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WMF, die vergessene Perle (Seite 70)


WMF
ISIN: DE0007803009 | WKN: 780300
59,42
20.03.15
Stuttgart
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+0,29 EUR

Neuigkeiten zur WMF Aktie


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Antwort auf Beitrag Nr.: 43.173.055 von TOPPNEWS am 16.05.12 14:54:26Der heutige Kursverlauf ist rational nicht nachvollziehbar.
Antwort auf Beitrag Nr.: 43.173.093 von Orcus am 16.05.12 14:59:48...wenn jemand zu 30€ gekauft hat, dann kann er auch für 36€ verkaufen. Macht euch nicht so viele Gedanken um den Kurs. Es kann gut sein, dass wir in 4 Wochen bei 45€ stehen......
Der massive Aufkauf der Vorzüge könnte möglicherweise bedeuten, dass Stämme und Vorzüge zusammengelegt werden.....siehe Hugo Boss. Was bei den Vorzügen abgeht ist doch nicht normal, da ist was im Busch.....
Der massive Aufkauf der Vorzüge könnte möglicherweise bedeuten, dass Stämme und Vorzüge zusammengelegt werden.....siehe Hugo Boss. Was bei den Vorzügen abgeht ist doch nicht normal, da ist was im Busch.....

Siehe S. 13 der heutigen Börsen-Zeitung.
Antwort auf Beitrag Nr.: 43.174.166 von unicum am 16.05.12 17:49:51Könnt ihr bitte kurz schreiben was da in der Börsenzeitung S.13 steht? Habe die nicht abonniert und bin im Ausland.

Danke.
Ich habe den Bericht im Detail nicht gelesen. An eine Zusammenführung der ST und VZ glaube ich jedenfalls nicht. Welchen Vorteil sollte der verkaufswillige Großaktionär, der ausschließlich Stammaktien hält, davon haben?
Ich gehe davon aus, dass die Ursache der mittäglichen Verkaufsorder für knapp 2.000 Stammaktien schlichtweg Dummheit war (kleine Ursache bzw. kleines Transaktionsvolumen, große Auswirkung). Und wer wenigstens ein paar Tausend WMF-Aktien am Tag kaufen möchte, hält sich derzeit an die Vorzüge, da der Markt bei den - aus meiner Sicht aussichtsreicheren - Stammaktien derzeit extrem ausgedünnt ist.
BörsZ v. 16.5.2012
IM GESPRÄCH: THORSTEN KLAPPROTH; VORSTANDSCHEF: WMF in der Investorenküche

Konsumgüterhersteller zwischen Platzierung und Verkauf - Angestrebte Bewertung weit über Börsenkurs - Warten auf Österreicher
WMF steht vor dem Wechsel des Großaktionärs oder einer großen Börsenplatzierung. Die Bewertung soll jenseits von 700 Mill. Euro liegen. Rund eine Handvoll indikativer Übernahmeangebote für das Paket von Finanzinvestor Capvis sind eingegangen.

Von Walther Becker, Frankfurt
Börsen-Zeitung, 16.5.2012

Besser kochen, schöner essen, genussvoll trinken, heißt die Devise von WMF. Mit Braten, Schneiden, Dampfgaren und Kaffeekochen haben die Schwaben Erfolg. Und der lässt Finanzinvestor Capvis, der 2006 eingestiegen ist, nach einem sättigenden Abschluss der Mahlzeit verlangen: Die Beteiligungsgesellschaft will das erfolgreiche Investment bei dem 1853 gegründeten Unternehmen entsprechend ihren Fondslaufzeiten beenden. WMF ist einer der seltenen Fälle, wo Private Equity die Mehrheit in Public Equity hat. Das macht den Exit komplex.

Zahlen sollen die kulinarische Rechnung entweder institutionelle und private Aktionäre über eine Börsenplatzierung des Pakets von über 50 % oder strategische Investoren beziehungsweise erneut Private Equity. Mit dem Prozess betraut sind Commerzbank und Macquarie. Fraglich ist, wie groß der Preis ist, der serviert wird. Denn die Kurse geben bei den minimalen Umsätzen der Stämme und der im Streubesitz liegenden Vorzüge kaum Indikationen. WMF ist im General Standard.

Thorsten Klapproth, der Vorstandschef in Geisingen, der jüngst seinen Vertrag um fünf Jahre verlängerte, will sich zu Themen wie der Zukunft der Aktionärsstruktur gar nicht äußern. Seinen Beitrag sieht er, wie der Manager im Gespräch mit der Börsen-Zeitung sagte, in der Steigerung der operativen Performance, dem weiteren Wachstum und der Internationalisierung, bei der WMF schon große Fortschritte gemacht hat. Der gestern vorgelegte Quartalsbericht - erstmals nicht mehr nur eine Zwischenmitteilung - unterstreicht den Kurs: Das operative Ergebnis (Ebit) kletterte um fast ein Viertel auf 25,3 Mill. Euro, der Umsatz, zu dem Auslandskunden fast jeden zweiten Euro beisteuern, um 5 % auf 244 Mill. Euro.

