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Greiffenberger- günstig bewertet und steuerfreie Dividende (Seite 141)

eröffnet am 25.06.01 15:51:33 von
neuester Beitrag 01.12.22 14:48:36 von


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    06.09.01 20:05:52
    Beitrag Nr. 4 ()
    Mal eine etwas andere Frage: Wie alt ist der VV Heinz Greiffenberger eigentlich??
    Eine durchaus interessante Überlegung für mich ist es nämlich, wie lange der gute Herr noch die Geschicke des Unternehmens leiten wird. Herr G. ist durchaus als eine Schlüsselfigur für den unternehmerischen Erfolg der Greiffenberger-Gruppe zu sehen.
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    28.08.01 12:11:16
    Beitrag Nr. 3 ()
    Der Halbjahresbericht bestätigt nochmals die Ergebnisplanung für 2001. Damit wird Greiffenberger zum zweiten Mal hintereinander einen Jahresüberschuss von 7 Mio. € ausweisen. Der Börsenwert beträgt im Vergleich dazu bescheidene 27 Mio. €.



    Die Meldung von heute:

    Im 1. Halbjahr 2001 stiegen der Konzernumsatz der Greiffenberger AG um 34,5% auf 72,4 Mio.Euro und der Auftragseingang um 30,0% auf 80,7 Mio.Euro. Auch ohne die Konsolidierung der im Juli 2000 erworbenen Wiessner GmbH, Bayreuth hätte sich der Umsatz um 10,2% verbessert.

    Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) konnte um 4,9% auf 4,3 Mio.Euro gesteigert werden. Das EBITDA stieg um 9,0% auf 7,3 Mio.Euro. Der Halbjahresüberschuss beläuft sich aus den unten genannten Gründen auf 2,5 Mio.Euro und liegt damit auf Vorjahreshöhe.

    Für das Gesamtjahr 2001 plant der Greiffenberger-Konzern unverändert einen Umsatz von 150 Mio.Euro. Wie zuletzt am 8. Mai 2001 angekündigt, wird das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) weiterhin mit 10,3 Mio.Euro, die Kennzahl EBITDA mit 17,3 Mio.Euro (+10% gegenüber Vorjahr) erwartet. Bei steigenden Ergebnissen der Tochterunternehmen wird unverändert ein Jahresüberschuss in Höhe des Jahres 2000 von über 7 Mio.Euro prognostiziert. Im Jahr 2001 werden Firmenwertabschreibungen in Höhe von 0,7Mio.Euro erstmals ergebniswirksam, während im Vorjahr eine Zuschreibung beim Firmenwert in Höhe von 1,3 Mio.Euro (sog. "Lucky Buy") sich positiv auf den Jahresüberschuss auswirkte. Somit bedeutet der erwartete Jahresüberschuss eine deutliche Verbesserung des operativen Ergebnisses gegenüber dem Vorjahr, wie dies auch in der Entwicklung des EBITDA sichtbar wird.
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    16.08.01 20:55:26
    Beitrag Nr. 2 ()
    KGV- Berechnung für 2000:
    Vom Konzernjahresüberschüß nach Anteilen Dritter (6,95) müßten, um eine Art DVFA- Ergebnis errechnen zu können, abgezogen werden:
    1,38 (badwill Wiesner- wurde als sonst. btriebl . Ertrag gebucht- S.42 Gesch.bericht unten)
    1,22 (Firmenwert-AfA- ergebnisneutral über 15 Jahre mit Rücklagen verrechnet S. 39)
    =4,35
    ergeben bei 440.000 Aktien knapp 10E je Aktie, ohne Berücksichtigung Steuer KGV 6,4, bei fiktiver Steuer 10,6
    Ertragsteuern sind allerdings wirklich kein Thema. Die AG hat 35 Mio DM , nochmals die gleiche Summe kommt von Wiesner. Das reicht für knapp 5 Jahre.

