NORDLB belässt Wirecard auf 'Kaufen' (Seite 72) | Diskussion im Forum



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Antwort auf Beitrag Nr.: 64.258.324 von faultcode am 01.07.20 20:14:17Zu: "Einer weiteren Firma aus Asien gab Wirecard laut KPMG im selben Jahr Kredite über 115 Millionen Euro, ebenfalls ohne Sicherheiten."

--> es geht wahrscheinlich um die oCap Management Pte. Ltd., früher Senjo Trading Pte. Ltd., in Singapur als Kreditnehmerin:

September 9, 2019
Is Wirecard round tripping with Singapore entities?
https://www.mca-mathematik.com/ocap-senjo/

https://www.sgpbusiness.com/company/Ocap-Management-Pte-Ltd
https://www.ocap.com/
Wirecard | 4,095 €
Antwort auf Beitrag Nr.: 64.259.002 von faultcode am 01.07.20 20:57:32...
Hufeld verteidigte auch das von der BaFin verhängte Leerverkaufsverbot für Wirecard-Aktien. Seine Behörde habe Anfang 2019 von der Staatsanwaltschaft München sehr konkrete Hinweise auf möglicherweise bevorstehende Marktmanipulationen erhalten und habe tätig werden müssen. Außerdem sei die BaFin zur Stellung von Strafanzeigen in solchen Fällen verpflichtet.

Besorgnis wegen des Wirecard-Konkurses
Finanzen/Ausschuss - 01.07.2020 (hib 698/2020)
https://www.bundestag.de/presse/hib/703910-703910


__
rückblickend muss ich sagen, sieht das Verhalten der Staatsanwaltschaft München (I) recht komisch aus. Oder besser gesagt noch komischer.
Und das nicht erst in 2019 re Wirecard:

• warum hat man dort sozusagen konsequent den Blick immer nach allen möglichen Seiten gerichtet, nur nicht zu Wirecard selber hin?

Mich würde es nicht wundern, wenn die Verteidigung dieses Verhalten als Teil ihrer Strategie verwenden wird.

Oder auch nicht. Denn wenn man wieder ein bischen logisch denkt (wer in Europa bekam von wem 2015 bis 2019 Dokumente welcher Art?), kann man da eine Vermutung anstellen.

Wie ich oben schon geschrieben habe:
• solange Kronzeugen- und Whistleblower-Gesetze in Deutschland so miserabel bleiben wie jetzt, ist ein neuer Fall Wirecard (vielleicht nicht mehr so spektakulär) bereits in der Mache.

Dauert ja immer so seine 5...15 Jahre für was richtig Großes.

Markus Braun und Co. haben vermutlich nach einer Weile gewusst, wie gut man diese Lage zu ihren Gunsten ausnutzen kann. Und dann kannte der globale Wahn halt keine Grenzen mehr.

Da darf es auch nicht verwundern, daß deutsche Behörden über ein Jahr später bei Wirecard im Büro stehen als die Kollegen in Singapur.

Mich würde daher auch nicht wundern, wenn eines Tages noch herauskommen würde, daß es auch keinen Whistleblower bei EY und/oder Baker Tilly re Wirecard bei deutschen Behörden gab.


Da brauchen also die deutschen Politiker, die in Noch-BaFin-Präsident Felix Hufeld nun den perfekten "Patsy" gefunden haben, gar nicht die Empörten spielen.

Das ist Sache der Legislative.


https://www.dictionary.com/browse/patsy
Wirecard | 4,135 €
Antwort auf Beitrag Nr.: 64.260.601 von faultcode am 01.07.20 22:51:01
der Endpunkt
<ist nicht von mehr, aber ich habe diese These nun schon ein paar Mal in der ein oder anderen Form gelesen und halte es hier der Vollständigkeit halber fest>


Manch einer frägt sich vielleicht noch immer: was sollte eigentlich der Endpunkt von diesem ganzen Betrug gewesen sein?

