DAX-0,15 % EUR/USD-0,09 % Gold-0,30 % Öl (Brent)-0,94 %

...ist doch garnicht so schlecht gelaufen.... - 500 Beiträge pro Seite



Beitrag schreiben

Begriffe und/oder Benutzer

 

Sieht aus nach großer Koalition. Spielt keine Rolle mehr, wer nun größte Partei wird.

1.) Gute Chance, daß wir Schröder loswerden. Oder wird die CDU/CSU unter Schröder einrücken wollen ?

Anders herum: wird die SPD unter Merkel in eine große Koalition einrücken wollen ?

2.) Auch nicht. Also auch Merkel weg.

3.) Gerhardt/FDP wird nicht Außenminister

4.) Grüne aus der Regierung.

Linke Opposition WASG macht einer großen Koalition Druck

Wir bekommen keine Reform- Politik. Dazu ist es wohl noch zu früh. Keine der Parteien hat tatsächlich einen Wahlkampf gemacht, bei dem tatsächliche Reformen im Vordergrung standen.

Aber wir bekommen Machtverhältnisse, wo sioch der Bundesrat und der Bundestag nicht gegenseitig blockieren, bzw, die Akteure sich nicht Blockade vorwerfen können.

Es gibt freilich nur kleine Schritte, die gegenüber den größeren Schritten, mit denen wir weiter Land verlieren, einen Rückschritt darstellen.

Der Rückschritt ist jedoch kleiner, als wenn RotGrün alleine weiterregiert hätten.

IUnd wenn die Scheiße schneller steigen sollte, alös die Leute zu schlucken bereit sind,, wir haben ja jetzt die Möglichkeit, jederzeit Neuwahlen ansetzen zu können
..die ganze Situation erinnert etwas an
Rilke der vor dieser Wahl mal schrieb...

Mit einem Dach und seinem Schatten dreht
sich eine kleine Weile der Bestand
von bunten Pferden, alle aus dem Land,
das lange zögert, eh es untergeht.

Zwar manche sind an Wagen angespannt,
doch alle haben Mut in ihren Mienen;
ein böser roter Löwe geht mit ihnen
und dann und wann ein weißer Elefant.
....
................

..naja, den weissen Elefanten hab ich noch
nicht ausmachen können, vielleicht einer von den
Grünen, der für die Freigabe von Drogen ist....
[posting]17.946.502 von wolaufensie am 18.09.05 21:42:04[/posting]Sieh es nicht so schwarz. Sieh es so: die SPD ist, egal wie man es nimmt, in der Verantwortung.

Egal, wie man es dreht.

Und was auf uns zukommt, ist wirklich bitter.

Ich liebe es, daß diejenigen die Suppe auszulöffeln haben, die sie anrührten. Und dabei ist es mir völlig ergal, ob die von ihrer Mitverantwortung in einer großen Koalition angetroffen werden, oder in einer roten Duldunghaltung.

Ich finde das Ergebnis prima.

2002 hatten wir einen Kater nach der Wahl. Diesmal wird der Kater noch etwas größer sein.

Egal welche Konstellation denkbar war, nach der Demontage des Kirchof auch durch die CDU war klar, dasß die Zeit für Reformen noch nicht gekommen ist. Es gibt noch keinen gesellschaftlichen Konsens für die Notwendigkeit von Reformen.

Der stellt sich erst ein, wenn es ums nackte Überleben gehen wird. Und so besehen ist das Ergebnis garnicht so schlecht.
[posting]17.946.052 von Sep am 18.09.05 21:04:02[/posting]Dazu ist es wohl noch zu früh. Keine der Parteien hat tatsächlich einen Wahlkampf gemacht, bei dem tatsächliche Reformen im Vordergrung standen.




....das bittere ist ja, dass die wirklich vernünftigen Reformbestrebungen (Kirchof, Kopfpauschale) völlig unpopulär waren und mit Neid-Kampagnen zum Umschwung der letzten Tage sogar beigetragen haben dürften....
wirklich grausam.
...das klingt wirklich tröstlich und gibt
einem sogar noch Hoffnung auf Besserung...:look:

Die Wahl zeigt doch aber auch , dass im "Land der Dichter und Denker"
anscheinend nur noch (wenn überhaupt) die Dichter übrig geblieben sind,
und der Rest wurde irgendwie "sozialisiert" .... :cry:
[posting]17.946.825 von xylophon am 18.09.05 22:01:43[/posting]naja, xylo, ic bin schon der Meinung, daß eine Partei mit einem Reform- Verlangen in Vorlage treten muß. Denen kommt schon soweas wie Meinungsführerschaft zu.

Was die CDU gemacht hat war, den Kirchof rauszustellen, und als der dann kritisch - und unfair - unter die Lupe genommen wurde, wieder halbherzig zurückzupfeifen.

So sehen keine Vorhaben aus, die dem Wähler eine Reformbereitschaft, oder Notwendigkeit signalisieren.

Das war Murks aus der CDU. Hü und Hott.

Wenn Du also sagst, daß Kirchof unpopulär war, so liegt es ganz offenkundig nicht an dessen sachlichem Vortrag. Wenn es aber nicht an dem sachlichen Vortrag des kichof liegt, dann kann es nur an der Präsentation des Kichof liegen. Und dazu gehört dann auch auch, daß man das durchhält.

Ich habe im Traum nicht daran gedacht, daß dies so ein Fiakso für die CDU wird, aber es stört mich nicht. Meine Ziuelsetzung war, daß Merkel den Schröder ablösen soll, und daß sie selber daran anschließend wohl demontiert wird, weil ich sie als überschätzt einstufe.

Nun sehe ich, daß die Merkel zusammen mit dem Schröder untergehen könnte, im Rahmen einer großen Koalition.

Das ist optimal.
Die Unterstützung der CDU durch die Wirtschaftslobby und die Medien wurde übertrieben. Dadurch gewannen immer mehr Bürger den (richtigen) Eindruck, dass in diesem Land die Macht nicht mehr vom Volke ausgeht. Das machte vielen Angst und bewegte sie zum Umschwenken.
Dollar- Handel startet gerade. von Freitag close 1,2235, nun eröffnet bei 1,2175

Sagt alles.
[posting]17.946.933 von Sep am 18.09.05 22:10:31[/posting]....das Problem an Kirchof war doch m.E. weniger die Präsentation als die Frage der "Gegenargumente". Diese an niederste Instinkte appellierende Neidkampagne, die gegen ihn gefahren wurde(der Chauffeur zahlt das Gleiche wie der Generaldirektor), dieses abwertende "der Professor aus Heidelberg", Schröder hat sich da auf das Niveau eines Möllemann begeben.

