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Bastei Lübbe AG - zurück in eine bessere Zukunft (Seite 29)



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Antwort auf Beitrag Nr.: 59.893.809 von shuntifumi am 17.02.19 11:10:26@shuntifumi:

So richtig tief stecke ich in dem Feld auch nicht drin - Du hast aber Recht. KNV steckt schon seit einigen Jahren in Schwierigkeiten und macht Verluste (offenbar hat man sich mit dem Umzug des Warenlagers nach Erfurt übernommen bzw. dieses zu groß dimensioniert).

Allerdings kommst Du als Verlag wohl nicht daran vorbei, KNV zu nutzen, weil die Buchhandlungen auf den Buchgroßhändler angewiesen sind. Ich vermute auch mal, dass es einfach für alle Beteiligten zu aufwendig ist, wenn jedes kleine Buchgeschäft z.B. bei Bastei Lübbe anruft und dort ein Exemplar eines Buchs ordert, dass Bastei Lübbe dann per Post oder wie auch immer an den Laden ausliefert. Das dürfte für den kleinen Buchladen schon sehr schwierig sein, weil er dann bestellte Bücher erst nach einigen Tagen ausliefern könnte (und nicht wie das heute so üblich ist quasi "über Nacht" von KNV erhält und das wäre sicher auch für Bastei Lübbe sehr aufwendig, wenn man pro Tag zig Bücher durch ganz Deutschland verschicken müsste.

Wie gesagt würde es, mal den Fall vorausgesetzt, dass man für KNV keine Lösung finden sollte, um die Bücher gehen, die KNV von Bastei Lübbe gekauft, noch nicht bezahlt aber schon weiterverkauft hat, so dass sie nicht mehr physisch dort vorhanden wären. Ob und ggfs in welcher Höhe man da sicherheitshalber entsprechende Ausfallversicherungen abgeschlossen hat, weiß ich natürlich nicht. Grundsätzlich wird man aber an dem "System KNV" nicht wirklich vorbeigekommen sein, wenn man seine Bücher in Deutschland verkaufen will - unabhängig davon, ob das Unternehmen wirtschaftlich erkennbar geschwächelt hat - es fehlten wohl die wirklichen Alternativen.

Ich vermute mal, dass man sich wegen der Wichtigkeit der KNV für die Funktion des gesamten Buchmarkts in der Branche schon sehr bemühen wird, das Ding nicht vor die Wand zu fahren und eine Lösung suchen wird. Insofern muss es ja nicht zum worst case kommen - aber ausgeschlossen ist das nicht.
Antwort auf Beitrag Nr.: 59.893.920 von Huta am 17.02.19 11:30:34KNV ist systemrelevant. Findet man da keine Lösung dann ist es für Bastei und die Branche das geringte Problem, dass es einen Ausfall wegen nicht bezahlter Bücher geben könnte. Ich denke aber man findet eine Lösung und die Branche bezalt eben mehr Geld an KNV. Oder die gehen in die "endgültige" Insolvenz und ein Investor kauft KNV und erhöht die Preise für diesen Service.
Hallo Huta (+ St.),

"Ich vermute mal, dass man sich wegen der Wichtigkeit der KNV für die Funktion des gesamten Buchmarkts in der Branche schon sehr bemühen wird, das Ding nicht vor die Wand zu fahren und eine Lösung suchen wird."

Da vermutest Du ganz richtig, denn das hier entstandene Risiko verteilt sich auf sehr viele Verlage. Deswegen würde zumindest ich hier kein neues tiefes Fass für BL sehen...

:)
Antwort auf Beitrag Nr.: 59.894.735 von SiebterSinn am 17.02.19 16:01:38Mit einem Ausfall bei Bastei Lübbe rechne ich auch nicht. Die gesamte Branche muss eben eine Lösung finden. Die großen Verlage könnten ja Teile von KNV übernehmen und damit sich den Zugang sichern und langfristig würde sie dies auch vor überhöhten Kosten bewahren. Dann hätte das ganze auch was gutes für die gesamte Branche.
Antwort auf Beitrag Nr.: 59.894.864 von Straßenkoeter am 17.02.19 16:37:14
Erfreulich
Guten Tag !

