Steuerfrage



Begriffe und/oder Benutzer

 

Guten Abend an alle Trader

Ich habe eine Frage an Euch.
Muß man bei der Steuererklärung Verluste angeben?

Vorab schon mal DANKE

Grüße
Ich gehe davon aus, hierbei sind Verluste aus Aktienverkäufen gemeint...allerdings besteht grundsätzlich natürlich keine Pflicht, solche anzugeben...ganz im Gegenteil, der Staat freut sich, wenn Verluste beim Steuerzahler bleiben und Gewinne korrekt versteuert werden, denn diese sind ausnahmslos immer anzugeben.
Man hat keinen Vorteil davon, sie nicht anzugeben.
Verlust ist wohlgemerkt ein Veräußerungsverlust, es kommt also auf den Zeitpunkt und die Realisierung des Verlusts durch Verkauf an.

Wenn sie angegeben werden und im laiufenden Jahr nicht mit Gewinnen verrechnet werden können, weil diese nicht vorhanden sind, dann werden die Verluste ins neue Jahr vorgetragen und können in Zukunft verrechnet werden und die Steuerschuld mindern bzw zu Erstattungen führen.

Es gibt Aktienverluste und sonstige Verluste (aus Verkauf von Anleihen oder Derivaten), wobei zum Beispiel auch Aktienverluste vorgetragen werden können, während Derivategewinne zu versteuern sind, denn Aktienverluste können nur mit Aktiengewinnen verrechnet werden.

Bei inländischen Banken erfolgt ohnehin ein Vortrag der Verlustverrechnungstöpfe, somit wir der Verlust bei der Bank ins neue Jahr übertragen, es sei denn, man hat vor Jahresende eine Verlustbescheinigung beantragt. Die Frage der Threaderöffners macht also vor allem bei Verlusten bei ausländischen Brokern Sinn.
Sorry, wenn ich die Ursprungsfrage im Thread etwas übergehe...



Ich habe da auch eine "Steuerfrage", insofern klinke ich mich hier ein.


Es geht um das FIFO-Prinzip bei der Gewinn-/Verlustrechnung :

Wird bei INTRADAY-Handel der gesamte Topf umgeschichtet oder nur die Intraday-DIFFERENZ ?

Beispiel ( Handelsgebühren sind der Einfachhalt halber schon eingerechnet ! ):

----
Depotbestand 21.02.2020 :

1000 Stück x 10,00€ = 10000 €


Handel am 24.02.2020

Verkauf 400 Stück x 12,00€ = 4800 €
Kauf 350 Stück x 11,50 = 4025€

Intraday : Verkauf 50 Stück x 15,50 = 775€

----

Steuerberechnung Variante A :

neuer Depotbestand 24.02.2020 :

600 Stück x 10,00€ = 6000€
350 Stück x 11,50 € = 4025€

realisierter Gewinn am 24.02.2020: 400 Stück x ( 12,00€ -10,00€ ) = 800€

----

Steuerberechnung Variante B :

neuer Depotbestand 24.02.2020 :

950 Stück x 10,00 € = 9500€

realisierter Gewinn am 24.02.2020: 50 Stück x 15,50€ = 775€

----


Ist jemand in der Lage, zu sagen, ob nach dem deutschen Steuerrecht Variante A oder Variante B gilt ?

Besten Dank !
oops :

jetzt ist mir doch ein Fehler aufgefallen :

----

Steuerberechnung Variante B :

neuer Depotbestand 24.02.2020 :

950 Stück x 10,00 € = 9500€

realisierter Gewinn am 24.02.2020: 50 Stück x (15,50€ - 10,00€) = 275€

----
950 Stück x 10,00 € = 9500€

Das ist falsch da du ja nur noch 600 zu 10 hast die 350 zu 15,50

Der Rest stimmt, es werden immer erst die alten sogar zeitgenau verkauft die reingekommen sind.

Auch wenn du am vormittag und am nachmittag kaufst erkennt das System das FIFO richtig und verkauft solange die am Vormittag bis keine mehr davon vorhanden sind.
Antwort auf Beitrag Nr.: 62.753.740 von Martinvs75 am 21.02.20 21:35:40Die erste Frage ist: Liegt das Depot bei einem Broker/Bank innerhalb Deutschlands, denn Auslandsbroker verrechnen ja keine Steuer ausser Quellensteuer.

Wenn innerhalb Deutschland dann kann man Verluste entweder bescheinigen lassen oder auch stehen lassen. Stehen lassen macht Sinn wenn du weisst dass frühzeitig im neuen Jahr Gewinne, Dividenden, Zinsen usw. unter Garantie realisiert werden die den Verlust sofort ausgleichen. Damit schneller als eine Steuererstattung durch die Steuererklärung.

Bei Auslandsbrokern musst du ja alles selbst machen da die ja keine Steuerbescheinigungen ausstellen, da sie ja keine abziehen. Hier dann logischerweise alles zusammen angeben, ansonsten verfällt der Verlust ja wertlos.
Antwort auf Beitrag Nr.: 62.757.358 von groef am 22.02.20 15:13:50Eindeutig Variante A würde ich sagen, wie 1erhart auch meint.
groef,
Variante A ist richtig. Realisierter Gewinn = 800,- . Im Depot sind danach 600 Aktien mit Einkaufskurs (EK) 10,00 und 350 Aktien mit EK 11,50.

War ja nur ein Beispiel von dir. Aber nach einem Kursabfall hätte ich gesagt: „Ich hab´s geahnt! 400 Aktien bin ich noch gut losgeworden.“ Am selben Tag kaufe ich bestimmt nicht zurück.
Ich wollte damit ja nur sagen dass das FIFO Prinzip funktioniert 100% auch wenn wie ein echtes Beispiel zeigt, welches bei mir schon ab und zu mal vorkommt.

Ich möchte in eine Aktie einsteigen als Beispiel nach Zahlen und der Kurs kommt schön zurück.
Also kaufe ich eine kleine Tranche, ein paar Stunden wird sie noch günstiger und ich kaufe die 2.Tranche. Da ich im Regelfall 4-5 mal kaufe um eine richtige Positionsgrösse zu erreichen kommt so etwas schon vor.

Und hier werden beim Verkauf eben auch wirklich die als erstes an dem Tag gekauften hergenommen zur Gewinn und Steuerberechnung.

Der Regelfall ist das logischerweise nicht.
 Durchsuchen


Beitrag zu dieser Diskussion schreiben