Deutsche Pfandbriefbank erwartet trotz Gewinneinbruch solides Ergebnis für 2020 (Seite 2) | Diskussion im Forum

eröffnet am 12.08.20 09:37:44 von
neuester Beitrag 23.09.20 08:48:07 von


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14.09.20 14:41:46
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.073.307 von Roboterotze am 14.09.20 14:25:29Risikovorsorge gehört nun einnmal zum regulären Geschäftsbetrieb bei einer Bank, so wie die Benzinkosten bei einer Spedition oder bei allen Unternehmen die Personalkosten. Daher ist es grundfalsch, die Risikovorsorge "rauszurechnen" oder gar zu argumentieren, das könnte man in Zukunft wieder vereinnahmen. Die Risikovorsorge wird erst gebildet, wenn ein sachlicher Grund vorliegt und sinnvollerweise auch nur in Größenordnungen, die steuerlich abzugsfähige Betriebsausgaben ermöglichen.

Ergo zeigt die Pfandbriefbank definitiv einen Ertragseinbruch. Mehr wollte ich gar nicht belegen.

Zitat von Roboterotze: Mit der Steuerquote kannst du nicht einfach pauschal rechnen, wobei ich aber auch nicht weiß in welcher Höhe die RSt-Bildung bei der Berechnung der Steuer mit einfließen.
Jedenfalls hatten wir in Q2-2019 ein Ergebnis von 69 Mio vor Steuern und 59 Mio nach Steuern (10 Mio Steuerlast), während in Q2-2020 bei einem Ergebnis vor Steuern von 29 Mio fast genauso hohe Steuern (8 Mio) zu zahlen waren.

Ich rechne mit der Steuerquote nicht pauschal, sondern statisch. Richtig ist, daß 2019 die Quote noch deutlich geringer war, weil steuerlich nutzbare Verlustvorträge aufgebraucht werden konnten. Und glaub' mir, die Rechnung mit den 40% ist recht präzise, solange keine Sondereffekte oder steuerfreien Erträge reinlaufen.
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14.09.20 22:05:04
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.073.484 von taduli am 14.09.20 14:41:46
Zitat von taduli: Risikovorsorge gehört nun einnmal zum regulären Geschäftsbetrieb bei einer Bank, so wie die Benzinkosten bei einer Spedition oder bei allen Unternehmen die Personalkosten. Daher ist es grundfalsch, die Risikovorsorge "rauszurechnen" oder gar zu argumentieren, das könnte man in Zukunft wieder vereinnahmen. Die Risikovorsorge wird erst gebildet, wenn ein sachlicher Grund vorliegt und sinnvollerweise auch nur in Größenordnungen, die steuerlich abzugsfähige Betriebsausgaben ermöglichen.

Ergo zeigt die Pfandbriefbank definitiv einen Ertragseinbruch. Mehr wollte ich gar nicht belegen.


Eine Frage habe ich dazu, war die Risikovorsorge der pbb auf einzelne Kredite bezogen oder war es eine paschendes Risikovorsorge?
Ich hatte es so verstanden, dass sie eine Pauschal Risikovorsorge vorgenommen hat (eventuell weil die EZB dies empfohlen hat?).
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15.09.20 08:36:04
Steht detailliert auf Seite 7 des Q2-Berichtes. Dieser ist auf der PBB-Homepage unter Investor Relations zu finden ;-)

Der Löwenanteil resultiert daraus, dass 7 Mrd. Kreditvolumen von der Wertberichtigungsstufe 1 in die WB-Stufe 2 umgegliedert wurden. Wichtig hierbei ist jedoch der Satz: „Bei den betroffenen Finanzierungen sind jedoch keine Daten für beispielsweise signifikante finanzielle Schwierigkeiten des Emittenten oder des Kreditnehmers beobachtbar“.
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15.09.20 08:51:55
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.078.794 von nobermai am 14.09.20 22:05:04
Zitat von nobermai: Eine Frage habe ich dazu, war die Risikovorsorge der pbb auf einzelne Kredite bezogen oder war es eine paschendes Risikovorsorge?
Ich hatte es so verstanden, dass sie eine Pauschal Risikovorsorge vorgenommen hat (eventuell weil die EZB dies empfohlen hat?).

