Das Ende des Tradings durch neue Steuerregel? (Seite 324)

eröffnet am 17.12.19 08:19:16 von
neuester Beitrag 27.10.20 17:45:01 von


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18.09.20 09:15:49
Beitrag Nr. 3.231 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.116.930 von diversifikator2 am 18.09.20 00:42:14Gegen die steuerlichen Wirkungen hat die Klage vor dem BVerfG m.E. noch keine Chance, da der Instanzenweg noch nicht ausgeschöpft wurde und ja erst ab jetzt (mit einem belastenden Vorauszahlungsbescheid) in Gang gesetzt wird. Ohne Steuerbescheid kann ich da nicht klagen.

Wegen des faktischen Berufsverbotes hätte die Klage jetzt bereits eine Chance. Allerdings bleibt ja die Möglichkeit in der GmbH zu traden (das die Steuerbelastung dann höher ist, wäre in DIESEM Verfahren kein Grund) und es gibt ja auch andere Bereiche, in denen bestimmte formale Voraussetzungen gefordert werden. Insoweit gibt es kein echtes "Berufsverbot".

Von daher schwierig, aber wenn tatsächlich nur noch Optionen, Futures und CFD's überbleiben, auch kein Verfahren mit besonderer Breitenwirkung. Und im Übrigen gilt natürlich auch immer die Frage, nichtig oder verfassungswidrig mit/ohne Änderungsfrist für den Gesetzgeber. Da kann es auch schonmal zwei, drei Jahre dauern, bis die Änderung kommt.

Freundliche Grüße
Taxadvisor
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18.09.20 13:24:04
Beitrag Nr. 3.232 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.118.484 von Taxadvisor am 18.09.20 09:15:49Danke für die Einschätzungen.

"Ohne Steuerbescheid kann ich da nicht klagen."
Genau hier hoffe ich, dass die von mir zitierte Ausnahmeregelung greift.

"Wegen des faktischen Berufsverbotes hätte die Klage jetzt bereits eine Chance."
Bin mir nicht sicher - klagt Martin Hlouschek wegen Berufsverbot oder als Privatanleger?

"...kein Verfahren mit besonderer Breitenwirkung."
Breitenwirkung sollte beim Verfassungsgericht eigentlich nicht die große Rolle spielen. Viele Verfahren beziehen sich auf Einzelpersonen.

"...nichtig oder verfassungswidrig mit/ohne Änderungsfrist für den Gesetzgeber."
Einem Gesetz einen temporären Bestandsschutz zu geben, macht eigentlich nur Sinn wenn das Gesetz auch nicht verfassungswidrige Teile enthält, die man solange bewahren muss bis der Gesetzgeber es schafft es durch ein besseres Gesetz zu ersetzen. Das Binding-Gesetz ist neu und auslegungsbedürftig, schafft also zunächst mal Rechtsunsicherheit. Bewahrungswürdige Teile kann ich auch nicht erkennen, insofern habe ich Hoffnung, dass sich das Gericht für die Variante 'nichtig' entscheidet.
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18.09.20 13:29:05
Beitrag Nr. 3.233 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.121.733 von diversifikator2 am 18.09.20 13:24:04
Zitat von diversifikator2: Danke für die Einschätzungen.

"Ohne Steuerbescheid kann ich da nicht klagen."
Genau hier hoffe ich, dass die von mir zitierte Ausnahmeregelung greift.

"Wegen des faktischen Berufsverbotes hätte die Klage jetzt bereits eine Chance."
Bin mir nicht sicher - klagt Martin Hlouschek wegen Berufsverbot oder als Privatanleger?

"...kein Verfahren mit besonderer Breitenwirkung."
Breitenwirkung sollte beim Verfassungsgericht eigentlich nicht die große Rolle spielen. Viele Verfahren beziehen sich auf Einzelpersonen.

