Ein Schwindel, der verjährt: unterschlagene Daten
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Der jährliche Klimabericht der American Meteorological Society für 2025 wurde veröffentlicht.
Als Ergänzung noch einmal meine Grafik mit der quadratischen Approximation der Temperaturdaten - hier für die ERA5-Reihe von Copernicus.
Hier ist eine Übersicht der Trends in den Klimareihen HadCrut5 des britischen Hadley Centres, GISSTemp der amerikanischen NASA und RSS, Satellitendaten.
Die zu erwartenden globalen Rekordtemperaturen zeigen, dass das Thema weiter aktuell bleibt. Von einer Pause der globalen Erwärmung ist keine Rede.
Zu Beginn des Jahres haber ich bislang immer die Daten für die Klimazeitreihen von HadCrut5, GISSTemp und RSS TLT nachgetragen. Grund war durchweg, eine alte Lüge von Klimaleugnern zu widerlegen. Die haben anhand zu kurzer Klimazeitreihen die Lüge in die Welt gesetzt, dass zum Zeitpunkt X (zum Beispiel 1998) die globale Erwärmung gestoppt hätte oder sich verlangsamt oder pausiert hätte. Dieser Schwindel erledigt sich, wenn weitere Daten dazukommen - er verjährt sozusagen. Diese unterschlagenen Daten, die man braucht, um zu verstehen, was passiert, liefere ich also mit Tabellen und Diagrammen nach.
Ein wesentliches Thema des Threads ist, dass Klimaleugner immer wieder auf Basis zu kurzer Klimazeitreihen Behauptungen produziert hatten, die globale Erwärmung fände nicht statt, würde pausieren, oder würde nicht Modellergebnissen entsprechen. Die eigenen Berechnungen mit den frei verfügbaren Klimadaten von NASA, Hadley Centre/Climate Research Unit oder RSS zeigen immer wieder: nimtm man genügend Daten, gibt es einen stabilen Trend im Temperaturanstieg und keine Pause. Angebliche Pausen sind bei den globalen Temperaturdaten künstlich erzeugte Scheineffekte, die mit sehr ungünstigen Startdaten verstärkt werden.
Ab 2015 kamen dann mehr und mehr Antworten, die erklärten, warum es denn die scheinbare Pause gab, die dann gar keine war (übersetzt aus dem obigen Link): "Der Anstieg der globalen Temperaturen hatte sich nicht verlangsamt; vielmehr hatten unvollständige Daten die fortschreitende globale Erwärmung verschleiert. Nachdem weitere Temperaturdaten aus der Arktis einbezogen und Verzerrungen in den Ozeantemperaturdaten korrigiert wurden, zeigte der NOAA-Datensatz eine anhaltende Erwärmung. Mit den korrigierten Daten verschwand die scheinbare Pause der globalen Erwärmung."
Faktencheck: Kann es in den nächsten Jahren oder Jahrzehnten zu einer dramatischen globalen Abkühlung kommen, die die globale Erwärmung umkehrt?
Für verschiedene Zeiträume habe ich auch noch Trends und ihre Unsicherheiten in Grad/Jahr berechnet:
Die Hadcrut5-Klimazeitreihe wurde auch ein weietres Jahr fortgeschrieben. Ein einzelnes Jahr ändert natürlich an langjährigen Trends nicht viel. Trotzdem aktualisiere ich die Darstellung der Trends inklusive 2025 und nutze das, um die Darstellung besser an neue Erkenntnisse anzupassen.
Nachlese 2025 RSS-Daten
... und es ist beruhigend, dass sich Europa auch bei der Beobachtung des Erdklimas von den USA unabhängig macht.
Noch mal vielen Dank für diesen Service.
Nach dieser frühen Prognose wird 2026 also ca. 0,05°C kühler als 2025 (und 2023) - und damit das viertwärmste Jahr bisher.
Wird es, wie Klimaleugner seit Jahren behaupten, eine "Pause" der globalen Erwärmung geben?
Die Frage, ob man die Beschleunigung der globalen Erwärmung der letzten 15 oder 20 Jahre und vor allem die ungewöhnlich warmen Jahre 2023-2025 erklären kann, bewegt weiter die wissenschaftliche Diskussion. Diese Frage zielt im Grunde darauf ab, ob wir jetzt nur Auswirkungen natürlicher Variabilität sehen wie beim scheinbaren Abschwächen der Erwärmung zwischen 2007 und 2012, oder ob überraschend warme Jahre bedeuten, dass wir mit einer dauerhaft schnelleren globalen Erwärmung rechnen müssen.
- bis 1990 steigt der Trend rasch von nahe Null (tatsächlich knapp unter 0) auf einen Wert nahe 0,02 Grad/Jahr
- von ca. 1990 bis ca. 2016 ändert sich der Trend kaum - genauer liegt der Trend zwischen 0,017 und 0,019 Grad/Jahr und im Mittel bei 0,018 Grad/Jahr mit einer Unsicherheit um 0,002 Grad/Jahr und einem leichten Anstieg innerhalb des Zeitraums
Der vierte IPCC-Bericht zur physikalisch-wissenschaftlichen Basis (WG1) kam im Jahr 2007 heraus. Er beschrieb den global gemittelten Temperaturanstieg bis einschließlich 2005. Er betrug laut der Klimareihe HadCrut3 damals 0,7 Grad seit dem Miitelwert für 1850 - 1900. Die Klimareihe zeigte einen geringeren Temperaturanstieg als andere Klimareihen, weil unter anderem die Abdeckung in der Arktis zu gering war und aufgrund Fehlern bei den Messungen auf See während und nach dem 2. Weltkrieg.