Die Lehre für die CDU aus dieser Wahl müsste sein: die Leute wollen belogen werden. Und zur nächsten Wahl wird ein bißchen gegen Ausländer gehetzt, mehr Abschiebungen gefordert zB....damit kriegt man dann wohl auch Stimmen.

Vor der Wahl Unpopuläres anzukündigen, ist dagegen gescheitert. Man hat ja später die Ausrede, dass man vorher ja noch nicht wusste, dass man gewinnen würde.
[posting]17.947.026 von xylophon am 18.09.05 22:18:17[/posting]xylo, sei nicht so traurig, das deprimiert mich so.

Es war nicht der einige Fehler der CDU/CSU, daß sie die Wahrheit zur Steuererhöhung gesagt haben.

Es kam viel zusammen. Merkel ist und war schwach. Sie ist wirklich überschätzt.

Die Sache mit dem Einsatz der Bundeswehr im Innern hat ihr auf der liberalen Seite die Beine weggezogen. Ohne Not. Und sie ist nicht in Bayern angekommen, obwohl die CSU sich wirklich jede Mühe gegeben hat.

Die CSU hat Fehler gemacht in Richtung Ostdeutsche.

Und die CDU hat zwar zu recht diesen Schröder als unser problem ausgemacht, aber nichts wirklich programmatisch Überzeugendes entgegengesetzt.

Was mich wundert ist, wie deutlich dies im Wahlergebnis sich widerspiegelt, entgegen zu den Wahl- Umfragen. Denn die Wahlbeteiligung ist ja auch zurückgegangen, man kann nicht sagen, daß die SPD überproportional an Unentschlossenenen zu sich rübergezogen hat.

Wir haben eine Parteien- Krise, zusätzlich zu unserer gesellschaftlöichen krise. In der ist ein Populist aufgetreten, der es schafft, eine andere Welt an die Wand zu malen als jene, die die Menschen zu Hause vorfinden.

Der Ball liegt wieder im Feld der Parteien, während die Umgebungsbedingungen sich weiter verschlechtern. Das heißt, der Druck wächst weiter.

Realistisch sind nur die rotrotgrünen, sowie die rotscharzen Konstellationen. Die SPD ist also auf jeden Fall dabei. Schröder hat es ja geschafft, sich als Verfolgter seiner eigenen Partei darzustellen, und das Volk hat ihm dies abgenommen.

Das sind Widersprüche, die sich in irgendeiner Weise werden lösen müssen. Da ziehe ich immer eine Lösung vor, in der die SPD den Kopf mit in der Schlinge hat.

Und das ist doch eine gute Konstellation. Denk mal 4 Jahre weiter, unter der Voraussetzung, es hätte eine schwarzgelbe Koalition gegeben. Weißt Du denn, was vor uns liegt ?
Sep,

zu Deinem

"Ich liebe es, daß diejenigen die Suppe auszulöffeln haben, die sie anrührten."

und

"Da ziehe ich immer eine Lösung vor, in der die SPD den Kopf mit in der Schlinge hat."

möchte ich anmerken:

Genau das erfüllt mich mit tiefer Genugtuung, dass nämlich SPD und Grüne nicht die Möglichkeit haben werden - anders, als wenn sie gemeinsam in der Opposition gelandet wären -, hemmunglos und wahrheitsverdrehend ihre Legendenbildungen zu betreiben, worin sie bekanntlich Meister sind: Legendenbildungen der Art, dass sie jedes bestehende Problem von jetzt auf gleich der neuen, gerade erst begonnenen Regierungspolitik des Gegners (wäre "Feind" nicht passender?) angelastet hätten.
Ich schrieb vor ein paar Tagen schon so etwas Ähnliches, unter dem Eindruck einer Rede der SPD-Oppositionsführerin in NRW.
Es war nicht der einige Fehler der CDU/CSU, daß sie die Wahrheit zur Steuererhöhung gesagt haben.

Es war kein Fehler, die Wahrheit zu sagen ... der Fehler war das Instrument, denn warum sollte man eine Oppositionspartei wählen, der erstmal nichts Besseres einfällt, als Steuern zu erhöhen ... da kann man auch gleich beim Altbewährten bleiben.
[posting]17.947.543 von kpk am 18.09.05 23:44:36[/posting]war unscharf ausgedrückt.

Der nicht alleinige Fehler betand darin, es konkret zuzuspitzen, auf die Mwst. Der nächste Fehler war, die Ökosteuer stehen lassen zu wollen. (Energie- Steuer wird für weltweite Verlangsamung des Wirtschaftswachstums verantwortlich gemacht) Beide Bemerkungen waren einerseits nicht so zwingend, daß sie unbedingt in dieser Konkretheit notwendig gewesen wären, haben aber auf der anderen Seite auf jeden Fall geschadet. Wenig Nutzen, viel Schaden.

@Vicco, sie sind dran.

Habe heute den Stoiber gehört, der sehr verantwortungsvoll bemerkte, man dürfe die SPD nicht in ein rot-rotgrünes Bündnis treiben.

Warum eigentlich nicht ? Oder anders: wird diese Republik nicht bereits die ganze Zeit von Schröder getrieben ?

ER wollte, daß der Bundestag aufgelöst wurde. Um zu sicheren Mehrheitsverhältnissen zurückzukehren. Alle haben sich an den Kopf gefaßt, schon weil die Bundesrats- Mehrheit durch eine Bundestagswahl nicht tangiert sei.

Der Bundespräsident hat den Bundestag aufgelöst, weil der Kanzler hinreichend glaubhaft gemacht hat, auf kein ausreichendes Vertrauen mehr bauen zu können.

Das Verfassunsggericht hat das abgesegnet. Obwohl es 1982 enge Grenzen an ein solches Verfahren gelegt hatte.

Wir müssen demnach jetzt über klare Mehrheitsverhältnisse verfügen, anders kann ich mir die Erklärung von Köhler nicht zusammenreimen. Da er den Kanzler dem Parlament zur Wahl vorschlägt, kann ich mir nicht vorstellen, wie er anders als eben einen Kanzler einer großen Koalition aus SPD und CDU/CSU vorschlagen könnte. Andernfalls kann Köhler sich schon mal die nächste Rede überlegen, die er dem deutschen Fernsehpublikum halten möchte. Dann wieder zu Schröder.

Da lauert der Anschiß wirklich hinter jeder Ecke.

Die SPD wird in der Haftung bleiben, weil die Mehrheitsverhältnisse dies anders garnicht hergeben.

Die CDU sollte sich genau überlegen, ob dies ein Vorteil, oder doch eher ein Nachteil der SPD sein wird. Da auf der anderen Seite die Linkspartei sorgfältig beobachten wird, was die SPD in einer großen Koaltion anstellt.

