Szenarien für Klimaprojektionen

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    neuester Beitrag 12.08.26 08:43:45
    eröffnet am 22.04.25 08:55:57
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      #20

      Der Alpenverein hat einen Blick auf die Emissionsszenarien genommen. Die fünf verschiedenen Szenarien für eine sozioökonomische Entwicklung führen zu unterschiedlichen Klimaentwicklungen.



      Das bedeutet, unser Verhalten bestimmt unsere Klimazukunft. Aktuell sehen wir bereits, wie Hitzewellen in Deutschland zu tausenden Toten, Milliardenverlusten der Wirtschaft, zu Störungen des Verkehrs und Rekordniedrigständen der Flusspegel und Dürre auf Feldern und in Wäldern führen.

      Noch deutlicher wird der Klimawandel bei bröselnden und damit gefährlichen Bergen, Geröllabgängen und dadurch gefährdeten Alpenorten und fehlenden Schnee- und Gletscherreserven zur Wasserversorgung im Sommer.

      Im Artikel https://www.alpenverein.de/artikel/hitzewelle-klimakrise-han… gibt der Alpenverein Empfehlungen, wie man zu niedrigeren Emissionsszenarien beitragen kann. Schon jetzt hat die Förderung regenerativer Energieträger, mehr Wind und Sonne und weniger Kohle und Öl, auch durch Elektroautos, bereits dafür gesorgt, dass wir das schlimmste Emissionsszenario ausschließen können. Leider schließen wir jetzt genauso auch das beste Emissionsszenario aus, bei dem die 1,5-Grad-Grenze eingehalten wird. Im Energiesektor und Verkehr liegen weiterhin die großen Einsparpotentiale. Ansonsten gibt der Alpenverein aber auch Tipps für das richtige Verhalten in den Bergen.


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      #19

      Ich wollte demnächst auf weitere Punkte eingehen:


      die Berücksichtigung der Kohlenstoffentnahme aus der Atmosphäre. Ohne diese ist keines der genannten Szenarien möglich, bei denen zumindest das 2-Grad-Ziel unterschritten wird (Szenario LN insbesondere).

      die Chancen, die der technische Fortschritt bietet. Etwa der Einsatz regenerativer Energien in der Stromerzeugung. Dies erfolgte viel stärker, als noch vor 20 Jahren erwartet.
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      #18

      Die Szenarien für die Klimaprojektionen werden regelmäßig überarbeitet. Für die jüngste Generation der Klimamodelle und zur Produktion von Klimaprojektionen für den 7. IPCC-Bericht wurde ein neues Set von Szenarien vorgestellt. https://gmd.copernicus.org/articles/19/2627/2026/


      Ein wesentliches Merkmal der Arbeit von Van Vuuren und Kollegen ist, dass die Emissionsentwicklung der letzten 20 Jahre berücksichtigt wird. Damit kann zum Beispiel ein Emissionsszenario ausgeschlossen werden, das noch die Einhaltung der 1,5-Grad-Grenze für die globale Erwärmung ermöglicht hätte, das RCP 2.6 - Szenario. Die Arbeitsgruppe hat kein so niedriges Emissionsszenario mehr im Angebot. Heißt das jetzt, dass ein begrenzte und beherrschbare Klimaerwärmung damit ausgeschlossen ist und eine katastrophale Entwicklung unvermeidbar wird?

      Ganz so schlimm ist es nicht - schon das Wort "katastrophal" gehört gar nicht zum Wortschatz solcher wissenschaftlicher Arbeiten. Die Überlegungen, den Klimawandel beherrschbar zu machen, gehen nun dahin, Emissionsszenarien anzubieten, bei denen die Klimaziele nur zeitweilig überschritten werden. Später jedoch wird der Atmosphäre mit verschiedenen Methoden CO2 entzogen - es gibt "negative" Emissionen von Treibhausgasen und speziell CO2.


      Die Szenarien, die zumindest langfristig bis 2050 in die Einhaltung der 1,5-Grad-Grenze führen könnten, sind die Szenarien VL und LN. VL ist ein Szenario mit sehr starker Regulierung der Emissionen von Treibhausgasen. Es ist extrem unwahrscheinlich, denn es müssten jetzt schlagartig extreme Einsparungen bei den Emissionen erfolgen, die diese in den nächsten 15 Jahren auf ein Drittel senken. Bis 206 wären die Treibhausgasemissionen nahe 0 und bis 2080 im Mittel bei Null. Das wäre mehr, als das RCP 2.6-Szenario erlaubt, denn dessen Kohlenstoffbudget bis zum Jahr 2100 würden wir in weniger als 3 Jahren ausgeschöpft haben, aber immer noch nichts, was irgendein relevanter Staat tatsächlich anstrebt.

      Daher haben die Wissenschaftler das LN-Sznario entwickelt - LN für "low to negative". Die Emissionen gehen immer noch rasch zurück, aber nicht so ambitioniert wie im VL-Szenario. Die Treibhausgasemissionen gehen in den nächsten 15 Jahren um ein Drittel zurück, bis 2060 um 2/3, und sind 2080 bereits negativ. Von da ab werden jedes Jahr erhebliche CO2-Mengen aus der Atmosphäre entnommen. Auch auf diesem Wege würde man wieder bis zum Jahr 2100 bis 2120 die 1,5-Grad-Grenze erreichen und unterschreiten und damit wesentliche Kipppunkte des Klimas vermeiden.

      Auch dieses Szenario kommt mir sehr ambitioniert vor. In einem weiteren Beitrag werde ich erklären, warum man so ein Szenario aber nicht als unmöglich einstufen sollte.
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      #17

      In einem Factcheck von carbonbrief reagiert man auf die Behauptung Trumps, das IPCC hätte zugegeben, seine Szenarien (RCP8.5) wären falsch gewesen ("WRONG, WRONG, WRONG") https://www.carbonbrief.org/factcheck-trumps-false-claims-ab…


      Neben all den genannten Argumenten weist man in dem ausführlichen Artikel darauf hin, dass das IPCC keine Szenarien erstellt. Dies macht vielmehr eine Expertengruppe im UN World Climate Research Programme, das Coupled Model Intercomparison Project CMIP. Das erstellt Szenarien und bittet Klimamodellierergruppen weltweit darum, mit diesen Emissionsszenarien ihre Modelle zu rechnen. Die Ergebnisse stehen für die Forschung international zur Verfügung, unter anderem auch für die Erstellung der IPCC-Berichte.

      carbonbrief erläutert noch einmal, dass diese Szenarien nicht wahr oder falsch sein können. Kein Szenario ist dafür gemacht, besonders wahrscheinlich zu sein und kein Wissenschaftler hat unterstellt, dass RCP8.5 oder irgendein Szenario eine Vorhersage darstellt. Im Artikel kann man auch sehen, wie sich Szenarien und CO2-Emissionen aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe und aus veränderter Landnutzung vergleichen. Zwischen 2005 und 2015 lag dabei RCP8.5 (rote Linie) noch unter den realen Emissionen (schwarze Linie). Nach 2010 griffen aber Umweltschutzmaßnahmen und senkten die Treibhausgasemissionen (rechtes Bild ohne Emissionen durch Landnutzung). Langfristig verlaufen die Emissionen wohl eher entsprechend dem RCP4.5.Szenario, das aber immer noch zu einem globalen Temperaturanstieg von mehr als 2,5 Grad bis 2100 und mehr als 3 Grad in den folgenden 50 Jahren führen kann.


