Nach dem Krach ist vor dem Krach (Seite 74)

eröffnet am 10.07.20 07:07:35 von
neuester Beitrag 11.01.21 20:27:24 von


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23.11.20 19:04:11
Beitrag Nr. 731 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.812.083 von Liechtstein am 23.11.20 18:17:32Frei handelbar heiß nicht frei. Da liegt bei den Chinesen das Problem. Die könnten ihren Zielkorridor über Nacht rauf oder runtersetzen. Wer jetzt als internationaler Anleger in den chinesischen Währungsraum investiert, kann davon überrascht werden und das gilt es zu vermeiden.

Die chinesische Regierung versucht mit allen Mitteln die eigene Währung niedrig zu halten um so ihre Exportwirtschaft zu schützen. Dabei wächst die chinesische Wirtschaft ja schneller als die amerikanische oder europäische. Wäre das Währungssystem zwischen den drei Währungen ein offenes, müsste der Yuan zulegen und sich Euro und Dollar zum Yuan verbilligen. Das ist nicht der Fall. Denn das würde die Exportaussichten der Kommunisten verschlechtern. Das darf ja nicht sein.
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23.11.20 23:10:22
Beitrag Nr. 732 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.812.818 von sdaktien am 23.11.20 19:04:11Darum geht's doch gar nicht. Es war die Rede einer universellen Anlagestrategie, die keine Alternative zur Dauerkrisenwährung Euro kennen soll. Tatächlich werten diverse asiatische Währungen von Thailand bis China seit Monaten gegen Euro und USD auf. Vielleicht hat das üble Corona-Mismanagement in EU und USA die Strategen umdenken lassen.
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24.11.20 10:16:05
Beitrag Nr. 733 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.816.226 von Liechtstein am 23.11.20 23:10:22Verdeutlichung am Beispiel Koreanischer Won. EUR und USD fallen in Tandem gegen eine asiatische Währung. Wirkt etwas ungewöhnlich.
Da an den Märkten nichts in Stein gemeißelt ist, kann es immer sein, dass Anlagen an neue Realitäten angepasst werden. Ist aber vorerst nur eine Hypothese mit Fragezeichen. Der Grund wäre aber verständlich. Ökonomisch sind die Aussichten für USA und Europa spätestens seit Corona durchwachsen, während große Teile des asiatischen Pazifikraums die Krise mühelos gemeistert haben. Der Verlust von Technologieführerschaft läuft schon länger und wird allmählich kritisch, Beispiel Halbleiterindustrie.

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24.11.20 12:58:23
Beitrag Nr. 734 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.816.226 von Liechtstein am 23.11.20 23:10:22Natürlich geht es darum. Weil bei den Anlageüberlegungen der großen Adressen, der Zugang und die innere Ausgestaltung der Währung eine Rolle spielt. Geht man da nicht rein, geht man anschließend nicht wieder raus. Geht man nicht rein und geht nicht raus, gibt es im entsprechenden Währungsraum auch keinen Crash. Oder andersrum: Nur Währungen die tatsächlich frei miteinander handelbar sind haben eine Crashmöglichkeit, die das gesamte System beeinträchtigen kann.

Für mich wirkt der Won kein bisschen ungewöhnlich, bzw. er zeigt die Auswirkung eines zu kleinen Währungsraums. Das hat mit langfristigen Überlegungen wie der Aufstellung neuer Industrien etc. gar nichts zu tun.

Der Währungsraum des Won umfasst genau ein Land, Süd-Korea. Das BIP des Währungsraums umfasst 1,7Billionen Dollar., unser BIP in Deutschland liegt bei 3,8Billionen Dollar (das wäre der alte Währungsraum der D-Mark). Wenn die Finanzströme Süd-Korea als Anlageziel entdecken, vergrößert das natürlich das Gewicht des Won zu allen anderen Währungen, nämlich zu all den Währungen, aus denen Geld in den Won hineinfliesst. Auf Dollarbasis sind das seit August rund 5% also ungefähr 85Mrd$. Das ist nix.
Der weltweite Devisenhandel (was der Tausch einer Währung gegen eine andere Währung ist) liegt bei etwa 6Billionen Dollar täglich. Dieses Geld braucht einen Währungsraum in dem es Platz hat und in dem es sich bewegen kann. Das bedeutet es muss rein und wieder raus können und es sollte keine staatlich gelenkten Überraschungen geben. Letzteres minimiert den Yuan als globale Reservewährung.

5% sind wie gesagt nicht ungewöhnlich.. Mich verwundert, dass es nicht mehr ist. Immerhin nimmt man in den USA Süd-Korea immer als Beispiel um aufzuzeigen, wie miserabel das amerikanische Management in der Krise ist. Der Grund ist einfach, beide hatten am selben Tag den ersten Fall gemeldet. Eigentlich sollte das zum Won eine größere Wirkung entfalten. Die Volkswirtwchaft der USA hat eine Größe von 21Billionen Dollar. Damit ist aber der Währungsraum noch lange nicht abgedeckt, denn zugeordnet werden müssen etwa noch die gesamten Gelder die im Energiesektor kursieren und einiges mehr. Nimmt man von den 21Billionen nur 1% sind wir schon bei 210Milliarden Dollar Umschichtung. Ich denke es wird deutlich, wohin die Reise währungstechnisch dann geht und genau eine solche Massivität des Währungsstroms kann zu einem Crash führen. Nämlich dann, wenn das Geld nicht rein, sondern raus fließt.
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24.11.20 13:32:40
Beitrag Nr. 735 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.822.565 von sdaktien am 24.11.20 12:58:23- Jetzt erzähl mir noch einer, dass wir nicht längst eine zentralbankgesteuerte monetäre Planwirtschaft hätten. Am längsten und intensivsten macht das Japan, die kontrollieren den Außenwert ihrer Währung haargenau. die Chinesen haben nur bei allen anderen abgeschrieben.

