Ein Schwindel, der verjährt: unterschlagene Daten

    Beiträge: 39
    neuester Beitrag 13.09.26 12:19:23
    eröffnet am 21.10.23 17:55:24
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      #39

      Der jährliche Klimabericht der American Meteorological Society für 2025 wurde veröffentlicht.


      Wenig überraschend zeigt er mit vielen Diagrammen, Bildern und Tabellen, dass die globale Erwärmung voranschreitet und vielfältige, meist negative Auswirkungen auf die Umwelt hat. Also das, wovor seit Jahrzehnten Klimaforscher warnen und was Klimaleugner leugnen.

      Der Bericht ist hier direkt verlinkt: https://ametsoc.net/sotc2025/BAMS26_SotC2025_FullReport.pdf

      Ich hatte hier bereit in einem Beitrag im Vorjahr eine der Tabellen aus dem Bericht für eine besondere Übersicht verwendet.https://www.wallstreet-online.de/diskussion/1373086-1/schwin…

      Die Tabelle zeigt Trends der Temperaturen in der unteren Troposphäre seit 1979. Ich füge zwei Klimareihen für Bodennmessungen hinzu von GISS und HadCrut5. Im Gegensatz zum letzten Mal berechne ich diesmal aber für jede der Klimadatenkategorien die Mittelwerte und das Mittel aus allen Mittelwerten, weil Medianwerte für nur 2 oder 3 Punkte nicht so ganz sinnvoll sind.

      Die Bodendaten sind nicht ganz vergleichbar mit den übrigen Klimareihen - alle anderen Daten geben die Temperaturentwicklung der unteren Troposphäre wieder, ein unscharfes Höhenband in den untersten Kilometern über dem Boden mit Schwerpunkte zwischen 1000 und 3000 Metern Höhe. Im Gegensatz zur oberen Troposphäre sollten aber die Höhensondierungsdaten und die Bodendaten nicht wesentlich voneinander abweichen.


      Seit dem Jahr 1979 steigen die globalen Temperaturen bis 2025 im Mittel über Klimareihen um 0,20 Grad/Jahrzehnt oder 0,02 Grad/Jahr oder 1 Grad in 50 Jahren.

      Die angegebenen Kategorien sind von oben nach unten die Radiosondendaten (d.h. Ballons werden täglich zwei Mal zur gleichen Zeit an vielen Punkten auf der Erde mit einem Temperatursensor aufsteigen gelassen, und man berücksichtigt die untersten Kilometer), die Satellitenbeobachtungen (mit Hilfe der Beobachtungen in verschiedenen Spektralbereichen und ihrer Subtraktion versucht man, nur das Signal der untersten Kilometer zu errechnen), die Reanalysedaten (alle Beobachtungen werden in einem Wettervorhersagemodell auf ein konsistentes Feld für die gesamte Erde berechnet) und die Daten an der Oberfläche (2-Meter-Temepraturen an Land und Meeresoberflächentemperatur auf den Meeren). So verschieden die Methoden, so gleich sind letztlich die Ergebnisse.

      Wenig überraschend gibt es die größte Spannbreite bei den Satellitendaten. Das könnte man so interpretieren, dass wohl diese Methode die unsicherste ist. Aus dem Vergleich mit den übrigen Methoden entsteht der Eindruck, dass wohl alle Klimareihen bei den Satellitendaten vom plausiblen Werten nach oben oder unten abweichen. UAH und NOAA sind eigentlich nicht unabhängig, sondern berechnen ihre Temperaturen aus den gleichen Satelliten und mit dem gleichen Höhenprofil, durch das ihre Trends systematisch um 0,1 Grad zu niedrig bestimmt werden. Dafür habe ich diesmal nicht korrigiert. Laut Quelle muss man für die Satellitendatentrends eine Unsicherheit von 0,04 Grad pro Jahrzehnt annahmen.

      Dieser statistische Fehler erklärt aber nicht wirklich, warum die Satellitendaten so stark untereinander und von den anderen Daten abweichen. Eines der Probleme ist, dass beim Übergang zu neuen Satellitengenerationen Brüche in den Zeitreihen auftreten können. RSS und NOAA/UAH haben da jeweils unterschiedliche Entscheidungen getroffen, welche Satelliten verwendet und wie zusammengesetzt werden. Man muss hier ehrlich sein: Satellitendaten sind nicht gut, um Klimatrends zu bestimmen. Dazu kommt, dass die Satelliten die polaren Gebiete nicht beobachten können, in der Arktis aber die globale Erwärmung sich am stärksten auswirkt.

      Von den Satellitendaten abgesehen ist der Temperaturtrend seit 1979 erstaunlich gleich unter den verschiedenen Gruppen nahe 0,21 Grad/Dekade und entspricht damit auch ziemlich gut den Erwartungen aus Modellrechnungen. Nur die Satellitendaten senken den Trend auf 0,20 Grad/Jahrzehnt. Gegenüber den letzten Jahren steigen die Trendschätzungen langsam aber stetig an, was auf eine Beschleunigung der globalen Erwärmung hindeutet und auch zeigt, dass auf Dauer ein linear angepasster Trend die Entwicklung nicht mehr so gut erklärt.

      Die Fortsetzung des linearen Trends bis zum Ende des Jahrhunderts würde zu einer globalen Erwärmung seit vorindustrieller Zeit um 2,7 bis 2,8 Grad führen. Tatsächlich errechnet man als Konsenswert für die zu erwartende Temperaturzunahme ca. 2,7 Grad, sollten alle Staaten ihre Klimaziele einhalten. Es könnte aber auch schlimmer kommen, erst recht, wenn man bei den Anstrengungen, CO2-Emissionen zu mindern, gerade jetzt nachlässt.
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      #38

      Als Ergänzung noch einmal meine Grafik mit der quadratischen Approximation der Temperaturdaten - hier für die ERA5-Reihe von Copernicus.



      Quadratischer Anstieg bedeutet, dass die Geschindigkeit des Anstiegs (Erwärmung pro Jahr oder pro Dekade) seit ca. 1970 linear steigt.
      Als Begründung dafür kann man sehen, dass dies auch für die CO2-Konzentation in der Atmosphäre gilt: diese steigt fast exakt quadratisch an, weil die Emissionen etwa linear zugenommen haben. (Ich hoffe natürlich, dass dies nicht für die Zukunft gilt.)

      Wenn man berücksichtigt, dass der (CO2-)Klimaantrieb die Temperatur nur logarithmisch beeinflusst, ändert sich die modellierte Temperaturkurve nur marginal (siehe durchgezogene rote Kurve).

      Es ist erstaunlich, wie gut die Übereinstimmung ist, obwohl die zunehmende CO2-Konzentration nur für einen Teil des Klimaantriebs verantwortlich ist: Die anderen Klimaantriebe (Zunahme anderer strahlungsaktiver Gase, Rückgang von SO2-Emissionen etc.) laufen eben in dieselbe Richtung. Weil hier nur das CO2 berücksichtigt ist, fällt der TCR-Wert sehr hoch aus; wenn man alle Klimaantriebe berücksichtigt, erhält man (wie in der einschlägigen Literatur) einen kleineren Wert.
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      #37

      Hier ist eine Übersicht der Trends in den Klimareihen HadCrut5 des britischen Hadley Centres, GISSTemp der amerikanischen NASA und RSS, Satellitendaten.