Wie ja schon mehrfach betont, sind gute und erfolgreiche Produkte natürlich für jedes Unternehmen die Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg - und erfreulicherweise ist aktuell auch ein Hörbuch aus dem Hause Lübbe Audio mit dem deutschen Hörbuchpreis in der Kategorie "Beste Unterhaltung" ausgezeichnet worden:

https://www.luebbe.com/de/news/2019-02-14/grund-zum-jubeln-f…

Einen guten Wochenstart allerseits!
Antwort auf Beitrag Nr.: 59.899.181 von Huta am 18.02.19 10:51:51
Noch einmal KNV
Hier sind noch ein paar Beiträge aus dem Buchreport zum Thema "KNV":

https://www.buchreport.de/2019/02/15/dieser-mann-soll-knv-sa…

https://www.buchreport.de/2019/02/15/knv-sanierungsexperte-t…

Aus diesen Beiträgen wird ersichtlich, dass der Insolvenzverwalter das Ziel hat, das Unternehmen zu sanieren und zu erhalten.

Die Frage wird "nur" sein: Wer wird welchen Beitrag zur Sanierung dieses für den stationären Buchhandel "systemrelevanten Unternehmens" leisten müssen?

Das ist ein ziemlich zweischneidiges Schwert, so wie ich das sehe. KNV ist für die Fortführung des Geschäftsbetriebs natürlich zwingend darauf angewiesen, dass die Verlage weiter Bücher liefern und dabei nicht grade Vorkasse verlangen (sonst geht das Geschäftsmodell des Großhändlers insbesondere angesichts der angespannten Liquiditätslage ja nicht mehr auf). Das bedingt mMn aber, dass man die Verlage nicht auf den unbezahlten Rechnungen für schon weiterverkaufte Bücher sitzen lässt (der ein oder andere kleinere Verlag würde einen derartigen Forderungsausfall angesichts der in der gesamten Branche sicher nicht so extrem üppigen Liquiditätsausstattung wohl auch nicht überleben). Beide (Verlage und KNV) brauchen einander - deshalb spricht natürlich schon einiges dafür, dass man das Unternehmen nicht gegen die Wand fahren lässt und die Verlage dadurch auf ihren unbezahlten Rechnungen sitzenbleiben.

Eine auch aus Sicht der Verlage vielleicht gangbare Lösung könnte mMn darin bestehen, die Zahlungsziele für die noch nicht bezahlten Rechnungen auszudehnen, um den Druck von der KNV zu nehmen, damit dort in größerer Ruhe als bisher vielleicht doch noch ein Investor gefunden wird. Dann hätten die Verlage auch keine tatsächlichen Ausfälle sondern "nur" Zahlungsstockungen hinzunehmen (wobei auch das den ein oder anderen kleineren Verlag schon sehr belasten würde).

Ich bin sehr gespannt, wie es da in den nächsten Tagen und Wochen weitergeht.
Antwort auf Beitrag Nr.: 59.899.181 von Huta am 18.02.19 10:51:51Guten Tag !

Nun wurde das zweite Research nach den Q3 Zahlen veröffentlicht - diesmal von der SOLVENTIS Beteiligungen.

https://www.luebbe.com/web/downloads/module/content/2162811/…

Was das reine Zahlenwerk angeht, entspricht dieses Research den Prognosen des Vorstands deutlich eher als die entsprechenden Veröffentlichungen von Warburg und der DZ Bank. Während diese beiden die Vorstandsprognose für das kommende Jahr (Ebitmarge zwischen 6 und 8 %) komplett ignorieren bzw. die Expertise des Vorstands in diesem Punkt in Zweifel ziehen und für das Geschäftsjahr 2019/2020 von Ebitmargen von 3,75% (DZ Bank) bzw. sogar nur 2,9% (Warburg) ausgehen, nimmt SOLVENTIS eine Marge von 6,0 % an.