    2001 fällt der einmalige Buchgewinn der erfolgswirksamen Auflösung des passiven Unterschiedsbetrages des Wiesner- Kaufes weg. Das, und nicht wie auf der HV gesagt, höhere Firmenwertabschreibungen (die ja erfolgsneutral gebucht werden) führt m.E. dazu, daß der Gewinn 2001 nicht steigen soll. Jedoch würde dann das DVFA - Ergebnis steigen, weil die Korrektur Wiesner wegfällt.
    Man kann sich auch darüber streiten, ob bei Greiffenberger wirklich eine Abrechnung der Firmenwert-AfA sinnvoll ist.
    Die 1,22 Mio Firmenwert- AfA (2000, wohl ähnlich 2001) stammen nämlich fast vollständig wie folgt entstandenem Goodwill:
    Zum 1.1 1998 wurden zur Sicherung einigermaßen gesunder Bilanzrelationen etwa ein Drittel der Anteile von AMB an Banken verkauft. Aufgrund der sehr guten Gewinnsituation konnten diese bereits 1999 zurückgekauft werden.

    Ohne Korrektur der Firmenwert- AfA ermittelt sich für 2001 ein zu erwartendes Ergebnis je Aktie von:
    6,95 :0,44 =15,8 mithin bei Kurs 60 ein KGV von 3,8 , unter Berücksichtigung eines fiktiven Steuersatzes von 40 % sind es 6,3 %.

    Die Aktie ist derzeit bei gut 60 wieder mal am unteren Rand der Bandbreite. Das Einsammeln könnte bei den geringen Umsätzen mühsehlig sein.
    Greiffenberger ist auch wirklich keine Aktie für spontane Verkäufe. Allerdings hat es in der Vergangenheit (dieses Jahr bisher nicht) immer mal Ausbrüche nach oben gegeben, in die man gut verkaufen konnte.
    Ein gewisser Vorteil ist, daß die Aktie nur in München und nur Kassa gehandelt wird.

    Grüße Althor
    Avatar
    25.06.01 15:51:33
    Beitrag Nr. 1 ()
    Ich stelle hier mal den HV-Bericht von gsc-research über Greiffenberger rein. Wäre ja schade, wenn er bald nur noch kostenpflichtig einsehbar wäre, denn er gibt einen brauchbaren ersten Überblick.

    Ich bin selbst investiert. Sehe es als Renditepapier mit steuerfreien rund 5,5 %, welches die zusätzliche Möglichkeit bietet, bei einem Ausbruch nach oben mit Kursgewinn verkauft zu werden. Achtung , sehr enger Wert. Aber wenn doch mal größeres Interesse da ist und der Kurs dann schnell steigt, wird man sie schon los. Ging jedenfalls Anfang 2000 so und seit Dezember bin ich wieder dabei.

    Vielleicht entwickelt sich ja eine Diskussion . Werde mich gelegentlich ausführlicher mit meiner eigenen Meinung melden.

    Grüße Althor

    "HV-Bericht Greiffenberger AG
    Am 19.6.2001 fand in Bayreuth die Hauptversammlung der Greiffenber-ger AG statt. Etwa 100 Aktionäre und zusätzlich an die 50 Gäste, darunter eine Schulklasse aus Bay-reuth, hatten sich eingefunden. Der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Karl Gerhard Schmidt (der geschäftsfüh-rende Gesellschafter der Schmidt Bank) eröffnete die Versammlung um 10 Uhr und begrüßte alle Anwe-senden. Nach den Formalitäten übergab er das Wort an den Alleinvorstand Herrn Heinz Greiffenberger. Dieser ist mit 60 Prozent der Anteile auch Großaktionär der Gesellschaft, weitere 15 Prozent hält Herr Schmidt.