      Gegenüber dem Vorjahr haben sich die Trends nur geringfügig verändert, aber eher noch etwas verstärkt.
      Man kann auch im direkten Vergleich der Trends bis und seit 1970 und 1975 sehen - diese 5 Jahre machen wenig Unterschied. Man kann also Klimareihen um einige Jahre verschieben, ohne dass es den Trend sonderlich ändert. Wenn einzelne Jahre einen Effekt haben, dann bedeutet das, dass eine zu kurze Klimazeitreihe betrachtet wird und dies geschieht oft zum Zweck des Rosinenpickens - man will also mit speziell ausgewählten Daten täuschen.

      Auch die Datenquelle - HadCrut, GISS oder RSS, ändert wenig an der Stärke der berechneten Trends. Wichtig dabei die Unsicherheit der Trends oder die berechneten Fehler, die ebenfalls in der Tabelle angegeben werden. Je größer die Unsicherheit, desto weniger kann man dem Trend trauen. Unterschiede zwischen Trends verschiedener Klimareihen spielen keine Rolle, so lange sie kleiner sind als die berechneten Unsicherheiten.

      Generell steigt der Klimatrend, je näher man mit dem Beginn der Zeitreihe an die Gegenwart kommt - ein Hinweis auf die Beschleunigung der globalen Erwärmung. Auch der Vergleich des Trends 1970 - 1998 und 1998 bis 2025 zeigt: die Temperaturzunahme beschleunigt sich, bei GISSTemp stärker als bei HadCrut5, und die Beschleunigung ist größer als die Unsicherheit des Trends.

      Man beachte: die Angaben sind in Grad/Jahr. Trends für Dekaden muss man mal 10 nehmen und die Temperaturänderung bezogen auf ein Jahrhundert mal 100.

      Die Daten wurden jeweils von den Instituten bezogen, die Rechnungen erfolgen in OpenOffice.
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      #36

      Die zu erwartenden globalen Rekordtemperaturen zeigen, dass das Thema weiter aktuell bleibt. Von einer Pause der globalen Erwärmung ist keine Rede.

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      #35

      Zu Beginn des Jahres haber ich bislang immer die Daten für die Klimazeitreihen von HadCrut5, GISSTemp und RSS TLT nachgetragen. Grund war durchweg, eine alte Lüge von Klimaleugnern zu widerlegen. Die haben anhand zu kurzer Klimazeitreihen die Lüge in die Welt gesetzt, dass zum Zeitpunkt X (zum Beispiel 1998) die globale Erwärmung gestoppt hätte oder sich verlangsamt oder pausiert hätte. Dieser Schwindel erledigt sich, wenn weitere Daten dazukommen - er verjährt sozusagen. Diese unterschlagenen Daten, die man braucht, um zu verstehen, was passiert, liefere ich also mit Tabellen und Diagrammen nach.


      Eigentlich ist bereits mit den HadCrut5-Daten alles gezeigt worden, was wichtig ist. (Siehe https://www.wallstreet-online.de/diskussion/1373086-1/schwin…) Aber ab und zu argumentieren Klimaleugner auch damit, dass diese oder jene Zeitreihe "gefälscht" und einen andere Zeitreihe "richtiger" wäre, nämlich abhängig davon, welche Klimazeitreihe scheinbar die nützlicheren Trends für den rosinengepickten zu kurzen Zeitraum angeben.

      Mir geht es darum, den Vergleich zu ermöglichen, dass man versteht: die Klimazeitreihen zeigen alle das Gleiche, wenn man sie vollständig betrachtet.

      Ich hatte zuvor erläutert, dass es objektiv begründbare Punkte gibt, von und bis zu denen man lineare Trends sinnvoll betrachten kann. Bis ca. 1970 - 1975 steigen die globalen Temperaturdaten nur langsam, danach sehr schnell. Man kann solche Trendwechsel nicht aufs Jahr genau angeben, weil die Daten eine statistische Unsicherheit enthalten. Sie schwanken von Jahr zu Jahr etwas, zum Beispiel durch die Abfolge von La Nina und El Nino alle 2 bis 7 Jahre oder durch Vulkanismus oder durch den quasi-elfjährigen Sonnenzyklus. Für die hier gewählte Unterteilung nehme ich 1975 als Trendwechselpunkt. Mehr dazu hier: https://www.wallstreet-online.de/diskussion/1373086-2/schwin…

      Außerdem betrachte ich zusätzlich einen Trendwechsel im Jahr 2000. Der ist nicht statistisch begründet, sondern ich will hier nur zeigen, dass sich nach dem Jahr 2000 der Temperaturanstieg nicht verlangsamt, sondern eher beschleunigt



      In beiden Diagrammen sind für die angezeigten Intervalle die Trends angegeben, die statistisch berechnete Anstiegsrate in Grad pro Jahr. Bis 1975 ist diese Anstiegsrate gerade mal 0,004 Grad/Jahr oder 0,04 Grad pro Jahrzehnt. Danach ist sie 0,021 Grad/Jahr oder 0,21 Grad/Jahrzehnt oder 2,1 Grad pro Jahrhundert. Diese Anstiegsrate besteht so bereits seit über einem halben Jahrhundert.

      Über Zeiträume von 50 Jahren und mehr ist eine lineare Näherung des Trends aber bereits nicht mehr ganz korrekt. Neben der Möglichkeit, einen nichtlinearen Trend zu berechnen, kann man auch stückweie den Trend berechnen. Im zweiten Diagramm ist der Trend von 1975 bis 2000 also 0,016 Grad/Jahr und von 2000 bis 2025 0,027 Grad pro Jahr (oder 2,7 Grad pro Jahrhundert). Dies sind jeweils Trends für ein Vierteljahrhundert, sie sind statistsich signifikant und ändern sich nicht wesentlich, wenn man ein oder zwei Jahre hinzufügt oder wegnimmt. Das ist also das Gegenteil von rosinengepickten Trends, die irgendetwas vortäuschen sollen.

      Im Vergleich zu den HadCrut5-Klimadaten (https://www.wallstreet-online.de/diskussion/1373086-1/schwin… ) sieht man, dass die Ergebnisse sehr ähnlich sind, etwa der Trend vor 1975 übereinstimmt, obwohl die GISS-Zeitreihe erst 1880 beginnt, HadCrut5 hingegen schon 1850, aber es gibt kleinere Unterschiede in jüngerer Zeit. Die Trends 1975 -2000 und 2000 - 2025 sind bei GISSTemp etwas anders verteilt - bis 2000 steigt die Temperatur etwas langsamer (0,016 Grad/Jahr bei GISS statt 0,017 Grad/Jahr bei HadCrut5 - Vorsicht, in dem Diagramm von HadCrut5 unten wird der Trend für 1975-2025 angezeigt von 0,021 Grad/Jahr), nach 2000 dafür schneller (0,027 Grad/Jahr bei GISS statt 0,025 Grad/Jahr bei HadCrut5) - die Beschleunigung der Erwärmung wird bei GISS ist etwas stärker angezeigt. Diese Unterschiede sind im Rahmen der statistischen Unsicherheit der Trends, 1 oder 2 Punkte auf der letzten Ziffer sind geringfügige Unterschiede.

