Depotwechsel - Steuer



Beitrag schreiben

Begriffe und/oder Benutzer

 

Hallo zusammen,

weiss gar nicht wie ich es beschreiben soll bzw. wie ich die Frage richtig stellen kann.
Ich beschreibe einfach die Szenarien mal.

Depot: ConsorsBank

Ok, habe bei ConsorsBank vor 2 Jahren folgendes gekauft:
- Allianz Aktien
- Tesla Aktien

Die beiden Aktien habe ich noch. Allianz im MINUS (Bsp. - 5.000 EUR Verlust) und TESLA im PLUS (Bsp. 7.000 EUR Gewinn).

Szenario1:
Nehmen wir an, ich verkaufe ZUERST ALLIANZ Aktien, dann würde auch NICHTS an das Finanzamt überwiesen, da ich ja Verluste gemacht habe.
Dann verkaufe ich vielleicht 1 Tag später Tesla Aktien, d.h. das System (ConsorsBank) ist so klug und rechne meinen Verlust von Allianz Aktien heraus, d.h. ich würde mit Tesla sozusagen nur noch 2.000 EUR Gewinne machen und nicht die 7.000 EUR. OK , von dem 2.000 EUR würde dann ca. 25% Spekulationssteuer + 5% Solidaritätszuschlag an das Finanzamt automatisch gesendet, d.h. 1.400 EUR bleibt für mich als Gewinn übrig.

Szenario2:
Umgekehrt wenn ich zuerst Tesla Aktien verkaufe, dann würde die 7.000 EUR Gewinn angesehen und davon dann ca. 30% Steuer abgezogen und an das Finanzamt überwiesen. Nettogewinn wäre dann 4.900 EUR bleibt für mich.
Wenn ich danach Allianz mit Verliust verkaufe, dann wird das wahrscheinlich vom System (ConsorsBank) gemwerkt und bis zum nächsten Verkauf/Trade, wenn Gewinne anfallen, dann gegenverrechnet. (denke ich mal).

Frage1:
wie lange bleibt dieser Verlust im System gespeichert für das Gegenverrechnen?

OK, ich habe diese Aktien noch gar nicht verkauft, sondern diese beiden Aktien auf ein anderes Depot (comdirect) transferiert.

Frage2:
wenn ich nun bei comdirect nach Szenario1 handle , also zuerst die Aktien mit Verliust verkaufe und danach die Aktien mit Gewinn verkaufe. Wird dann der Verlust mit dem Gewinn gegenverrechnet?
Ich befürchte, dass die "Zusatzinfo (Gewinn/Verlust)" gar nicht von ConsorsBank mit nach comdirect übertragen wird. Was meint ihr? :-)

Das war jetzt sehr kompliziert.

Danke euch im voraus.

LG
Loren
Antwort auf Beitrag Nr.: 62.687.728 von lorenlai am 14.02.20 21:39:28Szenario 1: richtig.

Szenario 2: falsch. Wenn der Allianz-Verkauf im gleichen Jahr stattfindet, wird der Verlust mit dem Tesla-Gewinn verrechnet, d.h. du bekommst die auf Tesla gezahlte Steuer teilweise zurück und würdest wie bei Szenario 1 in der Summe 2.000 Euro Gewinn versteuern.


Frage 1: Der Verlust bleibt gespeichert, bis du ihn durch einen Gewinn "ausgleichst" ODER bis du ihn dir bescheinigen lässt ODER bis du stirbst.

Frage 2: Wenn du bei Consors einen Verlust gemacht hast, ist dieser dort vermerkt (im Verrechnungstopf Aktienverluste). Ein Gewinn bei der comdirect würde damit nicht verrechnet werden - woher soll die comdirect deinen Topf bei anderen Banken kennen?

Wenn du dein Depot komplett von Consors zu comdirect übertragen hast, kannst du deinen Verlusttopf mit übertragen - dann würde das bei comdirect berücksichtigt werden.

Alternativ kannst du dir den Consors-Verlust bescheinigen lassen und dann mit dem comdirect-Gewinn verrechnen. Aber das geht nur über die Steuererklärung.
lorenlai,
JuliaPapa war schneller. Ich formuliere extern. Es schadet ja nicht, wenn ich mein Gesülze zusätzlich poste.