Kürzlich ist der jährliche Klimabericht der American Meteorological Society für 2024 veröffentlicht worden.
Viele Menschen sind aber an Details interessiert. Das könnte etwa die Frage sein, ob sich im Laufe der Zeit etwas an der Geschwindigkeit ändert, mit der sich die global gemittelte Temperatur ändert. Wann wird die Änderung langsamer, wann beschleunigt sie sich. Dieser Thread sollte vermittelt haben, dass man bei dieser Frage berücksichtigen muss, dass eine Aussage zum Trend um so ungenauer wird, je weniegr Daten man berücksichtigt. Ein Trend für 30 Jahre ist recht genau, ein Trend über 15 Jahre ist eher ungenau.
Ich stelle also die Frage nach einem Trend, den ich eher genau kenne, also über 30 Jahre. Das ist auch deshalb vernünftig, weil die Weltmeteorologieorganisation WMO 30-Jahreszeiträume als Normalperioden für das Klima betrachtet. Das ist erst einmal ur eine Konvention, aber dass Trends über 30 Jahre schon recht genau sind, kann man aus den Daten direkt berechnen.
Für meine Überlegungen nehme ich die HadCrut5-Klimadaten des Hadley Centre bzw. des UK MetOffice. Wie man im Beitrag vorher sehen konnte, macht es aber keinen Unterschied, ob ich statt dessen eine andere Klimareihe wähle. Den Trend berechne ich in jedem Jahr für die 30 Jahre davor und zeige das als Datenreihe über die letzten 55 Jahre. Wir sehen also ncht die Temperaturentwicklung, sondern die Entwicklung der Änderungsgeschwindigkeit der Temperatur ausgedrückt in Grad/Jahr.

Betrachten wir diese Reihe, fällt folgendes auf:
- bis 1990 steigt der Trend rasch von nahe Null (tatsächlich knapp unter 0) auf einen Wert nahe 0,02 Grad/Jahr
- von ca. 1990 bis ca. 2016 ändert sich der Trend kaum - genauer liegt der Trend zwischen 0,017 und 0,019 Grad/Jahr und im Mittel bei 0,018 Grad/Jahr mit einer Unsicherheit um 0,002 Grad/Jahr und einem leichten Anstieg innerhalb des Zeitraums
- nach 2016 steigt der Trend noch mal ein Stück von nahe 0,020 bis 0,022 Grad/Jahr und damit etwas mehr als der Unsicherheit des Trends entspricht.
Was man in den Daten NICHT sieht, ist ein Rückgang des Trends zwischen 2006 und 2014. Hätte es je eine "Pause" beim Temperaturanstieg gegeben, würde man sie in einer solchen Änderung des Trends erkennen. Da ist aber kein Einbruch des Trends, also keine "Pause". Auf diesen Punkt hatte ich über viele Jahre hingewiesen. Das wurde nicht nur von Klimaleugnern ignoriert, auch ein Teil der Klimaforscher hatte das zeitweilig nicht richtig verstanden. Man kann sich "Pausen" künstlich erzeugen, indem man zu kurze Zeitreihen betrachtet (zum Beispiel nur 15 Jahre), aber das ist nicht sinnvoll.
Die im Grunde sehr einfache Auswertung mit den 30-Jahr-Trends bringt aber noch eine zweite Erkenntnis: nach 2016 ändert sich der Trend. Der Temperaturanstieg beschleunigt sich. Und gegen einer stetigen Änderung des 30-Jahrestrends lässt sich schwer argumentieren, weil einfach die gesamte Kurve seit 1970 einen so stabilen bzw. robusten Verlauf zeigt. Wenn der Trend erst einmal so weit gestiegen ist, wird er nicht innerhalb von weniger Jahren wieder zurückgehen. Denn bisher war die Schwankungsbreite aufgrund einiger Jahre mehr oder weniger nur um die 0,002 Grad/Jahr plus oder minus. Dass der Trend jetzt über 0,02 Grad/Jahr liegt und nicht mehr darunter, kann sich absehbar nicht mehr ändern.
Fazit ist, der Klimawandel ist schneller geworden. Das zeigen viele Indikatoren udn viele Auswertungen. Diese hier zählt zu den einfachsten davon.
Von daher ist es ein wichtiger Punkt, dass nach bald 20 Jahren der Diskussion über diese Klimazeitreihen die wissenschaftliche Entwicklung dazu führte, dass diese Zeitreihen sich immer ähnlicher wurden. Aber sie rückten zusammen zum stärkeren Temperaturanstieg, nicht zum schwächeren. Dieser Schwindel mit dem Herauspicken der genehmsten Klimazeitreihe ist damit auch entlarvt:

Und das war auch ein wesentlicher Punkt, wegen dem schließlich die angebliche "Pause" wissenschaftlich widerlegt wurde - der andere Punkt war, dass man die Pause durch unglückliche Wahl von Anfangs- und Endpunkt des Intervalls künstlich erzeugt hatte, und die vorübergehenden Temperaturschwankungen inzwischen gut erklären kann.
https://www.nature.com/articles/nature22315
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