Die Zukunft von Drägerwerk seit Corona (Seite 97)

eröffnet am 22.04.20 12:55:47 von
neuester Beitrag 27.11.20 15:04:04 von


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27.10.20 10:42:12
Beitrag Nr. 961 ()
Ich gehe auch mal auf die 4 Punkte ein:

1. JEDE Firma will das, ABER die reine Ankündigung kann schon einen Handlungszwang auslösen. Manchmal ist es aber richtig, abzuwarten - oder 100 kleine Schritte in der täglichen Arbeit umzusetzen ODER wie es TRIGEMA-Grupp mal sagte: Wer sagt das er nun stark sparen muss - ist ein Versager - denn damit gibt er zu, das er zu der rechten Zeit nicht gespart hat!

2. Das ist so ein Aktivismus, der gerne von Beratern und Controllern gepredigt wird. Meist stimmen die Zahlen nicht, da Fixkosten bleiben, der Kunde eine Vollversorgung wünscht usw. Es kann sinnvoll sein, ein defizitäres Produkt weiter anzubieten. Da hilft keine "einfache" Generalisierung.

3. Ja, eine Zusammenlegung von Stämmen und Vorzügen, bei Mehrheit für die Familie, wäre für alle Seiten sinnvoll.

4. Ich finde, eine hohe Dividende sollten nur Firmen ohne Forschung- und Entwicklungsaufwand, hohen Schulden/sonstigen Verpflichtungen und einem sicheren Sockelertrag, zahlen. Bei Belassen des Gewinnes in der Firma, bekomme ich ja eine Multiple Firmenbewertung - statt einem Einmalbetrag. ALSO wenn eine Firma eine EK-Rendite von 10 % erwirtschaftet und mit einem KGV von 20 bewertet ist, DANN ist der einbehaltene Euro doppelt so viel wert, wie der Ausgeschüttete....noch ohne Berücksichtigung der Steuern!
Draegerwerk | 69,60 €
1 Antwort
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27.10.20 12:43:00
Beitrag Nr. 962 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.506.894 von hossinger am 27.10.20 10:42:12
Die lieben Analysten.
Hossinger, Deine Beiträge mag ich besonders. :)
Dafür melde ich mich auch gerne extra an, um meinen Daumen geben zu können.


Neueste Analyse von Independent Research:

https://www.4investors.de/nachrichten/boerse.php?sektion=sto…

Ich hatte mir vorgenommen, auf diese "Analyse" einzugehen. Nach meiner Wahrnehmung
sind sie alle sehr ähnlich und keiner liefert einen echten Mehrwert:



Der Auftragseingang steigt bei Drägerwerk im dritten Quartal um 7,5 Prozent an. Beim Umsatz gibt es ein Plus von rund 30 Prozent auf 862,5 Millionen Euro. Das EBIT legt von 9,3 Millionen Euro auf 127,0 Millionen Euro zu.

Für das Gesamtjahr rechnet Drägerwerk mit einem Umsatzplus von 14 Prozent bis 22 Prozent, die EBIT-Marge soll bei 7 Prozent bis 11 Prozent liegen. Das mittlere bis obere Ende der Spanne ist dabei wahrscheinlicher. Umsatz und Ergebnis in 2021 sollen unter den Werten von 2020 liegen.

Die Analysten von Independent Research rechnen 2020 mit einem Gewinn je Aktie von 8,09 Euro (alt: 5,87 Euro) bei Drägerwerk. Die Prognose für 2021 sinkt von 4,19 Euro auf 4,12 Euro.

Unverändert gibt es von den Experten eine Halteempfehlung für die Aktien von Drägerwerk. Das Kursziel für die Vorzugsaktien wird von 78,00 Euro auf 79,00 Euro angehoben.

Die Aktien von Drägerwerk verlieren 1,2 Prozent auf 72,60 Euro.



Worauf bezieht sich deren vermuteter Gewinn 2020?

EBIT kann es nicht sein, denn diese Angabe bezeichnen sie als Marge. Am ehesten passt
die hypothetische Vollausschüttung. Aber meinen sie diese tatsächlich?
Die hypothetische Vollausschüttung ist für einen guten Analysten durchaus ein Indikator, aber
taugt definitiv nicht für eine gute Kursprognose.
Eigentlich Wahnsinn! Sie heben den Gewinn 2020 von 5,87 auf 8,09 € um 38% an und das
Kursziel wird lediglich um 1 % angehoben. Aber es geht noch irrsinniger:
Der erwartete Gewinn 2021 wird von 4,19 auf 4,12 € um weniger als 2 % herabgesetzt.
D.h. im Klartext, dass sie in der nahen Zukunft um 38 % im Nebel stochern, aber für die
folgende Zukunft eine eingegrenzte Vorstellung von weniger als 2 % haben. Das ist echt irre.