      Ein Szenario wie RCP8.5 muss notwendig erstellt werden, um den Fall besonders hoher Emissionen abzubilden. Das kann auch nützlich sein, wenn bestimmte Klimafolgen stärker sind als erwartet, etwa der Rückgang des polaren Meereises die Prognosen übertrifft (was tatsächlich der Fall ist). Ebenso könnte eine Folge der globalen Erwärmung sein, dass CO2 und Methan aus Böden freigesetzt werden, deren Kleinstorganismen auf die Erwärmung reagieren (dafür gibt es Anzeichen) oder durch Auftauen von Permafrostböden abgegeben werden. Die vorhandenen Reserven von Kohlenstoff in den Böden übertrifft die Kohlenstoffmenge in den derzeitig verfügbaren Öl- und Kohlelagerstätten.
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      #16

      Das Thema Emissionsszenarien bewegt immer noch die Klimaleugnerszene. Aus den vorherigen Beiträgen war bereits ersichtlich: aus Sicht der Experten hat sich an den Feststellungen der Klimaforschung nichts geändert. Aber für die nächste Generation von Klimamodellen rechnet man mit einem Satz von Emissionsszenarien, die die Klimaschutzmaßnahmen der letzten 20 Jahre berücksichtigen. Dafür werden Szenarien interessanter, bei denen Emissionen stetig oder erst nach einem Überschießen früher oder später gesenkt werden. Die Änderung der verwendeten Szenarien bedeutet keinerlei Änderungen von Aussagen des IPCC und da kein Szenario als wahrscheinlich eingestuft wird, sondern jedes Szenario ermöglicht, zu zeigen, was passieren könnte, kann auch kein Szenario irgendwann falsch sein.


      Diese Zeitung hat so ziemlich alles falsch gemacht und falsch verstanden: https://www.nordkurier.de/politik/doch-keine-horror-szenarie…
      Kein Weltklimarat hat irgendeine Entscheidung über Szenarien getroffen, sondern eine Arbeitsgruppe hat die fällige Neuerstellung von Szenarien vorgenommen.
      Da steht: "Bisher sei der IPPC deshalb von einer Verdreifachung der CO2-Emissionen und einem Temperaturanstieg von bis zu 5 Grad Celsius bis zum Jahr 2100 ausgegangen." Das ist frei erfunden. Das IPCC hat alle Szenarien für seine Aussagen verwendet und keines der Szenarien als die wahrscheinliche Entwicklung bevorzugt. Man kann zum Beispiel hier https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg1/chapter/technical-summary… zum Abschnitt TS.14 gehen und sich Abbildung TS.6 anschauen - es werden alle Szenarien gleichwertig verwendet.

      Die Zeitung befragt dazu keinen Experten, sondern zitiert aus der WELT den Antiklimaschutzaktivisten Fritz Vahrenholt, ohne darüber aufzuklären, dass dieser keinerlei Fachkenntnisse hat und seit über 15 Jahren gegen den Stand der Klimaforschung publiziert, etwa mit Büchern und einem Blog. Vahrenholt behauptet: "dass die Wissenschaftler bisher „die ganze Weltöffentlichkeit hinters Licht geführt“ hätten." Also zehntausende Klimaforscher, und alle Betrüger? "Mit ihren Prognosen hätte das IPCC Ängste geschnürt und die Politik aufgehetzt." Aber kein Szenario ist als Prognose angelegt und gemeint. Vahrenholt behauptet, eine Verdreifachung der CO2-Menge in der Atmosphäre wäre gar nicht möglich, weil es so viel förderbaren Kohlenstoff im Boden gar nicht gäbe. Allerdings werden imemr wieder neue Lagerstätten gefunden und mit neuen Methoden, wie Fracking, auch immer neue Möglichkeiten erschlossen, Kohlenstoff vollständiger zu fördern. Auch Erdöl aus Tiefseelagerstätten, Ölschiefer und andere bislang wenig genutzte Reserven könnten mal genutzt werden, wenn man es denn wollte. "Nicht möglich" ist eine gar nicht beweisbare Behauptung, der auch keine Belege folgen. Wenn man zukünftig andere Szenarien nutzt, dann als Resultat von Klimaschutzmaßnahmen, aber nicht, weil man diese Kohlenstoffmengen nicht fördern könnte. Was Vahrenholt da betreibt, ist Irreführung mit einer Verschwörungstheorie von betrügenden Wissenschaftlern, während in Wahrheit ja er selbst als Aktivist auftritt.

      Erst zum Schluß lässt man im Artikel einen Experten, nämlich den Studienleiter Detlef Van Vuuren, zu Wort kommen. Er sagt: "...wenn wir zu wenig gegen die Treibhausgasemissionen tun, erhalten Sie automatisch immer noch höhere Werte. Nur das passiert später, nach 2100..." Das höchste Szenario im neuen Szenariensatz kommt nämlich etwa 50 Jahre nach 2100 auf das gleiche Temperaturniveau, das früher für 2100 berechnet wurde, da ja die globalen Temperaturen steigen, so lange weiter CO2 emittiert wird, selbst wenn man die Emissionen senkt und daher nicht mehr so hohe Gesamtkonzentrationen des CO2 erhalten werden. Das Treibhausgas bleibt aber weiter klimawirksam, wenn es sich in der Atmosphäre angesammelt hat, bis es, nach langer Zeit, in die Tiefseee eingemischt oder schließlich in Sedimenten und in Gesteinen abgelagert wurde. Aus 3,5 Grad um 2100 werden 4,5 Grad um 2150 im Szenario H (siehe Bild) https://www.wallstreet-online.de/diskussion/1383684-1/szenar…, und damit werden die projezierten Temperaturen des RCP 8.5-Szenarios in den früheren IPCC-Berichten im zukünftigen 7. IPCC-Bericht nun 50 Jahre später erreicht, wenn man weitere Klimaschutzmaßnahmen einstellt. Und darum geht es ja bei Emissionsszenarien - was passiert, wenn man Emissionen reduziert oder wenn man es nicht tut.

      Der Autor des zitierten Zeitungsartikel hat jedenfalls nichst davon verstanden. Da firmiert Klimaschutz noch als "Deindustrialisierung". Vermutlich versteht der Autor als Industrialisierung noch das, was man 1960 aufgebaut hatte - schön russige Kohlekraftwerke und Stahlwerke im Ruhrgebiet und ordentliche Dreckwolken über den Städten, schwere Dieselautos oder PKW mit ordentlich Blei im Benzin als Zeichen von Wohlstand. Aber diese Strukturen gibt es nur noch in Entwicklungsländern oder gar nicht mehr, und genau diese Realität müssen Emissionsszenarien heutzutage abbilden.

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      #15

      In den Medien hat man wohl gemerkt, dass man die Berichterstattung nicht neurechten Propagandisten und Boulevardzeitungen überlassen sollte, wenn es um den Klimawandel geht, weil sich dort Klimaleugner mit ihren Umdeutungen austoben.