Läßt die CDU/CSU der SPD den Vortritt bei der Kanzlerbenennung, dann wird der politische Schaden für dieses Land eben potenziert.

Also: SPD als Junior- Partner der CDU/CSU.

Oder eben eine Dauer- Option auf Auflösungen des Bundestages durch einen rotgrünroten SPD- Kanzler, vor einer schwarzen Bundesrats- Mehrheit.
kommt alles nicht hin...das wird cdu ...fdp und gruenen koalition
...ja Sep , der Köhler steht jetzt wirklich als einer der beschmierten da, der sich von Schröder instrumentalisieren
und bequatschen liess, den Bundestag aufzulösen. Dafür hat er nun sein Präsidentenamt beschädigt. Was für ein dünnes, eigentlich sogar jämmerliches Ergebnis . Der Berg kreisste und gebar nicht mal eine Maus. Aber es ist wieder so typisch für Schröder, er reisst mit runter , was er nur packen kann. Und er findet/fand bei den Konservativen geneigte Ohren, die sich auch gerne mitreissen liessen. Was jetzt kommt ist sicher unangenehmer, als es die einjährige Wartezeit bis zur offiziellen nächsten Wahl geworden wäre. Köhler hätte der Selbstauflösung nicht zustimmen dürfen, sondern da schon Schröder in seine Schranken weisen müssen. Und ich tippte auch darauf , dass er der Auflösung nicht zustimmen würde. Und eine Institution folgte selbstschädigend der anderen. Das Mass an Porzellan, welches zerschlagen wurde, um dieses jämmerliche (Nicht)Ergebnis zu erhalten ist fast schon tragisch. Sieht nun so aus, als wäre oben bei den grossen Parteien bald ein umfangreiches und längst fälliges Tabula Rasa angesagt. Hier kommt bestimmt keiner mehr von den Figuren heile davon. Dies traurige Ergebnis stellt aber auch ganz deutlich klar, was das Gewürge um die Neuwahlen wirklich ist, ein unangenehmes Geschacher , bei dem sich die Parteien die für sie passend scheinenden Dinge nach gusto zurechtschnitzt. Das alles jetzt, damit eventuell einige paar Stimmchen die fehlten und die entscheidend sind , sich eventuell aus gefinkerten Nachwahlen in Dresden und/oder Doppelpassbesitzern ergeben....Dagegen sind ja die Wahlunregelmässigkeiten in den USA die reinste Erholung....und am schlimmsten ist, jetzt geht mir der Schröder noch weiterhin mit seiner unangenehmen , und für mich schwer erträglichen Art zu reden auf die Nerven ....:cry:
Die Rosabrille von Sep koennte ich erst nach einer Riesentuete aufestzen. Ich sehe - mangels Vorrats - die Sache eher so wie wolaufensie: Der egomanische Kanzlergnom entpuppt sich mittlerweile fuer das gesamte Gemeinwesen als was er sich fuer die SPD schon laengst zu erkennen gegeben hat: als die groesste Nachlriegskatastrophe. Insofern muss man nun sehr bescheiden sein und als Minimalfortschritt anstreben, dass dieser verantwortungslose Hazardeur umgehend politisch aus dem Verkehr gezogen wird! Alles andere ist schon ziemlich egal ... Von einer tragfaehigen Reformregierung ist D jedenfalls Lichtjahre entfernt! Bin gespannt, ob es an der Boerse jetzt die Quittung gibt ...
[posting]17.947.917 von wolaufensie am 19.09.05 05:51:33[/posting]hier gibt es Leute, die sehen mich in Bezug auf Schröder mit einer Rosabrille. Sicherlich eine Leseschwäche durch Fernsichtigkeit.

Wir bekommen nun nach einer Parteienkrise auch noch eine Staatskrise, die nur deswegen nicht an der Oberfläche diskutiert wird, weil dies eben ebenfalls durch die Optik der Parteien gesehen werden müßte. Schließlich haben die alle der Auflösung des Bundestages zugestimmt. Köhler hätte nicht auflösen dürfen, nachdem Rotgrün am Vortage seiner Begründungsrede noch jeder Menge Gesetze hat verabschieden können. Mangelndes Vertrauen - so die Begründung der Auflösung des Bundestages - jedenfalls läßt die Frage aufkommen, auf welche Art von Vertrauen ein Kanzler einen verfassungsmäßigen Anspruch einfordern darf. Da das Kind bereits im Brunnen liegt, werden ausgerechnet die daran Mitschuldigen eine Diskussion nicht lostreten.

@arbeitspferd, das ist sehr optimistisch, die sogenannte Jamaica- Koalition.

Es gibt in der BRD ganz offensichtlich eine linke Mehrheit. Diese ist weitestgehend Reform- Unwillig, was die Rolle des Staates angeht.

Daher meine Hoffnung, es wenigstens zu einer neutralen politischen Ausrichtung schaffen zu können, also einer großen Koalition.

Daß wir es zu Schwarz-Gelb-Grün schaffen, das kann man hoffen, auch wenn fraglich ist, was dann noch programmatisch übrigbleiben könnte, ganz zu schweigen darüber, was dies für die daran beteiligten Parteien bedeuten dürfte.

Schröder ist eine Katastrophe für Deutschland, das erzähle und begründe ich hier nicht erst seit dieser Bundestags- Wahl. Das politische System muß handeln, das heißt, eine Mehrheit ohne Schröder hinbekommen.

Bis dahin wird er zwangsläufig weiteren Schaden anrichten. Er hat gestern die Presse für seine schlechte öffentliche Wahrnehmung verantwortlich gemacht. Mal sehen, wer noch alles von ihm in Haftung genommen wird.
Sep,
das ergebnis ist der ausdruck eines wählervolkes, welches reformen wünscht und gleichzeitig alles beim alten lassen möchte. Man nennt dieses verhalten auch angstreaktion oder , bitte wasch mir meinen den pelz ohne ihn nass zu machen.Ich nehme dies ergebnis ohne weitere emotion deshalb so hin wie es nun einmal ist. Ich hätte mir natürlich heute eine bessere börse gewünscht, weil ich fälschlicherweise auf wählervernunft gesetzt hatte und heute leider kräftig von der börse gerupft wurde.

Wenn ich es unter börsen gesichtspunkten analysiere, dann ergibt sich für mich folgende logik.

Dieser spieler wird jetzt nicht aufgeben können weil für diesen schauspieler immer noch die Möglichkeit besteht, noch einmal neuwahlen zu provozieren und er weis dies.

Nach artikel 63 des grundgesetzes sind höchstens drei wahlgänge zur Kanzlerwahl möglich. In den ersten beiden ist die mehrheit der bundestagsabgeordneten erforderlich.