Wie erstaunlich unterschiedlich die Analysten das Unternehmen betrachten sieht man an dem Punkt "Minderheitenanteile".

Dabei handelt es sich (mMn), da es sonst mWn im nächsten Jahr keine Gesellschaften mehr im Konzernverbund gibt, die nicht zu 100% im Eigentum von BL selber stehen, um die "Gewinnanteile", die den Minderheitsgesellschaftern von Daedalic zustehen (der Gewinn von Daedalic wird zunächst einmal komplett dem Konzern zugerechnet, dann werden aber vom Gesamtergebnis des Konzerns der auf die 49% anderen/konzernfremden Gesellschaftern von Daedalic entfallende rechnerische reine Daedalicgewinn wieder abgezogen).

Die DZ Bank sieht im nächsten Jahr keinen Daedalicgewinn und dementsprechend auch keinen Minderheitsgesellschaftern zustehenden Gewinnanteil. Dafür glaubt die DZ Bank aber, dass Roman und Buch (die beiden anderen Geschäftsfelder des Konzerns) einen Jahresüberschuss von zusammen 1,7 Mio Euro erwirtschaften.

Warburg glaubt, dass Daedalic einen Gewinn von 0,81 Mio Euro erwirtschaften wird, weshalb 0,4 Mio Euro des Konzernergebnisses an Minderheiten gehen müssen . Dafür meint Warburg aber, dass Buch und Roman noch nicht einmal 0,1 Mio Euro zum Ergebnis beitragen werden.

Und SOLVENTIS wiederum meint, dass Daedalic im nächsten Jahr sogar ca. 1,6 Mio Euro Jahresergebnis erreichen wird, weshalb 0,8 Mio Euro an Minderheiten ausgeschüttet werden müssten. Buch und Roman erzielen nach deren Rechnung in etwa 1,9 Mio Euro Jahresergebnis im kommenden Geschäftsjahr.

Man sieht also: Für jeden ist etwas dabei :)

Nun kann man als außenstehender Aktionär natürlich nicht jede Zahl wirklich valide überprüfen - aber es gibt wenigstens den ein oder anderen Anhaltspunkt.

Da wären zunächst einmal die Zahlen für die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres. Und man kann wohl auch relativ verlässlich davon ausgehen, dass die Prognose für das laufende Jahr einigermaßen eingehalten werden kann, da zwischen Abgabe der Prognose und Ende des laufenden Geschäftsjahres ja im Prinzip nur noch knapp 8 Wochen lagen.

Eliminiert man alle Einmalaufwendungen etc. aus dem laufenden Jahr, stellt sich das Bild so dar:

In den ersten neun Monaten hat BL insgesamt 72 Mio Euro Umsatz und gut 4 Mio Euro EBIT erzielt (ausgewiesen 2,1 Mio Euro, Einmalaufwand 2 Mio Euro). Dies entspricht einer Marge von etwa 5,5%. Daedalic hat zu diesem Ergebnis ausweislich der Segmentberichterstattung noch ein negatives EBIT von - 0,2 Mio Euro beigetragen - insgesamt erwartet man für Daedalic im laufenden Jahr aber ein negatives EBIT von etwa 0,5 Mio Euro (laut GB).
Da das nun laufende Q4 im Verlag immer besonders schwach ist, rechnet man bei Bastei Lübbe nun mit einem Gesamtumsatz von etwa 90 Mio Euro bei einem positiven EBIT (unbereinigt) von 0,5 Mio Euro (das bedeutet dann rein für Q4 etwa 18 Mio Euro Umsatz und ein EBIT von - 1,0 Mio Euro, wovon etwa - 0,3 Mio Euro von Daedalic stammen).

