Anfänger bittet die Gemeinde um Hilfe (Seite 2)



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23.05.20 22:48:07
Es ist recht schwierig den richtigen Brocker/ Bank zu finden.
Stehe, oder besser gesagt stand kurz davor bei IB ein Konto zu eröffnen, aber dein Geld liegt wohl (nach meinen Infos) in London bei einer Bank und nicht in den US. Und London sieht das nicht als Sondervermögen (hat nichts mit der Einlagensicherung zu tun) Im Falle einer Pleite ist nicht nur das Bargeld sondern auch die Aktien verloren. Das hast du bei zum Beispiel Comdirekt nicht. Vielleicht kann hierzu noch jemand ein paar Zeilen schreiben, oder weitere Infos. Danke.
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24.05.20 01:36:14
Antwort auf Beitrag Nr.: 63.781.864 von Im_letzten_Drittel am 23.05.20 22:48:07
Zitat von Im_letzten_Drittel: Es ist recht schwierig den richtigen Brocker/ Bank zu finden.
Stehe, oder besser gesagt stand kurz davor bei IB ein Konto zu eröffnen, aber dein Geld liegt wohl (nach meinen Infos) in London bei einer Bank und nicht in den US. Und London sieht das nicht als Sondervermögen (hat nichts mit der Einlagensicherung zu tun) Im Falle einer Pleite ist nicht nur das Bargeld sondern auch die Aktien verloren. Das hast du bei zum Beispiel Comdirekt nicht. Vielleicht kann hierzu noch jemand ein paar Zeilen schreiben, oder weitere Infos. Danke.


Du liegst teilweise richtig.

Leider werden in Foren und aber auch auf Blogs und Vermittlerwebseiten grundsätzlich fast immer bei IB alles durcheinander gewürfelt. Da werden IB UK Vorteile hinzugedichtet, die aber nur IB USA hat.

Auch wenn die Finanzgruppe von IB insgesamt sehr stark und groß ist, muß man leider immer differenzieren. Z.B hat eine extra Versicherung im Falle der Insolvenz nur IB USA. Auch die Einlagensicherung ist in der Höhe bei IB USA wesentlich höher als bei IB UK.

Bei IB UK gibt es keine zusätzliche Versicherung. Im Falle der Insolvenz greift aber die Einlagensicherung der FSCS. Die Kundengelder sind "ähnlich" wie Sondervermögen gehalten (getrennt vom Vermögen des Brokers) bzw. besser formuliert: Es wird nicht zur Insolvenzmasse. Das bezieht sich aber nur auf Cash, nicht auf Wertpapiere.

Ist aber fast egal, weil so oder so die FSCS für Schäden aufkommt.

Es spielt auch keine Rolle zur welcher "Überweisungsbank" du das Geld schickst, die ist so oder so immer raus aus dem Verfahren. Gläubiger ist immer der Broker, nicht das Kontoinstitut. Das Kontoinstitut ist nur Zahlungsabwickler.

Wertpapiere werden nach meines Wissens tatsächlich nur finanziell ausgeglichen. Grundsätzlich ist die Einlagensicherung bei 85 Tsd BP. Wobei ich glaube das bei Wertpapiere nur 100% bis zu 50 BP bezahlt werden. Bei einer Insolvenz ist also das Geld nicht weg. Bis 85 tsd. BP. wird bezahlt.

Bei IB braucht man sich aber nach meiner Ansicht keine großen Sorgen um sein Geld insgesamt machen. Von den Rating der jeweiligen Mutterhäuser steht die Commerzbank natürlich wesentlich besser da.
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24.05.20 09:24:09
Guten Morgen bomike

Vielen Dank für deine Ausführung.
In meinem Fall wollte ich über IB Aktien handeln und somit einen 6- stelligen Betrag einzahlen.
Was ich mir noch nicht erlesen habe (oder überlesen) ob die 85 tsd als Gesamtpaket gelten.
Cash zB. 70.000,- zuzüglich Aktienpaket 100.000,- Somit sind wir schnell weit über 85 tsd.

Und das ist bei der comdirekt so wie ich weiß getrennt. Die Aktien bleiben dir.