Antwort: einen der "Big 5", bevorzugt Amazon, als Kunden zu gewinnen
(nicht umsonst verweist die LinkedIn-Seite von Carlos Häuser (siehe oben unter oCap) mMn auf Amazon.)

Die verwegene Idee wäre es gewesen, für so einen Kunden die globale Zahlungsabwicklung vorzunehmen, damit echten operativen Cashflow zu generieren und damit dann die leeren Trust accounts in Südost-Asien allmählich aufzufüllen.

Daher auch das jahrelange Getue um "digital innovation" etc. von Markus Braun und Co.

Dumm halt, daß Amazon und Co sich davon in keinster Weise beeindrucken ließen (FB, AAPL, MSFT, GOOG).

Insofern liegt diesem Betrug auch mMn eine massive Selbsttäuschung zugrunde.


Wobei ich derzeit glaube, daß dieser Plan spätestens 2019 aufgegeben wurde (weil als unrealistisch angesehen) und stattdessen das Projekt "Panther", also die Übernahme durch die Deutsche Bank, ausgerufen wurde: https://www.wallstreet-online.de/diskussion/1297626-611-620/…
Wirecard | 4,274 €
Antwort auf Beitrag Nr.: 64.259.929 von Steff35 am 01.07.20 22:02:42was fragste das hier nach ? eine klare Anwort kann dir keiner geben, ausser dass es wohl auf Zeit eher nach unten geht....
Wirecard | 4,274 €
2.7.
„Bilanzpolizei“ DPR wehrt sich gegen Vorwürfe im Wirecard-Skandal
https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/…
...
Die im Wirecard-Skandal in der Kritik stehende Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) wehrt sich gegen die gegen sie erhobenen Vorwürfe. „Das Aufspüren von Bilanzbetrug und Ermittlungen sind nicht Teil des Aufgabenkatalogs“, erklärte die auch als „Bilanzpolizei“ bekannte DPR am Mittwoch.

Dazu fehlten der DPR als privatrechtlicher Verein Durchgriffsrechte wie sie etwa eine Staatsanwaltschaft habe. Man sei immer auf die kooperative Mitwirkung des Unternehmens angewiesen.

Auch wehrt sich die DPR gegen den Vorwurf, die Prüfung der Wirecard-Bilanz verschleppt zu haben. Es hätten zu keinem Zeitpunkt Mängel im Prüfablauf vorgelegen, erklärte sie. Die Prüfung sei jederzeit streng nach den Vorgaben des Justiz- und Finanzministeriums erfolgt. „Auch die Kommunikation mit der Bafin hat im üblichen Maß und in der etablierten Frequenz erfolgt.“

Die Finanzaufsicht Bafin hatte die DPR im Februar 2019 mit der Prüfung der Wirecard-Bilanz beauftragt. Bis zur Wirecard-Insolvenz vergangene Woche lagen keine Ergebnisse vor.

...


Bilanzbetrug in Deutschland 2020: niemand fühlt sich zuständig :laugh:
Wirecard | 3,469 €
Antwort auf Beitrag Nr.: 64.266.220 von faultcode am 02.07.20 12:11:21Haben ja alle nur die Regeln und Prozesse befolgt 😂👌🏻
Wirecard | 3,410 €
Der Groß-Kredit der OLB über EUR120m an Markus Braun ist auch eine komische Sache mMn:

2.7.
OLB (Oldenburgische Landesbank) gab Wirecard-Chef offenbar Millionen-Kredit
https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/oldenburg_ostfr…

Im Bilanzskandal des Finanzdienstleisters Wirecard hat offenbar die Oldenburgische Landesbank (OLB) ein Darlehen an den ehemaligen Vorstandschef Markus Braun vergeben. Das berichtet die "Nordwest-Zeitung". Demnach soll Braun einen Kredit über 120 Millionen Euro aufgenommen haben. Die OLB halte sich bedeckt, hieß es in dem Bericht. Sie äußere sich grundsätzlich nicht zu ihren Geschäftsbeziehungen und Details ihres Kundengeschäfts.