    Bericht des Vorstands
    Mit dem Geschäftsjahr 2000 haben wir ein gutes Jahr abgeschlossen, begann Herr Greiffenberger, und auch im laufenden Jahr zeichnet sich eine positive Entwicklung ab. Der Konzernumsatz ist um 21,9 Pro-zent auf 121,3 Mio. Euro gestiegen und der Jahresüberschuss sogar überproportional um 24,4 Prozent auf 7,05 Mio. Euro. Auch ohne Berücksichtigung der Neukonsolidierung Wiessner, auf die er später noch näher einging, haben beide Größen zugenommen. Der volle Effekt der Wiessner-Konsolidierung werde sich aber sowieso erst in diesem Jahr auswirken, da die Konsolidierung erst im zweiten Halbjahr 2000 vorgenommen worden sei, erklärte Herr Greiffenberger.
    Die Auftragseingänge sind um 41,9 Prozent auf 145 Mio. Euro gestiegen, der EBIT um 1,9 Mio. auf 14,4 Mio. Euro und der EBITDA von 13,6 auf 15,7 Mio. Euro. Die Dividende soll unverändert 7 DM bzw. 3,58 Euro betragen, es ergibt sich eine hohe Dividendenrendite von 5,4 Prozent für die Aktie.
    Dass der Börsenkurs unterbewertet sei, brauche er ja nicht mehr zu betonen, fuhr Herr Greiffenberger fort. Es finde leider immer noch ein sehr geringer Handel statt, dies liege wohl an der Stabilität des Aktio-närskreises, da die Aktionäre nichts von ihren Beständen abgeben. Nun sei ihm von Banken nahegelegt worden, er solle doch etwas von seinem Anteil abgeben, um den Handel durch eine Erhöhung des Streu-besitzes zu verbessern. Er fühle sich aber sehr wohl mit seinen Aktien und werde sich davon nicht tren-nen.
    Das Eigenkapital des Unternehmens ist um 28,8 Prozent auf 23,5 Mio. Euro gestiegen. Profitiert habe man von der allgemein guten Konjunktur vor allem im Export. Durch die innovativen Produkte verfüge man hier über Wettbewerbsvorteile.
    Für das laufende Jahr ist ein Umsatz von 150 Mio. Euro geplant, das EBIT soll nahezu unverändert 10,3 Mio. Euro betragen. Der Jahresüberschuss wird also wie in 2000 erwartet stagnieren. Grund hierfür seien Goodwill-Abschreibungen auf den Firmenwert, die man vornehmen müsse. Er erachte diese zwar nicht unbedingt als sinnvoll, da alle Beteiligungen seit dem Erwerb eher an Wert gewonnen hätten, aber auf dieser Weise bilde man eben stille Reserven.
    Die Konjunktur solle sich ja nun angeblich verdunkeln. Aktuell spüre Greiffenberger hiervon noch nichts, man habe weiterhin sehr gute Auftragseingänge "bis zur Halskrause". Aktuell habe man eher Ärger mit Kunden, weil man nicht schnell genug liefern könne. Trotzdem sei die Konjunktur natürlich sehr schwer einzuschätzen, aktuell seien die internen Prognosen aber noch gut. Auswirkungen zeige natürlich der schwache Euro, der das Exportgeschäft ankurble. Allerdings werden so im Gegenzug die Importe teurer und die Inflation werde angeheizt.
    Als Beispiel für die gute Verfassung der Greiffenberger AG führte der Vorstand einige Vergleiche an. So ist das Unternehmen bei der Umsatz- und bei der Eigenkapitalrendite mit 5,37 Prozent bzw. 31,15 Pro-zent im Vergleich zu Firmen mit einer ähnlichen Holdingstruktur mit Abstand an der Spitze. Hierzu zeigte er die Tabelle mit den Vergleichszahlen der Firmen Indus, Elexis, Heinrich Industrie, GESCO, Wanderer, MD Bau, VGT, M.A.X. und Langbein Pfanhauser.
    Anschließend machte Herr Greiffenberger noch einige nähere Angaben zu den vier Beteiligungen. Zum einen ist dies die ABM Greiffenberger Antriebstechnik GmbH, Marktredwitz. Die Antriebstechnik ist hier der Wachstumsmotor, vor allem bei Flurförderfahrzeugen kommt diese gut an. Hier stehen im laufenden Jahr umfangreiche Investitionen in einem Volumen von 34 Mio. Euro an, auch in Gebäude, was bisher vermieden wurde.
    Die zweite Beteiligung ist die J.N. Eberle & Cie. GmbH. Dieses Unternehmen laufe sehr gut, der Ex-portanteil betrage inzwischen 79 Prozent. Man erwarte im Bereich Bandsägen und sonstige Spezialge-räte sehr starke Steigerungen und werde weiter investieren.
    Die dritte Beteiligung ist die BKP Berolina Polyester GmbH & Co. KG, Berlin (Anteil 75 Prozent). Diese mache als einzige etwas Sorgen. Das Hauptgeschäft sind Produkte zur Kanalsanierung, aber auch mit der Ummantelung von Gasleitungen verdiene man Geld. Wegen der schwachen Bauwirtschaft durchlaufe man hier eine schwere Zeit. Mit dem „Berolina-Liner“ zur Kanalsanierung stoße man aber auf großes Interesse bis nach China und Australien, was eine gewisse Hoffnung mache.
    Die vierte und erst im letzten Jahr erworbene Beteiligung ist die Wiessner GmbH, Bayreuth (Beteiligung 90 Prozent, 10 Prozent hält der Geschäftsführer Schröder). Wiessner ist tätig im Bereich „Air Engi-neering“ und dem Anlagenbau für die Produktionsklimatisierung. Denn bei anspruchsvollen Produktions-prozessen dürfen Lufttemperatur, -feuchtigkeit und -reinheit nur minimal schwanken. Zum Kundenkreis zählen vor allem die Nahrungs- und Süßwarenindustrie, aber beispielsweise auch Papierhersteller. Be-reits in 2000 konnte in diesem neuen Bereich mit einem Umsatz von 26,51 Mio. Euro ein Jahresüber-schuss von 1,15 Mio. Euro erzielt werden.
    Außerdem wurde im letzten Jahr die Greiffenberger Technologie Holding GmbH (GHT) gegründet, die im Bereich Venture Capital aktiv sein wird und die bereits drei Beteiligungen eingegangen ist.
    Abschließend erwähnte Herr Greiffenberger noch das 20jährige Jubiläum der Greiffenberger AG. Er habe das Unternehmen damals mit einem Kapital von 350.000 DM gegründet und sei stolz, dass man heute über ein Eigenkapital von 23,5 Mio. Euro verfüge und 1.400 Mitarbeiter beschäftige.