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      #34

      Ein wesentliches Thema des Threads ist, dass Klimaleugner immer wieder auf Basis zu kurzer Klimazeitreihen Behauptungen produziert hatten, die globale Erwärmung fände nicht statt, würde pausieren, oder würde nicht Modellergebnissen entsprechen. Die eigenen Berechnungen mit den frei verfügbaren Klimadaten von NASA, Hadley Centre/Climate Research Unit oder RSS zeigen immer wieder: nimtm man genügend Daten, gibt es einen stabilen Trend im Temperaturanstieg und keine Pause. Angebliche Pausen sind bei den globalen Temperaturdaten künstlich erzeugte Scheineffekte, die mit sehr ungünstigen Startdaten verstärkt werden.


      Dieser Artikel ist eine andere Perspektive dazu: https://www.sciencenews.org/article/global-warming-pause-cli…

      Hier wird der größere Zusammenhang erklärt. Eigentlich ist es nämlich mysteriös, dass seriöse Wissenschaftler überhaupt bereit waren, eine angebliche Pause der globalen Erwärmung überhaupt zu diskutieren. Denn wer Naturwissenschaften studiert, lernt auch lineare Regressionen zu rechnen und weiß auch, dass diese statistischen Größen Unsicherheitsspannen - Konvidenzintervalle - haben. Dass da etwas faul sein muss, wenn man aus gerade mal 10 oder sogar 20 Jahren an stark schwankenden Temperaturdaten etwas ableiten will, sollte jedem unter den Wissenschaftlern klar gewesen sein. Das Problem war, dass die meisten Wissenschaftler sich gar nicht mit der Zeitreihenanalyse selbst beschäftigen. Mit dem Blick auf ganz andere Fragen oder durch die Beschäftigung mit speziellen Phänomenen, etwa kurzzeitigen Klimaschwankungen durch Umverteilung von Energie zwischen Teilen der Meere, ließen sich Wissenschaftler hineintricksen in die intensive Diskussion von Daten, die überhaupt keine besondere Bedeutung hatten.

      Eine wichtige Rolle bei der Analyse verrauschter Daten psielt das Nehmen eine repräsentativen Stichprobe. Eine Stichprobe ist repräsentativ, wenn es wenig Unterschied macht, ob man die Stichprobe hier nimmt oder dort. Wenn man aber Zeitreihen gerade um einen Super-El-Nino startet (1997/1998), sind sie genau das nicht: repräsentativ. Sie sind ungewöhnlich und das Gegenteil von zufällig, denn Klimaleugner wollten ja mit Absicht die Zeitreihe an einem maximal warmen Punkt starten, von dem ab alle Trends niedrig wirken. Wissenschaftler wurden von Leugnern ausgetrickst, die immer wieder darauf bestanden, ausgerechnet diesen Datensatz zu diskutieren, obwohl es dafür keinen Grund gab. Als klar war, dass zwischen 1998 - 2012 der (nicht-repräsentative) Trend halb so stark war wie davor, hatte man fast ale Klimaforscher in die eher sinnlose Aufgabe hineingetrickst, erklären zu müssen, wieso das denn so ist.

      Diese Aufgabe hat zwei Probleme. Problem 1: es ist kompliziert. Da niemand die Antwort versteht, interessiert sie dann auch niemanden. Punktsieg für die Klimaleugner.
      Problem 2: es dauert, die Antwort zu finden. Man braucht mehr Daten, mehr Auswertungen. Bevor überhaupt eine fundierte Antwoprt möglich war, hatten Klimaleugner die Diskussion genügend dominiert und korrumpiert. Punktsieg und Satz für die Klimaleugner.

      Ab 2015 kamen dann mehr und mehr Antworten, die erklärten, warum es denn die scheinbare Pause gab, die dann gar keine war (übersetzt aus dem obigen Link): "Der Anstieg der globalen Temperaturen hatte sich nicht verlangsamt; vielmehr hatten unvollständige Daten die fortschreitende globale Erwärmung verschleiert. Nachdem weitere Temperaturdaten aus der Arktis einbezogen und Verzerrungen in den Ozeantemperaturdaten korrigiert wurden, zeigte der NOAA-Datensatz eine anhaltende Erwärmung. Mit den korrigierten Daten verschwand die scheinbare Pause der globalen Erwärmung."


      Tatsächlich gab es auch in anderen Klimazeitreihen Korrekturen, und das Bild war übereinstimmend. Bis 2017 setzte sich das als wesentliche Erkenntnis durch - mit vollständigeren und verbesserten Daten ließ sich der größte Teil der scheinbaren Trendabweichung erklären, der Rest war normale Schwankung um den langjährigen Trend durch interne Variabilität, wie die Abfolge von El Nino und La Nina-Ereignissen, zusammengefasst ENSO. https://de.wikipedia.org/wiki/El_Ni%C3%B1o-Southern_Oscillat…


      Es ist, wie oben erklärt - die Antwort kam erst nach 2015, als die "Pausen-Diskussion" seit bald 10 Jahren lief, und sie enthielt komplizierte Begriffe, wie arktische Verstärkung, Datenabdeckung in den Polarregionen und ENSO. Obwohl die Wissenschaftler recht hatten, wurde es nie verstanden und nie anerkannt - jedenfalls nicht von der Klimaleugnerszene, die bis heute keinen Fehler in ihren Falschdarstellungen erkennen will.

      Der verlinkte Artikel enthält in diesem Sinne Selbstkritik: Wissenschaftler hatten sich zu sehr in Details verstrickt und konnten nicht effektiv der Öffentlichkeit erklären, was eigentlich wichtig ist. Und Klimaleugner hatten gelernt, Wissenschaftler auszutricksen. Rosinenpicken bei Daten und geladene Fragen zu stellen hatte sich als hochwirksam herausgestellt, öffentliche Meinungen zu manipulieren.


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      #33

      Faktencheck: Kann es in den nächsten Jahren oder Jahrzehnten zu einer dramatischen globalen Abkühlung kommen, die die globale Erwärmung umkehrt?


      Antwort: Nein

      Was die Untersuchung von Zeitreihen zu Klimadaten deutlich macht ist, dass es hier nicht zu wilden Klimaumschwüngen innerhalb von 10 oder 20 Jahren kommt. Der bestehende Erwärmungstrend folgt den Erwartungen und hält seit ca. 1970 an. Davor gab es einen langsameren Erwärmungstrend. Die Entwicklung wird durch Treibhauseffekt und Aerosol gut erklärt. Natürliche Schwankungen sind im Vergleich dagegen klein. Das ist das Fazit in jedem Bericht zum Klimawandel: https://www.ipcc.ch/
      Klimaleugner versuchen seit den 90er Jahren, die Klimaentwicklung als natürliche Zyklen zu beschreiben und sagen auf dieser Basis eine nahende Abkühlung voraus. Seit ca. 2006 gibt es von Klimaleugnern die Diskussion darüber, dass die globale Erwärmung 1998 gestoppt hätte. Die angebliche Abkühlung wird seitdem immer weiter in die Zukunft verschoben. Dieser Thread zeigt, dass es die behaupteten Klimapausen nie gegeben hatte. Stattdessen beschleunigt sich der Erwärmungstrend. Eine Abkühlung kann erst eintreten, wenn der menschengemachte Treibhauseffekt gestoppt wird und das geht erst, wenn die Menschheit auf fossile Brennstoffe verzichtet.
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      #32

      Für verschiedene Zeiträume habe ich auch noch Trends und ihre Unsicherheiten in Grad/Jahr berechnet:



      Das spricht schon für sich.


