Nach dem Krach ist vor dem Krach (Seite 75)

eröffnet am 10.07.20 07:07:35 von
neuester Beitrag 11.01.21 20:27:24 von


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24.11.20 20:55:39
Beitrag Nr. 741 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.827.512 von sdaktien am 24.11.20 18:01:32Zahlen und Fakten von vor 10 oder 20 Jahren = zwecklos. Empfehle Update und Hochrechnung für die nächsten 10-20 Jahre. 加推荐,学习普通话

"Während der Handel mit den Vereinigten Staaten im Vergleich zum Jahr 2000 deutlich abgenommen hat, verdreifachte sich der Anteil Chinas im selben Zeitraum nahezu (von 5,5 % auf 15,8 %). An Bedeutung verlor der Warenverkehr mit Japan: Von 7,5 % im Jahr 2000 sank der Anteil auf 3,5 % im Jahr 2019." (destatis)

Deutschland Importe in Mrd EUR


Größte Exporteure weltweit
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25.11.20 13:56:05
Beitrag Nr. 742 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.830.128 von Liechtstein am 24.11.20 20:55:39Das ist ein Fehler, den viele Verantwortliche in Europa machen. Sie denken in Nationalstaaten und nicht in Währungsräumen. In Europa führt das schnell zu Fehleinschätzungen. Für Deutschland etwa ist der Handel mit Frankreich eigentlich ein Außenhandel. Er findet aber im gleichen Währungsraum statt und im gleichen Wirtschaftsraum. Deswegen handelt es sich tatsächlich um einen Binnenhandel.

Wenn das Magda von der Saar in Frankreich beim Lidl einkauft, weil dort der Chatoh de Brumm 20Cent günstiger ist, handelt es sich strenggenommen um einen Import. Für Frankreich um einen Export. Der wird aber gar nicht als solcher umfasst weil aus dem Kauf nicht ersichtlich wird, dass das Magda in Deutschland wohnt. Im europäischen Wirtschaftsraum in Export oder Import zu denken ist daher Blödsinn. Da könnte man auch den Handel zwischen zwei X-beliebigen Kommunen miteinander vergleichen.

Dann nutze ich deine Grafik:



und stelle beim Betrachten der europäischen Torte fest: 68% ist Binnenhandel! USA 50%. Asien 51%. Asien hat keinen Binnenhandel, weil es sich weder um ein einheitliches Währungsgebiet, noch um ein einhetliches Wirtschaftsgebiet handelt.

Jetzt wäre es wichtig diesen europäischen Binnenhandel nach Währungen zu unterteilen, denn nicht alles was im europäischen Binnenhandel stattfindet, läuft auf Euro. Das britische Pfund ist da raus, das ist wichtig, die Schweiz ist nominal raus, weite Teile Skandinaviens und Osteuropas ebenso.

Wenn wir in Europa einen Binnenhandel von über Zweidrittel haben, nach dieser Grafik 68%, können wir aber ohne Probleme bestimmen wer in Europa Geschäfte machen darf. Wir könnten etwa den Handel mit China insoweit beschränken, wie die nicht bereit sind, ihren Markt für unsere Produkte zu öffnen. Die wollen in unseren Markt rein, dann wollen wir im Gegenzug auch was Substanzielles davon haben.

Wir in Europa wissen oft nicht, welche ökonomische und damit politische Gestaltungsmacht wir haben. Eben weil wir viel zu sehr nationalstaatlich Denken aber diese Denkweise führt zu kurz.
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25.11.20 15:18:13
Beitrag Nr. 743 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.838.429 von sdaktien am 25.11.20 13:56:05Nur am Rande: Wenn Du die elende Bürokratie bei der Umsatzsteuer mitsamt Pflicht zur Erhebung und Abführung ins Ausland einer fremden Umsatzsteuer kennen würdest, wüsstest Du, dass Europa noch lange kein Binnenmarkt ist. Weitere bürokratische Hürden, wie WEEE-Gesetz und Verpackungsverordnung, die beide den EU-internen Fernhandel massiv erschweren, sind in letzter Zeit dazu gekommen. Momentan sieht es eher so aus, dass der gemeinsame Markt ausgehebelt wird.

