Das Ende des Tradings durch neue Steuerregel? (Seite 120)

eröffnet am 17.12.19 08:19:16 von
neuester Beitrag 04.12.20 15:21:44 von


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19.01.20 09:21:35
Beitrag Nr. 1.191 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 62.417.819 von Gerhard_Mueller am 19.01.20 02:01:36Der Bericht der WELT ist gut. Mir gefallen auch die vielen Kommentare. Leider fehlt noch die Tiefenrecherche. Solange Binding nicht erwähnt wird, kratzen die nur an der Oberfläche.

Es gibt bei einem rechtswidrigen Gesetz viele zusatz-Risiken, die die Auslegung noch rechtswidriger machen können. Die sollten wir mal sammeln:

1. Konstruktion von Verlusttrades:

Das FA zerlegt einen Verkaufstrade in mehrere Trades, da es ursprünglich mehrere Käufe gab (siehe Fall 1 aus dem obigen Beispiel.


2. Auslandsbroker

Das FA erkennt die Verluste im Ausland gar nicht mehr an, fordert die deutsche Verlustbescheinigung.


3. Umdeutung

Das FA deutet so viel wie möglich in Termingeschäfte um. Aktienanleihen haben eine Optionskomponente (ähnlich Discount-Zertifikaten). Indexzertifikate sind lt. BFH zwar keine Termingeschäfte, aber der BFH interessiert die Regierung auch bei den Totalverkusten nur am Rande. Was ist mit ADR's und GDR's? Aktien oder nicht doch Derivate? Synthethische ETF (mit Swaps)? Derivate? Investmentfonds, die Futures und Optionen zur Absicherung einsetzen - schlägt das nicht durch? Hochspekulative Aktien, Pennystocks? Ist das nicht derivateähnlich?



Es gibt kein Recht im Unrecht. Wenn der Bann gebrochen ist, dann geht alles. Die rechtswidrige Auslegung eines rechtswidrigen Satzes im Gesetz ist viel weniger "schwierig" als die rechtswidrige Auslegung eines rechtskonformen Satzes.
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19.01.20 09:29:38
Beitrag Nr. 1.192 ()
nun die Petition der DWS wird ja in der Welt auch erwähnt. Ist ja auch etwas nur würde die Klage ja erst 2022 ins rollen gebracht und wer weiß wie lang sich das hinziehen wird.

Aber man erkennt hier im Thread eine gewisse Art von Entwicklung. Erst Empörung über das Gesetzt inkl. Beispielrechnungen, dann mögliche Lösungen, dann sich intensiver mit der ein oder anderen Lösung zu befassen KG Gründung in D oder was im Ausland zu beachten ist usw. Jetzt geht es Teilweise schon in die Buchführung ...

Die Zeitschriften wie Welt und Co. saugen die Infos auch hier aus dem Thread ab, da braucht man ja keine große Recherche.

Ich werde mir mal nächste Woche ein PLV für gewerbliche Trader von einem dt. Broker zukommen lassen, nur um zu sehen was sich an den Orderkosten ändert.
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19.01.20 09:30:28
Beitrag Nr. 1.193 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 62.418.194 von startvestor am 19.01.20 09:21:35Wie kommst du auf Punkt 2 mit dem Auslandsbroker?
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19.01.20 09:52:44
Beitrag Nr. 1.194 ()
startvestor ist seiner Zeit voraus und beschreibt Gesetze ab 2022ff
ich denke, dass im Verfahren um TOTALverluste aus Aktien und TOTALverluste aus Optionen die sinnvollen Hedgegeschäfte und Spreads aus dem Blick verloren wurden... habe im Moment noch keine Idee, wie wir die Kuh vom Eis bekommen, aber in wenigen Wochen ist Tauwetter - vielleicht säuft sie dann ab
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19.01.20 10:02:09
Beitrag Nr. 1.195 ()
ja nur wie willst du Absicherungen oder Stillhaltegeschäfte ausgliledern und z.b. die reinen Long oder Shorter ausgrenzen? Wird auch nicht gehen, weil es dann ja eine Form der Diskriminierung wäre.