In 2021 werden 265 K Genussscheine ausscheiden. Haben die das in ihre so genauen
Berechnungen einbezogen? Allein dieser Umstand steht für fast 10 % Ertragsänderung.
Deshalb vermute ich: Wohl kaum.


Rechnen wir mal lieber mit den Angaben von Drägerwerk selber:

Umsatz 2019 war 2,781 Milliarden €
Bei Umsatzplus bis 22 % ==> bis zu 3,39 Milliarden € in 2020.
Bei EBIT-Marge bis 11 % ==> bis zu 373 Millionen € EBIT.

Da die Genussscheine zu Fixkosten von ca. 460 Millionen € abgelöst werden und
die Dividende in dieser Zeit auf ihren Mindestwert reduziert bleibt, kann man sie
auch ganz ausblenden.

Somit lautet die Rechnung:

373 Mio. € EBIT - ca. 40 Mio. Zinsen - ca. 88 Mio. Steuern = 245 Mio. € / 18,76 Mio. Anteile
==> Ergebnis = 13 € je Anteil.

Nun kann der Pessimist fordern, dass die Dividende rausgerechnet wird.
Gut, dann soll er die ca. 0,20 € oder sogar 0,30 € gerne abziehen.

Die von Dräger angegebene Spanne berücksichtigen?
Versuchen wir das:
Q1 = 0
Q2 = 102 Mio.
Q3 = 127 Mio.
Q4 = 125 Mio. (warum sollte dieser Wert noch geringer ausfallen, wenn doch Vollauslastung in 2020 andauert?)

Ergebnis = 354 Mio. € - Zinsen und Steuern = 233 Mio. € = 12,4 je Anteil - Dividende = ca. 12 €.


Und ich würde wetten, dass es auch mindestens 12 € werden. :kiss:

Und nun mögen mir doch bitte schön die von Independent Research ihre nicht nachvollziehbare
Berechnung offenlegen. :p
Draegerwerk | 71,10 €
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27.10.20 15:26:23
Beitrag Nr. 963 ()
Eigentlich sollte man meinen, in solchen Zeiten würden zumindest manche Fonds & Co von konjunktursensibleren Werten auf Werte wie Draeger umschichten.
Draegerwerk | 71,50 €
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27.10.20 15:39:42
Beitrag Nr. 964 ()
Genau das ist ja mein Reden..... wenn die Wirtschaft wieder runter gefahren wird, die Leute aus Unsicherheit ob sie morgen noch einen Job haben nichts konsumieren, dann wird es nicht nur SAP erwischen. Da bleibe ich lieber in Drägerwerk und sehe es wie Puhug.....Dräger soll das Geld für die Ablöse der Genusscheine nehmen, und dann wird die Aktie nachziehen, so oder so.
Draegerwerk | 71,80 €
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27.10.20 16:06:35
Beitrag Nr. 965 ()
Ich finde die Angaben von Independent Research gut nachvollziehbar:
EBIT-Marge (also EBIT in Bezug auf Umsatz) liegt wie von Dräger in der Guidance angeben bei 7 bis 11 %. Die Berechnung des Ergebnisses pro Aktie hat den Rückkauf nicht berücksichtigt, da rein formal der Rückkauf in 2020 noch nicht abgeschlossen sein wird und Dräger selbst daher auch ähnlich wie Independent Research rechnen wird.
Problematisch finde ich hingegen den starken Gewinnrückgang in 2021. Hierfür ist aber Dräger aufgrund der eigenartigen Gewinnwarnung verantwortlich.


Institutionelle Investoren interessieren übrigens die Gewinnschätzungen und Kauf-Verkaufempfehlungen weniger als vielmehr die Sachen die die Analysten auf der Tonspur bei der Besprechung der Studie mitteilen.

nur meine Meinung. Irrtum vorbehalten.
Draegerwerk | 72,20 €
1 Antwort
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27.10.20 16:58:48
Beitrag Nr. 966 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.510.650 von deepvalue am 27.10.20 16:06:35
Zitat von deepvalue: Ich finde die Angaben von Independent Research gut nachvollziehbar:
EBIT-Marge (also EBIT in Bezug auf Umsatz) liegt wie von Dräger in der Guidance angeben bei 7 bis 11 %.
Irrtum vorbehalten.



