum, irgendwelche Analysen zu kritisieren, nur weil mir deren Ergebnisse nicht in den Kram passen. Es geht mir ehrlich darum zu verstehen, wo die Diskrepanzen herkommen.:(

Davon abgesehen bin ich aber auch der Meinung, dass Bastei Lübbe prüfen sollte, ob solches Research sich tatsächlich auszahlt (falls es um bezahltes Research geht). Grade bei einem Unternehmen wie Bastei Lübbe, bei dem in der Vergangenheit viel zu viel versprochen und viel zu wenig gehalten wurde, ist der Markt doch absolut zu Recht skeptisch, was Vorhersagen und Prognosen angeht. Und wenn dann mindestens zwei Researcher zu dem Ergebnis kommen, dass das, was der (immer ja noch relativ neue) Vorstand sich für das nächste Jahr vorgenommen hat, bei weitem nicht erreicht wird, dann heißt das doch im Klartext, dass auch der neue Vorstand nicht verlässlich ist, wenn es um Prognosen geht - und das dürfte schon den ein oder anderen Interessenten dann abschrecken...

Ich wünsche allen hier ein schönes Wochenende (trotzdem;) ).
Antwort auf Beitrag Nr.: 59.890.069 von Huta am 16.02.19 11:38:48
KNV Logistik
Guten Morgen !

Heute mal nix zum Thema "Research" ...;)

In der letzten Woche musste ja auch der laut SZ (Artikel in der Printausgabe vom 16.02.2019) "wichtigste Buchgroßhändler Deutschlands", die KNV, Insolvenz anmelden.

Welche Konsequenzen da auf den Buchmarkt allgemein und auf einzelne Verlage zukommen, wird man wohl erst ermessen können, wenn feststeht, ob und wie es gelingt. den Buchgroßhändler im Rahmen einer Insolvenz zu sanieren und welche Ausfälle dann auf die einzelnen Verlage entfallen.

Generell ist es wohl so, dass einige Verlage (im Artikel der SZ werden namentlich die Bonnier Mediengruppe, dtv und Suhrkamp genannt) auch ihre Neuerscheinungen über KNV ausliefern. Ansonsten sorgt KNV dafür, dass Bücher "über Nacht" an die Buchhändler ausgeliefert werden können, indem sie die Bücher der Verlage in großen Warenlagern vorrätig halten und bei Bedarf dann eben an die einzelnen Buchhandlungen weiterleiten. Wenn ich das richtig sehe, kauft KNV dafür die Bücher von den Verlagen (und bekommt wegen der hohen Stückzahlen dann Rabatte beim Einkauf) und verkauft diese dann mit einem Aufschlag an die einzelnen Buchhandlungen weiter.

Nachdem die KNV nun in die Insolvenz gerutscht ist, sind die Verlage aber nur noch Insolvenzgläubiger, das bedeutet, dass ihre Rechnungen für die von KNV an die Buchhandlungen ausgelieferten Bücher nur noch im Rahmen der Insolvenzquote bedient werden dürften.

Und KNV hat dem Vernehmen nach ein Zahlungsziel von etwa 2 Monaten in Anspruch genommen, was bedeutet, dass die Bücher, die KNV für das Weihnachtsgeschäft von den Verlagen erworben hat, noch nicht bezahlt sein dürften.

Nun wird nicht jedes Buch über KNV geliefert - es gibt erstens einmal Bücher, die direkt vom Verlag geliefert werden und es gibt darüber hinaus auch noch zwei größere Mitbewerber von KNV (Libri und Umbreit) - dennoch ist KNV für die Branche extrem wichtig, weil nur durch solche Zwischenhändler die Fähigkeit der kleinen Buchhandlungen, Bücher "über Nacht" zu vernünftigen Konditionen erhalten zu können, gewährleistet ist.

Neben den allgemeinen Auswirkungen auf die Branche (kleinere Buchhandlungen dürften es schwer haben, ohne oder mit einem erschwerten Barsortiment mit dem Service, den große Buchhandlungen bieten mitzuhalten), gibt es natürlich auch Auswirkungen auf einzelne Verlage. Grade kleinere Verlage dürften durch die Zahlungsstockung bzw. möglicherweise ja sogar durch den Ausfall von Zahlungen in erhebliche Schwierigkeiten geraten, denn im Regelfall ist die Liquiditätslage bei den kleineren Verlagen nicht grade üppig.

Was Bastei Lübbe angeht, weiß ich natürlich nicht, ob und ggfs. mit welchen Beträgen das Unternehmen da im Feuer steht. Es kann auch so sein (in anderen Branchen ist das jedenfalls üblich), dass die Bücher, die sich noch im Lager der KNV befinden, unter dem Eigentumsvorbehalt stehen, also der Verlag diese Bücher zurückfordern kann, solange sie noch nicht endgültig bezahlt sind, was dann ja für BL keinen wirklichen Verlust bedeuten würde. Bleiben "nur" die Beträge für die Bücher, die BL an KNV geliefert hat, von dieser noch nicht bezahlt worden sind, aber schon an irgendwelche Buchhandlungen ausgeliefert worden sind. Die Bücher kann BL ja nicht mehr zurückfordern, weil sie ja physisch nicht mehr im Lager der KNV sind und das Geld kann KNV derzeit nicht bezahlen bzw. nur im Rahmen einer Insolvenzquote.

Es könnte (Konjunktiv!) also sein, dass Bastei Lübbe Forderungen abschreiben muss - wie gesagt Konjunktiv, weil nicht klar ist, ob es nicht doch noch eine Lösung für die KNV gibt (angeblich gibt es ja Interessenten für das Unternehmen) und man mit diesen Interessenten ggfs. über ein längeres Zahlungsziel endgültige Forderungsausfälle verhindern könnte).

Grundsätzlich ist in der Branche wohl die Ansicht vorherrschend, dass man alles tun muss, um KNV am Leben zu erhalten, weil sonst die Buchlogistik einen schweren Schlag erleiden würde - insofern kann man sicher optimistisch sein, dass man irgendeine Lösung finden wird. Man weiß aber noch nicht, wie teuer die für die Beteiligten jeweils sein wird.

Läuft es sehr schlecht, wäre auch BL davon betroffen. Das wäre dann natürlich wieder mal sehr ärgerlich - aber in diesem Fall wäre Bastei Lübbe ja mal nicht selber schuld sondern lediglich "Opfer der Verhältnisse" (das würde dann zwar trotzdem die Bilanz bzw. G+V tangieren aber eben nur einmalig und nicht "systemimmanent").

Einen schönen Sonntag allerseits.

Ich bin mal gespannt, wie diese Geschichte nun weitergeht.
Antwort auf Beitrag Nr.: 59.893.717 von Huta am 17.02.19 10:44:04
Zitat von Huta: ... aber in diesem Fall wäre Bastei Lübbe ja mal nicht selber schuld sondern lediglich "Opfer der Verhältnisse" ...

Interessanter Beitrag. Aber in Bezug auf die Schuldfrage muss ich dir widersprechen. Wenn Bastei Lübbe hier größere Forderungen gegenüber KNV hat, sind sie auch selber schuld. Ich stecke hier im Thema zwar nicht weiter drin, wage aber zu behaupten, dass sich eventuelle Schwierigkeiten hier schon länger angedeutet haben dürften. Insolvenzen kommen in den seltensten Fällen überraschend. Und insoweit muss man immer am Puls der Zeit sein und sich entsprechend rechtzeitig positionieren und ggfs. umorientieren. Es gibt immer Alternativen, auch wenn das Gegenteil behauptet wird. ;)
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