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So schlagen wir der Spekusteuer ein Schnippchen

Nerven kostet ja oft die Tatsache, dass Spekulationsgeschäfte schon ab sehr geringen Freigrenzen von 512 EUR je Einzelanleger und Jahr steuerpflichtig werden.
(Anm.: Freigrenze heißt - bei 511,99 EUR sind 0 EUR Steuern zu zahlen und bei 512,01 ist der gesamte Betrag mit z.B. dem persönlichen Spitzensteuersatz von z.B. 42%, respektive mit gut 215 EUR zu versteuern). Viele verheimlichen ihrem FA mit schlechtem Gewissen die (in den letzten Jahren ja durchaus wieder möglichen) fetten Spekugewinne aus Sorge vor der Steuer. Das ist grundfalsch. Denn das FA holt sich die Info dann eben bei der Hausbank und schlägt nachträglich zu:mad: Besser geht man offensiv an das Thema ran:cool:

Hier will ich, ohne verbotene individuelle Steuerberatung zu machen, mal ein paar Ansätze diskutieren wie man diese Abzocksteuer, auch Dummensteuer genannt, vollkommen legal umschifft, trotz Berichtspflicht der Hausbank.

1.: das Gegengeschäft

Tritt der erwartete Kurserfolg ein vor Ablauf der 12 Monate: Gegengeschäft tätigen (z.B. deep-in-the-money Put oder Turbo-short)
Dieses dann innerhalb der 12 Monate für dieses Geschäft, aber außerhalb für das Ursprungsgeschäft glattstellen wenn „negativ“ und 1 Tag nach den 12 Monaten für dieses Geschäft, wenn selbiges positiv.
Nachteil: man füttert gegenläufige 2 Positionen eventuell bis zu knapp 2 Jahre durch, wobei der Zeitwertverlust bzw. die Zinsdifferenz zu bezahlen ist (i.d.R. mit 3 bis 4,5 % p.a. aber günstiger als die Steuer)

2. der regelmäßige Depotcleanout

funktioniert so:

regelmäßig, mindestens aber alle 6 Monate und rechtzeitig vor dem Jahresende werden alle Depotpositionen einer Überprüfung unterzogen:

a) Positionen die im Minus liegen und von denen man nicht mehr überzeugt ist: lösen, spätestens nach 11,9 Monaten

b) Positionen die im Minus liegen und von denen man noch überzeugt ist: ebenfalls lösen, spätestens nach 11,9 Monaten, und alternatives, gleichlaufendes Instrument kaufen (z.B. Aktie – raus, deep-in-the-Money-call rein)

c) Positionen die im Plus liegen und von denen man nicht mehr überzeugt ist: Gegengeschäft tätigen wie unter 1. beschrieben.

d) Positionen die im Plus liegen und von denen überzeugt ist: die lässt man laufen, und zwar bis knapp nach den 12 Monaten. Dann sollte man nach b) verfahren, denn so beginnt eine neue 12-Monatsperiode, und - wenn das Papier gegen die Erwartung in’s Minus dreht - hat man einen „neuen“ verwertbaren und gegenrechenbaren Spekulationsverlust in spe! Den hätte man nämlich sonst, nach über 12 Monaten nicht mehr – zumal dann obendrein erst mal der Gewinn der vergangenen 12 Monate „abzuarbeiten“ wäre .

Weitere Ideen, wie man dem Staat legal diese ungerechte Steuer (solange es sie noch gibt) vorenthalten kann?

P.S.: wenn man „nur knapp“ die 512 überschreitet, dann sag ich nur eins: bündelt alle Ausgaben, vom Telefonat mit dem Broker über W : O – Onlinegebühren bis zum FT-Jahresabo oder der Fahrt zur HV an DIESER Position als Werbungskosten!
Es kann sich da sogar mal die Reise zur HV einer Bude wie NORDEX lohnen;)
Die Rechnung sieht dann z.B. so aus: Spekugewinn 600, Steuern zu zahlen 252 (42%)
Reise zur HV, Hotel und Anfahrt: 120 EUR – Steuer 0, Positiver Effekt 132 EUR, zzgl. ein netter Tag auf der HV mit Reden, Gegenreden und belegten Brötchen;)

Und wichtig: im laufenden Steuerjahr handeln! Danach ist es bedeutend schwieriger. Der o.g. Depotkehraus sollte also auf jeden Fall im Nov.-Dez aktiv betrieben werden!
Hi,

wo wir gerade Mal bei der Spekusteuer sind...

Habe noch einen gewaltigen Verlustvortrag aus den Jahren 2000/ 2001 laufen.:cry:
Wird dieser eigentlich nach Wegfall der "Spekulationsfrist", so wie es nach derzeitgem Stand ab 2007 sein soll, komplett "wertlos" bzw. nicht mehr relevant?:confused:
Gruß, Stammzelle.
Es ist doch einfacher Geld z.B in einer Bank in Österreich zu bunkern und Aktienaktivitäten zu tätigen.Etwas mehr Gebühren, aber deutlich weniger Steuern + Bankgehemnis + Anonymität.Der deutsche Fiskus bekommt nur ein Bruchteil von Steuern.So muß es auch sein.
Antwort auf Beitrag Nr.: 21.614.198 von Tampa2000 am 16.05.06 23:30:05hier geht es hochlegal und vor allem intellektuell anspruchvoll zu.
Nummernkonto in der Schweiz kann ich auch;):laugh:;):cool::cool::D:D

LBI:cool:
Anmerkung:

Bei Aktien sind es effektiv nur 21% die man bei Spitzensteuersatz 42% zahlt. Die zahle ich gerne wenn ich Gewinne mache.

Was ab 01.01.2007 läuft ist ja noch nicht raus.
Antwort auf Beitrag Nr.: 21.613.709 von lets.bury.it.com am 16.05.06 22:33:05Ob man spekugewinne gegen HV-Fahrt aufrechnen kann, halte ich für zweifelhaft.

bisher geht das nur gegen dividenden (Hvkosten=div).

Verlustvorträge werden vermutlich verfallen,wenn Gesetzesänderung 2008 eintritt....
Speku-Steuer,

Ja, ja, das Halbeinkünfteverfahren. 21% auf Aktiengewinne gilt jedoch nur für Spitzenverdiener. Der Großteil der Anleger hier dürfte je nach persönlichem Einkommenssteuersatz zwischen 10-15% zahlen, also nochmal deutlich weniger. Ich glaube nicht dass in Österreich die Besteureung noch niedriger ist. Was die Besteuerung von Aktiengewinnen angeht leben wir hier jedenfalls immer noch in einem kleinen Paradies.

Gruss


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