Also möglicherweise auch die der PDS, Eher unwahrscheinlich

Weder merkel noch schröder würden die erforderliche mehrheit erhalten. Erst beim dritten wahlgang reicht die mehrheit aller anwesenden abgeordneten.

Danach kann der bundespräsident entweder den somit gewählten kanzler schröder formell ernennen oder den bundestag erneut auflösen.

Dies wäre nach lage der vorhergegangenen ereignisse m.e. nun zwingend.

Selbst wenn er letzteres nicht täte, könnte schröder die Vertrauensfrage stellen und nach bewusst verlorener abstimmung den bundestag erneut auflösen lassen.

Sollte aus anderen kalkül heraus merkel gewählt werden, würde ihr ebenfalls die fürs regieren erforderliche, eindeutige mehrheit fehlen.

Also neuwahlen.
[posting]17.950.258 von Nannsen am 19.09.05 10:31:02[/posting]@nannsen, tut mir leid, daß Du gerade gerupft wirst. Ich habe alles Anfang September glattgestellt. Ich bin dennoch nicht sicher, wie man die momentane Börsensituation richtig spielt. Vergiß nicht, der Euro- Kurs ist für ausländische anleger das wesentliche Steuer- Element, bei diesem starken Dollar würde ich als Amerikaner/Engländer im Moment nicht aus der deutschen Börse aussteigen.

Zur Wahl: ich bin der Meinung, daß weder Merkel, noch Schröder den nächten Kanzler geben werden. Das problem im Moment ist die SPD, die ihren Zwickel noch entrichten muß dafür, dem Schröder gefolgt zu sein. Das heißt, der hat die in eine Art Siegesempfinden hineingeredet, von dem die noch runtermüssen. Und dabei werden die noch in böse Schwierigkeiten geraten. Die befinden sich nun zwischen der WASG, und der CDU. Die wird es ziemlich aufreiben, auch weil die keine saubere Analyse hinbekommen haben, noch hinbekommen werden.

Zerlegen kann es auch die Grünen für den Fall, daß die in eine Jamaika- Koalition eintreten würden. Das immerhin scheint im Moment der Drive zu sein, in der sich die Sache entwickelt. Man kann sich ja vorstellen, daß die Atom- Frage einfach ausgeklammert bleibt, aber es bestehen schon starke kulturelle Unterschiede zuwischen Schwarz udn Grün, sowie eine heftige Aversion zwischen Grün und Gelb.

Interessant wird auch, daß Lafontaine im Moment als jemand dasteht, der Schröder stützt. Das wird dem persönliche Pein bereiten. Der ist angetreten, um Schröder zu piesacken, und nicht um ihn zu stützen.
[posting]17.949.594 von Sep am 19.09.05 09:44:40[/posting]@Sep,
Leseschwaeche? Wie war noch mal der Threadtitel? Ich moechte im Gegenteil behaupten: schlechter konnte es kaum kommen! Vor allem bin ich gespannt, wie und in welcher Aufstellung Ihr jetzt den Schroeder loswerden wollt. Jamaika? Ach, wie putzig, wie spassig! Null-Programm. Osterwolle als Rastaman :laugh: :laugh: :laugh:

LINKS? Noch nie war eine Partei im Parlament so irrelevant!
[posting]17.953.415 von QCOM am 19.09.05 15:36:30[/posting]Leseschwäche. Wenn Du genau hinschaust, ist es mit dem Threadtitel ja nicht getan. Ich denke, ein neuerliches Studium des Beitrags #1 wird Dir weiterhelfen.

Ich tippe am Ende auf eine große Koalition. Ohne Merkel. Ohne Schröder.

Es wird noch ein paar Tage brauchen, bis die Sehnsucht dahin entsprechend gestiegen sein wird.
[posting]17.953.969 von Sep am 19.09.05 16:22:24[/posting]Nee, ich habe #1 sogar 3x gelesen und keine weiteren Aspekte gefunden ...

OK, nehmen wir die Hauptsussage in #1, von Dir in #21 wiederholt: Schroeder und Merkel seien weg: die SPD duerfte es zerbroeseln, wenn sie jetzt noch einen Koenigsmord versuchen ... Muente weiss das und hat bereits vorgebaut. Im Falle eines Koenigsmordes wuerde er gleich mit verschwinden ...

CDU ohne Merkel? Wer hat die Wahl eigentlich verloren? Sie oder nicht viel mehr Stoiber? Der steht ja nun ziemlich gerupft da! Vor der HSS duerften die Flaggen auf Halbmast wehen. Und wer sollte sie denn beerben? Wer von den Andenpaktlern geht denn aus der Deckung? Auch hier kein Koenigsmord in Sicht!

Nee, das gibt ein Gewurstel mit einem Ende - Neuwahlen! Auf diesen Ausweg verweist Du immerhin auch in #1 ...
[posting]17.954.825 von QCOM am 19.09.05 17:19:17[/posting]wie willst Du verhindern, daß es die SPD bröselt ?

Was hast du für ein Problem mit der HSS? Versteh ich nicht. Du hast Deine Präferenzen doch offengelegt ? Was interessiert Dich das überhaupt ? Hier ist Oktoberfest, da hängen die Fahnen ohnehin nicht auf Halbmast.

Die Wahl hat Stoiber verloren ? Muß ich jetzt in die Rolle eines Stoiber- Fans schlüpfen, damit Du auf Stoiber draufdreschen kannst, der nun wirklich loyal zu Merkel gestanden hat ? Stoiber selber hatte wesentlich mehr hier in Bayern geholt, aber ist ihm das vorzuwerfen ? Und die Bayern haben 14% mehr Stimmen für Merkel gegeben, als der Bundes- Durchschnitt.

Merkel hat verloren, nicht Stoiber.

Und Schröder hat verloren.

Ist doch egal, wie lange es braucht, bis den Verantwortlichen die Realitäten wieder durchschimmern. Gut, in Deutschland dauert dies manchmal recht lange, und man hält hier auch lange an Verlierern fest.

Na und ?

Es sind noch nicht einmal 24 Stunden vergangen, daß die Wahllokale geschlossen haben. Ein wenig mehr Geduld darf man schon erwarten. Wenn ich Schröder richtig verstanden habe, dann mäkelte er doch an dem linken Flügel seiner Partei herum. Es muß dann auch noch einen rechten Flügel geben. Nennen wir ihn Seeheimer Kreis. Das sind die Freunde, die ihm jetzt beipuhlen müssen, daß die Ära Gerd zu Ende geht, weil sie ihr Heil nur noch in einer großen Koalition suchen können. Oder meinst du, der Seeheimer ist der Teil der SPD, der sich von Oskar tolerieren ließe ?