Kein Korsett

"WMF ist auch in den vergangenen Jahren nicht in einem Korsett gewesen, wir haben den Umsatz binnen sechs Jahren nahezu verdoppelt und das Ergebnis kräftig gesteigert", sagt Klapproth. Das Umsatzwachstumsziel von mindestens 5 % soll, wenn sich die Rahmenbedingungen nicht fundamental änderten, im Schnitt auch in den nächsten drei Jahren erreicht werden. Die Ebit-Marge soll in diesem Zeithorizont trotz zu erwartender Kostensteigerungen "mindestens auf dem hohen Niveau 2011 gehalten werden". Der Vorstand ist selbst über ein Vehikel mit Capvis an WMF beteiligt.

"Zum Zeitplan möchte ich nichts sagen, aber wir tun natürlich alles dafür, ein positives Ergebnis für die WMF zu erzielen", betont Klapproth. In Finanzkreisen heißt es, es liege rund eine Handvoll indikativer Angebote für WMF vor. Am Paketkauf sollen große Finanzinvestoren wie KKR, CVC oder Bain Interesse gezeigt haben, hinzu kommen Rivalen.

Die Investmentbanken agieren zweigleisig: Platzierung oder M & A. Unter Wert dürfte Capvis nicht verkaufen. Die Bewertung liegt offenbar auch bei den Kaufinteressenten über der Marktkapitalisierung von WMF (Stämme 370 Mill., Vorzüge 150 Mill. Euro). Capvis war mit einem Ergebnis-Vielfachen (auf Ebitda-Basis) von knapp 6 eingestiegen. Aus den damals 45 Mill. Euro Ebitda sind inzwischen für 2012 erwartete über 120 Mill. Euro geworden. Aufgrund der Performance - WMF ist ohne Blessuren durch die Krise gekommen - und mit einem inzwischen höheren Multiple erwarten Finanzkreise eine Bewertung von 700 Mill. bis 800 Mill. Euro. In beiden Varianten, also Platzierung oder Blockverkauf, könnte zusätzlich das Paket von Andreas Weißenbacher ins Angebot kommen. Er kontrolliert über die Fiba in Österreich 37 % und beliefert über seine BWT die WMF mit Wasseraufbereitungsgeräten. Ein früheres Übernahmeangebot von Capvis hatte dieser ausgeschlagen. Die Fiba agiere nach Art eines Finanzinvestors, heißt es in Frankfurt. So könnte sie mitverkaufen, was eine Komplettübernahme von WMF und den Börsenrückzug zur Folge haben könnte. Bei einer Platzierung des Capvis-Pakets und anschließender Zusammenlegung der beiden Aktiengattungen würde der Fiba-Anteil von 37 auf unter 30 %, nämlich 25 % verwässern, was Weißenbacher eines teuren Übernahmeangebots entheben würde.

Mit Börsenplatzierung und Umstellung auf Stammaktien rückten SDax- und MDax-Perspektiven ins Licht. Voraussetzung wäre aber auch dafür eine Transaktion über dem Börsenkurs, wie es einst mit dem Verkauf eines Permira-Pakets am Autozulieferer Grammer gelungen war.

Für WMF wäre Klarheit gut, zumal ein "Dual Track" Kapazitäten bindet. "Wir wollen Aktionäre, die unsere Wachstumsstrategie unterstützen", sagt Klapproth bloß, der eine gesunde Firma zu bieten hat
So, wie die Börsenzeitung (vielen Dank an Shortguy für den Bericht) sich das vorstellt, funktioniert das nicht.

Erst Capvis-Verkauf, dann Umwandlung der ST in VZ und danach/dadurch Befreiung der FIBA von einem Übernahmeangebot, ist in dieser Reihenfolge nicht möglich (es sei denn, FIBA verzichtete ab dem Zeitpunkt des Capvis-Verkaufs mit sofortiger Wirkung auf die Ausübung eigener Stimmrechte, s.u.).
Und welches Interesse sollte ein Käufer der teuren Capvis-Stämme daran haben, diese anschließend in VZ umzuwandeln und seine Stimmrechtsmehrheit wieder abzugeben??

Da hat sich die Börsenzeitung kräftig verspekuliert!