Wir kleinen die ca. 1,x Personen die als natürliche Pers. betroffen sind werden in B ignoriert... Der Derivate Verbund würde da mit den 30 Mrd Eur Argumentieren und die Auswirkungen wenn das wegfällt und das unsere armen Banken wieder umstrukturieren müssen und das geht einher mit Entlassungen ...
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19.01.20 10:03:54
Beitrag Nr. 1.196 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 62.418.242 von unimatrix27 am 19.01.20 09:30:28Ich beschreibe nur die Sicht vieler Finanzbeamten. Taxadvisor wird mich verstehen.

Viele Finanzbeamte sehen aus verschieden Gründen wie auch Binding viele Steuerbürger (v.a. gewerbliche und schon gerade "Trader") als mögliche Betrüger. Was läge da näher, solche komischen Auslandskontoauszüge anzuzweifeln. Ist ja schon heute ein Graus mit den FÄ damit. Die verstehen es nicht und streichen halt einfach (eigene Erfahrung!). Gerade ab 2021 ist ja zu "erwarten", dass die bösen Trader "tricksen" wollen - also erstmal streichen.

Ich beschreibe hier keine neue Rechtslage, sondern Auslegungsmöglichkeiten. Termingeschäft ist ein ungenauer Begriff. Je mehr Termingeschäfte, desto mehr Verlustkappung, desto mehr Steuern, desto mehr positive Resonanz für den Finanzbeamten (z.B. Betriebsprüfer, Steuerfahnder...). Hört auf blauäugig zu sein.
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19.01.20 10:06:43
Beitrag Nr. 1.197 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 62.418.104 von DAX7003 am 19.01.20 08:55:12ja so dachte ich mir das auch. Ich plane dem Finanzamt auch erst mal nur die vom Broker saldierte G+V Aufstellung zu geben. Und erst nachzulegen, wenn sie explizit Details wollen. Bei IB Kontoauszügen geht da auch wie hier beschrieben- nur bei AMP ist das gar nicht möglich, weil die den Jahresgewinn/-verlust pro Futurekontrakt ausweisen und im Tagesauszug pro Roundturn den Gewinn nicht ausweisen. hat irgendjemand eine Idee, der bei AMP handelt, wie man dort in Zukunft bewerkstelligt.

Die Schattenbuchhaltung zur internen Kontrolle, wann die 10.000 Euro Verlust erreichst sind und wie sich die 25 % Abgeltungssteuer täglich kumuliert, führe ich auch seitdem dieser unglaubliche Schildbürgerstreich unserer Regierung ins Leben gerufen wurde.

Also noch einmal konkret:
1. was mache ich, wenn ich bei einem US Broker Future handel, der die Gewinne und Verluste gar nicht so dezidiert, wie wir das für das dt. Finanzamt brauchen, ausweist?
2. Wenn ich eine GmbH Finanzbuchgaltung führe, muss ich dann täglich alle Trades in Form von Buchungssätzen eingeben oder reicht es für den Monatsabschluß die für den Monat saldierten Gewinne vs. Verluste in eine Erlös- respektive Aufwandkonto zu buchen?
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19.01.20 10:14:47
Beitrag Nr. 1.198 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 62.418.473 von Sunny48 am 19.01.20 10:06:43Punkt 1 ergibt sich auf GmbH Ebene aus Punkt 2, denn ich mache nur einen Jahresabschluss... also detailliert für den Steuerberater
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19.01.20 10:21:57
Beitrag Nr. 1.199 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 62.418.506 von DAX7003 am 19.01.20 10:14:47will sagen, ich muss jedem Abend, jedoch spätestens am Monatsende jeden gemachten Trade in eine Buchhaltungssoftware eingeben? Wer eine GmbH hat muss dies zwingend und wer als Privatperson weiterhandelt, der tut gut daran es genauso zu tun, um dem FA am Jahresende jeden Trade nachweisen zu können- außer, dass man als Privatperson statt einer Buchführungssoftware halt nur eine Excel Tabelle führt?
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19.01.20 10:25:57
Beitrag Nr. 1.200 ()
ich mache das nicht, und bislang wurden die Unterlagen so vom Steuerberater und FA abgenickt - hatte allerdings auch noch keine Betriebsprüfung...
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