Neinnein, der gute Schröder hat soviel Scherben angerichtet, für Deutschland, für Europa, er hat die Verfassung maginalisiert, unter Mitwirkung von Köhler und dem Verfassungsgericht, die alle schon im gemeinsamen Boot saßen.

Nun muß Schröder sein Werk noch vollenden: die SPD an die Wand fahren. Er hat dazu bereits volle Fahrt aufgenommen.

Ich habe Schwierigkeiten, die Seiten von W:O in der gewohnten Geschwindigkeit laden zu können, ich vermutre, daß die wieder einen Werbe- Furz auf die Leitung gelegt haben, bei dem meine firewall nicht mitspielt.
Eine große Koalition wird es meiner Meinung nach nicht geben.

Das bischen Reformkurs dass die SPD gesteuert hat
hat nur Schröder innerhalb der SPD durchsetzen können,
und selbst da hat es Ablösungen nach links gegeben.

In einer großen Koalition als Juniorpartner ohne Schröder
(unter er wird garantiert nicht unter Merkel "dienen")
gibt es für die SPD nichts zu gewinnen.

Dann lieber 4 Jahre in die Opposition und hoffen
dass sich die neue Regierung unter Führung von CDU
an den Problemen zermürbt.

Oder halt auf Neuwahlen hoffen.

Der gestrige Auftritt von Schröder passt genau in dieses Bild.
Man kann an diesem Wahlergebnis m.E. bestens ablesen, was die Bürger wollen und was nicht, zumindest was das Ergebnis der Union und der FDP angeht.

Was das Ergebnis der SPD angeht, so kristallisiert sich klar heraus, das wir offensichtlich viele Landsleute haben, die sich leicht blenden lassen und denen es an Konsequenz fehlt, die daher dem Schröder einen erneuten Persilschein ausstellten. Der besitzt nun noch mehr Unverfrorenheit, als wir es bisher von ihm kannten. Nicht nur seine plumpen Hinweise vor der Wahl, nein nun auch noch das dreiste Greifen nach dem Kanzlersessel, an dem er anscheinend mit Patex festklebt.

Man fragt sich, was der Fanatiker eigentlich will? Was will er erreichen, mit wem?

Und Merkel, es war nicht nur die Kirchof-Kiste, die etwas entglitt, es war auch die Steuerkiste. Dafür hat der Bürger kein Verständnis. Ich will ihr noch die "Ehrlichkeit" abkaufen, aber dazu gesellte sich Naivität.

Da ich eh nicht an großartige V eränderungen geglaubt habe, bin ich auch nur merke(na)l enttäuscht. Wie gesagt: Fröhliches weiter wuseln.
[posting]17.955.361 von Sep am 19.09.05 17:45:43[/posting]Warum immer so mimosenhaft, wenn es bayrisch wird? Stoiber ist dieses Mal weit unter 50 gelandet. Das disqualifiziert ihn als Maulaufreisser. Sie werden ihn jetzt loswerden wollen, in Bayern. Ich weiss gar nicht, wie Du darauf kommst, dass ich Dich in irgendeiner Weise habe persoenlich anpissen wollen.

Bzgl. Schroeder und SPD trittst Du fleissig offene Tueren ein.

Warum mich das Ganze interessiert? Bloede Frage, dazu noch oft genug beantwortet.

Schlechte Antwortzeiten - vermutlich haben die ihren Server in New Orleans stehen ...
[posting]17.956.176 von Rhum56 am 19.09.05 18:30:10[/posting]den ersten Schlag hat die Merkel bekommen, als sie den Einsatz der Bundeswehr im Innern beführwortete.

Ich habe keine Idee, welches der Innenpolitischen Probleme sie damit ansprechen wollte. Was ich aber weiß ist, daß in einer Phase, in der doch einige sich von Schröder sachte gelöst hatten und scheu um sich schauten, wem sie wohl nun ihre Stimme geben würden, jäh vor der Wirklichkeit der etwas holzschnittartigen Welt einer Merkel aufwachten.

Waren damit die Bürgerrechtler vor den Kopf gestoßen, ging die Zielrichtung nun gegen diejenigen, die um die Bedeutung hoher Enerhie- Kosten für ein Wirtschaftssystem wissen.

Denen wurde unter dem Gejohle der SPDGrünen klargemacht, daß die Ökosteuer bleiben würde.

Na dann.

Es folgten Erhöhung der Mehrwertsteuer, und die Einführung eines Reformgedankens durch die Person Kirchofs mit anschließender, öffentlicher Abschlachtung.

So besehen muß man sich fragen, wie diese Frau es zu immerhin noch 35 % gebracht hat. Das ist kein schlechtes Ergebnis, zeigt es doch, daß die Deutschen in ihrer Not dann auch mal Fünfe gerade sein lassen.

Wir müssen ja sehen, diese 35 % der CDU verteilen sich auf Anhänger dieser Partei, als auch Wähler, die den Schröder unbedingt abwählen wollten. Ein Teil davon ist der FDP zugeflossen, aber es wird auch etwas an die CDU gegangen sein. Das bedeutet, die Kern- Rate an Zustimmung zu Merkel liegt unter 35 %.

Die ihr fehlenden Stimmen hat sie verprellt mit Spirenzchen, mit einem Mangel an Vorstellung, was dieses Land benötigt, und was nicht.
[posting]17.956.370 von QCOM am 19.09.05 18:43:57[/posting]wieso ist denn der Stoiber unter 50 gelandet ? Meinst Du seinen eigenen Wahlkreis ?

Die CSU hat, bis auf einen, sämtlichen Direktmandate geholt. Die haben nicht wieder 58 % gemacht, aber nenne ir doch mal ein Bundesland, das besser eingefahren hat.

Jau, ich bin etwas empfindlich.

Server in New Orleans ? Geht hier schon seit gestern so, könnte auch ein Leitungsproblem sein. Jedenfalls gibts häufiger Fehlermeldungen, und dann ist mein Text weg.
[posting]17.956.426 von Sep am 19.09.05 18:47:32[/posting]Ökosteuer hätte sie besser verkaufen müssen. Einfach platt zu sagen, die bleibt, reicht nicht. Es war doch klar, das die auf die Einnahmen daraus angewiesen sind, zu tief steckt der Karren im Dreck.

Ich bin kein Politiker, aber mein Logik sagt mir, Du darfst alles, außer Steuererhöhungen vor der Wahl ins Land publizieren, das mußte schief gehen.

Gleichwohl hätte ich doch mit 38-40% Union gerechnet. Das jetzt war überdeutlich. Wenn Merkel es jetzt nicht ins Amt schafft, kann sie eigentlich komplett gehen.
[posting]17.956.580 von Rhum56 am 19.09.05 18:58:29[/posting]ich habe auch mit mehr gerechnet, aber mir dämmerte, daß es wohl nicht reichen könnte für schwarz/gelb.