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      #31

      Die Hadcrut5-Klimazeitreihe wurde auch ein weietres Jahr fortgeschrieben. Ein einzelnes Jahr ändert natürlich an langjährigen Trends nicht viel. Trotzdem aktualisiere ich die Darstellung der Trends inklusive 2025 und nutze das, um die Darstellung besser an neue Erkenntnisse anzupassen.


      Wie sich inzwischen zeigte, lässt sich gut begründen, die Daten in die Zeit vor und nach 1975 einzuteilen. im Bereich zwischen ca. 1968 und 1978 lieget eine statistisch erkennbare Änderung des langjährigen Trends. Andere Trendbrüche sind statistisch weniger gut belegt, was auch daran liegt, dass etwa im Zeitraum zwischen 1850 und 1910 oder 1940 und 1970 oder ähnlichen Bruchpunkten keine signifikanten Trends errechnet werden können. Klimaleugner behaupetn hierüber gern, dass hier die Temperatur wieder zurückgehen soll und schreiben unsinniges Zeug über angebliche Klimazyklen, aber wenn man für einen Teilbereich keinen signifikanten Trend erhält, kann man eigentlich darüber gar nichts feststellen. Für die Zeit von 1850 bis 1975 (oder plus minus ein paar Jahre) errechnet man einen signifikanten Temperaturanstieg, nur halt einen sehr langsamen Anstieg (0,003 Grad/Jahr) im Vergleich zur Zeit ab 1975 (0,021 Grad/Jahr).

      Der Vollständigkeit halber errechne ich auch ab dem Jahr 2000 einen signifikanten Trend von 0,025 Grad/Jahr als Hinweis darauf, dass sich die globale Erwärmung anscheinend zuletzt beschleunigt. Allerdings sind Trends über kürzere Zeiträume mit einer größeren Unsicherheit versehen. daher ist es schwierig, auch statistisch signifikant die Beschleunigung des Temperaturanstiegs nachzuweisen. Dazu braucht man noch ein paar Jahre mehr an Daten.

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      #30

      Nachlese 2025 RSS-Daten


      Nach und nach werden die Klimadaten für 2025 vervollständigt. In den langen Zeitreihen kommt damit ein Jahr hinzu. Es stellt sich die Frage, ob sich dadurch in den Feststellungen etwas ändert?

      Die RSS-Satellitendaten sind bereits vollständig. Im Zusammenhang mit dem Thema des Threads stellt sich dabei erneut die Frage, wie falsch die Aussagen der Klimaleugner waren. Gab es eine Klimapause? Endete die globale Erwärmung 1998? Ist die globale Erwärmung real? Kommt eine neue Kaltzeit für Jahrzehnte seit 2008 bzw. bis zum Jahr 2030? Verlangsamt sich die globale Erwärmung?

      Die Fragen hören sich lächerlich an, trotzdem wurde all dies ernsthaft von Klimaleugnern mindestens seit 2006 für nun über 20 Jahre vertreten. Weil immer neue Daten diesen Schwindel widerlegen, gibt es diesen Thread.

      Das einfachste, was man tun kann, ist die Trends in den RSS-Satellitendaten zu berechnen. Ich gebe dabei immer die Unsicherheit als eine Standardabweichung an. Der Trend ist seit 1979 0,023+/-0,002 Grad/Jahr. Seit dem Jahr 1990 ist der Trend 0,026+/-0,002 Grad/Jahr, seit 1998 ist er 0,025+/-0,004 Grad/Jahr, seit 2000 ist er 0,028+/-0,004 Grad/Jahr, seit 2008 (die letzten 18 Jahre) 0,036+/-0,006 Grad/Jahr. Alle Trends sind hochsignifikant auf 99%-Niveau.

      Was sagt uns das? Pro Jahrhundert steigt die global gemittelte Temperatur um 2,3 Grad seit Beginn der Zeitreihe, seit 1990 aber bereits 2,6 Grad, seit 2008 sogar schon 3,5 Grad. Der Trend beschleunigt sich also zumindest rechnerisch, wenn auch die statistische Unsicherheit größer ist als dieser Anstieg.

      Eine Pause der globalen Erwärmung hat es nie gegeben:

      Das Bild zeigt die monatlichen Mittel der Temperaturanomalie der RSS-Daten - in rot alle Daten, in blau die Daten, die irgendwann mal von Leugnern als angebliche Erwärmungspause markiert wurden. Selbst, wenn man diese Daten in blau nimmt, haben die durchaus einen Erwärmungstrend. Aber durch alle Daten liegt eben der gesamte Erwärmungstrend von 2,3 Grad pro Jahrhundert. Eine Erwärmungspause kann man ausschließen.

      Im zweiten Bild wird das ebenfalls deutlich. Die rote Linie zeigt das Niveau der Temperaturanomalie 1998 an, als laut Klimaleugnern die globale Erwärmung endete. Inzwischen liegen 11 Jahre über dem Wert von 1998, darunter alle 7 letzte Jahre der Zeitreihe. Vermutlich fällt die globale Temperaturanomalie auch nicht ausnahmsweise unter das Niveau von 1998. Die globale Erwärmung ist darüber hinweggegangen.
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      #29

      ... und es ist beruhigend, dass sich Europa auch bei der Beobachtung des Erdklimas von den USA unabhängig macht.

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      #28

      Noch mal vielen Dank für diesen Service.


      Es ist immer wieder beeindruckend, wie stark inzwischen die Klimazeitreihen aus den verschiedenen Methoden (Reanalyse und die Beobachtungsdaten vom Boden) miteinander übereinstimmen.
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      #27

      Nach dieser frühen Prognose wird 2026 also ca. 0,05°C kühler als 2025 (und 2023) - und damit das viertwärmste Jahr bisher.


      Noch einmal die (späte) Prognose für 2025:
      Copernicus: 1,46-1,48°C wärmer als im Mittel 1850-1900
      GISS: 1,45-1,47°C wärmer als im Mittel 1880-1920



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      #26

      Wird es, wie Klimaleugner seit Jahren behaupten, eine "Pause" der globalen Erwärmung geben?


      Antwort: Nein.

      Begründung: Es hat sich an den Fakten nichts geändert. Der von Menschen verursachte Anstieg der Treibhausgaskonzentrationen führt dazu, dass die Erde deutlich weniger Strahlung abgibt als aufnimmt. Dies führt zu einer globalen Erwärmung, die nicht einfach aufhören kann. Erst wenn die Treibhausgaskonzentrationen nicht mehr ansteigen oder gar zurückgehen, kann sich ein neues Strahlungsgleichgewicht einstellen, das zu einer (innerhalb eines Bandes) stabilen globalen Temperatur führt.