Wird dieses Ergebnis planmäßig erreicht, würde die (um Einmalaufwendungen bereinigte) EBITmarge im Gesamtjahr dann bei (einschließlich Daedalics Verlust) bei 3,3% liegen (ohne Daedalic übrigens dann bei 4,4 %!).

Nun soll ja das Jahr 2019 für Daedalic das "ökonomisch beste Jahr der Firmengeschichte" werden, weil man so viele aus Sicht des dortigen CEO vielversprechende Neuentwicklungen in der Pipeline bzw. am Start hat. Als Aktionär hätte ich da natürlich absolut überhaupt nichts gegen.

Meiner Einschätzung nach hat Daedalic bisher nämlich noch in so gut wie keinem Jahr wirklich nachhaltig zum Konzernergebnis beigetragen - und wenn man einen Strich unter die Ergebnisbeiträge dieser Beteiligung zieht, dürfte das Ergebnis insgesamt negativ sein.

In den besseren Jahren hat Daedalic ein leichtes Plus erreicht (von dem dann aber ja, wie schon gesagt, 49% noch Drittgesellschaftern zugestanden haben) - im letzten Jahr gab es dafür dann ja ein "fettes Minus".
Dennoch wäre es natürlich erfreulich, wenn Daedalic, wie ja von SOLVENTIS und Warburg übereinstimmend prognostiziert, im kommenden Jahr einen positiven Ergebnisbeitrag abliefern würde.

Der Bereich "Roman" bringt dagegen eigentlich seit Jahren verlässlich etwa 1,5 Mio Euro Ergebnisbeitrag - dass sich hier im nächsten Jahr signifikante Änderungen ergeben, ist nicht wirklich ersichtlich.

Bleibt der Bereich "Buch". Der ist bei Bastei Lübbe inzwischen fast zweigeteilt.
Auf der einen Seite das extrem erfolgreiche Label LYX, das, nach den Aussagen in der SOLVENTIS Studie im laufenden Jahr seinen Umsatz fast verdoppelt hat (was ja auch eindrucksvoll aufzeigt, dass man auch in einem stagnierenden Markt durchaus erfolgreich publizieren kann, wenn man die richtigen Produkte hat und die richtige Marketingstrategier) und die doch recht erfreulich verlaufenden Jugendbuchverlage Boje und Baumhaus sowie das Gemeinschaftsunternehmen "Community Editions". An der Stelle möchte ich dann doch noch einmal eine Lanze für den in vielerleri Hinsicht eher glücklosen Herrn Schierack brechen, der ja nicht nur oolipo und Buchpartner und Daedalic ins Haus geholt hat sondern auch LYX.

Und auf der anderen Seite der leider ziemlich eingerostete Teil des Buchverkaufs, der auf die klassischen Verlage Bastei Lübbe, Ehrenwirth und Eichborn entfällt. Hierzu gibt es zwar keine näheren Assagen - außer der von SOLVENTIS, dass das Buch von Timur Vermes "Die Hungrigen und die Satten" auch nicht in Ansätzen die Umsätze gebracht hat, die man einkalkuliert hatte (und ich für meinen Teil glaube, dass das auch nicht das einzige Buch aus diesen Verlagen war, das hinter den Erwartungen geblieben ist - und es würde mich auch nicht wundern, wenn man nahezu das gesamte Ergebnis im Bereich Buch nur aus LYX, Baumhaus, Boje und CE ziehen würde - un vielleicht noch aus dem Ebooklabel "be" und die klassischen Verlage bei BL derzeit eher bestenfalls "flat" laufen).

