Das Ende des Tradings durch neue Steuerregel? (Seite 323)

eröffnet am 17.12.19 08:19:16 von
neuester Beitrag 30.11.20 19:50:44 von


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16.09.20 14:46:46
Beitrag Nr. 3.221 ()
Naja, die Frage ist, was Binding unter "große Verluste" versteht. Ich könnte mir vorstellen, dass jede P&L eines hauptberuflichen, professionellen Traders seiner Ansicht nach schon "groß" wäre. Heißt also: man handelt irgend ein Optionskonstrukt, wobei 2000€ Gewinn und 1000€ Verlust anfallen, dann sind 1000€ schon ein großer Verlust, den es zu vermeiden gilt. Da geht es nicht um unternehmerisches Denken, sondern einfach nur: der ist ein böser Spekulant und wenn er schon wild rumspekuliert soll er auch nicht jammern, wenn er dabei Verlustgeschäfte macht. Dann soll er halt entweder richtig arbeiten gehen oder es über eine Firma machen.

In sofern würde ich dem Mann keine Unzurechnungsfähigkeit unterstellen, der weiß schon Bescheid, aber in dem Fall geht halt Ideologie vor unternehmerischem oder rationalem Denken.
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16.09.20 15:14:52
Beitrag Nr. 3.222 ()
Politiker denken nicht unternehmerisch sonst wären sie ja in der Wirtschaft aktiv.

Unternehmerisch ist ein Flughafen der nie fertig wird und es immer nur weiteres frisches Geld reingepumpt wird eine Katastrophe aber da sieht man doch, das Politiker überhaupt kein Verständnis für Verlustvermeidung oder ähnliches haben. 500 Mio Euro sollen nächstes Jahr zusätzlich in den BER gesteckt werden ...

Wenn dein Depot gegen Null läuft, dann wirst du dir Reisleine ziehen und es wird die auch keiner Geld zum aufstocken geben ... Binding und die Sozialdemokraten haben eh ein an der Klatsche insb. wenn Sie von Sozialer Gerechtigkeit sprechen. Gerade weil die Politiker ja auch sozial gerecht in Rentenversicherung und Co einzahlen...
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16.09.20 16:12:28
Beitrag Nr. 3.223 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.098.546 von Chris_M am 16.09.20 15:14:52
Zitat von Chris_M: Politiker denken nicht unternehmerisch sonst wären sie ja in der Wirtschaft aktiv.
Politiker denken vor allem ökonomisch-rational, denn nirgendwo anders als in der Politik kann man man ohne vernünftige Ausbildung, ohne Erfahrung und ohne brauchbare (!) Fähigkeiten so viel Geld verdienen (Beispiel: Andrea Nahles = nutzloses Studium, nie außerhalb des Netzwerkes gearbeitet, große Fresse, Vulgärsprache). Und damit denken Politiker letztendlich auch unternehmerisch, denn sie sind ihre eigene Ich-AG, und viele von ihnen managen dieses Unternehmen exzellent bis genial. Ein Beispiel neueren Datums ist Kevin Kühnert, der seine Politnummern nur abzieht, um endlich einen Versorgungsposten zu bekommen. Ich wette, es wird ihm gelingen. Any takers? :)
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16.09.20 16:24:58
Beitrag Nr. 3.224 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.099.344 von Nachtalb am 16.09.20 16:12:28ja und genau diese Ich AG ist sozial gerecht XD wovon die ja alle reden.

Management by Jeans: An den wichtigsten Stellen sitzen die größten Nieten.
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16.09.20 17:11:35
Beitrag Nr. 3.225 ()
Wer permanent nur einen solchen Unfug öffentlich schreibt, der ist ein sehr gefährlicher Ideologe, aber Bescheid weiss er meiner Meinung nach trotzdem nicht. Ist aber auch egal, das Ergebnis zählt. Und da ist es ein Skandal, dass die Mehrheiten so etwas ohne auch nur ein haltbares Argument, die für eine solche Regel sprechen könnte (außer Börse Teufelszeug, also hauen wir auf die Privaten drauf, um uns zu rächen), so etwas zulassen: +-0 = Minus unendlich
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16.09.20 23:36:05
Beitrag Nr. 3.226 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.100.376 von imagen am 16.09.20 17:11:35Die Wahrheit ist schon länger im Rückzug - hängt tatsächlich traurigerweise mit der gestiegenen Transparenz zusammen. Heute ist viel mehr öffentlich, dem Internet sei Dank.

Politiker, aber natürlich auch viele andere, sind daher v.a. Selbstdarsteller bzw. Selbstverkäufer. Insofern sind öffentliche Aussagen immer weniger wert, weil sie eine steigende Werbungs- und Marketingkomponente haben.