Zu wenig Reform, zu wenig Aufbruch. Zu viel hickhack um des Kaisers Bart. Wenn man die bürgerliche Mitte anziehlt, dann sollte man vermeiden, dies über die Kimme der Bundeswehr vorzunehmen.

Öko- Steuer, besser verkaufen, sehe ich auch so. Sie hätte sich zu einem Abbau bekennen können, zeitlich offen.

Von mir aus kann sie gehen. Ich hatte hier ja immer gesagt, daß ihre Funktion darin besteht, Schröder abzulösen. Mehr erwarte ich von ihr nicht. Und mehr kann sie auch nicht. Ich glaube nicht, daß sie noch eine wichtige politische Rolle spielen wird.
[posting]17.956.762 von Sep am 19.09.05 19:11:57[/posting]Sie ist Kohls politisches "Ziehkind". Der wiederum schaffte es auch erst im zweiten Anlauf. Ob es mit ihr weiteren Sinn machen würde, keine Ahnung, wird sich wohl erst zeigen müssen.

Der Hick Hack und die schlecht verkaufte Ökosteuer-Beibehaltung nebst der Mwst.-Erhöhung sind die klaren Ursachen.

Hab ja auch gleich nach der Programmverkündung gewettert. Ich konnte es ehrlich gesagt nicht fassen, wie man da oben, unter so vielen Wichtigkeiten und Beratern zu so weltfremden unmarktwirtschaftlichen Programmen kommen kann.

Und nun wird es noch ganz schön kribbelig um die Führung Deutschlands, ich waage keine Prognose.
..ich sehe Merkel nicht ganz so kritisch wie einige hier. Vor allem kann sie als vergleichsweise "liberal" gelten im Vergleich zu Koch oder Stoiber, wobei Koch wohl nicht so rechts ist wie er auftritt....

Für die "Jamaica-Variante" wäre das sicher von Vorteil.

Am besten natürlich, wenn die Grünen sich auf erneuerbare Energien und Landwirtschaft beschränken, Atomausstieg kann man auch Kompromisse eingehen, der Wirtschaftsflügel der Grünen ist auch nicht in allen Punkten idiotisch, hat aber gegen die Linke noch keine Chance.
Für 2 Jahre könnte so eine Koalition schon halten und danach geht dann die CDU mit Kanzlerbonus ins Rennen. So wäre es ideal.


Ich fürchte nur, die Grünen machen das nicht mit, weil sie danach Probleme mit der 5-% Hürde bekommen würden und viele Wähler zur Linkspartei abwandern würden. Könnte das Ende der Partei sein, die dann in FDP und Linkspartei-Abgänger zerfallen würde. Jamaica wäre zwar schön, aber leider unwahrscheinlich.
[posting]17.960.735 von xylophon am 20.09.05 08:24:46[/posting]Der letzte Satz trifft.

Denke eher, das es Neuwahlen gibt.

Aktuell scheinen alle Parteien ihre Positionen noch mehr zu betonieren.
[posting]17.947.708 von Sep am 19.09.05 00:46:16[/posting]Die SPD wird in der Haftung bleiben, weil die Mehrheitsverhältnisse dies anders garnicht hergeben.


....naja, das läuft ja immer so, dass man selbst für alles Gute verantwortlich ist, und das Schlimme, was der Koalitionspartner ausgeheckt hat, leider nicht gänzlich verhindern konnte.
In einer großen Koalition wäre zum Beispiel die Mehrwertsteuererhöhung sicher wie das Amen in der Kirche. Die SPD könnte sich ja darauf berufen, dass das ja nun mal die Idee der CDU war, der Haushalt auch ziemlich mau aussieht und da konnte man schlecht nein sagen als kleiner Partner der Koalition.....(nur als erstes Beispiel).

Das würde der SPD-Wähler ihnen wohl abnehmen.


Der einzige Vorteil der Großen Koalition wäre, dass die CDU in die nächsten Wahlen mit Kanzlerbonus ginge. Und zu hoffen ist, dass sich bis dahin die Verhältnisse im Bundesrat nicht so wesentlich ändern, dass wir vielleicht tatsächlich in ein paar Jahren mal eine Regierung bekommen, die Reformen ohne Blockade durchsetzen kann.

Wobei das Problem bleibt, ob die Reformen überhaupt politisch durchsetzbar sind. Die vorgestrige Wahl lässt mich zweifeln, ob "der Deutsche" überhaupt die Chance sieht, die in weniger Staat liegt und mehr Freiheit, mehr Selbstverantwortung. Das Sicherheitsbedürfnis scheint unermesslich zu sein, sonst würde man nicht aus Angst klare Mehrheiten verhindern, die man wenige Monate zuvor noch unbedingt wollte.



Im übrigen sehe ich die Fehler der CDU ganz woanders. Die größten Verluste in NRW haben sie im Arbeitermilieu gehabt, das zuletzt immer mehr zur CDU abgewandert war... Diese Leute hatten nach meinen Erfahrungen weniger Angst vor weiterem "Sozialabbau", auch die Steuerkonzepte waren aus ihrer Sicht ärgerlich (Schichtzulage), aber vor allem hatten diese Leute Probleme mit den Änderungen beim Kündigungsschutz.
Die Arbeiter haben das Gefühl, dass sie immer wieder diejenigen sind, die für alles herhalten müssen als Zahlmeister für "Zuwanderung ins Sozialsystem", das Rentenproblem lösen, immer weniger Leistungen für immer höhere Beiträge zur Krankenkasse usw....
Dass sie von der CDU entlastet werden sollten, kam kaum rüber, sehr stark aber, wo sie weitere Opfer bringen sollten. Die Versteuerung der Zulagen ging letztlich in die gleiche Richtung, dass sie im Endeffekt trotzdem weniger zahlen würden, kam einfach nicht an, sondern nur, dass ihnen was "genommen" wird.

Das wurde extrem schlecht verkauft und es ist auch die Frage, ob dies so vorrangig ist, dass es ins Wahlprogramm musste.
[posting]17.960.895 von xylophon am 20.09.05 08:44:24[/posting]Die Arbeiter haben das Gefühl, dass sie immer wieder diejenigen sind, die für alles herhalten müssen als Zahlmeister für " Zuwanderung ins Sozialsystem" , das Rentenproblem lösen, immer weniger Leistungen für immer höhere Beiträge zur Krankenkasse usw....

Ich würde das nicht auf Arbeiter herunter brechen, sondern verallgemeinernd "den kleinen Mann".