Ich vermute, du hast meinen Beitrag nur flüchtig gelesen.

Mir geht es hauptsächlich um diese Aussage von Independent Research:

Die Analysten von Independent Research rechnen 2020 mit einem Gewinn je Aktie von 8,09 Euro

EBIT-Marge steht bei 7 - 11% und einem Umsatzplus von 14 - 22%.

Da der Umsatz in 2019 2781 Mio. € betrug, ergibt sich folgende Spanne für das EBIT:
7 - 11% von 3170 bis 3393. Somit mindestens 222 Mio. bis 373 Mio. €.

Eine breite Spanne. Da sollte man berücksichtigen, dass Dräger von der oberen Bandbreite
ausgeht und uns die Auskunft gab, dass das gesamte Jahr 2020 unter Volllast gefahren wird.

Nein nein, da braucht es nicht viel, um zu wissen, dass es 350 Mio. + x werden dürften.

Gerade du hast in der Vergangenheit stets von wesentlich mehr geredet und 500 Mio. EBIT
als Erwartung genannt.


Aber es geht ja leichter. Bitte rechne mir vor, wie die von Independent Research auf
8,09 € Gewinn je Aktie gekommen sind und ob das selbst für zutreffend hältst?

Meine 12 € (Gewinn nach Zinsen und Steuern) sind konservativ, verhalten und realistisch berechnet.
Außerdem beinhalten sie sogar die Dividendenplanung seitens Drägerwerk und damit verbundene
Zahlung an die Genussscheininhaber.

Und natürlich beeinflussen solche "Analysten" private Kleinanleger, wenn sie 8 € Gewinn
anstelle 12 € schreiben. :rolleyes:
Draegerwerk | 70,40 €
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27.10.20 18:56:18
Beitrag Nr. 967 ()
Puhug,

das die Gewinnschätzung zu niedrig liegt sehe ich wie du (ich erwarte sogar deutlich höhere Gewinne).
Vielleicht habe ich nicht klar genug herausgearbeitet, dass ich die Arbeit und Vorgehensweise des Analysten sehr gut nachvollziehen kann (auch wenn ich das Ergebnis nicht teile). Er hat sich halt auf die Angaben von Dräger verlassen.
Herleitung des Gewinns von 8,09 Euro Ergebnis pro Aktie unter Vollausschüttung: 8,09 Euro mal (18,66 Mio. Aktien plus 8,74 Mio. Genusscheinäquivalente) = 221,67 Mio. Euro Ergebnis nach Steuern, entspricht ca. 316 Mio. Euro vor Steuern oder ca. 350 Mio. Euro EBIT.
Der Analyst hat also die neueste Guidance eines EBIT am oberen Rand der Range von 7 bis 11 % EBIT Marge verwendet.

Ich kann da keinen Fehler erkennen. Die Genußscheine sind alle für 2020 voll ergebnisberechtigt. Dräger wird das Ergebnis nach Vollausschüttung deshalb wohl auch so ausweisen. Dass dieses die Verhältnisse nicht trifft sind wir uns alle einig. Aber die Arbeit des Analysten ist schon nachvollziehbar.

Kleinanleger mit ihren meist nur wenigen 100 Aktien dürften übrigens kaum den Kurs treiben. Sie sind den Analysten ohnehin egal, da diese nicht für das Research in der einen oder anderen Form zahlen.

Nur meine Meinung. Irrtum vorbehalten.
Draegerwerk | 72,20 €
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27.10.20 20:12:04
Beitrag Nr. 968 ()
Die Dividende beeinflusst bei Drägerwerk den Gewinn je Aktie.
Ja, richtig gelesen. Denn normal ist das für eine AG nicht.

Es stimmt zwar nicht ganz, denn das Zauberwort lautet hypothetische / theoretische Vollausschüttung.

Da dieses Thema sehr wichtig ist, um das Unternehmen und dessen
Kurs- und Dividendenperspektive zu verstehen, erkläre ich meine Sicht:


Jede normale AG, die einen Gewinn erwirtschaftet, hat für diesen folgende Verwendungsmöglichkeiten:

a) Ausschüttung als Dividende
b) Verbleib im Unternehmen für welche Zwecke auch immer
c) eine, wie auch immer, justierte Mischung von a und b

Auch bei Drägerwerk wäre es so, wenn sie keine Genussscheine hätten.

Nun schauen wir mal auf die Dividendenzahlungen der letzten Jahre:

https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=24&l=0&isin=DE00…

Zusammengefasst gab es in 18 Jahren 9,55 € Dividende für die Vorzugsaktien und
somit 8,47 für die Stammaktien.