    Allgemeine Diskussion
    Insgesamt drei Redner ergriffen das Wort. Dies war zum einen Herr Bender, der Sprecher der SdK, ihm folgten die Aktionäre Schäfer und Keinemann.
    Alle drei sprachen das Thema Aktienkurs und Dividende an. Herr Bender meinte, es wäre doch sinnvoller gewesen, von der Gründung der VC-Gesellschaft die Finger zu lassen und den Aktionären dafür eine höhere Dividende auszuschütten. Außerdem sei auch das Fremdkapital mit knapp 50 Mio. Euro inzwi-schen recht hoch und man hätte es auf diese Weise teilweise zurückführen können. Er könne auch gar nicht verstehen, was denn die "industrielle Logik" hinter der Beteiligung an jungen Unternehmen sei, das sei doch überhaupt nicht das Geschäft der Greiffenberger.
    Herr Keinemann sah dies anders. Gerade Greiffenberger mit seiner langjährigen Erfahrung solle in Ven-ture Capital investieren, das sei sicher eine gute Maßnahme. Allerdings hätte er gerne noch nähere An-gaben zu den einzelnen Firmen, an denen man sich beteiligt habe. Aber das werde sicher im nächsten Geschäftsbericht ausführlicher behandelt.
    Herr Schäfer schließlich meinte, bei der aktuellen Steuerpolitik sei die Zahlung einer Dividende doch gar nicht mehr attraktiv. Viel interessanter fände er die Ausgabe von Berichtigungsaktien. Dies würde zudem die Anzahl der Aktien und so vielleicht die Liquidität an der Börse erhöhen.
    Auf diesen Fragenkomplex antwortete Herr Greiffenberger. Eine höhere Dividende sei eigentlich nicht geplant und schließlich habe er das als Großaktionär vorgeschlagen. Er hätte schließlich auf diese Weise Geld aus dem Unternehmen ziehen können. Das solle aber nicht sein, Ziel sei vielmehr, das Unterneh-men zu stärken und weiter gesund zu wachsen.
    Das Fremdkapital sei in der Tat recht hoch, dies sei aber bedingt durch die hohe Kapitalbindung bei den Tochtergesellschaften. Diese sei notwendig, weil man selbst eine hohe Wertschöpfung erzielen und nicht Teile des Fertigungsprozesses outsourcen wolle. Auf diese Weise erziele man einen höheren Gewinn. Dies sei auch die Erklärung für die relativ geringen Pro-Kopf-Umsätze in der Gruppe. Letztendlich seien die Kredite aber in 2000 von 52,4 auf 45 Prozent der Bilanzsumme zurückgegangen und dies trotz dem Erwerb von Wiessner, es gebe also keinen Grund zur Sorge.
    An den Start-Up-Unternehmen gehe man grundsätzlich nur Minderheitsbeteiligungen ein. Er sehe dies als eine Art Förderung der Gründer, aber auch dem Unternehmen tue dies gut, natürlich wolle man Geld verdienen. Man werde in diesem Bereich sicher nicht "herumspielen", sondern sich auf Geschäftsfelder konzentrieren, von denen man etwas verstehe. Ausfälle seien trotzdem wohl nicht zu vermeiden, aber das habe man einkalkuliert. Insgesamt habe man in die drei bisherigen Beteiligungen 1,4 Mio. Euro inve-stiert, 0,7 Mio. Euro stünden noch aus. Die Investitionen seien also überschaubar. Nähere Informationen zu den einzelnen Firmen gebe es auf der nächsten Versammlung.
    Herr Bender fragte weiter nach dem Cash Flow. Dieser sei seit Jahren unverändert um die 20 Mio. Euro, dagegen sei der Jahresüberschuss ständig gestiegen. Das könne er nicht nachvollziehen. Und nun solle dieses Jahr auch der Jahresüberschuss unverändert bleiben, Grund seien die Goodwill-Abschreibungen. Doch das Unternehmen sei eh sowieso noch mit 8 Mio. Euro bewertet, eine schnelle Abschreibung drän-ge sich also zumindest nicht auf. Auch interessiere ihn der Kaufpreis für Wiessner und wie hoch hier der Goodwill gewesen sei.