      Die Arbeit von van Vuuren und seinen Kollegen bedeutet keinesfalls, dass bei der globalen Erwärmung Entwarnung gegeben wird oder etwa die Aussagen zum Klimawandel zu korrigieren sind, sondern nur, dass nach den durchgeführten Maßnahmen zur Förderung regenerativer Energieträger wie Wind und Sonne auch bei den Klimaszenarien dieser Anteil zu berücksichtigen ist. Genauso fällt aber auch das Szenario weg, bei dem die 1,5-Grad-Grenze eingehalten wird, da es durch die Treibhausgasemissionen der vergangenen 10 Jahre auch nicht mehr erreichbar ist - das mögliche Band an Emissionsszenarien wird also etwas kleiner, weil ja ein Teil des Jahrhunderts bereits vergangen ist.

      Keine Entwarnung gibt es auch deshalb, weil die Klimasensitivität höher sein könnte als erwartet und weil natürlich nach 2100 die globale Erwärmung weiter gehen könnte: "Es sei durchaus möglich, dass der globale Temperaturanstieg 4 Grad bis 2100 übersteige. Außerdem sei danach ein weiterer Anstieg zu erwarten, das zuvor für 2100 prognostizierte Niveau werde dann voraussichtlich 2150 erreicht sein."

      Im Kommentar dazu sagt Niklas Höhne: "Die Wissenschaft geht heute von sehr viel gravierenden Auswirkungen für ein bestimmtes Temperaturniveau aus als noch vor zehn Jahren." Die stärkeren Auswirkungen gleichen die niedrigeren Emissionserwartungen im schlechtesten Fall wieder aus.

      Völlig unsinnig ist die Unterstellung, Klimaforscher hätten sich geirrt und würden nun Panikmache zurücknehmen - an den Feststellungen der Klimaforschung hatte sich nichts geändert, geändert hat sich nur, dass man inzwischen Maßnahmen zum Klimaschutz durchgeführt hatte, wenn auch zu wenig sehr spät.
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      #14

      Der Thread beschäftigt sich mit Emissionsszenarien für die Klimamodellierung. Man solle denken, das ist eine trockene Sache, nur etwas für Experten. Aber nein, da ist Drama, da ist Horror... glaubt man Klimaleugnern. Wir hatten schon mal die Diskussion über das RCP8.5-Szenario, also die Emissionen, bei denen man annimmt, es wird gar nichts zum Klimaschutz unternommen, die Treibhausgasemissionen steigen einfach lange Zeit immer weiter. Zugegeben - unwahrscheinlich. Aus der Perspektive vom Beginn des Jahrhunderts aber nicht unmöglich. Was wäre, wenn die Klimaleugner die politische Diskussion weltweit gewonnen hätten, und weltweit nur gegolten hätte, was Trump aktuell propagiert: "Drill, baby, drill" - fossile Brennstoffe verheizen, wie es nur geht? Die Kritik der Klimaforscher dazu war, dass manche im politischen Raum RCP8.5 mit einem "Wir machen so weiter wie bisher"-Szenario verwechselt hatten. Aber gemeint war es als ein "Was könnte man sich im schlimmsten Fall vorstellen"-Szenario. Für diesen Zweck legitim, wenn man im Hinterkopf hat, dass die Menschheit hoffentlich nicht so dumm sein wird.


      Sieht man jedoch derzeitig in die Meldungen der neurechten oder rechtsradikalen Webseiten und Medien, inklusive BILD, dann sieht man das:


      Die Klimaforscher hätten sich schlimm verhauen mit ihrem Panikszenario und jetzt würden sie einsehen, dass sie unrecht hatten, und würden verschämt zurückrudern. Das ist naürlich frei erfunden und fällt durch jeden Faktencheck, wie den hier: https://www.vee-sachsen.de/stellungnahmen-pressemitteilungen…

      Klimaszenarien sind keine Vorhersagen über die Emissionsentwicklung. Weil das ja gar nicht geht. Woher soll man wissen, wie sich in zehn Jahren die Politik und die Wirtschaft und Verbraucher verhalten, ob sie Klimaschutz betreiben oder im Gegenteil "den Trump machen"?

      In der Realität hat sich kein Klimaforscher auch nur dazu geäußert, ob das RCP8.5-Szenario jemals eintreten konnte, weil KEIN Klimaszenario wahrscheinlich ist. Sie sind alle nur ein Instrument der Forschung, um wenn-dann-Fragen zu stellen. Wenn die Emissionen so oder so laufen, was passiert dann jeweils?

      Ich schrieb: "Das RCP8.5-Szenario wird nur im Nachhinein als ein Szenario beschrieben, bei dem es einen hohen Ressourcenverbrauch gibt und gleichzeitig die Emissionen von Treibhausgasen nur gering kontrolliert werden. Ich erinnere noch mal daran: von der Konzeption her wird bei einem RCP-Szenario zuerst festgelegt, welcher Klimaantrieb zum Schluß erreicht wird und erst dann wird festgelegt, wie der zugehörige Emissionsverlauf aussehen muss. Die RCP-Szenarien waren nie als "Prognosen" der zukünftigen Emissionen gedacht."

      Und natürlich hat kein Klimaforscher irgendetwas in Bezug auf Aussagen zur globalen Erwärmung, den schlimmen Folgen und der Notwendigkeit, Klimaschutz betreiben, geändert. Die Fakten sind immer noch die Gleichen und in dem Artikel, der Anlass zum Geschwurbel der Klimaleugner war, ging es gar nicht darum.

      In der Realität ist vielmehr das passiert: für die neuen Modelle, die für den siebten IPCC-Bericht, voraussichtlich ab 2027/2028 zu erstellen, gerechnet werden sollen, wird, mal wieder, ein Satz von Szenarien erstellt, die man für relevant hält. Keines dieser Szenarien wird real eintreten, sondern die Wahrheit wird irgendwo in dieser Bandbreite liegen, und niemand kann sagen, wo, weil das von Entscheidungen der Menschheit in der Zukunft abhängt. Die Arbeit findet man hier: https://gmd.copernicus.org/articles/19/2627/2026/

      Natürlich enthalten die neu erstellten Szenarien jetzt andere mögliche Entwicklungen. Sie gehen nämlich von der Realität aus, in der ja bereits auf Basis des Pariser Vertrags Treibhausgasemissionen reguliert wurden. Selbst in China versucht man derzeitig, die Treibhausgasemissionen zu deckeln, und das Maximum der Emissionen sollte in den nächsten Jahren erreicht werden, vielleicht sind wir schon da. Jetzt interessiert die Klimaforscher vor allem, was denn passiert, wenn man die Emissionen nicht sofort senkt, sondern erst später, dann vielleicht stärker, oder wenn sie ab sofort so reguliert werden, wie es Umweltschützer fordern. Es gibt auch ein Szenariuo, in dem die Emissionen nicht sinken, sondern sogar etwas steigen - es heißt High für Hoch, kurz H. Stürzt es von sehr hoch zu tief ab, heißt das HL für High to low, und der Traum der Umweltschützer ist VL für very low. Da ist jetzt nichts, was nach Entwarnung aussieht, und das zeigt das zentrale Doppelbild, wo links die Emissionsentwicklung als CO-Äquivalente steht und rechts mit einem einfachen Modell die dafür berechnete Temperaturentwicklung, jeweils als Bänder, die die Wertespanne oder Unsicherheit demonstrieren.