      Aufgrund dieser Situation kann man auch mit nicht sehr großer Unsicherheit vorhersagen, dass auch 2026 ein vergleichsweise zu warmes Jahr auf der Erde werden wird:

      Das Bild zeigt einen Vergleich der beobachteten global gemittelten Temperaturanomalie (BEST-Temperaturreihe) und Modellrechnungen mit der Prognose für 2026 von Zeke Hausfather. https://www.theclimatebrink.com/p/my-2026-and-2027-global-te…

      Details kann man dort nachlesen.
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      #25

      Die Frage, ob man die Beschleunigung der globalen Erwärmung der letzten 15 oder 20 Jahre und vor allem die ungewöhnlich warmen Jahre 2023-2025 erklären kann, bewegt weiter die wissenschaftliche Diskussion. Diese Frage zielt im Grunde darauf ab, ob wir jetzt nur Auswirkungen natürlicher Variabilität sehen wie beim scheinbaren Abschwächen der Erwärmung zwischen 2007 und 2012, oder ob überraschend warme Jahre bedeuten, dass wir mit einer dauerhaft schnelleren globalen Erwärmung rechnen müssen.


      Bei dieser Diskussion muss man wegen häufiger Missverständnisse immer darauf hinweisen: die große Masse der Erwärmung ist der fast lineare Anstieg der globalen Temperatur aufgrund des zusätzlichen Treibhauseffekts, den Menschen verursachen. Dieser Trend liegt bei um die 0,018 Grad pro Jahr, gerundet nahe 0,02 Grad pro Jahr, und dieser Trend hat eine Unsicherheit im Bereich von 0,002 Grad pro Jahr. Dieser Trend war lange Zeit nahezu konstant. Berechnet man für jedes Jahr, wie der Trend für die letzten 30 Jahre war, sieht das so aus:

      - bis 1990 steigt der Trend rasch von nahe Null (tatsächlich knapp unter 0) auf einen Wert nahe 0,02 Grad/Jahr

      - von ca. 1990 bis ca. 2016 ändert sich der Trend kaum - genauer liegt der Trend zwischen 0,017 und 0,019 Grad/Jahr und im Mittel bei 0,018 Grad/Jahr mit einer Unsicherheit um 0,002 Grad/Jahr und einem leichten Anstieg innerhalb des Zeitraums

      - nach 2016 steigt der Trend noch mal ein Stück von nahe 0,020 bis 0,022 Grad/Jahr und damit etwas mehr als der Unsicherheit des Trends entspricht.

      Die Beschleunigung, die Trends zeigen, die man nach 2016 für die letzten 30 Jahre berechnet, zeigen eine echte Beschleunigung der globalen Erwärmung. Sie ist aber statistisch als Beschleunigung nicht signifikant. Das heißt nicht, dass da keine Beschleunigung ist, sondern nur, dass man mehr Daten braucht, um sich auch im statistischen Sinne völlig sicher zu sein, weil die Daten auch zufällige Schwankungen des Trends enthalten.

      Wenn man jetzt aber auch noch die letzten Jahre (zusätzlich zu den verwendeten Daten auch 2025 neben 2023 und 2024) betrachtet, liegen die noch mal über dem langfristigen Trend und auch über dem Trend der letzten 20 Jahre. Die folgende Diskussion betrifft jetzt nur diesen Überschuss auf dem vorhandenen Trend, also kaum 10% der langfristigen globalen Erwärmung.

      Dazu gibt es eine neue Zusammenfassung: https://www.carbonbrief.org/analysis-what-are-the-causes-of-…

      Zu erklären ist, warum die globale Temperatur im Jahre 2023 und 2024 und wahrscheinlich 2025 um ca. etwas unter 0,2 Grad über der aus dem langfristigen Trend zu erwartenden Anomalie von um di 1,3 Grad liegen. Dafür gibt es folgende mögliche Ursachen:
      Der Einfluss EL Nino und andere natürliche Variabilität
      ein Rückgang der SO2-Emissionen Chinas
      ein Rückgang der SO2-Emissionen aus dem Schiffsverkehr
      der aktuelle Höhepunkt bei der solaren Aktivität
      Vulkanismus (ein bestimmter Vulkanausbruch bei Tonga)
      eine höhere Klimasensitivität der Modelle

      Die ersten fünf Möglichkeiten wurden mit Hilfe von Beobachtungsdaten und Modellrechnungen bewertet. Der Vulkanausbruch bei Tonga scheidet als mögliche Erklärung aus, die anderen Faktoren liegen alle in einer ähnlichen Größenordnung und können alle gemeinsam die zusätzliche Erwärmung erklären - 2023 allerdings auch nur zum Teil. Jede einzelne Ursache ist zu schwach, um eine zusätzliche Erwärmung wesentlich zu erklären, man braucht alle gemeinsam.

      Die Unsicherheit der Erklärung ist groß genug, dass man mit ihr zusammen keine weiteren Effekte braucht. Aber auffällig ist, dass außerdem die Reflektion von Sonnenlicht von der Erde durch Wolken in den letzten Jahren signifikant abgenommen hat. Dies könnte ebenfalls einen Teil der zusätzlichen Erwärmung erklären. Das wäre dann ein Hinweis darauf, dass das Klima stärker sensitiv ist und daher eine Beschleunigung der globalen Erwärmung dauerhaft zu erwarten ist. Aufgrund der hohen Unsicherheit dieser Betrachtung weniger Jahre ist hier aber das letzte Wort nicht gesprochen.

      Es bleibt aber der Eindruck, dass die Beschleunigung der globalen Erwärmung deutlich mehr real ist als die angebliche "Pause" der globalen Erwärmung, die es in Wahrheit nie gab.


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      #24
       Dieser Beitrag wurde von FairMOD moderiert. Grund: themenfremder Inhalt
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      #23

      Der vierte IPCC-Bericht zur physikalisch-wissenschaftlichen Basis (WG1) kam im Jahr 2007 heraus. Er beschrieb den global gemittelten Temperaturanstieg bis einschließlich 2005. Er betrug laut der Klimareihe HadCrut3 damals 0,7 Grad seit dem Miitelwert für 1850 - 1900. Die Klimareihe zeigte einen geringeren Temperaturanstieg als andere Klimareihen, weil unter anderem die Abdeckung in der Arktis zu gering war und aufgrund Fehlern bei den Messungen auf See während und nach dem 2. Weltkrieg.


      Bild aus 4. IPCC-Bericht, WG 1, FAQ 3.1, Bild 1, Seite 253.

      2013 kam der fünfte IPCC-Bericht heraus. Zu dem Zeitpunkt waren bereits einige der Fehler in den HadCrut-Klimareihen korrigiert worden und der Temperaturanstieg musste höher angesetzt werden.
      Rechnete man den Trend von 1880 bis 2012, kam man auf einen Temperaturanstieg von 0,85 Grad, rechnete man vom Mittel 1850-1900 bis zum Mittel 2003-2012, ergab sich ein Anstieg um 0,78 Grad.

      Bild aus der Zusammenfassung für Entscheidungsträger aus dem 5. IPCC-Bericht, WG 1, Abbildung SPM 1.

      Ich schicke das voraus, um klar zu machen, was jedem Menschen, der sich mit dem Thema Klima beschäftigt, im Jahr 2013 gegenwärtig sein musste: die global gemittelte Temperatur war angestiegen. Wenn man von 0,7 Grad globaler Erwärmung ausging, dann war das eher am unteren Rand, der im Jahr 2013 veraltete Stand von 2007, eigentlich sollte man aufgrund der da vorhandenen Daten bis 2012 bereits davon ausgehen, dass es wohl eher um 0,8 Grad wärmer geworden war.