Ich glaube jedenfalls, dass da wirklich einiges im Argen liegt und es höchste Eisenbahn wird, dass dort aufgeräumt und die Programmstrategie neu entwickelt wird. Hier liegen mMn auch noch Einsparpotentiale für die Zukunft, die man heben MUSS. MMn ist die Flut an (geben wir es mal zu "recht mittelmäßigen und oft auch beliebigen") Neuerscheinungen einfach zu groß. Vielleicht wäre Bastei Lübbe hier gut beraten, die Anzahl der Neuerscheinungen (vielleicht auch der Verlage in diesem Bereich) einzudampfen und sich auf wenige, dafür aber sehr viel erfolgversprechendere Neuerscheinungen zu konzentrieren und diese dann aber auch gezielt zu vermarkten, so wie das bei LYX für die Zielgruppe "junge Frauen" ja schon erfolgreich geschehen ist und weiter geschieht.

Welche Geschäftsentwicklung ist nun wahrscheinlich (soweit man das außenstehender Aktionär überhaupt beurteilen kann)?

Ausschließen, weil einfach zu weit hergeholt, würde ich die Warburgvariante: Also Gewinne nur aus Daedalic bei einem gleichzeitigen Absturz von Buch und Roman. Ich würde derzeit keinen Grund sehen, der eine solch drastische Korrektur in den Bereichen Buch und Roman rechtfertigen würde.

Der Bereich "Roman" könnte im EBIT ja wieder seine üblichen 1,5 Mio Euro bringen.

Der Bereich "Buch" bringt (wenn die Vorstandsprognose so eintrifft) im laufenden Jahr ein Ebit von etwa 2 Mio Euro bereinigt auf die Waage (0,5 Mio Euro ausgewiesenes EBIT plus 2,5 Mio Euro Einmalaufwendungen plus Verlust Daedalic 0,5 Mio Euro abzüglich Ebit Romanbereich 1,5 Mio Euro).

Da ja im nächsten Jahr die Effizienzprogramme erst voll greifen werden, sollte der Buchbereich eigentlich etwas besser abschneiden als im laufenden Jahr - zwar stehen auch im nächsten Geschäftsjahr keine schon im Vorhinein feststehenden ausgesprochenen Bestseller auf dem Programm - aber man will ja neben der Effizienz auch das Programm überarbeiten und dadurch mMn weitere Kosten sparen (ein Buch, das nicht verlegt wird, weil es kaum Aussichten hat, in der Masse der Neuerscheinungen durchzudringen, verursacht auch keine Kosten) und die verbleibenden Bücher erfolgreicher am Markt platzieren (dadurch dass man das Marketing auf die weniger werdenden Bücher konzentriert). Das ist dann aber ein "work in progress" und sicher nicht in ein paar Monaten "fertig"!

Und Daedalic? Da ja nun zwei von drei Analysten davon ausgehen, dass Daedalic dem Optimismus des CEO auch Taten folgen lassen wird und tatsächlich vielleicht auch mal einen nachhaltigen Jahresgewinn ausweisen könnte, kann man das ja immerhin nicht ausschließen. Für mich bleibt es strategisch richtiger, Daedalic zu veräußern - aber auch was den Kaufpreis für das Unternehmen angeht, kann es ja nicht schaden, wenn Daedalic nachweist, dass man auch wirtschaftlich erfolgreich sein kann - das dürfte den Preis jedenfalls nicht schmälern.

Alles in allem, würde ich mit meinen Überlegungen schon am nächsten bei SOLVENTIS sein, d.h. EBIT 1,5 Mio Euro Roman, etwa 3,5 bis 4 Mio Euro aus dem (verschlankten) Bereich Buch und ca. 0,5 Mio Euro (vor Drittanteilen) von Daedalic.
Warum gehe ich im Bereich Buch mit dem EBIT so deutlich hoch? Bei einem prognostizierten Gesamtumsatz von 95 Mio Euro, sollten etwa 73 Mio Euro plus x auf den Bereich Buch entfallen - die Zielmarge auch für den Bereich "Buch und Roman" liegt bei zwischen 6 und 8 % - das bedeutet in der Mitte, dass man bei etwa 83 Mio Euro Umsatz in den beiden Segmenten zusammen (Daedalic traue ich angesichts des Optimismus dann schon einen deutlicheren Umsatzanstieg zu) ein Ebit von zusammen 5,8 Mio Euro erzielen kann - davon entfallen 1,5 Mio Euro auf den Bereich Roman, bleiben ca. 4 Mio Euro für den Buchbereich.