    Diese Fragen beantwortet Herr Stefan Greiffenberger, der Sohn des Vorstands. Er erläuterte, der Goodwill drücke nun mal das Ergebnis, wie von Herrn Bender vermutet sei dies auch der Grund für den "nur" gleichbleibenden Jahresüberschuss. Dies sei ja nicht negativ für das Unternehmen, es würden eben stille Reserven gebildet. Speziell bei der Neuerwerbung Wiessner sei keine Abschreibung vorgenommen worden, der Kaufpreis für das Unternehmen habe sogar unter dem Eigenkapital gelegen. Es sei also sogar ein außerordentlicher Ertrag angefallen.
    Weiterhin wünschte Herr Bender nähere Informationen zu BKP. Bei BKP sei der Umsatz von 8,6 auf 6,1 Mio. Euro zurückgegangen. Gerade das Hauptgeschäft Kunststoffummantelung von Erdgasröhren sei vollständig ausgefallen. Er frage sich, was man denn hier zur Ergebnisverbesserung zu tun gedenke und ob es nicht vielleicht sinnvoll sei, dieses Unternehmen zu veräußern. Es gebe schließlich nichts Schlim-meres als eine "lahme" Beteiligung in einer sonst guten Holding, denn die anderen müssten so viel mehr erwirtschaften um insgesamt das Gleiche zu erreichen.
    Herr Greiffenberger korrigierte zunächst, dass das wichtigste Geschäft der BKP die Produkte zur Kanal-sanierung seien und nicht die Kunststoffummantelung von Röhren. Dies sei lediglich ein zusätzliches und "schubweises" Geschäft, die Auftragslage schwanke sehr stark. Im letzten Jahr sei diese Sparte aber "nicht schlecht" gelaufen. Der dritte Bereich ist der Behälterbau, dieser ist aber eher uninteressant, da dies ein Massengeschäft sei.
    Schließlich fragte Herr Bender nach den Auswirkungen der Steuerreform auf die Verlustvorträge. Herr Greiffenberger erklärte, diese betragen in der Holding 35 Mio. DM und man habe zusätzlich noch 35 Mio. DM von Wiessner erhalten. Der einzige Effekt der Steuerreform sei, dass dieser langsamer abgearbeitet werde. Die Verlustvorträge seien ja auch ein großer Vorteil, schließlich könne man Gewinne vorerst steu-erfrei vereinnahmen. Dies habe der Markt bei der Bewertung der Gesellschaft noch gar nicht berücksich-tigt.
    Herr Bender kritisierte noch die in der Tagesordnung aufgeführte Genehmigung einer Kapitalerhöhung unter Ausschluss des Bezugsrechts. Sollte diese durchgeführt werden, würde der geringe Free Float noch weiter fallen. Schon dieser Beschluss werde wohl den Kurs belasten. Herr Keinemann ergänzte hierzu, es wäre durchaus sinnvoll, eine Kapitalerhöhung durchzuführen, um damit einen Teil des Fremd-kapitals zurückzuführen. Um den Free Float zu erhöhen, sollten die Großaktionäre auf ihr Bezugsrecht verzichten.
    Dieser Beschluss sei nur dafür gedacht, dass man, falls nötig, einen Kauf durch Aktientausch finanzieren könne, erklärte Greiffenberger. Es gebe aber keine konkreten Pläne zur Ausnutzung.
    Herr Keinemann stellte dann noch die Frage, ob denn bei Eberle in Anbetracht der hohen Exportquote in Euro oder in US-Dollar fakturiert werde. Diese erfolge ganz nach Wunsch des Kunden in der gewünsch-ten Währung, erklärte Stefan Greiffenberger. Schließlich könne man einem Amerikaner nicht klar ma-chen, dass es auf der Welt noch andere Währungen als den Dollar gebe, bemerkte er süffisant.