Ansonsten ging es um den Hinweis, dass China mitsamt den anderen Asiaten beginnen, europäische Handelspartner verdrängen und dass die Region ökonomisch und technologisch auf der Überholspur ist. Auch unsere Impfstoffe braucht dort kaum jemand, aber wir sind darauf angewiesen, dass die OP-Masken und Medikamenten-Lieferungen kommen.
Die Handysparten von Nokia, Ericsson, Alcaltel, Siemens sind draufgegangen, später alle deutschen Solarhersteller. Der Maschinenbau wird gerade von China aus aufgerollt. Größtes Angriffsziel der Chinesen ist die Halbleiterindustrie. Dass die Trump-Regierung erfolglos versucht hat, mit Zöllen gegenzuhalten, zeigt nur, wie nervös man dort geworden ist. Zu Recht. Die wichtigste Schlüsselindustrie der USA ist dran. Und was tut die EU? Gar nichts.
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25.11.20 15:56:05
Beitrag Nr. 744 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.839.611 von Liechtstein am 25.11.20 15:18:13Die regionalen Vorschriften sind mir bei der Wahrnehmung des Wirtschaftsraums egal. Hast du dich mal damit auseinandergesetzt, wieviele unterschiedliche Gesetze es in den USA gibt, von Bundesstaat zu Bundesstaat? Da kommt auch keiner auf die Idee, dass Kalifornien ein ebenso eigener Wirtschaftsraum wäre, wie auch Nebraska.

In einem hast du aber Recht, es würde dem Wirtschaften in Europa helfen, wenn sich die Standards in allen wirtschaftlichen Bereichen angleichen würden. Nur viele Nationalstaaten wollen ja genau das nicht und liefern sich mit ihrem Starsinn lieber Märkten wie China (oder den USA) aus.

In dem was du beschreibst, dass China in diesen Markt eindringt, ohne selbst den eigenen Markt zu öffnen, ist genau das Problem, dass ich grad beschrieben habe. Sie können hier in Europa frei wirtschaften, erbringen dafür aber keine Gegenleistung in Form eines erweiterten Marktzugangs bei sich. Das ist der Hebel an dem wir ansetzen können, denn scheinbar ist den Chinesen unser Markt wichtig. Wie wichtig würde sich dann zeigen. Mit einem 66%en Handel innerhalb Europas müssen wir Gegenmaßnahmen der chinesischen Regierung nicht wirklich fürchten. Unsere Unternehmen sind zudem meist so aufgestellt, dass sie, sollte China deswegen seinen Export mininmieren, für globalen Ersatz sorgen könnten. Der BMW muss nicht aus China kommen, den kann man auch in Mexiko bauen oder Südafrika. Auch OP-Masken und Pillen können an jedem beliebigen Ort der Welt produziert werden. Indien scheint in der Pharmazie ein wichtiger Standort zu sein, den kann man ausbauen.
Man darf sich von den Chinesen nicht immer Angst einjagen lassen. Ebenso wenig wie von den Rrussen, den Türken oder den USA. Die wollen alle zu uns. Warum wohl?
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25.11.20 17:08:31
Beitrag Nr. 745 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.840.112 von sdaktien am 25.11.20 15:56:05Die Handelsbilanz von Deutschland mit China ist nahezu ausgeglichen. Wozu lange Pamphlete und was sollen Rezepte von vorgestern a la Trump? Wenn BMW in China ist, hat BMW gute Gründe dafür. Das ist nicht Sowjetdeutschland, wo man den Firmen Standorte vorschreiben kann.

Das eigentliche Thema ist aber ein ganz anderes: China und andere Asiaten sind dabei, in diversen Industriezweigen die Führungsrolle zu übenehmen. Wenn Intel die Miniaturisierung nicht hinbekommt und AMD und Apple von TSMC abhängig geworden sind, helfen dagegen keine Strafmaßnahmen. Dafür können sich Intel, Apple und AMD höchstens selbst abwatschen.