die Oldenburgische Landesbank ist seit 2017 mehrheitlich im Besitz von Apollo Global Management:
https://www.marketscreener.com/ALLIANZ-436843/news/Allianz-s…


Derzeit gehe ich davon aus, daß es sich auch bei diesem Kredit, ähnlich seinem damaligen Wertpapierkredit bei der Deutschen Bank (durch seine verpfändeten Wirecard-Aktien besichert), um einen Kredit mit "Self-dealing"-Hintergrund handelt: https://www.wallstreet-online.de/diskussion/1297626-311-320/…

Jedenfalls käme auch die Größenordnung hin (der Wertpapierkredit der DBK hatte damals nur einen Rahmen von EUR150m. Wieviel zuletzt tatsächlich ausstehend war, ist nach meinem Kenntnisstand nicht bekannt.)

Es wäre hilfreich zu wissen, welches Timing die Kreditvergabe durch die OLB hatte zur besseren Einordnung.

Und was sind nun die Sicherheiten für diesen Kredit?


__
FC: abgesehen davon: man kann jetzt schon vermuten, daß solche Kreditvergaben an Markus Braun auch dazu beitrugen, den Betrug am Laufen zu halten. Denn irgendwo muss das Geld ja herkommen, wenn schon keines bei Wirecard verdient wurde in Summe.

Das erinnert an den Fall Bernie Madoff, bei dem, wie man heute weiß, JP Morgan eine durchaus entscheidende Rolle zukam (wenn auch in anderer Form): https://dealbook.nytimes.com/2014/01/07/jpmorgan-settles-wit…

...
It was not until October 2008 that JPMorgan alerted authorities — in Britain — to concerns that his firm’s investment returns were “so consistently and significantly ahead of its peers” that the results “appear too good to be true.” But JPMorgan never provided a similar warning to authorities in Washington, a violation of the Bank Secrecy Act.

On the day of Mr. Madoff’s arrest in December 2008, a JPMorgan employee wrote to a colleague: “Can’t say I’m surprised, can you?” The colleague replied: “No.”
Wirecard | 3,270 €
Wird immer deutlicher, dass es auf Xetra jetzt insgesamt nach einer ABC Bewegung aussieht.

abc hoch zum Top der A (7,08 auf Xetra) und seitdem abc 3-wellig runter, aktuell läuft Korrekturwelle B.
Das würde zum von mir heute früh beschriebenen gestrigen Inside Day mit Bewegung vom heutigen Tagestief passen.
L&S Tief ist bei 2,95 und jetzt die nächste Hoffnung, dass das hält.

Wird es eine mustergültige ABC Bewegung, zieh ich meinen Hut vor Herrn Elliot.

Dann ist er der einzige, der hier abliefert, DENN:

Nötiger positiver Newsflow von Jaffe und Freis DOWN - Keine Meldung heute, die der Markt positiv hätte aufnehmen können wie von Montag zu gestern.
Gerüchteküche DOWN - Keine lancierte Nachricht.
Allianz DOWN - Sorgte gestern für die Bewegung nach dem Top.
Softbank DOWN - Sorgte für den weiteren Abverkauf gestern am Nachmittag und abends und wirkt heute noch nach.
1:1 Replay des Hertz-Wonders DOWN
Amis nach 15:30 DOWN - Wo sind die pubertierenden US-YOLOs, die auf der Hertz Welle gesurft sind.
Hedgefonds DOWN - Sieht von denen keiner die Chance, die hier noch besteht - oder kommt da noch was?
Gläubigerbanken DOWN - Die hätten die Bewegung hier unterstützen können und müssen.