      Da sieht man, in den vier Szenarien von Hoch über Mittel bis Hoch zu Tief und Mittel zu Tief liegt man im Jahr 2100 zwischen 2 und 3,8 Grad globaler Erwärmung. Und das reicht, um einige schlimme Kipppunkte des Klimawandels auszulösen. Also keine Entwarnung. Das Szenario Hoch entspricht einem, in dem sich jetzt die Klimaleugner wieder durchsetzen. Das zeigt eine weiterhin dramatische globale Erwärmung, die auch nach 2100 anhält und sich weiter verschlimmert.

      Man sollte auch daan erinnern: die wirklich unrealistischen Szenarien sind die, in denen ausreichender Klimaschutz betrieben und die globale Erwärmung auf 1,5 Grad begrenzt wird. Diese Grenze reissen wir bereits jetzt, mehr als 70 Jahre vor 2100.
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      #13

      Bei den Szenarien zur Entwicklung der Treibhausgasemissionen und Strategien zur Bekämpfung der Treibhauswirkung werden oft die Treibhausgase in vielfache der Wirkung von CO2 umgerechnet, in sogenannte CO-Äquivalente.

      Diese Umrechnung ist problematisch, weil die Treibhausgase unterschiedlich lange Lebensdauern haben. Wenn man nur in jedem Augenblick die gesamte Treibhauswirkung berechnen möchte, ist es natürlich einfach, jedes Treibhausgas in die äquivalente Wirkung von CO2 umzurechnen.

      Das Problem entsteht, wenn man die Einsparung von Treibhausgasemissionen jetzt über solche Äquivalente in eine Minderung des Treibhauseffektes bis zum Jahr 2100 oder irgendein anderes Jahr umrechnen will. Ein Treibhausgas wie Methan wird nämlich vergleichsweise schnell in der Luft chemisch abgebaut (meistens durch Angriff von Hydroxyl-Radikalen HO), während CO2 sehr langlebig ist.

      Das heißt, wenn ich jetzt die Emissionen von Methan um seine gewisse Menge zeitweilig verringere, dass es einer entsprechenden Menge CO2 gleichkommt, dann wird in wenigen Jahrzehnten von dieser Methaneinsparung nichts mehr übrig sein, weil bis dahin das Methan sowieso chemsich abgebaut worden wäre. Hätte ich hingegen CO2 eingespart, würde dies weiterhin klimawirksam sein, weil CO2 so langlebig ist, dass es auch in einigen Jahrzehnten kaum weniger vorhanden wäre.

      Die CO2-äquivalente Menge von Methan jetzt ist kleiner als sie es wäre, wollte ich die Klimawirkung über 20 Jahre betrachten und noch kleiner, als wenn ich sie über 50 Jahre betrachte. Kurzfristig kann ich einen starken Treibhauseffekt über Methan einsparen. Aber langfristig nur wenig. Langfristig wirkt vor allem die Einsparung von CO2 auf den Treibhauseffekt und somit die globale Erwärmung.

      Die Idee, weniegr CO2 einzusparen, weil man ja kurzfristig den gleichen Effekt mit der Einsparung von Methan erzielen kann, ist also langfristig eine schlechte Idee. Die Verwendung von CO2-Äquivalenten für Emissionsszenrien bedeutet genau diesen Fehler zu machen.

      Im Detail erklärt das Zeke Hausfather in diesem Artikel:

      https://www.theclimatebrink.com/p/using-a-20-year-period-for…

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      #12

      Bei Emissionsszenarien wird zu wenig berücksichtigt, dass Kompensationsmöglichkeiten für Emissionen vielleicht größer sind, als man gedacht hat. Ein Beispiel dafür ist die Aufnahme von klimaschädlichem CO2 durch städtische Grünanlagen. Ballungszentren können beim Emissionsgeschehen von vorrangiger Bedeutung sein. Zwei neue Untersuchungen zeigen, dass städtische Grünanlagen an manchen Tagen sogar mehr CO2 aufnehmen können als von den Städten emittiert wird, wenn die Grünanlagen nachhaltiger angelegt werden. Voraussetzung ist, dass Rasen und Wiesen in den städtischen Grünflächen möglichst wenig gemäht werden und vielfaltig bewachsen sind. Dann lagern die Grünflächen große Mengen Kohlenstoff ein - nicht nur in der Vegetation, sondern auch im Boden. Damit ist auch die Rolle der Gärten von Hausbesitzern höher anzusetzen - eine Wildblumenwiese lagert auf 100 qm 160 Kg mehr CO2 ein als der ständig gemähte Rasen. Ganz abgesehen von den brutalen Steingärten, die manche Hausbesitzer angeschafft hatten. Laut einer anderen Studie können im dicht besiedelten München die Stadtbäume und Grünanlagen 2% der städtischen Emissionen an CO2 aufnehmen. Die Stadtbäume machen dabei den Unterschied. Bei starkem Sonnenschein machen die Bäume München zeitweilig zur Kohlenstoffsenke statt einer CO2-Quelle.



      Strategien zu weniger CO2-Emissionen sollten noch stärker berücksichtigen, wie die Grünflächen in Städten angelegt sind - mehr Bäume und Büsche und stärker naturbelassene Grünanlagen dienen dem Klimaschutz und kühlen gleichzeitig die Städte, was auch den Energieverbrauch von Klimaanlagen senken kann. Gartenbesitzer können dabei direkt zum Klimaschutz beitragen.
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      #11

      Die amerikanische Umweltbehörde EPA hat beschlossen, dass 7 Treibhausgase nicht mehr als zu regulierende klimawirksame Schadstoffe behandelt werden sollen. Die Entscheidung folgte einem absurden Spiel, eine neue wissenschaftliche Berichterstattung zum Problem zu verhindern, die eigentlich für dieses Jahr geplant war. Sie folgte auch auf die Erstellung eines Scheinwissenschaftsbericht zur Wirkung von Treibhausgasen durch 5 bekannte Klimaleugner, die dann aber vor Gericht als ungesetzlich angefochten wurde. Tatsächlich hatte sich die EPA dann auch gar nicht auf diesen Klimaleugnerbericht gestützt, sondern rechtliche Gründe angeführt.


      Die Feststellung der EPA wird nun vor Gericht angefochten. Damit gibt es drei mögliche Ergebnisse dieser Sachlage. Die Entscheidung der EPA wird vom Gericht aufgehoben und die EPA ist dazu verpflichtet, den Klimaschutz zu beachten. Die EPA muss dann weiterhin Treibhausgase regulieren, etwa über Auflagen für Kohlekraftwerke oder für die Effizienz von Automotoren. Oder das Gericht gibt der Klage nicht statt, weil es der EPA die Befugnis zubilligt, Treibhausgase nach eigenem Ermessen zu regulieren. Dann würde die nächste US-Regierung in ca. 3 Jahren womöglich die Entscheidung wieder umkehren. Emissionen aus 3 Jahren verändern jetzt nicht wirklich das Emissionsszenario der USA für die laufenden Jahrzehnte. Oder das Gericht entscheidet entsprechend dem Antrag der EPA, dass die EPA gar nicht so weitreichende Befugnisse hat, überhaupt Treibhausgase zu regulieren. In dem Fall würden die Bundesstaaten der USA Treibhausgase regulieren. Die USA würden zu einem Flickenteppich, in dem Bundesstaaten fallweise Klimaschutz vorantreiben oder bremsen. Ein koordinierter Klimaschutz durch die USA würde so nicht mehr stattfinden. Möglicherweise wäre das ein Szenario, in dem die US-Treibhausgasemissionen am höchsten blieben. Allerdings könnten Mehrheiten in den entsprechenden Bundesstaaten, die am stärksten die Emissionen beeinflussen, wie California, New York und Texas, sehr starken Einfluss auf das Gesamtergebnis nehmen.