Viele Grüße
chico
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24.05.20 10:49:12
Antwort auf Beitrag Nr.: 63.782.182 von bomike am 24.05.20 01:36:14
Zitat von bomike: Leider werden in Foren und aber auch auf Blogs und Vermittlerwebseiten grundsätzlich fast immer bei IB alles durcheinander gewürfelt. Da werden IB UK Vorteile hinzugedichtet, die aber nur IB USA hat.



Meines Erachtens kommt es auf die Produkte an die gehandel werden. SIPC Schutz gilt für US Aktien und das zum Kauf von Aktien vorgesehene Cash.

Bei Cash kann man glaub einstellen ob es immer "gesweept" werden soll -- d.h. auf das US Konto in den SIPC bereich transferiert werden oder auf dem Uk Konto verbleiben soll.

Die LLoyds Versicherung hat mE ohnehin nur psychologische Bedeutung da die Gesamthaftung auf Mio 150 USD begrenzt ist.

IB hat ein S&P rating von BBB+ genauso wie Commerzbank und Dt Bank. Ich würde aber IB auf jeden Fall mehr trauen, da die im allg. wissen was sie tun und ein echt strenges Risikomanagement haben (die Foren sind voll von Kunden, dies schon betroffen hat). Demgegenüber sind die dt Banken Gemischtwarenläden und die Bilanzen vollgesogen mit Krediten irgendwelcher Zombieunternehmen.
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24.05.20 12:14:19
Antwort auf Beitrag Nr.: 63.783.358 von Gerhard_Mueller am 24.05.20 10:49:12anbei die Infos, die jeder wissen sollte:

https://ibkr.info/de/article/2012

https://www.investopedia.com/ask/answers/185.asp

https://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/sparen-u…

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24.05.20 13:47:11
Antwort auf Beitrag Nr.: 63.782.854 von Im_letzten_Drittel am 24.05.20 09:24:09
Zitat von Im_letzten_Drittel: Guten Morgen bomike

Vielen Dank für deine Ausführung.
In meinem Fall wollte ich über IB Aktien handeln und somit einen 6- stelligen Betrag einzahlen.
Was ich mir noch nicht erlesen habe (oder überlesen) ob die 85 tsd als Gesamtpaket gelten.
Cash zB. 70.000,- zuzüglich Aktienpaket 100.000,- Somit sind wir schnell weit über 85 tsd.

Und das ist bei der comdirekt so wie ich weiß getrennt. Die Aktien bleiben dir.

Viele Grüße
chico


Die 85tsd gelten als Gesamtpaket. Und Gerhard hat mit dem Rating Recht. Beide haben BBB+
Letztendlich spielt aber Rating und Finanzstärke keine Rolle. Entscheidend wie stark die Einlagensicherung ist.

Zum Schluß ist alles egal, es zählt nur die Sicherung.

Bei Comdirekt ist sie fast unendlich. Nicht nur die 100tsd, sondern aktuell bis zu 80 Millionen pro Konto, weil sie zusätzlich beim bvb Mitglied sind.

Ich würde aber nie auf die Idee kommen über die Comdirekt Futures oder ähnliches zu handeln.
Aber aus eigener negativen Erfahrung, niemals mehr Geld bei einem Broker hinterlegen das die Einlagensicherung übersteigt. Wobei ich IB grundlegend vertrauen würde.
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24.05.20 14:13:15
Futures oder ähnliches würde ich auch nicht über comdirekt handeln.
In meinem Fall geht es um Aktien direkt. Aus diesem Grund müsste auch die einzuzahlende Summe eine entsprechende Größe haben.
Muss mal schauen was ich machen werde. IB würde sich anbieten, weil ich IB gleich mit der Software verknüpfen könnte. Zur Zeit benutze ich meine Software nur mit einem Datenfeed und logge mich dann zum handeln beim Brocker ein und wieder aus. Bin nur im 60er Chart und größer unterwegs. Alles andere habe ich probiert und macht mich nur nervös. Somit kann ich auch schön aus dem Wohnmobil handeln mit dem ich viel unterwegs bin.
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24.05.20 15:18:24
Antwort auf Beitrag Nr.: 63.784.784 von Im_letzten_Drittel am 24.05.20 14:13:15
Zitat von Im_letzten_Drittel: Futures oder ähnliches würde ich auch nicht über comdirekt handeln.
In meinem Fall geht es um Aktien direkt. Aus diesem Grund müsste auch die einzuzahlende Summe eine entsprechende Größe haben.
Muss mal schauen was ich machen werde. IB würde sich anbieten, weil ich IB gleich mit der Software verknüpfen könnte. Zur Zeit benutze ich meine Software nur mit einem Datenfeed und logge mich dann zum handeln beim Brocker ein und wieder aus. Bin nur im 60er Chart und größer unterwegs. Alles andere habe ich probiert und macht mich nur nervös. Somit kann ich auch schön aus dem Wohnmobil handeln mit dem ich viel unterwegs bin.


