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Was ist hier los? (Seite 4)


WKN: A2ASU8 | Symbol: XOG
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Neuigkeiten zur Extraction Oil & Gas Aktie


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Die US-Bank Wells Fargo hat heute das Coverage der Aktie mit Kursziel von 8 USD wieder aufgenommen, was fast eine Verdopplung wäre. Das Rating lautet allerdings seltsamerweise nur Market Performer. Also müsste laut der Bank vllt. der gesamte Ölsektor vor einer Kursverdopplung stehen? - Wer weiss - vllt. macht Trump es möglich.

http://thefly.com/news.php?symbol=XOG

Ein anderer Analyst kam im April auf ein Kursziel von 6 USD. Er teilte mit, XOG hätte 2018 eines der schlechtesten Bohrprogramme durchgeführt. Irgendetwas mit "DCP". Verstanden habe ich es nicht. Mangelnde Öl-Pipelinekapazitäten? - Fehlendes Wasser?

Im Februar sah ein weiteres Analystenhaus nach Vorstellung der Pläne für 2019 ein Kursziel von 12 USD.

Ende Januar 2019 senkte noch ein Analystenhaus das Kursziel von 22 auf 10 USD. Wegen volatiler Ölpreise. Nunja - das der Ölpreis volatil ist, das ist ja nicht neu. Dieses Analystenhaus senkte auch das Kursziel für Anadarko Petroleum von 70 auf 55 USD. Dieser Kurs liegt stabil bei fast 73 USD nach dem Übernahmeangebot von Occidental Petroleum/Bershire Hathaway.

Es gibt glaube ich keine Aktie in dem Feld, die so extrem stark im Kurs abgesackt ist wie XOG.
Antwort auf Beitrag Nr.: 60.617.506 von Wertefinder1 am 21.05.19 23:23:01Zitat:
"Ein anderer Analyst kam im April auf ein Kursziel von 6 USD. Er teilte mit, XOG hätte 2018 eines der schlechtesten Bohrprogramme durchgeführt. Irgendetwas mit "DCP". Verstanden habe ich es nicht. Mangelnde Öl-Pipelinekapazitäten? - Fehlendes Wasser?"

-> Er bezog sich vermutlich hierauf (GB 2018 (http://ir.extractionog.com/static-files/52d890b8-4786-456f-b…), S. 20) :

"We estimate that midstream constraints negatively impacted our production by approximately 18.5 MBOE/d, or 24%, during the year ended December 31, 2018. We are currently working with various midstream providers to address processing constraints in the DJ Basin."

-> Heißt, hätte ausreichend Pipeline-Kapazität zur Verfügung gestanden, hätte XOG ein Drittel mehr Umsatz machen können. Unschön, daß diese Engpässe bestehen. Es zeigt aber auch das zukünftige Umsatzpotential, wenn diese ausgeräumt werden könnten. Deshalb gibt es ja auch das ehrgeizige Pipeline-Projekt via 100%-Tochter Elevation Midstream. Näheres dazu findet man auf den Seiten 18 bis 20 der (ohnehin sehr interessanten) Präsentation zum Q1/19 - die demnächst von der XOG-Seite getilgt werden dürfte. Also besser noch schnell herunter laden:

http://ir.extractionog.com/static-files/563497ff-5064-473d-9…
Antwort auf Beitrag Nr.: 60.618.655 von Origineller_Name am 22.05.19 08:24:35Habe ich bereits gemacht. DCP hatte ich über die Internetsuche nur mit Flusswasser gelesen.

Von der DRAG-Beteiligung EOG ist bekannt, das es da 2018 Transportprobleme gab. Aber nicht weil die Pipelinekapazität zu gering bemessen war, sondern weil die Förderung weit höher als erwartet war und deshalb dann in der Folge die Kapazität nicht ausreichte. Also aus etwas Positiven wird dann analystenseitig etwas negatives gemacht. Jetzt hat sich das erledigt.

Ich verstehe den Abverkauf der Aktie weiter nicht, obwohl ich jetzt schon eine Menge gelesen habe.
Antwort auf Beitrag Nr.: 60.619.267 von Wertefinder1 am 22.05.19 09:20:25Zitat:

"Ich verstehe den Abverkauf der Aktie weiter nicht, obwohl ich jetzt schon eine Menge gelesen habe."

-> Das ist, wie immer, eine Gemengelage diverser Faktoren:


1. Gesamtmarkt

-> Es herrscht Unsicherheit über die zukünftige Weltwirtschaftsentwicklung. Sollte der Handelskrieg eskalieren, dürfte sich das negativ auf die Weltwirtschaft auswirken, das wiederum negativ auf die Ölpreise, das dann negativ auf die Finanzen von XOG, und das ganze wirkt sich jetzt schon einmal negativ aufs Sentiment aus.