Zigtausende leben in kleinsten Verhältnissen, auch Selbständige und diejenigen, denen echte Chancen aktuell verwert bleiben, weil das System zu starrsinnig ist.

Versuche doch mal in diesem Land etwas gewerblich funktionierendes aufzubauen in der jetzigen Zeit !! Nirgendwo gibt es solch verkrustete Gewerberichtlinien, wie hier in Deutschland. Und daran sind maßgeblich auch die Grünen nicht unschuldig, mehr allerdings Rot und Schwarz.

Man redet vom Bürokratismusabbau und macht genau das Gegenteil.

Und das Arbeitsplatzbesitzer vor einer Abschaffung des Kündigungsschutzes Angst haben, kann man ja noch mit egoistischem Gedankengut erklären. Es hört aber da auf, wo uns Nachbarländer eine Verbesserung des Arbeitsmarktes vorleben, wir aber hier wohl meinen, das nicht auch zum "deutschen Weg" machen zu brauchen.

Deshalb bezahlt es nicht der kleine Arbeiter, sondern der kleine Mann;)

Tja Dummheit und Stolz wachsen auf einem Holz.
[posting]17.961.940 von Rhum56 am 20.09.05 10:03:42[/posting]Man redet vom Bürokratismusabbau und macht genau das Gegenteil.

Das ist das eigentliche Problem. Deswegen sage ich, daß wir eine Systemkrise haben. Denn die politische Klasse ist durch die eigenen Lebensbedingungen offenbar abgeschirmt von der Möglichkeit, am eigenen Leibe zu erfahren, wie sich Gewerbe in unseren Tagen "anfühlt". Und offenbar haben unsere Volksvertreter einen so tüchtigen Stab zu ihrer Verfügung, daß sie mit der tagtäglichen Bürokratie überhaupt nicht in Berührung kommen.

Oder aber, denen sagt dies alles nichts, was man tagtäglich erleben kann, sofern man nur etwas die augen offen hält, und etwas Phantasie hat.

Es ist eine Bürokraten- Diktatur geworden, wobei die Schuld nicht bei den Bürokraten liegt, sondern bei denen, die Regeln vorgeben. Die von anderer Stelle, von Lobbyisten wiederum verlangt werden, und so arbeitet jeder vor sich hin, weil unser System niemanden produziert, oder vorhält, der die Phantasie hat, das Gestrüpp zu lichten, und der vor allem auch die Macht dafür nicht hat.

Wenn bei uns ein Charismatiker auftaucht, dann begnügt der sich, die Welt aufzumischen zur alleinigen eigenen Erhöhung.

Je verregelter das System wird, desto unflexibler. Je unflexibler, desto weniger Effizienz. Je uneffektoiver, desto mehr "kleine Leute" geraten an den Rand. Je mehr kleine Leute sich auf den Rand zubewegen, desto größer der Hang, sich sozial gebende Parteien zu präferieren. Je sozialer die Versprechen und deren rechtliche Verankerung, desto verregelter wird das System.

Eine Todesspirale, sofern nicht externe Ereignisse dem entgegenwirken.

Wir hatten den Wiederaufbau als externes Ereignis, und wir haben den Export. Aber wir sehen, daß die Problemstellungen, die auf unser kollabierendes Gesellschaftssystem mittlerweile zukommen, in der herkömmlichen Weise von uns nicht mehr auffangbar sind.

Und im politischen System ist niemand sichtbar, der dies adressieren würde, oder könnte.

Deswegen halte ich jede politische Konstellation, die uns halbwegs in der Schwebe läßt, für einen Gewinn, in der Hoffnung, daß wir irgendwann einen Politiker finden werden, der die Weichen richtig stellt. Andererseits ist jede Schwebe eine Gefahr, die den Leuten ein falsches Empfinden vermittelt dafür, daß wir so weitermachen können.

Ohne eine grundlegende Reform ist die BRD langfristig nicht haltbar. Wenn wir es nicht schaffen, den Menschen die fesseln abzunehmen, daß sie aus eigener Kraft für sich sorgen, und dabei auch Erfolgserlebnisse haben, wird das Siechtum sich vergrößern. Bei der nächsten Abkühlung des Weltwirtschaftsklimas sind wir mit unseren Sozialsystemen bereits fällig.

Ist Euch irgendein Politiker namentlich bekannt, bei dem man annehmen könnte, er wäre derjenige, der die Dramatik, oder die Dynamik der Probleme begriffen hat ?
Nun ja, "Politiker" und das ausführen was Du (richtigerweise) willst schließt sich gegenseitig aus. Bleibt nur ein Quereinsteiger, dem vermutlich jedoch niemand die Macht dafür geben wird. Also weiter abwärts mit erhobener roter Fahne.
[posting]17.961.940 von Rhum56 am 20.09.05 10:03:42[/posting]...es geht ja nicht darum, ob die Arbeiter recht haben mit ihrer Meinung, die einzigen zu sein, die immer wieder Opfer bringen müssen...sondern darum, dass dieser subjektive Eindruck entstand und nicht ausreichend zerstreut werden konnte. (Nur so kann ich mir jedenfalls die extremen Unterschiede in NRW in so kurzer Zeit erklären, die vor allem die Arbeiter betreffen).

Ob es daran lag, dass die SPD nur die "Risiken" betonte, die im Unions-Programm liegen, aber nicht die großen Chancen. Oder daran, dass die Union auch selbst nicht in der Lage war, diese zu verdeutlichen. Oder daran, dass die Deutschen mit dieser Mentaltiät, mehr für sich selbst sorgen zu dürfen, einfach nichts anfangen können, lass ich mal offen.
[posting]17.962.217 von Sep am 20.09.05 10:28:45[/posting]@Sep
36

Bis zur "Todesspiral" eines Deiner besten Postings.

Dann aber fällst Du m.E. etwas zu stark in Negativismus.
Du mußt dabei vielleicht mal , für dieses Thema, auf einen Nebenkriegsschauplatz sehen--->Die Börse.
Sie lebt immer vor und markiert, übrigens auch in anderen wirtschaftlichen Industrie-Problemländern wie Japan, ein 3 Jahres Hoch. Das ist das Ergebnis der beginnenden wirtschaftlichen Selbstheilungskräfte, denen ich so 1,5-2% BIP Plus zutraue.
Das wird dann die politische Kaste als ihren Erfolg verkaufen, schon um neue Sehnsüchte und Hoffnungen in Wähler umzumünzen.

Darum glaub ich nicht an einen adhoc Problemlösungs Prozeß oder Zusammenbruch, sondern an einen, Japan folgenden Weg, leider.

Messerscharf dann Deine Analyse, wer die Zeche immer bezahlen wird.(verregeltes System) Darum ist für mich auch die SPD eigentlich eine unSPD, ganz klar. Leider hat sich wieder ein großer Teil der Landsleute blenden lassen. Und die Union ist auf ähnlichem Tripp.