      Bemerkenswert ist, dass die verschiedenen Ereignislinien sich gar nicht mal so stark unterscheiden würden. Die Rolle der US-Bundesstaaten wird wohl allgemein zu sehr unterschätzt und zu sehr der Blick auf die EPA gerichtet. Die USA werden in den mehr plausiblen Fällen wohl noch auf Jahre hinaus die Reduktion von Treibhausgasemissionen verzögern, wobei vor allem die Minenstaaten und Öl- und Gasförderstaaten dies bremsen. Szenarien mit höheren Treibhausgasemissionen wären damit von Seiten der USA noch nicht auszuschließen.


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      #10

      Mit dem 27. Januar 2026 wird der Austritt der USA aus dem Pariser Klimaabkommen wirksam. Das hat zwei Auswirkungen. Zum einen werden die USA für sich keine Verpflichtungen aus dem Abkommen anerkennen. das wird dazu führen, dass die Emissionen der USA weniger schnell sinken als zuvor geplant. Das sollte dazu führen, dass die globale Erwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts um etwa 0,1 Grad stärker ausfällt. Auch wenn sich das nach wenig anhört, steigt die Stärke von Auswirkungen der Erwärmung überproportional, weil immer wieder Schwellen für bestimmte Auswirkungen überschritten werden, etwa weitere Regionen, in denen sich Wettermuster ändern. Solche veränderten Wettermuster (mehr Starkregen, weniger Regen, verstärkte Hitzewellen, Verlust von Wasserspeichern, etwa Gletscher, späteres oder verändertes Eintreten von Regen- oder Trockenzeiten) lösen teure Anpassungsmaßnahmen aus.


      Zum anderen leisten die USA auch keine Zahlungen mehr, um ärmere Länder bei Anpassungsmaßnahmen zu unterstützen, Kosten von Klimaschäden durch Emissionen der USA zu bezahlen und Emissionsminderungen zu fördern. Die USA belasten daher verstärkt europäische Staaten mit diesen erforderlichen Ausgaben oder lösen zusätzliche Schäden in ärmeren Ländern aus.


      Realistische Klimaszenarien müssten deswegen stärker hohe Emissionen berücksichtigen.
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      #9

      Die Emissionsszenarien können sich immer nur an den Rahmenbedingungen ihrer Zeit orientieren. Die ändern sich. Einfluss darauf haben vor allem zwei Größen. Politische Entscheidungen, wie sie durch Klimaabkommen ausgedrückt werden. Technische Entwicklung, etwa gewaltige Effizienzgewinne bei regenerativen Energieträgern.


      Ende 2025 gab es viele Nachlesen zum Pariser Klimaabkommen, das 2015 in Kraft trat. Innerhalb von 10 Jahren gab es dabei deutliche Minderungen der Emissionen oder zumindest eine Verlangsamung der Zunahme von Emissionen in Schwellenländern. Europa sticht dabei hervor.

      Dazu erläutert auch dieser Beitrag die erreichten Erfolge: https://www.bpb.de/themen/klimawandel/dossier-klimawandel/57…

      Der Pariser Vertrag verpflichtet alte Industrieländer stärker zu Beiträgen, weil diese bereits durch vorherige Emissionen einen höheren Beitrag zur Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre geleistet haben - die Konzentration geben sich den aktuellen Emissionsstand wieder, sondern die Summe der Emissionen über eine lange Zeit.

      In Übersichtskarten sieht man, dass die aktuellen Hauptemittenten an erster Stelle China sind, dann folgen im Abstand USA, Indien, Russland, Indonesien, Brasilien, Iran, Japan. Unter den ersten 10 findet man noch Deutschland, das fast so viel emittiert wie Frankreich und Italien zusammen. Wenn man aber nach dem Handlungsbedarf fragt, sollte man auch auf die Karte der Emissionen pro Kopf schauen, denn Indien und China haben eine riesige Bevölkerung. Auf einmal sieht man auf der Karte andere Staaten hervortreten. Und hier sind die großen Einsparpotentiale zu finden. Starke Emittenten haben viel Industrie, fördern fossile Energieträger und haben eine weniger effiziente Wirtschaft.

      Der technologische Fortschritt hat dazu geführt, dass Sonnenenergie und Windenergie heutzutage viel billiger sind als andere Energieträger. Ob mit oder ohne politische Förderung steigen daher viele Nutzer auf Wind und Sonne um. Hilfreich dabei sind Fortschritte bei Speichertechnologien. Diese Fortschritte haben in den letzten 10 Jahren die Emissionslage nicht weniger verändert wie Smarttelefone die Kommunikation, Online-Geschäfte und Unterhaltung im Alltag. https://www.deutschlandfunk.de/cop30-klimakonferenz-optimism…

      Der Effekt ist auch bei den von den Emissionsszenarien abhängigen erwarteten Erwärmungsszenarien sichtbar. Im Climate Action Tracker sieht man zum Beispiel, wo man 2018 gestanden hatte und wo 2025:




      Mit zunehmender Umsetzung der Ziele des Pariser Abkommens sanken auch die anzunehmenden Szenarien für die Erwärmung bis 2100. Von früheren Erwartungen bei über 3,5 Grad bis 2100 sieht man bei Umsetzung aller Pläne das Potential, die 2 Grad-Grenze zu unterschreiten. Dieser veränderte Rahmen wirkt sich auch in den Emissionsszenarien aus, die im Laufe der Zeit moderater angelegt wurden.



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      #8

      Methan ist leider nicht aufgeschlüsselt nach

      Viehzucht

      Reisanbau
      Erdgaslecks, insbes. Fracking
      tauender Permafrost

      Ich vermute mal, dass der starke Anstieg der letzten Jahre eine Folge des forcierten Fracking ist.

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      #7

      Einen starken Einfluss auf Emissionsszenarien für den Klimawandel haben die realen Maßnahmen und Auswirkungen auf die Emissionen der verschiedenen klimarelevanten Gase. Dazu gibt es eine interessante Quelle, die zeigt, wie stark sich hier im Laufe der Zeit die Gewichte verschieben:




      Das Bild zeigt ausgedrückt in CO2-Äquivalenten die Beiträge zum Anstieg der Treibhausgaskonzentrationen. Zu Beginn der Entwicklung waren Beiträge aus Entwaldung und Änderungen der Bodennutzung sowie Methanemissionen wichtiger für den Klimawandel als die CO2-Emissionen aus der damaligen Industrie. Erst nach 1960 begannen die eigentlichen CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen die klimawirksamen Emissionen zu dominieren. Zwischen 2011 und 2014 ändert sich die Dynamik des Wachstums der CO2-Emissionen. Zugleich gehen die Emissionen von Klimagasen aufgrund von Landnutzung zurück. Gegenüber allen anderen Gasen außer CO2 aus fossilen Brennstoffen fängt Methan nun an, auf zweiter Position die übrigen Quellen zu übertreffen.