Wenn die Gewinne der US-Firmen von 2018 bis 2021 laut S&P-Schätzung nur um 2,25% p.a. steigen werden und nach optimistischeren Modellen gerade mal um 3% p.a., hängt das womöglich genau damit zusammen: Technologischer und ökonomischer Abstieg. Das ist der Punkt. Sanktionen dagegen? Sehr komisch.
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25.11.20 18:09:17
Beitrag Nr. 746 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.841.246 von Liechtstein am 25.11.20 17:08:31Mich interessiert die Handelsbilanz nicht. Ich will einen freien Zugang meines Kapitals auf den chinesischen Markt und auf den chinesischen Finanzplatz ohne dass ich befürchten muss, dass die KP mir alles wegnimmt, was ich da reinstecke. Denn das ist es, was die Chinesen hier vorfinden und das muss in die andere Richtung auch funktionieren.

China will immer nur alles haben (schafft auf diese Weise abhängigkeiten) gibt aber nix dafür. So funktioniert Kapitalismus nun mal nicht. Und indem man China so agieren lässt, wie es derzeit der Fall ist, legt man ein enormes Crashpotenzial in den Markt.

Was wäre denn, wenn die Kommunistische Partei auf die Idee kommt, die deutschen Autobauer schlicht rauszuschmeißen oder die Chipproduzenten oder andere Industriezweige, weil sie der Meinung sind, dass sie ausländisches Wissen nicht brauchen und Ausländer per se eine Gefahr für den kritikfreien Fortbestand der kommunistischen Partei ansehen.

Diese Crashgefahr gilt es meiner Ansicht nach zu unterbinden.

Wir Eropäer können die Chinesen zu diesem Schritt zwingen, wenn wir uns bewusst werden, welche Stärke dieser Wirtschaftsraum aufweist. Die Chinesen wollen doch was von uns. viel mehr, als wir von denen. Wir können und sollten dies Notfalls auch im Alleingang einfordern. Wenn andere Wirtschaftsräume, wie Nordamerika oder Japan mitziehen wäre das nur umso besser.
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25.11.20 18:41:46
Beitrag Nr. 747 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.842.317 von sdaktien am 25.11.20 18:09:17Nochmal. Aus welchen Gründen auch immer kommt es nicht bei Dir an: Das ist der Stand von vor 10 Jahren. Wenn jemand wie Trump behauptet, das sei heute noch das Problem, dann nur weil er Propaganda fürs schlecht informierte Volk machen will.

Das zeitgemäße Theater sieht anders aus. Das haben noch nicht viele mitbekommen, obwohl es immer offensichtlicher wird:

Die Asiaten produzieren in vielen Bereichen effizienter - deswegen sind sie in diesen Industriezweig kompetitiv überlegen und können diesen übernehmen. Beispiele Solarenergie, Smartphones, aktuell CPU-Halbleiter. Europa hat hier schon längst kapituliert, die USA wehren sich teilweise noch.
Sanktionen sind sinnlos: Die Sanktionierer würden mittelbar ihre eigenen ineffizienteren und teureren Produkte subventionieren und und die Nutzung fortgeschrittenerer bestrafen. Damit zementieren sie ihre eigene Rückständigkeit. Der Grund, warum Zölle etc. grundsätzlich als kontraproduktiv gelten.

2. Die Asiaten beginnen seit Neuestem auch innovativer zu werden, s. Halbleiterindustrie. Wie dagegen Sanktionen helfen können, wissen nur die Götter und Du.
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25.11.20 20:06:41
Beitrag Nr. 748 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.842.773 von Liechtstein am 25.11.20 18:41:46Diese deine Grafik beruht auf den Zahlen von 2015. Das sind noch keine 10 Jahre. Der Binnenhandel und auch der globale Handel verändern sich nicht so rasant. Es kann sein, dass der chinesische Anteil in Europa sukzessive zunimmt, ich glaube aber nicht, dass Europa von China schon derart abhängig ist.