Das wir nicht allein so denken, kann man wunderbar an diesem Wahlergebnis ablesen, nur die Politik noch nicht.
Meine Meinung
[posting]17.962.441 von xylophon am 20.09.05 10:45:59[/posting]xylo,

durch die Politik- Darstellung des Schröder, der eine Niederlage als Gerwinn verkauft, wird uns allen ein wenig die Wahrnehmung getrübt.

Auch wenn Schröder einen mächtigen Wahlkampf geführt, und aus dem Stimmungstief der SPD herausgeführt hat, so bleibt doch, daß er 4 % weniger Stimmen bekommen hat als 2002.

Er hat dies mit einem Obstruktions- Wahlkampf gemacht, in welchem er mit Semantik und Diffamierung gearbeitet hat, sehr schön abschließend zu sehen in der sogenannten Elefanten- Runde, in der er noch nicht wieder "runter" war.

Er hat einen Parallel- Wahlkampf geführt insoweit, als er eigentlich nichts zu den politischen Problemen oder Fragen der Republik beigetragen hat, sondern sich vielmehr auf Reaktion beschränkte.

Aus dem daraus entstandenen Wahlergebnis ablesen zu wollen, was die Arbeiter, die Leute im Ruhrgebiet tatsächlich wollen, das ist eingentlich unmöglich. Die haben ganz einfach eine ganz normale menschliche reaktion an den Tag gelegt und sich auf ihre angestammten Reflexe zurückgezogen. Eine Aussage darüber, was die eigentlich wollen würden, kann man schlechterdings nicht gewinnen.

Es stand nichts zur Wahl.

Merkel muß man zugute halten, daß einer solchen Wahlkampf- Strategie kaum etwas entgegenzusetzen ist. Und daß man vor allem nicht einen derart operierenden politischen Gegner stellen kann.

Die Reformbereitschaft, die sie durch die Hinzuziehung von Kirchof signalisieren wollte, ist ihr so massiv von der SPD zerfleischt worden, (mit allen niederen Methoden, die überhaupt denkbar sind), daß man sich fragen muß, ob man sich noch jemals mit einem SPD- Mitglied wird an einen Tisch setzen wollen.

Ich will das deutlich machen an der Person Kirchofs. Wer diesen Mann hat reden hören, oder gesehen hat. Wer seine bisherige untadelige Laufbahn kennt. Wer seine bisherigen Funktionen kennt, und dennoch in dieser abartigen Weise einen Bürger der BRD diffamiert, in den Dreck zieht, wie dies in diesem Falle geschehen ist, aus guten Grunde völlig ungeachtet dessen, was der fachlich zur Diskussion stellen wollte, wer also auf diese Weise bereit ist, Wahlkampf zu machen, der hat sich aus dem demokratischen Spektrum verabschiedet. Das war Klassenkampf der untersten Schublade.

Auch dies funktioniert.

Aber zu welchem Preis.

Irgendwelchen Wählern einen Vorhalt zu machen, daß die auf Schröder nochmals abgefahren sind, heißt verkennen, daß es eben Kommunikationstechniken gibt, die nicht transparent sind.

Der Anwendung derartiger Techniken beschuldige ich den Schröder und behaupte, daß dies den Wahlkampf bestimmt hat.

Darauf mußte dieses Volk reinfallen, es gab keine andere Möglichkeit. Mitschuldig daran sind allenfalls diejenigen, die ihrerseits die Möglichkeit haben müssen, so etwas zu erkennen. Wie Grass, der sich dann ja auch noch in dieser einschlägigen Weise mit seinem Vorschlag als Nobelpreiskandidaten eingebracht hat, udn damit den Vorgang noch verstärken wollte.

Man muß sich mittlerweile schämen für deutsche Nobelpreisträger.

Ich bin von Herzen froh ab dem Tage, wo dieser Schröder von der politischen Bühne verschwinden wird. Ich hoffe, der Späth legt nochmal eine Schüppe drauf bei Meryl Llynch, um den in die Industrie zu locken. Schröder hat, egal wo er antrat, nur Katastrophen hinterlassen, und die dazugehörigen Nebelwolken, wonach es sich genau so nicht verhalte, wenn man nur die Zukunft abwarten werde.

Die Menschen werden irgendwann unschuldig, wenn sie jemandem ausgesetzt werden, der die Stellschrauben kennt, sie zu konditionieren.
[posting]17.963.564 von Sep am 20.09.05 12:11:04[/posting]das sehe ich ja ganz ähnlich, gestern hatte ich irgendwo geschrieben, dass Schröder so damals schon Kohl abgelöst hat nach dem Motto "der Dicke muss weg, was wir dann machen, ist eigentlich egal".

Leider ist der Zustand noch nicht erreicht, wo die Deutschen Schröders in gleicher Weise überdrüssig sind. Und seltsamerweise zog hier sogar die Taktik aus der Regierung, nichts dazu zu sagen, was man nach der Wahl vorhat, sondern nur die Konzepte der Oppositin anzugreifen.

Man kann der jetzt vorwerfen, dass sie sich hat aufs Glatteis führen lassen und überhaupt Konzepte vorgestellt hat, während sie der Regierung ihre Konzeptlosigkeit durchgehen ließ.
Umgekehrt hätte an ihr sonst eventuell vorgeworfen, sie habe keine Konzepte (oder erst recht unterstellen können, die heimlichen Konzepte liefen auf die Verarmung der Bevölkerung hinaus und die Bereicherung der Reichen).


Das ist der taktische Gesichtspunkt, den ich interessant finde nach dieser Wahl.

Der andere ist eben der, dass die Bevölkerung offenbar doch relativ leicht zu verunsichern bzw. zu verängstigen ist. Davon leben viele Versicherungen, die den Leuten ein Unglück nach dem anderen an die Wand malen. Und davon lebt offenbar auch die Politik immer wieder ganz gut, indem sie "zum Schutz" den Leuten eine Pflicht nach der anderen aufdrückt, eine Überwachungsbehörde nach der anderen, eine Abgabe nach der anderen. Und das ist es wohl, was viele auch noch wollen.

Wäre mein Sohn jetzt in dem Alter, wo er seinen Beruf wählen sollte, sichere Arbeitsplätze kann er in Deutschland offenbar im öffentlichen Dienst und bei einer Versicherung finden - auf Ewigkeit.


Beitrag zu dieser Diskussion schreiben


Es handelt sich hier um eine ältere Diskussion, daher ist das Schreiben in dieser Diskussion nicht mehr möglich. Bitte eröffnen Sie hier eine neue Diskussion.