„.....bis zum nächsten Verkauf/Trade, wenn Gewinne anfallen, dann gegenverrechnet......“

Nein, die Gewinne von früher im selben Jahr werden mit Verlusten sofort oder einen Tag später verrechnet. Das macht Consors und macht auch comdirekt so. Ungeschickt ist es wohl, den Gewinn in einem Depot zu realisieren und den Verlust im anderen Depot.

Der Depotübertrag erfolgt ziemlich schnell. Vielleicht 1 Tag. Die Anschaffungsdaten brauchen etwas länger. Erkennst du, wenn die Anschaffungsdaten im neuen Depot notiert sind. Ohne Anschaffungsdaten verkaufst du lieber noch nicht. Sonst wird bei Verkauf eine Ersatzbemessung genommen. Könnte zu einem Durcheinander führen.
Die Anschaffungsdaten sind bei Clearstream hinterlegt sofern an deutscher Börse gekauft auch ohne Einstandswerte im neuem Depot, daher gibt es keine Probleme und Ersatzbemessung. Die Einstandskurse müssen ohne von Hand von einem Bankmitarbeiter eingepflegt werden. Manche tuen dies kostenlos, andere nicht, denn sie dienen "nur" der Kosmetik im "neuen Depot".
Im Thread „Depotübertrag: Anschaffungsdaten sind nicht übertragen worden.“ wird ein Kreisel von Schuldzuweisungen beschrieben. Mich wundert, daß kein Bankmitarbeiter auf die Idee gekommen ist, einfach mal bei Clearstream nachzufragen.
Wichtig ist halt auch, von der alten Bank einen Depotauszug aktuell auszudrucken. Da stehen die Durchschnittlichen Einstandskurse drauf. Die können dann händisch eingegeben werden. Für das FIFO Prinzip ist dann sowieso alles bei Clearstream hinterlegt. Die Banken kümmern sich nur "gerne" um so etwas, wenn der Kunde auch ein ordentlich großes Depot mitbringt.
Dass Einstandsdaten bei Clearstream gespeichert werden, ist totaler Unsinn. Selten so einen Quatsch gelesen.

Natürlich sind die Daten bei der Depotbank gespeichert und nicht bei Clearstream. Die spielen nur eine Rolle bei Depotüberträgen, weil sie die Tax Box zur Verfügung stellen, über die die Einstandsdaten von Bank 1 zu Bank 2 übertragen werden.

Weiter: Einstandsdaten sind keine Kosmetik. Sie sind wichtig, damit auch bei einer neuen Bank ein korrekter Steuerabzug erfolgen kann.

Ich habe bei vier Banken Depots bzw. Zugriff auf Depotauszüge. Auf keinem stehen Kaufkurse drauf, sondern immer nur die aktuellen Werte. Ganz wichtig: Aufgrund eines Depotauszuges werden keine Kaufkurse händisch eingepflegt. Seit dem Depotauszug können die Aktien ja verkauft und neu angeschafft worden sein. Das Einpflegen von Kursen erfolgt nur aufgrund der Tax Box oder einer Bankbestätigung des Kaufkurses und des ununterbrochenen Besitzes.
Hallo,

>>>Einstandsdaten sind keine Kosmetik.

Gemeint war wohl eher das was im Depot angezeigt wird. Und da würde ich zustimmen, schließlich kann man das bei manchen Banken sogar selbst ändern.
Letztendlich rechnet die Bank aber nicht mit diesen Daten ab, sondern mit irgendwo anders hinterlegten (bzw. wenn es nichts gibt und/oder der Kunde nur selber eingepflegt hat mit der Ersatzbemessungsgrundlage).


>>>Auf keinem stehen Kaufkurse drauf, sondern immer nur die aktuellen Werte.

Also bei comdirect stehen schon mal in jedem Kontoauszug die Kaufwerte, bei der Commerzbank ebenso. :-)
Bei Onvista und Consors aber nicht (oder ich hab's nicht gefunden).


>>>Die Anschaffungsdaten sind bei Clearstream hinterlegt

Woher soll Clearstream denn die Spesen kennen?
Oder bei einem Wertpapierübertrag überhaupt, wann und von wem gekauft wurde? Clearstream bekommt doch nicht gemeldet ob es ein Kauf oder ein Geschenk war.

Stefan
Danke euch allen für die sehr hilfreichen Infos/feedbacks :-)

Loren


Beitrag zu dieser Diskussion schreiben