Clearstream Banking Einstellung der Verwahrung

eröffnet am 09.04.20 06:50:52 von
neuester Beitrag 21.04.20 16:15:19 von


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09.04.20 06:50:52
Hallo zusammen,

ich bin stiller Mitleser in diesem Forum seit Jahren Jahren und brauche einmal euere Hilfe.

Ich bekam gestern ein Schreiben meiner Depotbank und weiß nicht, wie ich hier richtig handeln muss.

Wie ich es sehe, bin ich gezwungen innerhalb von 2 Tagen meine Aktien (LPS) zu verkaufen. Vielleicht kann mir hier jemand einen Tipp geben.

während das soziale Leben fast vollständig ruht, geht es an den Börsen und Märkten turbulent zu. Sie
verwahren in Ihrem Direkt-Depot sogenannte U.S. limited partnership shares (LPS). Dazu haben wir
heute wichtige Informationen für Sie.
Clearstream Banking, unser Zentralverwahrer, stellt die Verwahrung von U.S. limited partnership
shares zum 20.04.2020 ein. Diese Informationen haben uns auch erst jetzt erreicht.
Was bedeutet das für Sie?
Käufe sind ab sofort nicht mehr möglich.
Verkaufen können Sie Ihre LPS bis einschließlich Dienstag, den 14.04.2020
Ab dem 15.04.2020 ist kein Verkauf und Stand jetzt auch kein Übertrag mehr möglich.
Kein optimaler Zeitpunkt für einen Verkauf - das können wir durchaus nachvollziehen. Allerdings
haben wir auf die Entscheidung von Clearstream Banking keinen Einfluss. Uns sind die Hände
gebunden.
Weitere Informationen liegen uns aktuell nicht vor. Sollte sich etwas Neues ergeben, werden wir Sie
darüber informieren.

Für euere Rückmeldungbedanke ich mich im Voraus.

VG

Sebi
1 Antwort
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09.04.20 08:15:46
Hintergrund für dieses Schreiben ist die Einführung einer Steuer von 10 % auf Verkaufserlöse (nicht Gewinne) bei Partnerships in den USA. Deswegen lehnt Clearstream die weitere Verwahrung solcher Papiere ab.

Du hast jetzt zwei Möglichkeiten: Entweder du verkaufst deine Papiere. Oder du behältst sie und weißt nicht, ob und wann du sie mal wieder los wirst.

Ich würde mich ganz klar für den Verkauf entscheiden, aber diese Entscheidung musst du selbst treffen.
6 Antworten
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09.04.20 08:58:40
Antwort auf Beitrag Nr.: 63.282.295 von JuliaPapa am 09.04.20 08:15:46Danke für die schnelle Info. Dann muss ich wohl in den sauren Apfel beißen und die aktuellen Verluste in Kauf nehmen. Besser als Totalverlust.
5 Antworten
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09.04.20 14:16:49
Antwort auf Beitrag Nr.: 63.282.778 von Sebihg am 09.04.20 08:58:40Habe ich bei der ING Diba auch erhalten und bereits direkt verkauft. Ärgerlich diese kurze Deadline und der jetzige Zeitpunkt, zumal es vor einem Monat noch deutlich mehr für die Papiere gegeben hätte...

Noch eine Frage zur steuerlichen Behandlung der LPs. Kann es sein, dass die Verluste die hier verrechnet werden nicht in den Verrechnungstopf mit "normalen" Aktien geschmissen werden?
Wie kann man das verstehen?

Danke und Gruß
4 Antworten
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09.04.20 14:57:01
Ich bin selber auch betroffen und kann aber nicht einsehen, warum mir meine Bank sagen kann, wann ich was zu verkaufen habe.....