- Won war ein Muster, deswegen "am Beispiel". Bei EUR/CNY und EUR/USD passiert das gleiche. Einfach nachsehen und errst dann loslegen.

- Wir reden momentan nicht von Handelsaktivitäten, sondern von Anlagegeldströmen. Bei ersteren ist China aber sowieso Nr. 1
"Massive Lieferengpässe für Waren aus China
Frachtschiffe von Fernost nach Europa sind ausgebucht, Reedereien verlangen horrende Aufschläge. Das führt auch zu Problemen bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie."
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24.11.20 13:51:18
Beitrag Nr. 736 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.823.111 von Liechtstein am 24.11.20 13:32:40Zentralbankgesteuert ist was anderes als politisch motiviert.

https://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/devisen-rohsto…

Ja was liefern uns dennn die Chinesen in Massen?! Oder liegt der Engpass der Kapazitäten vielleicht daran, dass viele Kapazitäten derzeit gar nicht vorhanden sind?

Dieser Halbsatz

Sendungen kommen derzeit verzögert an, weil Häfen überfüllt sind...

aus diesem Artikel

https://www.spiegel.de/wirtschaft/corona-krise-massive-liefe…

könnte Erklärung für die ganze Sachlage sein. Häfen sind nicht überfüllt. Der Container ist entweder beim Kunden oder er ist unterwegs. Wenn Häfen überfüllt sind, heißt das für mich, dass die Container dort geparkt werden, natürlich leer. Die Reedereien und Transportunternehmen wissen nicht wohin damit, weil sie selbst gar keinen Platz haben und so steht der Container im Hafen rum und wartet auf seinen nächsten Einsatz. Wenn die Chinesen so viel Ware nach Europa bringen wollen, sollen sie ihre Container füllen aber nicht versuchen die Welt mal wieder für dumm zu verkaufen. Den Speditionen kommt das natürlich zu Gute, denn die können so ihre Frachtraten steigern.

Kauf Post Aktien fällt mir dazu ein. Die profitieren davon.
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24.11.20 17:35:29
Beitrag Nr. 737 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.823.408 von sdaktien am 24.11.20 13:51:18Die EZB bspw. übernimmt, ohne ein legales Mandat dazu zu haben, den Job, der eigentlich ein fiskalischer ist und Aufgabe der Politik wäre: Die Eurozone durch Ausgleichzahlungen zu stabilisieren (und auf Teufel komm raus Bankrotte zu verhindern). Das ist der Sinn von QE, das als Ausschaltung von Angebot und Nachfrage und damit marktfeindlich wirkt. Ein rein politisches Mandat. Wirklich unabhängige Zentralbanken existieren nirgendwo. Das ist nur ene komisch-romantische deutsche Idee.
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24.11.20 17:42:09
Beitrag Nr. 738 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.823.408 von sdaktien am 24.11.20 13:51:18Die globalen Warenströme haben ihr Zentrum in China und ein paar Nachbarstaaten. Der Rest ist ferner liefen. (Würde man die Berechnung alternativ nach physikalischem Volumen aufmachen, wären die Unterschiede noch extremer. Die dünnen grünen Pfeile der sonstigen weltweiten Lieferungen wären gar nicht mehr sichtbar.)


https://diercke.westermann.de/content/globale-warenstr%C3%B6…
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24.11.20 18:01:32
Beitrag Nr. 739 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.827.137 von Liechtstein am 24.11.20 17:35:29Es ist schon ein Unterschied ob der Marrktteilnehmer im Euroraum agiert, der in seiner Bewegung frei ist und von der Zentralbank flankierend begleitet wird (über Sinn und Aufgabe lässt sich natürlich streiten, das ehe ich ähnlich) oder ob eine Zentralbank von der Politik aktiv gesteuert wird. Das ist in China so. Wie es ganz doof läuft sieht man in der Türkei.
Wenn die Chinesen wollen, dass der Yuan auch außerhalb Chinas zu einer echten Reservewährung wird, müssen sich die Politiker raushalten. Freier Kapitalverkehr für Ausländer und Chinesen (was wir nicht rein dürfen, dürfen die nicht raus) und Verbindliche rechtsstaatliche Normen beim Wirtschaften im Währungsraum.

Hast du solch eine Grafik auch nach Währungsräumen? Auf dieser Grafik fallen China und Japan zusammen, Europa wird mitsamt der Nicht €uro Staaten angezeigt. 68% im europäischen Binnenhandel. Das ist'ne echte Marktmacht. Europa wäre damit in der Lage China zu jagen.
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24.11.20 20:30:14
Beitrag Nr. 740 ()
Solo-Baisse?

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