Es resultiert ein Durchschnitt von 0,47 € / Jahr für die Stammaktie.

Selbst für das ertragreichste Jahr 2012 wurde nur eine Dividende von 0,86 € je Stammaktie ausgeschüttet, obwohl bei einer Vollausschüttung 5,81 € möglich gewesen wäre.
Folglich eine niedrige Quote von nur 14,8 %.

Was hat das mit den Genussscheinen zu tun?

Sehr viel.

Wenn Dividenden ausgezahlt werden, dann verteilen sich diese aktuell auf
10,16 Mio. Stammaktien
8,6 Mio. Vorzugsaktien und
8,32 Mio. Dividenden auf die Genussscheine

Wenn Drägerwerk nun für 2020 einen realistischen Gewinn (Netto) von 245 Millionen €
erzielt und 40 % als Dividende ausschütten würde, dann verteilen sie 98 Mio. € auf
27,08 Mio. Dividenden. Es handelt sich um Näherungswerte, weil Dividenden auf
Genussscheine die Zahlung von Steuern etwas reduzieren.
Es entfielten auf die Genussscheine
letztendlich ca. 30 Mio. €.

Wenn man aber wie Drägerwerk die Dividende sehr niedrig hält und nur 0,19 € beschließt,
dann werden nur 1,6 Mio. € an die Genussscheininhaber ausgezahlt und der Rest bleibt
im Unternehmen.

Nun stellen wir uns mal vor, dass nicht alle Mitglieder der Familie Dräger über ein sattes
Einkommen im Unternehmen verfügen und ihr Leben von Dividenden bestreiten möchten.

Als Stammaktionäre erhalten sie nur 0,13 €. Dann bräuchte so ein Familienmitglied locker
500.000 Aktien, um als Dräger ansatzweise angemessen davon leben zu können.

Zur Orientierung: Die gesamte Familie Dräger besitzt ca. 7,25 Mio. Stammaktien.

Es ist also naheliegend, dass der eine oder andere aus der Familie dem Stefan immer wieder
erzählt, dass er mehr Dividende möchte. Der antwortet dann wahrscheinlich, dass er das gut
verstehen kann, aber dann geht viel an die Genussscheininhaber weg und er möchte dann doch
lieber mehr reinvestieren können.

Ich glaube nicht, dass es an den Haaren herbeigezogen ist, dass sich nach dem Ende des Themas
Genussscheine die Dividendenpolitik im Hause Dräger ändern wird. Der erste Dividendenbeschluss
ohne Genussscheinproblematik steht meines Wissens im Mai 2023 an (ich kann mir nicht vorstellen, dass
die Genussscheine für 2023 dividendenberechtigt sind, wenn ihr Auszahlungstermin der 02. Januar 2023 ist)
.


Zusammenfassung:

Auch wenn es für die Genussscheininhaber nicht gerade schön ist, so ist es für die Aktionäre
besser, wenn Geld im Unternehmen bleibt und nicht als Dividenden verlässt.

Die Frage stellt sich auch nicht, denn sämtliche Genussscheine wurden bereits gekündigt.
Deshalb werden Löwenanteile der Gewinne 2020 - 2022 für deren Auszahlung benötigt.
An dieser Stelle möchte ich dann auch mal erwähnen, dass die Genussscheine vor ihrer
Kündigung zu ca. 250 € gehandelt wurden und sie nun über 500 € notieren.

Man muss feststellen, dass bisher die Inhaber der Genussscheine deutlich besser von der
Kündigung profitierten, als die Aktionäre. - Aber darauf kommt es nicht an und die Stunde
der Aktionäre wird auch kommen, sobald die Thematik endlich verstanden und reflektiert wird.








@ deepvalue,

mir ist klar, dass du dich in der Gesamtthematik recht gut auskennst. Deshalb bin ich nahezu
verärgert, wenn du Vollausschüttung und Gewinn in einen Topf schmeißt. Das ist ganz einfach
falsch.

Hier deine eigenen Worte:

Zitat von deepvalue: Die Guidance für 2020 ist wieder mal zu konservativ:man geht von einem Umsatz von 3,39 Mrd. Euro (m.E. realistisch) und einem Ebit von maximal 373 Mio. Euro aus.

Erfreulich ist, das der Auftragseingang in Q3 mit 786 Mio. Euro (je nach Rechnung, kann auch 816 Mio. Euro sein) nur etwas niedriger war als der Umsatz (862 Mio. Eur0) bzw. als der der Auftragseingang im 2. Quartal (898 Mio. Euro). Offen ist, ob die Stornierung des Auftrages der Bundesregierung als negativer Auftragseingang verbucht wurde. Der Auftragseingang lag dieses Jahr bisher um 747 Mio. Euro über Vorjahr.