2. Ölmarkt

-> Man muß sich auf jeden Fall ehrlich machen über den Ölmarkt. Trotz der Tatsache, daß aus Venezuela und Iran jeweils Millionen Barrel Öl auf der Angebotsseite weggefallen sind, daß die OPEC sich eine strikte Förderbeschränkung auferlegt hat, daß Saudi-Arabien, wie man 2016 gesehen hat, problemlos deutlich mehr Öl fördern könnte, als sie vor den Förderkürzungen schon verkauft haben, gibt es immer noch einen Angebotsüberhang. Dieser wird durch die rapide steigende US-Förderung (die sich wahrscheinlich in den nächsten Jahren um 4 Mio. Barrel erhöhen wird) noch mehr vergrößert. Und ständig werden irgendwo neue Ölfunde gemeldet. Eine Ölknappheit im Sinne der technisch derzeit und zukünftigen verfügbaren Mengen wird es auf abshebare Zeit nicht geben.

-> Auch die Nachfrage wächst natürlich noch, und das wahrscheinlich um die zwanzig Jahre. Aber der Nachfrageanstieg kann locker kompensiert werden durch die Angebotsseite. Und in den nächsten Jahren wird der Bedarf in den Industrieländern im Zuge der Ökologisierung, meiner Meinung nach, deutlicher nachlassen als derzeit erwartet.

-> Neben den erneuerbaren Energien ist dem Öl ein neuer, wahrscheinlich noch gefährlicherer Konkurrent erwachsen - Erdgas. Mit Erdgas wird die Ökobilanz verbessert, und daher wird es sowohl in der Energieerezeugung als auch bei den Kraftstoffen eine immer größere Rolle spielen. Zu letzteren Punkt empfehle ich Dir einen Blick ins Hexagon-Forum. Dort kannst Du lesen, wie erheblich zum Beispiel VW in den nächsten Jahren die CNG-Flotte ausbauen will. Und auch für Wasserstoff wird, bis dann genügend erneuerbare Energien zur Verfügung stehen, Erdgas die wichtigste Ausgangsbasis bleiben. Wasserstoff ist momentan noch ein Randthema, aber z.B. Hexagon prognostiziert eine Verhundertfachung der damit angetriebenen Motoren bis 2028, also binnen neun Jahren. Wie relevant Erdgas ist, zeigt auch, das z.B. Aramco, bisher ein reiner Öl-Förderer, jüngst erhebliche Investitionen von 150 Mrd. Dollar angekündigt hat - in Erdgas.


3. XOG

-> XOG ist bei weitem nicht so gut aufgestellt, wie frühere Kurs von um die 20 $ suggeriert haben. Letztendlich sind für mich die derzeitigen Kurse näher an der Realität. Sowohl der horrende Verlust in Q1/19, als auch der riesige Gewinn in Q4/18 entspringen ganz wesentlich Hedgings. Läßt man die außen vor, ist die Marge nicht der Knüller, ein Leverage von 1,8 auch nicht. Und die Gesamtmarktsituation (s.o.) wird den Druck nicht verringern. Die Förderung wird wohl bis Ende des Jahres/Anfang 2020 stagnieren. Dann erst soll eine Vielzahl neuer Bohrungen in Betrieb gehen. Die gleiche Timeline haben allerdings auch NOG und DRAG. Wenn man das so sieht, und dann mal davon ausgeht, daß dieses Drei nicht ausgerechnet die Ausnahme sein werden (Schweinezyklus), kann man davon ausgehen, daß der US-Öl-Output nach einem leichten (!) Schwächeln über Q2 (was sich momentan schon abzeichnet) wahrscheinlich spätestens ab Q4 wieder stark zunehmen wird. Was das für die Preise bedeuten wird, kann man sich ausmalen. Somit wird auch XOG, langfristig betrachtet, weiter Druck auf die Margen verspüren.


4. Psychologie

-> Rein vom Sentiment her ist XOG deutlich angeschlagen, eine stabile Investorenschaft momentan (noch) nicht auszumachen. Da scheint noch einiges an hin und her stattzufinden. Die Investoren sind sich wohl selbst nicht ganz klar, was das werden wird.

-> Und natürlich gibt es auch immer Situationen, in denen eine Aktie auch einfach fundamental unterbewertet ist. Wenn man sich darüber ganz sicher ist, hilft nur kaufen. Allerdings ist hier das Objekt ein wenig groß, um signifikant Einfluß ausübern zu können...


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