Das die Chinesen effizienter sind ist ein Gerücht und zwar ein von den Chinesen verbreitetes. Industrien die denen wichtig sind, werden von der Staatsführung gepäppelt über die Bilanzen und die Produktivität der Mantel des Schweigens gelegt. Auf diese Weise kann man alles behaupten, was die Chinesen auch kräftig machen.

Von Sanktionen ala Trump rede ich nicht. Das bringt nichts. Das System an sich kann ja offen bleiben, sollte es auch, aber wenn etwa ein Unternehmen wie Geely, sich mit 10% an Daimler beteiligen möchte, dann muss es für Daimler auch möglich sein, in die andere Richtung zu gehen. Oder alternativ für VW oder BMW. Wenn China sich bei den Häfen im Mittelmeerraum breit machen kann, dann muss der Hafen Hamburg sich auch in den Hafen von Schanghai einkaufen können und das rechtssicher.

Trump hat auf eine einseitige Abschottung gedrängt, was ja auch nicht strikt war. Der Nachteil des amerikanischen Marktes ist aber, dass er vom asiatischen Raum (was wahrscheinlich bedeutet von China) abhängiger ist. Mein Ansatz wäre nicht einer der Abschottung sondern der Öffnung und damit die Herstellung faktischer Chancengleichheit.
Trumps Fehler zeigt sich in einem kleinen Beispiel. Er wollte, dass Foxconn eine Fabrik in Wisconsin baut und da was auch immer produziert. Das hat Foxconn auch sofort zugesagt, gemacht wurde seither nichts. Andersrum muss mans machen. Foxconn will eine Fabrik in Wisconsin bauen? Hervorragend. Klasse, toll. Im Gegenzug baut Amazon ein Großversandlager irgendwo in China. Nicht als jointventure, nicht als Minderheitsbeteiligung, sondern aus eigener Überlegung und mit den unternehmerischen Freiheiten, die der Foxconn Fabrik in Wisconsin auch zugestanden werden. Dies verbindlich und rechtssicher.

Was würde das bedeuten? Naja, Nehmen wir an, die Fabrik in Wisconsin würde stehen und sei in Betrieb, dann könnte Foxconn seine Produkte wahrscheinlich jedem anbieten. Das gleiche müsste Amazon in China dann auch können. Kaufen wo man will, Verkaufen wo man will, Verträge abschliessen mit wem man will und transportieren mit wem man will.

Wenn in diesem kleinen Szenatrio Foxconn nicht in die Pötte kommt ist das deren Problem. Amazon würde vermutlich trotzdem bauen und die Möglichkeit haben, anderen Onlinehändlern wie Alibaba in China Konkurrenz zu machen. Ob die das schaffen, weiss man nicht, aber das ist dann die Aufgabe von amazon sich da durchzusetzen. Das ist ja der Kern von Kapitalismus.
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25.11.20 22:59:19
Beitrag Nr. 749 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.844.075 von sdaktien am 25.11.20 20:06:41Was denn für ein 2015?

Destatis:
"Während der Handel mit den Vereinigten Staaten im Vergleich zum Jahr 2000 deutlich abgenommen hat, verdreifachte sich der Anteil Chinas im selben Zeitraum nahezu (von 5,5 % auf 15,8 %). An Bedeutung verlor der Warenverkehr mit Japan: Von 7,5 % im Jahr 2000 sank der Anteil auf 3,5 % im Jahr 2019."

= Die Chinesen haben verdreifacht und sind jetzt größter Lieferant. Alle anderen wurden kalt demontiert. Soweit klar?

Wie wäre es überhaupt mit: Erst informieren, dann schreiben. Foxconn ist eine taiwanesische Firma und wenig von Trumps Geschwafel betroffen. amazon benötigt keine Hilfe, ist schon in China (https://www.amazon.cn/) und dort ein winziger Laden. Chancenlos gegen den chinesischen Wettbewerb.
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26.11.20 13:02:30
Beitrag Nr. 750 ()
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