Heftig ist das Ergebniswachstum ggü. Vorjahr (+118 Mio. Euro Q3 2020 ggü. Q3 2019, war im 2. Quartal 102 Mio. Euro). Geht man von dem gleichen Ergebniswachstum ggü. Vorjahr für das 4. Quartal aus, so würde sich sogar ein EBIT in Höhe von 69 plus 118 Mio. Euro für Q4, d.h. 187 Mio. Euro und für das Gesamtjahr von 415 Mio. Euro ergeben. Also gehe ich aktuell von ca. 400 Mio. Euro EBIT aus (max. 430 Mio. Euro).

Die Guidance für 2021 ist, wie zu erwarten, niedriger als für 2020. Erfreulicherweise fehlt das Wort "wesentlich" niedriger.
Ich gehe von einem Auftragsüberhang von 500 bis 600 Mio. Euro aus 2020 für 2021 aus. Nimmt man den Auftragseingang des 3. Quartal und multipliziert diesen mit 4, sollte eigentlich der Umsatz in 2021 ähnlich hoch, wenn nicht höher als in 2020 sein wenn ein Gutteil des Auftragseingangs in 2021 abgearbeitet würde. D.h. eigentlich sollte das Ergebnis für 2021 auch bei ca. 400 Mio. Euro liegen.
400 Mio. Euro EBIT sollten normalerweise ein EBT von ca. 360 bis 380 Mio. Euro bedeuten. D.h. ein Ergebnis nach Steuern von ca. 250 bis 270 Mio. Euro,d.h. ohne Berücksichtigung der Genußscheine 13 bis 14 Euro pro Aktie. Die Genußscheine sollte man m.E. nicht mehr berücksichtigen, da der Rückkaufwert feststeht.
Anders ausgedrückt: Mit dem Ergebnis der Jahre 2020 und 2021 kann man locker die Genußscheine aus dem Cash Flow zurückzahlen plus schöne Dividenden zahlen (wird aber wohl erst nach Rückzahlung aller Genußscheine passieren) oder aber Aktienrückkäufe durchführen (das würde die Shorts richtig freuen........).

Nur meine Meinung. Irrtum vorbehalten.




Ganz genau. Alles vertretbar und inhaltlich zutreffend was du schriebst.
Um so mehr wundert mich deine Nachlässigkeit gegenüber ignoranten
Analysten, wenn ich sie mit deinen Ansprüchen gegenüber dem Drägerwerk-Management
vergleiche.

Ich jedenfalls erwarte von einem Analysten, der sich mit Drägerwerk beschäftigt, dass er
Gewinn und theoretische Vollausschüttung auseinanderhalten kann.
Draegerwerk | 71,60 €
2 Antworten
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27.10.20 21:18:04
Beitrag Nr. 969 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.513.689 von Puhug am 27.10.20 20:12:04Puhug,

es tut mir leid wenn ich dich verärgert habe. Ich sehe die Sache geigentlich wie Du. Allerdings wollte ich darauf hinweisen, dass der Analyst aus seiner Sicht und der des Reporting absolut korrekt arbeitet, auch wenn die in der Presserklärung publizierte Zusammenfassung Dir nicht gefällt. Der Analyst arbeitet halt nicht für die Kleinanleger und die Wirtschaftspresse. Zusätzlich wird der Analyst vermutlich irgendwo in seinem Bericht "unsere" Schätzung von 12 bis 15 Euro Gewinn pro Aktie nach zu erwartender Ausschüttung nennen. Die Investoren werden es also wissen. Auch dürfte der Analyst für die Zeit ab 2023 den Wegfall der Genußscheine in seinem Modell berücksichtigt haben.

Spätestens dann gehen auch die Dividenden hoch. Da man die Firma kaum schlechter führen kann, gibt es bei Dräger jede Menge Upside. Man braucht hier halt viel Geduld. Aber die habe ich als alter Genußscheinanleger.....


Nur meine Meinung Irrtum vorbehalten.
Draegerwerk | 71,60 €
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27.10.20 21:19:52
Beitrag Nr. 970 ()
Die Genußscheininhaber der Serie D sind übrigens für 2022 voll Ausschüttungsberechtigt. D.h. die neue Dividendenpolitik dürfte sich erst für für das Geschäftsjahr 2023 in 2024 gezahlte Dividende auswirken.
Draegerwerk | 71,60 €
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