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Wie viel Geld anlegen? persönliche Einnahmen-Ausgaben-Rechnung



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Hallo zusammen!

Ich möchte mal einfach meine Einnahmen und Ausgaben darstellen um dann vielleicht mit eurer Hilfe den Anlagerahmen für künftige Geldanlagen herauszufinden. Und vielleicht könnt ihr mir ja ein paar Gedankenanstöße für die Zukunft geben. :)

Um mich kurz anonym vorzustellen: Ich bin männlich, 30 Jahre, ledig - aber mit Lebensgefährtin, keine Kinder (Familienplanung vllt in 3-4 Jahren), seit 1,5 Jahren freiberuflich selbstständig, lebe ländlich in Brandenburg, Eigenheim sowie Mietshaus mit 2 vermieteten Parteien geerbt.

Einnahmen:
Bruttogehalt: schwankend 8'000-12'000€ (seit 1,5 Jahren, davor 2'500)
Kaltmieten: 1'000€
Gesamtbrutto durchschn. 11'000€
ca. Netto: 6'600€

Ausgaben:
Tilgung Kredit: 800€ (noch 9 Jahre)
priv. Krankenvers.: 500€
Rücklagen f. Beitragsstabilität Krankenkasse im Alter: 300€ (sinnvoll?)
Private Rente und BU: 250€
Wohn- und Nebenkosten: 450€
Rücklagen f. Instandhaltung Eigentum: 300€
Autovers., Benzin, Wartung, Steuern: 450€
Lebensmittel: 300€
Kleidung: 100€
Sonstiges/Puffer für schlechte Schätzung: 250€
Gesamt: 3'700€

monatlich frei Verfügbar: 2'900€
aktuell frei Verfügbar: 30'000€

Erfahrungen in der Geldanlage: wenige (zu meinem "Anlage-Faux-Pas" äußere ich mich vielleicht ein andern Mal)

Für eventuelle berufliche oder private Investitionen würde ich einen Puffer von 1500€ an monatlicher Tilgung reservieren bzw für eine Anlageform vorsehen, wo man einfach rankommt, zB Tagesgeld. Es blieben noch 1400€ nach meiner Rechnung, die ich anderweitig investieren könnte. Was würdet ihr machen?

Liebe Grüße
Klingt soweit für mich vernünftig. Ich würde den laufenden Kredit sondertilgen mit der Halfte des freien Geldes. Den Rest würde ich in Dividenden Aktien relativ breit in verschiedenen Branchen anlegen so dass Du gleich wieder Cash Flow aus dieser Anlage hast.
Wofür war der Kredit?
Den würde ich, wenn möglich, auch sondertilgen.

Die private Rente vielleicht ein wenig aufstocken. Insgesamt als Freiberufler einen gewissen Puffer in bar oder schnell liquidierbar behalten, den Lebensstandard nicht erhöhen. Die kurzfristig verfügbare Reserve mindestens in Höhe der Ausgaben eines Jahres.

Was übrig bleibt, anlegen... Aktien ist derzeit schwierig, weil sehr hoch stehend, ein Crash wahrscheinlich in den nächsten Jahren, der auch die soliden Dividendentitel treffen wird.
Kredit ist doch gut, oder sind die Zinsen hoch?
Und wenn das eine Immobilienfinanzierung ist, sind die Zinsen steuerlich wirksam, besser nicht tilgen.
Wieso 9 Jahre, vermutlich hat der Kredit eine hohe Tilgung.

Private Rente, was ist das? Fondsgebunden?
Bei der steuerlichen Situation ist vielleicht stattdessen Rürup (oder Riester / Wohnriester für die Lebensgefährtin) sinnvoll.
Ich gebe allerdings zu, dass das mit Zwangsverrentung und 30 Jahren Laufzeit nicht so einladend ist.

Nachdem hier schon wieder die Angst vor fallenden Aktien geschürt wird und eine gewisse Liquidität bleiben soll, bietet sich vielleicht ein Aktienengagement über Optionen an. Aber ansonsten Wertpapieranlage betreiben.
Ich würde gern ein paar Denkanstöße einwerfen. Ganz praktisch geht es ja darum Vermögen aufzubauen und im Alter nicht dumm da zu stehen.

> Private Rente und BU: 250€

BU ist aus meiner Sicht das Wichtigste. Ich habe schon zu viele Schlimme Dinge erlebt. Meine geht nur bis 60 ist dadurch relativ bezahlbar. Eine Versicherung bis 67 wäre beitragsmäßig aus dem Ruder gelaufen.
Ich schätze mal, dass von den 250 EUR maximal 150 in die Rente gehen. Das ist zu wenig.

Dann gibt es das Problem, für das ich auch keine echte Lösung habe.
Ich bin eigentlich Fan einer lebenslangen Rente. Rürup kann nicht verpfändet oder beliehen werden, ist dadurch grundsätzlich gut.
Jetzt kommen die Probleme:
Die kapitalgedeckten Versicherungen können nicht gut mit Inflation umgehen. Die versprechen z.B. in 35 Jahren eine Rente von 3.000 EUR. Das klingt nach heutigen Maßstäben viel, reicht aber in 30 Jahren vielleicht gerade noch um die Miete zu bezahlen. Und dann steigen diese Renten auch nicht.
In den letzten 5 bis 6 Jahren ist die gesetzliche Rente locker um 20 %gestiegen. Bei einem Rürup steigt da nichts, bis zum Lebensende.
Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, da war jemand mit 5000 DM brutto wohlhabend. Heute sind 2500 EUR brutto nicht mehr so dolle.

Deshalb könnte es sogar sinnvoll sein freiwillig weiter in die gesetzliche Rente einzuzahlen. Bringt nicht viel aber besser als später mal blöd dastehen. - keine Empfehlung nur Denkanstoß-

Dividendenaktien am besten als ETF oder gemischt ETF und Einzelaktien ist natürlich die genialste Lösung. Im Schnitt steigen die Dividenden um 5% pro Jahr da kommt mit der Zeit was zusammen. Und man hat seine regelmäßigen Dividenden-Rentenerhöhungen.
Ich würde nicht auf Thesaurierende ETF setzen. Steuerlich bringt das seit 2018 wenig und die Wertschwankungen ohne dass man einen Erfolg aus den Ausschüttungen sieht sind belastend.
Bei den Sparquoten, die hier scheinbar möglich sind ist man ruck zuck bei Dividenden von 5 bis 6 k im Jahr. Das ist dann schon was.


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