      Heute sieht man den Temperaturanstieg eher bei 1,3 Grad, bis 2012 würde man mit heutigen, besseren Daten von einem Temperaturanstieg seit dem Mittel 1850-1900 von etwa 1 Grad ausgehen und die letzten beiden Jahren war der Temperaturanstieg um 1,5 Grad. Das konnte man 2013 natürlich noch nicht wissen. Aber auf die Frage, ob es eine globale Erwärmung seit dem Mittel von 1850-1900 gab, musste die Antwort bei jedem, der professionell mit dem Klima zu tun hat, lauten: Ja. Die Antwort Nein wäre keine andere Meinung, sondern falsch.

      Ähnlich sieht es mit der Frage aus, ob diese Erwärmung denn von Menschen verursacht ist. Die Antwort musste 2013 lauten: Ja. Im 4. IPCC-Bericht von 2007 stand: "Der größte Teil des beobachteten globalen Temperaturanstiegs seit Mitte des 20. Jahrhunderts ist sehr wahrscheinlich aufgrund des Anstiegs der Treibhausgaskonzentrationen erfolgt. - Most of the observed increase in global average temperatures since the mid-20th century is very likely due to the observed increase in anthropogenic greenhouse gas concentrations." Im 5. IPCC-Bericht gab man sich schon nicht mehr mit so einer kleinteiligen Aussage ab - es war praktisch sicher, dass die globale Erwärmung auf den Treibhauseffekt und damit menschliche Ursachen zurückzuführen war.

      Ich muss das vorausschicken, damit man versteht, wie man die Diskussion über Konsens in der Klimaforschung einstufen muss, die es gerade zwischen dem 4. und dem 5. IPCC-Bericht gab. In dieser Zeit gab es verschiedene Arbeiten, die von einem Konsens in der Klimaforschung im Bereich von über 90%, in der Regel 97% oder mehr, ausgingen, dass die globale Erwärmung real ist und zum größten Teil aufgrund des Treibhauseffektes und mit menschlicher Verursachung erfolgt. Eine Übersicht dazu findet man hier: https://skepticalscience.com/global-warming-scientific-conse…

      Wie gesagt, eigentlich musste das von jedem in der Klimaforschung vorbehaltlos bejaht werden, denn das waren die Daten bis 2013, die keinen anderen Schluß zuließen. Eine andere Meinung dazu war nach diesen Daten falsch.

      Unter Klimaskeptikern waren allerdings andere Umfragen beliebter. Durchgeführt wurden sie vom Klimaforscher von Storch zusammen mit Dennis Bray. Es gab mehrere Umfragen, die letzte mir bekannte war von 2013, daher dieser Vorspann. Die Umfrageergebnisse sind hier: https://www.hvonstorch.de/klima/pdf/CliSci2013.pdf

      Die Frage danach, ob es denn eine globale Erwärmung gibt, wird durchaus uneinheitlich beantwortet:

      Die Frage ist, wie überzeugt sind Sie, dass jetzt ein Klimawandel geschieht, sei er natürlich oder menschengemacht, von 1 gar nicht bis 7 sehr.
      Eigentlich müsste beim Wert 7 für sehr eine Zustimmungsrate von 100% stehen. Aber nein, da sind nur um die 75%. Knapp 15% entscheiden sich für das etwas schwächere 6, also ja, überzeugt, aber nicht sehr.

      Es gibt Gründe, warum das Ergebnis so aussieht. Zunächst mal wurde hier eine ja/nein-Frage in eine Abfrage verwandelt, wo man von 1 bis 7 den Grad der Zustimmung angeben kann. Manche wollen eben den letzten Zweifel noch offen halten und können daher nicht 7 anwählen, obwohl sie bei einer reinen ja/nein-Abfrage natürlich ja angäben. Doch genauso ist auch ein Grund, dass die Frage schwurbelig ist. Da steht nicht: ist die global gemittelte Temperatur gestiegen. Da steht, gibt es einen Klimawandel. Für manche Menschen sind das zwei verschiedene Dinge. Und da steht auch nicht, seit 1850 oder seit 1900, da steht, geschieht jetzt ein Klimawandel. Zu jener Zeit lief gerade die sogenannte "Pausendiskussion" aus. Manche Wissenschaftler (nicht unbedingt gute) waren noch in der Lage zu fragen, ob vielleicht der Temperaturtrend gerade niedriger lag, als man es aus den Klimamodellen erklären konnte (heutige Antwort: nein). Es konnte also der ein oder andere Wissenschaftler etwas unsicher sein, wie denn die Frage zu verstehen war.

      Der dritte Punkt war, dass die Frage die 26. war von insgesamt 78. Jeder, der sich mit solchen Umfragen auskennt, weiß, dass man so etwas als Kundenumfrage nie machen könnte - die meisten würden, selbst wenn sie gutwillig sind, aus so einer langen Umfrage aussteigen. Nun wurden hier speziell Klimaforscher gefragt. Gefunden wurden die überverschiedene Listen, etwa aus Institutstelefonbüchern oder aufgrund von Fachpublikationen oder Mitarbeit beim IPCC. Insgesamt fast 6000 Klimaforscher im weitesten Sinne (nicht alle Naturwissenschaftler, die meisten nicht aus exakt den Bereichen, die etwas zu Temperaturtrends sagen). Wissenschaftler sind geduldiger bei so etwas als Durchschnittsmenschen und eigentlich fachlich so interessiert, dass sie gutwillig in solche Umfragen hineingehen. Aber das waren doch ziemlich viel Fragen. Am Ende hatten nur 7% der Befragten wirklich geantwortet und selbst dann nicht auf alle Fragen. Diese 7% sind nun nicht wirklich repräsentativ, es waren bevorzugt ältere Teilnehmer und man kann vermuten, dass vielleicht Personen mit konträren Meinungen etwas motivierter waren, die Umfrage auszufüllen. Dass die Fragen zum Teil unklar waren, gehörte auch zu den Freitextkritiken am Ende der Umfrage.

      Es gibt also zahlreiche methodische Befindlichkeiten zu der Umfrage und man versteht auch besser, wie man eigentlich die Feststellung bewerten muss, dass laut so einer Umfrage die Wissenschaftler sich nicht einig wären. Es liegt in der Methode.

      Ich möchte aber noch klarer machen, was davon zu halten ist, wenn eine klare ja/nein-Frage umgesetzt wird in eine 7-Werte-Skala einer Umfrage, und das dann als ein Punkt unter 78 Fragepunkten auf eine inhomogene Gruppe von Menschen trifft. Jeder Wissenschaftler ist eigentlich fest davon überzeugt, dass er für eine professionelle Arbeit signifikante Ergebnisse publik machen muss, auch dann, wenn sie seinen persönlichen Glauben umstossen. Er muss. Es ist sein Job. Genau dafür macht er diese Arbeit. Als ja/nein-Frage kann hier also nur stehen: Ja. Ich publiziere signifikante Ergebnisse auch dann, wenn sie nciht meinem vorgefassten Glauben entsprechen. Auf der 1 bis 7 Skala kommt aber das hier heraus:


      Oh je, das streut aber ziemlich weit in die Mitte - bei 5 und weniger sind immerhin zusammen 7%. Immerhin gut 19% konnten nicht klar eine 7 setzen, sie sind auf Wert 6 gegangen, also nicht immer, sondern nur meistens würden sie publiziereen, was signifikant ist, aber ihrem Glauben widerspricht.