Auch nach meiner Kenntnis war es eine PWB.
Die EZB empfiehlt diesbezüglich übrigens gar nichts, da spielt nur die pflichtgemäße und sorgsame Abwägung der Bank eine Rolle, eventuell noch mit Rücksprache beim WP. Auf welchem Weg auch immer: Die PBB hält diese Wertberechtigung offensichtlich für angemessen. Wäre sie sicher, daß die Abstufung keine Auswirkungen auf die Rückzahlungsfähigkeiten hätte, dann wäre eine PWB sogar gar nicht erlaubt.
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15.09.20 08:54:08
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.080.711 von Roboterotze am 15.09.20 08:36:04
Zitat von Roboterotze: Steht detailliert auf Seite 7 des Q2-Berichtes. Dieser ist auf der PBB-Homepage unter Investor Relations zu finden ;-)

Der Löwenanteil resultiert daraus, dass 7 Mrd. Kreditvolumen von der Wertberichtigungsstufe 1 in die WB-Stufe 2 umgegliedert wurden. Wichtig hierbei ist jedoch der Satz: „Bei den betroffenen Finanzierungen sind jedoch keine Daten für beispielsweise signifikante finanzielle Schwierigkeiten des Emittenten oder des Kreditnehmers beobachtbar“.

Daraus interpretiere ich, daß es kleiner Schwierigkeiten bei den Kreditnehmern gibt. Womit sollte sonst die Umgliederung begründet sein?
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15.09.20 09:22:46
Bei jeder RSt hat man gewisse Wahlrechte oder Ermessensspielräume und kann diese so in gewissem Grade zur Ergebnissteuerung nutzen.
Meiner Meinung nach agiert die PBB hier bewusst vorsichtiger (d.h. mehr RSt-Zuführung), da man sich so - durch das "schlechtere" aber gewollte Ergebnis - der EZB-Dividenden-Diskussion entzieht.
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15.09.20 15:04:49
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.081.353 von Roboterotze am 15.09.20 09:22:46aber dann sind wir uns doch einig!?

Pauschalwertberichtigung, scheinbar keine konkreten Probleme beim Kreditnehmer, Rückstellung könnte ggf. wieder aufgelöst werden, Dividende könnte (nachdem die EZB dies nicht mehr verhindert) höhere als normal Ausfallen.

Alles könnte, sollte, hätte und müsste, aber damit kann ich leben...
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15.09.20 16:32:40
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.085.622 von nobermai am 15.09.20 15:04:49
Zitat von nobermai: aber dann sind wir uns doch einig!?
Ich denke nein. 🙁

Zitat von nobermai: scheinbar keine konkreten Probleme
Zitat von PBB: keine Daten für beispielsweise signifikante finanzielle Schwierigkeiten des Emittenten oder des Kreditnehmers
vorstellbar sind demnach konkrete Probleme, die aktuell als noch nicht signifikant eingeschätzt werden.

Zitat von nobermai: beim Kreditnehmer
Die PBB berichtet übrigens im Plural.

Zitat von nobermai: Alles könnte, sollte, hätte und müsste, aber damit kann ich leben...

Für mich mehr als könnte oder hätte, nämlich Indizien dafür, daß die Risiken schlicht bereits angestiegen SIND.
Laß' uns das bei den Zahlen zu QIII oder zum Gesamtjahr wieder aufgreifen. ;)
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17.09.20 15:39:49
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.080.711 von Roboterotze am 15.09.20 08:36:04im Mitschnitt des Conference Calls sagt der CEO, dass diese Umgliederung von 4.1bn in Q2 erfolgte, da man eben NICHT die Erleichterungen der EBA im Rahmen der COVID 19 Pandemie annehmen wollte und bei den alten Rechnungslegungsmethode geblieben ist. Bei einem derartigen Einbruch des BIP eine logische Konsequenz. Gleichzeitig hat er noch gesagt, dass es keine weiteren wesentlichen Wertberichtigungen aufgrund der durch die wirtschaftliche Entwicklung beeinflussten Modelle auf der Stufe 2 geben wird. Wenn es welche gibt ,dann auf Stufe 3- also Einzelwertberichtigungen. Ich denke durch die in Q2 vorgenommen Umgliederung hat man hier bereits etwas Druck rausgenommen.
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22.09.20 13:42:14
Heute Morgen noch mal nachgekauft, für mich langfristig deutlich unterbewertet. Schon alleine mit Blick auf die Dividende. Wann immer die kommt. Risiken sind mehr als eingepreist.
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