      Solche relativen Veränderungen mit passenden Emissionsszenarien abzubilden ist eine große Herausforderung. Man braucht aber passende Emissionsszenarien, wenn man mit den Modellrechnungen darstellen will, was die Auswirkungen bestimmter Einsparungsmaßnamen wären.
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      #6

      Wie erläutert, stellen die derzeitig verwendeten Szenarien zuerst einmal nur ein Spektrum möglicher Gesamtklimaantriebe dar, zu denen später auch eine "Geschichte" entwickelt wurde. Im aktuellen Satz von Szenarien ist eine gewisse Einteilung nach den dazu gehörenden sozioökonmischen Entwicklungen möglich. Dies erläutert Zeke Hausfather und findet dabei einen beunruhigenden Bezug zur aktuellen Politik.


      Landläufige Vorstellungen sind nämlich, dass es vor allem zwei Alternativen gibt: zum einen ein Szenario, in dem man die Emissionsentwicklung stark reguliert und dadurch die Treibhausgasemissionen stark begrenzt, das aber auch mit geringerem Wirtschaftswachstum bezahlt. Durch Abwägung gegen vermindene Kosten durch den Klimawandel rechnet sich gesamtwirtschaftlich so ein Szenario. Der logische Gegenentwurf sieht vor, dass man die Emissionen nur schwachreguliert, dafür aber ein starkes Wirtschaftswachstum ermöglicht und aufgrund der dadurch erreichten starken Wirtschaft zumindest die Kosten für Klimafolgen leisten kann. Zudem sollte in so einem Szenario der technologische Fortschritt zumindest nachlaufend zusätzliche Lösungen für die Bewältigung des Klimawandels geben. Beides sind eher optimistische Szenarien.

      Mit Trump als Präsident und auch sonst einen internationalen Lage, in der überall Rivalitäten aufbrechen, kommt aber auch ein Szenario in den Blick, das man eher nicht auf dem Schirm hatte. In dem Szenario gibt es zwar wenig Regulation der Emissionen, aber trotzdem läuft auch die wirtschaftliche Entwicklung schlecht und man kann dann im weiteren Verlauf auch nicht damit rechnen, dass die Klimafolgen gut beherrscht werden. Das Szenario könnte als unwahrscheinlich gelten, würde nicht in den USA genau das passende Programm dazu ablaufen: die Zollpolitik und Handelskriege bremsen Welthandel und weltweites Wirtschaftswachstum. Trotzdem steigen die USA auch aus Klimaschutzprogrammen aus. Das motiviert aber auch andere Staaten, ihrerseits Pläne zu Emissionsreduktionen zurückzustellen, etwa kürzlich auch Russland.

      Diese Entwicklung diskutiert Zeke Hausfather hier: https://www.theclimatebrink.com/p/a-worse-than-current-polic… Das passende Szenario ist hier das SSP3-Szenario. Gegenüber einem SSP5-Szenario von geringen Klimaschutzregulierungen und hohem Wirtschaftswachstum liegt das SSP3:Szeanrio von verstärkten internationalen Rivalitäten fast 1 Grad niedriger. Trotzdem können in diesem Szenario Veränderungen durch die globale Erwärmung schlechter aufgefangen werden.


      Die oberen Szenarien (SSP5, SSP3 sind solche, die hohe Herausforderungen für die Bekämpfung von Klimaänderungen darstellen. Nach rechts wiederum sind die Szenarien (SSP3, SSP4), bei denen die Anpassung an Klimafolgen schwierig ist. Nur das SSP1-Szenario stellt eine günstige Kombination dar: es gelingt gut, Klimaänderungen zu bekämpfen und es gelingt auch gut, sich an Klimafolgen anzupassen. Grund dafür sind frühzeitige, starke Klimaschutzmaßnahmen. Der Gegenentwurf SSP5 bedeutet dagegen, dass man sich sehr stark auf fossile Energieträger verlässt, um damit ein sehr starkes Wirtschaftswachstum zu befeuern. Damit kann man sich zumindest an Klimafolgen vielleicht aus den Überschussen heraus gut anpassen.

      Das Szenario SSP3 mit internationaler Rivalität könnte man also durchaus auch als ein Trump-Szenario bezeichnen. In vielen Ländern werden kaum Verbesserungen des Lebensstandards erreicht. Die Entwickler dieses Szenarios werden allerdings selbst auch nicht daran gedacht haben, dass darin sogar die USA selbst einbegriffen sein könnten. Die Szenarien wurden 2018 publiziert (siehe Quelle für das Diagramm), als man die verrückte Welt, die sich seit 2022 und verstärkt seit Anfang 2025 zeigt, kaum erahnen konnte.

      Immerhin ist genauso, wie Szenario SSP5 das Szenario SSP3 nicht wirklich wahrscheinlich, denn in der Erzählung dazu steht auch die Erwartung einer sehr stark wachsenden Weltbevölkerung, die außerdem sehr stark weiter Kohgle einsetzen wird. Beide Entwicklungen würden sehr weit weg von dem führen, was wir in der realen Welt sehen. Aber die letzten Monate sollten eine Warnung sein, dass viele Erfolge bei der Eindämmung der Treibhausgasemissionen in Teilen der Welt keine Selbstläufer sind. Es sind politisch geregelte Veränderungen udn natürlich kan ndie Politik auch mal scharf wechseln. Wie gerade jetzt die internationale Handelspolitik.




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      #5
      Von Klimaleugnern wurde es mit einem große Hallo begrüßt, als ein Klimaforscher ein mögliches Missverständnis richtig stellen wollte und darauf hinwies, dass das RCP8.5-Szeanrio nie als ein "business as usual"-Szenario entwickelt wurde, sondern als ein Szenario, das einfach einen hohen Emissionspfad andeuten sollte. Dies wurde zuerst in einem Kommentar von Zeke Hausfather in carbonbrief erläutert: https://www.carbonbrief.org/explainer-the-high-emissions-rcp… Später folgte dazu ein Nature-Artikel, der aber paywalled ist. https://www.nature.com/articles/d41586-020-00177-3

      Das RCP8.5-Szenario wird nur im Nachhinein als ein Szenario beschrieben, bei dem es einen hohen Ressourcenverbrauch gibt und gleichzeitig die Emissionen von Treibhausgasen nur gering kontrolliert werden. Ich erinnere noch mal daran: von der Konzeption her wird bei einem RCP-Szenario zuerst festgelegt, welcher Klimaantrieb zum Schluß erreicht wird und erst dann wird festgelegt, wie der zugehörige Emissionsverlauf aussehen muss. Die RCP-Szenarien waren nie als "Prognosen" der zukünftigen Emissionen gedacht. Darauf weist Hausfather hin und erklärt, dass aus diesem Grund ein RCP6.0-Szenario genausogut aus einem "business as usual"-Szenario resultieren könnte. In dem Kommentar vergleicht er die statistische Spannbreite von möglichen Treibhausgaskonzentrationen mit Emissionsgeschichten und daraus resultierenden Konzentrationen, die zu den RCP-Szenarien passen könnten. Dabei liegen die RCP8.5-Konzentrationen von Treibhausgasen oft um das 98%-Persentil, also am obersten Rand möglicher Konzentrationen. Dafür ist die Wahrscheinlichkeit gering - es ist aber möglich.