    Abstimmungen
    Auf der Hauptversammlung waren 344.541 der insgesamt 440.000 Aktien anwesend, was einer Präsenz von 78,30 Prozent entspricht. Der Vorstand vertrat 264.000 Stimmen, der Aufsichtsrat 67.555. Auf der Tagesordnung standen neben dem Dividendenvorschlag von 7 DM, der Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat und der Wahl des Abschlussprüfers noch die Neuwahl des Aufsichtsrats und die Erneuerung des Genehmigten Kapitals. Alle Punkte wurden mit wenigen Gegenstimmen und Enthaltungen beschlos-sen, die Versammlung endete um 12:35 Uhr.

    Fazit
    In seinem Bericht erwähnte Herr Greiffenberger bereits, "er brauche die Unterbewertung der Aktie wohl nicht mehr zu betonen". Betrachtet man die Ertragskraft, die Dividende und das Eigenkapital der Greif-fenberger-Gruppe, das allein den gesamten Börsenwert abdeckt, kann man sich diesen Worten wohl anschließen. Allerdings gab es auch bei der Greiffenberger schon schlechtere Zeiten und die Branche ist und bleibt zyklisch. Trotzdem kann der langfristige Investor bei dem aktuellen Niveau um die 63 Euro, das trotz der verbesserten Zahlen weit unter dem des Vorjahres liegt, kaufen. Beachten sollte man allerdings die minimalen Umsätze.
    Kontaktadresse
    Greiffenberger AG
    Friedenfelser Straße 24
    95615 Marktredwitz
    Tel.: 09231 / 67- 100
    Fax: 09231 / 62203" ZITATENDE
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