IB ist schon gut. Schon aus der Gebührenstruktur her. Die TWS ist nach meiner Ansicht der absolute Horror. Die ist noch genauso aufgebaut wie in den 90zigern. Aber es lohnt sich sicherlich einzuarbeiten.

Wenn es viele Trades im Monat sind, würde ich IB nehmen. Aber auch nur wegen dem Gebührenvorteil.
Für den Aktienhandel fällt mir auch keine echte Alternative ein. Auch Faktoren für Ausfälle sprechen für IB. Zumindest was ich so mitbekommen habe bei Consors und Comdirekt... bei deren Systemen hätte ich keine ruhige Minute...

Trotzdem finde ich es "frech" das ich gezwungen werde bei IB UK das Konto zu eröffnen. Was soll das?
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25.05.20 21:15:00
Antwort auf Beitrag Nr.: 63.785.219 von bomike am 24.05.20 15:18:24
Zitat von bomike: Wenn es viele Trades im Monat sind, würde ich IB nehmen. Aber auch nur wegen dem Gebührenvorteil.
Für den Aktienhandel fällt mir auch keine echte Alternative ein. Auch Faktoren für Ausfälle sprechen für IB. Zumindest was ich so mitbekommen habe bei Consors und Comdirekt... bei deren Systemen hätte ich keine ruhige Minute...

Trotzdem finde ich es "frech" das ich gezwungen werde bei IB UK das Konto zu eröffnen. Was soll das?


Ich glaube das hat vor allem organisatorische Gründe dass IB das Europageschäft bei IB Uk gebündelt hat.

Meine Privatmeinung (die keinen Anspruch auf Richtigkeit erhebt) ist, dass die Zombifizierung der europ. Wirtschaft viel weiter fortgeschritten ist, als nach aussen bekannt. Und dass entsprechend europ. Banken erheblich mehr Risiken in den Büchern haben, als nach aussen kommuniziert wird. Und dass Ratings wie BBB+ nur deswegen zustande kommen, weil die Banken gelernt haben, die Risikomanagementsysteme so aufzusetzen, dass nach außen die wahren Risiken nicht offenbar werden. ZB glaub ich diesem eurip. Stresstest keine fünf Minuten.


Dass entsprechend die Bankensicherungssysteme in D im Ernstfall auch nur auf dem Papier existieren, dass man bei einem angeschlossenen Broker eben doch "dabei" ist, wenn das Mutterhaus Pleite geht und dass IB wegen ihrem global diversifiziertem Kundenstamm und strikten Risikomanagement im Zweifel mehr Sicherheti bietet als deutsche Banken.

Hoffe dass nie die Situation eintritt dass man es erfährt, obs wirklich so ist.
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26.05.20 12:11:49
Man sollte vielleicht noch dazu sagen, dass etliche deutsche Broker einfach nur Whitelabel von IB UK sind. So z. B. Captrader, Lynx etc ich weiß gar nicht wer noch alles. Das sieht man auf den ersten Blick überhaupt nicht, fällt einem nur im Kleingedruckten auf. Das fehlende Sondervermögen in UK ist für mich ein absolutes KO-Kriterium für den Aufbau eines Investment-Portfolios mit echten Aktien. Schließlich kaufe ich Aktien um im Ernstfall KEIN Cash zu bekommen. Tatsächlich habe ich auch ein Trading-Depot in UK aus Gründen der Diversifizierung, falls in der EU alles den Bach runter geht aber das tatsächlich nur zum Traden. Für Futures wiederum eine andere Adresse. Es kommt halt wirklich drauf an, für welchen Zweck man den Broker nutzen möchte.


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