      Für die neuesten Klimamodelle für den 6. IPCC-Bericht, die CMIP6-Modelle, wurden die RCP-Szenarien mit Entwicklungen dazu näher beschrieben und bewertet. Hier wird noch mal klar, dass RCP8.5 wirklich am oberen Ende der möglichen Klimaentwicklungen steht. Aus Risikosicht ist aber genau das auch gewollt.

      (Abbildung aus carbonbrief, wie oben verlinkt.)

      Aber angenommen, die Treibhausgasemissionen wären weiter so gestiegen, wie in der Vergangenheit und es hätte keine Maßnahmen zum Klimaschutz gegeben, und auch sonst hätte es eher ungünstige Bedingungen gegeben, dann wären die Treibhausgaskonzentrationen wohl ungefähr so gestiegen, dass am Ende ein Klimaantrieb um oder nicht viel unter 8,5 Watt/m² herausgekommen wäre.

      Die Frage also, ob man das Szenario als "business as usual" beschreibt, ist eine philosophische Frage. Meinen wir mit "business as usual" eine Zukunft, in der sich Klimaleugner durchsetzen, kein Klimaschutz erfolgt und auch sonst die Entwicklung ungünstig ist? Genau das sollte dann doch mit dem hohen Klimawirkungsszenario beschrieben werden? Oder sehen wir als "business as usual" an, was auf Basis der bereits erfolgen Entwicklung mit Klimaschutzmaßnahmen für die weitere Zukunft bei dann ausbleibendem Klimaschutz als eher wahrscheinlich anzunehmen ist? Dann wird "business as usual" zum einen sich nach und nach ändern, zum anderen gehört dann auch noch eine Wahrscheinlichkeitsannahme hinzu, bei der man ungünstieg Entwicklungen ausblednet. Für eine Risikoabschätzung wäre genau das fatal. Das ist so, als würde jemand in einer Fabrik auf einige Sicherheitsvorschriften pfeifen, weil ja wahrscheinlich sowieso nur selten ein Unfall passiert. Aber so mahct man doch keine Risikovorsorge. Dafür fragt man immer, was denn passieren könnte, wenn ein ungünstiegr Fall eintritt.

      Hier ist also zusammengetroffen: ein Klimaforscher, der einfach nur korrekt sein und ein mögliches Missverständnis ausräumen wollte, dass ein hohes Klimaszenario nicht ein wahrscheinliches Szenario ist, sondern nur eines, das wir für eine Risikobetrachtung mitbetrachten wollen. Kein RCP-Szenario entstammt einem "business as usual Szenario", weil nie eines für die RCP-Szenarien festgelegt wurde. Und Klimaleugner, die das bewußt missversthen wollten als ein Eingeständnis, dass Klimaforscher Alarmisten wären, die ein unrealistisches Szenario als "business as usual" verkaufen wollten, wobei Klimaleugner unterstellen, mit "business as usual" wäre eine Prognose der wahrscheinlichsten Klimaentwicklung gemeint, falls wir ab jetzt keinen weiteren Klimaschutz betreiben. Das ist nur eine weitere Irreführung der Klimaleugner und ein bewußtes Verdrehen, wovon Hausfather geschrieben hatte.
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      #4
      Die RCP-Szenarien der IPCC-Berichte
      Im Laufe der Zeit wurden für die IPCC-Berichte immer wieder neue Klimaszenarien entwickelt. Zu Beginn waren es einfache Vorstellungen über die weitere Entwicklung der Treibhausgasemissionen der Art - es steigt so stark wie bisher, es gibt moderate Einsparungen, es gibt ehrgeizige Einsparungen. Das war recht hemdsärmelig und einfach. In den weiteren IPCC-Berichten wurden solche Emissionsszenarien mit mehr Bedacht angelegt und dazu Vorstellungen entwickelt, wie sich denn dazu die Weltwirtschaft entwickeln würde. Es wurde also zum Szenario eine Geschichte entwickelt. Das konnte leicht in die Irre führen. Zwar gehörte dann zu einem Emissionsszenario auc heine "Geschichte" eines bestimmten Wirtschaftswachstums, aber das Eintreten des Emissionsszenarios würde keineswegs bedeuten, dass dann automatisch auch das beschriebene Wirtschaftswachstum eintritt. Das konnte leicht durch politische Faktoren und auch Auswirkungen der globalen Erwärmung hinfällig werden. Vielleicht würde ndann auch die Emissionen zurückgehen, aber die für das Szenario angenommenen Konzentrationen, die klimawirksam sind, wären dann bereits erreicht.

      Im 4. IPCC-Bericht hießen diese Szenarien, die eine richtige eigene vorgestellte Geschichte hatten, SRES-Szenarien. Zum 5. IPCC-Bericht änderte sich die Art, wie Szenarien angelegt wurden. Jetzt wurden sie nicht mehr nach dem Emissionsgeschehen eingeteilt, sondern nach dem Klimaantrieb, der im Jahr 2100 erreicht würde, angegeben als Leistung pro Fläche, also in Watt/m². RCP4.5 heißt also, ein Szenario, bei dem der Klimaantrieb bis auf 4,5 W/m² steigt, ein RCP8.5-Szenario enthält einen Klimaantrieb, der bis auf 8,5 W/m² steigt. RCP steht für "Repräsentativer Konzentrationspfad", was aber als Begriff etwas irreführend ist, weil ja die Konzentrationsentwicklung erst nachträglich erstellt wird und auch andere Größen als nur Konzentrationen von Treibhausgasen berücksichtigt werden.

      Indem man die Szenarien so einteilt, behandeln sie im Grunde alle Klimaantriebe gleich, neben Treibhausgaskonzentrationen auch Landnutzungsänderungen und die Abkühlung durch Aerosol. Danach entwickelten Arbeitsgruppen zu jedem dieser Klimaantriebe eine Art Geschichte verschiedener wirtschaftlicher und sozialer Entwicklungen, die es geben musste, damit am Ende diese Klimaantriebe herauskommen. Hier wurde also erst der Strahlungsantrieb festgelegt und dann dazu das Szenario entwickelt, während zuvor bei den SRES-Szenarien und früheren Szenarien erst eine Entwicklungsgeschichte entwickelt wurde und man dann am Ende irgendeinen Klimaantrieb erhielt.

      Der Vorteil der RCP-Szenarien ist also, dass das, was am Ende die Klimaentwicklung bestimmt, die Klimaantriebe, viel systematischer und gleichmäßiger verteilt sind, während bei den früheren Szenarien Abstände zwischen den Klimaentwicklungen größer und kleiner sein konnten, abhängig von den Zufällen der ausgedachten Emissionsentwciklungen.

      Es sollte aber absolut klar sein: kein Szenario repräsentiert eine Entwicklung, von der man weiß, dass sie besonders realistisch sein wird. Was am Ende realistisch ist, hängt ja von politischen Entscheidungen ab, die man bei der Erstellung der Szenarien gar nicht wissen kann.