Ich sehe die Ausgangssituation wie folgt:

Clearstream Banking ist als Zentralverwahrer der Aktien ein Servicegeber für die ING, Vertragspartner für mich ist aber die ING und nicht Clearstream. Wenn Clearstream jetzt der Meinung ist, dass sie den Mehraufwand zur Abrechnung der amerikanischen Quellensteuer im Verkaufsfall für L.P. Aktien (bei Dividenden müssen sie es sowieso tun, Quellensteuer im Verkaufsfall ist aber für L.P. Aktien neu) nicht mehr leisten kann oder will muss das im Verhältnis Clearstream und ING geklärt werden. Die ING kann jedenfalls nicht den schwarzen Peter auf uns als Kunden abwälzen.
Ich glaube auch nicht, dass die ING gut beraten ist, wenn Sie damit ihre Kunden im Regen stehen lässt, das könnte sich sonst auch sehr negativ auf die eigentlich gute Bewertung ihrer Servicequalität auswirken.

Ich werde jedenfalls aktuell amerikanische L.P. Aktien nicht unter diesem von der ING aufgebauten Zwangsszenario verkaufen.
2 Antworten
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09.04.20 15:00:26
Antwort auf Beitrag Nr.: 63.281.809 von Sebihg am 09.04.20 06:50:52Hallo Zusammen,

ich habe auch ein solches Schreiben von Ing-Diba erhalten.
Es handelt sich bei mir um Genesis Energy PL, WKN 904955

Ein Anruf bei Diba war sehr unbefriedigend. Unwirsch, fast unhöflich wurde mir erklärt, dass sie nichts machen können, mir bliebe nur der sofortige Verkauf. Und der klappt eben nicht. Ich könnte kotzen!

Ich könnte noch versuchen die Scheine auf ein anderes Depot zu verschieben, aber der Diba Mitarbeiter konnte mir auch nicht sagen ob andere Banken andere Zentralverwalter nutzen oder nicht.

Schöne Schei***!

Gruß
Kalki
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09.04.20 15:08:36
Antwort auf Beitrag Nr.: 63.288.022 von Alchemist57 am 09.04.20 14:57:01
@Alchemist
Lässt du es wirklich drauf ankommen, und lässt die LP´s im Depot?
1 Antwort
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09.04.20 15:13:38
Antwort auf Beitrag Nr.: 63.288.220 von Sebihg am 09.04.20 15:08:36Hab gerade gefunden, dass es nur einen Zentralverwahrer in Deutschland gibt, eben Clearstream.

D.h. eine Verschiebung z.B. zu Consors, die ich vorhatte ist somit sinnlos!?

https://de.wikipedia.org/wiki/Zentralverwahrer
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09.04.20 15:42:13
Du könntest Dir ggf. die Wertpapiere ausliefern lassen - das ist aber mit hohen Kosten verbunden und es müsste vorher erst geklärt werden, ob die Wertpapiere überhaupt lieferfähig sind, d. h. ob für Deinen Anteil überhaupt Einzelurkunden existieren. Ebenfalls müsstest Du bei einem Verkauf über eine Börse die Dinger wieder irgendwo einliefern lassen, was wieder Geld kostest.

Aber mich würde es nicht wundern, wenn parallel dazu der Handel der Papiere auch in Deutschland eingestellt wird.

Alternativ könntest Du prüfen, ob sich die Papiere auf eine andere Lagerstelle in Ausland (ggf. USA) verlagern lassen - dies ist aber auch mit Gebühren verbunden.
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09.04.20 16:36:14
Ja, ich werde aktuell nicht verkaufen, mich aber auch weiter umhören, was eine mögliche Alternative darstellt.
Für mich steht die ING mit dieser Art von Aktionen am Scheideweg: Will sie Ihre Kunden vergraulen, weil sie ihre Servicelevel aus reinen Kostengründen immer weiter nach unten fährt oder kriegt sie wieder die für beide Seiten notwendige Balance.
Der Nachteil einer Direktbank ist dann leider auch, dass die Kostenoptimierer an jeder Stellschraube versuchen zu drehen, das lässt sich dann auch schlecht auf Sachbearbeiterlevel am Telefon diskutieren, die müssen nur die Entscheidungen des managements ausbaden.
Die dwpbank als Wertpapierdienstleister der Sparkassen soll übrigens z.B. nach meiner Kenntnis die notwendigen Anforderungen zur Aufbewahrung erfüllen.
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