Binding ist ein extremer Selbstdarsteller. Insofern muss die Erwartung an ihn, eine sachliche Diskussion über die Bindingsteuer zu führen, ins Leere laufen. Er verkauft halt seinen Sieg und da wird sich nix dran ändern. Und er hat diese Verbotssteuer wegen seines persönlichen Hasses auf die Börse eingeführt. Da spielt das Grundgesetz einfach keine Rolle.
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17.09.20 23:57:01
Beitrag Nr. 3.227 ()
Ich schicke mal voraus, dass ich Ingenieur bin und kein Jurist. Außerdem ist mir klar, dass Verfassungsrecht ein ganz spezielles Gebiet ist. Trotzdem habe mich da mal eingelesen, um für mich abzuschätzen ob die Aktion von Martin zum Erfolg führen kann oder eher wegen Unzulässigkeit abgeschmettert wird.

Die Verfassungsklage gegen das Gesetz (Rechtssatzverfassungsbeschwerde) wird im Prinzip als aussichtsreich angesehen, weil u.a.
- ein Verstoß gegen das objektive Nettoprinzip vorliegt
- das Gleichbesteuerungsprinzip grob verletzt wird, weil identische Gewinnsalden abhängig vom Verlustbetrag extrem unterschiedlich besteuert werden.
Es wird aber häufig eingewendet, dass man gegen das Gesetz nur vorgehen kann, wenn man einen Steuerbescheid erhalten hat (Vollzugsakt) und durch alle Instanzen gegangen ist (Rechtsweg muss erschöpft sein).
https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Downloads… Abschnitt III.2.c)
Erfreulicherweise gibt es dazu aber Ausnahmen.
https://www.juraforum.de/lexikon/beschwer#1-eigene-beschwer Abschnitt II.2.
"Ausnahmsweise kann ein Bürger aber auch von einem vollzugsbedürftigen Gesetz unmittelbar in seinen Grundrechten betroffen sein:
Dies ist zum einen immer dann der Fall, wenn das Gesetz den Betroffenen schon vorher zu Dispositionen veranlasst, die er nach späterem Gesetzesvollzug nicht mehr rückgängig machen oder korrigieren kann."
Diese Ausnahme sehe ich hier: Nachdem das Gesetz zu einer mehr als 100%igen Steuerlast führen kann, sehe ich mich gezwungen ab dem 1.1.2021 keine Termingeschäfte mehr zu tätigen. Das Gesetz kommt praktisch einem Verbot gleich. Die Disposition besteht also darin, nicht mehr zu handeln. In dem Zeitraum in dem ich nicht handle, kann ich die Gelegenheiten, die mir der Terminmarkt bietet nicht nutzen. Ich kann das später auch nicht mehr nachholen (rückgängig machen) und erleide daher einen nicht mehr zu korrigierenden Vermögensschaden.

Frage an die, die mehr von der Materie verstehen: Ist das plausibel, habe ich was übersehen oder falsch interpretiert?
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18.09.20 00:05:12
Beitrag Nr. 3.228 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.097.490 von imagen am 16.09.20 13:47:04Die Frage geht natürlich vor allem an Martin Hlouschek, der sich damit schon intensiv auseinandergesetzt hat und von dem ich annehme, dass er hier mitliest.
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18.09.20 00:22:24
Beitrag Nr. 3.229 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.116.840 von diversifikator2 am 17.09.20 23:57:01Das passt schon. Wir haben das ja hier auch schon lange diskutiert.

Die Bindingsteuer ist eine Transaktions- oder Umsatzsteuer, keine Einkommensteuer. Das war aber dem Erfinder egal. Er wollte das verhasste Trading verbieten. Tatsächlich hassen die "echten" Linken aber nicht nur die Börse, sondern das gesamte Unternehmertum.

Martins Hinweis auf Belarus ist optimistisch. Belarus sehe ich nicht als "Nachfolger" der DDR, sondern als unsere Zukunft, wenn die linke Revolution weitergeht.

Und noch was zur ESt-Erklärung für 2021. Kein Finanzbeamter wird eure Verlusttrades zusammenrechnen. Es wird Kennziffern geben, wo ihr das einzutragen habt. Nicht die Erfassung dieser Kennziffern ist das Problem, sondern die maschinelle Steuerberechnung, dann a la Binding. Natürlich legt ihr dann Einspruch ein, aber ob ihr Aussetzung der Vollziehung bekommt? Das wird dann eine politische Frage. Unter RotRotGrün gäbe es dann längst Anweisungen für die Finanzämter, knallhart alles abzulehnen.
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18.09.20 00:42:14
Beitrag Nr. 3.230 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.116.903 von startvestor am 18.09.20 00:22:24"Nicht die Erfassung dieser Kennziffern ist das Problem, sondern die maschinelle Steuerberechnung, dann a la Binding. Natürlich legt ihr dann Einspruch ein, aber ob ihr Aussetzung der Vollziehung bekommt?"

Ich frag mich halt wie groß die Chance ist, dass es gar nicht dazu kommt, weil das Verf.G. das Binding-Gesetz vorher für nichtig erklärt.
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