Denn Wirecard ist seinen gebeutelten Aktionären noch was schuldig!!

Einzig postiv ist die Chance, dass man einen Rebound nach dem historisch einmaligen 99% Blutbad im Linienchart später auch auf Monatsbasis erkennen muss.
Das bedeutet, es besteht eine vielleicht nicht unwesentliche Möglichkeit, dass der Monatschlusskurs Juli über SK Juni liegt und der ist bei 5,73 auf Xetra.
Das wiederum erscheint aktuell fast unmöglich, da hier niemand abliefert (s.o.).
Ansonsten verschiebt sich das auf den August. Beispiel: Monatsschluss Juli die von allen erwarteten vielleicht 0,25 €, dann würde theoretisch ein Monatsschluss August bei 0,26 reichen. Diesen Rebound wiederum würde man im Monatschart gar nicht erkennen, deshalb schließe ich eine solche extrem negative Entwicklung aus. (Fast-) Nulllinie nach Ausreißer? - NEVER!

Denn auf den statistischen Ausreißer der 99% Korrektur in nur 7 Tagen folgt mit großer Wahrscheinlichkeit ein ebenfalls überzogener (im Monatschart später erkennbarer) Rebound.

Die Bewegung von 1,08 auf 9,32 (L&S) war ein Vorgeschmack.
Wenn er jetzt bereits unterbrochen ist, wird es auf wohl deulich tieferem Niveau einen weiteren rekordverdächtigen Rebound geben.
Und er sollte im Monatslinienchart sichtbar sein!
Aber was soll eine Bewegung von 0,30 auf 3,00 noch bringen - außer den Zockern?
Nur jetzt besteht noch die Chance auf mehr!

Kapiert das keiner von den Big Boys?

Natürlich keine Kauf-/Verkaufsempfehlung!
Wirecard | 3,215 €
Antwort auf Beitrag Nr.: 64.267.156 von faultcode am 02.07.20 13:17:40Überraschung, Überraschung:

2.7.
Bilanzen über Jahre aufgebläht?
https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr/wirecard-149.html
...
Bereits 2014 sollen Verantwortliche der Wirecard AG sich dazu entschlossen haben, Einnahmen vorzutäuschen, meinen die Ermittler der Staatsanwaltschaft München. So hätten sie die Bilanzsumme und den Umsatz des Unternehmens künstlich aufgebläht. Sie hätten Einnahmen angegeben, die es in Wirklichkeit nie gegeben habe.

Ab dem Jahr 2015 habe man dieses Geld, das sich angeblich auf Treuhandkonten befunden haben soll, auch in der Konzernbilanz ausgewiesen. Im Jahr 2019 summierten sich diese bilanzierten Gelder auf 1,9 Milliarden Euro.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es das Ziel war, die Wirecard Bank für Investoren und Kunden finanzkräftiger und attraktiver erscheinen zulassen. Sie ermittelt gegen Konzernverantwortliche wegen des Verdachts der Untreue, der Bilanzfälschung und der Manipulation von Börsenkursen.

Die Ermittler stützen ihren Verdacht auf unterschiedliche Unterlagen, darunter auch Papiere aus einer Sonderprüfung bei Wirecard durch die Wirtschaftsprüfgesellschaft KPMG.

...


Zu 2015:

18.10.19
Zitat von faultcode: ...--> wobei ich sage:
ab Indien-Expansion, also ab Geschäftsjahr 2015 (*), solle doch nochmal gründlich geprüft werden, inkl. Stichproben bei technischen Artefakten (z.B. Anzahl der Transaktionen N in einem Zeitraum t mit Partner P, zusammen mit den damit verbundenen Features wie z.B. der Kommission für Wirecard) - und wenn es viele Monate dauern wird

(*) von GJ2014 auf GJ2015 ist der Free Cash flow auf mehr als das Doppelte gestiegen nach meiner Rechnung
Wirecard | 2,850 €
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