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MLP - magere Sonderdividende 2006 - 500 Beiträge pro Seite


MLP
ISIN: DE0006569908 | WKN: 656990 | Symbol: MLP
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"MLP schlägt deutlich erhöhte Dividende für Geschäftsjahr 2005 vor


Der Finanzdienstleister MLP AG (ISIN DE0006569908/ WKN 656990) gab am Dienstag bekannt, dass die Dividende für 2005 nach Abschluss des sehr erfolgreichen Geschäftsjahres und einer positiven Einschätzung der weiteren Unternehmensentwicklung deutlich erhöht werden soll.
Demnach schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung eine Anhebung der Dividende um 38 Cent auf 60 Cent je Aktie (Vorjahr: 22 Cent pro Aktie) vor. Davon entfallen 30 Cent auf eine Sonderdividende, mit der MLP seine Aktionäre am erfolgreichen Verkauf der beiden Versicherungstöchter MLP Lebensversicherung AG und MLP Versicherung AG beteiligt. Entsprechend steigt die Dividende aus dem operativen Geschäft um 36 Prozent. Vorbehaltlich der Zustimmung der Hauptversammlung steigt damit die gesamte Ausschüttungssumme von 24 Mio. Euro auf rund 63 Mio. Euro.

Der Konzern hatte nach den bereits im Februar kommunizierten vorläufigen Zahlen für 2005 bei leicht rückläufigen Gesamterträgen sein Konzernergebnis vor Steuern und Veräußerungsergebnis um 38 Prozent auf 119,9 Mio. Euro gesteigert.

Die Bilanzpressekonferenz mit detaillierten Angaben zum Geschäftsverlauf 2005 findet am 28. März 2006 statt. Die Hauptversammlung wurde für den 31. Mai 2006 anberaumt.

Die Aktie von MLP gibt momentan 1,27 Prozent auf 18,67 Euro ab.



Quelle: Finanzen.net 21.03.2006 11:40:00"
30 Cent Sonderdividende bedeuten bei 108 Mio. Aktien ja nur 32,4 Mio. an Ausschüttung für den Verkauf der Töchter. Das empfinde ich als sehr, sehr mager. Schon jetzt wurde deutlich mehr Geld in das Aktienrückkaufprogramm investiert.


Wie ist Eure Meinung?
Was will uns MLP mit diesem Vorschlag sagen?

1. Signalling 1: Die Ankündigung einer höheren Dividende führt trotz Irrelevanztheorem zumindest bis zur Zahlung zu einem vorübergehend steigenden Aktienkurs. Das will man wohl erreichen, warum auch immer, gerade im Vergleich zur derzeitigen Bewertung anderer MDAX-Unternehmen.

2. Signalling 2: Man schütte aus, um in finanztechnischer Hinsicht zu demonstrieren, dass man über nichtbetriebsnotwendige Finanzmittel verfüge. Damit wenigstens Signalling 1 erreichen.

3. Investitions- und finanzierungstheoretisch im Sinne der Kapitalkosten bzw. Kalkulationszinssatz der besten Opportunitätsanlage: Man schütte besser aus, weil die mit den Mitteln erzielbare Rendite im Unternehmen niedriger ist als die einer alternativen Anlage.

Ein paar weitere Anmerkungen dazu:

Zur "Beteiligung der Aktionäre" an den Erlösen für die Versicherungstöchter: Das Unternehmen gehört den Aktionären. Egal, ob ausgeschüttet oder ob thesauriert wird. Das ist das Grundverständnis, das eigentlich jedem geläufig sein sollte, der als Vorstand einer Aktiengesellschaft Verwalter fremden Vermögens, nämlich das der Aktionäre, ist. Man muss niemanden an etwas "beteiligen", was demjenigen gehört. Es macht also keinen Sinn, jemandem vorher in die linke Tasche der Hose zu langen, um es in einer generösen Geste eines vermeintlichen Geschenks in dessen rechte Tasche zu stopfen. Ergo: Die Ausschüttung ist diesbezüglich völlig irrelevant. Es sei denn, man müsste von Punkt 3. oben ausgehen. Dann kann der Aktionär wenigstens die ausgeschütteten Mittel sinnvoller anlegen.

Bei der Unternehmensbewertung wird die Ertragskraft in Beziehung zum eingesetzten Kapital und dem zur Erwirtschaftung erforderlichen betriebsnotwendigen Vermögen gesetzt. Dies kann letztlich z.B. durch EBIT x Multiplikator abzgl. Marktwert des Fremdkapitals bzw. ein KGV ausgedrückt werden.

Nichtbetriebsnotwendige Cash-Positionen sind in diesem Sinne Unternehmenswert-steigernd. Ausschüttungen verringern die nichtbetriebsnotwendige Cash-Position und vermindern insoweit den in der Börsenkapitalisierung ausgedrückten Unternehmenswert in gleichem Maße. Offensichtlich setzt man bei MLP darauf, dass dieser Zusammenhang den wenigsten, auch nicht den Analysten geläufig ist.

Wie das ausgewiesene Ergebnis 2005 zustande gekommen ist, darüber konnte man hier bei WO seit über einem Jahr einiges lesen. Dazu wird noch einiges zusätzlich geschrieben werden. Es geht um das Verständnis, um sich selbst ein Urteil bilden zu können. Nichts für bloße Überschriften-Leser.

Was den prognostizierten Gewinnsprung 2006 betrifft, gab es ja vor einigen Wochen eine kryptische Andeutung in dem Statement eines MLP-Haus- und Hof-Analysten, dass die Bezugsbasis ja um € 40 Mio. erhöht sei...

MLP besinnt sich also wieder alter Werte - der Kreativität in den Zahlenwerken. Welch Überraschung :D

Meint
crude_facts
So werden dann viele Mio. durch die Aktienrückkäufe "verballert". Der Kurs steigt erst mal, könnte dann aber wieder auf das alte Niveau zurückfallen und die Sonderdividende ist eben mit 30 Cent minimal.


Grüße


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