      Insofern sind Zuschreibungen wie "business as usual" oder Einhaltung der Pariser Verträge nicht korrekt. Die RCP-Szenarien sind unabhängig von solchen realen Entwicklungsmöglichkeiten entwickelt worden. Will man hingegen wissen, welche Auswirkungen denn eine bestimmte Politik hätte, kann man sich mit Hilfe der RCP-Szenarien einen passenden Klimaantrieb wählen oder sogar zwischen zwei Klimaantrieben interpolieren.

      Weitere Erläuterungen dazu findet man auf Deutsch hier: https://www.dwd.de/DE/klimaumwelt/klimawandel/klimaszenarien…

      Außerdem auf dem Bildungsserver: https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/RCP-Sze…
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      #3
      ich denke sehr wohl daß sich das klima ändert ..sehs ja an meinem oleander ..vor jahhhhhhren musste das ding in den keller ..heute???kann er draussen beleiben bissi zugedeckt zwar ..aber die maximal - 4 minusgrade die es z.b. heuer den ganzen winter gehabt hat störten ihn nicht weiter ....
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      #2
      Zitat von for4zim: Aber die Welt ist nun einmal kompliziert und wer so tut, als könnte man sie auf wenige einfache Regeln zurückführen, will den Menschen auch nur etwas vormachen. Je realistischer ein Modell viele Eigenschaften der Welt beschreiben soll, desto mehr Aufwand muss man auch in das Modell stecken, und viele Dinge sind noch in der Forschung und Entwicklung. Jede Antwort führt zu weiteren Fragen.


      Klimaleugner beziehen sich gerne auf Fortak 1971 als richtige Darstellung und blenden alles aus, was ihnen nicht gefällt (z.B.):

      Zitat von Fortak1978,S.78: Allerdings setzen damit in unserem komplizierten System Erde-Atmosphäre Regelprozesse ein, die nicht einfach zu überblicken sind und es sind deshalb auch noch keine eindeutigen Schlüsse auf Klimaänderungen möglich.
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      #1
      Wenn über Modellprojektionen für die zukünftige Klimaentwicklung gesprochen wird, kommt die Sprache auch schnell auf Szenarien. Leider ist das auch ein Betätigungsfeld für die Menschen, die beruflich Falschinformationen verbreiten.

      Professionelle Falschinformationen basieren selten auf direkten Lügen, sondern eher darauf, die Wahrheit in einer irreführenden Weise zu präsentieren. Im Falle von Szenarien werden diese von Klimaleugnern normalerweise nicht verfälscht. Die Falschinformation beginnt vielmehr mit den Aussagen darüber, was Szenarien eigentlich sind und wozu sie dienen.

      Wir können nicht die Zukunft vorhersagen. Niemand kann jetzt sagen, wie es in 50 Jahren um die Wirtschaft steht, welche Politik dann vorherrscht, welche Erfindungen man gemacht hat. Es kann auch niemand sagen, ob bis dahin und wann und wo Vulkane ausgebrochen sind oder ein Asteroid auf der Erde eingeschlagen hat oder ob es zu einer Pandemie oder einem großen Krieg kam. Das müsste man alles zusätzlich wissen, neben allen Fakten über das Klima an sich, um eine Klimavorhersage zu machen. Deshalb hat auch noch nie ein seriöser Klimaforscher versucht, das Klima vorherzusagen. Klimavorhersagen findet man nur bei Klimaleugnern, und die waren alle falsch. Klimaforscher machen Klimaprojektionen.

      Klimaprojektionen sind „Was wäre, wenn“-Spiele. Sie sollen die Zukunft nicht vorhersagen, sondern einen Eindruck dafür geben, was alles möglich wäre. Was wären große Risiken, wie schlimm kann es werden, wenn wir die Dinge laufen lassen oder wie könnte es aussehen, wenn wir die Klimaentwicklung stark regulieren, was wären unsere Chancen. Die tatsächliche Entwicklung wird wahrscheinlich irgendetwas „dazwischen“ sein. Erst im Nachhinein kann man sagen, welches Szenario der eingetretenen Entwicklung am ähnlichsten war. Dann kann man auch sagen, welche Klimaprojektion am ehesten einer realen Entwicklung entsprach und erst dann kann man auch nachweisen, wie gut die Klimaprojektion war.

      Deshalb ist die Antwort auf die Frage, welches Szenario denn das „Richtige“ ist, kein Szenario ist „richtig“. Noch nicht mal, wenn man alle Szenarien zusammennimmt, ist das „richtig“. Es ist nicht Aufgabe der Szenarien, jeweils „richtig“ zu sein, sondern sie müssen vielfältig sein. Alle Szenarien zusammen sollen es möglich machen, uns für jede Überlegung, was könnte vielleicht passieren und welche Optionen haben wir, die nötigen Daten für Antworten darauf zu liefern.

      Will man also Falschinformationen zur Klimaforschung verbreiten, ist der einfachste Trick, so zu tun, als wäre ein Klimaszenario eine reale Vorhersage der Zukunft. Da sie das nicht ist, ist es natürlich leicht, nachzuweisen, wie „unrealistisch“ das Szenario wäre und dann daraus zu folgern, Klimamodelle wären „falsch“. Das heißt aber auch, wenn man einen Beitrag eines Klimaleugners findet, der „beweist“, dass Klimaprojektionen „falsch“ und „alarmistisch“ seien, dann sieht man da gerade nur einen Täuscher bei der Arbeit.

      Heißt das jetzt, dass man Klimamodelle gar nicht überprüfen kann? Nein, das heißt das nicht. Für die Vergangenheit kann man Klimamodelle ja überprüfen. Und wenn man ein realistisches Szenario nimmt, nämlich die reale Klimaentwicklung der Vergangenheit, dann beschreiben Klimamodelle auch im Wesentlichen das, was passiert ist. Sie sind also weitgehend korrekt.

      Ich sage das mit Einschränkungen, weil es stark davon abhängt, was man betrachtet. Klimamodelle sind recht gut darin, zu sagen, wie stark sich die global gemittelte Temperatur ändert. Sie sind weniger gut darin, zu sagen, wo es mehr oder weniger regnen wird oder wie schnell das Eis in der Antarktis abtaut oder wie sich die Bewölkung im Sommer über dem Nordpazifik ändert. Denn dafür ist der Schwierigkeitsgrad viel höher. Oft ist es auch so, dass ein Modell eine Sache recht gut kann (arktische Wettermuster beschreiben) und andere Sachen Schlecht kann (tropischen Regen beschreiben) und es bei einem anderen Modell umgekehrt ist. Klimaforscher betrachten daher verschiedene Modelle, vergleichen sie, diskutieren sie, und lernen, wann man welchem Modell mehr vertrauen kann.

      Für Laien mag das unbefriedigend sein, dass man keine einfache Antwort bekommt, sobald man tiefer bohrt. Aber die Welt ist nun einmal kompliziert und wer so tut, als könnte man sie auf wenige einfache Regeln zurückführen, will den Menschen auch nur etwas vormachen. Je realistischer ein Modell viele Eigenschaften der Welt beschreiben soll, desto mehr Aufwand muss man auch in das Modell stecken, und viele Dinge sind noch in der Forschung und Entwicklung. Jede Antwort führt zu weiteren Fragen.

      Dieser Thread behandelt Szenarien in der Klimaforschung und ihre Anwendung. Wer etwas anderes diskutieren will, ist in diesem Thread falsch.
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      Szenarien für Klimaprojektionen
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