      Solche Umfragen sprechen auch immer den Menschen im Wissenschaftler an. Das heißt, sie werden dazu gedrängt, jetzt nicht einfach eine fachliche Expertise anzugeben, sondern einen persönlichen Glauben, und da wird die Skala genutzt, die ihnen gegeben wird, hier also von 1 bis 7. Sagt so etwas also etwas dazu aus, dass sich Wissenschaftler uneinig wären? Das bezweifele ich - dazu ist diese Art der Umfrage nicht geeignet. Andererseits wird jetzt auch klar, Umfragen, die eine Einigkeit im Bereich um die 80% oder mehr zeigen, bedeuten bereits einen sehr starken Konsens. Und wenn man dazu die Werte 6 und 7 zusammenaddiert, dann ist das beides so gut, wie eine Entscheidung einer Ja/Nein-Frage.

      Nun gibt es unter den Journalisten, die unsauber arbeiten und Zweifel an dem Stand der Klimaforschung erzeugen wollen, auch Axel Bojanowski, früher beim Spiegel, inzwischen bei Die Welt. In Kommentaren und Büchern und auch auf seinen eigenen Seiten verbreitet er vor allem, dass Klimaforscher sich uneins wären, dass einige "Alarmisten" sich nach vorne drängen und Meinung machen und naive Journalisten das übernähmen und dass zwar der Klimawandel real sei, aber das sei alles nicht so schlimm, wie einige aktivistische Klimaforscher das darstellen, deshalb bringe er, Bojanowski, mehr Realismus in das Thema, weil er bevorzugt einige Personen zu Wort kommen läßt, die ich mal eher als Klimaleugner einstufen würde, allerdings die heimtückische Art, die eben auch nicht direkt den Klimawandel leugnen, aber den Sachstand trickreich verharmlosen.

      Dieser Bojanowski hat auch wieder unter anderem diese Umfrage von Bray und von Storch von 2013 hervorgeholt, um seine Erzählung vom fehlenden Konsens zu untermalen. https://axelbojanowski.substack.com/p/konkurrierende-ungewis…

      Eigentlich zeigt die Umfrage aber das Gegenteil - sehr starken Konsens, unter Berücksichtigung all der Punkte vorher: 1 - 7 Skala, hier äußern sich eine kleine Restmenge befragter Wissenschaftler, die bereit waren, ihre Zeit auf 78 Fragen zu verschwenden, die Fragen selbst erschienen schwammig, Wissenschaftler äußerten sich oft gar nicht zu ihrem engen Bereich der eigenen Kompetenz. Gezeigt wird das Bild zur Frage, wie überzeugt sind Sie, dass der größte Teil des Klimawandels der jüngsten Vergangenheit oder nahen Zukunft menschengemacht sein wird? Richtig wäre die Antwort Ja, aber die gibt es hier nicht, und es ist eine Schwurbelfrage - was ist denn mit dem Zeitraum gemeint, und was bedeutet hier "most". Trotzdem 80% in den drei höchsten Antwortstufen. Laut Bojanowski ein Zeichen dafür, dass die Arbeiten mit über 90% Konsens, etwa 97%, irreführend wären. Tatsächlich sind die mit den 97% Konsens methodisch weitaus genauer als die Bray/von Storch-Umfrage, die aus den genannten Gründen das Bild eher verwischt.

      Dieser Beitrag ist relativ typisch für die Art und Weise, wie Bojanowski seit ca. 2004 mit Beiträgen versucht hat, Wissenschaftler als uneinig darzustellen und die Ergebnisse der Klimaforschung zu verschwurbeln. Vielleicht ist diese Art, Fakten zu verwischen, noch tückischer als das direkte Leugnen und Schwindeln. Und die Aussagen zum Klimatrend sind ja inzwischen viel klarer als 2013. Aber Bojanowski verbreitet immer noch das gleiche tückische Verschwurbeln der Ergebnisse der Klimaforschung wie vor 20 Jahren.
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      #22

      Kürzlich ist der jährliche Klimabericht der American Meteorological Society für 2024 veröffentlicht worden.


      Wenig überraschend zeigt er mit vielen Diagrammen, Bildern und Tabellen, dass die globale Erwärmung voranschreitet und vielfältige, meist negative Auswirkungen auf die Umwelt hat. Also das, wovor seit Jahrzehnten Klimaforscher warnen und was Klimaleugner leugnen.

      Der Bericht ist hier direkt verlinkt: https://ametsoc.net/sotc2024/SotC2024.pdf

      Eine Tabelle aus dem Bericht hat mich dazu motiviert, zu den Trends der Temperaturen in der unteren Troposphäre seit 1979 noch globale Bodendaten zu ergänzen. Wobei natürlich die Bodendaten nicht ganz vergleichbar sind - alle anderen Daten geben die Temperaturentwicklung der unteren Troposphäre wieder, ein unscharfes Höhenband in den untersten Kilometern über dem Boden mit Schwerpunkte zwischen 1000 und 3000 Metern Höhe. Im Gegensatz zur oberen Troposphäre sollten aber die Höhensondierungsdaten und die Bodendaten nicht wesentlich voneinander abweichen.


      In gewisser Hinsicht ist das selbsterklärend: seit dem Jahr 1979 steigen die globalen Temperaturen bis 2024 um 0,2 Grad/Jahrzehnt oder 0,02 Grad/Jahr oder 1 Grad in 50 Jahren. Das ist sowohl der Mittelwert als auch der Medianwert aus allen gelisteten Klimareihen.

      Die angegebenen Kategorien sind von oben nach unten die Radiosondendaten (d.h. Ballons werden täglich zwei Mal zur gleichen Zeit an vielen Punkten auf der Erde mit einer Temperatursonde aufsteigen gelassen, und man berücksichtigt die untersten Kilometer), die Satellitenbeobachtungen (mit Hilfe der Beobachtungen in verschiedenen Spektralbereichen und ihrer Subtraktion versucht man, nur das Signal der untersten Kilometer zu errechnen), die Reanalysedaten (alle Beobachtungen werden in einem Wettervorhersagemodell auf ein konsistentes Feld für die gesamte Erde berechnet) und die Daten an der Oberfläche (2-Meter-Temepraturen an Land und Meeresoberflächentemperatur auf den Meeren). So verschieden die Methoden, so gleich sind letztlich die Ergebnisse.

      Wenig überraschend gibt es die größte Spannbreite bei den Satellitendaten. Das könnte man so interpretieren, dass wohl diese Methode die unsicherste ist. Aus dem Vergleich mit den übrigen Methoden entsteht der Eindruck, dass wohl alle Klimareihen bei den Satellitendaten vom plausiblen Werten nach oben oder unten abweichen. UAH und NOAA sind eigentlich nicht unabhängig, sondern berechnen ihre Temperaturen aus den gleichen Satelliten und mit dem gleichen Höhenprofil, durch das ihre Trends systematisch um 0,1 Grad zu niedrig bestimmt werden. Diesen Wert habe ich für die Mittelung dazu gezählt. Da UAH und NOAA nicht unabhängig sind, habe ich hier nicht den Median, sondern das arithmetische Mittel genommen - es geht also durchaus ein, dass gleich zwei Satellitenreihen niedrige Trends zeigen, aber der Medianwert wäre 0,16 Grad/Dekade gewesen, und damit wären die RSS-Daten gar nicht berücksichtigt worden.