Das würde dann auch insgesamt der Vorstandsprognose einer Ebitmarge von zwischen 6 und 8% entsprechen (Umsatz 95 Mio Euro, EBIT knapp 6 Mio Euro entspricht einer Marge von 6,3%)

Jedenfalls erscheint mir das angesichts der Zahlen für das laufende Jahr als deutlich realistischer als die Vermutung, dass Buch und Roman insgesamt bei etwa 0 Euro Ergebnis liegen (Warburg). Aber auch ein Ebit von etwa 3,6 Mio Euro, wie die DZ Bank glaubt, halte ich im nächsten Jahr für etwas untertrieben. Die DZ Bank glaubt, dass Daedalic im nächsten Jahr ausgeglichen sein wird (keine Drittanteile angesetzt), dann würden die 3,6 Mio Euro EBIT ja vollständig aus Roman und Buch kommen - in diesem Jahr sollen es aus Roman und Buch aber ebenfalls schon 3,5 Mio Euro sein (s.o.) und das obwohl das Effizienzsteigerungsprogramm ja erst zu wirken beginnt...

Natürlich ist das alles schon eine ziemliche "Rumraterei" (aber wenn ich mir die ein oder andere "Analyse" mal anschaue...na ja lassen wir das).

Von mir aus dürfen es sehr gerne die 21 Cent EpS sein, die bei SOLVENTIS letztendlich (nach Abzug von Drittanteilen) herauskommt (übrigens sieht SOLVENTIS dann konsequenterweise für das Jahr 20/21 keinen größeren Daedalicgewinn mehr - die Anteile Dritter am Konzergewinn sinken dann von 0,77 Mio Euro auf 0,1 Mio Euro - nicht jedes Jahr ist erfahrungsgemäß ein gutes Jahr für Daedalic. Insofern wäre es mir auch weiterhin sehr recht, wenn man Daedalic veräußern würde (SOLVENTIS geht davon aus, dass der Verkaufsprozess bis zum Sommer abgeschlossen sein wird).

Mir persönlich ist es eher schleierhaft, wie man bei SOLVENTIS bei einem angenommenen EpS von 21 Cent für das kommende Jahr dann auf ein Kursziel von 5,50 Euro kommt - das ist dann die "Analystenmagie" von der ich nichts verstehe ;).

Mir persönlich würde weiterhin - auch angesichts der Tatsache, dass der Kurs nach einem kurzen Höhenflug nach den Q3 Zahlen auch schon wieder bröckelt, ein stabiler Kurs über 2 Euro (vom heutigen Kurs gesehen würden 2,10 Euro z.B. ja immerhin auch schon wieder ca. 20 % Kurspotential entsprechen) fürs erste absolut genügen. Im nächsten Jahr wird BL ja noch beweisen müssen, dass man nun endgültig wieder zurück ist im Gewinnbereich und man wird sicher auch schon sehen können, wohin die Reise beim ja ebenfalls schon mehrfach angesprochenen angestrebten Wachstum gehen wird.