Aus dem Bundesanzeiger vom 12.6.2007:



FIBA Beteiligungs- und Anlage GmbH
A-Hallein
Veröffentlichung über die Erteilung einer Befreiung
von der Verpflichtung zur Abgabe eines Pflichtangebots
für Aktien der WMF AG


Mit Bescheid vom 03.04.2007 hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) die
FIBA Beteiligungs- und Anlage GmbH, A-Hallein („FIBA“), die WAB Privatstiftung sowie die Herren Dr. W. Hochsteger und
A. Weißenbacher, A-Hallein (nachfolgend insgesamt: „die Antragsteller“), hinsichtlich der Kontrollerlangung gemäß § 37 Abs. 1 WpÜG i.V.m. § 9 Satz 2 Nr. 1 WpÜG-AngebotsVO an der WMF Württembergische Metallwarenfabrik AG („WMF AG“) von der Verpflichtung nach § 35 Abs. 1 Satz 1 WpÜG, die Kontrollerlangung an der WMF AG zu veröffentlichen, sowie von den Verpflichtungen nach § 35 Abs. 2 Satz 1 WpÜG, der BaFin eine Angebotsunterlage für ein Pflichtangebot an die Aktionäre der WMF AG zu übermitteln und eine solche Angebotsunterlage zu veröffentlichen, befreit.

Die Befreiung beruht im Wesentlichen auf folgenden Gründen:

Die FIBA hat am 25.04.2006 gemäß § 21 WpHG gemeldet, eine Stimmrechtsbeteiligung in Höhe von 20% an der WMF AG erworben zu haben.

Am 22.09.2006 hat die FIBA gemeldet, dass ihr Stimmrechtsanteil an der WMF AG am 10.09.2006 die Schwelle von 20% überschritten hat und nunmehr 36,93% betrug.

Am 16.08.2006, d.h. vor Kontrollerlangung, hat die FIBA einen Befreiungsantrag gemäß § 37 Abs. 1 WpÜG i.V.m. §§ 8 ff.
WpÜG-AngebotsVO gestellt.

Diesem Antrag hat die BaFin entsprochen, weil im Zeitpunkt des Kontrollerwerbs die Crystal Capital GmbH bereits über eine Stimmrechtsbeteiligung in Höhe von insgesamt 51,806% an der WMF AG verfügte und von daher nicht zu erwarten ist, dass die FIBA oder einer der o.g. Antragsteller faktisch die Kontrolle an der WMF AG als Zielgesellschaft ausüben kann.

Die Befreiung erging unter der auflösenden Bedingung, dass die Befreiung entfällt, sobald einer der o.g. Antragsteller oder eine mit Ihnen gemeinsam handelnde Person eine Zurechnung gemäß § 30 WpÜG der Stimmrechte aus den Aktien der WMF AG erhalten, die von der Crystal Capital GmbH, Hamburg (HRB 95153 AG Hamburg) gehalten werden oder ihr nach § 30 WpÜG zuzurechnen sind.

Die Befreiung wurde unter den Vorbehalt des Widerrufs gestellt für den Fall, dass der derzeitige Mehrheitsaktionär Crystal Capital GmbH zukünftig nicht mehr über eine höhere Stimmrechtsbeteiligung verfügt als die Antragsteller. Des weiteren wurde die Befreiung unter der Auflage erteilt, dass in dem Fall, dass die Crystal Capital GmbH nicht mehr über eine höhere Stimmrechtsbeteiligung verfügt als die Antragsteller, die Antragsteller auf die Ausübung ihrer über den Anteil von 29.99% der Stimmrechte hinausgehenden Stimmrechte in der Hauptversammlung der WMF AG verzichtet.
Die Befreiung wurde des weiteren unter der Auflage erteilt, dass die Antragsteller in geeigneter Weise sicherstellen, dass sie von der etwaigen Reduzierung des Bestands der WMF AG-Aktien bei der Crystal Capital GmbH unverzüglich Kenntnis erhalten und die BaFin unverzüglich über eine solche Reduzierung unterrichten.

Auf der Grundlage dieser Befreiung werden die Antragsteller weder die Kontrollerlangung an der WMF AG veröffentlichen noch der BaFin eine Angebotsunterlage übermitteln noch den Aktionären der WMF AG ein Pflichtangebot nach dem WpÜG durch Veröffentlichung einer Angebotsunterlage unterbreiten.



FIBA Beteiligungs- und Anlage GmbH
Umstellung der Stämme auf Vorzüge geht schon rechtlich nicht. Es wird in dem Artikel auch vielmehr über die Umstellung der Vorzüge in Stämme als eine mögliche Alternative spekuliert. Wie realistisch das ist, ist schwer einzuschätzen. Ich würde das nicht grundsätzlich ausschließen, da es in der Tat dafür vernünftige Argumente aus Sicht von Capvis gibt.
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