"...nichtig oder verfassungswidrig mit/ohne Änderungsfrist für den Gesetzgeber."
Einem Gesetz einen temporären Bestandsschutz zu geben, macht eigentlich nur Sinn wenn das Gesetz auch nicht verfassungswidrige Teile enthält, die man solange bewahren muss bis der Gesetzgeber es schafft es durch ein besseres Gesetz zu ersetzen. Das Binding-Gesetz ist neu und auslegungsbedürftig, schafft also zunächst mal Rechtsunsicherheit. Bewahrungswürdige Teile kann ich auch nicht erkennen, insofern habe ich Hoffnung, dass sich das Gericht für die Variante 'nichtig' entscheidet.


Nichtig ist im Steuerrecht bisher selten gewesen. Breitenwirkung bezieht sich auch eher auf die "Verweildauer" beim BVerfG. Das ist nix, was auf der Agenda schnell abgearbeitet werden muss.

Gruß
Taxadvisor
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18.09.20 19:52:08
Beitrag Nr. 3.234 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.121.778 von Taxadvisor am 18.09.20 13:29:05Die Bindingsteuer hat eine erhebliche demokratierelevante Dimernsion. Ich hoffe, die Richter werden das erkennen. Ich befürchte, Martin hat das in seiner Klageschrift noch nicht drin, aber man kann das ja nachschieben.

Warum hat Lothar Binding seine Bindingsteuer erfunden? Der Grund war Hass. Sowas darf in einer Demokratie nicht durchgehen. Wo sind eigentlich die Whistleblower? Wo und wann hat Binding den von mir vermuteten hohen Börsenverlust mit Derivaten eingefahren?

Ich weiß, die meisten glauben mir das weiterhin nicht und halten Binding für einen normalen Politiker. Für mich ist der Mann ein deutscher Trump.

Habt ihr mal überlegt, warum Trump Tiktok verbieten will? Ihr glaubt doch wohl nicht wirklich an die Datenschutzthese. Es ist allein Rache dafür, dass die Tiktok-User ihm seine Wahrveranstaltung vermasselten.

https://www.tagesschau.de/ausland/usa-wahlkampf-trump-tulsa-…
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21.09.20 11:56:47
Beitrag Nr. 3.235 ()
In den sozialen Medien wird gerade gepostet, dass die Verlustrechnung um 1 Jahr geschoben wird. Leider ohne Quellenangaben. Kann das jemand bestätigen?
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21.09.20 12:05:48
Beitrag Nr. 3.236 ()
nope nichts bekannt und das Gesetzt besteht ja bereits ... Die Verlustverrechnung muss du mit der Einkommensteuererklärung einreichen ... ich wüßte nichts was da 1 Jahr verschoben werden soll
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21.09.20 12:11:43
Beitrag Nr. 3.237 ()
In den sozialen Hetzwerken treiben sich viele Nixblicker herum.

Ist ja auch logisch, den dicken Steuerhammer kriegst du erst 2022 auf die Trades von 2021.

Wer auch immer da nun "News" verbreitet, springt in jämmerlicher Art und Weise über jedes kleinste Stöckchen der Hoffnung.

Typisch für Suchterkrankte.
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21.09.20 13:20:58
Beitrag Nr. 3.238 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.141.833 von North-Trader am 21.09.20 11:56:47kannst du bitte sagen bzw. den Link nennen, wo du den Post i.S. Verschiebung gefunden hast?
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21.09.20 15:08:32
Beitrag Nr. 3.239 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.142.868 von Sunny48 am 21.09.20 13:20:58
Zitat von Sunny48: kannst du bitte sagen bzw. den Link nennen, wo du den Post i.S. Verschiebung gefunden hast?


Es gibt eine Vorankündigung für einen Webtalk morgen mittag von DZB-Media und H. Bergmann vom DDV, vielleicht gibt es da was konkretes oder es wurde in die Ankündigung etwas hinein interpretiert.

Gruß
Taxadvisor
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21.09.20 16:13:47
Beitrag Nr. 3.240 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.144.281 von Taxadvisor am 21.09.20 15:08:32ist der Webtalk öffentlich? ich finde die Ankündigung nicht.
Vielleicht könntest du einen link einstellen würde es gern verfolgen.
danke
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