      Von den Satellitendaten abgesehen ist der Temperaturtrend seit 1979 erstaunlich gleich unter den verschiedenen Gruppen nahe 0,2 Grad/Dekade und entspricht damit auch ziemlich gut den Erwartungen aus Modellrechnungen. Die Fortsetzung dieses Trends bis zum Ende des Jahrhunderts würde zu einer globalen Erwärmung seit vorindustrieller Zeit um 2,7 bis 2,8 Grad führen. Tatsächlich errechnet man als Konsenswert für die zu erwartende Temperaturzunahme ca. 2,7 Grad, sollten alle Staaten ihre Klimaziele einhalten. Leider nehmen gerade, unter anderem die USA und Russland, und im Gefolge auch weitere Staaten, genau diese angekündigten Emissionskürzungen von Treibhausgasen zurück.

      Ankündigungen von Klimaleugnern, seit 1998 würde die globale Erwärmung pausieren und gar in eine Abkühlung übergehen, widersprechen allen vorliegenden Daten. Je mehr dazu kommen, desto mehr widerlegen den Schwindel der Klimaleugner.
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      #21
      Pausen und Beschleunigungen
      Die globale Temperatur ist im Mittel über die letzten ca. 50 Jahre um etwa 0,2 Grad pro Jahrzehnt gestiegen. Die Feststellung ist sehr einfach und sehr robust. Robust heißt, man kann die Daten auf sehr verschiedene Arten betrachten, aber dieses Ergebnis kommt eigentlich immer heraus.

      Viele Menschen sind aber an Details interessiert. Das könnte etwa die Frage sein, ob sich im Laufe der Zeit etwas an der Geschwindigkeit ändert, mit der sich die global gemittelte Temperatur ändert. Wann wird die Änderung langsamer, wann beschleunigt sie sich. Dieser Thread sollte vermittelt haben, dass man bei dieser Frage berücksichtigen muss, dass eine Aussage zum Trend um so ungenauer wird, je weniegr Daten man berücksichtigt. Ein Trend für 30 Jahre ist recht genau, ein Trend über 15 Jahre ist eher ungenau.

      Ich stelle also die Frage nach einem Trend, den ich eher genau kenne, also über 30 Jahre. Das ist auch deshalb vernünftig, weil die Weltmeteorologieorganisation WMO 30-Jahreszeiträume als Normalperioden für das Klima betrachtet. Das ist erst einmal ur eine Konvention, aber dass Trends über 30 Jahre schon recht genau sind, kann man aus den Daten direkt berechnen.

      Für meine Überlegungen nehme ich die HadCrut5-Klimadaten des Hadley Centre bzw. des UK MetOffice. Wie man im Beitrag vorher sehen konnte, macht es aber keinen Unterschied, ob ich statt dessen eine andere Klimareihe wähle. Den Trend berechne ich in jedem Jahr für die 30 Jahre davor und zeige das als Datenreihe über die letzten 55 Jahre. Wir sehen also ncht die Temperaturentwicklung, sondern die Entwicklung der Änderungsgeschwindigkeit der Temperatur ausgedrückt in Grad/Jahr.



      Betrachten wir diese Reihe, fällt folgendes auf:

      - bis 1990 steigt der Trend rasch von nahe Null (tatsächlich knapp unter 0) auf einen Wert nahe 0,02 Grad/Jahr

      - von ca. 1990 bis ca. 2016 ändert sich der Trend kaum - genauer liegt der Trend zwischen 0,017 und 0,019 Grad/Jahr und im Mittel bei 0,018 Grad/Jahr mit einer Unsicherheit um 0,002 Grad/Jahr und einem leichten Anstieg innerhalb des Zeitraums

      - nach 2016 steigt der Trend noch mal ein Stück von nahe 0,020 bis 0,022 Grad/Jahr und damit etwas mehr als der Unsicherheit des Trends entspricht.

      Was man in den Daten NICHT sieht, ist ein Rückgang des Trends zwischen 2006 und 2014. Hätte es je eine "Pause" beim Temperaturanstieg gegeben, würde man sie in einer solchen Änderung des Trends erkennen. Da ist aber kein Einbruch des Trends, also keine "Pause". Auf diesen Punkt hatte ich über viele Jahre hingewiesen. Das wurde nicht nur von Klimaleugnern ignoriert, auch ein Teil der Klimaforscher hatte das zeitweilig nicht richtig verstanden. Man kann sich "Pausen" künstlich erzeugen, indem man zu kurze Zeitreihen betrachtet (zum Beispiel nur 15 Jahre), aber das ist nicht sinnvoll.

      Die im Grunde sehr einfache Auswertung mit den 30-Jahr-Trends bringt aber noch eine zweite Erkenntnis: nach 2016 ändert sich der Trend. Der Temperaturanstieg beschleunigt sich. Und gegen einer stetigen Änderung des 30-Jahrestrends lässt sich schwer argumentieren, weil einfach die gesamte Kurve seit 1970 einen so stabilen bzw. robusten Verlauf zeigt. Wenn der Trend erst einmal so weit gestiegen ist, wird er nicht innerhalb von weniger Jahren wieder zurückgehen. Denn bisher war die Schwankungsbreite aufgrund einiger Jahre mehr oder weniger nur um die 0,002 Grad/Jahr plus oder minus. Dass der Trend jetzt über 0,02 Grad/Jahr liegt und nicht mehr darunter, kann sich absehbar nicht mehr ändern.

      Fazit ist, der Klimawandel ist schneller geworden. Das zeigen viele Indikatoren udn viele Auswertungen. Diese hier zählt zu den einfachsten davon.
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      #20
      Interessant an dem Ganzen ist nun, das Klimaleugner immer wieder mit der Klimazeitreihe argumentiert haben, die gerade den niedrigsten Temperaturtrend zeigte. Und durch das Problem der fehlenden Abdeckung in der Arktis, das rv_2011 im letzten Beitrag erklärt hatte, waren daher die HadCrut-Daten diejenigen, mit denen Klimaleugner zum Beispiel eine angebliche "Pause" beweisen wollten.

      Von daher ist es ein wichtiger Punkt, dass nach bald 20 Jahren der Diskussion über diese Klimazeitreihen die wissenschaftliche Entwicklung dazu führte, dass diese Zeitreihen sich immer ähnlicher wurden. Aber sie rückten zusammen zum stärkeren Temperaturanstieg, nicht zum schwächeren. Dieser Schwindel mit dem Herauspicken der genehmsten Klimazeitreihe ist damit auch entlarvt:



      Und das war auch ein wesentlicher Punkt, wegen dem schließlich die angebliche "Pause" wissenschaftlich widerlegt wurde - der andere Punkt war, dass man die Pause durch unglückliche Wahl von Anfangs- und Endpunkt des Intervalls künstlich erzeugt hatte, und die vorübergehenden Temperaturschwankungen inzwischen gut erklären kann.

      https://www.nature.com/articles/nature22315
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