Für mich wären da die nächsten Hausaufgaben wie schon angesprochen sehr klar:
- Eindampfen der großen Zahl an Novitäten pro Jahr
- Konzentration auf erfolgversprechendere Bücher
- Möglichkeit, schneller auf aktuelle Entwicklungen auf dem Buchmarkt zu reagieren (manchmal ploppt ein Genre überraschend auf den Bestsellerlisten neu auf - und wenn man dann erst drei Jahre später auf den Zug aufspringt, nutzt das niemanden etwas)
- Von der Möglichkeit Gebrauch machen, einige Neuerscheinungen mindestens zunächst nur als Ebook herauszubringen
- Zielgruppengerechtes Marketing für bestimmte Zielgruppen (wie gesagt: Bei LYX funktioniert das ausgezeichnet)
- Möglicherweise auch eine intensivere Nutzung der Backlist (ich weiß, dass das extrem schwer ist - aber warum überlegt man nicht, z.B. die erfolgreiche Reihe von Mona Kasten (Save me,you und us) im nächsten Weihnachtsgeschäft als TB Bundle herauszubringen - zu einem attraktiven Preis in irgendeiner Schmuckverpackung - oder warum nutzt man nicht die bisherigen Folgen von Gregs Tagebuch intensiver als bisher - ich meine, es gibt ja immer wieder neue Jungs, die jetzt mit der 14. Folge dieser Reihe aufwachsen, sich aber auch für die erste Ausgabe interessieren könnten - auch hier könnte man z.B. zwei Ausgaben als TB_Ausgaben für de halben Preis anbieten etc.).
- Und dann natürlich die Übernahme weiterer kleinerer (Spezial) Verlage bzw. Imprints - möglicherweise auch auf dem (vergleichsweise stablien Kinder- und Jugendbuchmarkt).

Wenn dann, wie von SOLVENTIS prognostiziert im GJ 2020/2021 ein EpS von 32 Cent je Aktie herauskommt, dann wird sich der Kurs der Aktie auch von selber weiter voran bewegen...

Einen schönen Tag noch allerseits.
Hallo Huta,

beispielhafte Gedanken deinerseits, die ich in den meisten Punkten nachvollziehen kann!

Im Übrigen liegt meine aktuell noch relativ defensiv gehaltene Schätzung für das kommende Geschäftsjahr bei ca. 18 Cent/Aktie und auch von daher rechne ich nicht mehr damit nochmals um/unter 1,60 Euro zukaufen zu können.

:)
Servus Huta,

der Vollständigkeit halber sollte man erwähnen, dass Herr Schmitt als einer der Köpfe von Solventis mit immerhin 3,7% an Bastei beteiligt ist. Damit will ich nicht die Qualität der Studie in Frage stellen, aber man sollte es bei der Einschätzung und Beurteilung von Kursziel und Einschätzung im Hinterkopf behalten.
Antwort auf Beitrag Nr.: 59.910.311 von babbelino am 19.02.19 15:19:05
Zitat von babbelino: Servus Huta,

der Vollständigkeit halber sollte man erwähnen, dass Herr Schmitt als einer der Köpfe von Solventis mit immerhin 3,7% an Bastei beteiligt ist. Damit will ich nicht die Qualität der Studie in Frage stellen, aber man sollte es bei der Einschätzung und Beurteilung von Kursziel und Einschätzung im Hinterkopf behalten.


Danke für den Hinweis!

Ich habe ja schon deutlich gemacht, dass Analysen und Research sehr kritisch zu sehen sind. Vorliegend erscheinen mir bei Warburg und DZ Bank das Zahlenwerk und bei Solventis das Kursziel fraglich.

@siebtersinn: Ich denke auch, dass wir im nächsten Jahr so etwa 20 Cent EpS sehen werden. Generell würden bei 95 Mio Euro Umsatz und 6% Ebitmarge ungefähr 5,7 Mio Euro EBIT und ca. 3 Mio Euro Jahresergebnis rauskommen.

Und dann kommt es darauf an, wie hoch tatsächlich das Daedalicergebnis sein wird - und wie hoch damit die Minderheitenanteile.

Aber ich habe weiterhin die Hoffnung, dass Daedalic baldmöglichst zu einem guten Preis veräußert werden kann und man die freiwerdenden Mittel dann höhermargig wieder investieren kann!
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